Erst ein Hund, dann ein Baby

Im Familienrudel: Mit klaren Regeln und Erziehung können Baby und Hund gut miteinander. (Foto: iStock)

«Der Hund wurde speziell für Kinder gemacht. Er ist der Gott der Fröhlichkeit.»
(Henry Ward Beecher)

Als mein Mann und ich uns das erste Mal mit dem Gründen einer eigenen Familie auseinandergesetzt haben, war für uns beide klar: Unser Kind sollte mit einem Hund aufwachsen – so, wie wir beide auch. In unserer Vorstellung gibt es nichts Wertvolleres, als unserem Baby die Liebe zu Tieren und den Respekt vor der Natur mit auf den Lebensweg zu geben. Das tun wir täglich voller Freude.

Zwei Jahre lang haben wir uns mit dem Gedanken eines Hundes im Haus beschäftigt. Wie soll das funktionieren? Wer passt wann auf den Hund auf? Kann man ihn auf die Arbeit mitnehmen? Gibt es Zeiten, in denen wir eine Hundebetreuung benötigen? Wenn ja, wen fragen? Eines war für uns aber klar: Wenn wir einen Hund anschaffen, dann wird er wie ein Familienmitglied behandelt. Überall dabei, jederzeit und wo immer möglich.

Was kommt zuerst?

Wir wollten einen Hund, aber auch ein Baby. Was also kommt zuerst? Wir haben uns für den Hund entschieden, weil die Erziehung des Hundes wesentlich einfacher und schneller vonstattengeht als die eines Babys, Kindes, ja gar eines Teenagers. Und so zog Mitte Mai 2017 unsere Bergamasker-Appenzeller-Hündin Marley bei uns ein.

Als wir Marley zu uns holten, wurden wir zu einer Familie. Wir waren nicht länger nur zu zweit, nein. Marley war quasi unser erstes Baby. Das zweite Baby liess nicht lange auf sich warten. Für uns hiess es Gas geben mit der Hundeerziehung, denn das Einmaleins der Grundkommandos musste sitzen, bevor unser Kind das Licht der Welt erblicken würde. Mit diesem Gedanken haben wir in Marleys erstem Lebensjahr die Welpenschule und den anschliessenden Erziehungskurs besucht, haben in der Freizeit so oft wie möglich Kommandos mit ihr geübt und ihr klare Hausregeln beigebracht. Die Arbeit hat sich gelohnt. Denn sie war bereit. Bereit für ihre Schwester.

Das Leben zu viert

Seit Mitte Januar 2018 sind wir zu viert. Und es funktioniert prima mit Baby und Hund. Natürlich gibt es Rassen, die besser und weniger gut für das Leben mit Baby geeignet sind. Meist ist es jedoch nicht eine Frage der Rasse, sondern eine Frage der Erziehung und der Autorität seiner Besitzer. Ein Hund ist und bleibt ein Tier mit naturgegebenen Instinkten. Er braucht klare Anweisungen, eine führende Hand und klare Regeln, denn im Rudel anerkennt er ein Baby nur als ranggleich oder rangniedriger.

Die Zusammenführung eines Babys und eines Hundes ist somit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Um also unser Familienleben zu viert so harmonisch wie möglich zu gestalten, haben wir uns bereits während der Schwangerschaft Vorsätze genommen, die wir bis heute täglich in die Tat umsetzen und die ich gerne als Tipps weitergebe:

  1. Hundefreie Zonen: Zum Beispiel das Kinderzimmer als hundefreier Rückzugsort.
  2. Riech mal: Vor der Babyankunft zu Hause dem Hund ein getragenes Body aus dem Spital zum Beschnuppern mitbringen.
  3. Erste Begrüssung zwischen Baby und Hund: Viel Zeit einplanen und den Hund sachte an das Baby heranführen. Am besten zu zweit
  4. Alle zusammen: Den Hund bei allen Aktivitäten miteinbeziehen und den Kontakt zum Baby ermöglichen. So kommen keine Eifersüchteleien auf
  5. Baby- und Hundespielsachen: Aus Hygienegründen immer trennen
  6. Niemals alleine: Baby und Hund sollten niemals in einem Raum alleine gelassen werden
  7. Berührungsängste überwinden: Regelmässig und mit viel Ruhe und Geduld den Hund dazu ermutigen, sich vom Baby streicheln zu lassen
  8. Kommandos mit Kinderwagen: «Sitz», «Warten» und «Fuss» will auch im Beisein des Kinderwagens gelernt sein. Der Kinderwagen sollte als Führungsobjekt anerkannt werden
  9. Qualitytime mit Hund: Auch der Hund verlangt nach Aufmerksamkeit und braucht seine alleinige Herrchenzeit. Spiel- und Kuschelzeiten sollten ins Tagesprogramm mit eingebaut werden.

Weitere Postings zum Thema: «Ihr wollt Haustiere» oder «Diese Familie hat einen Vogel».

71 Kommentare zu «Erst ein Hund, dann ein Baby»

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Wer schlecht zu Tieren ist, bzw Tierquälerei gutheisst und ignoriert, ist auch sonst ein schlechter Mensch. Wie man mit Tieren umgeht, so geht man auch mit Menschen um. Leider ist das umgekehrt nicht unbedingt so.

    Ich meide Menschen, welche keine Tiere mögen konsequent, ebenso wie ich Tierextremisten meide, welche zwar für Tierquäler die Todesstrafe fordern, sich aber an ertrunkene Flüchtlinge erfreuen.

