«Was, du arbeitest 80 Prozent?»

Welches Pensum ist richtig? Diese Frage muss letztlich jede Familie selber beantworten. (Foto: iStock)

Der Wecker klingelt, es ist 6.30 Uhr. Aufstehen, Wasser für den Schoppen aufkochen, die Tagesration Brei aus der Tiefkühltruhe nehmen, duschen, anziehen, Wickeltasche parat machen, meine eigene Tasche packen und dann – «dock, dock, dock» – klopft es an der Haustür. Oma ist eingetroffen, um mich und meinen Mann abzulösen. Für uns geht es zur Arbeit.

Mutter zu sein, ist nicht leicht. Eine berufstätige Mutter mit einem Arbeitspensum von 80 Prozent, schon gar nicht. Die Kinderbetreuung will gut organisiert sein, die Einkäufe werden in der Mittagspause erledigt, der Haushalt wird abends gemacht, unsere «Wir-Zeit» als Mann und Frau beginnt erst spät nachts und meine «Ich-Zeit» ist limitiert. Ganz zu schweigen von der emotionalen Hürde, meine Perle tagsüber nicht zu sehen und erst abends oder an meinen freien Tagen an ihrer Seite zu sein.

Die Wirtschaft bestimmt den Takt

Ich habe immer gerne gearbeitet und tue es immer noch. Als Marketing-Managerin führe ich meine eigenen Projekte und schätze mein selbstständiges Arbeiten. Mein Job ist mein Ausgleich zum Muttersein. Ein Ort, an dem ich nicht vollgespuckt werde, sondern ein warmes Mittagessen geniessen und Erwachsenengespräche führen kann. Eine Blase, in der ich Yasmin sein kann, nicht die Mama, die alles Herumliegende hinterherräumen muss. Eine Möglichkeit, meiner Tochter ein Vorbild zu sein und ihr zu zeigen, dass ich auch als Mutter eine berufliche Karriere fortführen kann.

Selbstverständlich vermisse ich meine Tochter an meinen Arbeitstagen. Zu gerne würde ich den ganzen Tag mit ihr zu Hause oder draussen in der Natur verbringen, mit ihr spielen und schmusen. Doch die Wirtschaft spielt da leider nicht mit. Anders als früher ist es heute schwieriger, eine Familie mit nur einem Lohn durchzubringen. Auch der Stellenmarkt lässt zu wünschen übrig, denn tiefprozentige Stellenangebote mit hoher Eigenverantwortung sind so schwer zu finden wie die Nadel im Heuhaufen. Von fehlenden Job-Sharing-Angeboten ganz zu schweigen.

Was wird von berufstätigen Müttern erwartet?

Und als wäre mein Mutterherz nicht ohnehin schon im ständigen Konflikt zwischen meinem Arbeitswillen und meinem schlechten Gewissen meiner Tochter gegenüber, sind da noch die negativen Reaktionen unserer Gesellschaft hinsichtlich meines hohen Arbeitspensums. «Was, du arbeitest 80%? Echt viel!», oder: «Vermisst du deine Tochter denn gar nicht?», höre ich regelmässig. In solchen Momenten frage ich mich, was unsere Gesellschaft von berufstätigen Müttern wie mir erwartet. Wie viele Arbeitstage wären denn angemessen? Und was ist mit meiner Ausbildung, die mich vier Jahre meines Lebens und die Steuerzahler Unsummen an Geld gekostet hat? Ist es denn wirklich so schlimm, dass ich unsere Wirtschaft unterstützen möchte? Noch dazu, wenn ich ja gerne arbeite und es meiner Tochter trotz der Fremdbetreuung an nichts fehlt?

Unlängst habe ich erkannt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, wenn es um das Arbeitspensum einer Mama geht. Letztlich muss unser Lebensrhythmus für uns stimmen, für mich, meinen Mann und natürlich für unsere Kleine. Und das tut es. Jeden Abend erfreut sich meine Perle an einer ausgeglichenen und zufriedenen Mutter, die voller Energie steckt und noch für den grössten Spass zu haben ist. Denn am Ende des Tages zählen nicht die Stunden, die wir getrennt, sondern die, die wir zusammen sind.

Lesen Sie dazu die Postings: Mütter, was ihr leistet, ist enorm!, Das ideale Arbeitsmodell für Eltern.

201 Kommentare zu ««Was, du arbeitest 80 Prozent?»»

  • Tutti sagt:

    @ Tamar von Siebenthal

    Das stimmt so nicht. Ich schreibe ganz klar, „Eltern“ – Kind – Beziehung und nicht „Mutter“. Ich bin Akademikerin und selbst 60 % berufstätig und teile mit meinem Mann die Betreuung, so dass die Kids an 2 Tagen und nicht 4 Tagen fremd betreut werden. Und das ist schon Stress genug mit bringen / holen etc. Ich verstehe also beide Seiten… die „Vater“-Kind Beziehung finde ich genauso wichtig und toll, dass dies in der heutigen Zeit möglich ist.

  • Pascale sagt:

    Ich finde diesen Beitrag aus geschlechterpolitischer Sicht problematisch, weil er die Berufstätigkeit als Mutter mit einer wirtschaftlichen Notwendigkeit begründet ( „ich würd ja lieber zuhause bleiben, aber“) und nicht mit einem Recht, das uns Frauen (wie den Männern) zusteht. Zudem, finde ich es lächerlich wie sich hier eine Frau als berufstätige Supermama inszeniert, die auch nach einem anstrengenden Arbeitstag noch „voller Energie und für jeden Spass zu haben“ ist. Das ist einfach nur Selbstdarstellung à la Instagram und kein (selbst-)reflektierter Beitrag zur wichtigen gesellschaftspolitischen Debatte um die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

    • Andi Meier sagt:

      Wenn die Wahrheit „problematisch“ ist, kann gar keine sinnvolle Debatte geführt werden. Für immer mehr Familien ist es Realität, dass ein einzelnes Einkommen nicht ausreicht. Aus einem Recht, arbeiten zu dürfen, wird zunehmend eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
      Es ist ein ungewollter Nebeneffekt der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der keineswegs in der Debatte vergessen werden darf.

  • jane marple sagt:

    wieder so eine karriere-mami, die zwar relativ ehrlich reflektiert, aber dann doch wieder ihr ego über alles andere und über ihr kind stellt. ob man kinder will oder nicht, sollte man sich vielleicht überlegen, bevor man eine ausbildung macht, die angeblich den steuerzahler viel geld kostete und einem vier jahre «lebenszeit klaut».
    ich war alleinerziehend – ich musste arbeiten. wie ich, haben viele keine wahl, aber diese autorin hat die wahl, sie hat nur keine lust, die konsequenzen zu ziehen. ihr sind «erwachsenengespräche» wichtiger, als ihre tochter ins leben zu begleiten. wenn ihr ihre tochter eines tages den stinkefinger zeig, gibt ihr die wirtschaft gar nichts! im gegenteil! sie haut noch drauf. denn dann ist sie augelaugt und nicht mehr «sexy» für den arbeitmarkt. so geht das!

    • Esther Villa sagt:

      Das ist das elementare : es ist ja möglich keine Kinder zu haben wenn man lieber Karriere macht oder unbedingt ein 100% job hat. Ein Kind ist nicht ein Spielzeug das man herzig findet in den ersten Wochen und nacher wegstellt und fast vergisst.

    • Cybot sagt:

      Plädieren Sie gerade ernsthaft dafür, dass Frauen, die Kinder wollen, auf die Ausbildung verzichten? Merken Sie überhaupt, was Sie da propagieren? Mit der Einstellung können wir es auch gleich machen wie in der 3. Welt und die Mädchen erst gar nicht mehr zur Schule schicken, ist ja sowieso nur verschwendete Zeit.

  • Carmen sagt:

    Natürlich muss jede Familie individuell entscheiden, welches Modell stimmt.
    Ich bin trotzdem der Meinung, dass es schwierig ist, eine emotionale Bindung zum Kind aufzubauen, wenn es mehr als die Hälfte fremd betreut wird. Klar, fehlt es dem Kind jetzt an nichts – in den Augen der Eltern. Es hat auch keine andere Wahl bzw. kennt ja nichts anderes. Es wird sich dann im Erwachsenenalter herausstellen, was gefehlt hat und wie die Beziehung zwischen Eltern und „Kind“ dann ist. Ich persönlich finde eine gute Mischung gut und wenn die Kids älter werden, kann ich noch lange genug mehr arbeiten…

    • Lea Keller sagt:

      Meine Eltern haben beide immer 80% gearbeitet, ich war von klein an 3 bis 4 Tage in der Woche „fremdbetreut“, bei unglaublich lieben Menschen. Ich habe diese Tage geliebt, war gern weg von zu Hause, ging aber auch immer wieder gern am Abend nach Hause. Trotzdem habe ich eine sehr enge Beziehung zu meinen Eltern, habe sehr viel Liebe und Zuneigung erhalten und es hat mir buchstäblich an nichts gefehlt. Im Gegenteil, ich möchte diese Zeit nicht missen, konnte auch viel lernen, dadurch dass ich bei der Tagesmutter 6 „Geschwister“ hatte. Ich hatte eine grossartige Kindheit, Danke Mama und Papa!

  • Tutti 12 sagt:

    Klar, es muss jeder für sich entscheiden. Und in den Augen der Eltern „fehlt es dem Kind ja an nichts wenn es fremd betreut wird“. Ich sehe das anders. Eine emotionale Bindung zum Kind kann nicht aufgebaut werden wenn man mehr als die Hälfte nicht zu Hause ist. Ein Kind gewöhnt sich doch an alles, weil es nichts anderes kennt. Im Erwachsenenalter merkt es dann schon – und die Eltern – was wirklich gefehlt hat…

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Haben denn all die vollzeit arbeitenden Väter keine emotionale Bindung zu ihren Kindern?

    • Vreni Heimer sagt:

      Ganz richtig. Auch sollte ein Kleinkind nicht ständig mit anderen Leute sein, sondern sicht fest an einige Personen gewöhnen die dann wichtig sind und meistens zur Familie gehören.

    • Cybot sagt:

      Das Kind wird nicht „fremd“ betreut, sondern von der Grossmutter, wenn ich das richtig lese. Da ist mit Sicherheit jede Menge emotionale Bindung vorhanden. Und die Mutter ist auch nicht die Hälfte der Zeit weg, sondern (mit Arbeitsweg) wahrscheinlich so um die 40 Stunden pro Woche. Mit Ferien landet man da bei ca. 20% der Zeit, nicht der Hälfte. Und kommen Sie jetzt nicht damit, dass die Nacht nicht zählt – jeder der Kinder hat weiss, wie wichtig die Anwesenheit der Eltern in der Nacht ist.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @Tutti 12

        Ihrer Logik nach, hätten dann sämtliche Väter keine emotionale Bindung zu ihren Kindern… Ich hoffe ja schon, dass die fehlende Bindung von Kind zu Vater nicht Standard ist.

        Ich glaube eher, dass Hausfrauen mit solchen Aussagen auf das Bindungsmonopol pochen und so die Verfügungsgewalt über die Kinder für sich alleine reklamieren.

      • Vreni Heimer sagt:

        @Cybot : in der Nacht ? Ja, hoffentlich ist es noch selbstverständig dass die Kinder zuhause bei den Eltern schlafen ?

  • Barbara sagt:

    Solange wir die Natur nicht komplett ausschalten wollen sehe ich nich nicht ein weshalb eine totale Gleichberechtigung (im Sinn von alle machen das Gleiche und sind in allem gleich wichtig) erstrebenswert sein soll. Es sind nun mal die Frauen, die schwanger sind, gebären und stillen. Natürlich ist der Vater wichtig, sehr sogar. Aber wir sprechen hier über die Babyzeit, nicht über Schulkinder. Und da sind die Mütter einfach mehr gefordert, rein körperlich und hormonell. Dazu zu erwarten, dass sie gleichviel arbeiten und verdienen ist zynisch. Ausser wir wollen das alles auslagern – mit Leihmutterschaft technisch möglich. Ob uns das als Gesellschaft weiterbringt ist doch mehr als fraglich.

  • Esther Villa sagt:

    Was die Grossmutter betrifft : heutzutage arbeiten die Frauen und wenn sie in die Pension gehen, wäre es unfair sie wieder Arbeitszeiten auszusetzen. Ich hüte gerne das Grosskind am Mittwoch Nachmittag, aber auf keinen Fall bin ich das gratis Kindermädchen nach über 40 Jahren Arbeit ! Ich habe meine Ruhe nötig obwohl ich Kinder gerne habe. Das wollte ich sagen : wir sind nicht mehr in einer Generation wo die Grossmutter nicht aussen arbeitete, sondern die heutigen Grossmütter haben ihre Pensionierung verdient und brauchen Erholung und freie zeit. Ich begreife nicht warum Grossmüttern sich das gefallen lassen. 1 Tag in der Woche ok, gerne sogar, aber man ist nicht verpflichtet sondern das Angebot soll von uns rossmütter kommen. Und 1 Woche Ferien bei der Grossmutter ist ok aber nicht 3

  • Esther Villa sagt:

    Bis meine Tochter in die Schule kam, arbeitete ich 50%, aber Nachmittags. So konnte sie in aller Ruhe aufwachen, aufstehen und dies bei jedem Wetter, ohne das schon Panik oder Stress da war. Nun, wo schon im kleinsten Alter von Mobbing die Rede ist, kann ich mir nicht vorstellen ein kleines Kind schon wegzugeben. Wenigstens der Morgen sollte ruhig sein.

