Leidige Hausarbeit!

Grund zum Ärger: Viele Frauen wünschen sich eine weniger klassische Arbeitsaufteilung im Haushalt. (Foto: iStock)

In einer gemütlichen Runde mit befreundeten Paaren unterhielten wir uns darüber, wer was und wie viel der täglichen Hausarbeit übernimmt. In beiden Fällen sind die Partner und Partnerinnen berufstätig, das eine Paar hat drei schulpflichtige Kinder, das andere ist kinderlos, und beide arbeiten Vollzeit. Die beiden Männer gaben zu Protokoll, rund 40% der Arbeit, die in einem Haushalt anfällt, zu erledigen; nur gering weniger als ihre Partnerinnen – worauf sich die Frauen sogleich belustigte Blicke zuwarfen: «40%? Schön wärs!»

Freundin A schätzte, zu mindestens 85% allein für den Haushalt verantwortlich zu sein, und Freundin B glaubte ebenfalls, sich wesentlich mehr um Kinder und Haushalt zu kümmern als von ihrem Mann angegeben. Schätzen wir uns so falsch ein; oder zählen in unseren Augen nur jene Aufgaben zum Haushalt dazu, um die wir uns selber kümmern? Gehört zum Beispiel die Wartung des Autos ebenso zu den Haushaltsaufgaben wie das Kleiderkaufen mit den Kindern?

Plötzlich werden Pflichten und Privilegien verglichen

Lange Zeit glaubte ich, vor diesen mühseligen Diskussionen, wer wann und wie viel zur Hausarbeit beiträgt, gefeit zu sein. Wer zuerst daheim ist, kocht, wer nach der Arbeit beim Supermarkt vorbeikommt, kauft ein – dasselbe gilt für Wäsche und Staubsaugen. So hat das doch früher immer prima funktioniert: Die Zweizimmerwohnung war schnell geputzt, die Wäsche von zwei Personen überschaubar. Jeder hatte neben den gemeinsamen Plänen seine eigenen Projekte, und nie wurden Pflichten und Privilegien verglichen.

Warum geraten diese Automatismen und vor allem die damit verbundene Leichtigkeit so häufig aus den Fugen, wenn aus einem Paar eine Familie wird? Natürlich wächst die Verantwortung, und es fallen neue Aufgaben an, doch plötzlich müssen auch Banalitäten ausgehandelt werden, und manchmal entstehen daraus Diskussionen, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Sollen wir einander wirklich gegenseitig vorrechnen, wie viel wir jeweils erledigen, wer wann das letzte Mal wie lang im Ausgang war oder jeden Donnerstag den Müll hinunterträgt?

Ja und nein. Grundsätzlich sollen ungute Gefühle angesprochen werden. Sobald etwas wiederholt irritiert oder gar ärgert, muss es zur Sprache gebracht werden – selbst wenn es sich dabei nur um die schmutzigen Socken handelt, die schon wieder herumliegen. Die interessanteren Fragen scheinen mir jedoch, warum und ab welchem Zeitpunkt solche Banalitäten überhaupt zu stören beginnen beziehungsweise warum der Aufwand, die Socke in den Wäschekorb zu werfen, tatsächlich als nennenswert erscheint. Und warum es in der Tendenz vorwiegend die Partnerinnen sind, die sich über solche und ähnliche Dinge aufregen.

An der Arbeitsaufteilung kann man arbeiten

«Das Problem ist, dass er es einfach nicht sieht», beklagt sich Freundin A. «Er kann 10-mal an einem übervollen Aschenbecher vorbeigehen und käme nie auf die Idee, diesen zu leeren.» O ja, das kenne ich. Aber ich muss auch eingestehen, dass es umgekehrt ebenfalls viele Pendenzen gibt, die schlicht nicht auf meinem Radar erscheinen. Manchmal wünschte ich mir, unsere Arbeitsaufteilung wäre etwas weniger klassisch, sprich: Ich würde mich um Versicherungen und schnelles Internet kümmern und er sich um ein sauberes Bad. Daran kann man arbeiten.

Doch weit wichtiger scheint mir, dass in einer Partnerschaft beide ihren Beitrag leisten und am selben Strick ziehen. Unseren Kindern versuche ich schliesslich auch immer wieder nahezulegen, dass es keine Rolle spielt, wer von ihnen zuletzt den Tisch gedeckt hat – denn im Grossen und Ganzen gleicht es sich am Ende doch sowieso von allein aus.

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143 Kommentare zu «Leidige Hausarbeit!»

  • mg sagt:

    wir arbeiten beide 100 % und ich ( frau ) putze sehr gerne und er kocht sehr gerne. das regeln wir sehr spontan und ohne stress, wer zeit hat geht einkaufen, wer zeit hat macht die wäsche. da ich früher feierabend habe schaue ich was es braucht oder er muss sowieso etwas kaufen. wenn die kinder kommen helfen wir uns aber ohne aufteilung. gibt es echt disqussionen wer wieviel macht oder wird vorgerechnet wer wieviel zu machen hat ? für mich ist die hausarbeit entspannung und ich mache sie einfach gerne

  • Oli Olson sagt:

    Das lustigste an dieser Disskusionsrunde finde ich, dass alle Kommentare mit Ziet und Datum versehen sind. Es stellt sich deher die Frage ob unter Hausarbeit auch das mehrstündige Kommentieren dieses Blogs fällt… wahrscheinlich heisst es dann am abend man/frau hätte keine zeit für sich gehabt weil sooo viel Hausarbeit angefallen ist…

  • Zufferey Marcel sagt:

    Leidige Erwerbsarbeit!

    Trotz aller familienpolitischen Bemühungen, vornehmlich in den skand. Ländern, erwirtschaften Frauen in keinem einzigen OECD-Land 50% des Haushaltseinkommens. Der Gelderwerb ist und bleibt also Männersache: Warum?

    Folglich müssen also andere Faktoren als z. B. der Aufbau eines flächendeckenden Fremdbetreuungsnetzes dafür verantwortlich sein, weshalb Frauen trotz Vollzeit- oder „Vollzeitnaher“ Erwerbstätigkeit im OECD-Schnitt lediglich 35% an das gemeinsame Haushaltseinkommen beisteuern.