    • 13 sagt:

      @ Tamar
      Tiere nicht mögen und Tiere schlecht behandeln sind aber zwei ganz verschiedene Sachen. Als Beispiel: Ich kann mit den meisten Tieren nichts anfangen, mir sagen sie einfach nichts. Wir haben einen Kater, denn Katzen sind die einzigen Tiere, die mir zusagen. Allerdings ist er eher von der anstrengenden Sorte, wo ich mich evtl. anders entschieden hätte, wenn ich das vorher gewusst hätte. Trotzdem habe ich ohne zu zögern, ihn teuer operieren lassen, als er sich verletzt hat und tue, was ich kann, damit es ihm gut geht. Ich esse seit über 20 Jahren kein Fleisch. Milch, Eier nur aus tierfreundlicher Haltung und stimme konsequent so ab, damit Tierleid möglichst vermieden wird. Ich vermeide Feuerwerk wegen der Tiere und gehe in keine Zirkusse mit Tieren.

  • Max Neeser sagt:

    Wir hatten auch fünf Jahre einen gut erzogenen Schäferhund als das erste Kind zur Welt kam. Wir fragten den Frauenarzt, wie dies mit dem Hund gehen solle. Er sagte uns (wie beschrieben) mit Vorsicht einander begrüssen lassen (beschnuppern) Der Hund durfte wie vor her immer dabei sein. Nach einem Jahr kam das zweite Kind zur Welt. Wir machten alles gleich wie beim ersten. Der Hund war so ein guter Betreuer und lies den Kindern nichts geschehen. Ein Beispiel: Als sie grösser waren spielten sie öfters am Rheinufer, da sagte uns ein Arbeiter, wo dies beobachtete, der Hund sei immer bei ihnen und zwar an der Wasserseite und dränge sie immer wieder vom Wasser weg. Es muss eben ein Vertrauen da sein!

  • ri kauf sagt:

    Und bitte, v i e l mit dem Hund nach drausen gehen. Dann hat man einen zufriedenen Hund und keine Hundeprobleme. Tipp: Maja Novak (Name in Goggle eingeben) ist eine tolle Hundetrainerin in Deutschland und weiss sehr viel über Hunde. Man sich ihre Trainig-Videos in Netzt problemlos anschauen und viiiiiiiiiel lernen!

    • barbara sagt:

      maja novak würde ich jetzt nicht gerade als tipp für gute hundeerziehung empfehlen: sie arbeitet zwar oft vordergründig und kurzfristig „erfolgreich“, aber keinesfalls gewaltfrei. zwar nicht so schlimm wie der ebenfalls (völlig zu unrecht!) vielgerühmte cesar millan. beide haben in zeitgemässer hundeerziehung nichts zu suchen! parforcedressur, gewaltanwendung und rudeldenken sind längst überholt. weitaus empfehlenswerter und erfolgreicher ist martin rütter (ebenfalls googeln), der echte und sehr erfolgreiche hundeflüsterer aus deutschland

      • Marie Bornand sagt:

        @ Barbara : effektiv, heute dressiert man die Hunde nicht, früher war es ja furchtbar die wurden abgehauen. Heute geht man „soft“ vor, so wie bei den Kinder, es nützt nichts wenn man schreit und befiehlt, es macht den Hund unsicher und verängstig ihn und dann geht es immer weniger gut. Hunde sind sensible Wesen, viel mehr als manche Menschen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        In Deutschland ist Gewalt in der Hundeerziehung/Dressur noch immer gang und gäbe. Vor Allem bei Dienst und Jagdhunden.

  • Nadja sagt:

    Wir haben einen Lanrador-Welpen zu uns geholt,als ich mit unserem ersten Kind schwanger war. Zum Zeitpunkt der Geburt war der Hund etwa neun Monate alt. Mittlerweile haben wir noch ein weiteres Kind bekommen.Wir sind ein Jahr regelmäßig zur Hundeschule gegangen,im Kontakt mit den Kindern gab uns gibt es keine Probleme.Auch nicht bei Besucherkindern.Unser Hund ist mega kinderlieb und möchte am liebsten immer in ihrer Nähe sein.und die Kinder lernen den Umgang mit dem Hund spielerisch.Für uns ist es perfekt so gewesen.Allerdings ein ein Labrador auch eine super Rasse als Familienhund.Das kann bei anderen Rassen durchaus anders aussehen.

  • Richard (vatersohn.blog) sagt:

    Ein toller Beitrag, sehr schön geschrieben & total gut, wie ihr das meistert. In meinen Augen spielt die Reihenfolge nicht unbedingt eine Rolle. Wichtig ist die Erziehung, Zeit & die Lust auf ein Haustier.
    LG, Richard & Hugo (vom vatersohn.blog).

  • barbara sagt:

    so ziemlich das dümmste, was man tun kann, und dennoch wird es immer wieder empfohlen: dem hund babysachen aus dem spital mitzubringen, damit er das baby „mal beschnuppern“ kann. mit grosser wahrscheinlichkeit überträgt man damit den hund die verantwortung für das baby anstatt ihm klar zu signalisieren, dass das neue familienmitglied zwar dazugehört, aber nicht in die zuständigkeit des hundes fällt. und ja, die trennung von hunde- und spielsachen dürfte eher theoretisch sein 😉

  • Carolina sagt:

    Wir haben immer Hunde gehabt, meistens aus dem Tierheim oder als Notaufnahme. Als unsere Kinder kamen, war das manchmal problematisch, denn gerade Hunde, die sehr auf uns fixiert waren, weil sie aus z.T. fürchterlicher Umgebung kamen, reagierten auf die Babys und waren eifersüchtig. Und wir waren, da ‚ungeplant‘ schwanger geworden, zeitlich und nervlich oft nicht in der Lage, die Bedachtsamkeit der Autorin anzuwenden. Aber irgendwie haben wir es jeweils geschafft und mittlerweile lebt die xte Generation Hund bei uns, für die Kinder eine Selbstverständlichkeit, die sie nicht mehr missen wollen.
    Würde ich heute planen, würde ich warten, bis die Kinder älter sind. Man kann nicht immer voraussehen, was geschieht – und die Tierheime sind voll von Hunden, die dann nicht mehr ‚passten‘.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Auf den Hund gekommen.
    Ja, man soll sie respektieren, diese Begeisterung der Hundefans, diese Vermenschlichung oder dieses oftmals sogar über den Menschen stellen von Hunden.
    Aber irgendwie löst das alles bei mir doch immer wieder Beklemmung aus. Obwohl, wir selbst als Pflegefamilie für einen in die Jahre gekommen Hund fungieren.

