Was tun, wenn Husten Kindern den Schlaf raubt?

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Wenn das Kind einen schlimmen Husten hat, sind auch die Eltern die halbe Nacht wach. Foto: Getty Images

30 Minuten vor dem Zubettgehen etwas Vicks Vapo Rub auf Brust und Nacken massieren – in einer Studie half diese Methode nicht nur den Sprösslingen. Sie husteten nachts weniger oft und weniger schwer – und schliefen dementsprechend besser. Davon profitierten auch ihre Eltern, deren Nacht ungestörter verlief, als wenn die Kinder mit Vaseline oder mit gar nichts eingerieben wurden.

Vielleicht ist das alles nur ein Placebo-Effekt. Das Einreibemittel riecht stark nach Kampfer, Eukalyptus und Menthol. Deshalb war fast allen Eltern klar, ob sie Vicks oder Vaseline aufgestrichen hatten, und womöglich beeinflussten ihre Erwartungen das Resultat. Das liess sich bei diesem Experiment nicht vermeiden. Ausserdem spürte fast die Hälfte der Kinder ein leichtes Brennen auf der Haut – eine Nebenwirkung des Mittels.

Doch egal, ob Placebo oder echte Wirkung: Wenn eine Familie dank fünf Milliliter Vicks Vapo Rub (für die Zwei- bis Fünfjährigen) oder zehn Millilitern (für die Kinder ab sechs) besser schläft, ist für die Betroffenen zweitrangig, worauf das nun genau zurückzuführen ist. Auf einer Bewertungsskala von 1 bis 7 schlummerte das Kind laut Angaben der Eltern 2,5 Punkte besser, die Eltern selbst um gut 2 Punkte. Die Anzahl der Hustenanfälle beim Kind sank um rund 2,5 Punkte, ihre Heftigkeit nahm um gut 2 Punkte ab.

Trotzdem sollten Eltern das Mittel nicht bedenkenlos anwenden. Kinder unter zwei Jahren, solche mit Asthma, Lungenerkrankungen, Allergien oder Epilepsie behandelt man besser nicht damit, weil es zu ernsten Nebenwirkungen kommen kann. Aus demselben Grund sollten sich auch stillende Mütter kein Vicks auf die Brust streichen. (Quelle: «Pediatrics»)

Was sonst noch helfen kann, um bei einer Erkältung zu mehr Schlaf zu kommen:

Honig: Zehn Gramm Honig vor dem Zubettgehen lindern den Husten bei Kindern etwa genauso gut wie gängige Hustensirups mit dem Wirkstoff Dextrometorphan. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler der Cochrane-Vereinigung, die sechs (kleine) Studien zum Honig analysierten. Kinder unter einem Jahr dürfen allerdings keinen Honig bekommen – er kann bei ihnen zu einer lebensgefährlichen Vergiftung (Botulismus) führen.

Heilpflanzen: Hustenlindernd wirken zum Beispiel die südafrikanische Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides), Kalmegh (Andrographis paniculata) sowie Efeu-/Primel-/Thymianpräparate. Was Echinacea betrifft, sind die Studienergebnisse uneinheitlich. Mal linderte ein Echinacea-Präparat die Erkältung, mal verkürzte es sie um nur sechs Stunden, mal half die Pflanze gar nicht. Das liegt möglicherweise daran, dass in den Studien verschiedene Präparate aus unterschiedlichen Echinacea-Arten getestet wurden. Eine Reihe von Heilkräutern wie Kamille, Fenchel- und Anisfrüchte oder Malvenblüten wirken schleimlösend, auswurffördernd, entzündungshemmend oder antimikrobiell. Als Tee getrunken, als Wickel aufgelegt oder zum Inhalieren, verschaffen sie oft ein Gefühl der Linderung. Wer zu Allergien oder Asthma neigt, sollte allgemein vorsichtig sein mit Heilkräutern. Einzelne Pflanzen haben Nebenwirkungen, die man kennen sollte. Der Inhaltsstoff Menthol aus der Pfefferminze beispielsweise kann bei Säuglingen und Kleinkindern Atemnot auslösen, wenn er in die Nähe von Mund oder Nase gerät.