    Es wäre aus gleichstellungspolitischer Sicht wünschenswert, wenn Frauen ihren Beruf, bzw. ihr Studienfach nicht nur aufgrund ihrer Präferenzen- sondern auch aus ökonomischen Gründen wählen würden!

    Fakten: https://read.oecd-ilibrary.org/social-issues-migration-health/dare

    • Zufferey Marcel sagt:

      Der Link funktioniert nicht:

      https://www.oecd-ilibrary.org/social-issues-migration-health/dare-to-share-deutschlands-weg-zur-partnerschaftlichkeit-in-familie-und-beruf_9789264263420-de

      Kapitel „Verteilung von Erwerbsarbeit und Erwerbseinkommen in Paaren mit Kindern“, Abb. 4.11, Mütter steuern in deutschsprachigen Paarfamilien einen geringeren Anteil zum Erwerbseinkommen des Haushalts bei, Seite 20

    • Anh Toàn sagt:

      Wenn der Mann 1 Kiste pro Jahr verdient als Banker, steuert er 80% zum Haushaltseinkommen bei, auch wenn die Frau als Professorin arbeitet.

      Man sollte etwas als Beruf wählen, dass man gerne macht, Beruf hat etwas von Berufung.

      Könnte es sein, dass nicht Frauen schlecht bezahlte Berufe wählen sondern dass Berufe, in denen Frauen sein möchten, an denen vor allem Frauen inter-esse haben, schlecht bezahlt sind?

      Wir könnten es ja mal versuchen, die Gehälter in der Pflege, in Kitas, Kindergärten und Schule zu verdoppeln: Würden dann Frauen nicht mehr dahin wollen, oder dort von Männern verdrängt werden? Ich bezweifle es sehr.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Es gibt keine typische Frauen-, bzw. Männerberufe. Es gibt höchstens entsprechende Präferenzen. Entscheiden sich Männer für einen Beruf, den sonst überwiegend Frauen wählen, verdienen sie ja ebenfalls schlechter. Und es ist auch nicht so, dass Frauen, sobald sie eine Männerdomäne erobern, plötzlich schlechter verdienen, wie uns gewisse Ideologinnen immer wieder Glauben machen wollen. Betrachtet man das Sozialwesen im historischen Rückblick, dann wird klar, warum in diesem Bereich auch heute noch keine Rekordlöhne bezahlt werden: Vor Bismarck haben sich v. a. die Kirchen um die Ärmsten gekümmert. Und die Menschen in diesem Bereich waren i.d.R. ehrenamtlich tätig.

    • Widerspenstige sagt:

      Das ist einfach unfaire Argumentation, Marcel Z!
      Hier Lesestoff, was genau unter Haus- und Familienarbeit verstanden wird. Dann kann objektiver darüber diskutiert werden, was notwendig ist und was ‚unter den Tisch‘ fallen kann/darf/muss. Indem Sie ständig vom Hauptthema ablenken mit Erwerbsarbeit in Gegenüberstellung zu Haus- und Familienarbeit, wird die anfallende unbezahlte Arbeit Zuhause nicht geringer. Einer der Hauptgründe, wieso Frauen nicht mehr Vollzeit in ihrem Beruf tätig sind wegen der Doppelbelastung. Aber immer noch mehr als im OECD-Schnitt, je nach Alter der Kinder:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Haus-_und_Familienarbeit

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Wenn es darum geht zu beurteilen, ob eine Arbeitsteilung fair ist, dann kann nun mal nicht nur eine Seite der Gleichung betrachtet werden.
        Man stelle sich vor, die Männer würden ständig über die Frazen herziehen, die sich vor der Erwerbsarbeit drücken…

      • Widerspenstige sagt:

        Wieso können erwerbstätige Männer nicht gleichzeitig mehr in Haus- und Familienarbeit investieren? Weil sie nicht gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten tätig sein können. Ausser bei Homeoffice. Dasselbe gilt demnach auch für erwerbstätige Frauen. Zu dumm, dass Frauen das nicht auf die Reihe kriegen und immer noch Haus- und Familienarbeit höher gewichten als Männer dies tun. Sollen Frauen doch endlich gleichzeitig an diversen Orten das Maximum erbringen können.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Du verlangst doch, dass Männer mehr im Haushalt leisten, obwohl sie mit Erwerbsarbeit bereits bestens ausgelastet sind…
        Fakt ist, dass letztlich ausschliesslich die Gesamtbelastung zählt, wenn man bewerten möchte, was fair ist.
        Wobei man schon auch hinterfragen kann, warum eigentlich die Stunden für Haus- und Familienarbeit allen Produktivitätsgewinnen zum Trotz nach meinem Wissen immer mehr ansteigen.

    • Martin Frey sagt:

      @Anh Toàn
      Gemäss einer neueren Untersuchung aus Zürich wählen Frauen überproportional oft zielgerichtet den Beruf Kindergärtnerin, obwohl sie mit derselben Ausbildung auch Primarlehrerin mit signifikant höherem Einkommen werden könnten.
      Auch gemäss anderen Untersuchungen scheint für ein Teil der Frauen bei der Berufswahl das Verdienst wie auch die damit verbundene Altersvorsorge gegenüber anderen Kriterien weniger gewichtet zu werden.

      • Sportpapi sagt:

        Der Kanton Zürich findet keine Kindergärtnerinnen mehr, seit eine Lohnklage gescheitert ist und sie mit der gleichen Ausbildung für mehr Geld an der Primarschule arbeiten können.

      • Martin Frey sagt:

        Der Kanton Zürich hat anscheinend grundsätzlich Mühe, genügend LP zu finden, für Kindergärten und Primarstufe. Weil einerseits die Schülerzahlen steigen, und andererseits ein Teil der LP nicht mit hohem Pensum bis zum Rentenalter arbeiten geht. Eine aus dem Gesundheitswesen bestens bekannte Entwicklung.
        Trotzdem wählt offenbar nach wie vor ein erstaunlicher Anteil den Beruf Kindergärtnerin, obwohl sie dort signifikant weniger verdienen.

      • Martin Frey sagt:

        Passend zu dem Thema der bemerkenswert gute Artikel von B. Weber: „Frauen, wo ist Euer Stolz?“
        https://m.tagesanzeiger.ch/articles/5aa06061ab5c373281000001
        Den zu den Kindergärtnerinnen habe ich nicht grad zur Hand. Sie vielleicht, Herr Zufferey?