    • Martin Frey sagt:

      „Aber irgendwie löst das alles bei mir doch immer wieder Beklemmung aus.“
      Bei mir auch. RoXy, bei mir auch.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Wo der Hund in diesem Beispiel nun vermenschlicht, oder dem Mensch vorgezogen wird, erschliesst sich mir nicht.

      • Carolina sagt:

        TvS: Der Hund wird wahlweise als 1. Baby oder als Schwester bezeichnet. Auch wenn die Autorin eigentlich alles gut organisiert zu haben scheint, geht es mir mit der Beklemmung ähnlich wie RoXy und MF. Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund – man darf ihn lieben und er ist natürlich ein Teil der Familie, aber ein hündischer. Keine Schwester, kein Baby.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Carolina

        Ok, das mit dem „quasi“ Baby habe ich gelesen, aber wo steht das mit der Schwester? Ich habe den Beitrag extra noch 2 Mal gelesen aber finde den Teil mit der Schwester nicht.

        Bei mir hatten die letzten Hunde auch einen hohen Stellenwert. Finde ich jetzt nicht tragisch, solange die Menschen um mich herum noch einen höheren Stellenwert haben. Meine jetztige Hündin und den Hofhund mag ich sehr, sehr gerne, aber sie sind nicht meine Herzenshunde.

      • Martin Frey sagt:

        @carolina
        Eine kleine Anekdote zu dem Thema: ich hatte mal eine absolute Hundenärrin als Mitarbeiterin, die ich einmal spasseshalber über Mittag gefragt habe, wofür sie sich entscheiden würde, einem kleinen Hund oder einem Säugling den letzten Platz bei sich im Rettungsboot zu geben.
        Raten Sie mal, was als Antwort kam, notabene völlig ernst, aus der Pistole geschossen und ohne eine Sekunde zu überlegen…. 😉

      • Christoph Bögli sagt:

        @MF: Es gibt effektiv eine überraschend grosse Gruppe von „Hundefans“, denen es leider bei der Thematik schnell mal völlig aushängt. Etwa wenn ein Mensch totgebissen wird und die grösste Sorge von manchen ist, dass der verantwortliche Hund eineschläfert werden könnte. Oder wenn in einem Spielfilm (!) hunderte Menschen qualvoll ermordet werden, sich aber manche ausschliesslich darüber empören, dass in irgendeiner Szene doch tatsächlich ein Hund (fiktiv!) misshandelt wird..

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Ende 4. Abschnitt. Die hündin war bereit für ihre Schwester…

      • sophie sagt:

        Ch. Bögli : zu Ihrer Information gibt es statistisch immer weniger Leute welche von einem Hund gebissen werden, obwohl es immer mehr Hunde gibt da die Bevölkerung auch wächst. Ein Hund beisst nie ohne Grund, man hat in provoziert. Und eben, diese Fälle sind extrem selten geworden. Früher als Leute nahe der Bauerhöfen spazierten konnte es passieren weil der Hund auf seinen hof wacht, es ist ja seine arbeit. Davon springen bringt die Sache nur noch heikler. Also still stehen und dem Hund nicht in die Augen blicken. Dann langsam weglaufen. Ist mir aber noch nie passiert.

      • Carolina sagt:

        MF: Ich würde mal davon ausgehen, dass die meisten Menschen ganz gut mit Hunden UND Kindern umgehen können. Da ich auch ein grosser Hunde- (überhaupt Tier-) Freund bin, habe ich aber tatsächlich kein grosses Verständnis für die, die entweder den Hund vermenschlichen bzw für das Gegenteil, nämlich das Tier und seine ureigensten Bedürfnisse ignorieren oder sogar missbrauchen. Aber dazwischen liegen sehr, sehr viele Bereiche, in denen es Hund UND Mensch gut gehen darf. Manchmal braucht es wirklich auf allen Seiten nur ein wenig mehr Toleranz.

      • Martin Frey sagt:

        Eigentlich trifft das umgekehrte zu, Sophie. Obwohl es weniger Kampfhunde hat, gibt es in den letzten Jahren tendenziell mehr und nicht weniger Zwischenfälle mit Hunden. Und wir reden hier ja nur von denen die statistisch erfasst werden, eine stattliche vierstellige Zahl pro Jahr.
        „Ein Hund beisst nie ohne Grund, man hat in provoziert.“
        Wenn ein Hund beisst, ist immer der Besitzer schuld, und letztendlich auch haftbar. Das was Sie hier von sich geben ist victim blaming in Reinkultur. Auf dem Niveau der „kurzen Röcke“ Diskussion.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @13
        Aah danke, jetzt habe ich es gelesen.

        @ Martin Frey
        Diese Diskussion kann man endlos weiterführen, in dem man fragt, ob man den letzten Platz dem eigenem, oder einem fremden Kind gibt, oder ob man selber bereit ist, seinen Platz für jemand anderen herzugeben. Nicht dass ich die Antwort Ihrer Arbeitskollegin gutheisse, aber der Egoismus fängt ja schon damit an, wenn man keine Fairtrade Produkte kauft.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ sophie
        Unsere Hunde laufen auch frei auf dem Hof, aber wenn sie beissen oder Leute anspringen würden, müssten wir die Haltung ändern, oder eine Einschläferung (bei beissen) überlegen.