  • Caroline T. sagt:

    Wieso stellen wir uns Frauen immer gegenseitig solche Fragen? Bei Männern ist es ja auch keine Frage.

    Jede Frau hat doch das Recht selbst zu entscheiden ob, wann und wieviel sie arbeiten möchte. Das hat nichts mit Rabenmutter oder Vorbild zu tun. Es ist einfach eine Entscheidung.

    Wie schade, dass wir immer noch über solche Dinge ’streiten‘ statt einfach leben und leben zu lassen!

    • Esther Villa sagt:

      Nein, so können Sie nicht überlegen. Kinder sind gewollt oder nicht ? Man will aber nicht für sie da sein? Es geht nicht um „Recht“ sonder um kinderbedürfnisse.

    • tina sagt:

      wenn jemand wählt, seinen lebensunterhalt nicht in eigenverwantwortung zu tragen, dann wird er getragen, durch partner oder gemeinschaft. natürlich kann man in einer gemeinschaft rollen verteilen, aber dann wählt das ja hoffentlich nicht nur ein einzelnes mitglied der gemeinschaft.

    • seidrnspinner sagt:

      Bin mit Ihnen einig, bei den Vätern fragt auch niemand bzw bei den Vätern zerreisst sich niemand den Mund, wenn 100% weitergearbeitet wird. Nach der Geburt und dem Stillen (wobei auch dort schon Schoppen mit Muttermilch vom Vater verabreicht werden können) spielt es keine Rolle ob Mutter oder Vater der Haupternährer der Familie ist.

  • beatrice zwilling-ringwald sagt:

    heute hat man eine ganz andere einstelleung zu kinderbrillen auch ist die auswahl von modellinen in allen farben mit und ohne bildli vorhanden meine tochter traegt brille seit ihrem ersten lebenjahr anfangs liess ich die rahmen aus der schweiz kommen da es in israel nicht passendes gab
    als orthoptistin arbeite ich mit kindern die brillen tragen in wenigen faelle gibt es probleme
    wen es dem kind nuetzt traegt es die brille wenn sie nicht passt dann haben die eltern ein problem
    zwilling – ringwald beatrice orthoptistin seit ueber jahren

  • Vreni Heimer sagt:

    80% scheint mir wirklich zu viel. Da hätte ich ein Au Pair genommen, wenn dieses Arbeitspensum unbedingt notwendig ist.

  • Andrea sagt:

    Für eine gesunde Entwicklung braucht ein Kind konstante, zuverlässige, liebevolle und zuwendende Bezugspersonen, gewisse Strukturen, die Möglichkeit der Selbstwirksamkeit, andere Kinder und eine entwicklungsanregende Umgebung. Ob das Mutter alleine, Vater alleine, eine Kombination von beiden mit Omi oder Omi oder mit Kita, Omi, Opi etc. gewährleisten spielt doch einfach keine Rolle. Grundsätzlich haben die Eltern (50% Vater/50%Mutter) die Verantwortung dafür, dass diese Faktoren gewährleistet sind. Alle anderen Diskussionen wollen die Rolle der Frau in der Gesellschaft durch Bewertung/Blossstellung/schlechtem Gewissen kontrollieren,lenken und sind nicht in erster Linie daran interessiert, dass es dem Kind gut geht.

  • mabenien sagt:

    2/2
    Die schönste Zeit war für mich, bevor die Kinder eingeschult wurden. Statt geregelter Schulzeiten kommen die Kinder jede Woche mit Zettel mit speziellen Zeiten oder gewechseltem Programm nach Hause. Zudem werden wir als Eltern ständig für Basteln, Ausflüge etc. aufgeboten. „Freiwillig.“ Und nein, 15.30 h als Termin für das Elterngespräch ist für die meisten Berufstätigen keine Randstunde. Ach ja, und wehe, die Kinder sind nicht schubladisierbar, dann kommen sie in die ganze Therapiequatsch-Mühle. Das heisst dann immer: x-mal holen/bringen etc. und noch mehr abklären. Auch finde ich den Leistungsdruck, der relativ rasch anzieht, einfach nur traurig. Diese Generation wird über 100, also lasst sie doch Kinder sein. Die Sozialkompetenz kommt völlig zu kurz.
    Geniesse Familie und Job! LG

  • mabenien sagt:

    1/2
    Liebe Yasmin
    Es muss für Euch als Familie (inkl. Grossmutter) stimmen und für niemanden sonst!
    Marketingstellen gibt’s erst ab 80 %, interessante 50-60 %-Stellen gibt’s praktisch keine. Und bei weniger qualifizierten Marketingassistenten-Stellen kommt die Antwort „zu überqualifiziert“. Ich habe daher eine allgemeine KV-Stelle angenommen und vermisse mein geliebtes Marketing tagtäglich. Ich verstehe Deine Entscheidung voll und ganz.
    Meine Kinder werden ebenfalls durch die Grossmutter betreut, was eine absolute Bereicherung ist. Die Kinder freuen sich schon jede Woche darauf, wenn sie wieder kommt. Und wenn Grossmutter mal einen anderen Termin hat (sie hat ja schliesslich auch noch ein eigenes Leben), kann man auch umplanen. Kommunikation und Flexibilität.

  • Max Demian sagt:

    An alle, die hier meinen es gehe ums Lamentieren:
    Als wir unserer Familie bekannt gegeben haben, dass wir beide 100% arbeiten werden, kamen einige heftige Reaktionen. Insbesondere meiner Frau gegenüber. Meine Frau wir heute noch ständig von ihrer Mutter aufgefordert zu reduzieren.

    Wenn wir andere Leute treffen, kann man jeweils beobachten, wie denen oft die Kinnlade runterfällt, wenn wir unser Modell bekannt geben.
    Der Arbeitgeber meiner Frau meint wenn meine Frau ankündigt, dass sie 100% zurückkäme: „Warten wir mal ab…“
    In einigen Kitas (!) wurde uns gesagt, dass >80% dann schon viel wäre….
    In unserer heutigen (tollen) Kita sind 100% arbeitende Eltern entweder alleinerziehend oder in jedem Fall binationaler oder non-CH Herkunft.
    Aus unserer Sicht sind das die erlebten Fakten.

    • anne sagt:

      Ja,im Ausland ist es kein Thema!Beide Elternteile müssen arbeiten,Teilzeit gibt es nicht.Es ist eine Notwendigkeit!

    • Sportpapi sagt:

      Das sind die Fakten. Und ich glaube nicht, dass da jemand widersprechen wollte.
      Die Frage ist, ob eine Rückfrage, oder eine Bemerkung, wirklich so starken Einfluss haben sollte. Und der eigenen Mutter kann man ja auch mal die Meinung sagen und das abstellen.

  • R. Wenger sagt:

    Eine Frau kann 100 % arbeiten. Auch die oft abschätzig erwähnte „Nur-Hausfrau“ arbeitet 100 %. Dabei hat sie einen vielseitigen Beruf, um den sie manche „arbeitende“ Kollegin beneiden könnte. Sie ist Managerin, denn sie schmeisst den Haushalt. Sie ist Köchin, Erzieherin, Schneiderin etc.

    • Mia Albert sagt:

      wer dann wer im Rentenalter beneidet, lassen wir jetzt aussen vor.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Tja: das sind berufstätige Mütter auch, nebst Erwerbstätigkeit. Wenn Männer meinen, dass sie eine Privathaushälterin Vollzeit benötigen, ist das ok, aber dann bitte auch für die Altersvorsorge der Frau vollumfänglich aufkommen. Will heissen: 175% AHV/IV/ALV Beiträge einbezahlen.

  • Kurt Meier sagt:

    Ich finde es ziemlich bedenklich wieviele immer meinen bewerten zu müssen, was jetzt für eine andere Familie und deren Kinder gut oder schlecht sei. Man kann als 100% Hausmann/Hausfrau vieles falsch machen und man kann als 100% arbeitender Vater/Mutter sehr vieles richtig machen. Wir arbeiten 80% und 100%, mit 4 Tage Kita Betreuung mangels Alternativen. Mittlerweile seit 3 Jahren und wir sind alle glücklich und ausgeglichen damit. Wir teilen uns aber auch Haushalt komplett auf und verbringen restliche Zeit intensiv gemeinsam. Wer sagt dann das fremdbetreute Kinder unglücklicher sind? Die Skandinavier scheinen uns bzgl Zufriedenheit ja weit voraus zu sein und auf der negativen Seite scheinen wir grad bei Kinder/Jugendlichen Depressionen und Suiziden ganz weit vorne zu sein.

  • Eine Mama sagt:

    Warum habe ich immer das Gefühl wir lügen uns was vor? 80% arbeiten und Kind und es stimmt so? Das glaube ich einfach nicht mehr. Kaum schläft die Perle nicht durch, kaum gibt es Konflikte am Arbeitsplatz, dann stimmt es eben nicht mehr. Frau trägt schließlich die Verantwortung, das Kind und den Haushalt und das ist verdammt anstrengend. Etwas mehr Bescheidenheit und Ehrlichkeit in dieser Debatte würde uns allen gut tun.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wo in der Welt können Frauen wegen eines Kindes nicht erwerbstätig sein? Das Modell Mutter + Hausfrau ist ein historischer Artefakt, der nie mehr als 1 Promille der Menschen betrifft.

      Wenn die Biologie eine vollständig aufmerksame Mutter erforderlich machen würde, wäre die Menschheit gar nicht erst entstanden. Es muss möglich sein und ist möglich, 100% erwerbstätig und gleichzeitig Mutter von 1-3 Kindern zu sein. Man muss die sozialen Strukturen um diesen Zielzustand bauen und nicht über Unsitten wie Teilzeitmodelle oder Vollzeitmütter diskutieren.

    • Enrico sagt:

      Frau trägt schließlich die Verantwortung…..
      Sexistischer geht’s wohl nicht mehr!

  • Barbara sagt:

    2 Dinge verstehe ich nicht:
    – was für ein Vorbild will die Autorin denn sein, wenn sie mit schlechtem Gewissen ihr Baby fremdbetreuen lässt um in hohem Pensum ihre Karriere voranzutreiben? Dass man seine Intuition übergehen soll? Dass die Selbstverwirklichung wichtiger ist als die Zeit mit dem Kind?
    – wie sind Sie nach einem strengen Arbeitstag noch so fit um sich voll Elan um Kind und Haushalt zu kümmern? Ich bin nach der Arbeit erledigt, die Kinde quenglig oder aufgedreht, der Haushalt bleibt liegen und ich bin dankbar, dass ich nur in tiefem Pensum arbeiten muss solange die Kinder so klein sind.

    • 13 sagt:

      Warum genau arbeiten die Väter „für Geld“ oder „um die Familie zu ernähren“ und Frauen „zur Selbstverwirklichung“ oder „als Ausgleich“? Solange solche Vorstellungen existieren, sind wir von der Gleichberechtigung weit weg.
      Ich schätze genau das will die Autorin sagen: warum müssen sich Frauen immer mit solchen Fragen konfrontiert sehen?

      • Sportpapi sagt:

        Das stand da doch gar nicht. Allerdings sagte mir letzte Woche auch jemand, meine Frau verdiene ja ihr eigenes Geld…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Selbstverwirklichung steht im Kommentar, Ausgleich im Text. Immer nur bei Frauen. Deine Frau verdient ja „ihr eigenes Geld“, wie du auch. Die Frage ist, ob man dieses Geld der Frau auch für den Lebensunterhalt braucht oder es nur als Taschengeld anschaut. Dann wären wir wieder bei meiner Bemerkung.

  • Schneeflocke sagt:

    Wir sind alle mit verschiedenen Rollenbildern aufgewachsen. Und für viele von uns ist die Mutter diejenige, die sich für die Belange der Kinder zuständig zu fühlen hat. Natürlich wäre es schön, wenn beide Elternteile sich gleichermassen fürs Einkommen und die Kinderbetreuung zuständig fühlen würden. Dieses Umdenken braucht aber Zeit, eine Generation wird da nicht ausreichen.
    Frau Matthys ist jedoch in einer privilegierten Situation. Oma, die schon so früh in die Wohnung kommt, ein Vater der glücklicherweise eine Zimmerstunde am Nachmittag hat, ihr eigener Job, der nicht allzu Starre Angangs- und Schlusszeiten hat und zudem arbeitet sie erst seit 2 Monaten wieder zu 80% …
    So gesehen eine stimmige Lösung!
    Was mich allerdings etwas irritiert; „Perle“ tönt für mich nach einer Putzhilfe

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Als ich nach meiner Trennung auf dem Sozialamt einen Beratungstermin hatte, war das erste, was meine Sozialarbeiterin sagte: Sie müssen nicht arbeiten, bis Ihr jüngstes Kind 10 ist. Als ich sie fragte, wer mich denn noch einstellen würde, wenn ich 9 Jahre nur am Sozialtropf gehangen habe, wusste sie keine Antwort darauf. Ich habs dann vorgezogen, zu arbeiten.