      • Zufferey Marcel sagt:

        Nein, auch ich habe den Artikel gerade nicht zur Hand, Herr Frey. Och kenne aber sehr viele Frauen, die schon weit vor der Gründung einer Familie nur Teilzeit arbeiten. Das sollte auch einmal thematisiert werden. Ich hege schon lange die Befürchtung, dass gewisse Frauen von den Männern etwas fordern, wozu sie selber nicht bereit sind. Die Ungleichverteilung bei der Erwerbsarbeit (und deren Nutzen) spricht da Bände.

      • tina sagt:

        ich bin so eine, ich habe nach meiner abgebrochenen berufslehre nie mehr 100% gearbeitet bis jetzt (jetzt tu ichs nur, weil ich zu coole jobs angeboten kriegte und ich werde es nicht lang tun). und ich hatte trotzdem immer das höhere einkommen als meine partner

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Zum Thema Lehrermangel: „Das Volksschulamt geht davon aus, dass es die Stellen auf Primar- und Sekundarstufe besetzen kann. Auf Kindergartenstufe und bei den Heilpädagogen sind jedoch Massnahmen nötig.“
        „Angespannt“ ist die Situation vor allem im Kindergarten, schreibt die NZZ. Ohne jedoch auszuführen, dass die Kindergärtnerinnen mit ihrer Lohnklage vor Bundesgericht gescheitert sind, und viele jetzt halt in der Primarschule arbeiten, was ihre Ausbildung ja zulässt.

      • Sportpapi sagt:

        Die Zürcher Bildungsdirektorin und EDK-Präsidentin Silvia Steiner schreibt dazu: „Zu attraktiven Arbeitsbedingungen gehört auch der Lohn. Es ist verständlich, dass die Lehrpersonen enttäuscht sind über das Bundesgerichtsurteil im Fall ihrer Lohnklage. Sie erwarten von den politischen Instanzen eine rasche Verbesserung ihrer Anstellungsbedingungen. Diese Erwartung werden wir kurzfristig wegen des Urteils nicht erfüllen können.“ Da bleibe ich gerade sprachlos zurück.
        So oder so: Doch, auch die Frauen fangen langsam an, sich um ihren Lohn zu kümmern und sonst auf andere Berufsfelder oder hier höhere Stufen auszuweichen. Zu recht!

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    @ marsel

    Doch, doch.. Ich treffe meinen Mann mehrmals täglich wach an: beim Frühstück, beim Zmittag, beim Zvieti, beim Znacht und nach dem Znacht auch noch….

  • Marie Bornand sagt:

    Wenn man viel arbeitet kann man sich normalerweise eine Putzfrau leisten ? Warum gibt es nur in der Schweiz leute die unbedint selbst alles machen wollen?
    Warum sich das Leben schwer machen wenn es nicht unbedingt notwendig ist ?
    Persönlich nehme ich den Haushalt nicht zu sehr ernst : 1x die Woche, die Fenster werden von jemandem 4x im Jahr geputzt. Ich treffe nicht Leute welche sich mit solchen kleinigkeiten befassen und umherschauen ob es wirklich sauber ist ! Solche Leute brauche ich nicht zum zufrieden leben ! Und einen Hund haben wir auch noch, der wird jeden Tag gebürstet, hat aber kurze Haare. Warum immer alles übertreiben und sich das Leben schwer machen ?

  • Nadine sagt:

    Sie streifen das Thema „Mental Load“ („The mental load means always having to remember“ – eine Aufgabe, die überwiegend an Frauen hängen bleibt im Haushalt/Familienleben) – hier der Link zu einem erhellenden Comic dazu.

    https://english.emmaclit.com/2017/05/20/you-shouldve-asked/

    • Martin Frey sagt:

      @Nadine
      Ein sicherlich lustiger, nicht ganz unwahrer Comic, aus feministischer Perspektive. Der ebenso lustigerweise ein sehr klassisches Rollenverständnis porträtiert.

      • tina sagt:

        unten erzählst du, als ob es total normal wäre, dass die frau dem mann sagt, er soll wöchentlich ihr auto putzen. und dann macht er das, mehrere stunden lang, jede woche. und das soll nicht ein einzelbeispiel sein, gemäss deiner schilderung. das ist auf die spitze und darüber getriebener mental load und sein gegenteil

      • Nadine sagt:

        Martin Frey: „Der ebenso lustigerweise ein sehr klassisches Rollenverständnis porträtiert.“ – Dass in Haushalten, die oberflächlich betrachtet die Aufgaben gerecht zwischen Mann/Frau aufteilen, der Grossteil der Arbeit eben trotzdem an den Frauen hängenbleibt, ist ja gerade die Pointe. Diese Rollenverteilung aufzubrechen, lese ich als zentrales Anliegen des Comic. – Vielleicht fragen Sie bei Gelegenheit mal die (feministischen) heterosexuellen Frauen in Ihrem Umfeld danach, denn „So while most heterosexual men I know say that they do their fair share of household chores, their partners have a rather different perspective“, um aus dem Comic zu zitieren.. liebe Grüsse!

      • Martin Frey sagt:

        @Nadine
        „…der Grossteil der Arbeit eben trotzdem an den Frauen hängenbleibt, ist ja gerade die Pointe.“
        Das ist die spannende Frage bei dem Thema: Huhn oder Ei? Wahrnehmung oder Realität? Denn sich permanent verantwortlich für alles zu fühlen und maternal gatekeeping zu praktizieren ist eben doch Ausdruck eines traditionellen Rollenverständnisses, nicht modern, nicht gleichberechtigt. Da kann Mann und Frau sich noch so viele Vorsätze fassen, entscheidend ist, wie etwas gelebt wird. Und daran sollten sich die Leute messen (lassen).
        Fakt ist offenbar aber auch, dass die Wahrnehmung divergiert. Und ob die Wahrnehmung die Realität abbildet steht auf einem anderen Blatt. Denn wie der Diskussionsverlauf schön zeigt, für viele Menschen zählt nur die eigene Wahrnehmung.
        Schöner Abend!