        Als Nichthundehalter/Nichthundefreund darf man erwarten, dass man nicht von Hunden gebissen/angesprungen wird und der Halter die Tiere abrufen kann.

        Stehenbleiben wenn man Angst hat? Wird wohl kaum jemand machen. Zudem kann man ja kaum sagen, selber schuld, wenn jemand vor Panik davonrennt. Ich gehe davon aus, dass dereinst auch der kleine Süleyman beim Anblick der Hunde davongerannt ist, bevor er zu Tode gefetzt wurde

      • Martin Frey sagt:

        Ich finde, Sie Tamar haben das um 12:58 Uhr sehr treffend formuliert. Ich wünschte mir mehr Hundehalter mit Ihrer konsequenten und verständnisvollen Einstellung.
        @Carolina
        Die meisten Menschen kommen mit Hunden und Kindern gut klar, das ist unbestritten. Und dass Hunde Kindern wie auch Erwachsenen in vielerlei Hinsicht gut tun können, ebenso wenig. Trotzdem, die Toleranz wird in aller Regel durch die Hundehalter strapaziert, und nicht umgekehrt. Gewisse Dinge mussten angesichts gewisser Kommentare daher einfach wieder mal in Erinnerung gerufen werden.
        Notabene, ich liebe Tiere ebenfalls sehr, auch wenn ich Hunde nicht mag. Das ist kein Widerspruch, genauso wie die Annahme falsch ist, ein Hundehalter sei automatisch tierliebend.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Carolina
        Gegenseitige Toleranz ist für eine Gemeinschaft unumgänglich, nur bin ich da mit Martin Frey einig, dass der Toleranzanspruch von Hundehaltern teilweise überbeansprucht wird, was ja auch der Grund für die immer gleichen Konflikte ist.

        Meiner Meinung nach erschöpft sich der Toleranzanspruch an Nichthundehalter/Nichthundefreunde darin, dass sie zu akzeptieren haben, dass meine Hunde existieren und sie diesen durchaus auf Spaziergängen, in der ÖV usw begegnen können und sie diesen nicht versuchen grundlos treten/schlagen/vergiften usw (ja, auch das gibts)

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        2)
        Der Rest ist vom Hundehalter geschuldet. Man muss mit Hundi, der nach einem 4 Stundenmarsch im Regen wie ein gestrandeter Wal riecht, nicht in ein Restaurant gehen. Auch sind Diskussionen überflüssig, ob man vor Hundi Angst haben/nicht mögen darf oder nicht, unabhängig ob der Hund 3kg oder 83 kg wiegt. Man erkennt an der Gestik von weitem an, ob entgegenkommende Leute Freude an Hunden haben, oder nicht. Wenn ich meinen Hund abrufen kann, muss ich auch nicht darauf hoffen, dass der Hund nur spielen will.

        Während ich böse Situationen an einer Hand abzählen kann, kenne ich Hundehalter, welche ständig wegen ihren Tieren krach haben. Mir wäre das zu mühsam.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ sophie
        Natürlich beisst ein Tier nicht grundlos, bzw greift nicht grundlos an, aber viele Vorfälle werden halt nicht vom Opfer „provoziert“, sondern werden durch Hotspots hervorgerufen, verursacht durch Instinkte, oder halt negative Erfahrungen in der Tiervergangenheit. Es ist aber am Halter, Situationen zu vermeiden, welche beim Hund solche Reaktionen hervorrufen, weil das Opfer ja nicht wissen kann, wie der Hund tickt.

        Ja, das Tier ist immer unschuldig, wenn es Menschen oder andere Tiere schwer verletzt. Trotzdem müssen bei gewissen Verhalten Konsequenzen gezogen werden.

        Unser Herdenstier zB hat begonnen, „seine“ Kühe massiv zu beschützen. Nicht weil er böse ist, sondern weil es seinem Wesen entsprochen hat. Trotz seiner Unschuld mussten wir Konsequenzen ziehen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Martin Frey

        Danke für das Kompliment. Ja, ich gebe mir Mühe, dass meine Hunde niemanden belästigen.

        Ihre Bemerkung betr, dass Hundefreunde nicht per se Tierfteunde sind, ist ebenso treffend. Kann man immer wieder sehen, wenn Hundehalter ihre Hund Wild nachjagen lassen (er macht em Rehli nüüt, er springt nur nache), oder ihre Hunde nicht anleinen, obwohl sie wissen, dass sie andere Hunde oder Katzen angehen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @sophie
        das ist, wie schon vermerkt worden, nicht richtig!
        Und die effektiven Zahlen höher, da viele das innerhäusliche gebissenwerden vom Familienhund sträflich verharmlosen und erst den Arzt aufsuchen wenn die Hausapotheke überfordert ist.

        @Tamar v.S.
        Ihre Haltung gefällt mir ausgesprochen gut, wenn alle Hundehalter so denken/handeln würde gäbe es keine Gräben zwischen den „Hündeler/Nichthündeler“. Und es berührt mich dass Sie Süleyman in Erinnerung halten.

      • Martin Frey sagt:

        Ich kann mich nur wiederholen, und Brunhild Steiner anschliessen, Tamar, Ihre Haltung finde ich vorbildlich. Und Ihre Ansprüche an Nicht-Hundehalter sind nichts weniger als eine Selbstverständlichkeit.
        Interessant zudem, dass Sie Süleyman erwähnen….. wie Sie richtig sagen, auch solche Hundehalter gibt es. Und ein Hund ist nebst einem treuen Begleiter (und für gewisse Personen auch offenbar ein weiteres Geschwister) eben auch eine potentielle Waffe mit entsprechend damit verbundener Sorgfaltspflicht. Analog Autos, oder Schusswaffen. Das sollte man bei aller Euphorie nicht ganz ausser Acht lassen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ich bin Süleyman nie begenet, aber vergessen werde ich seinen sinnlosen Tod nie.