    Dass Frauen berufstätig bleiben (auch in kleinem Pensum) ist der einzige Schutz davor, nach einer Trennung bis zur AHV Sozialhilfe beziehen zu müssen.

    • Max Demian sagt:

      So ist es, zu Arbeiten ist auch eine Risikoabsicherung – auch fürs Alter oder den Fall der Trennung oder schlimmeren Schicksalsschlägen.

  • Cornelia sagt:

    Von wegen ein Gehalt reiche heute nicht mehr…. Klar, wenn man als Soll-Standard noch zwei Pferde braucht wird es schon etwas eng. Fragt sich halt welche Prioritäten man setzt. Auch die Idee, es sei wichtig der Tochter vorzuleben, dass Mami trotz Mami-Status noch arbeiten klingt für mich sehr gesucht. Da kommt mir eine Kollegin in den Sinn die mal sagte, woran sie sich am lebhaftesten erinnere in Bezug auf ihre Kindheit sei die brennende, ständige Sehnsucht sie sie nach ihrer Mutter verspürte, einer Ärztin mit 80% Pensum.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Dann fragen Sie mal Handwerkerfamilien, ob ein Lohn ausreicht…..

      • Peter sagt:

        Cornelia, der Grossteil der Bevölkerung sind keine Ärzte und besitzen auch keine Pferde. Das ist die Oberschicht, die kein Massstab und die Ausnahme sind! Der Grossteil der Bevölkerung arbeiten als Coiffeur, Elektriker, Garagist, Schreiner, Maler, Bäcker etc. Frag doch mal die, wie sie mit einem Lohn nach der Trennung auskommen….In diesen Jobs werden Löhne zwischen 3500 und 5000 Fr bezahlt. Wie sollen da zwei getrennte Personen mit Kind leben, wenn nur ein Elternteil arbeitet?

  • M. Berger sagt:

    Mir feht das Mitgefühl für die Grosseltern, die mit keinem Wort erwähnt werden. Sie haben ein Leben lang gearbeitet und opfern jetzt noch ihre Tage des wohlverdienten Rentnerdaseins, richten sich nach dem Stundenplan der Eltern auf ihrem Selbstverwirklichungstrip und werden – wenn überhaupt- ihre Ferieb in der Schulferienzeit zu Höchstpreisen im Dichtestress der Hapturlauberströme erleben müssen. Jeder wie er will und mag, nur wir machen hier nicht mit. Gerne übernehmen wir die Grosskinder am Abend, um unseren Kindern den Kino-/Konzertbesuch zu ermöglichen, gerne auch für ein verlängertes Wochenende, damit sie eine Städtereise geniessen können. Wir übernehmen aber nicht noch einmal eine Kinderzeit. Die hatten wir nämlich und waren IMMER für unsere Kinder da, finanz. Einschränkungen inkl.

    • Addi sagt:

      Bravo, genau das hab ich auch gedacht nach dem klopf, klopf, klopf. Und dazu noch zwei Pferde, damit man aber voll gefesselt ist!

    • Max Demian sagt:

      so ist es!

      Es darf keine Anspruchshaltung der Kinder an die Grosseltern geben.

      Wenn unsere Betreuungssupplychain zusammenbricht sind wir froh, wenn die Grosseltern flexibel sein können, wenn nicht gibt es noch andere Alternativen, die funktionieren.

    • Katja sagt:

      Und jetzt stellen Sie sich vor, dass so manche Grosseltern das doch tatsächlich auch noch gerne machen!!

    • Tinchen sagt:

      Meine Mutter hat von sich aus den starken Wunsch geäussert, für ihre Grosskinder da zu sein – und zwar nicht nur an Abenden und Wochenenden. Ein Wunsch, der mich sehr verwundert hat: Immerhin ist sie für mich und meinen Bruder jahrelang zuhausegeblieben und ist nun, 20 Jahre nach dem beruflichen Wiedereinstieg, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Und trotzdem ist es ihr ein Bedürfnis, ihre Enkel mitzubetreuen. Sie weiss, dass ich hier keinerlei Erwartungen an sie habe. Aber ich freue mich darüber. Nicht nur, weil es für mich und meinen Mann (ich 60%, er 80% erwerbstätig) eine grosse Entlastung ist, sondern weil ich weiss, dass unsere Kinder auf diese Weise jederzeit in den allerbesten Händen sind und eine unbeschwerte Kindheit verleben dürfen.

    • Vreni Heimer sagt:

      Ich denke genauso. Die Grosseltern haben ihr ganzes Leben gearbeitet und nun verlangt man von ihnen noch jahrelang dass sie die kinder hüten ? Da sollen sich die Grosseltern wehren, ausser sie wollen es wirklich und nicht weil sie Angst als Egoisten attakiert zu werden.

  • Pia Mayer sagt:

    Danke, ein schöner Beitrag. Ich arbeite auch 80% und kenne die erstaunten Fragen zum Arbeitspensum. Für mich hat diese Aufteilung zwischen Job und Familie ganz viele Facetten. Es gibt Tage, an denen freue ich mich auf die Arbeit ohne Kindergeschrei und Windeln wechseln und andererseits freue ich mich, wenn ich meinen arbeitsfreien Tag zuhause mit den Kindern verbringen kann und eine Pause vom Arbeitsalltag habe. Es gibt Zeiten da funktioniert alles reibungslos und ich geniesse die Kombination eines erfüllenden Familienlebens mit einer anspruchsvollen Arbeitsstelle. Und es gibt andere Zeiten, da bin ich im Stress und wünschte, ich könnte mein Arbeitspensum reduzieren. Auch für die Kinder ist es nicht jeden Tag gleich. Aber insgesamt stimmt es für uns und nur das zählt.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Pia, Danke für deinen Kommentar. Deine Zeilen beschreiben sehr gut, was ich mit dem Beitrag zum Ausdruck bringen wollte. Selbstverständlich ist nicht jeder Tag top und auch bei mir gibt es Tage, in denen Job, Kind, Hund etc. „stressig“ ist und nicht alles reibungslos funktioniert. Die grosse Mehrheit der Zeit funktioniert unser Alltag aber sehr gut, und das ist es schlussendlich, was zählt. 🙂 Liebe Grüsse, Yasmin

      • Sophia sagt:

        Liebe Pia, super beschrieben, genau so gehts mir auch!
        “ Es gibt Zeiten da funktioniert alles reibungslos und ich geniesse die Kombination eines erfüllenden Familienlebens mit einer anspruchsvollen Arbeitsstelle. Und es gibt andere Zeiten, da bin ich im Stress und wünschte, ich könnte mein Arbeitspensum reduzieren. Auch für die Kinder ist es nicht jeden Tag gleich. Aber insgesamt stimmt es für uns und nur das zählt.“
        Liebe Yasmin, toller Artikel, so ein wichtiges Thema.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Nun, das Pensum sagt ja nicht unbefingt etwas über die Arbeitsbelastung aus. Wer einen Bürojob hat, hat sicher mehr Resourcen, als jemand der körperlich arbeitetn(Verkauf, putzen, Bau usw). Dazu kommt, dass Leute mit nicht körperlich anstrengenden Jobs sich eher eine Putzfrau leisten können.

    Bei dem hier beschriebenem Beispiel frage ivh mich eher, warum die Autorin nicht 100% arbeitet und dafür der Mann nur 60%, zumal dieser in der Gastronomie arbeitet. Irgendwie scheint das mit Emanzipation doch nicht so gut zu klappen.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Tamar, nun, eine Putzfrau haben wir nicht. 🙂 Aber du hast Recht, dass es einen Unterschied in punkto Bürojob vs. körperliche Arbeit gibt. Obschon mein Job, wenn auch primär im Büro, auch seinen Energieverlust nach sich zieht. Auf deinen Punkt der Emanzipation kann ich dir nur sagen, dass mein Mann, der 100% Gastronom ist eine Funktion als Betriebsführer eines Restaurants innehält und somit wenig bis keine Chancen hat, sein Pensum zu reduzieren. Auch sonst grenze ich mich persönlich vom Wort „Emanzipation“ ab, sonst müsste ich auch freiwillig ins Militär wollen. 🙂 Liebe Grüsse, Yasmin

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Das mi der Emanzipation war nicht böse gemeint, sondern habe ich darauf bezogen, dass ich es sinnvoll finde, dass unabhängig vom Geschlecht, derjenige Partner ein grösseres Erwerbspensum inne hat, als der Minderverdienende. Deswegen mein Einwand, da im Gastronomiebereich in der Regel schlechtere Saläre bezahlt werden, als in der Projektleitung.

        Ich wollte Ihnen nicht auf die Füsse treten.

        Freundliche Grüsse

        Tamar

  • Patty sagt:

    Mir gefällt der Artikel. Er zeigt doch genau auf, dass wir Mütter (wie wohl auch die Väter) es nie (allen) recht machen können. Mein Kind ist jetzt 2, genau so lange bin ich nun daheim. Der Tonfall der Kommentare ist derselbe, wenn inhaltlich auch entgegengesetzt: „Was, du arbeitest gar nicht? Reicht denn das Geld? Bist du so ein gutes Vorbild für dein Kind? Ist es nicht schade um das jahrelange Studium?“ Und auch mich beschleichen immer mal wieder Zweifel wegen des Geldes, der Wiedereinstiegschancen und meiner Vorbildsfunktion… Auch wenn ich übers Ganze mit meiner Situation sehr glücklich bin.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Patty, Danke für deine Worte. Ich kann mir gut vorstellen, dass du entgegengesetzte Kommentare erhältst. Am Ende kann man es eben niemanden ausser sich selbst recht machen. Jede Mutter sollte frei entscheiden „dürfen“, ob und wie viel sie arbeiten möchte. Herzlich, Yasmin

      • Nala sagt:

        Wieso soll eigentlich nur die Mutter entscheiden dürfen ob und wie viel sie arbeiten möchte? Mann muss dann einfach oder wie soll ich das verstehen?

  • Ray Hugentobler sagt:

    Nicht am Besuchsmorgen wird man schräg angeschaut sondern wenn man deswegen später zur Arbeit erscheint.

  • Simon Affentranger sagt:

    Ach, hört doch endlich auf mit dem Geweine. Natürlich gibt es das männliche Pendant zur Rabenmutter, nämlich der nicht karriere-orientierte Teilzeitvater. Wer nicht 100% arbeitet, dem werden automatisch die Karriereambitionen abgesprochen. Und wisst ihr was? Lasst uns in 10, 15, 20 Jahren noch einmal reden. Lasst uns schauen, wenn die erste Scheidungswelle vorbei ist. Wir wissen doch genau, dass es schlau ist für Frauen (ok, zumindest je nach Job), eher hochprozentig zu arbeiten, damit sie wirtschaftlich unabhängig bleiben. Und genau so wissen wir, dass es wohl auch ziemlich schlau ist, eine emotionale Beziehung zu seinen Kindern aufzubauen (s. auch Sterbebett-Befragungen). Natürlich ist es störend, dann diese ewig gestrigen Kommentare zu hören. Daran können wir uns nicht orientieren.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Lieber Simon, Danke für deinen Kommentar. Der Beitrag sollte in keinster Weise als „Geweine“ herüberkommen, lediglich als Appell an die Gesellschaft, individuelle Entscheidungen zum Arbeitspensum kommentarlos oder zumindest ohne (noch immer) negative Kommentare zu akzeptieren. Genau wie du bin ich gespannt, wie sich dies sowie die wirtschaftliche Lage zu Teilzeitmöglichkeiten in allen Jobbranchen und -funktionen in den nächsten Jahren in der Schweiz (weiter)entwickeln wird. Liebe Grüsse, Yasmin

      • Simon Affentranger sagt:

        Ja, ich weiss, Geweine ist etwas polemisch, sorry. Und ich weiss, dass es nicht angenehm ist. Aber das Argument kommt immer wieder und wird so oft als Verhinderer-Argument bezeichnet. Dabei gibt es ja viel mehr positive Argumente für dein Modell als für das traditionelle Modell. Also lasst uns das Modell leben. Im Wissen, dass wir es nicht allen recht machen können.