      • Sportpapi sagt:

        @Nadine: Mental Load im engeren Sinne ist ok. Aber ansonsten strotzt die Geschichte wieder einmal von Sexismus.
        Insbesondere, weil vollständig ausgeblendet wird, dass die Männer selbst bei sehr klassischer Rollenverteilung auch ihren Load tragen. Dass sie Tag und Nacht an ihre Aufgaben denkt (=härtester Job der Welt), während er tagsüber die Welt rettet (Fun!) und am Abend unbeschwert den Feierabend geniesst, dass ist doch ziemlich absurd.

      • Sportpapi sagt:

        Zur Geschichte mit dem Tisch aufräumen: Hier geht es ja darum, die Arbeit zu „sehen“, statt nur gerade das Nötigste zu tun.
        Prioritäten setzen und planen wäre das Gegenstück, nicht weniger wichtig.

      • tina sagt:

        meine güte sportpapi: die meisten frauen sind ja auch erwerbstätig, haben also diesen part mit dem kopf bei der arbeit ja auch. der trick ist, dass man den kopf bei der arbeit damit belastet und nicht ausserhalb

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Lustig. Die Frau denkt abends auf dem Sofa an irgendwelche unerledigte Haushaltsdinge, der Mann hat aber den Kopf vollständig frei, weil seine Aufgaben nach Arbeitsschluss alle abgeschlossen sind.
        Was für eine spezielle Welt!

      • tina sagt:

        dass man „abends auf dem sofa“ (eher beim küchemachen und wäsche aufhängen….) an „unerledigte haushaltdinge“ (du hast das mit dem mental load nicht kapiert. es geht um planung, organisatorisches. nicht unerledigte putzarbeiten….) denkt: nunja. während der erwerbsarbeit denkt man an die erwerbsarbeit. klar. nicht? aber frauen AUCH. das ist nicht ein männerding. das ist ein erwerbsarbeitsding.
        das mit dem mental load bezieht sich auf die haltung, dass die frau dem mann halt sagen soll, wenn sie „hilfe“ braucht. (mehrere stunden wöchentlich ihr auto putzen)

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Das Bild mit dem Sofa stammt direkt aus dem Comic, unter den Titeln „The mental Load ist almost completely born by woman.“ und „Its permanent and exhausting work.“
        Doch, ich glaube, ich habe das ganz gut verstanden.

      • tina sagt:

        dann schreib doch einfach, dass du dich auf ein comicbild beziehst. ich finde die bildergeschichte relativ doof. aber die spritze vom bild, denkst du das ist eine unerledigte putzarbeit oder was? eher impftermine. organisatorisches, wie ich sagte. nein, ich glaube nicht, dass du verstanden hast.

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Wir schreiben unter diesem Comic-Link, und ich muss das erst noch deklarieren?

  • Einzelkind sagt:

    Hört endlich auf so zu tun als ob die sog. Hausarbeit derart ressourcenfressend wäre! Ich arbeite wie viele andere Singles mindestens 125% und schmeisse meinen Haushalt zu 100% selbst – Jammern käme mir nie in den Sinn!
    Okay, ich koche kaum, aber den Rest erledige ich immer schnell zwischendurch, was kaum Zeit beansprucht. Dank Wasch- und Geschirrspülmaschine geht das ja rassig, und staubsaugen muss man ohne Kinder/Haustiere auch nicht häufiger als alle 2 Wochen…

    • Hanna sagt:

      Sie dürfen gerne mal einen Tag in unseren Haushalt mit drei Kleinkindern reinschauen und Sie werden feststellen, dass es doch sehr ressourcenfressend ist und kaum zu vergleichen mit einem Singlehaushalt. Das heisst nicht dass ich hier jammere… es ist einfach so und hat seine schönen und weniger schönen Seiten.

    • asouka sagt:

      Ist ja auch der Mamablog hier. In der Regel haben die Leser also mindestens ein Haustier, das je nach Alter sandig nach Hause kommt und zwar alles aus den Schubladen rauszieht, aber nichts mehr rein tut, oder aber kein Bock auf Mithelfen hat und auch sonst nicht so recht mitteilsam ist…

  • Zufferey Marcel sagt:

    Im Zusammenhang mit Haus und Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass nur von Kochen, Waschen, Bügeln, etc. die Rede ist. Doch was ist mit der finanziellen Seite eines Haushaltes: Wer beschäftigt sich z. B. mit den Versicherungen, wer wählt das vorteilhafteste und günstigste Krankenkassenmodell, wer den besten Zeitpunkt, die Hypothek zu erneuern, etc.? Da können x-tausende von Franken jährlich eingespart werden, Geld, dass dann ebenfalls der Familie zugute kommt, obwohl der Lohn vielleicht nicht steigt! Wirft man einen Blick auf entspr. Studien und Statistiken zur Hausarbeit, wird dies zwar mit erwähnt (administrative Tätigkeiten)- aber eine Gewichtung findet nicht statt, d. h. dem Abwasch mit der Geschirrspülmaschine und dem Abschluss einer günstigen Hypo kommt dieselbe Bedeutung zu.

    • asouka sagt:

      Es hat auch die gleiche Gewichtung. Eine günstige Hypo ist zwar super, aber wenn der Geschirrspüler nicht ausgeräumt wird und die Schutzteller sich stapeln, macht das Wohnen auch nicht so Spass. Was ich damit sagen will: Die Arbeit muss einfach gemacht werden, wieviel sie wert ist, ist da egal. Zur Lebensqualität oder von mir aus zum angenehmen Alltag trägt sie gleich viel bei!

      • Marcel Zufferey sagt:

        Sie haben eigentlich Recht: Ob ein Tausender mehr oder weniger pro Monat reinkommt, spielt gar keine Rolle: Geld ist einfach da, es erschafft sich ja von selbst. Und den Geschirrspüler ausräumen kann man auch als Ausgesteuerter…

      • asouka sagt:

        Natürlich spielt es eine Rolle, ob ein Tausender mehr oder weniger pro Monat reinkommt. Aber die Zeit, welche ich fürs Reinbringen des Tausenders brauche, ist nicht mehr wert als die Zeit, welche ich fürs Ausräumen des Geschirrspühlers brauche. Räumt einer den Geschirrspühler aus und der andere lagert die Füsse hoch, dann ist das stossend.