        Niemand ist ihm zu Hilfe gekommen, die Behörden konnten nicht eingreifen, obwohl die schlechte und sicherheitsgefährdende Hundehaltung mehrfach gemeldet wurde und ein bösartiger, ignoranter Hundehalter, dessen erster Satz war: „ich werde weiter Hunde züchten“

        Totales menschliches und behördliches Versagen in jeder Hinsicht.

      • Martin Frey sagt:

        @Tamar
        Ich bin Süleyman auch nie begegnet, jedoch dem Halter der Hunde. Aber der Punkt ist, wie ich schon sagte, es sind nicht nur solche Halter, und solche Hunde, die ein Problem darstellen. Von denen gibt es heute weniger, was mit ein Grund sein mag, dass zb. im Kt. ZH seit diesem Jahr keinen obligatorischen Hundekurs mehr absolvieren muss wer grosse Hunde halten will. Für mich ein völlig falsches Signal, quer in der Landschaft, da es wie gesagt, eher mehr Hundezwischenfälle gibt als früher. Mir sind beim Joggen im Wald auch schon drei frei laufende Rottweiler zähnefletschend entgegen gesprungen, ein Halter war schlicht nicht zu sehen da mehr als 100m entfernt. Wenn dann die üblichen „nur spielen/beisst nicht“ Sprüche kommen, dann kann ich das einfach nicht mehr ernst nehmen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Martin Frey
        Die obligatorischen SKN Kurse waren von Anfang an ein Witz. Ich musste mir meiner 3 kg Hündin diesen Kurs besuchen und bei einem Halter mit 60 kg Hund denselben Kurs. Das geht bei mir nicht auf. Ich habe mit meiner 3 kg Hündin 4 Jahre die Hundeschule besucht während Hundehalter mit 60 kg Hunden nur den obligatorischen Kurs gemacht haben, wenn überhaupt. Während all den Jahren konnten sich selbsternannte „Hundetrainer“ nach Schnellbleiche die Taschen mit den Kursbesuchen füllen, aber kontrolliert hat das niemand.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        2)
        Ich finde Schäferhunde, Rottweiler, Pitbulls und andere Listenhunde wirklich toll, aber ich finde es unmöglich, was für Leute solche Hunde halten, alleine um ihre geistigen Defizite zu übertünchen, ohne Bereitschaft, diese seriös zu halten und zu erziehen.

        Ich liebe grosse Hunde und habe trotzdem nur kleine Hunde. Mein Mann hätte gerne Schäferhunde, unser Hofhund ist aber ein Labrador. Wir wissen, warum wir nicht unsere Traumhunde halten, sondern solche, welche in unser Leben und dem unserer Mitmenschen passen.

        Wir geben uns wirklich Mühe, dass unsere Tiere keine Gefahr darstellen.

        Und ich bin froh, bin ich diesem Hundehalter im Fall Süleyman nie begegnet. So einer gehört einfach für 30 Jahre hinter Gitter, sorry.

  • Liliane sagt:

    Bis auf Nr. 2 eine vernünftige Strategie und Einstellung, die offenbar auch funktioniert hat. Nr. 2 hätte auch daneben gehen können, falls Hundi sich dann ‚verantwortlich‘ für das neue Rudelmitglied gefühlt und es verteidigt hätte. Die allgemein pessimistischen Kommentare kann ich nicht teilen – wenn man die Sache mit Herz und Verstand und Hundeverhaltenswissen angeht und das Tier nicht (im übertragenen Sinn natürlich) fallen lässt nach der Babyankunft, kann das eine schöne Gemeinschaft werden.

  • Jänu sagt:

    Freaky! Aber danke für den Anschauungsunterricht im Mamablog. Man wird doch immer wieder überrascht, welche Probleme sich der Mensch macht, wenn er keine wirklichen hat. 2 Jahre darüber nachgedacht? Na dann muss es ja gut kommen.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Wieso nicht? Besser darüber nachdenken, als überstürtzt und dann das Tier nach 2 Wochen wieder abschieben. Im Vorfeld darüber Gedanken machen wäre auch bei Kindern wünschenswert.

  • jane marple sagt:

    falsche reihenfolge! zuerst kind und dann hund (oder katze)! warum? damit man das tier nicht abschieben muss, falls das kind dummerweise eine allergie hat! das tier versteht das dann nämlich gar nicht!

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Jein, ist das Tier während der Schwangerschaft schon im Haushalt, ist die Gefahr, dass das Kind eine Allergie entwickelt viel kleiner. Wird das Tier erst nach der Geburt angeschafft, entwickelt das Kind häufiger Allergien, als wenn das Kind nach dem Haustier einzieht.

      • Carolina sagt:

        Na ja, Tamar, als jemand, die seit vielen Jahren Notfallhunde aufnimmt, kann ich nur sagen, dass die Tierheime doch sehr viel öfter Hunde aufnehmen müssen, die aus Familien stammen, wo urplötzlich jemand eine Allergie entwickelt. Ein Baby ist für viele Paare ein Riesenereignis, das einen schon vorhandenen Hund unter Umständen sehr in den Hintergrund drängt. Und niemand kann vorhersagen, was bei einer Geburt alles geschehen kann, wie ein Baby sein wird und wie gut oder schlecht Eltern mit der neuen Herausforderung umgehen können. Wenn ich es hätte planen können, würde ich immer warten, bis ein Kind/die Kinder schon etwas älter sind und Mitverantwortung übernehmen können.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Carolina

        Ich berufe mich da auf eine Studie, über die ich vor paar Jahren mal gelesen habe. Dass Tiere nach Geburten wegen Allergie abgegeben werden gibts es sicher, halte ich in vielen Fällen aber auch für eine faule Ausrede. Dafür sprechen auch die vielen Tierinserate im Internet.