  • Isabelle sagt:

    Dann auch Danke an die Großmutter/Großvater? Wäre das Kind vier Tage in der Kita hätten Sie am Abend nicht „FriedeFreudeEierkuchen“. Falls mal das Kind im Zentrum steht und nicht Sie oder die Pferde oder der Hund….ah ein Mann gibts auch noch;-)

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Isabelle, Danke für deinen Kommentar. Richtig, unsere Tochter wird von der Oma betreut. Zusammengezählt zwei Tage, an den Nachmittagen ist Papa zu Hause. Ich kann dir versichern, dass unsere Kleine jederzeit im Zentrum steht. 🙂 Wie es mit einer Kita laufen würde, kann ich nicht beurteilen, da wir keine Erfahrungen damit haben. Und ja, den Mann gibts auch noch. 🙂 Liebe Grüsse, Yasmin

  • Monika Bütler sagt:

    „Jeden Abend erfreut sich meine Perle an einer ausgeglichenen und zufriedenen Mutter, die voller Energie steckt und noch für den grössten Spass zu haben ist. “
    Wow, wie schaffst Du das? Ich arbeite auch 80% und bin abends jeweils fix und fertig, habe kaum Energie für meine Kinder, geschweige denn für meinen Mann.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Monika, natürlich bin ich von der Arbeit geschafft. Der Energiepegel von der Arbeit ist am Feierabend auf 0, die Vorfreude auf meine Kleine jedoch so gross, dass ich im Zug nach Hause wieder auftanke. Aber klar, 100% Energie ist nur in seltenen Fällen zu schaffen nach der Arbeit. Es reicht aber aus, bis die Bettzeit beginnt. 🙂

      • Enrico sagt:

        Ein bisschen Bösartig:
        Zum Glück nicht allein, musst 100 Prozent arbeiten und abends den Haushalt machen, Steuern ausfüllen, einkaufen, Reparaturen machen…….
        Übrigens die geschiedenen Väter DÜRFEN dann am Wochende noch die Kinder betreuen……
        Zum Glück als Frau geboren…….

  • Woher denn? sagt:

    Muss ja jeder selber für sich wissen, wies stimmt. Aber woher weiss die Autorin denn so genau, dass es dem Kind an nichts fehlt? Lesen Sie doch mal „Kontaktabbruch“, sehr interessant!
    Vielleicht liegts ja auch daran, dass manche Eltern (Mann oder Frau) mit der Betreuung von Kleinkindern einfach überfordert sind und deshalb lieber Arbeiten gehen. Das muss ja nicht per se schlecht sein aber man sollte sich das auch eingestehen können.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo und vielen Dank für den Kommentar. Nun, an der Überforderung liegt es nicht, dass ich gerne arbeiten gehe. Ich tue es einfach gerne. Und dass es unserer Tochter an nichts fehlt, schliessen wir aus dem Feedback der Betreuungsperson, die uns täglich über das Verhalten und das Befinden unserer Tochter informiert. Herzlich, Yasmin

  • Anita sagt:

    Mir fällt auf, dass die Autorin nur ein einziges Kind hat und dieses ausserdem noch so klein ist, dass es mit wenig Aufwand „fremdbetreut“ (sorry, bescheuerter Ausdruck) werden kann. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Mütter/Eltern mit zwei Kindern oder Kindern im Schulalter ganz anders über das Thema Vereinbarkeit sprechen. Daher meine Hypothese: mit nur einem Kind, das ausserdem noch im Krippenalter ist, ist das Leben noch einigermassen „einfach“. Ab dem zweiten Kind und insbesondere ab zwei Kindern im Schulalter wird es organisatorisch brutal aufwändig.
    Darf ich die Autorin und die Kommentatorinnen fragen, was sie von meiner Hypothese halten?

    • tina sagt:

      ich habe alleine 2 kinder grossgezogen und kann das bestätigen

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Anita, danke für deine Worte. Und tatsächlich glaube ich, dass an deiner Hypothese etwas dran ist resp. diese sogar auch eines Tages auf uns zutreffen mag. Unsere Tochter ist noch unter jährig und bislang läuft die „Frendbetreuung“ sehr gut. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt und werden entsprechend unser Leben neu planen (müssen). 😉 Herzlich, Yasmin

    • Lina Peeterbach sagt:

      Meine Kinder sind noch relativ klein, d.h. noch im Kita-Alter. Und ja, ich habe das Gefühl, dass an Ihrer Hypothese etwas dran ist. Erstens, weil die Themen und Probleme kleiner Kinder anders gelagert sind: aufgeschlagene Knie oder auch mal ein Abschiedsschmerz können gut von der Kita-Betreuerin aufgefangen werden – wie es mit Schulsorgen, zerbrochenen Freundschaften etc. aussieht, und ob diese durch einen Tagesschulmitarbeiter gleich gut aufgefangen werden können wie durch die Eltern weiss ich noch nicht. Und zweitens weil die zeitliche Organisation noch kein Problem ist: Kitas haben meist nur 2-3 Wochen Ferien im Jahr und jeden Tag 7-18h geöffnet.
      Ich bin gespannt wie es für uns ab Schuleintritt funktioniert. Wir denken über Nanny oder Au-Pairs nach…

      • Fischkopf sagt:

        Ich kann Lina nur zustimmen: Mein Sohn kommt nächstes Jahr in die Schule und ich sehe jetzt schon grössere Herausforderungen auf uns zukommen, verglichen zur Kindergartenzeit. Und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass wir irgendwie 11 Wochen Ferien auffangen müssen statt derzeit nur 2, in denen die Kita geschlossen ist.
        Auch wir denken über eine Nanny nach…

      • Niggidaetsch sagt:

        Hallo
        Eine Nanny muss man auch erst finanzieren können… als Alleinerziehende Mutter mit 80% Pensum konnte ich das definitiv nicht.. ab Kindergarten war ich dankbar, dass ich eine liebevolle Tagesmutter gefunden habe, neben der Betreuung durch meine eigene Mama. Meine mittlerweile 17-jährige Tochter hat heute noch Kontakt zur Tagesmutter

    • 13 sagt:

      Gegenhypothese oder eher ergänzende Hypothese, denn ich halte die erste nicht für falsch, mit 3 Kindern, davon zwei im Schulalter und eines noch nicht: Die komplizierteste Situation ist die, wenn man Kinder im Schulalter und Kleinkinder hat, weil die Organisation von Klein- und Schulkindern sehr verschieden abläuft!
      Noch vor 3 Jahren fand ich das älteste Kind am Anspruchsvollsten, da sie aus der Reihe tanzte, heute ist es das Jüngste, da sie eben noch nicht in der Schule ist. Ob es zur Beruhigung führt, wenn alle im Schulsystem sind, kann ich erst nächstes Jahr berichten.
      Eine Riesenumstellung bei der Einschulung ist es aber so oder so. Gilt aber nur für wenige Jahre, sobald sie 1-2 h alleine bleiben können, geht es.

      PS: „Drittbetreuung“ ist ein weniger bescheuerter Ausdruck 😉

    • Sportpapi sagt:

      Wir haben mittlerweile drei Kinder in der Primarschule. Zwischen 8 und 12 Uhr sind alle weg, dazu an einigen Nachmittagen.
      Wenn sie zu Hause sind, dann sind sie wieder bald weg mit Freunden. Und sie können mittlerweile auch mal 2h allein zu Hause sein.
      Die Schule entlastet gewaltig. (die Ferien klammere ich mal aus, da sind wir mit einer Primarlehrerin zu Hause gut bedient…)

      • Sonja sagt:

        Ich denke, wenn man vorher den gut geregelten Krippenablauf gewohnt war (professionelle Betreuung von 8 bis 18 Uhr inkl. „Hotellerie“), ist der Schuleintritt eher ein organisatorischer „Rückschritt“. Die vier Stunden zwischen 8 und 12 Uhr sind dann eher wenig und müssen optimal genutzt werden (inkl. Kochen des Mittagessens für die Kinder).
        Wenn die Kinder hingegen vor dem Schuleintritt stets zu Hause betreut wurden, dann ist der Schuleintritt natürlich eine enorme Erleichterung gegenüber vorher. Kommt also ganz auf die Perspektive an.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Du machst mir Hoffnung 😉
        Ich stecke zur Zeit eben zwischen „ich kann sie nicht gut alle alleine zu Hause lassen, da eines ein Kleinkind ist“ und „ich kann sie nicht morgens ins Auto setzen und die 50 km zur Gotti fahren, da zwei in die Schule müssen“. So kann ich von keinem der Vorteile profitieren, aber das ändert sich ja schnell.

        @ Sonja
        Mit Ausnahme der Schulferien, die teilweise anspruchsvoll sind, haben doch die meisten Schulen (nicht alle, ich weiss) heute auch einen Hort/Tagesschule, in denen sich die Hotellerie nicht sehr von der Kita unterscheidet.

  • Tina Sprüngli sagt:

    Und dann noch das schlechte Gewissen? Ich Fass es nicht…wohl doch etwas in Ihnen, dass ihnen sagt, dass sich das falsch anfühlt? Wer spürt, dass er auf dem richtigen Weg ist und überhaupt die Stimme des Herzens noch hören mag, der braucht kein schlechtes Gewissen.
    Bitte verstehen Sie mich richtig: keine Kritik an ihrem Leben wie sie es gestalten. Kritik an ihrer Unehrlichkeit, Fassade uns und Ihnen selbst gegenüber.
    ❤️

    • Yasmin Matthys sagt:

      Guten Tag Tina. Das schlechte Gewissen ist nicht omnipräsent. Wenn es jedoch aufkommt, liegt es daran, dass ich es allen recht machen möchte, insbesondere meiner Tochter gegenüber. Dabei möchte ich jedoch nicht auf meinen Beruf verzichten, den ich in der heutigen Wirtschaftslage ohnehin nicht tiefprozentig ausüben könnte. Mit Unehrlichkeit hat das nichts zu tun. Beste Grüsse, Yasmin

  • Tina Sprüngli sagt:

    Fortsetzung:
    Das Kind nimmt sie zum Vorbild…doch hmmm, irgendwie merkt das Kind, dass es selbst auch andere Gefühle hat, nicht immer gut drauf ist etc. Machen wir’s doch wie Mama, ignorieren.
    Meine Kinder lernen, dass die Mama mal müde ist, mal wütend, mal kein Bock zum Spielen hat, weil sie auch eigene Bedürfnisse hat….und dass ich sie trotz diesen, meinen, Gefühlen über alles Liebe. Mal ist mein Verhalten nicht korrekt, aber dann kann ich mich entschuldigen.
    Ich arbeite auch, wenig, und ganz ehrlich: super. Aber ich sage auch: ich finde die Zeit mit den Kindern sehr sehr anstrengend, es ist Arbeit im Tiefen, an mir selbst und den Kindern. Im Beruf: Erholung pur, ich arbeite mit Erwachsenen Menschen, die mich emotional nie dermassen aus der Mitte bringen.

  • Tina Sprüngli sagt:

    Was ist denn das für ein Artikel? Irgendwie klingt es, als ob sie sich selbst rechtfertigen wollen für ihr tun. Müssen sie das denn? Sie haben ihre Prioritäten gesetzt und fertig, also stehen sie auch dazu. Für mich gibt es nichts zu kritisieren, wenn sie wirklich hinter ihrem Entscheid stehen würden: sie stehen lieber in der Berufswelt als in der Kinderwelt, so what? Aber das auszusprechen fehlt Ihnen der Mut. Die Wirtschaft ist schuld? Was ist denn das für ein Witz? Jeder etwas reifere Mensch lernt, das die Umstände nicht das eigene Leben bestimmen. Stehen sie doch bitte einfach zu ihrer Entscheidung!
    Sie zeigen ihrem Kind wirklich die perfekte Mutter: quality Time sagt man modern. Wieder, sorry, so falsch. Das Kind lernt: Mami ist immer nett, hat Energie, will mit mir spielen etc…..

  • Dora sagt:

    Komisch, niemand fragt nach dem Pensum des Vaters. 80 % sagt nocht nichts aus, der 2. Elterteil kann gar nicht bis 100 % Erwerbstätig sein. Es stellt sich doch immer die Frage nach dem Total. Für mich persönlich ist bei Kleinkindern die Grenze bei 160 % bei grösseren bei 180 %, aber das finden wir als Familie.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Dora, danke für deinen Kommentar. Mein Mann arbeitet 100%, wir sind also total auf 180%. Jedoch ist mein Mann in der Gastronomie zuständig, wodurch er die Möglichkeit hat, am Nachmittag zu Hause zu sein und in seiner „Zimmerstunde“ unsere Kleine zu betreuen. Auf diese Weise stimmt es für uns als Familie. Wie es bei 180% 8-17.00 Uhr Job wäre, kann ich nicht beurteilen. Beste Grüsse, Yasmin

    • Elenor sagt:

      Als ich meinen ebenfalls 70% arbeitenden Arbeitskollegen mal gefragt habe, ob er auch ständig so gestresst sei, anwortet er: Nein, überhaupt nicht. Er könne halt gut abschalten und überhaupt sei er der Meinung, Frauen würden sich einfach ständig zu viel Stress machen. Das hat mich natürlich ziemlich ins Grübeln gebracht, was ich wohl alles falsch mache.
      Erst viel später habe ich realisiert, dass er eine Frau hatte, die 60% auf einer Verwaltung gearbeitet hat, während ich einen Ehemann hatte, der zu 100% in der Privatwirtschaft, davon fast 30% im Ausland, gearbeitet hat. Äpfel und Birnen halt…

      • Michael Blanc sagt:

        Was mich etwas stört ist, dass Sie die „Verwaltung“ anscheinend als weniger stressig als die Privatwirtschaft abtun…. Ich arbeite in der Privatwirtschaft und früher in einer Verwaltung… kenne Beides, finde beides gleich… Das Reisen ins Ausland, das ist ein Argument, aber das andere, nicht.

      • Franka Ebi sagt:

        zusätzlich hats noch eine Differenz von 40% im Pensum. Könnte ja auch noch eine Rolle spielen, meinen Sie nicht, Herr Blanc?