      • Viola sagt:

        @asouka:
        „Aber die Zeit, welche ich fürs Reinbringen des Tausenders brauche, ist nicht mehr wert als die Zeit, welche ich fürs Ausräumen des Geschirrspühlers brauche. “

        Also eigentlich ja schon, das ist sogar sehr genau quantifizierbar. Von dem Tausender kann eine bezahlte Haushaltshilfe zig mal die Spülmaschine ein und ausräumen. Also ist die Zeit in diesem Beispiel viel mehr wert.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Zufferey Marcel

        Und Sie tun genau das, was alle tun; Sie werten Hausarbeit als minderwertig ab, weil diese ja keine Ersparnisse bringen und wundern sich dann, wenn keiner diese Arbeit machen möchte. Wie wäre es denn, wenn Mann den ganzen Haushalt alleine macht und Frau jährlich 5 Stunden dafür aufbtingt, KK, Versicherung und Hypothek zu optimieren?

    • Zufferey Marcel sagt:

      @Tamar: Ich sprach von Gewichtung, nicht von Wertung. Das ist ein ganz entscheidender Unterschied! Und glauben Sie mir: Es sind erheblich mehr als 5 Stunden Arbeit für die richtige Wahl einer Hypothek nötig! Sie werten umgekehrt einfach die finanzielle Seite eines Familienhaushaltes ab, wie das heute in gewissen Kreisen Mode ist. Geld- und Budgetfragen sind sicherlich nicht dazu geeignet, Frieden und Harmonie in einer Beziehung zu schaffen. Trotzdem muss über Geld gesprochen werden, auch wenn sich viele Frauen komischerweise mit Händen und Füssen dagegen wehren.

    • Widerspenstige sagt:

      Administratives wie Rechnungen bezahlen, Abklärungen treffen für Eigentum, Versicherungen, Krankenkassen sind monetäre Werte. Wer ist mehrheitlich für diese zuständig?

      Hausarbeiten sind dienstleistungsbezogene Tätigkeiten, welche nötig, aber flexibel erbracht werden können. Wer übernimmt diese mehrheitlich?

      Soziale Interaktionen wie Einladungen organisieren oder wahrnehmen/besuchen, Feste feiern mit entsprechender Vorbereitung der Kleidung, Geschenke, Dekorationen, Fahrmöglichkeiten.
      Wer organisiert diese mehrheitlich?

      Fürsorgerische Tätigkeiten wie Betreuung der Kinder, Nachbarskinder, eigene Eltern, Verwandte, Bekannte bei Unfall/Krankheit/Todesfall und Abklärungen mit Behörden/Versicherungen/Banken/Social-Media-Accounts. Wer reagiert mehrheitlich?

      • asouka sagt:

        @Viola. Sie widersprechen sich ja selber. Wenn ich den Tausender damit reinbringe, dass ich als Haushalthilfe zig Spühlmaschinenen ausräume, dann ist er wieder genau gleich wert! Aber mein Argument ist ja ein anderes. Es braucht den Tausender und es braucht die Hausarbeit und welche Arbeit wie bezahlt ist, spielt einfach keine Rolle. Es muss beides erledigt sein. Sonst müsste immer der mit dem kleineren Einkommen alle Hausarbeit machen, sobald der andere den Finger rührt ist es finanziell unsinnig. In der Zeit würde er oder sie besser Tausender scheffeln. Vermutlich nimmt bei diesem Modell die Zufriedenheit zuhause ab, womit die Sache mit dem Geschirrspühler plötzlich irgendwie wieder mehr Wert bekommt…

      • asouka sagt:

        Und @Marc Zufferey: wenn Sie mehr als fünf Stunden brauchen um ihre Hypothek zu optimieren, dann würde ich mal prüfen, ob es sich vielleicht finanziell lohnt, dass ihre bessere Hälfte das macht während sie den Geschirrspühler ausräumen 😉

      • Zufferey Marcel sagt:

        Und in Ihrem Haushalt scheint Geld offenbar überhaupt keine Rolle zu spielen, anouka. Entweder haben Sie keines oder es ist für Sie kein Thema, weil ohnehin immer genug da ist. Im ersteren Falle würde ich von einem Bezug zum Geld sprechen, der von einer beängstigenden Realitätsferne geprägt ist und im Zweiteren schlicht von Verschwendung. Was trifft auf Sie zu?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @WS: Ich bewundere Ihren Elan, wie Sie sich plötzlich für Haus- und Erziehungsarbeit ins Zeug legen: Ist das eine neue Seite von Ihnen? Oder habe ich mit meinem Kommentar einfach einen wunden Punkt getroffen, weil ich es wage, auch an die weibliche Erwerbstätigkeit finanzielle Erwartungen zu knüpfen..? Martin Frey hat in diesem Zusammenhang weiter oben einen Artikel erwähnt, der genau dieProblematik illustriert, auf die ich mit der OECD-Studie hinweise. Zu Recht, wie ich finde!

      • Viola sagt:

        „Sie widersprechen sich ja selber. Wenn ich den Tausender damit reinbringe, dass ich als Haushalthilfe zig Spühlmaschinenen ausräume, dann ist er wieder genau gleich wert! “

        Nein, da haben sie mich falsch verstanden. Mein Vergleich bezog sich darauf, das eine Stunde Arbeit die eine große Ersparnis bring eben soviel wert ist wie zig mal Spülmaschinen ausräumen. Deshalb ist es eben nicht Stoßend wenn der Partner der die Ersparnis eingebracht hat beim Spülmaschinenausräumen die Füsse hochlegt. Genau das fanden sie aber Stoßend, dagegen habe ich etwas geschrieben. Es passt nach wie vor.

      • asouka sagt:

        @ Marcel Zufferey. Sie kennen mich ja besser als ich mich selber ;). Ich tippe übrigens auf beängstigende Realitätsferne, die sich in Verschwendung äussert. Nur um Ihre Frage noch zu beantworten. PS. Ich bin fast ein bisschen neidisch auf Ihre Menschenkenntnis.
        @Viola. Ich glaube langsam, wir reden vom gleichen, nur aneinander vorbei und merken es deshalb nicht… Mindestens bei Ihrem letzten Kommentar könnte ich unterschreiben. Ist in etwa, was ich denke.