Zink: Lutschtabletten mit Zink können die Erkältungsdauer um etwa 1,5 Tage verkürzen. Vorsicht mit zinkhaltigen Nasensprays: Patienten haben damit schon ihren Geruchssinn verloren.

Medikamente: Solange das Fieber 38,5 Grad Celsius nicht übersteigt, braucht man nichts dagegen zu unternehmen. Rezeptfrei erhältliche Medikamente können stärkeres Fieber senken, aber auch Wadenwickel (nur bei warmen Füssen anwenden) oder Essigsöckchen. Bei verstopfter Nase kann Nasenspray helfen, es darf aber höchstens eine Woche angewendet werden.

Ruhe: Bei Fieber gilt Bettruhe. Solange noch Beschwerden bestehen, wenn möglich Hausruhe. Und nach überstandener Erkältung nicht gleich einen Marathon laufen. Körperliche Aktivität schadet nicht, aber man sollte nach der Erkältung nicht zu viel Leistung von sich erwarten.

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18 Kommentare zu «Was tun, wenn Husten Kindern den Schlaf raubt?»

  • Markus Kohler sagt:

    Hausmittelchen sind zum Teil absoluter Quatsch, da nicht überlegt wird was das wahre Problem ist und wie denn das Mittel wirken könnte. Bei allergisch mitbedingtem Husten sind aetherische Öle kontraproduktiv, bei den unzähligen Teesorten ist das entscheidende eigentlich die Flüssigkeitszufuhr und nicht der Inhalt. Brust einreiben wirkt enorm über Zuwendung, aber was eingerieben wird ist komplett sekundär. Selbsthilfe ist gut, ein bisschen denken dabei schadet aber nicht, im Zweifelsfall empfiehlt es sich wie Muttis Liebling dies treffend dargestellt hat, Mediziner/innen zu fragen, die sich tatsächlich mit der Materie auskennen.

    • Medicus Hominibus sagt:

      Stimmt. Bei starkem, hartnäckigem Husten nützen die Hausmittelchen nicht viel. Können alles noch verschleppen, Bronchien sind entzündungsgefährdet (Lungenentzündung wäre eine schlimme Sache). Bei Keuchhusten sowieso, dagegen kann man auch vorbeugend impfen. Esos verweigern ja sogar das Impfen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Für den Umgang mit Gesundheitsstörungen und Krankheiten gibt es eine scheinbar weitgehend unbekannte öffentliche Struktur, die nennt man sprachlich leider falsch, Gesundheitswesen. An die sollte man sich wenden, statt zu beten oder sich in Kräuterheilkunde zu üben.

    Wenn die Küche gemalt werden will, rufe ich den Maler und wenn das Bad geputzt sein will, kommt die Putzfrau. Das Besondere und Typische des mitteleuropäischen Lebens nach 1945 besteht in Arbeitsteiligkeit. Ich mache nur meinen Beruf selber, alles andere lasse ich machen.

    Ein weiteres Typisches ist ein ganz prinzipielles, generelles Unverständnis von Gesundheit und Krankheiten, von Medizin und Ernährung, usw., selbst in sonst hoch gebildeten Kreisen. Schon deshalb ermutigt man nicht zur Selbsthilfe.

    • Medicus Hominibus sagt:

      Grundsätzlich einverstanden. Kleine Bobos kann man schon mit „Grossmutters Rezepten“ behandeln. Die kenne ich auch noch. Schmieren und salben, wirkt allenthalben (Essigsaure Tonerde hilft bei manchem, aber nicht bei Husten). Starker, hartnäckiger Husten gehört nicht dazu; Pulmex unterstützt die Behandlung. Eso ist anscheinend wieder im Kommen (oft kontraproduktiv, verschleppen von Leiden) …

  • annetta tamburini sagt:

    Ich empfehle bereits am frühen Abend einen Zwiebelwickel aufzulegen und Hustensirup für die Kleinen kann man gut selber herstellen. Fusszwiebelwickel eignet sich auch. Der Kopfteil beim Schlafen soll dann höher sein. Die Heizung im Schlafzimmer nachts zudrehen, und wie andere bereits geschrieben haben, eine geschnittene Zwiebel auf Teller in Kopfnähe stellen. Ja, das Zimmer riecht am Morgen nicht so gut, dafür konnten alle gut schlafen. Die Zwiebel hilft auch stets bei Schnupfen; auch bei Erwachsenen.