      • Elenor sagt:

        @Michael Blanc
        Ok, ich sehe Ihr Argument. Ich versuche zu präzisieren. Die Frau meines Arbeitskollegen hatte einen Job, wo sie um 17:30 das Büro verlassen konnte und kein Druck bestand, z.B. kurzfristig am Samstag noch eine Präsentation für den Chef zu erstellen. Auch hatte sie kein Firmenhandy, auf dem man ständig erreichbar ist und auch keine ausländische Kunden mit Zeitverschiebung. Sie arbeitete ausserdem in der gleichen Stadt, in der die Familie auch wohnte, hatte also einen sehr kurzen Arbeitsweg. Bei meinem Mann waren die aufgezählten Parameter genau andersrum. Ich hoffe, ich habe es jetzt besser erklärt, ohne Stereotype über Verwaltung und Privatwirtschaft zu bemühen.

  • 100%-Arbeit + 100%-Mama sagt:

    Hut ab, wenn sie es schaffen, mit 80%-Pensum ausgeglichen, zufrieden und VOLLER Energie abends zu sein!
    Vielleicht können Sie uns ja den geheimen Tipp geben?

    • Lace sagt:

      Wieso nicht?Wahrscheinlich nicht immer,aber meistens!Wenn man zufrieden ist hat man sicher mehr Power.Hat aber nichts mit Vollzeit/Teilzeitarbeit zu tun!

    • Yasmin Matthys sagt:

      Guten Tag, die Energie im Job ist für mich persönlich nicht gleich die Energie zu Hause mit dem Kind. Sobald der Feierabend beginnt tanke ich auf der Heimfahrt auf und die Freude auf meine Tochter ist so gross, dass ich innerlich wieder voller Energie stecke. Liebe Grüsse, Yasmin

  • Ruedi sagt:

    Ob ein 80%-Pensum viel oder wenig ist, lässt sich mit einer Nummer überhaupt nicht aussagen.

    Es gibt Arbeitgeber/Stellen, die bieten 100% Pensen, die wären, verglichen mit einer anderen Stelle, knapp 70%.
    Dies logischerweise unabhängig von der individuellen Konstellation, kann in dieser Relation weggekürzt werden.

    Insofern, in diesem Kontext, kann das Pensum zu viel oder sogar wenig sein – je nach Job, Arbeitgeber, etc.

    • Tina sagt:

      Sie haben ganz Recht, Ruedi. Es kommt ausserdem auch auf den Arbeitsweg drauf an, auf die autonome Zeiteinteilung während der Arbeit, auf die Art der Leistungsmessung und Zeiterfassung der Tätigkeit, auf das Arbeitspensum des mitbetreuenden Partners, …
      Ich wurde mal von einer „einfachen“ Postangestellten ganz verzweifelt gefragt, wie ich das denn machen würde mit der Vereinbarkeit, bei ihr würde das nicht gehen, da sie schon um 7:30 am Schalter sitzen müsse – da wurde ich mir bewusst, wie privilegiert ich es als Projektleiterin mit Jahresarbeitszeit habe.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Lieber Ruedi, da hast du völlig Recht. Es kommt ganz auf die Tätigkeit, die Belastung (geistig / körperlich), den Arbeitsweg etc. drauf an. Beste Grüsse, Yasmin

  • Biit sagt:

    80% Job als Ausgleich zum Muttersein!? Ist wohl nicht gerade die glücklichste Aussage. Meine Frau arbeitet 40% (Lohn geht direkt an die Krippe. Wenn die Kinder krank sind bleibe ich als Mann zu Hause) und mehr wollen wir den Kindern auch nicht zumuten? Ausser ich könnte mein Pensum reduzieren. Finanziell schwierig.
    Wir machen das nun seit 4 Jahren und ich bin überzeigt, wer die Kinder mehr als 50% Fremdbetreuen lässt ohne dass es finanzielle notwendig ist, tut den Kinder keinen gefallen und sollte sich für den Beruf oder für einen Hausmann entscheiden und nicht fürs Kinder haben.
    Ich habe trotz mein 100% Pensum das Glück, dass ich mit meinen Kindern frühstücken kann, sehe sie über Mittag und am Abend bevor sie ins Bett gehen.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo und vielen Dank für den Kommentar. Mein Job ist tatsächlich ein Ausgleich zum Muttersein. Im Total wird unsere Tochter zwei Tage die Woche fremdbetreut. Dies durch unser Glück, dass der Papa am Nachmittag zu Hause ist und seine Papa-Zeit mit unserer Tochter geniessen kann. Ob 50% jedoch die Schmerzgrenze ist, wage ich zu bezweifeln. Am Ende muss es für jede Familie individuell stimmen. Freundliche Grüsse, Yasmin

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich würde mal behaupten, dass 90% dieser Fragen von Frauen kommen.
    Und davon sind wahrscheinlich die meisten Mütter, die eben weniger arbeiten und die sich einfach fragen: wie geht das?
    Den Vorwurf Rabenmutter haben Sie wahrscheinlich nur ganz selten bis überhaupt nie direkt gehört. Wer redet schon so direkt! – in der Schweiz? Unvorstellbar.
    Also, woher kommen die „Vorwürfe“? Entstehen Sie in ihrem Kopf? Weil sie in online Kommentaren solchen Quatsch lesen? Ja dort wird man immer fündig. Egal, welches Lebensmodell man lebt. Man wird sie immer finden, die Typen die jeden und alles verurteilen. Und natürlich wird man in der Klatschriege des Dorfes auch stets ein Lästermaul finden: egal wieviel % man arbeitet.
    Aber auf solcher Leute Meinung sollte man einen Köttelhaufen geben.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Guten Tag und danke für den Kommentar. Tatsächlich ist es so, dass negative Äusserungen sehr oft vorkommen. Aber wie Sie sagen, am Ende zählt doch die eigene Meinung. 😉 Beste Grüsse, Yasmin

  • 13 sagt:

    Schön geschrieben. Das Leben ist voller Kompromisse. Nie werden wir das Optimum erreichen. So sind auch die Gefühle und Gedanken einer hochprozentig arbeitenden Mutter (gleich übrigens wie diejenigen vieler Mütter, die zu Hause sind) ambivalent. Auch wenn man gerne arbeitet, kann man sein Kind vermissen. Auch wenn man hinter dem Entscheid steht, gibt es sicher Tage, da würde man gerne alles ändern. Ich arbeite Vollzeit. Es geht zur Zeit nicht anders. Das Traumpensum sehe ich irgendwo bei 60-70%, aber das nur wenn ich die Work-Life-Balance betrachte. Diese Reduktion würde andere Nachteile mit sich ziehen, für die mir dann doch der Preis zu hoch ist. Unter Berücksichtigung aller Faktoren, ist es daher ganz ok. Das heisst aber nicht, dass der Abschied morgens manchmal schwer fällt.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe 13, vielen Dank für deine Worte. Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen und stimme mit dir überein, dass ein 60-70%-Pensum ein sehr guter Kompromiss wäre. Nur leider ist dies nicht in jedem Beruf möglich. Solange es für die Familie stimmt, ist jedes Pensum möglich. Beste Grüsse, Yasmin

  • Jo Mooth sagt:

    Ich kann diese „Gegendere“ nicht mehr lesen. Wer, sei es nun Frau oder Mann, ein Kind zeugt, ist für dieses verantwortlich. Wie sie oder er diese Verantwortung wahrnimmt, ist individuell verschieden: selber, ganz oder anteilmässig, durch Dritte. Hauptsache, das Kind wird ausreichend betreut.

    • Susan Meier sagt:

      Gebe ihnen Recht, ich hatte auch nie ein schlechtes Gewissen. Hoechstens weil ich kein schlechtes Gewissen hatte. Die Kinder abzugeben und dann den ganzen Tag arbeiten zu koennen ist weiss Gott viel einfacher als zu Hause zu bleiben. Irgendwann waren dann die Kosten und die Steuern so hoch, dass es schlicht keinen Sinn mehr machte und ich hoerte auf ausser Haus zu arbeiten.

    • Ray Hugentobler sagt:

      Ich denke das bestreitet niemand.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo und danke für den Kommentar. Ganz recht, Hauptsache, das Kind ist ausreichend betreut. Am Ende zählt doch nur, dass das Kind glücklich ist. Beste Grüsse, Yasmin

      • Ruedi sagt:

        Ja, ähm, also nicht nur, nein.
        Die Kinder hast Du, graduell unterschiedlich, gut 18 Jahre.
        Davor, während und nachher ist jeder/jede verantwortlich, dass es AUCH ihm/ihr gutgeht.
        Nur wenn das gewàhrt ist, macht das Ganze auch einen Sinn.

  • Robert Bührer sagt:

    Hmm, wer kümmert sich dann um den armen Hund und die Pferde?

    • Yasmin Matthys sagt:

      Lieber Robert, gute Frage. 🙂 Unser Hund wird jeweils mit unserer Tochter mitbetreut. Sie kommen quasi im Doppelpack. Und bei den Pferden ist es tatsächlich so, dass ich es aktuell nur 2 mal die Woche zu ihnen schaffe. Sie leben jedoch in einer Herde auf einer offenen Weide und haben somit den grösstmöglichen Auslauf, den man ihnen bieten kann. Soll heissen: Sie stehen nicht tagelang in einer Box herum und warten, bis das Herrchen oder Frauchen kommt. Beste Grüsse, Yasmin

  • Tek A. sagt:

    Jetzt mal ehrlich, haben denn alle berufstätigen Mütter ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Kind, wie auch die Autorin Yasmin? Manchmal kommt es mir vor, dass ich die Einzige bin, die kein schlechtes Gewissen hat – und wehe ich spreche das ehrlich aus. Weshalb müssen wir uns ständig rechtfertigen – egal ob für das eine oder das andere??? Seien wir doch einfach zufrieden mit dem, was wir haben. Und ändern das, was uns unglücklich macht.

    • Simona Seiler sagt:

      Ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Dazu geht es uns allen viel zu gut mit unserem Leben 🙂 Wir arbeiten je 4 Tage die Woche und betreuen die Kinder je einen Tag die Woche allein. Dazu kommen dann drei Kitatage. Für uns perfekt.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Kein schlechtes Gewissen hier! 🙂

      • Fab sagt:

        Auch keine schlechtes Gewissen hier. Ich geniesse die Zeit bei der Arbeit, in der ich Business und Power Woman sein kann, aber genau so meinen freien Tag und die Abende und Weekends mit den Kids. So bin ich ausgeglichen und die Kinder haben so das beste Mami, wenn ich mit ihnen zusammen bin.

    • Lydia sagt:

      Ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Ich arbeite sehr gerne (60%, 3 Tage die Woche) und betreue meine Kinder sehr gerne. Der Haushalt (auf meinen Mann und mich aufgeteilt) läuft so nebenbei … Ich könnte mir auch vorstellen, an vier oder fünf Tagen zu arbeiten, doch würde dieses Modell für unsere Familie weniger gut aufgehen.

    • Talisa sagt:

      Ich hatte, als ich noch in einem hohen Pensum gearbeitet habe, wirklich nie ein schlechtes Gewissen.
      Nach einigen Jahren habe ich mein Pensum stark reduziert und ich konnte den Kindern plötzlich viel mehr bieten, was vorher zeitlich nicht möglich gewesen war: Musikunterricht, kein Entscheiden mehr zwischen Räbelichtlichumzug und Samichlausfeier sondern beides, Religionsunterricht, Geschenk für Wichtelanlass selber basteln, Verkleiden an Halloween, Hilfe bei den Schulaufgaben, morgens nicht mehr dieses ständige Gehetze vor der Schule, etc.
      Ich habe mich jetzt so daran gewöhnt, dass es richtig Überwindung braucht, wieder ein höheres Pensum anzunehmen, weil ich sehe, was ich den Kindern wieder „wegnehmen“ würde. Vermutlich kommt das schlechte Gewissen jetzt doch noch…

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Tek, das schlechte Gewissen ist nicht omnipräsent. Es kommt jedoch vor, dass es sich in meine Gedanken und mein Herz einschleicht. Insbesondere dadurch, dass ich es als Mama, Ehefrau und Arbeitnehmerin allen recht machen und auf meinen Job nicht verzichten möchte. Liebe Grüsse, Yasmin

  • Markus sagt:

    Naja, Väter arbeiten oft 100%

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Markus, sehr richtig. So ist das auch bei meinem Mann. Und ich stimme auch damit überein, dass es viel zu selten angesprochen wird, wie es aus Sicht der Väter ist, 100% zu arbeiten und seine Kinder – meistens – erst am Abend zu sehen. Liebe Grüsse, Yasmin

  • maria sagt:

    Tja. Ich arbeite 80%, damit mein Exmann, der finanziell auch nicht so extrem auf Rosen gebettet ist, mir nicht noch mehr Alimente für die Kids zahlen muss. Und dennoch werde ich angefeindet, ich sei eine Rabenmutter, karrieregeil (als ob ich eine Karriere hätte) und Zeit für mich oder einen Partner, der mich mal entlastet, habe ich auch nicht.
    Es kommt nicht immer darauf an, was für einen „richtig“ ist, dh was man sich aussucht -viele haben einfach keine Wahl.