      • tina sagt:

        mz: hypotheken? nunja. die meisten von uns suchen eine günstige mietwohnung und wenn man sie hat, dann gibt es diesen arbeitsaufwand nicht mehr.
        versicherungen: wer jährlich die krankenkasse wechselt, ist mitschuld, dass die prämien dermassen steigen. das modell braucht man ja auch nicht jährlich zu wechseln

  • Ophelia sagt:

    Wir haben das Ganze relativ pragmatisch gelöst. Einmal in der Woche kommt für 3 h eine Putzfrau den Rest teilen mein Ehemann und ich uns auf. Jeder macht was er kann ist immer wieder anders da ich zwischen 50 u 80 Prozent arbeite mein Mann selbständig ist und mehr freie Zeit zum einteilen hat. Auf was ich nie mehr verzichten würde ist unsere Putzfee – schenkt Familienzeit und kein Putzstress am Wochenende das ist für uns unbezahlbare Lebensqualität!

  • sepp z. sagt:

    „Während wir Frauen dafür sozialisiert wurden, unsere Umwelt und deren Bedürfnisse zu sehen, sehen Männer primär erstmals sich selbst. Da müssen Männer von Frauen lernen..“

    Menschen, die so sexistisch denken, versucht man am besten wie Luft zu behandeln. Ist mir ein Rätsel, wie solche Menschen überhaupt einen Partner finden. Soviel Überheblichkeit, dass einem diese Person schon wieder leid tut.

    By the way: Sexismus im Jahr 2018.

  • Fleure sagt:

    Wir arbeiten 60%/80% aufgrund der Kinderbetreuung, haben ein ähnliches Einkommen und erledigen den Haushalt gemeinsam, wobei ich für Finanzen, Vertäge, etc. zuständig bin. Er möchte das Auto öfters putzen als ich es für nötig befinde, also macht er das auch. Bei uns gibts bzgl. diesen Themen keinerlei Diskussionen. Vermutlich liegt es daran, dass wir diese Aufgaben allesamt gerne und ohne grossartig zu hinterfragen erledigen. Den Haushalt zu besorgen gehört halt einfach dazu. Ich darf jedoch noch anfügen, dass ich mit meinem Mann einen Volltreffer gelandet habe 🙂

  • asouka sagt:

    Natürlich gehört die Wartung des Autos zur Hausarbeit!!! Oder soll es das nicht, weil es in der Garage steht? Dann würde das Herausbringen des Mülls auch nicht zur Hausarbeit gehören. Der Container steht ja schliesslich auch nicht im Wohnzimmer…

  • marsel sagt:

    In Zeiten der Gleichberechtigung erwarten Frauen, dass Mann möglichst die Hälfte der Hausarbeit erledigt, auch wenn sie 40 oder 60% arbeitet und er 100.

    • Debbie sagt:

      Nein ganz sicher nicht. Weil dann ist es ja per Definitionem keine Gleichberechtigung.

      Aber rein Interesse halber: Wie genau müsste denn die Aufteilung Ihrer Meinung nach aussehen?

      • marsel sagt:

        Arbeitet der Mann 20 Stunden (pro Woche) mehr AUSSER Haus, arbeitet die Frau 20 Stunden mehr IM Haus? Und ich meine Arbeit im unmittelbaren Sinn (Waschen, Putzen, Kochen, Einkaufen). Onlineshoppen, Whatsapp, Facebook usw. zählen nicht als Arbeitszeit. Ganz ehrlich: Würde eine Partei 20 Stunden pro Woche echte Hausarbeit leisten, bliebe nicht mehr viel Arbeit zum Teilen übrig, solange kein riesiges Haus mit Garten/Umschwung oder kleine Kinder vorhanden sind.

  • Christoph Bögli sagt:

    Eine eigentlich interessante Frage, die in dem Zusammenhang so gut wie nie diskutiert wird: zählt bei der Bemessung der Hausarbeit eigentlich die investierte Zeit oder das erzielte Ergebnis?

    Das ist keineswegs so redundant, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, weil sich sich die benötigte Zeit für die gleiche Aufgabe je nach Erfahrung, Effizienz, Perfektionismus, etc. enorm unterscheiden können. Im Grunde kann sich dann die Person, die etwa vieles langsam und umständlich erledigt, darüber beschweren, viel mehr Hausarbeit zu erledigen, als jene, die ihre Aufgaben effizient abgehakt hat. Letztlich also die gleiche Problematik wie in der Arbeitswelt, in welcher meist nach Zeit bezahlt und bewertet wird und nicht nach erzieltem Ergebnis.

    • Widerspenstige sagt:

      Das erzielte Ergebnis sollte der Massstab sein und weniger die investierte Zeit. Das ist Ermessenssache wie auch ‚perfekt‘ nicht klinisch sauber das Resultat sein muss, sondern so individuell wie die BewohnerIn des Haushalts. Frauen neigen eher dazu, den Haushalt im besten Licht erscheinen zu lassen vorwiegend wegen spontanen Besuchern. Sie stellen noch immer (ist jedoch gerade im Begriff sich zu verschieben hin zu weniger im digitalen Zeitalter) soziale Interaktion über dem eigentlich realen individuellen Wohnbedürfnis. Diesem Umstand tragen solche Diskussionen mE zuwenig Rechnung.

      Mein Prinzip war und ist es immer noch: Geniessen ist wichtiger als klinische Sauberkeit.

      • Christoph Bögli sagt:

        Find ich gut und sehe ich eigentlich gleich. Hausarbeit ist ja leider etwas, womit man sich endlos beschäftigen kann, wenn man es darauf anlegt. Aber das meiste davon ist natürlich völlig redundant und hat keinen merkbaren Nutzen, weshalb man den effektiven Aufwand da oft stark optimieren könnte. Wenn man denn will.

    • Regula Portillo sagt:

      @Christoph Bögli: Hausarbeit ist meiner Meinung nach schon sehr ergebnisorientiert…

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Da bleibt aber die Frage, ob die langsamere Person damit bestraft werden soll, weitere Haushaltsstunden zu leisten, während der andere längst die Füsse hochgelegt hat?

      Ich finde, dass wenn man die Möglichkeit hat zusammen/gleichzeitig die Hausarbeit zu erledigen hat, dieses tun sollte, bis alles erledigt ist. Und das sage ich als jene Person, die in Haushaltsdingen sehr schnell und effizient arbeite.