        Und bei Erwartungen der Mitverantwortung wäre ich sehr vorsichtig. Viele Kinder haben nach zwei Wochen schon kein Interesse mehr am heiss gewünschtem Tier. Nach Ostern und Weihnachten, Geburtstagen werden diese dann wieder entsorgt.

        Meine letzten beide Hündinnen waren sehr auf mich fixiert, hatten an meinen Buben kein Interesse, bzw die letzte liess sich auch nur selten von anderen als mir anfassen (mit Ausnahme meiner Mutter).

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Die jetztige Hündin (auch wieder aus dem Auslandtierschutz) ist zwar zu allen freundlich, hat aber panische Angst davor, geschlagen zu werden. Ich denke, Tierschutzhunde mit schlechter oder unbekannter Vergangenheit sind nicht für Anfänger oder Familien mit Kleinkindern/Vorschulkindern geeignet.

  • stefu sagt:

    Bei uns hat der Zufall es so gesteuert, dass unser Hund nur gerade 5 Monate älter ist als unsere erste Tochter.
    Hundefreie Zonen brauchen wir nicht, aber kinderfreie Zonen. Hunde brauchen sehr viel Erholungszeiten – noch mehr, wenn sie von quitschenden Energiebündeln umgeben sind….
    Aneinanderfügen ist mit einem gut sozialisierten Hund nicht so schwer. Wichtig scheint mir das gemeinsame Ankommen (Hund beim vom Spital abholen mitnehmen).
    Der allerwichtigste ist der 6. Punkt. Niemals sind Kleinkinder und Hunde alleine!
    Aus Erfahrung würde ich übrigens eher eine Hündin mit Kleinkindern kombinieren. Rüden haben die höhere Tendenz sich in der Rudel-Hackordnung „hocharbeiten“ zu wollen – und dem sind Kleinkinder nicht gewachsen. Hündinnen gehen das eher locker an.

  • adam gretener sagt:

    Ich musste herzhaft lachen. Gerade beim Punkt, die Spielsachen zu trennen. Hört sich in der Theorie super an. Wird aber an der Praxis komplett scheitern.

    Viele Grüsse von jemandem, der mit Hunden aufgewachsen ist.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Das war bei uns kein Problem: unsere kleine Hündin war 3 Jahre alt, als der Grosse geboren wurde und wir mussten jedes Kinderspielzeug ein Mal zeigen und sagen „dass isch im Bebe siis“ und sie hat es nie angerührt, obwohl sie ihre eigenen Spielsachen (auch ihre Plüschtiere) z Hudlefätze riss. Es war aber so, dass wir schauen mussten, dass die Kinder nicht das Hundespielzeug genommen haben.

  • Anne sagt:

    Komische Familenplanung….Zuerst der Hund und dann das Baby?Der Hund hat eine Schwester bekommen?Wir haben auch einen Hund,den wir alle lieben,vorallem unser Jüngster.(Er war 6 als unser kleiner Hund zu uns kam).Baby und Hund finde ich schon sehr stressig,sehe auch keine Vorteile für das Baby.Lieber warten bis das Kind grössee ist!

  • Peter Meyer T. sagt:

    Ganz ehrlich? Diese Kombination in dieser Zeitabfolge halte ich für ungeschickt. Was, wenn die Schwangerschaft schwierig? das Kind eine Frühgeburt? Behindert? Dann wirds mit jungem Hund enorm schwierig (auch ein älterer braucht noch genug Aufmerksamkeit) und er wird erst lästig (weil unausgelastet) und dann entsorgt.

  • Marie Bornand sagt:

    Viele Leute machen es anfangs falsch mit einem Hund : man muss denken dieses Hundebaby hat seine mutter nicht mehr, seine Geschwister auch nicht, seine familiäre gerüche ebenfalls. Er ist also komplet alleine und daher braucht er liebevolle pflege. Die ersten 2 nächte haben wir ihn ins Zimmer genommen und als er aufweckte, wurde er gestreichelt denn er sucht „seine“ familie, die ja nicht mehr da ist. Und so hatten und haben wir sehr ausgeglichene Hunde, welche nicht ängstlich sind, nicht für nichts bellen, und wirklich freude machen.
    Jedoch finde ich die KInder sollten schon etwa 5 Jahre sein bevor sie einen Hund haben.

  • Marie Bornand sagt:

    Diesen Artikel freut mich ! Eine Familie ohne Hund ist für mich nicht komplet. Man soll ihn respektieren und ihn auch in Ruhe lassen wenn er schlafen will : der Hund schläft viel da er auch im schlaf immer aufmerksam bleibt, er ist ja ein Wachhund/tier. Seit meheren Jahren „dressiert“ man Hunde nicht mehr, man erzieht sie „soft“ also ohne ständig zu befehlen oder zu schreien. Ich habe nun den dritten Hund und niemals habe ich „dressiert“ und alle drei waren und sind ausgesprochen freundlich und ausgeglichen obwohl alle drei von verschiedener Rassen, klein oder mittelgross, ca 5 bis 10 kilos. Er kommt fast überall mit, ausser Restaurant. 3x im Tag spazieren und wenn möglich ohne Leine.

