Kaum im Kindergarten, schon in Therapie

Entgegen unserem Rhythmus: Warum müssen Entwicklungsunterschiede schnellstmöglich ausgeglichen werden? (Foto: iStock)

Der Sohn einer Freundin mag den Frosch nicht ausmalen. Auch den Polizisten nicht oder die Blume. Das Finde-die-zehn-Unterschiede-Bild interessiert ihn ebenfalls nicht.

Überhaupt sitzt er im Kindergarten nicht gern am Pültchen, da wird er ganz unruhig. Viel lieber spielt er. Wenn er ein Lego-Haus baut oder einen Arzt mimt, ist er konzentriert. Der Bub ist fünfeinhalb.

Die Kindergärtnerin findet, man müsse handeln. Jetzt! Sonst werde der Knabe in einem knappen Jahr, wenn er in die Schule komme, grosse Probleme haben, warnt sie. Dort müsse er still sitzen und Arbeitsblätter ausfüllen können. Deshalb wäre diese Therapie gut. Oder jene. Oder Klavier spielen.

Nur keine Zeit verlieren!

Das Motto «Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr» ist tief in unseren Köpfen verankert. Wer mit fünf nicht still sitzen kann, wird es auch mit sechs nicht können. Ein Siebenjähriger, der ausrastet, wird als 18-Jähriger Fremde zusammenschlagen. Eine Achtjährige, die sich vor dem Haushaltsämtli drückt, wird ein Leben lang Mühe damit haben, unliebsame Aufgaben zu übernehmen. Nur keine Zeit verlieren!

Stimmt das wirklich? Ich glaube, dass Kinder mehr von Geduld und Gelassenheit profitieren als von übereilten therapeutischen Massnahmen. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus. Mein Sohn zum Beispiel trug an seinem vierten Geburtstag noch Windeln und zeichnete lediglich Linien. Zwei Monate später war er trocken und malte sein erstes figürliches Bild – eine komplexe Szenerie auf einem Spielplatz.

Wenn der Bub meiner Freundin in einem Jahr in der Lage sein muss, eine Weile lang still zu sitzen, warum stresst man ihn dann heute schon damit? So ein Kinderjahr ist unglaublich lang! Und dank Remo Largos Bestsellern «Babyjahre» und «Kinderjahre» wissen wir, dass die ganz normalen Entwicklungsunterschiede zwischen Gleichaltrigen riesig sind: Bei sechsjährigen Kindern betragen sie bis zu drei Jahre, bei Jugendlichen sind es sogar bis zu sechs Jahre.

Das Entwicklungsfenster für «Stillsitzen»

In gewissen Fällen ist es tatsächlich wichtig, dass man frühzeitig reagiert. Es gibt Entwicklungsfenster, in denen das Gehirn für bestimmte Lernerfahrungen besonders empfänglich ist. Bekannt ist zum Beispiel, dass die sensible Phase für den Spracherwerb bis etwa zum 6./7. Lebensjahr dauert – verpasst man sie, ist es fast unmöglich, eine Sprache perfekt zu erlernen.

Meines Wissens gibt es aber kein Entwicklungsfenster «Stillsitzen». Ich bin überzeugt, dass man nichts verpasst, wenn man beim Sohn meiner Freundin einfach mal abwartet. Nach einem weiteren Jahr, in dem er nach Herzenslust spielen durfte, wird er möglicherweise sogar gern am Pult arbeiten. Und wenn nicht, dann ist in der ersten Klasse noch Zeit genug, sich zu überlegen, ob man etwas unternehmen möchte. Und vielleicht auch, ob es überhaupt sinnvoll ist, von einem Schulkind zu verlangen, 45 Minuten am Stück still zu sitzen (vgl. Pilotprojekt «Schule in Bewegung»).

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162 Kommentare zu «Kaum im Kindergarten, schon in Therapie»

  • Schule DANDELION sagt:

    Genau deshalb haben wir unsere Schule gegründet. Die Kinder sollen Zeit haben, sich zu entfalten. Fördern – fordern – in Ruhe lassen.
    Wieso das FUNKTIONIEREN so im Vordergrund steht, sollten wir Erwachsenen mal hinterfragen…

  • alice Schärer-guerini sagt:

    ja ADi wollte auch nie Malen das war Doof lieber mit Puppen spielelen und Verkäuferlis Ja jetzt ist er 50 J. alt und hat einArchiktur büro und Malt jeden Tag
    also nur sein lassen kind darf Kind sein ohne Hinterfragung denn das isch Bireweich vo allen Beteiligten

  • tina sagt:

    beispiel zahnarzt: „ihr sohn braucht eine zahnspange“. ja ok, zahle ich gern wenns nötig ist. bloss: worauf bezieht sich „nötig“. zu meinem schrecken merkte ich dann zu spät, dass das reine schönheitschirurgie war. ich dachte, „nötig“ heisst: aus gesundheitlichen gründen.
    meine söhne haben wunderschöne gebisse und nehmen mir die zahnspange nicht übel, aber von wegen fachliche einschätzung und einfach vertrauen haben, nicht wahr…

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Hätten Sie denn lieber, dass Ihre Söhne mit einem Pferdegebiss leben müssen – Hauptsache „gesundheitlich“ alles i.o.? Ich. Würde Ihrem Zahnarzt die Füsse küssen, für die wunderschönen Zähne…. Diese Credits hat er ja verdient – nicht Sie, von wegen fachlicher Einschätzung.

      • tina sagt:

        ich erwarte von fachpersonen, dass sie eltern erklären, was unter „nötig“ zu verstehen ist. mir gings um dieses „habt doch vertrauen“ oder gar „euch mangelt es an vertrauen, dann muss das ja schlecht rauskommen“.
        hat auch keiner gesagt, dass meine kinder pferdegebisse hätten! diese art von rhetorik kann man auch unter n-keule-argumentationsstil abhaken. aber danke, das wollte ich ja eben aufzeigen

      • tina sagt:

        tatsache ist, dass ich wahnsinnig viel bezahlt habe dafür, die versicherung auch. und ich hätte gern selber ausgesucht, für welche dinge ich mein geld ausgeben will. dafür muss ich durch fachleute, denen ich ja vertraue, richtig informiert werden, nicht tendenziös. wenigstens kann ich sagen, dass die zahnärzte meiner kinder suuuuuper lieb und gut waren und niemals sowas wie sie mit dem pferdegebiss gesagt hätten

    • Sportpapi sagt:

      @tina: Was hast du dir den vorgestellt, worauf sich das „nötig“ bezieht? In diesem Fall liegt es doch auf der Hand, dass es vor allem um das Aussehen geht.
      Und vermutlich nehmen es dir deine Söhne nicht übel, sondern sind froh, oder?

    • Martin Frey sagt:

      So ein Nonsens der hier wieder verbreitet wird, wie wenn es bei Zahnstellungskorrekturen im Kindesalter ausschliesslich um Schönheitsaspekte gehen würde!
      Natürlich ist ein ebenmässiges Gebiss ästhetisch ansprechend, das möchte ich nicht kleinreden, aber gerade im Kindesalter geht es auch darum, späteren gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Denn wenn die Zähne schlecht aufeinanderbeissen, werden sie unregelmässig abgetragen, so dass es zur Fraktur oder zum Verlust von Zähnen kommen kann. Zudem können sich Kieferprobleme einstellen.
      Natürlich sind diese Korrekturen teuer, aber trotzdem gut investiertes Geld. Und eine gute Zahnstellungskorrekturversicherung (es gibt auch andere, der Teufel liegt im Detail) deckt doch einen Löwenanteil ab.

      • tina sagt:

        auch hier wird bestätigt was im blogtext angeprangert wird.
        nonsense herr frey, ist ihre darstellung davon, was ich geschrieben habe.
        und nonsense sportpapi, ist auch, zu behaupten, es sei ja klar blabla.
        oben ist nachzulesen was ich erwartet hätte von fachpersonen und das ist nicht zuviel erwartet. eltern haben gefälligst richtig und umfassend informiert zu werden, so dass sie eine entscheidung treffen können.
        tendenziöse, herablassende, nichtinformierende beeinflussung. ja, das kommt genau so häufig vor.
        (wenn ein sportlehrer nicht mal weiss, dass wegen mangelnder bewegung sicher nicht psychomotorik verordnet wird sondern wohl eher ein sportkurs, dann bleibt mir die spucke weg).

      • tina sagt:

        „gut investiert“, „gute versicherung“. erschreckend auch, dass es für fachleute so absolut jenseits des vorstellbaren ist, dass vermutlich die meisten eltern das geld einteilen müssen, nach prioritäten. eine beratung durch fachleute, die von unendlichen resourcen ausgeht, zielt an der realität vorbei und darum auch hier: „habt vertrauen“? unter diesen vorzeichen der kompletten fehleinschätzung der realität leider nicht brauchbar

      • Martin Frey sagt:

        Leider, tina, haben Sie nicht erkannt dass ich nicht primär Sie gemeint und Ihnen keinen Vorwurf gemacht habe.
        Zum Thema Experten/Fachleute: auch da gilt, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wenn man etwas nicht nachvollziehen kann, soll und darf man das hinterfragen, jedoch offen sein für die Erklärungen die man dann kriegt. Das meiste beruht ja auf Kommunikationsproblemen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ich möchte mich SP anschliessen, Ihr Sohn wird es Ihnen danken nicht wie Austin Powers auszusehen. Die Ästhetik ist gerade so wichtig wie gesundheitliche Aspekte. Fragen Sie mal die älteren Generation, die noch nicht unsere Möglichkeiten hatten. Das bemerkenswerte an dieser Diskussion ist aber eigentlich was anderes: vor ein paar Tagen durfte man hier lesen, das Kinderärzte eigentlich keine Ahnung von der Ernährung von Säuglingen hätten, jetzt wird einem erzählt, dass Zahnärzte nicht wissen wann es eine Spange braucht („von wegen fachlicher Einschätzung“). An was liegt es, dass in unserer Gesellschaft Ratschläge von Fachleuten – welche viele Jahre in das Erlernen ihres Berufes investiert haben – nichts mehr gelten? Und von Laien einfach mit einer Handbewegung vom Tisch gefegt werden?

      • tina sagt:

        hihi ich brauche keine ältere generation zu fragen, ich habe selber schiefe zähne und habe übrigens keine gesundheitlichen probleme deswegen. inzwischen finde ich schiefe zähne sogar charmant neben all den standardgebissen und augenbrauen ;-). dass es mir meine söhne nicht übelnehmen habe ich von anfang an genau so hingeschrieben, das braucht man mir nicht zu erklären. ich bin ja schon froh, dass man ihnen nicht eine handvoll zähne im primarschulalter gezogen hat, wie vielen meiner generation. DIE haben jetzt probleme mit ihren zahnlücken! und das waren auch fachleute.
        danke martin frey, so ist es.
        ich sage nicht, die einschätzung von fachleuten tauge nichts! ich will als laie durch fachpersonen so informiert werden, dass ich eine vernünftige entscheidung treffen kann

      • Martin Frey sagt:

        „An was liegt es, dass in unserer Gesellschaft Ratschläge von Fachleuten – welche viele Jahre in das Erlernen ihres Berufes investiert haben – nichts mehr gelten? Und von Laien einfach mit einer Handbewegung vom Tisch gefegt werden?“
        Da bin ich ganz bei Ihnen, Steinadler. Das ist der Zeitgeist. Die Gründe dürften mannigfaltig sein, weitgehend aber darauf beruhen, was das Internet ganz allgemein so mit sich bringt: von tausenden Blogs über Fakenews bis hin zum Irrglauben, Google könnte eine profunde Ausbildung ersetzen. Als Fachperson in welchem Gebiet auch immer müssen Sie ein Stück weit damit leben lernen.
        Darum sagte ich; sachliche Kritik und Fragen sind immer ok und sollten mit einer gewissen Abgeklärtheit aufgenommen werden. Souveränität im Beruf misst sich auch daran.