      • asouka sagt:

        Wer steht schon mit der Stoppuhr da, wenn man Hausarbeiten erledigt??? Ob Maschine ausräumen oder Abfall runter bringen länger dauert, ist echt egal. Und wenn ich mal beides an einem Tag mache, dann hat vielleicht das Bezahlen der Rechnungen mehr Zeit gebraucht – oder weniger, wenn es wenige waren. Mit der Engergie, mit der man minütelet, stellt man doch besser was gescheiteres an!!!

  • Michael sagt:

    Für mich, m (56) ist die samstägliche Hausarbeit nach einer 50Std.-Woche. der ideale Weg, mir ein Stück weit meine ‚Würde’ wieder zu geben . Ich bringe mich in Ordnung, in dem ich mein Heim und mein Leben reorganisiere. Ja, ich putze, wasche und koche gerne und glätte auch meine Hemli selbst. Dabei kommen mir gute Ideen. Und nein, von meiner Mutter hab ich das nicht. Die hasste Hausarbeit. Auch nicht von meiner Ex-Frau, die ohnehin mit allem überfordert ist, weil sie den Haushalt als Pflicht sieht. Denn das ist der Schlüssel zum Glück: Hausarbeit gerne tun. Das bekommen dann nicht nur die Kinder vorgelebt sondern manchmal merken das sogar die Ehemänner. Und wenn Sie sich einen Typen suchen, der nicht hinschauen kann oder will, wer trägt dafür die Verantwortung?

    • Tanja Bosshardt sagt:

      Sind Sie noch zu haben?

      Wobei ich mir vorstellen könnte, dass der Schlüssel zum Glück auch darin liegt, nicht NUR Hausarbeit machen zu müssen, sondern daneben auch einer geregelten und bezahlten Arbeit nachgehen zu können. Vielleicht war ja Ihre Frau vor allem damit überfordert?

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    @ Martin Frey

    Ich bin demnach Punkt 4, welche für einen Niedriglohn gut Verdienenden eben diese nicht geliebten Arbeiten erledige, nebst Hof, eigenen (grossen) Kindern und eigenem grossen Haus.

    Solange mir die Wertschätzung entgegen gebracht wird, habe ich kein Problem damit -obwohl ein auswärtiger Haushalt eher grenzwertig ist-, ansonsten würde ich mir heute die Freiheit nehmen, tschüss zu sagen.

  • Alex sagt:

    Liebe Frauen, ja ich bin auch eine Frau!, hört endlich auf zu jammern! Ich habe es satt, von Freundinnen zu hören: Wie macht ihr das nur mit dem 50/50, das klappt bei uns also so ganz und gar nich immer an seinen Haushaltstagen sind die Bettdecken falsch herum gefaltet, das Geschirr riecht noch nach Seife oder der Kleine hat die Socken vom Mittleren an…. sorry, da kann ich nur sagen, die Männer sind wohl nicht schuld am nicht funktionieren des Modells….

  • Pablito sagt:

    Jede[r] sollte für sich selber und nur für sich selber entscheiden, finde ich, wie viel sie/er – aus welchen Gründen auch immer – im Haushalt leisten will/muss/möchte. Es gibt zwar Frauen und vor allem Männer, die um nichts in der Welt auch nur einen Finger bewegen möchten im Haushalt – darüber möchte ich aber nicht urteilen, denn dieser in der Schweiz so geläufigen und beliebten Werterei über alles und alle kann ich nichts Gutes abgewinnen. Man könnte sich jedoch stattdessen fragen, wozu ein Verhalten à la „Ich bin ein[e] König[in] und möchte als solche[r] behandelt werden“ auf der Beziehungsebene führt. Förderlich dürfte es nicht sein. Ich jedenfalls könnte es nicht übers Herz bringen, mich von meiner Frau bedienen zu lassen, und selbst wenn – Lust dazu hätte ich keine …

    • Donna Quijote sagt:

      Ich möchte auch nicht von einem Mann bedient werden. Aber einen Mann, der mir den Haushalt führt, während ich in der grossen, weiten Welt mit den Windmühlen kämpfe, das hätte ich schon ganz gerne.

  • Klärli Benz sagt:

    Mich stört dieses ewige Relativieren. Meistens leisten die Frauen in Haushalt und Kindererziehung mehr. Aber am Ende meinen sie doch versöhnlich: Den Kindern ist es ja egal, wer den Tisch gedeckt hat. So ändert sich nie was!

    (Ja es gibt Ausnahmen, aber ich spreche hier von der Regel. Es wurde auch schon statistisch belegt, dass bei gleichen Arbeitspensen die Frauen zu Hause mehr Arbeitsstunden verrichten.)

    • Papperlapapi sagt:

      Die Behauptung die Frauen täten mehr, wird durch Wiederholung nicht wahrer. Die Summe von Erwerbstätigkeit und Betätigung im Haushalt ist identisch. Sagt der Bund:
      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/wirtschaftliche-soziale-situation-bevoelkerung/gleichstellung-frau-mann/vereinbarkeit-beruf-familie/belastung-erwerbsarbeit-familienarbeit.html

      • Martin Frey sagt:

        Danke für den Link, Papperlapapi.
        Interessant ist dabei ja eigentlich nur der Umstand, dass die Wahrnehmung bei einem Teil der Damenwelt eine derart unverrückbar andere zu sein scheint. Und wie wenig dabei nüchterne Fakten und Zahlen zu zählen scheinen.

      • Mona sagt:

        Martin Frey. Nein, die Wahrnehmung liegt bei den Männern schief. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Haushaltsarbeit zu analysieren (einen Monat), beide 100% berufstätig. Also Fakten und Zahlen! Annahme meines Partners war: 50/50. So kommunizierte er es auch überall. Dabei kam heraus 20/80. Die 80% lagen bei mir und ich bin im Haushalt ‚flott‘ unterwegs.

