So wird man Warzen los

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Abwarten ist oft die beste Methode: Warzenbehandlung bei einem Kind. Foto: iStock

Morgendliche Arztvisite im Kinderspital. Ein kleiner Knirps streckt unserem Ärztegrüpplein seine Hand hin. «Kann man da was machen?», will er wissen. Auf seiner Handinnenfläche prangt eine Warze.

«Hast du Geld?», fragt der Chefarzt. Der Kleine nickt. «Nimm einen Einfränkler und lege ihn jeden Tag fünf Minuten auf die Warze. Dann verschwindet sie», erklärt der Arzt dem Patienten, der aufmerksam zuhört. Der Kleine nickt verständig, hält inne und denkt kurz nach. Dann kommt seine nächste Frage: «Wenn ich einen Fünffränkler drauflege: Geht die Warze dann schneller weg?»

Wir müssen uns zusammenreissen, um nicht loszulachen über die Cleverness dieses Dreikäsehochs und seine ökonomischen Überlegungen – «time is money».

Verglichen mit anderen Altersgruppen sind Warzen bei Kindern am häufigsten. Etwa zwei bis sechs Monate nach der Infektion mit sogenannten Papillomaviren fangen sie an zu wachsen. Zum Glück verschwinden sie bei zwei Dritteln der Kinder innerhalb von zwei Jahren wieder von allein. Deshalb ist in den meisten Fällen das einfachste Rezept: Geduld.

Hilfreich: Die Klebeband-Methode

Das wissen wir, aber der etwa fünfjährige Patient nicht. Er ist wegen etwas anderem im Spital. Aber bei der Gelegenheit kann er ja gleich noch wegen der Warze fragen. Für einen Moment ist der Chefarzt perplex. Nein, es gehe mit einem Fünffränkler vermutlich nicht schneller, sagt er und unterdrückt das Lachen. Der kleine Patient ist zufrieden mit der Antwort und zieht ab. Auch 20 Jahre nach dieser Episode ist das Mittel gegen Warzen noch nicht erfunden.

In etlichen Studien heilten Warzen sogar schneller ab, wenn sie mit Placebo oder mit gar nichts behandelt wurden, verglichen mit den Medikamenten, die zu ihrer Behandlung gedacht waren. Trotzdem ist es eine zweischneidige Sache, einen Einfränkler oder ein anderes Placebo zu empfehlen. Einerseits können Placebos dem Patienten – manchmal sogar erstaunlich gut – helfen. Andererseits dürfen Ärzte ihre Patienten nicht täuschen.

In dieser Hinsicht unproblematischer ist deshalb die Behandlung mit dem Kunststoff-Klebeband – sie stützt sich immerhin auf eine kleine Studie. Die Methode geht so: Normales Kunststoff-Klebeband zuschneiden, sodass es nur die Warze bedeckt. Sechs Tage aufkleben, die Warze wässern, das überschüssige, weiche Horn vorsichtig abtragen und über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Morgen wieder Klebeband aufkleben und fortfahren, bis die Warze weg ist – aber nicht länger als zwei Monate.

Erfolgversprechend: Abwarten

In einer Studie funktionierte das sehr gut: Nach längstens zwei Monaten waren 22 von 26 Kindern ihre Warze los. In zwei Folgestudien, eine an Kindern, eine an Erwachsenen, schnitt das Klebeband dann nicht mehr so gut ab oder brachte gar nichts. Allerdings wurde es in dieser zweiten Kinderstudie auch nur eine Nacht lang aufgeklebt.

Die populärsten Methoden gegen Warzen sind mechanisches Entfernen, Auftragen von Salicylsäure, Milchsäure oder anderen Substanzen zum Aufweichen des Horns oder aber das Vereisen mit eiskaltem, flüssigem Stickstoff – wobei Letzteres bei noch kleinen Kindern eher vermieden wird. Einreiben mit Knoblauch, Betupfen mit Zitronensaft, Teebaumöl oder der «Milch» aus dem Löwenzahn gehören zu den bekannteren Hausmitteln.

Am wenigsten Nebenwirkungen hat das Abwarten. Wenn der Patient nicht an Erkrankungen leidet, welche die Immunabwehr beeinträchtigen, wird sein Immunsystem die Warzenviren in den meisten Fällen über kurz oder lang schachmatt setzen.

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15 Kommentare zu «So wird man Warzen los»

  • clbr sagt:

    Habe mich als Kind fürmeine Warzen an den Händen sehr geschämt. Plötzlich waren sie dann weg. Geduld und Zuversicht, die beste Methode gegen diese rätselhafte Erscheinung. Später musste doch noch eine rausoperiert werden.