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Wenn es um viel Geld geht, kann man ja durchaus mal nachfragen, oder gar eine Zweitmeinung einholen. Eigentlich erwartet ich das sogar.

      • Sportpapi sagt:

        @tina: „Wenn ein sportlehrer nicht mal weiss, dass wegen mangelnder bewegung sicher nicht psychomotorik verordnet wird sondern wohl eher ein sportkurs, dann bleibt mir die spucke weg.“
        Hm ja. Du musst es ja wissen.
        Welche Art Sportkurse kann denn die Schule verordnen?

      • tina sagt:

        na wenn diese unterhaltung nicht exakt die im bolgtext aufgezeigte problematik aufzeigt…
        sportpapi: ok, dann liege ich falsch und habe mich getäuscht in meinem vertrauen in fachleute, dass bei mangelhafter bewegung sicher keine therapie sondern sport empfohlen wird? „anordnen“ kann eine schule ja beides nicht wirklich, sport wäre aber logischer, zielführender und günstiger. dann war ich da naiv, ich sehe.

      • tina sagt:

        und von wegen einfach mal fachleuten vertrauen: aber dann doch eine 2. meinung einholen sonst wird einem das angekreidet – hinterher. obwohl ich ja deklarierte, dass ich fragte, ob es nötig ist. ich hätte fragen müssen „ja was genau heisst denn „nötig“?“. ich schätze – es ist ja eine weile her – ich war einfach überzeugt, dass „nötig“ bedeutet, dass es halt nötig ist. zuviel vertrauen. nachgefragt habe ich.
        zweitmeinung einholen bedeutet aber auch mehrkosten. mehr zeitaufwand. wenn mir vorwerfen willst, man müsse sich halt auch mal zeit nehmen für ein kind oder sowas: ich habe 2 kinder und job gehabt. ich begleitete meine kinder bei allen zahniterminen, um auf dem laufenden zu sein was gemacht wird und vorallem auch, weil das imfall weh tat, sehr

      • tina sagt:

        (ja, peinlich, so ein eigentor ;-). kann passieren)

  • Oberstufenlehrer sagt:

    Das Problem sind nicht die Therapeuten, sondern dass die Einschulung früher ist und die Kinder mehr Anforderungen (Lehrplan) zu erfüllen haben. Wir Stimmbürger haben das so entschieden. Wenn ich aber Eltern in der Primarschule vorgeschlagen wird, ihr Kind soll ein Jahr wiederholen, will das kaum jemand. Sinnvoller wäre es, je nach Entwicklung, Kinder auch tatsächlich ein Jahr später einzuschulen. Viele Eltern (nicht Therapeuten!) wollen das nicht. Spätestens in der Oberstufe geht das Gejammer dann richtig los. Die Eltern können kaum mehr etwas bewirken, wenn ihr Kind in eine tiefer Stufe eingeteilt wird oder schlechte Noten erhält. Aber die Primarlehrer sollten ihren Stoff durchnehmen und auf alle Rücksicht nehmen. Eine Illusion!

    • zysi sagt:

      Also eine Bankrotterklärung des Systems oder eine Überforderung der Ausführenden im System, die schlussendlich auch den Betroffenen nicht dient?

      „Das Problem sind nicht die Therapeuten, sondern dass die Einschulung früher ist und die Kinder mehr Anforderungen (Lehrplan) zu erfüllen haben. Wir Stimmbürger haben das so entschieden. “
      Irgendwie sind das ja die Befunde, die man im Vorfeld der Harmos Einführung teilweise lesen und hören konnte; von einer Minderheit von Fachpersonen aus dem Bildungssektor.

  • Roger Martin sagt:

    Zu therapieren sind nicht die Kinder sondern die Leute, welche die Eltern schon fast nötigen, die Kinder in Therapie zu schicken. Das Ganze ist eben heute auch eine Industrie die ausgelastet sein will und Bedürfnisse sugeriert, die in Wirklichkeit keine sind. Hat natürlich auch schon fast mehr Therapeuten wie Lehrer/innen.

  • Enrico sagt:

    So sieht die Funktionsweise des Matriarchats aus.
    Statt etwas zu produzieren, wird geschwatzt und die Gefühle x mal Analysiert. Was schaut dabei raus ? Wie hier fast alle erkennen. Fast nichts.
    Und die Kosten ? Ziemlich hoch. Und wer bezahlts am Ende ? Die Menschen, die mit ihrer Arbeit etwas Herstellen. Also eher wieder die Männer mit ihrem bösen patriarchalen System.

    • Cécile sagt:

      Enrico, Sie sollten ihr Frauen- wie Männerbild etwas überdenken.
      Schade transferieren Sie Ihren Frust auf Frauen gleich auf ein ganzes Bildungssystem. Ziemlich emotional geleitet, finden Sie nicht?
      Ich bin auch der Meinung, dass unser Bildungssystem überdenkt werden muss. Ob nun Frau Lehrerin oder Herr Lehrer, es ist eine gesellschaftliche Frage.

      • Enrico sagt:

        Komische Antwort Cécile.
        Eigentlich geben Sie mir völlig Recht, auf der andern Seite unterstellen Sie mir aber generellen Frust auf Frauen.
        Ich halte einfach fest, dass das ganze eine mehrheitlich von Frauen getriebene Branche ist.
        Was ist ihr Problem, das Sie einer Tatsache nicht einfach zustimmen können ?

  • Claudia sagt:

    Ich glaube, man muss auch unterscheidem zwischen „Kind hat Problem“ und „Eltern sind das Problem“. Ich kenne in meiner direkten Umgebung zBsp 3 Eltern, deren Kinder mit 4 oder 5 noch Windeln trugen. Da war es ganz klar „Eltern sind das Problem“.

    • Alam sagt:

      Das stimmt nicht. Remo Largo hat das in seinen Labgzeitstudien genau untersucht und dokumentiert. Es wird immer Kinder geben, die massiv schneller oder langsamer entwickeln, oft auch nur in Teilbereichen. Diesen auch gerecht zu werden kostet. Die arme Schweiz kann sich das leider nicht leisten und muss alle wider besseres Wissen über einen Kamm scheren.

  • anna lou sagt:

    Wenn Eltern eine Rückmeldung der Lehrperson erhalten, so sehen sie dies oft als Kritik. Ich bin jedenfalls dankbar, wenn ich eine Aussensicht erhalte, da ich als Mutter eine andere Wahrnehmung habe und auch nicht im Schulzimmer dabei bin. Warum das nicht aufnehmen und fragen was man selber unterstützend tun kann? Dies hilft oft schon die „Überweisung“ an den Experten erst als 2. Schritt als Option zu behalten und erst mal zu sehen, ob es sich durch Unterstützung seitens Eltern und den normalen Reifeprozess nicht einfach in Ordnung bringen lässt.

  • Gerhard Engler sagt:

    Ich wurde auch aufgefordert, meine Tochter im Kindergarten abzuklären, weil sie immer nur still in der Ecke sass und Kassetten hörte. Wir haben auf die Abklärung verzichtet und sie hat sich völlig normal entwickelt. Inzwischen hat sie mir auch gesagt, dass sie damals einfach alle Kasperli-Kassetten hören wollte. Als sie das hinter sich hatte, hat sie wieder normal mit anderen Kindern gespielt.

  • Regina sagt:

    Ich kann Frau Sattler nur beistimmen. Ich bin regelmässig hütende Grossmutter einer musisch- und sprachlich sehr begabten Enkeltochter im Alter von 6 Jahren. Sie ist sehr bewegungsfreudig und es fiel ihr im 1. Kindergartenjahr tatsächlich schwer, stillzusitzen. So wurde sie in die Kleingruppe einer Hilfslehrperson „abkommandiert“. Dort musste sie stundenlang langweilige Bilder von Prinzessinnen oder Tieren ausmalen, was sie natürlich nicht so toll fand. Gleichzeitig sass sie zu Hause lange über freihändigen Zeichnungen, wo sie ihre Kreativität ausleben konnte. Komisch oder??

  • Selina Keller sagt:

    In der Schweiz ist die Phase bis zur Einschulung eines Kindes, also bis zum 5./6. Lebensjahr reine Privatsache, das ist gesellschaftlicher Konsens. Sehr viele Kinder haben bis zum Schuleingang daher kaum Berührung mit Fachpersonen (die wenigen Stunden in einer freiwilligen Spielgruppe oder den möglichst knapp bemessenen Zeiten in einer privatwirtschaftlichen Krippe abgesehen). Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern werden allfällige Förderbedarfe erst relativ spät sichtbar und sollen dann alle in der Primarschule „gelöst“ werden. Viele Forschungsergebnisse weisen daraufhin, dass aber gerade eine frühzeitige Förderung sehr hilfreich wäre. Hier müsste in den Gemeinden angesetzt werden: stärkere Unterstützung von Familienzentren, Programme zur frühen Unterstützung, Elternbildung etc.

    • Sportpapi sagt:

      Sehr richtig. Und unter dieser Perspektive ist auch die ganze Frühförderung und -therapie zu verstehen, die ja immer nur ein Angebot ist, momentan noch.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Selina Keller

      ich dachte der Kindergarten ist inzwischen obligatorisch erklärt, mindestens im Kt ZH, und Stichtag ist vor dem 5.LJ, was den Spätentwickelern das Leben nicht grad zusätzlich erleichtert…

      • Schneeflocke sagt:

        @ Brunhild (mindestens im Kt ZH, und Stichtag ist vor dem 5.LJ, was den Spätentwickelern das Leben nicht grad zusätzlich erleichtert…)
        Der Stichtag ist im KT. Bern sogar noch früher, wer bis zum 31. Juli den 4. Geburtstag feiert, kann Mitte August in den Kindergarten.
        Aber den Eltern steht es frei, das Kind ein Jahr später zu schicken, oder auch drei Jahre Kindergarten sind möglich.

      • Mina Peter sagt:

        Ja, im Kanton Zürich ist bereits der erste Kindergarten obligatorisch. Nichts von Freiwilligkeit. Wir haben auch schon erlebt, dass die Lehrpersonen sehr schnell mit Psychomotorik-Therapie-Empfehlungen sind, ohne das Kind genau angeschaut zu haben. Und auch ohne dem Kind Zeit gegeben zu haben.
        Und was die Kreativitätsförderung im Kindergraten betrifft, haben wir auch sehr grosse Unterschiede festgestellt. Es hängt sehr stark von der Lehrperson ab. Nundenn, auch Lehrpersonen sind nur Menschen, die Fehler machen. Es ist an uns Eltern, für unser Kind einzustehen und unnötige und nur verunsichernde Massnahmen abzuwehren.

      • Sportpapi sagt:

        @Mina Peter: Die Eltern sind auch nur Menschen…

  • Sue sagt:

    Liebe Frau Sattler, vielen Dank, dass sie über das Thema geschrieben haben. Wir hatten/haben genau das gleiche Problem mit unserer Tochter. Ich finde es so schade, dass die Kinder alle in ein Schema gepresst werden und wenn mal ein Kind „auffällig“ wird, muss es „abgeklärt“ werden. Unsere Tochter ist auch die jüngste in der Klasse und in diesem alter merkt man den Unterschied stark zu den Kindern die 9 bis 10 Monate älter und in der gleichen Klasse sind. Das Kind wird abgestempelt und das Protokoll geht dann vom Kindergarten in die Schule, wo es dann schon Vorurteile hat und bei der kleinsten Auffälligkeit, die Eltern angerufen werden. Kinder sollten noch Kind sein dürfen. Ich rate einfach allen Eltern, hören sie auf ihr Bauchgefühl, sie wissen am besten was ihr Kind braucht!