    • Martin Frey sagt:

      „Eine Familie ohne Hund ist für mich nicht komplet.“
      Da spricht die nachgerade typische Hundeliebhaberin… 😉
      Genauso gut könnte man entgegnen: eine komplette, glückliche Familie hat keinen Hund nötig.
      „Er kommt fast überall mit, ausser Restaurant. 3x im Tag spazieren und wenn möglich ohne Leine.“
      Bitte nehmen Sie und andere Hundefans einfach zur Kenntnis, dass weder alle anderen Tiere noch alle anderen Menschen Ihre Ansichten teilen. Für Leute, die Hunde nicht mögen, sind nicht angeleinte Hunde die einen anspringen, kein Grund zur Freude, um es mal so zu formulieren. Auch wenn Sie das kaum verstehen werden.
      Zu guter Letzt, zum Thema Hundehalter und Hunde:
      https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/ihr-hund-ist-duemmer-als-sie-glauben/story/20082349

      • Nicole sagt:

        @marin Frey: ich setz zum Post noch einen drauf: Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber nicht zielführend. Unser Hund ist übrigens der beste Kumpel unserer Jungs, tröstet, beschützt und ist einfach da, wenn das Teenagerleben mit den Eltern schwierig ist;))

      • Marie Bornand sagt:

        @ MF : da kann ich sie beruhigen, er springt nie gegen leute. Auch ich habe dies nicht gern, i.b. wenn ich einen frisch gewaschenen Jean trage !

      • Martin Frey sagt:

        @Bornand
        „da kann ich sie beruhigen, er springt nie gegen leute.“
        Ich weiss, das höre ich ungefähr so oft wie „er beisst nicht“ oder „er will nur spielen“.
        Kein Hund beisst, bis zum ersten Mal. So einfach ist das.
        @Maru
        Ich ärgere mich doch nicht, weshalb auch? Hunde sind ganz wunderbare Projektionsflächen für Millionen Menschen, wie hier grad wieder unter Beweis gestellt wird. Und sofern Hunde gar einen Gang zum Psychiater oder den Personal Trainer vemeiden helfen, umso besser. 🙂
        Für mich und andere Millionen Menschen, die Hunde kalt lassen, reicht völlig, wenn ich mir weder „er springt sonst nicht Leute an“ noch „er will doch nur spielen“ noch „er beisst (sonst) nie“ oder wahlweise „er wurde provoziert“ anhören muss. Dann bin ich komplett, tiefenentspannt und völlig happy.

      • Marie Bornand sagt:

        @MF : keine Angst, er ist schon 10 Jahre und hat noch niemanden gebissen ! Ich denke Sie hatten nicht das Glück, die Freude, als Knabe einen eigenen Hund zu haben. Ich verstehe da schon dass es selbstsam scheinen kann dass Leute tiere so gerne haben, weil sie fast vom Babyalter immer mit tiere aufgewachsen sind, und es später auch so machen mir ihrer eigenen Familie.

      • Martin Frey sagt:

        Frau Bornard, selbstverständlich gibt es das, und ich respektiere auch Ihre Haltung. Das andere habe ich einfach nur zu oft erlebt.
        Persönlich halte ich es einfach für wichtig, dass Hundehalter sich bewusst sind, dass nicht alle ihre Freude teilen, dass es Leute gibt, die teils sehr schlechte Erfahrungen machen mussten und denen Hunde Angst machen. Und dass das ebenso legitim ist wie Ihre Freude an Ihrem Hund.

    • Maru sagt:

      MB: Genauso haben wir es schon bei unserem ersten kleinen Hund gemacht. Mittlerweile haben wir unseren vierten. Wer ein Leben mit Hunden nie gekannt hat, vermag kaum zu ermessen, wie sehr diese Schätze mithelfen, ein schönes Leben noch bereichernder und lebenswerter zu machen, das muss ich jetzt einfach sagen, selbst auf die Gefahr hin, dass der gute Herr Frey hier unten sich jetzt gerade fast zu Tode ärgert.

    • 13 sagt:

      „Eine Familie ohne Hund ist für mich nicht komplet.“
      Wenn es eine Sache gibt, die bei Kindern wie auch bei Hunden (oder allen anderen Haustieren) gilt: Wer eigentlich keine haben will, weil keine Bereitschaft da ist, sich darum zu kümmern oder das Leben diesen anzupassen, sollte darauf verzichten und nicht welche haben, weil „das dazugehört“, „ohne diese keine komplette Familie ist“, „weil alle anderen welche haben“ oder sonst was. Das ist nämlich die einzige für alle faire Entscheidung.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ein Leben ohne (Kinder und) Haustiere ist möglich, aber sinnlos

      • Martin Frey sagt:

        Gegenfrage: was ist der Sinn des Lebens, Tamar?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Selber kann ich mir maximal 2-3 Hunderassen vorstellen, an denen ich überhaupt Gefallen finden könnte. Nur sind die relativ anspruchsvoll und brauchen viel Bewegung. Wenn man dies nicht tiergerecht zu leisten im Stande ist, ist das in meinen Augen Tierquälerei.
        So habe ich jedesmal, wenn bei uns bis dato Hunde zum Thema wurden, lediglich klargemacht, dass ich den Wunsch zwar nicht komplett ablehne, aber auch nicht derjenige sein will, der jeden Tag und bei jedem Wetter den Hund bewegen kann und auch wird. Und dass ich dann nach ein paar Wochen nicht die ersten Ausreden hören möchte nur weil es regnet oder jemand grad sonst keine Lust hat.
        Dann ist iaR das Thema wieder erledigt.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Wer Hunde oder Kinder braucht, um seinen Leben einen Sinn zu geben, sollte auch darauf verzichten. Es ist eine zu grosse Aufgabe für ein Lebewesen, für den Sinn des Lebens eines anderen zu sorgen und auch unfair, jemanden diese Verantwortung zu geben. Hunde mag ich nicht, Kinder logischerweise schon. Sie bereichern mein Leben jeden Tag und ich bin glücklich über die Aufgabe, sie begleiten zu dürfen. Aber hätte mein Leben auch ohne sie einen Sinn und wäre es gut? Eindeutig ja.