    • Jo Mooth sagt:

      Keine Wahl MEHR. Vor der Zeugung gibt es diese Wahl, also im Zweifel kein Kind zu haben, wenn die spätere Betreuung unsicher ist.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Maria, danke für deine Worte. Ich finde es toll, dass du auf diese Art auch deinem Exmann entgegenkommst und dich finanziell selber absicherst. Herzlich, Yasmin

  • Apfelkuchen sagt:

    Wer sich genötigt fühlt Rechenschaft abzulegen ist selber Schuld und tut es wohl zu meist vor allem vor sich selbst. Mutter sein ist nicht leicht , schon gar nicht mit dem Job den man sich wünscht? Ganz ehrlich, ich kann es nicht mehr hören. Mütter mit behinderten und kranken Kinder, pflegende Angehörige, 7×24, da kann man von keine Ich-Zeit reden. Familien bei denen kein Grosi vor der Tür steht, kein Job einen Ausgleich schafft, Paarzeit die Zeit ist, die man auf der Autofahrt zum nächsten Arzttermin hat. Ein zweites Gehalt fällt zwangsweise weg, die Kosten und Kämpfe übersteigen oft das mögliche. Jammert hier je eine solche Mutter? Nein. Wieso nicht? Keine Zeit, keine Kraft für Nebensächliches. Einen Weg vor den Füssen den man gehen muss, egal was andere denken. Zusammen, wo möglich.

    • Ray Hugentobler sagt:

      Gutes Statement!

    • 13 sagt:

      In vielen Gegenden dieser Welt fehlt die medizinische Versorgung komplett. Wer als einen Arzttermin mit dem Kind hat und auch noch ein Auto, um es hinzubringen, und dabei kaum befürchten muss, getötet zu werden, jammert bereits auf hohem Niveau. Wir leben in einem der reichsten Länder dieser Welt. Damit sind ALLE unsere Probleme und Sachen, die uns beschäftigen, First World Problems und KEINES mit denjenigen vergleichbar, die andere durchmachen. Aber es beschäftigt uns deshalb trotzdem und bringt uns zum grübeln und es ist mehr als gerechtfertigt, auch darüber zu reden und zu diskutieren, auch wenn es logischerweise immer schlimmeres gibt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Nun ja: das Leben mit behinderten Kindernmoder zu pflegenden Angehörigen als First World Probleme zu bezeichnen, finde ich schon sehr dreist. Zumal von jemanden, der davon nicht betroffen und finanziell auf Rosen gebettet ist.

        Das Ross auf dem Sie sitzen, ist ziemlich gross, sorry.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Meine Aussage ist, dass es immer schlimmeres gibt. Da wir uns in der Schweiz bewegen, sind wie gesagt alles auch Probleme, die in der Schweiz auftauchen resp. mit den Möglichkeiten in der Schweiz zu lösen sind. Denn wer sich mit einem Schicksalsschlag konfrontiert sieht, ist in dem Moment sicher lieber hier als anderswo. Glaube mir, ich kenne auch eine „andere Seite“. Du auch?

        Dreist hingegen ist es, sich ein persönliches Urteil zu meinen Finanzen und/oder Lebensumstände ohne Kenntnisse darüber zu haben. Weisst Du, was ich verdiene? Oder ob wir zu pflegende Angehörige oder Krankheitskosten haben? Wohl kaum, oder?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Schlimmer geht immer. Warum gehen Sie nicht in einer Wellblechhütte wohnen, anstatt in einem First World House? Und doch ja: bei jemanden, der angibt ein Jusstudium zu haben, der Ehemann auch verdient, mit Eigenheim und zwei Autos, kann man sich eine Bemerkung darüber erlauben, dass Sie in abgesicherten finanziellen Verhältnissen leben, im Gegensatz zu vielen anderen in der Schweiz wohnenden Familien, aber wie meinte Antoinette dereinst: was jammert das Volk, dass es kein Brot hat? Soll es doch Kuchen essen!

        Wenn Sie keine Anmerkungen bez Ihres Lebensstandard hören wollen, sollten Sie darüber halt schweigen.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Sie hören ein paar Sachen von jemanden und reimen sich sehr schnell irgendetwas zusammen. Ob es stimmt, spielt keine Rolle. Auch scheinen Sie sich nicht vorstellen zu können, dass nicht jeder die Schicksalsschläge hier teilt. Vorurteile ist das einzig richtige Wort dazu.
        Gejammert habe ich übrigens nicht, die Autorin auch nicht. Und warum ich in eine Wellblechhüte ziehen sollte, weiss ich nicht. Ich weiss um das Privileg hier zu wohnen. Mich stört es nur, wenn jemand, wie Apfelkuchen, Gedanken und Gefühle anderer pauschal als nichtig abtut, weil es schlimmeres gibt. Das gibt es nämlich tatsächlich immer.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo und danke für den Kommentar. Dieser Beitrag soll nicht Rechenschaft ablegen, sondern darauf aufmerksam machen, dass eine Mutter hochprozentig arbeiten dürfen soll, ohne angefeindet zu werden. Beste Grüsse, Yasmin

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Aber wenn Sie die Probleme anderer als Nichtigkeit abtun, hat das dann schon seine Berechtigung, nicht?

        Und: wenn Sie nicht mehr wissen, was Sie geschrieben habennund was nicht, hinterlässt das Zweifel an IHRER Glaubwürdigkeit und NICHT an meiner. Ich jedenfalls weiss, was ich gelesen habe und was nicht und Jusstudium, Eigenheim und zwei Autos ist definitiv keine Information von IRGRNDJEMANDEN, sondern von Ihnen. Hier öffentlich auf Mamablog.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @13

        Ich reime gar nichts zusammen: ICH weiss, was ich von wem gelesen habe und was nicht. Wenn Sie NICHT mehr wissen, WAS Sie geschrieben haben, können Sie das nicht mir anlasten.

        Zudem kritisieren Sie hier andere dafür, dass sie die Probleme anderer als nichtig abtun, während Sie eben genau dasselbe tun, aber vielleicht können Sie sich ja auch daran nicht mehr erinnern….. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern…..oder vor fünf Minuten 😉

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Ganz ehrlich, es reicht. Ich weiss, was ich geschrieben habe und kann sonst auch nachlesen (ist praktisch im Iustudium). Ich habe auch oder eben gerade kein Problem als nichtig abgetan, sonder gesagt, dass man sie nicht mit allen Problemen der Welt vergleichen kann, weil sie sonst nichtig wirken ohne es zu sein. Alle diese Informationen, die Sie zusammentragen haben sind richtig (Iusstdium selber erarbeitet, Eigenheim mittels Erbe, 2 Autos Occassion und je über 200’000 km…), aber es gibt nich x andere Dinge, die Sie eben wissen und Sie auch nichts angehen. Ein vollständiges Bild haben Sie damit nicht. Vorurteile hingegen viele, sieht man auch im Kommentar zum angeblich lockeren Bürojob. Das hört man meistens ja von Menschen, die nie einen verantwortungsvollen Bürojob hatten.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        1. ist mein Kommentar kein Angriff gegen Ihre Person, sondern zeigt lediglich mein Unverständnis für Ihren Kommentar bez First World Problems.

        2. beziehen sich meine Einwände auf die Infos, welche Sie hier selber einst von sich preisgegeben haben. Wenn Sie meinen, dass das mich und andere nichts angeht, müssen Sie es halt unterlassen, solche Infos preiszugeben. Schliesslich findet die ganze Diskussion halt eben aufgrund der Infos statt, die man hat und nicht auf jenen, die man nicht hat.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @13

        3. Bezieht sich mein Kommentar bez beruflicher Belastbarkeit rein aufs Körperliche, was auch ganz KLAR ersichtlich ist, wenn man es denn verstehen MÖCHTE. Von lockerem Bürojob habe ich NICHTS gesagt. Ich stelle mir einfach vor, dass nach einem zwar geistig anspruchsvollen, aber körperlich NICHT anspruchsvollen Arbeitstag mehr Resourcen übrig sind, um den Staubsauger in die Hand zu nehmen, oder das Bad zu putzen, als nach einem körperlich anstrengenden Tag im Verkauf, oder als Putzfrau. Mir jedenfalls tut nach einem Tag auswärtiger Erwerbstätigkeit der ganze Körper weh. Vorher im Verkauf, wo ich bis zu 5 Stunden ohne Pause stehen und jetzt 7 Stundem putzen mit ungefähr 15 Min Pause, inkl Fahrt zum nächsten Kunden. Da fasse ich nach der Arbeit wenn möglich keinen Putzlappen mehr an.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        4. Ihre Bemerkung bez, dass ich nie einen „verantwortungsvollen“ Bürojob hatte, ist so richtig, aber trotzdem an Überheblichkeit kaum zu überbieten. Ich hatte leider nicht das Glück, Eltern zu haben, welche mich bez Schule untetstützten und meine mehrmalige Bitte um eine weiterführende Schule schlicht ablehnten, mit der Begründung, dass ich als Mädchen später Vollzeithausfrau werden würde. Ja, mir wäre es auch lieber, ich könnte nebst der Landwirtschaft mein Teilzeitpensum bei 3 Mal so guter Bezahlung im Büro „absitzen“, anstatt für 20.- Std putzen zu gehen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        5. Ich hoffe doch schon, dass Sie Ihrer Putzfrau (welche Sie meines Wissens haben) mehr Wertschätzung entgegenbringen, als mir. Mir jedenfalls müsste kein Kunde eine derartige Abwertung und Arroganz entgegenbringen. Bei mir hiesse es da: „bye, bye, de next one please“ und der Kumde dürfte seinen Dreck wieder selber putzen.

        Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Sonntagabend.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Nun, in den letzten Kommentaren geht es lediglich um meine Person. Und das, was Sie sich dabei zusammendichten. Wenn es Sie aber interessiert, ich habe neben dem Vollzeitstudium immer mind. 50% gearbeitet. Im Verkauf, Kinderbetreuung, Service etc. Dazu viele ehrenamtliche Arbeit. Und in keinem dieser Jobs lag ich um 3.00 Uhr morgens wach und überlegte mir, was ich mit einem Kunden tun soll. Die Verantwortung etc. ist eben das, was man beim „absitzen“ nicht sieht. Klar, ist ein körperlicher Job anstrengend, aber nicht nur dieser. Wie ich meine Putzfrau behandle, können Sie sie selber fragen. Sie kennen bestimmt Ihre Nummer, Sie haben sie ja schliesslich erfunden. Also hören Sie auf, anhand weniger Fakten einen Menschen zu beurteilen. Das hat mit der Wahrheit nichts zu tun.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ich habe NIE behauptet, dass Sie eine Putzfrau haben, sondern lediglich erwähnt, dass Sie meines Wissens eine haben, da ich mir nicht sicher war. Offensichtlich ist Leseverständnis für ein Jusstudium nicht nötig.

        Was für einen „verantwortungsvollen“ Bürojob haben Sie denn, wo man 50% der Arbeitszeit in Blogs verbringen kann?

        Die Gründe für meine Schlafstörungen (Vergangenheitsbewältigung, Depressionen und Existenzängste) habe ich wohl schon mehrfach erwähnt, aber glauben Sie mir: ich erledige meine Arbeit trotzdem und lasse mich nicht wie Sie dafür bezahlen, in Blogs zu kommentieren.

      • 13 sagt:

        Sie sollten das Wort „Wissen“ im Duden nachschlagen und wenn Sie schon dabei sind, wie wäre es mit den Wörtern „Verleumdung“ und „Anstand“? Sie haben weder eine Ahnung von meinen Arbeitszeiten noch Modalitäten, verleumden mich aber hier seitenweise. Mehrfach bat ich, es zu lassen, ohne Erfolg. Aber eben, da wären wir beim Anstand. Tja, das war’s. Ich hoffe, es hat Ihnen die Befriedigung gebracht, die Sie sich erhofft haben. Einen schönen Tag noch.

  • Kathrin Zurbuchen sagt:

    Ich finde viele solcher Themen werden nur aus der Sicht der Frauen oder Männer betrachtet. Wie ist wohl die Sicht der Kinder?
    Ich mutmasse das ein Kleinkind bis zum Schuleintritt sich gut mit seiner Welt arrangieren kann; ok die Abschiedstränen streiche ich kurzerhand aus meinem Kopf.
    Eine stabile Bezugsperson ist das A und O darin.
    Schwieriger gestaltet sich jedoch genügend Rückhalt in der Schulzeit zu bieten. „Einfach da sein“ dass das Kind entscheiden kann, wann es von seinen Sorgen erzählen will. „Ruhe und Sicherheit“ vermitteln in einem bereits hektischen Schulalltag?
    Solche Dinge sind eine extrem hohe Herausforderung für die Eltern, was gut organisiert sein will.