    • Thomas Hürlimann sagt:

      Ja genau, habe diese Phase genau so durchlebt. Ich habe die Abklärung meines Sohnes ganz einfach abgelehnt. Jetzt sind meine beiden Jungs erfolgreich in einer Berufslehre unterwegs. Als Eltern kennt man seine Kinder nach wie vor am Besten und braucht sich nicht dauernd von diesen Psychos verunsichern zu lassen.

  • Stefan W. sagt:

    Vielen Dank. Wir haben Heerscharen von Therapeuten ausgebildet und den Lehrpersonen vom Kindergarten an aufwärts eingetrichtert, jede Variation der kindlichen Entwicklung oder des kindlichen Verhaltens als potentiell krankhaft zu betrachten, und jetzt haben wir den Salat: Immer weniger Kinder werden als „normal“ betrachtet, weil all die Therapeuten ja beschäftigt sein wollen. Und das Schlimmste ist: Es gibt ja für die meisten dieser Frühtherapien keinerlei Evidenz, dass sie etwas nützen. Klar: Das Stillsitzen/Einbeinstehen/Rückwärtsgehen/Zählen/Sprechen wird besser. Nur: Würde es nicht auch ohne Therapie besser werden? Fast immer: Ja. Und wenn nicht, fehlt immer noch die Evidenz, dass die Therapie hilft.

    • Muttis Liebling sagt:

      Per Definition sind >90% einer Verteilung als im Normalbereich variierend anzusehen und wenn diese Zahl angeblich unterschritten wird, z.B. beim Verhältnis von Körpergewicht zu Körperlänge, dann liegt das überwiegend an falschen Normwerten und vor allem idealisierten Normvorstellungen.

      Bis zum Epiphysenschluss kann das biologische u.U. um 1-2 Jahre vom kalendarischen Alter abweichen. Grund für Interventionen gibt es fast nie.

      Im übrigen sollte man immer sprachlich korrekt bleiben. Therapien sind Massnahmen in Bezug aus a) Krankheiten, b) Behinderungen oder c) Unfällen. Wenn a) bis c) nicht vorliegen, es sich z.B. um Entwicklungsvariationen handelt, gibt es immer nur Interventionen, keine Therapien.

      Schulen sind auch nicht autorisiert, Therapien anzuordnen oder gar durchzuführen.

      • Stefan W. sagt:

        Warum heisst die freizügig empfohlene Logopädie dann Sprachtherapie anstatt Sprachintervention?
        Klar: Die Schulen ordnen nicht an, sondern empfehlen. Nur ist der Druck, solchen Empfehlungen zu folgen, heute höher als gestern.

      • Muttis Liebling sagt:

        Logopädie ist Therapie von sprachlicher Artikulation und somit ein Gesundheitsberuf. Als solcher gehört er in den Zuständigkeitsbereich des Gesundheits- und nicht des Bildungswesens. Die Finanzierung ist Sache der Krankenkassen. Schule darf darauf keine Einfluss bekommen.

        Wenn es praktisch anders läuft, läuft es falsch und muss korrigiert werden.

      • Angie sagt:

        Logopädie kann in beiden Bereichen angesiedelt werden und ist es auch- als medizinisch-therapeutischer und als pädagogisch-therapeutischer Beruf. Das ist so sehr korrekt.
        Die Logopädie in der Schule ist pädagogisch-therapeutisch und ein nieder schwefliger Angebot.
        Aber danke, dass Sie meinen, allen die Welt erklären zu müssen, ML……

      • Muttis Liebling sagt:

        Im Kontext Pädagogik ist Therapie nicht zulässig. Wenn man pädagogisch behandeln will, was zulässig sein kann, muss man ein anderes Wort dafür benutzen. Sprache kann und sollte man nicht beliebig missbrauchen. Das Wort ‚Therapie‘ ist der Medizin vorbehalten.

      • Angie sagt:

        Sorry wegen dem Verschreiber ( Autokorrektur …).
        Was wäre denn für Sie der „richtige“ Begriff , zB für die Psychomotorik-Therapie oder die Logopädie – Therapie?
        Therapie zielt auf die Verbesserung einer aktuellen Situation, auf die Linderung eines Leidensdruckes. Dazu muss das Problem noch keinen Krankheitswert im medizinischen Sinne haben, aber für das Kind und dessen Entwicklung / sein Umfeld relevant sein.

      • tina sagt:

        so gesehen ist schoggi und ferien auch therapie angi ;-).

      • Angie sagt:

        Tina, ich mag Schoggi, wirklich 🙂 aber bei mehr als einem kleinen Kummer hilft mir die nicht mehr, ebenso wenig helfen Ferien beim Ausgebrannt -Sein. Bei grösseren Problemen, bei denen eine Tafel Schoggi nicht reicht, braucht es Massnahmen wenn sich die Situation verändern soll .

  • Schneeflocke sagt:

    Warum ist es eigentlich so schlimm, wenn eine Fachperson auf ein „Problem“ hinweist, andererseits aber viele Eltern, wie auch hier schon zu lesen war, den Wettbewerb unter den Kinder selber anstacheln. Da müssen alle Kinder im Schwimmunterricht dasselbe Abzeichen bekommen und wenn nicht, helfen die Eltern künstlich nach! Wird im Schwimmunterricht etc. auch von den Eltern die hier geforderte Toleranz gelebt? Mitnichten…

    Warum vertrauen Eltern den Fachpersonen so wenig? Haben denn alle auch dieses Fach studiert? Haben die Eltern denn auch so viel Erfahrung, was sich von alleine auswächst, und was Unterstützung braucht?
    Oder ist es vielmehr verletzter Stolz, wenn das eigene Kind nicht überall die Nr 1 ist?

    • Walter Boshalter sagt:

      Es hat wohl eher die praktische Erfahrung mit Fachpersonen als mit Stolz zu tun. Bei unserem damals 2.5-Jährigen (sic!) wurde vom Kinderarzt eindeutig eine ADHS-Problematik diagnostiziert und die Empfehlung zu einer vertieften Abklärung gegeben. Das war in der Hype-Phase von Ritalin mitte der 2000er. Wir haben uns dann unmittelbar dieses Problems angenommen und den Arzt gewechselt. Der Bub hat sich danach problemlos entwickelt, abgesehen von etwas Lebendig- und Unkonzentriertheit die inzwischen komplett ausgewachsen sind. Der neue Doc stellte zudem bei den Kontrollterminen keinerlei Auffälligkeiten fest.

      Kurz und gut: Der Hinweis der ersten Fachperson war wertlos, da mit 2.5 Jahren eine entsprechende Diagnose in Fachkreisen als nicht durchführbar gilt.

    • Mina Peter sagt:

      Weil es vielleicht manchmal einfach überhaupt nicht auf das Kind zutrifft. Es gibt halt auch Lehrpersonen mit schwacher Beobachtungsgabe. Oder wenig Geduld.

  • Angie sagt:

    Schon lange muss kein 1. Klässler mehr 45min stillsitzen können.
    Jedes Kind hat einen eigenen Rhythmus. Und jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo (das ist nicht dasselbe , Ihre Bildunterschrift ist mE falsch ).
    Aber es ist an den Fachpersonen, zu sehen , ob das Kind etwas mehr Zeit braucht oder ob es zB Dingen ausweicht und gar nicht mehr übt . Haben Sie doch etwas Vertrauen in die Fachpersonen.

  • Schneeflocke sagt:

    Mag ja sein, dass vielleicht manchmal zu schnell gehandelt wird. Aber wenn die Lehrperson nichts unternimmt, heisst es dann schnell: „warum hat sie das nicht erkannt?“ Hat ein Kind in mehreren Bereichen Auffälligkeiten ist es schon sinnvoll genau zu schauen, woher das kommt. Unfair dem Kind gegenüber finde ich es, wenn alles immer mit „das kommt schon noch“ weggeschoben wird und somit dem Kind unrecht getan wird.
    Der Sinn der frühen Einschulung ist doch eigentlich, dass eben genau jene Kinder erfasst werden, die noch Aufholbedarf haben. Wie dann allerdings dieser Aufholbedarf aussieht, sei dahingestellt.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Schneeflocke: Kennen Sie einen konkreten Fall, wo der Lehrperson ein solcher Vorwurf gemacht wurde?

      • Schneeflocke sagt:

        Ja, kenne ich
        von früher, als es noch keine schulinterne Logopädie, IF und Psychomotorik gab. Erst wenn dann die Kinder in der Schule „plötzlich“ nicht mehr mithalten konnten.
        Und anders auch noch, dass Eltern ein Defizit beim Kinderarzt und bei der Kindergärtnerin ansprachen und nicht ernst genommen wurden. Immer mit der Antwort: “ Ach was, das kommt schon noch.“ Hat ein Kind aber mehr als nur eine altersbedingte Verzögerung, wurde dem Kind Förderung vorenthalten. Und deshalb finde ich es besser, wenn genau hingeschaut wird. Hinschauen bedeutet ja nicht, dass gleich eine aufwändige „Therapie“ gemacht werden muss.

  • Monika Bütler sagt:

    Ich erinnere mich nur zu gut: Nach 3 Wochen Kindergarten wurden wir zum Elterngespräch geladen. Es wurde uns eröffnet, dass unser Sohn in die Logopädie müsse. Auf die Nachfrage warum, war mir die Antwort etwas schwammig. Danach habe ich gefragt, wieviele der Kindergartenkinder Unterstützung bräuchten. Die genannte Zahl habe ich dann in Relation zur Kindergartenklasse gebracht und erstaunt geantwortet: „Das sind ja 2/3 aller Kinder“. Daraufhin war Ruhe.
    Ich frage mich, ob dieser Hang zur „Normierung“ nicht übertrieben ist. Oder geht es letztlich um die Unterstützung und den Ausbau gewisser Berufsgruppen?

    • Lace sagt:

      Genau!Bei meinem Sohn im Kiga genau gleich.Mit 4 /5 können halt noch viele Kinder Z.B das R oder St schlecht sagen.1 Jahr später können es praktisch alle,ohne Therapie!

    • Schneeflocke sagt:

      Unsere Logopädin ist froh, wenn möglichst wenige Kinder Auffälligkeiten haben. Ihre Ressourcen sind beschränkt. Da wird keine unnötige Therapie gemacht. Und ohne genaue Abklärung wird keine Therapie bewilligt.

    • zysi sagt:

      Da meine Frau ebenfalls in dieser Branche tätig ist, kann ich zu Ihrer Schlussfrage nur sagen: richtig durchschaut.

      Aber schlussendlich müssen wir uns nicht wundern, wenn die ausführenden Lehrpersonen sich selber auch noch der Auftraggeber sind – die Bevölkerung hat den damaligen Anliegen und Vorhaben der gewählten Politiker (Erziehungsdirektoren) samt Verwaltungen keinen Einhalt geboten resp. bieten können und so haben wir nun den Salat. Wir hören auf jeden Fall repetierend, dass jedes Kind im Wochenplan nach seinem Tempo und Entw.stand arbeiten kann…..
      Anspruch und Realität halt.

  • Lace sagt:

    Ja,Gelassenheit und Zeit den Kindern geben!Da muss man als Eltern stark und auf der Seite der Kinder sein!Es wird z.t ein massiver Druck ausgeübt,der überhaupt nicht nötig ist.Ich hatte Gespräche im Kiga die lächerlich waren.Der Heilpädagoge hatte kein auffälliges Kind in der Klasse und hat sich dann meinen Sohn,der Jüngste,ausgesucht.Er war 6 Jahre alt und hatte im Frühling vor Schulbeginn noch kein Zahlenverständnis (konnte nicht über 10 rechnen) und zeichnete machmal 6 statt 5 Finger.Ich war dann schon sehr erstaunt wie langsam alles in der 1 .Klasse vorwärtsging.Er fand es z.t schon sehr langweilig!