      • Carolina sagt:

        Ich glaube, da ist vielleicht die Hundeliebhaberin in TvS etwas durchgegangen. Das ehrt sie ja auch, aber ich glaube, es ist gut, wenn wir alle mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Auch als absolute Hundefreundin muss ich einfach akzeptieren, dass das nicht für alle Menschen so ist; dass ich meine Hunde dazu erziehe, im Hintergrund zu bleiben, genauso wie ich meine Kinder in ungeeigneter Umgebung nicht herumtoben lasse. Ich habe eine grosse Abneigung gegen Menschen mit ‚Statement-Hunden‘, die möglichst gross und massig sind und zum Baby auch noch sein mussten. Das erscheint mir fragwürdig. Ich verstehe aber jeden alten und einsamen Menschen, für den ein Hund ein grosser Trost und auch Lebensaufgabe ist – da ist für meine Begriffe Vermenschlichung kein Problem.

      • Carolina sagt:

        Tamar, noch zu diesem Spruch:
        Ich habe den allergrössten Respekt vor Menschen, die sich bewusst gegen Haustiere aller Art entscheiden, weil sie vielleicht ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden können oder wollen. Manchmal ist es erzieherisch wertvoller, den Wunsch nach einem Haustier Kindern nicht zu gewähren, man kann ihnen dadurch auch Verantwortung beibringen!
        Und nein, auch wenn wir seit vielen Jahren Hunden und Katzen haben: ich kann mir ein Leben ohne Haustiere vorstellen. Aber ganz sicher nicht ohne meine Kinder!

    • Christoph Bögli sagt:

      @Bornand: Gerade wegen solchen Klischees kaufen sich doch immer wieder Leute einen Hund, obwohl sie oder ihre Lebensbedingungen völlig ungeeignet sind dafür. Wenn es so für Sie stimmt, ist das ja gut, aber das derart zu pauschalisieren ist schlicht falsch.

      Nur so als Vergleich, da ich mit Katzen aufgewachsen bin würde ich vielmehr behaupten, dass eine Katze die ideale Ergänzung einer Familie ist. Aber ich käme nie auf die Idee, zu postulieren, dass einem Familie ohne Katze nicht komplett wäre. Das muss schon auf jeder Ebene passen, sonst lässt mans lieber, selbst wenn der Wunsch da wäre.

      Was ein anderer wichtiger Punkt ist: gerade im immer dichteren urbanen Raum sind Hunde tendenziell deplatziert und auch unökologisch. Weshalb man allein deswegen eher verzichten sollte.

      • Marie Bornand sagt:

        @ Ch. Bögli : auch ich hatte immer Katzen (+ Hund) aber eines Tages bekam ich eine Allergie und ich wusste lange nicht warum : es war die Katzenspeichel, denn nicht ihre Haare sondern die Speichel kreiert allergien. Von wegen Lebensbedingungen : viele Leute haben Kinder obwohl sie die Lebensbedingungen nicht haben und diese weggeben müssen den ganzen Tag : da kann man effektiv von Egoismus sprechen aber so hart darf man doch nicht sein mit den Leute ? Sie wünschen sich so sehr Kinder, oder einen Hund, oder ein Büsi ? Die ehrliche zuneigung die ein Tier zeigt Tag für Tag ist eine Wohltat in der heutigen Welt. Die meisten „Besitzer“ schauen ihnen gut und haben sie gerne. Man sollte also nicht so trocken denken, auch die Fröhlichkeit des Tieres gibt einem viel, es ist ein + im Leben.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13
        Leider wurde der zwinkernde Smiley nicht mitgepostet.

        Selbstverständlich sind Kinder und Haustiere nicht dazu da, um meine Bedürfnisse zu befriedigen, sondern müssen um ihrer Selbstwillen geliebt werden. Nicht umsonst lautet die Devise bei seriösen Adoptionsorganisationen (und auch Tierschutzvereinen), für das Kind (Tier) geeignete Adoptanten auszusuchen und nicht die Wünsche der Adoptionswilligen zu erfüllen. Ich habe nun den zweiten Auslandtierschutzhund und bin mit dem Motto keine Erwartungen an das Tier zu haben gut gefahren.

        Auch wäre ich das beste Beispiel, dass man bei ungewollter Kinderlosigkeit einen Plan B zurechtlegen muss. Seit ich 18 bin, bin ich eine strikte Gegnerin von Kinderwunschmedizin und habe meine Meinung diesbzg nie geändert.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Carolina

        Wie gesagt: ich habe bei diesem Spruch einen Zwinkersmiley hinzugefügt. Zudem beziehe ich dieses Zitat auf mich und nicht auf andere. Ich kenne viele Leute, welche sich bewusst gegen Haustiere und Einige, welche sich gegen Kinder entscheiden.

        Trotzdem wäre ich wohl auf einem Bauernhof mit Nutztieren wohl fehl am Platz, würde ich Tiere nicht lieben.

        @ 13
        Und ja: an vielen Tagen war es die Verantwortung für meine Kinder, welche mich im Leben gehalten hat. Nie, nie, nie würde ich meine Kinder im Stich lassen.

        Kinder (und Tiere halten) ist kein Hobby, sondern eine Lebensaufgabe/Lebenseinstellung.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Der letzte Satz ist sehr richtig und wichtig! Und genau darum sollte man es sich gut überlegen, ob man diese Lebensaufgabe wirklich annehmen will.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.