    Zur Arbeit gehen ist für mich in dieser ganzen Situation das einfachste…

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Kathrin. Das wäre wirklich spannend zu wissen, wie der Alltag aus Sicht des Kindes erlebt wird. 🙂 Was in 3-4 Jahren sein wird, wenn unsere Tochter in die Schule kommt, kann ich nicht voraussagen. Wir werden unser Familien-Arbeits-Modell sicherlich überdenken müssen, sodass es jederzeit für unsere Tochter stimmt. Liebe Grüsse, Yasmin

  • Sportpapi sagt:

    Da beschreiben Mütter gerne die „emotionalen Hürden“, wie schwer es ihnen fällt, das Kind in Betreuung zurückzulassen, dass sie eigentlich lieber den ganzen Tag beim Kind bleiben würden, dass sie von einem schlechten Gewissen geplagt sind, usw.
    Und wundern sich dann, dass andere nachfragen, ob 80% nicht etwas viel ist.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Sportpapi, ob das Arbeitspensum viel ist oder nicht ist relativ und insbesondere individuell zu beurteilen. Diese Äusserung kommt ja nicht von mir, sondern von den Reaktionen Dritter. 🙂 Beste Grüsse, Yasmin

      • Sportpapi sagt:

        Aber das kommt von Ihnen: „Mutter zu sein, ist nicht leicht. Eine berufstätige Mutter mit einem Arbeitspensum von 80 Prozent, schon gar nicht.“
        Es ist doch so, dass die Mütter in der Schweiz sich irgendwie darauf geeinigt haben, dass 40-60 Prozent Arbeitspensum das Ideal sind, und die Kinder nicht mehr als 2-3 Tage in Fremdbetreuung sein sollten. Und wer mehr oder vor allem weniger arbeitet, bekommt entsprechende Fragen gestellt.
        Die sich bei den Männern nur deshalb nicht stellen, weil sowieso fast alle (fast) Vollzeit tätig sind.

      • Teilzeiteltern sagt:

        Mein Mann und ich arbeiten je 60% und die Kinder sind einen Tag fremdbetreut. Für uns stimmt das Modell, allerdings ist es für Männer schwierig einen Job unter 80% zu finden. Und als Mann muss man oft hören, weshalb man so wenig arbeitet…

  • 90% sagt:

    Und manchmal bleibt einem gar nichts anderes übrig, wenn man nicht zum Sozialfall werden will. Und wenn eine Frau mal einige Monate oder Jahre nicht gearbeitet hat – um sich der Kinder voll widmen zu können – wird es noch heute schier ein Ding der Unmöglichkeit, wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Schade, denn so gehen Fachwissen verloren. Leider ist die Männerwelt mit seinen Ansichten immer noch dominierend.
    Bin selber Mutter von zwei (mittlerweile in der Lehre) Kindern und habe nie aufgehört zu arbeiten. Das war mein Glück, so konnte ich nach der Trennung einfach bleiben und musste nebst dem Organisieren des „gewöhnlichen“ Alltags nicht auch noch eine Stelle suchen.
    Ich kann einfach allen Müttern empfehlen, auf ihr Bauchgefühl zu horchen.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo und danke für den Kommentar. Ich kann nur für meine Berufsbranche sprechen: Würde ich ein paar Jahre dem Marketing und der Kommunikation fernbleiben, hätte ich keine Chance, mich wieder einzugliedern. Zu viele Innovationen entstehen monatlich in dieser Branche, dass ich einfach mithalten „muss“. Das könnte man auch mit weniger Prozent, ja. Jedoch nicht in jeder Position. Liebe Grüsse, Yasmin

  • Sarah sagt:

    Dass man als Frau 80% arbeitet, ist in der Stadt (in dem Fall Zürich) gottseidank nicht ganz so ungewöhnlich. Aber ja, ich muss mir immer mal wieder anhören, dass das „aber choge viel“ sei. Und dann meldet sich das schlechte Gewissen umso mehr.

    Wir hätten als Familie eigentlich gerne ein 80% 80%- Modell und wünschen uns eine gerechte Verteilung der Zeit mit den Kindern, von Haushalt und auch Einkommens- und Berufschancen. Das ist in der Privatwirtschaft anscheinend immer noch praktisch unmöglich. Mein Mann hat nach langem Suchen einen Arbeitgeber gefunden, bei dem er 90% arbeiten kann.. und es 10 Tage Vaterschaftsurlaub gibt. Das ist für Schweizer Verhältnisse – traurigerweise – ultrafortschrittlich.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Sarah, danke für deinen Kommentar. Nun, nicht nur in Zürich ist das keine Seltenheit. In ganz Süd- und Nordeuropa sind hochprozentig arbeitende Mütter etwas ganz Normales. Die Schweiz ist da – meiner Meinung nach – eigentlich die Ausnahme. Was die Arbeitssuche für deinen Mann betrifft so finde ich auch, dass es viel mehr Teilzeitstellen für Väter geben müsste. Doch da hinkt die Wirtschaft leider noch etwas hinterher. Liebe Grüsse, Yasmin

      • Sportpapi sagt:

        @Yasmin Matthys: Weil in diesen Ländern hochprozentig arbeitende Mütter ganz normal sind, werden diese auch keine Fragen beantworten müssen. Dafür die anderen…
        Aber vermutlich werden sie auch nicht von ihrem schlechten Gewissen berichten, weil sie die Kinder fremdbetreuen lassen?

  • Erich Iseli sagt:

    Ich hoffe, die noch folgenden Kommentare stimmen nicht ins immer wieder gleiche, mantramässige Lied der armen berufstätigen Mütter mit ein, welche doch so schutzbedürftig zu sein scheinen. Denn sonst können wir hier die Kommentarfunktion gleich schliessen und uns anderen Themen widmen. Wem’s aber gefällt soll hier weiterlesen und zwischendurch etwas die Tränen wegwischen. Ich jedenfalls muss jetzt meinen zwei Kleineren feine Plätzli panieren gehen und Rüebli rüsten. Ach ja, meine Frau isst dann übrigens auch mit – nach der Arbeit.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Es geht doch hier nicht um ein Jammerlied der schutzbedürftigen Mütter, sondern vor allem darum, warum Mütter sich mit einem (fast) Vollzeit-Pensum immer rechtfertigen müssen, während es für Väter ganz normal ist, Vollzeit zu arbeiten (freiwillig oder unfreiwillig).
      Wenn wir schon jammern wollen, dann könnten das beide Beteiligten, einfach aus verschiedenen Gründen: Väter wie Ray Hugentobler weiter unten, der nicht reduzieren durfte, obwohl er es gerne würde, und seine Kinder vermisst. Oder Mütter wie die Autorin, weil sie sich immer wieder dem Rabenmutter-Vorwurf ausgesetzt sieht.
      Wenn Ihnen das zu blöd ist, warum lesen und kommentieren Sie dann überhaupt hier?

      • Martin Frey sagt:

        @Peeterbach
        Wo ich Hr. Iseli recht gebe, dieses heutige Thema kommt in diversen Varianten doch sehr repetitiv daher, kaum eine Woche vergeht ohne Beitrag mit nahezu selbem Inhalt („muss mich immer rechtfertigen“ „mütterunfreundliche Arbeitswelt“) und meist fehlendem selbstkritischen Ansatz. Was ich heute positiv finde („Unlängst habe ich erkannt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt“) dass sich die Autorin dazu durchringen kann, auf irgendwelche Kommentare nichts mehr zu geben.
        Was wohl mehr bringt als jedes Mantra, ist das neue, ein Stück weit wegweisende BG-Urteil:
        https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bundesgerichtsurteil-erfreut-getrennt-lebende-Vaeter/story/18629373
        Dies wird Männer und Frauen letztendlich einen Schubs vorwärts bringen.

      • 13 sagt:

        Endlich, seit einer Woche warte ich sehnsüchtig darauf, dass dieser Entscheid hier ein Thema wird. Ich bin ja eigentlich schon fast etwas enttäuscht, dass es von den Autoren nicht aufgenommen wurde. Das wären dann die relevanten Familienthemen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Ich bin ja eigentlich schon fast etwas enttäuscht, dass es von den Autoren nicht aufgenommen wurde.“
        Siehst Du, 13, dass ausgerechnet ich da noch in die Bresche springen muss… 😉 Aber im Ernst, es gibt mir zumindest doch zu denken, dass derart Wegweisendes nicht als relevant genug erachtet wird. Lieber redet man zum x-ten Mal über Befindlichkeitsstörungen, wie ML wohl sagen würde.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wie hätten denn die Autorinnen (weibliche Form absichtlich gewählt) das Thema aufnehmen sollen?
        „Ist endlich Zeit!“ oder „Das ist eigentlich gar nicht umsetzbar und überhaupt!“
        Persönlich bin ich überzeugt, dass der Artikel, der sicherlich zum Thema mal noch kommt, mit „Solange nicht“ beginnt…

      • Yasmin Matthys sagt:

        Liebe Lina, Danke für deinen Kommentar und deine Stellungnahme. Du hast meinen Beitrag absolut „richtig“ verstanden. 🙂 Liebe Grüsse, Yasmin

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Von wegen nicht „als relevant erachtet“, meine Telefone laufen heiss 😉

        @ SP
        Von einem Vater hätte ich gerne gelesen. Ich bin ja nicht das Mass aller Dinge, aber ich wäre eher für „ein wichtiger Schritt in die Richtung der gemeinsamen Verantwortung für Kind und Finanzen, dazu gehört aber eben auch, dass Väter vermehrt Betreuungsverantwortung übernehmen“. Wer das eh wünscht, dem sollte es vermehrt ermöglicht werden. Wer sich drückt, sollte aber auch die Rechnung dafür bezahlen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Von wegen nicht „als relevant erachtet“, meine Telefone laufen heiss“
        Das glaube ich Dir gerne, angesichts der Branche in der Du tätig bist. Persönlich halte ich den Entscheid, wie Du wohl auch (?), und viele der betroffenen Leute mit denen Du zu tun hast, für hochrelevant. Umso bemerkenswerter aber ist doch das mediale Schweigen wo ja sonst jede Flatulenz hin und her diskutiert wird, darauf wollte ich hinaus.
        Wir werden sehen, wie es weitergeht. Und ob SP mit seiner etwas provokant-defaitistischen Annahme richtig liegt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Dazu gehört aber eben auch, dass Väter vermehrt Betreuungsverantwortung übernehmen.“ Das meinte ich eigentlich mit dem „solange nicht“. Väter übernehmen ja vermehrt Betreuungsverantwortung. Ich weiss nicht, ob der neue Entscheid auch darauf eine Reaktion ist.
        Aber im Wesentlichen geht es darum, dass von der Mutter erwartet wird, dass sie sich (auch) selber versorgt. Und dass sie zumindest dann arbeitet, wenn die Kinder in der Schule sind. Und dass sie die vielen Möglichkeiten der Fremdbetreuung zumindest teilweise nutzt, wenn nötig.
        Mit dem Vater hat das erstmals wenig zu tun. Ausser dass er finanziell etwas entlastet wird.
        Alles weitere würde unter der geteilten Obhut laufen.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo Erich, danke für deinen Kommentar. In diesem Beitrag geht es nicht um die Suche nach Aufmerksamkeit, Mitleid oder gar Tränenwischen. Ich bin auch nicht arm oder schutzbedürftig. 🙂 Es soll lediglich aufweisen, dass Mütter, die hochprozentig arbeiten, heute immer noch „angefeindet“ werden, obschon wir in modernen Zeiten leben. Ich wünsche dir und deiner Familie guten Appetit und hoffe, dass die Plätzli gut geworden sind. 🙂

  • Christine S. sagt:

    Ich arbeitete alleinerziehend an 2 alleinverantwortlichen Orten je 50%.. oft schon streng an der Grenze, aber mit Freude und Zufriedenheit.. und einem super betreuten und zufriedenen Kind, dass den Tag glücklich mit seinen Gschpännli nach vorne gewandt und seinen Bedürfnissen entsprechend verbrachte. Geklöhnt hatten zu dieser Zeit oft va. „die Anderen“

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Christine, wie du so schön beschreibst kann kann es einem Kind auch super gut gehen, auch wenn es fünf Tage die Woche „fremdbetreut“ ist. Liebe Grüsse, Yasmin

  • 100%mami sagt:

    Genau, ich arbeite „sogar“ 100% und die Aufteilung der Betreuung stimmt für uns. Ich erlebe auch, fast jedes Mal, wenn ich mein Pensum erkläre dass man mich verduzt und verständnislos anschaut. Aber was solls, solange wir happy sind müssen wir uns nicht irgenwelchen gesellschaftlichen Zwängen hingeben. Zudem denke ich, dass das traditionelle Familienmodell veraltet und der heutigen Zeit nicht mehr gerecht ist.

    • Lina Peeterbach sagt:

      So traditionell ist das Modell „Mama bleibt zuhause oder arbeitet höchstens 40%“ übrigens gar nicht. Es stellt nur einen sehr kurzen Zeitraum in der langen Geschichte der Menschheit dar…
      Ja, man muss sich von Erwartungen und Zwängen frei machen. Aber manchmal nervt es trotzdem mächtig! 😉

      • Muttis Liebling sagt:

        Für manche besteht Geschichte nur aus der eigenen Lebenszeit und da nimmt man eben als ewig an, was es zur Zeit der Geburt bereits gab. Tatsächlich ist Erwerbstätigkeit, nicht zu verwechseln mit Arbeit, eine historisch sehr späte Erfindung ab der Industrialisierung ca. 1870 und wird die erste Hälfte diese Jahrhunderts nicht überleben.