  • 13 sagt:

    Danke für den Text. Wir haben ein Schulsystem, indem zuerst der Eintritt herabgesetzt wurde, dann der Kindergarten mehr verschult und nun heisst es: „immer mehr Kinder müssen in die Therapie“ und darüber hinaus: „Schuld ist einzig die inkonsequente Erziehung heutiger Eltern“. Nun ja. Ich finde es gut, dass wir heute die Therapiemöglichkeiten haben, damit einem Kind, das Unterstützung braucht auch geholfen werden kann. Wenn aber die Therapie dazu dient aus einem 5j einen 7j zu machen, ist etwas schief gelaufen. Mit der Theorie „Was Hänschen nicht lernt…“ müsste man sämtliche Hochschulen und Unis schliessen und die Kinder dafür ab Geburt in die Schule schicken, nicht dass sie noch zu spät dran sind. Meine Grossmutter sagte immer: „Der Mensch lernt, solange er lebt“.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Es stimmt, dass das Eintrittsalter herabgesetzt wurde und der Kindergarten jetzt obligatorisch ist. Aber verschult?
      Wenn ich das richtig sehe, gibt es für die Entwicklung zwei Gründe: Dass immer mehr Kinder sowieso in diesem Alter bereits in Betreuung sind und vor allem: Dass die Unterschiede zwischen den Kindern beim Eintritt in die Schule immer grösser wurden. Und da ist es nun mal wichtig, dass gerade benachteiligte Kinder frühzeitig erfasst und gefördert werden. Nur schon, was die Sprache betrifft. Ob man nun den verschiedenen Förderprogramm immer Therapie sagen muss, ist für mich fraglich.
      Wenn, dann dient eine Therapie dazu, altersgerechte (Minimal-)Anforderungen zu erreichen.

    • Sportpapi sagt:

      „Was Hänschen nicht lernt…“ ist natürlich Unsinn. Bekannt ist aber, dass ungleiche Startchancen sich meist kaum mehr ausgleichen lassen, wenn man nicht gezielt einen Ausgleich schafft.
      Weil Lernen immer auf Bestehendem aufbaut, ist das Fundament eben wichtig. Kummulatives Lernen basiert darauf, dass es Anknüpfungsstoff gibt, und nicht zu viele Lücken.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Genau die Fachleute welche unser Schulsystem leiten, die LehrerInnen, HeilpädagogInnen und SchulpsychiaterInnen sind alles Deppen, die einfach einen totalen Nonsense fabrizieren. Und so einfache Grundsätze wie es jeder Laie gleich aus der Ferne sieht, nicht begreifen. Darum ist ja dieser Text auch so wertvoll, weil er in wenigen Worten genau diese Meinung vertritt…
      Sorry 13 – aber es ist nicht legitim, dass man Aussagen die der Basher über Fachleute macht, einfach den Fachleuten anhängt.
      Kein Heilpädagoge sagt: „schuld ist einzig… Eltern“
      Das sagen rechte Kommentatoren.
      Kein Heilpädagoge will aus einem 5 j. einen 7 j. machen. Das unterstellen ihnen nur die „Stammtisch“-Basher, die von der Materie keine Ahnung haben.

      • 13 sagt:

        Nicht dass ich das irgendwie geschrieben hätte, aber schön wenn für Sie die Schublade passt….

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie schrieben:
        „Danke für den Text“
        „Wenn aber die Therapie dazu dient aus einem 5j einen 7j zu machen, ist etwas schief gelaufen. Mit der Theorie „Was Hänschen nicht lernt…“ müsste man sämtliche Hochschulen und Unis schliessen und die Kinder dafür ab Geburt in die Schule schicken, nicht dass sie noch zu spät dran sind.“

        Also – als hätte die Bloggerin mit ihrem Votum recht.
        Wenn ich also ihre Worte missverstanden habe, dann waren sie eventuell missverständlich?
        Sie kennen mich ja und wissen, dass ich Personen recht vorurteilslos behandle und zuweilen ihre Voten voll unterstütze und kritisiere.

        Wenn mich jemand falsch versteht, nehme ich das entweder auf meine Kappe (falsch ausgedrückt) und versuche mein Argument besser zu erläutern.

      • 13 sagt:

        @ roxy
        Ich bin auch der gleichen, ähnlichen Meinung wie die Bloggerin, das oft übertrieben wird, dass ich aber deshalb alle Personen im Schulsystem für Deppen halte, heisst das natürlich nicht. Sie sollten mich auch kennen und wissen, dass ich differenzierter denke als das. Ich bin nicht diejenige, die hier einfach mal einen Rundumschlag verteilt. Ich bin sehr oft Ihrer Meinung, aber hier denke ich eher, dass Sie weit übers Ziel hinaus schiessen.

      • tina sagt:

        „kein heilpädagoge sagt…schuld sind einzig die eltern“. nicht heilpädagoge, nicht schuld, nicht einzig. aber meine güte, mit welchen abstrusen annahmen ich konfrontiert war, das glaubt man kaum. zuviel bildschirm, zu wenig bewegung, fastfood, schlechte schulerfahrung meinerseits. irgendwann wirds beleidigend. ich wäre so dankbar gewesen um eine wohlwollende haltung mir gegenüber. ich habe mich so gut engagiert wie ich konnte (und so grottenschlecht war ich nicht)

    • dres sagt:

      Völlig einverstanden. Allerdings: Heutzutage sind die Drittklässler achtjährig und können trotzdem nicht besser lesen und schreiben als wir vor 40 Jahren in der ersten/zweiten Klasse. Insofern sehe ich keinen extremen Fortschritt – zumindest nicht in gewissen Grundlagenfächern. Aber egal, die Kids kommen schon gut, irgendwie.

    • 13 sagt:

      @ SP
      Unter verschult meine ich, dass gewisse Dinge, die früher in der ersten Klasse dran waren, heute im Kindergarten angeschaut wird. Wir lernten am ersten Schultag (1. Klasse, mit 6/7) zuerst unseren Namen schreiben. Als meine Tochter 2013 in den Kindergarten kam, stand auf dem Infozettel, wie sollen ihnen das vor dem Kindergarteneintritt beibringen. Trotzdem haben sie danach mehrheitlich gespielt. Mein Sohn 3 Jahre später hatte plötzlich Übungsblätter. Bei einer Kollegin wurden die Spielecken halbiert und dafür haben sie jetzt richtige Schulpulte im Kindergarten. Von manchen, nicht allen, Basisstufen nicht zu sprechen.
      Mit der Chancengleichheit bin ich einverstanden, aber gleiche Möglichkeiten bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle das Gleiche tun müssen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Verschult heisst aber schon mehr, als dass nur hin und wieder mal ein (möglicherweise gar freiwilliges) Übungsblatt gelöst wird. Richtig ist, dass die früheren Lehrverbote, z.B. betreffend Lesen, endlich aufgehoben wurden.
        Persönlich habe ich mich eher immer wieder gewundert, welche Bedeutung „freies Spiel“ offenbar im Kindergarten haben soll, haben muss.

      • 13 sagt:

        Nun, weil Du eine Entwicklung gut findest, heisst das ja nicht, dass sie nicht stattfindet. Das gibst Du ja selbst zu. Freiwillig war da wenig, spielen gehen durften diejenigen, die ihr Lösungsblatt fertig hatten, zumindest bei uns. Ich bin auch der Meinung, dass man Kinder nicht am lernen hindern soll (Stichwort: Leseverbot), aber als genauso falsch empfinde ich es, nur weil einige sich bereits für Zahlen und Buchstaben interessieren, das nun plötzlich als Norm bis hin zu Zwang für alle zu machen. Es wird immer Kinder haben, die vor der Schule lesen können und das ist ok. Warum aber ein knapp 4j vor Kindergarteneintritt seinen Namen lesen und schreiben können muss, erschliesst sich mir daraus nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe eine klare Vorstellung davon, was „verschult“ heisst. Nämlich dass vorwiegend unterrichtet wird, in schulrelevanten Bereichen. So etwas habe ich noch nie gesehen oder erlebt im Kindergarten.
        Wenn eine Lehrperson erwartet, dass die Kindergärtner beim Eintritt ihren Namen lesen und schreiben können sollen, dann hat das vermutlich mit dem Beschriften von Gegenständen zu tun. Ob das die allgemeine Norm ist bezweifle ich. Ich sehe das etwa auf gleicher Stufe wie die Idee, dass die Kinder ihre Schuhe selber binden können sollen.
        Lesen und Rechnen als Norm und Zwang? Wirklich? Dafür beginnt dann die 1. Klasse aber doch wieder erstaunlich tief…
        Ich wiederhole mich: Ich habe mich eher über das umfangreiche freie Spiel geärgert. Das wäre auch zu Hause möglich…

      • tina sagt:

        largo dazu (sinngemäss): wenn man ein kind zum wachsen bringen möchte und es darum mehr füttert, kriegt ein dickes kind, kein grosses. largo ist auch eine fachperson

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Wenn ich möchte, dass die Muskeln wachsen, hilft trainieren. Wenn ich ein Instrument spielen möchte, hilft üben.
        Largo ist zwar ein Fachmann, aber nicht für Schule. Und plakative Sprüche ersetzen kein differenziertes Argumentieren.

      • 13 sagt:

        „Wenn ich möchte, dass die Muskeln wachsen, hilft trainieren. Wenn ich ein Instrument spielen möchte, hilft üben.“
        Grundsätzlich ja, wenn die Reife dafür besteht. Du kannst das 6-Monate alte Baby jeden Tag eine Stunde vor das Klavier setzen. Es wird darum mit jährig immer noch nicht Klavier spielen können. Du kannst dem einjährigen 20 Hanteln oder ein Velo kaufen, es wird sich vermutlich früher oder später damit verletzen, aber weder Muskeln aufbauen noch Fahrrad fahren können. Beim zweijährigen könnte das mit dem Fahren evtl. mit viel Übung, die dem Kind verleidet, klappen. Oder Du wartest einfach bis es 3-4 wird und dann lernt es das schnell. Darum geht es hier. Nicht um das Beibringen, sondern um die Frage wann und wann nicht.

      • 13 sagt:

        Die Bemerkung, dass ein Kinderarzt, der sich auf die Entwicklung des Kindes spezialisiert hat, kein Experte für die Schule ist, müsste eher so interpretiert werden, dass diese die Entwicklung des Kindes nicht berücksichtigt….

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Die Bemerkung, dass ein Kinderarzt, der sich auf die Entwicklung des Kindes spezialisiert hat, kein Experte für die Schule ist, müsste eher so interpretiert werden, dass diese die Entwicklung des Kindes nicht berücksichtigt….“
        😀

      • Sportpapi sagt:

        @13: Siehst du, es geht auch differenziert statt mit Schlagworten. Lustigerweise haben wir als Kind sehr viel später Fahrradfahren gelernt als es heute üblich ist. Likeabike und andere neue Lerngelegenheiten sei Dank.
        Aber eigentlich diskutieren wir meiner Meinung nach, um bei diesem Bild zu bleiben, darüber, ob man einem Primarschüler Fahrradfahren beibringen kann (im Bereich Bewegung und Sport unterschätzen die Kindergärtnerinnen die Kinder konstant – aber das nur nebenbei).

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Die Bemerkung, dass ein Kinderarzt, der sich auf die Entwicklung des Kindes spezialisiert hat, kein Experte für die Schule ist, müsste eher so interpretiert werden, dass diese die Entwicklung des Kindes nicht berücksichtigt….“
        Eher nicht. Wie kommst du darauf?