    • Susi Sorglos sagt:

      Ich schwöre auf Zwiebelsirup. Er hilft bei der ganzen Familie. Zwiebel Klein hacken, mit Wasser und Zucker aufkochen. Abstehen Lassen, halben Tag später absieben und 3x pro Tag einen EL.
      Er wirkt und wirkt und wirkt.
      Bei uns gibt es KEINEN überteuerten, gekauften Hustensirup mehr!

  • pinkpoet sagt:

    Ich hätte gedacht, ich komme zu spät mit meinem Vorschlag…aber nein…eine geschnittene halbe Zwiebel neben das Bett stellen – hilft allenthalben. Jedenfalls hat das unsere Kinder recht gut durch die Nächte gebracht. Im Winter auch stets in der Apotheke steht bei uns der WALA-Rachenspray – ist für Kleinkinder etwas gewöhnungsbedürftig…aber dennoch hilfreich.

  • Simon Rothen sagt:

    eine Zwiebel aufschneiden und ins Zimmer legen

  • Anne sagt:

    Zwiebelsaft mit Honig vermischen,,immer wieder ein Löffelchen davon trinken.Wirkt bei uns immer!

  • Jo sagt:

    Oder einfach Zwiebeln aufschneiden und neben das Bett stellen. Hilft super.

  • bcn sagt:

    Stundenlanges Husten in der Nacht bringt für alle nichts. Darum gebe ich immer Neocitran Kids Tropfen (ein paar Tropfen mehr als angegeben). Diese beruhigt das Kind. Tagsüber gebe ich nichts. Wenn der Auswurf kommt dann ein schleimlösender Hustensaft tagsüber – aber nicht für die Nacht!!

  • Tobias sagt:

    Bei uns das Wirksamste: Kopf und Schultern hochlagern. Das wirkt Wunder. In gröberen Fällen braucht es noch um ca. 22:00 Uhr Bexin Hustensaft.

  • Medicus Hominibus sagt:

    Codeinsirup (Codeinum phosphoricum) wirkt auch. Wissenschaftlich nachgewiesen. Für Kleinkinder gibt es auch Suppositorien.

    • Martin Frey sagt:

      Codein ist bei Kleinkindern verboten.

      • Medicus Hominibus sagt:

        Wo haben Sie das gelesen? Es ist immer eine Frage der Dosierung. Das wusste schon Paracelsus. In der Notfallmedizin wird bei Kleinkindern sogar Valium eingesetzt. Natürlich nur im klinischen Bereich.

      • Martin Frey sagt:

        Informieren Sie sich, MH, bevor Sie hier gefährlichen Unsinn verbreiten. Wenn Sie das nicht studiert haben dann mit einer Internetrecherche, denn diese reicht bei diesem sehr klaren, banalen Sachverhalt durchaus auch.
        Bereits 2015 hat nach dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auch der PRAC wie auch die CMDh der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) beschlossen, dass Codein-haltige Antitussiva bei Kindern unter zwölf Jahren strikt kontraindiziert sind. Der Hintergrund sind Todesfälle.
        Dito für die Schweiz. Hier verweise ich bequem aufs Arzneimittelkompendium.

    • Marie Bornand sagt:

      @Medicus : NIEMALS Codein, besonders nicht bei Kinder ! Ein Husten dauert einfach ungefähr 3 bis 6 Wochen. Kopf hochlagern. Sonst Sirup von Biokosma und nichts anderes.

      • Medicus Hominibus sagt:

        „Ein Husten dauert einfach ungefähr 3 bis 6 Wochen“. Stimmt nicht. Das ist individuell verschieden. Es können auch nur Tage sein. – Sie vertreten hier wohl die Eso-Medizin (Amateure). Dann wäre es gut für Sie so, aber nicht für alle anderen.

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