        2100 kennt man wieder nur noch Arbeit, wie man Arbeit eben seit 2 Mio. Jahren kennt, aber keine Erwerbstätigkeit.

    • Yasmin Matthys sagt:

      Hallo 100%Mami, danke für deine Worte. Und du hast ganz Recht: „Solange wir happy sind…“! Liebe Grüsse, Yasmin

  • Lina Peeterbach sagt:

    Ich finde immer und immer wieder aufs Neue spannend, dass Männer sich solchen Fragen einfach nie oder zumindest viel seltener stellen müssen. Welcher Mann wird schon gefragt, ob er seine Kinder nicht vermisst, wenn er „so viel“ arbeitet? Welcher Mann wird in allen möglichen und unmöglichen Situationen gefragt, wie er die Kinderbetreuung organisiert?
    Wir leben nach wie vor in einer Gesellschaft, in der Väter mit einem 80%-Pensum Superväter und Mütter mit einem 80%-Pensum Rabenmütter sind.
    Ich hoffe, dass solche Modelle für meine Kinder einmal normaler sein werden! Ein Papablog zum Thema würde sich wohl mit den positiven Aspekten des 80% Pensums beschäftigen, ein Mamablog rechtfertigt und redet übers Vermissen und „Quality time“ am Abend… sehr bezeichnend!

    • Marco Meyer sagt:

      Liebe Lina
      Die Jungen sind leider wieder eher wertkonservativ. Dazu die neuste ch-x Studie: „Am beliebtesten [bei den ca. 18-20 jährigen] ist das Modell des Vollzeit arbeitenden Mannes und der Teilzeit arbeitenden Frau. Dafür sprechen sich für die ersten drei Lebensjahre des Kindes 42 Prozent der befragten Frauen und 44 Prozent der Männer aus. Je ein Viertel zieht es vor, dass die Frau gar nicht arbeitet.“

      • Ray Hugentobler sagt:

        Sorry aber was hat ein 18-20 jähriger für Erfahrungen vorzuweisen zu diesem Thema? Erstens hat er gerade mal begonnen zu arbeiten und zweitens haben die allermeisten in dem Alter keine Kinder. Die Aussagekraft scheint mir demnach äusserst begrenzt. Fragt nochmals nach wenn die mal 10 Jahre gearbeitet haben und Kinder haben.

      • Martin Frey sagt:

        @Hugentobler
        Das ist doch keine Frage der Lebenserfahrung, sondern letztendlich des Weltbildes, der Rollenverständnisse, die in der heutigen Jugend teils sehr wertkonservativ sind. Diese Untersuchungen konterkarieren ein Stück weit viele politischen Aussagen, die gerade auch hier im MB mit schöner Regelmässigkeit getätigt werden.

      • Ray Hugentobler sagt:

        @Martin Frey: Doch in einem gewissen Sinne schon. Ich gehe davon aus, dass sich das Weltbild dieser Jugendlichen noch etwas anpassen wird nach einigen Jahren Arbeit und wenn dann Kinder Realität sind. Deshalb sind für mich Aussagen von 18-20 Jährigen zu diesem Thema nicht wirklich aussagekräftig.

      • Martin Frey sagt:

        @Hugentobler
        „Ich gehe davon aus, dass sich das Weltbild dieser Jugendlichen noch etwas anpassen wird nach einigen Jahren Arbeit und wenn dann Kinder Realität sind.“
        Das ist zweifelsohne der Fall, ein Stück weit normal und auch völlig legitim.
        „Deshalb sind für mich Aussagen von 18-20 Jährigen zu diesem Thema nicht wirklich aussagekräftig.“
        Das finde ich wiederum wenig legitim. Dies würde bedeuten, diese Menschen in ihrem jetzigen Befinden, ihren Werten und Wünschen nicht ernst zu nehmen, ja sogar ihren Vorstellungen Legitimität abzusprechen.
        Wir sollten uns eher Gedanken machen, weshalb welche Vorstellungen so sind wie sie sind.

      • Ray Hugentobler sagt:

        „Wir sollten uns eher Gedanken machen, weshalb welche Vorstellungen so sind wie sie sind.“
        Das hab ich ja genau gemacht. Mein Schluss ist der Mangel an Lebenserfahrung in diesem Thema bei 18-20 Jährigen. Ich spreche niemandem Legitmität ab ich würde einfach eine solche Umfrage mit Vorsicht geniessen.

      • lala sagt:

        Im allgemeinen wird man mit dem alter eher Konservativer, besonders wenn man Kinder hat.
        Von daher ist es etwas gewagt anzunehmen, dass sich diese „Lebensentwürfe“ einfach so ins Gegenteil verkehren.

    • Ray Hugentobler sagt:

      Das hab ich mir auch gedacht. Ich wurde noch nie gefragt ob ich meine Kinder vermisse. Es wird einfach vorausgesetzt dass Mann diesen Verzicht akzeptieren muss. Und ich habe es immer als Nachteil gesehen und sehe es immer noch so, dass ich um diese Zeit mit den Kindern „betrogen“ wurde. Denn was hab ich von dem Geld? Nix, das ist nur dazu da die Rechnungen zu bezahlen. Ausserdem bedeutet mir Zeit viel mehr als Geld. Eine Pensumreduktion wurde ABgelehnt. Das gäbe es nicht, wenn dann nur für Weiterbildungen….

    • Sportpapi sagt:

      @Lina Peeterbach: Welcher Mann verkündet, dass er ein schlechtes Gewissen hat, wenn er zur Arbeit geht, um die Familie zu versorgen? Die Fragen kommen doch nicht ohne Grund!
      Und welcher Vater bleibt häufig mal zu Hause, weil ein Kind krank ist oder die Betreuung ausfällt? Nicht dass ich das gut finde, aber aus Sicht der Arbeitgeber sind es nun mal die Frauen, die ihre Betreuungsschwierigkeiten vielfach auf Kosten der Arbeit/des Arbeitgebers lösen.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Ich verkünde niemals, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich zur Arbeit gehe (da ich keines habe), aber trotzdem werde ich gefragt. Mein Mann nie, obwohl er eher ein schlechtes Gewissen hat und die Kinder stärker vermisst als ich.

    • Martin Frey sagt:

      @Peeterbach
      Ein Stück weit muss ich Sportapi schon recht geben. Wenn man die ganze Zeit bekräftigt, wie schwer einem der frühe Wiedereinstieg nach Geburt, sowie das hohe Pensum fällt, und wie man dabei den Nachwuchs so sehr vermisst, dann liegen solche Fragen ein Stück weit halt auf der Hand. Man kann das positiv oder negativ sehen, Fakt ist, dass Männer diese Fragen kaum je gestellt werden, man aber auch implizit davon auszugehen scheint, dass es Männern nichts ausmacht, wenn sie ihre Kinder nur wenig sehen. Und dass Männer mehr Mühe haben, Teilzeitmodelle durchzusetzen, weiss ich aus eigener Erfahrung.

      • Ray Hugentobler sagt:

        @Sportpapi: Nicht am Besuchsmorgen wird man schräg angeschaut sondern wenn man deswegen später zur Arbeit erscheint.

    • 13 sagt:

      Sehr schön gesagt, Lina. Und darum, um an unsere letzte Diskussion anzuknüpfen, finde ich nicht, dass die Spiesse inzwischen gleich lang sind, auch wenn Frauen, ganz theoretisch natürlich, die gleichen Chancen haben. 😉
      Dabei fehlt nämlich die klare Abgrenzung zwischen „Frauen“ und „Frauen mit Kindern“, bei Männern besteht aus beruflicher Sicht kaum ein Unterschied, bei Frauen ist er riesig.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Gut auf den Punkt gebracht, 13: Es gibt Männer, aber es gibt 2 Kategorien von Frauen.

      • Röschu sagt:

        „Dabei fehlt nämlich die klare Abgrenzung zwischen „Frauen“ und „Frauen mit Kindern“, bei Männern besteht aus beruflicher Sicht kaum ein Unterschied, bei Frauen ist er riesig.“
        Dieses Bild entsteht, da es im Berufsalltag halt tatsächlich häufig der Realität entspricht. Denn Paare, die das sog. klassische Rollenmodell leben, sind immer noch in der Mehrzahl und vermitteln gegenüber ihren Arbeitgebern und auch Ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen eben exakt dieses Bild.

      • Ray Hugentobler sagt:

        Und gerade dass dieser Unterschied nicht besteht ist unfair. Es sollte auch „Männer mit Kindern“ geben. Auch die Väter sollten ohne schräg angeschaut zu werden am Besuchsmorgen im Kindergarten dabei sein können. Ich bin zumindest in einer halbwegs privilegierten Situation und kann es mir jeweils einrichten. Aber viele können das nicht weil sie um Punkt 7.00 oder 8.00 beginnen müssen. Und weshalb ist das so? Weil es eben nur „Männer“ gibt und nicht „Männer mit Kindern“. Das ist kein Privileg sondern eine Ungerechtigkeit.

      • Sportpapi sagt:

        @Ray Hugentobler: Ich war schon an eingen Besuchstagen in Kindergarten/Schule (auch schon ohne meine Frau, die dann arbeitete), und wurde noch nie schräg angeschaut. Auch die zahlreichen anderen Väter da nicht…

      • Tina sagt:

        @13
        Sie „klauen“ mir regelmässig die Gedanken aus meinem Kopf :-). Wie machen Sie das bloss?
        Ich sage auch immer: es gibt drei Kategorien von ArbeitnehmerInnen: Männer, Frauen und Mütter. Wenn wir nicht unterscheiden zwischen „Frauen“ und „Frauen mit Kindern“, dann verwischen wir wichtige Unterschiede (z.B. in den ganzen Statistiken bezüglich Erwerbsquoten und Erwerbspensen).
        Herzlicher Gruss, und „klauen“ Sie bitte ungeniert weiter.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Zu den gleich langen Spiessen: Du wirst ja gefragt, was doch schon mal gut ist. Und dann antwortest du, dass dein Mann vorwiegend die Betreuung übernimmt.
        Vielleicht wirst du aber auch gefragt, wie es denn so aussieht mit Flexiblität, Überstunden, für ein paar Tage an einen Kongress oder eine Besprechung ins Ausland, usw.
        Und wenn auch das klappt, wirst du doch gegenüber Männern keine Nachteile haben.

      • Ray Hugentobler sagt:

        @Sportpapi: Nicht am Besuchsmorgen wird man schräg angeschaut sondern wenn man deswegen später zur Arbeit erscheint.

      • 13 sagt:

        @ Röschu
        Eigentlich wäre es ja wichtig, dies zunächst zu hause zu ändern. Aber Eltern sind nun mal auch ein Produkt der Gesellschaft und solange es „normal“ ist, dass Mütter zu hause bleiben, wenn das Kind krank ist oder Väter nach einmaligen Fragen, wenn überhaupt, erklären, sie könnten nicht reduzieren etc., kann keine Frau das Bild im Berufsalltag ändern.

        @ Ray
        Es ist beides und betrifft immer diejenigen, die nicht ins Bild passen: Frauen mit Karriereambitionen und Männer, die gerne am Besuchstag teilnehmen.

        @ Tina
        Besondere Fähigkeiten 😀

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich werde nur gefragt, wenn ich soweit komme. Wird eine Bewerbung aufgrund der Erwähnung von drei Kindern im Lebenslauf gleich weggelegt, kommt es nicht soweit. Und auch als ich es mehr als gezeigt habe, habe ich die Erfahrung gemacht, übergangen zu werden mit der Erklärung „das wird Dir neben der Familie zuviel“. Vorgezogen wurde aber kein Mann, sondern eine kinderlose Frau. Soviel zu meiner Einteilung.

        Interessant ist hingegen, dass Du mir dann bei anderer Gelegenheit wieder erklären wirst, dass es für die Mutter mit Karriereambitionen nicht drauf ankommt, ob der Mann arbeitet und wieviel. Siehst Du den Widerspruch? Und wurdest Du schon mal an einem Gespräch gefragt, wieviel Deine Frau arbeitet? Das dürfte eher die Ausnahme sein…

      • Sportpapi sagt:

        @13. Ein anderes Mal wird die kinderlose Frau benachteiligt, weil sie ja noch Kinder bekommen könnte, und unklar ist, wie sie damit umgeht.
        Den Widerspruch sehe ich nicht. Man kann im Vorstellungsgespräch auch sagen, die Kinder werden von einer Nanny betreut…

    • Yasmin Matthys sagt:

      Liebe Lina, es gibt sie, die Papablogs, die genau dieses Thema aus ihrer Sicht beschreiben. Ich denke, dass sich Väter ebenso mit dem Pensum und der Familienzeit beschäftigen, nur wird es in der heutigen Zeit noch immer viel zu selten ermöglicht, dass sie ebenfalls Teilzeitstellen finden und ihre Papazeit mit den Kindern geniessen können. Aber ja, du hast Recht. Bei Frauen ist die Resonanz noch heute oft viel negativer als bei Männern. Liebe Grüsse, Yasmin

      • Laura sagt:

        Yasmin und Pia: Ihr Beschreibt exakt meine Situation- schön zu hören, dass es anderen gleich geht. Vielen Dank für das Thema!

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