      • tina sagt:

        ah genau. fachperson: „sie haben halt den falschen fachmann beigezogen. ich bin der wahre fachmann“ 😉
        „plakative sprüche“: ich habe mich kurz gehalten, aber ich möchte ja auch nicht ganze largo-bücher zitieren, das darf man nämlich nichtmal

  • alexandra weber sagt:

    Kinder können KEINE Kinder mehr sein weil die Eltern zu blöd sind um sie Kind sein zu lassen. Nein – Kinderchen müssen schon gesteilt und erzogen auf die Welt kommen. Die ALTEN spinnen.
    Lasst endlich Kinder Kind sein.
    ewz

    • Peter sagt:

      Wenn Sie den Beitrag sorgfältiger gelesen hätte, hätten Sie gemerkt, dass es nicht die Eltern waren, welche die Therapie gewüscht haben, sondern die Kindergärtnerin (also die Fachperson).
      Konstruktiver wäre es gewesen, wenn Sie aus Ihrer Erfahrung Tipps gegeben hätten, wie Eltern mit solchen schwierigen Entscheidungen umgehen sollen.

  • Susan sagt:

    Es ist nicht einfach, zu beurteilen, was der beste Weg für ein Kind ist und wie es sich entwickeln wird. Ob man abwarten oder therapieren soll. Das stimmt. Aber denken Sie nicht, die Schule heute würde auf grosse Entwicklungsunterschiede Rücksicht nehmen oder den Kindern Zeit zum Reifen lassen – drum werden eben die Eltern unter Druck gesetzt, aktiv zu werden. Ein hartes Regime, dem man sich leider kaum entziehen kann.

  • dres sagt:

    Entwicklungsunterschiede bei Sechsjährigen bis zu drei Jahren? Mit Verlaub, aber solche Differenzen habe ich jetzt also bei den Schulgspänli meiner Kinder nie festgestellt. Wirklich gravierende Unterschiede müssten dann wohl präziser benannt werden. Ansonsten plädiere ich auch für Gelassenheit. Und angesichts (zu?) früher Einschulung bzw. Kindergarteneintritt ist es auch kein Drama, wenn man ein Kind noch ein Jahr zurückbehält.

  • Lovis sagt:

    Dieses Problem kenne ich von meinen Enkeln. Alle sind dreisprachig und unseren Dorfkindergärtlern in diesem Sinne überlegen und zu allem noch Individualisten welche sich nicht der grossen Menge wie ein Schaf unterordnen. Promt nach ein paar Wochen kommt das Aufgebot zu Gesprächen und Terminen mit Schulpsychologen. Wer heute sich nicht in einem gewissen Rahmen bewegt ist anscheinen nicht normal und muss therapiert werden. Oder gibt es einfach zu viele Therapeuten welche beschäftigt werden müssen?

  • Sportpapi sagt:

    Die Schule bemüht sich, unter dem Stichwort „Chancengleichheit“ Kinder zu fördern, die vielleicht (noch) im einen oder anderen Bereich eine hindernde Schwäche aufweisen. In der Regel passiert dies im Unterricht, manchmal aber auch unter Zuzug von speziell geschulten Fachleuten, vielfach während der Unterrichtszeit. Ob man dem wirklich Therapie sagen muss, ist in vielen Fällen fraglich. So oder so ist die Belastung für die Kinder in der Regel gering.
    „Ich glaube, dass Kinder mehr von Geduld und Gelassenheit profitieren als von übereilten therapeutischen Massnahmen.“
    Es ist gut, wenn die Eltern mitentscheiden, was mit ihren Kindern passiert, und was nicht. Sie kennen sie ja am besten.
    Auf der allgemeinen Ebene sollten Laien aber schon auch etwas Vertrauen in die Fachleute haben!

    • Reincarnation of XY sagt:

      Genau so ist es! Wir haben ein Kind, das Förderung erhält und es geniesst das. Es kommt mit Freude nach Hause. Es tut ihm gut und es macht so gute Erlebnisse, dass das andere Kind, welches keinerlei Förderung braucht, manchmal ein bisschen neidisch ist.

      Aber Unwissende schimpfen einfach mal drauflos. „Therapie-Paranoia“ ganz wie man früher abfällig vom „Psycho-Doktor“ redete. Gleichzeitig dann aber von alternativen Schulen schwärmen, die ja oft eben ähnlich arbeiten, wie die unterstützenden Heilpädagogen in staatl. Schulen. Gleichzeitig über Chancenungleichheit klagen UND über die Massnahmen, die ergriffen werden, um dieser entgegenzuwirken.
      Was immer man tut, es ist falsch und den Fachleuten wird prinzipiell misstraut.

      • Röschu sagt:

        „Es kommt mit Freude nach Hause. Es tut ihm gut und es macht so gute Erlebnisse, dass das andere Kind, welches keinerlei Förderung braucht, manchmal ein bisschen neidisch ist.“
        Sieht denn das offenbar begabtere Kind und dessen Eltern diese Förderung auch so durchaus positiv wie Sie, RoXY?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Röschu – JA.
        Das begabtere Kind wird übrigens auch zusätzlich gefördert. Es spielt viel anspruchsvollere Musik, hat mehr Konzerte und Musiklager, es macht auch mehr Sport. Und da wir grundsätzlich eine Atmosphäre der Liebe und des Wohlwollens haben, ist es natürlich froh, wenn sein Bruder auch vorwärtskommt und freut sich für ihn.

        Aus Ihrer Frage sehe ich, wie negativ ein Grossteil unserer Gesellschaft geprägt ist. Entweder denkt man bei „Therapie“ das denkbar schlechteste a la „gewaltsames Zurechtbiegen für die böse Wirtschaft“ (links) und wenn dann klar wird, dass es positiv und kindgerecht ist, kommt die Neiddebatte. Ob denn die Schwachen hier den Starken nicht wertvolle Ressourcen stehlen (rechts).
        Unmöglich, dass einfach einmal gute Menschen etwas Gutes tun…

      • tina sagt:

        XY, auch fachleute sind der meinung (nicht „schimpfen“. es ist eine einschätzung der lage durch eine fachperson. auch nicht-fachpersonen können einschätzungen vornehmen, und schimpfen nicht nur. und es ist ja nicht so, dass eltern einfach so dumpfe handlanger der fachpersonen sind. sie schätzen die lage aus ihrer perspektive ein, mit ihrem knowhow, und das ist nicht nichts) dass falsche therapien mehr schaden als nützen. es ist nicht so, dass eine fachperson eine fachliche einschätzung vornimmt, und diese einschätzung wird dann von allen fachleuten geteilt. und weil eben – wie häufig erwähnt – schlussendlich die eltern die verantwortung haben und die situation tragen, kann man nicht verlangen, dass einfach hirntot abgenickt wird, wenn jemand fachperson ist und ihre meinung kundtut.

    • Röschu sagt:

      „Chancengleichheit“ ist im Endeffekt nichts anderes als ein Euphemismus für „Abschaffung von Individualität“.
      .
      Die ganze Herangehensweise ist mMn falsch. Die Schule sollte sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder orientieren und nicht die Kinder so formen, dass diese ins strengstens vorgegebene Konzept der Schule passen. Anstatt zu akzeptieren, dass Menschen verschieden sind und daher unterschiedliche Behandlungen benötigen, wird krampfhaft versucht alle gleich zu machen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Schwatzen kann jeder.
        Individualität wird heute mehr gefördert denn je.
        Zu unserer Zeit gab es Null Individualität. Und zur Zeit meiner Eltern war es unter Null.
        Jetzt einfach mal etwas platt gesagt.

        Wo gibt es denn empirische Beweise, dass unser System, im Gegensatz zu früher immer weniger Individualität zulässt?
        Nirgends.
        Heute werden Kinder individuell gefördert. Ich sehe das sowohl im Schul- wie auch im Musikunterricht. Kein Vergleich zu meinen Zeiten!
        Aber unter ihrer Brille wird sogar diese individuelle Förderung zur Gleischhaltungsmaschine. Ihre Wahrnehmung beruht auf Ideologie, nicht auf Fakten.

      • Sportpapi sagt:

        @Röschu: Ich kann diese Bewertung nicht nachvollziehen. Individuelle Förderung ist doch gerade das Qualitätsmerkmal der modernen Schule, wenn auch die hohen Ansprüche häufig nicht eingehalten werden können. Dazu Integration als Grundsatz.
        Gerade weil man merkt, dass die Kinder unterschiedliche Behandlungen benötigen, werden sie doch auch individuell gefördert. Zum Teil auch in zusätzlichen Förderprogrammen.
        Man versucht auch nicht, alle gleich zu machen, sondern alle zu einem möglichst guten Schulabschluss zu führen. Um ihnen Chancen im Leben zu ermöglichen.
        Oder sollen wir wie früher Kinder aus bildungsfernen Familien einfach sitzen lassen und schliesslich in die Sonderschule schicken?

      • Röschu sagt:

        @Sportpapi
        Offenbar haben ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich versuche daher meinen Punkt nochmals darzulegen:
        Die Einschulung richtet sich in erster Linie nach dem Geburtstag des Kindes und nicht nach seinen effektiven Fähigkeiten. Wenn das Kind im vom System vorgesehenen Alter die vom System vorgesehenen Fähigkeiten noch nicht hat, wird das Kind mittels Therapie in den vom System vorgesehenen Zustand gebracht.

      • Röschu sagt:

        @RoXY
        Wie kommen Sie darauf, dass ich der Meinung bin früher sei die Schule individueller und somit besser gewesen?

      • Sportpapi sagt:

        @Röschu: Wenn ein Kind die altersgerechte Reife noch nicht hat, kann es zurückgestellt und der Schul-/Kindergartenstart um ein Jahr verschoben werden.
        Leider sind es vielfach die Eltern, die dagegen sind.
        Ich glaube nicht, dass es bei Therapien im Wesentlichen um Reifeaspekte geht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Röschu – gute Frage. Es freut mich, dass Sie an echter Diskussion interessiert sind.

        Wie ich darauf komme: Nun, der Artikel kritisiert ja, dass heute „kaum im Kindergarten, schon „therapiert“ wird. Das war früher nicht so. Er behauptet dann, dass dies mit der „Leistungsgesellschaft“ zu tun hat (die ganz nebenbei bemerkt, zu unserem Wohlstand geholfen und die unteren Schichten aus dem Prekariat befreit hat) und folgert, dass dies ein Symptom sei, dass man Kinder nicht mehr Kinder sein lasse, was bedeuten würde, dass man ihre Individualität immer weniger respektiere.
        Dass diese „Therapie“ in Wahrheit individuelle Förderung ist (das kann ich AUS ERFAHRUNG bestätigen) beweist aber, dass diese angeprangerte Tatsache, dafür spricht, dass vielmehr individuelle Förderung Trend ist.

  • Paolo Martinoni sagt:

    Es gibt eine einzige Kindheit und sie gehört dem Kind, nicht den Eltern und schon gar nicht den Kindergärtnerinnen. Lasst daher die Kinder ihre erste Lebensphase voll und ganz GENIESSEN, lasst sie SEIN – einfach SEIN! Denn sie wird schnell vorüber sein, viel zu schnell, diese einmalige Gelegenheit, sich ins Leben richtig zu verlieben, das Leben richtig lieben zu lernen, ohne Druck, ohne Erwartungshaltung, ohne diesen verdammen Leistungsdrill, den wir emsige Schweizer unglücklicherweise für so wichtig halten. Die Möglichkeit, einfach SEIN zu dürfen, ist das Wichtigste und Schönste überhaupt, was man einem Kind schenken kann, sie stellt die Grundlage dar, auf der es sein ganzes Leben aufbauen wird, seine emotionale Basis, die Grundvoraussetzung eines lebenswerten Lebens.

    • hugentobler sagt:

      herzlichen dank für dieses votum! (und für den ursprünglichen artikel). beide sprechen mir aus dem herzen…

  • Reincarnation of XY sagt:

    Diese Vereinfachung tut der guten Arbeit unrecht. Aber sie ist typisch. Immer schön negativ draufhalten: Was unsere Pädagogen tun, ist sicher falsch…..