  • Ötterli sagt:

    Der Körper inkl. Gesicht waren bei meiner Tochter Warzen übersäät. Nach zwei heftigen Infekten waren die Warzen weg. Ich schwöre seither auf die Kraft des Immunsystems.

  • Ameisensäure sagt:

    Wie kann man einen Rategeber-Artikel über Warzen publizieren und die wohl wirksamste Methode Ameisensäure mit keinem Wort erwähnen? Einmal pro Woche kurz Betupfen genügt und die Erfolgssrate liegt gemäss Studien bei 92% (vgl. Brahms et al., 2001).

    • Jänu sagt:

      Das hatte ich mir auch gedacht, aber Milchsäure und Salicylsäure tun auch ihren Zweck (oder auch Trichloressigsäure). Es geht alleine um das Aufweichen der verhornten Haut. Die Autorin hat es richtig geschrieben.

  • Mi Meier sagt:

    Wir hatten auch ein Warzenproblem.
    Zuerst bei unserem Sohn. Wir erhielten Tropfen zum drauf träufeln mit der Folge, dass er sich eine Weichteil Infektion geholt hat und eine mega entzündete Warze hatte.
    Der „Vorteil“: Sie wurde rausgeschnitten/geschabt.

    Dann kam unsere Tochter dran. Auch eine Warze am Fussballen.
    Auf Empfehlung unseres Kinderarztes wendeten wir die Pflaster-Methode an. Die war aber nicht durchführbar.

    Dann gingen wir zur Höomopathin. Nach einer teuren Ersteinschätzung und ein paar Wochen mit jeweils einmal pro Woche 2 Globulis haben sich die kleinen Warzen zurück gebildet und die grosse Warze ist einfach rausgefallen. Ohne Schmerzen rausgefallen…

    Auch wenn Globulis nicht helfen sollen, sie helfen doch.

  • Gabi sagt:

    Als Kind sind’s meine 30 (!) Warzen an den Füssen von alleine verschwunden. Geduld hat sich gelohnt.
    Die neuen, vor 5 Jahren aufgetretenen, sind mit aufgelebten Mini-Wattepads getränkt im Apfelessig innerhalb von 2 Wochen weg. Ohne schneiden, raspeln oder sonstigem möglichen verletzen des Gewebes.

  • Rosa Rumi sagt:

    Das ultimative Hausmittel haben mir meine Schwiegereltern beigebracht als unsere Kinder Warzen hatten. Betupfen mit Menstruationsblut, nach ein- zweimaliger Anwendung sind die Dinger verschwunden. Ich habe die Methode widerstrebend angewendet, aber sie ist wirklich das Beste, auch gegen Dornwarzen. Ich bin absolut nicht esoterisch. Wenn die Kinder die Behandlung nicht mögen, lässt sie sich anwenen, wenn sie schlafen. Bon courage!

    • Brunhild Steiner sagt:

      Also da würd mich jetzt ja interessieren wie genau Ihre Schwiegereltern dafür gesorgt haben für den Warzenfall dieses ultimative Mittel schon im Vorrat bereitzuhaben?
      Irgendwie wär mir da der Morgenurin, dem auch einiges an Kraft zugeredet wird, fast noch symphatischer…

      • Muttis Liebling sagt:

        Beides dürfte über eine geringgradige Autoimmunreaktion die gleiche Wirkung auslösen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Blut und Urin – aufgeschmiert bei anderen Personen – soll dann dort eine autoimmune Reaktion verursachen? Und diese autoimmun Reaktion soll durch Viren verursachte Warzen zum Verschwinden bringen? Zwei coole Theorien!

  • Muttis Liebling sagt:

    Von wenigen akuten oder finalen Krankheiten abgesehen ist in mehr als 50% aller Arztkonsultationen die seit Hippokrates berühmte Mache- Nichts- Therapie erste Wahl. Das Leben hat ein paar treue Begleiter, den Krebs, die Atherosklerose, vielleicht noch ein paar andere. Wenn die Guten Tag sagen, heisst das gute Nacht, denn sie sind treu und gehen nie wieder.

    Die anderen 1001 Leiden kommen und gehen, wie sie wollen. Man muss sie, wie Warzen oder Schnupfen, nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Manchmal muss man etwas aufpassen, ob ein massiver mikrobieller Angriff nicht für Stunden das Immunsystem überfordert. Das ist aber selten und meist gut beherrschbar. Richtige Krankheiten sind erfreulich selten geworden, vor dem 75. Geburtstag so selten wie die grosse Liebe.

  • Susann T. sagt:

    Unser ultimatives Familienrezept:Schneckenschleim…Schleim von Rossschnecken über drei bis sieben Tage auf die Warzen streichen,mit lockerem Verband über Nacht einwirken lassen…und weg sind die Dinger!

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