    Natürlich kann ich nur aus der Erfahrung mit meinen Kindern sprechen. Aber wir sind sehr froh um die gute und kompetente Art, wie sich heute Lehrer und Heilpädagogen um die Kinder kümmern. Ich sehe darin, dass Kinder ernster genommen werden, dass man sich mehr Gedanken um ihre Bedürfnisse macht und ihnen tatsächlich dort hilft, wo man früher allein gelassen wurde.
    Bestimmt gibt es auch inkompetente Lehrer/Kindergärtnerinnen, wie in allen anderen Berufen auch. Aber diese einseitige Schlechtmacherei halte ich für höchst schädlich. Wegen diesem nie endenden Bashing unserer Institutionen werden am Ende Populisten gewählt

    • 13 sagt:

      Eine Kritik am System ist aber nicht zwangsläufig eine Kritik an den Personen, die darin arbeiten. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit unseren Lehrpersonen gemacht und finde, dass sie es sehr gut machen. Probleme hatten wir bisher nie. Und trotzdem habe ich, wie im Übrigen die Lehrpersonen selber auch, die eine oder andere Kritik am System.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das ist keine Kritik sondern eine Verleumdung. Wie ich weiter oben schon Argumente genannt habe.
        Das ist das grosse Problem heute, dass viele nicht verstehen, dass die Grundlage von Kritik Fakten sein müssen und die wenigsten Menschen bereit sind, Fakten zu prüfen, die nicht ihre vorgefassten Meinungen stützen.
        (Das ist etwa so, wie wenn die Gegner jeglicher Genderforschung, ein paar schrille Auswüchse zitieren, die man völlig zurecht kritisieren kann, um dann alles in den Dreck zu ziehen. )

      • Martin Frey sagt:

        „Das ist keine Kritik sondern eine Verleumdung.“
        Jetzt gehen aber die Pferde etwas mit Ihnen durch, Roxy. Oder können Sie uns erklären, wo Sie genau Verleumdung verorten? Ich für meinen Teil erkenne das weder bei den Beiträgen von 13 noch im Ursprungstext.
        Sie reagieren heute etwas pikiert, ähnlich wie manchmal (leider) einzelne Schulvertreter auf Kritik, wenn man nur schon wagt, nicht alles gleich toll zu finden wie sie selbst. Meist ist eine solche Reaktion kein Zeichen von Abgeklärtheit oder Souveränität.

      • 13 sagt:

        Ich lese heute wenig Argumente von Ihnen und darum umso mehr Polemik. Sie haben ein Kind in einer Therapie, diese verläuft gut, Sie und ihr Kind sind damit glücklich, darum sich von Fachpersonen empfohlene Therapien gut und alle, die das anders sehen oder hinterfragen, werden mal pauschal als Schwätzer, Laien, Unwissende, Basher, Verleumder, Anhänger oder Wegbereiter von Populisten, betitelt (oder sollte ich eher beschimpft sagen?), haben eine verdrehte Wahrnehmung, glauben Ideologien und keinen Fakten. Ok, eine Basis für eine Diskussion ist das wohl nicht, aber diese ist ja ohnehin nicht wünschenswert, da die anderen (selber ist man es ja nie!) gar nicht genug Kenntnisse haben, um eine solche zu führen.

      • Sportpapi sagt:

        Auch wenn RoXY vielleicht mit „Verleumdung“ etwas übers Ziel hinausgeschossen ist, so verstehe ich sein zentrales Anliegen doch gut. Nämlich Vertrauen zu haben in die Fachleute der Schule, und in die Schule als Institution, die ja nicht ohne Grund Volksschule heisst.
        Fundierte, konstruktive Kritik ist durchaus berechtigt, zumal wir ja sogar mitbestimmen dürfen. Aber den Beitrag von 13 um 9.45 Uhr empfinde ich als übertrieben bis polemisch. Und was andere schreiben über die Schule, die unnötigerweise Kinder pathologisiert, irgendwie aus eigener Bequemlichkeit, um alle in eine Schublade zu passen, oder gar um den eigenen Job zu erhalten, finde ich nicht wirklich fair. Zumal die gleichen Leute vermutlich gar keine Freude hätten, wenn ihren Kindern eine Förderung verweigert würde.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Sie reagieren heute etwas pikiert, ähnlich wie manchmal (leider) einzelne Schulvertreter auf Kritik.“
        Hm ja. Wenn man in diesem Betrieb drin ist, den Job mehr als Berufung denn als Beruf sieht, und sich jeden Tag Mühe gibt, es auch den schwierigsten Kindern und Eltern recht zu machen, dann kommt so unfundierte Kritik von Menschen, die zwar Kinder in der Schule haben, aber selber nicht wirklich Einblick haben, nicht wirklich gut an.
        Sie selber reagieren übrigens mindestens so heftig, wenn es um angebliches Fehlverhalten von Ärzten geht bzw. vor allem der Äzteschaft insgesamt.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Sie selber reagieren übrigens mindestens so heftig, wenn es um angebliches Fehlverhalten von Ärzten geht bzw. vor allem der Äzteschaft insgesamt.“
        Tue ich das?
        Wenn pauschales, undifferenziertes Bashing stattfindet, dann vielleicht. Insbesondere wenn es von Leuten stammt die keine Ahnung haben, wovon sie überhaupt reden. In dem Punkt bin ich ganz bei Ihnen, und verstehe Sie gut.
        Aber ich meine, für fundierte, sachliche Kritik stand ich seit jeher offen. Es liegt mir völlig fern, Fehler oder gar Fehlverhalten zu entschuldigen, oder pauschal Leute abzukanzeln frei nach dem Motto „was wagst Du…“ nur weil sie Kritik äussern. Diese Haltung sehe ich leider ab und an bei Schulvertretern, quasi der geistige Schützengraben in dem man sich zurückzieht. Was ich schade finde.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja, MF, sehr streitbar und pointiert. SP hat es eigentlich schon sehr gut erklärt.

        Warum „Verleumdung“? Weil gesagt wurde:
        – „Wenn eine Therapie aus einem 5J einen 7J machen will.“ Verleumdung – kein Heilpädagoge will das machen.
        – Die Aussage, dass man nach dem Motto „was Hänschen nicht lernt….“ durch Therapien die armen Kinder überfordert. Verleumdung! – Heilpädagogen unterstützen auf sehr kindgerechte und spielerische Art.

        Ich bin pikiert, weil diese Art Fachkräfte-Verleumdung System hat. Genau so schürt jede populistische Bewegung Emotionen. Man kritisiert etwas, das gar nicht den Tatsachen entspricht. (Gleichgeschaltete Presse/ Eliten, die nur Ausbeuten/ Ärzte als Pharmahandlanger etc. etc.). Dieser faktenverdrehende Negativismus ist brandgefährlich.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und MF würden Sie einer Berufsgruppe angehören, die regelmässig öffentliches Bashing über sich ergehen lassen müsste, von einer Öffentlichkeit, welche faktenfrei, jedem Kritiker applaudiert, dann wären Sie auch pikiert.
        Trotz aller Esoteriker und Impfgegner haben Sie als Arzt immer noch einen achtbaren Beruf, dem viel Anerkennung zukommt und die latente Wissenschaftsfeindlichkeit trifft Sie nicht sehr stark, weil die Leute nun mal halt tatsächlich krank werden und dann doch froh sind, gibt es Ärzte, Chirurgen und Medikamente.
        Aber genauso gibt es andere Fachleute, die unserer Gesellschaft einen wertvollen Dienst für ihr funktionieren tun, die aber in der Öffentlichkeit fast nur schlecht gemacht werden, und der Laie es stets besser weiss.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Aber Sie entscheiden, was fundiert und sachlich ist, und wer sowieso keine Ahnung hat.
        Persönlich glaube ich nicht, dass Schulvertreter hier irgendwie heftiger reagieren als beispielsweise Ärzte. Und bei beiden gibt es solche und andere.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Aber Sie entscheiden, was fundiert und sachlich ist, und wer sowieso keine Ahnung hat.“
        Was für eine seltsame, leicht giftige Aussage. Ich kann das in meinem Gebiet relativ schnell beurteilen, ja, wie Sie auch in Ihrem Gebiet, oder 13 in ihrem. Beurteilen ja, entscheiden nein.
        @RoXy
        Mich störte der Begriff Verleumdung, ein massiver, für mich nicht gerechtfertigter Vorwurf. Zudem, Sie irren sich, auch meine Branche ist nahezu täglich Kritik, Nachfragen, und teils Anfeindungen ausgesetzt.
        Meine Haltung ist schon die, dass auf mehr oder weniger sachliche Kritik individuell eingegangen werden sollte. Was Sie m. E. nicht getan, dafür sich relativ pauschal für eine ganze Berufsgattung in die Bresche geworfen haben.
        Auch wenn ich Ihre an sich richtige Intention verstehe.

      • 13 sagt:

        @ Roxy
        Da Sie ja auf Fachkräfte setzen, überlassen Sie doch einfach die Beurteilung, ob das Verleumdung ist, der Juristin. Und nein, es ist ganz klar keine!

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Sie reagieren heute etwas pikiert, ähnlich wie manchmal (leider) einzelne Schulvertreter auf Kritik.“
        Ich muss da MF klar recht geben, nicht mal Dir gegenüber sondern was die allgemeine Reaktion anbelangt. Ich höre so oft: Kommen Sie zu uns, sprechen wir darüber, bis dann jemand beim Gespräch tatsächlich etwas sagt. Natürlich gibt es auf beiden Seiten nervigere und weniger nervigere Exponenten. Aber doch ist die Einstellung „Ich bin die Fachperson und Du hast keine Ahnung“ schwierig. Denn die LP ist ja dann nicht da, wenn das Kind zu Hause nur noch weint, weil es am Tag drauf wieder in die Schule muss. Ich habe hier schon solche Fälle gesehen und die Antwort der Schule darauf: „Das Problem ist halt, dass die Eltern so negativ eingestellt sind.“ Na danke.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist jetzt erneut eine sehr pauschale Darstellung. Nicht: Es kann vorkommen, dass Lehrer nicht kritikfähig sind. Sondern: So reagieren Lehrer auf Kritik.
        Und ja, ein grosses Problem ist, wenn Eltern und Schule nicht am gleichen Strick ziehen, wenn Eltern der Schule oder einer Lehrperson gegenüber nicht nur negativ eingestellt sind, sondern das gar vor den Kindern auch noch so äussern.
        Man stelle sich vor, Lehrpersonen würden vor den Kindern über unkooperative oder sonst ungünstig handelnde Eltern herziehen.
        Also: Selbstverständlich gibt es unter den Lehrpersonen auch schwierige bis unfähige. Sie sind allerdings ganz sicher nicht die Mehrheit.
        Und, was bei allem etwas untergeht: In der Regel haben bei vielen Entscheiden die Eltern das letzte Wort. Erstaunlicherweise.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Interessant übrigens das neue Schulblatt Kt. Zürich dazu: https://www.zh.ch/internet/bildungsdirektion/de/aktuell/schulblatt.html
        Unten auch die Mitteilung: „Gut investierte Zeit“.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Hmmm, „Ich höre so oft“ vs. „Ich höre immer“…nein, nicht unbedingt pauschal.
        Dass die Eltern die Motivation der Schule mittragen, ist klar. mittragen heisst jedoch, sie haben eine unterstützende Funktion, nicht sie müssen das Kind in erster Linie motivieren, das ist Sache der Schule. Und es ist nun mal Sache des Masses. Die Eltern können vermittelnd tätig sein, wenn ein Kind wegen der Schule leidet, dann braucht es nicht zu Hause noch Eltern, die in heiliger Allianz mit den LP stehen, sondern die sich hinter das Kind stellen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn Kinder wegen der Schule leiden, dann müssen die Eltern sich mit der Schule austauschen und Lösungen finden. Und ihre Kinder unterstützen und befähigen, die Herausforderung(en) zu meistern.
        Aber es ist selten hilfreich, die Ursachen der Probleme nur bei der anderen Seite zu sehen. Und vor allem bringt es wenig, wenn der Einfluss dort gering ist bzw. dort wenig geändert werden kann.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – danke, für Ihr Fachwissen. Gleichzeitig muss ich festhalten, dass ich natürlich nie eine Verleumdungsklage eingereicht hätte, da selbst ich mir zusammenreimen kann, dass diese keine juristische Grundlage hätte und absurd wäre.
        Zur Erläuterung: ich wollte mit diesem Wort zusammenfassen, dass es hier um einen klassischen Angriff auf einen Strohmann geht: man kritisiert etwas, was es so gar nicht gibt. Um das zu erläutern nannte ich ja auch einige Beispiele.
        Warum nur haben Sie nicht meine Beispiele berücksichtigt? Die es doch erklärten?
        Sollten wir bei einer Debatte nicht offen sein, unvoreingenommen über die Argumente selbst nachzudenken?

      • 13 sagt:

        @ roxy
        Welchen Strohmann? Ich zumindest habe einiges am Schulsystem kritisiert, es war weder ein Angriff auf einzelne Lehrpersonen noch Heilpädagogen. Mein Beispiel mit % resp. 7j, hiess doch nicht, dass Heilpädagogen da pushen, sondern dass bei der Beurteilung der Frage, ob ein Kind in der Schule mitkommt oder Mühe hat, unter anderem (nicht nur!) auch die Erwartungen in der Schule relevant ist. Wenn das Gleiche, das früher von 7j erwartet wurde, nun von 5j erwartet wird, ist genau da die Aufgabe der Therapeuten, die das auch nicht unbedingt wollen. Mein Sohn war ein Stichtagskind und ich habe mir verschiedene Meinungen angehört, was ich tun soll. Wissen Sie, wer sich völlig einig war? Die Schule. Und jeder sagte da etwas wie: „Das sollte ich nicht sagen, aber schickt ihn nicht.“

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin mit RoXY der gleichen Meinung, dass deine Kritik am System auf Behauptungen basiert, die so nicht oder nur teilweise haltbar sind, oder einfach massiv überzogen.
        Die festgestellte „Verschulung“ beispielsweise, die als Trend natürlich da ist (schliesslich ist der Kindergarten ja erst seit kurzem obligatorisch und teil der Volksschule), aber doch keineswegs so übertrieben abläuft, wie du es beschreibst.
        Aus 5jährigen 7jährige machen? Kann ich gar nicht nachvollziehen. Zumal man ja nach wie vor äusserst grosszügig ist beim Zurückstellen.
        Die Frage ist aber, warum man eigentlich diese Entwicklungen angestossen hat. Welchen Kindern wollte man damit unterstützen? Eher nicht die zu Hause intensiv geförderten, oder?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Zur Verschulung habe ich erklärt, was ich damit meinte und sagen wollte. Wenn Du eine eigene Interpretation dieses Wortes hast und diese als die einzig richtige hältst, dann ist das so. Was soll ich da noch sagen?
        Nein, man wollte nicht die zu Hause geförderten Kinder unterstützen, das ist schon klar. Ich persönlich finde die Verschiebung des Stichtages auch gut, gerade deshalb habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht, ob ich wirklich zurückstellen will, während die Meisten es einfach tun. Dürfen die Eltern in Bern ja auch autonom tun. Was für mich aber nicht aufgeht, ist dass gleichzeitig das Niveau dahingehend geändert wird, dass nun Sachen früher verlangt werden. Du kannst das pauschal abstreiten, aber bereits der Vergleich der Lehrpläne zeigt etwas anderes.

      • 13 sagt:

        Nur ein paar Beispiele:
        – Lesen im Kindergarten anstatt 1. Klasse (Sachen werden mit Namen angeschrieben, Kind muss nicht nur den eigenen kennen, sondern auch andere erkennen)
        – Fremdsprache ab der 3. Klasse, anstatt 5.
        – Wochenpläne für 1.-Klässler, wir hatten sie ab der 3. und waren damit eher früh
        – Übungsblätter mit Mengenlehre im Kindergarten, früher in der 1.-Klasse
        Und das eben bei durchschnittlich jüngeren Kindern.
        Ebenfalls eine Tatsache ist, dass heute mehr Therapien verschrieben werden.
        Man kann daraus einen Zusammenhang sehen oder auch nicht. Ich halte es für kurzsichtig, keinen zu sehen.
        PS: Ich finde viele Veränderungen im Schulwesen wie Mehrjahrgangklassen, individuelles Lernen, weniger Frontalunterricht sehr gut, das hier beschrieben stelle ich in Frage.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Der Vergleich der Lehrpläne zeigt, dass fünfjährige heute das können müssen, was früher von siebenjährigen erwartet wurde? Das würde ich aber gerne mal sehen. Oder anders gesagt: Nach wie vor wird beim Schuleintritt nicht erwartet, dass die Kinder lesen und schreiben können. Sondern man braucht, wie früher, wahnsinnig viel Zeit dafür, das zu erlernen.
        Mag sein, dass insgesamt das Niveau etwas angestiegen ist, dass mehr verlangt wird als früher. Man hat ja auch mehr Unterricht (auch auf Verlangen der Eltern) und neue Methoden. Dass es zu viel ist, oder zu früh, solche pauschalen Aussagen finde ich aber falsch.
        Noch einmal: Die „Vorschule“ wurde doch im Wesentlichen obligatorisch, um schlecht vorbereitete Kinder zu fördern. Z.B. mit frühem Deutscherwerb.

      • Sportpapi sagt:

        Dass Bern eine Regelung einführt bzw. mitträgt, die dann aber nicht wirklich umgesetzt wird, halte ich übrigens nach wie vor für grundfalsch. Sicherlich ist eine individuelle Betrachtungsweise richtig. Nach meiner Erfahrung werden aber nicht etwa die Kinder zurückgestellt, die wirklich noch Defizite aufweisen, sondern die, bei denen jemand zu Hause Zeit und Musse hat, sich mit den Kindern zu beschäftigen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mir fällt wieder auf, wie du aus Sicht Bern oder gar einem Kindergarten in einer Gemeinde argumentierst.
        Keiner meiner drei Jungs musste lesen im Kindergarten. Keiner hatte bis jetzt (1.-5. Primarschule bei vier Lehrerinnen) einen Wochenplan. Keiner hatte je Übungsblätter im Kindergarten, aber geübt wurde nach Bedürfnissen der Kinder trotzdem. Die Mathematik in der Primarschule beginnt aber dann wieder äusserst bescheiden. Und in Zürich beginnt jetzt der Fremdsprachenunterricht in der 3. Klasse statt wie bisher in der 2. … Neu haben die Kindergärtner im ersten Jahr keinen Nachmittagsunterricht mehr, dafür im zweiten Jahr zwei Mal (bisher je einmal).
        Zu meiner Zeit sang man noch das „Elfiglöggli“ und ging dann heim – geht heute nicht mehr wegen Blockzeiten…

      • Sportpapi sagt:

        PS: Mehrjahrgangsklassen ohne Grund halte ich für einen pädagogischen Irrtum, individuelles Lernen klappt bei weitem nicht so gut, wie man sich das wünschen würde, Frontalunterricht ist völlig zu unrecht so verpönt. Und auch gewisse Auswüchse des Konzepts der Integration kann man gut hinterfragen. Letztlich stossen hier halt unterschiedliche Perspektiven aufeinander.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Mehrjahrgangsklassen ohne Grund halte ich für einen pädagogischen Irrtum,“
        Eine spannende, relativ heftige Aussage, SP. Wie begründen Sie das?
        Ich kenne einige Eltern, und auch LP, die völlig darauf schwören. Und dann aber auch das Gegenteil. Mein Verdacht ist, dass es sehr auf das Kind, wie auch auf die LP ankommt. Selbständige Spitzenschüler dürften eher profitieren, wie auch die schwächeren. Kritisch dürfte das für die etwas weniger selbständigen, unauffälligen, eher durchschnittlichen Schüler werden, deren Bedürfnisse gehen in einem solchen Kontext wohl eher unter.
        Stimmt mein Eindruck?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Es gibt natürlich Menschen, Fachpersonen, Eltern und Lehrer/innen, die Integration uneingeschränkt positiv sehen und die Heterogenität als Chance wahrnehmen. Weil sie überzeugt sind, dass individuelle Förderung ohne Abstriche funktioniert und dass überfachliche Kompetenzen, z.B. Sozialkompetenzen, besonders wichtig sind und in heterogenen und altersdurchmischten Klassen besonders gefördert werden.
        Das mag auf dem Land, wo jahrgangsübergreifende Klassen aus der Not entstehen, die Klassen teilweise aber klein bleiben und der Ausländeranteil bzw. spezielle Förderbedarf gering, auch ganz gut funktionieren. Viele Schulen sind aber schon mit der Heterogenität innerhalb eines Jahrgangs genug herausgefordert, bis überfordert.

      • Sportpapi sagt:

        So oder so ist klar, dass es für die Lehrerinnen und Lehrer mehr Aufwand bedeutet, und ein Teil des Methodenrucksacks, z.B. der „veraltete“ Frontalunterricht gar nicht mehr Platz haben.
        Persönlich bin ich überzeugt, dass leistungshomogenere Gruppen bereichernd sind und schneller vorankommen. Im Sport sowieso, wo eben nicht nur nebeneinander trainiert und gespielt wird, sondern vor allem miteinander. Und wenn da der eine mit drei Bällen jonglieren kann, der andere noch nicht mal einen Ball fangen, überspitzt gesagt, wird das gemeinsame Spiel noch schwieriger.

      • Sportpapi sagt:

        Noch etwas Politik: Der Kanton Zürich hat Schulen mit Mehrjahrgangsklassen mit mehr Personal ausgestattet. Seit Gemeinden aber freiwillig auf dieses Modell gewechselt haben, und ebenfalls mehr Stellenprozente und mehr Ressourcen eingefordert haben, sind die Kosten gestiegen. Der Kanton hat deshalb klargemacht, dass dieses Modell, wenn freiwillig eingeführt, kostenneutral sein soll. Seither ist das Thema etwas vom Tisch…
        Wie so oft werden eben neue Formen begrüsst, aber nur wenn auch entsprechend mehr Mittel gesprochen werden. Ob aber der zusätzliche Nutzen, sofern überhaupt vorhanden, dem zusätzlichen Aufwand entspricht, ist eben vielfach äusserst fragwürdig.

      • Sportpapi sagt:

        Ah, noch ein interessanter Link zum Abschluss, der meine Ausführungen bestätigt: „Für die Schulleistungen ist AdL dann erfolg­reich, wenn flexible und fächerspezi­fisch leistungshomogene Gruppen ge­bildet werden, nicht aber dann, wenn es «einen Rahmen für die Individuali­sierung der Lernprozesse darstellt» (Rossbach, 2003, S. 85)
        https://phzh.ch/globalassets/phzh.ch/ueber-uns/ph-akzente/1-2012/ebr_phakzente12-1.pdf

      • Martin Frey sagt:

        Ok, danke für die Einschätzung, Sportpapi. Tönt für mich absolut nachvollziehbar.

  • Brunhild Steiner sagt:

    3/
    Die sie gebraucht haben.
    Heilpädagogische Frühförderung, Psychomotorik&Logotherapie sind im Kiga/Primarschule ins Spiel gekommen.
    Alles hätte sich wohl nicht „einfach so ausgewachsen“, welcher Schaden schwerer wiegt- derjenige wenn man zu schnell oder zu spät eingreift,
    diese Beurteilung nimmt einem niemand ab, die Konsequenzen trägt man als Familie.
    Gut wenn man dabei vom Umfeld Wohlwollen und Unterstützung erfährt.

    • Tofa Tula sagt:

      Die therapiebeduerftigen Therapeuten. Diese Leute sollten sich mal auf den Weg machen und unterwegs etwas gesunden Menschenverstand einsammeln. Zugegeben, zunehmend schwer zu finden. Da ist in den letzten Jahrzehnten was passiert in unserer Gesellschaft. Nicht gut.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Tofu Tula
        ???
        Ich für meinen Teil bin einfach sehr dankbar dass bezüglich Wissensstand&Möglichkeiten, verbunden mit gesundem Menschenverstand, mindestens in den letzten zwei Jahrzehnten (und wohl auch schon bisschen vorher) doch einiges passiert ist, zum guten übrigens!

    • tina sagt:

      das hast du aber schön gesagt brunhild.
      wobei ich das mit dem vergleichen gar nicht negativ finde, solange es um das betrachten von persönlichkeitsmerkmalen geht. ein kind kam gross zur welt, eins klein, das ist doch kein qualitätsunterschied.

  • Brunhild Steiner sagt:

    2/
    Es freut mich sehr dass Sie die Windelgeschichte entspannt gesehen haben.
    Unsre Söhne waren da auch spät dran, dafür erst in der Nacht trocken, was ziemliches Vertrauen brauchte nachts keine Windeln mehr zu montieren obwohl sie tagsüber gebraucht wurden.
    Das „Massnehmen/Vergleichen“ beginnt ja schon bei den Geburtsanzeigen wenn über die cm/kg informiert wird,
    damit hatte ich schon immer Mühe und habe bei unsren drauf verzichtet.
    Und abgesehen von den kinderärztlichen Kontrollen mich versucht nicht irre machen zu lassen, sondern ihnen ihre Zeit zuzugestehen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Sobald sich ein Kind ausserhalb der Mehrheit befindet wird es, je nach Einschätzungsvermögen, schwierig. Wie soll man erkennen können ob noch-nicht-Entwickeltes auf die 3/6 Jahre „legitime Entwicklungsunterschiede“ zurückzuführen sind oder nicht?
    Macht man nichts und hätte sollen,
    macht man was, hätte aber nicht sollen,-
    beides kann sich destruktiv auswirken.

  • Romea Studer sagt:

    Grüezi Frau Sattler
    Vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag! Sie sprechen mir aus der Seele. Vor dem Schuleintritt hatten wir drei lebensfrohe Jungs, seit dem Schuleintritt wird die Lebenslust zum ADHS Symptom. Und uns beschäftigt stets die Frage: verpassen wir wirklich etwas, wenn wir dies und das nicht behandeln lassen? Ist doch normal, dass nicht alle Kinder zur gleichen Zeit auf dem gleichen Stand sind. Doch das schweizer Schulsystem, auch wenn sicher grundsätzlich ein Gutes, interessiert sich nicht für individuelle Ressourcen. Ressourcenorientierung ist ein romantischer Wunsch der Eltern, denn es gilt hauptsächlich Defizite auszubügeln!

    • Sportpapi sagt:

      @Romea Studer: Das Schweizer Schulsystem interessiert sich stark für individuelle Ressourcen. Nur kann es sein, dass ein Problem auftritt, das alles andere überdeckt.
      Es kann sein, dass ein „lebenslustiges“ Kinder konstant den Unterricht stört und damit die anderen Kinder am lernen hindert.
      Es kann sein, dass ein „lebenslustiges“ Kind sich weder auf das Lernen, noch auf das korrekte Widergeben des Gelernten konzentrieren kann. Spätestens, wenn es dann bei Lernkontrollen schlecht abschneidet möchten die meisten Eltern dann schon, dass etwas unternommen wird…

    • Maja sagt:

      3 lebenslustige Kinder – wie schön.
      20 laute und ein paar davon möchten schreiben lernen – schwierig. Die Klassen sind zu gross, um es allen recht zu machen.

      • hugentobler sagt:

        das dachte ich auch lange zeit. unterdessen weiss man, dass die klassengrösse kaum einfluss hat auf den lernerfolg, sondern vor allem die lehrperson….

  • Koller sagt:

    Ein wenig zuviel vielleicht und wenn er in einem Jahr noch nicht stillsitzen kann? Schadet den eine Therapie? Aber egal nicht mein Kind.

    • Lori sagt:

      Eine unnötige Therapie kann in der Tat schaden. Einerseits wird dem Kind durch die Therapie schon früh das Gefühl gegeben, dass es anders sei als die anderen und etwas mit ihm vielleicht nicht ganz stimme. Andererseits verändert (und verstellt möglicherweise) so eine Diagnose auch immer den Blick der Erwachsenen auf ein Kind.
      Therapien sind daher kein „nützt es nicht, so schadet es nicht“-Ding, sondern sollten m.E. immer gut überlegt sein, insb. wenn die „Diagnose“ unsicher ist.

  • Martin Frey sagt:

    Jedes Kind ist verschieden, Knaben und Mädchen sind verschieden, je nach Entwicklungsstufe können die Unterschiede enorm sein. Eine gute, erfahrene Lehrperson weiss das. Die Gefahr besteht manchmal, dass man bei jedem aus der Norm fallenden Verhalten in Überaktivismus verfällt, und letztendlich auch die Schulangebote mit den Kindern füllt, die es braucht um diese Angebote aufrecht zu erhalten. So zumindest ab und zu mein Verdacht.
    „Ich glaube, dass Kinder mehr von Geduld und Gelassenheit profitieren als von übereilten therapeutischen Massnahmen.“
    Bereits ein halbes Jahr kann manchmal einen Unterschied ausmachen. Die Kunst ist und bleibt aber, die Kinder herauszufiltern die wirklich spezifische Frühförderung oder gar eine weiterführende Abklärung brauchen. Keine einfache Aufgabe.

    • Sportpapi sagt:

      Der Verdacht mag gerechtfertigt sein. So wie auch bei vielen ärztlichen Behandlungen überreagiert wird, um auf der sicheren Seite zu sein. Und vor allem, weil die „Kunden“ es verlangen (ist ja nicht so, dass die Therapien bei Kindern immer eher gegen den Willen der Eltern angeordnet werden).
      Die Frage ist ja, ob „Therapien“ im Schulumfeld, die vielfach niederschwellig sind und während der Schulzeit stattfinden, irgendeinen Schaden auslösen könnten. Oder ob diese Art der intensiven „Nachhilfe“ nicht einfach eine Chance darstellt, im einen oder anderen Bereich etwas schneller den Anschluss zu schaffen.
      Der Punkt ist ja, dass die früher üblichen intensiven Abklärungen vermutlich mehr belastet haben als die niederschwelligen Fördermassnahmen.

    • misi sagt:

      „… und letztendlich auch die Schulangebote mit den Kindern füllt, die es braucht um diese Angebote aufrecht zu erhalten. So zumindest ab und zu mein Verdacht.“
      Meiner auch des Öfteren. Zitat KiGa-Lehrerin: Wir könnten ihren Sohn in die Psychomotorik schicken, da hat es gerade ein paar Plätze frei… :-/

    • Martin Frey sagt:

      @Sportpapi
      Nun, ich glaube nicht unbedingt, dass wahnsinnig viele Eltern von sich aus den Wunsch haben, dass ihre Kinder ohne Grund in die Psychomotorik o.ä geschickt werden. Meist kommen die Vorschläge ja schon von der Schule.
      „Die Frage ist ja, ob „Therapien“ im Schulumfeld, die vielfach niederschwellig sind und während der Schulzeit stattfinden, irgendeinen Schaden auslösen könnten.“
      Falls nötig, ist der Fall klar, ist die Massnahme gut und sinnvoll. Falls unnötig, muss man sagen: Das wissen wir nicht mit letzter Sicherheit. Was klar ist, dass die Kinder dadurch irgendwo auch „abgestempfelt“ sind, auf einer „Sonderlocke“ die sie ggf. nicht so schnell wieder los sind.
      @misi
      Das ist nachgerade der „Klassiker“. Ein Stück weit aus Sicht der Schule aber verständlich.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Definieren Sie „nötig“. Eines meiner Kinder hat auch Logo erhalten. Es wäre sicherlich auch ohne gegangen, das Problem hat sich aber verbessert. Hätte es aber vielleicht auch sonst. Es ist allerdings gerne gegangen. Und „abgestempfelt“? Wo doch so viele Kinder irgendeine Förderung haben? Allerdings weiss mein Ältester sehr genau, wer in der Begabtenförderung ist. Und auch dort wurde er angefragt, weil es noch Platz hat. Scheint mir sinnvoll, die vorhandenen Ressourcen auch zu nutzen. Er hatte allerdings keine Lust.

      • Sportpapi sagt:

        Ah ja, noch zur Psychomotorik. Bei uns gab es lange eine Warteliste-Gruppe. Also Kinder mit weniger dringendem Bedarf, die als Gruppe quasi als Nachhilfekurs gefördert wurden. Praktisch bei allen Kindern kannte ich die Eltern, die selber eher keine Lust auf Bewegung mit den Kindern hatten, das Angebot der Schule dann aber doch gerne angenommen hatten.

      • Röschu sagt:

        @Sportpapi
        „Und auch dort wurde er angefragt, weil es noch Platz hat. Scheint mir sinnvoll, die vorhandenen Ressourcen auch zu nutzen.“
        Genau das meinte ich weiter oben mit falscher Herangehensweise. Es wird eine fixe Anzahl an Plätzen geschaffen, die dann mit Kindern gefüllt werden (müssen), damit die Schaffung dieser Plätze nicht vergebens war. Die Folge ist ein tieferes Niveau, da sich dieses zwangsläufig am schwächsten Kind orientieren muss. Richtig wäre zu schauen, wie viele Kinder die Fähigkeiten mitbringen um an der Begabtenförderung teilzunehmen und dann daraus die Zahl der benötigten Plätze abzuleiten.

      • tina sagt:

        „eltern, die keine lust auf bewegung mit den kindern hatten“
        in die psychomotorik geht das kind doch allein. mein sohn sollte dahin (und ging dann auch gern), weil er den stift verkrampft hielt. die fachperson machte dann verschiedene tests, einer war: leiter liegt am boden. man soll durch betreten der lücken zwischen den sprossen drüberrennen. zeig mir einen erwachsenen oder ein kind, das das beim ersten versuch supi macht. das ist etwas von den dingen, die man beim 2. versuch raus hat. beim ersten verschätzt man sich.
        nahegelegt hat mir die fachperson dort, dass mein sohn kommen soll, weil er nicth so gut im bälle werfen und fangen war, nicht wegen der stifthaltung. als ich sagte, ok, dann mache ich das einfach öfter, überredete man mich das „den fachleuten zu delegieren“….

      • tina sagt:

        …und nun hat mein sohn einen zeichnerischen beruf, weil er so mega gut im geometrischen zeichnen war ;-). hust. aber egal. er ging ja gern…

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Was soll man zu solchen Geschichten sagen? Mein Punkt war, dass Kinder hier in Bereichen gefördert werden, die teilweise aufgrund von zu wenig Förderung im Elternhaus etwas verkümmert sind.

      • tina sagt:

        psychomotorik wird aber nicht bei mangelnder bewegungsförderung durch eltern verordnet sportpapi

      • Sportpapi sagt:

        Nicht, tina? sicher?

      • tina sagt:

        wenns nur um bewegung ginge, würde man sport verordnen, das solltest du doch am besten wissen.
        fachleute und information. danke fürs bestätigen, dass dieses „habt doch einfach vertrauen“, nicht ganz ausreicht.

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