      • Martin Frey sagt:

        @Mona
        Also, wenn ich Sie richtig verstehe, liegt die Wahrnehmung bei Ihrem Mann schief? Und Sie extrapolieren das so mir nichts, dir nichts, auf alle Männer in diesem Land? Völlig unbesehen von den im Link aufgeführten Statistiken? Kennen Sie den Unterschied zwischen Wetter und Klima, Einzelbeispielen und Statistiken?
        Ich würde mal meinen, Ihr Beitrag ist genau die Bestätigung dessen, was ich meinte… 😉

      • Zufferey Marcel sagt:

        Dann wäre es vielleicht sinnvoller, mit Ihrem Mann über dieses Ungleichgewicht zu sprechen, Mona. Ich kenne übrigens auch Fälle, wo der Mann mit einer Vollzeitstelle 80% an das gemeinsame Haushaltseinkommen leistet und, kaum zuhause, auch noch kocht, wäscht, bügelt, usw., also weit mehr Hausarbeit erledigt, als die Frau, welche wiederum nur Teilzeit arbeitet (und kaum 25% an das gemeinsame Haushaltseinkommen beisteuert). Das tun die Jahre lang, ohne einen Muks zu sagen…

      • Papperlapapi sagt:

        @Mona
        Bitten Sie doch ihren Mann, mal einen Monat die Statistik zu führen. Ich wäre auf seine Ergebnisse gespannt. (glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast….)
        Die zwei Statistiken gäben dann eine gute Diskussionsgrundlage.
        Oder sie führen alternativ mal einen Monat gemeinsam die Statistik.
        Wenn ihr Mann Interesse an einer ausgeglichenen Beteiligung am Haushalt hat, wird er sein Verhalten anpassen, falls ihre Statistik stimmt. Vielleicht haben sie aber auch das eine oder andere vergessen, das er erledig.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Mona

        welche Arbeiten sind denn da alles erfasst worden?
        Könnte es am spezifischen Monat liegen? Nicht alle Monate sind haushalttechnisch gesehen gleich aufwendig, manche Arbeiten fallen bloss halbjährlich/jährlich an?

    • Widerspenstige sagt:

      Es leisten immer noch Frauen den Hauptanteil an Haushaltarbeiten und Kindererziehung bzw. Betreuungsarbeit eigene Kinder, Nachbarskinder (sporadisch im Einsatz), eigene Eltern betreuen im Alter etc.
      Das sagt die Statistik des Bundesamtes (heutiges Thema Hausarbeiten):
      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/wirtschaftliche-soziale-situation-bevoelkerung/gleichstellung-frau-mann/vereinbarkeit-beruf-familie/aufteilung-hausarbeit.html

      • Zufferey Marcel sagt:

        Und der Anteil der Frauen am gemeinsamen Haushaltseinkommen stagniert weiterhin bei lediglich 25%, wie selbst in diesem Blog kürzlich zu lesen war. Aber wenn, weil, also… würden Männer nämlich endlich, ENDLICH! mehr Haus- und Beziehungsarbeit leisten, dann könnten die Frauen auch mehr zum Haushaltseinkommen beitragen. Aber eben: Zuerst müssen sich die Männer bewegen..! Die Frauen, alle Frauen, versteht sich, wollen nämlich ganz, ganz tief in ihrem Innersten nur Vollzeit arbeiten. Sie getrauen es sich einfach nicht zu sagen, weil die Männer…

        Gott im Himmel, wir drehen uns nur noch im Kreis!

      • maia sagt:

        @Widerspengstige: Die Statistik von Papperlapapi ist viel aussagekräftiger. Wer mehr Erwerbsarbeit leistet – die notabene meist der Familie zugute kommt (mindestens finanziell) – kann vermutlich gar nicht soviel Hausarbeit leisten.

      • Widerspenstige sagt:

        Ja, wir drehen uns im Kreis, wenn auf diese Art am Hauptthema vorbei argumentiert wird. Ich habe oben Stellung genommen und den Link über Haus- und Familienarbeit eingestellt. Der Wert der jeweiligen Arbeit muss neu definiert werden, sonst gibt es keine Lösung des Problems. Natürlich wird Erwerbsarbeit höher bewertet als Haus- und Familienarbeit – im monetären Sinn. Im sozialen Sinn sind Letztere wertvollere Zeit, weil alltagstaugliche Talente erarbeitet werden. In der Familie findet statt, was sich im gesellschaftlichen Kontext als Erwachsener bewähren soll. Demnach findet zwischen beiden Aufgabengebieten – Haus- und Familienarbeit vs. Erwerbsarbeit – eine Symbiose statt, welche unentbehrlich für ein Miteinander ist u gehört somit ins BIP einberechnet.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Was spielt es für eine Rolle, was irgendwelche Statistiker ins BIP einberechnen? Und die Abwertung der Haus- und Familienarbeit findest du nicht bei den Männern.

      • Widerspenstige sagt:

        In Skandinavien zB sind Haus- und Familienarbeit im BIP einberechnet, was die hohen Steuern erklärbarer macht. Vor allem aber ist das gerechte Aufteilung von Staatseinkommen auf sämtliche Mitglieder der Gesellschaft. Deshalb mache ich unerbittlich auf diesen Missstand in CH aufmerksam.
        Die Abwertung von Haus- und Familienarbeit ist damit bewiesen, indem diese nicht im BIP einbezogen wird. Und das Parlament wird von Männern dominiert, die Staatseinnahmen – wie gerade wieder passiert – vorwiegend für Strassenbau, Tunnels, Militär, Hochseeschifffahrt, umweltschädliche Landwirtschaft, etc. verpulvern.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Ich verstehe immer noch nicht, wie das Schräubeln an einem statistischen Kennwert, an einem volkswirtschaftlichen Indikator, mehr als nur symbolischen Wert haben kann.
        Wo ändert sich für den einzelnen Menschen irgendetwas, wenn deine Forderung erfüllt wird? (was zudem ja gar nicht so einfach ist)

    • Klärli Benz sagt:

      Ich gebe es gerne zu, wenn ich mich geirrt habe. Die Statistik von Papperlapapi würde mich eigentlich schon überzeugen.
      Ich selber war immer Alleinerziehend. Ich bekam weder Unterhalt für mich, noch für mein Kind. Der Kindsvater investierte also keine „Stunde“ und keinen „Franken“. Ob solche Fälle statistisch erfasst werden, mag ich zu bezweifeln. In der Excel Tabelle, die sich herunterladen lässt, heisst es „(Zahl): Das Resultat beruht auf weniger als 50 Beobachtungen in der Stichprobe und ist deshalb mit grosser Vorsicht zu interpretieren.“ Da wäre es schon noch relevant zu erfahren, wie die Versuchspersonen ausgesucht wurden. Jedenfalls bleibt bei mir ein kleines Fragezeichen stehen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Liest man Biografien der letzten 300 Jahre, fällt auf, dass auch Haushalte der unteren sozialen Mitte nicht auf Hauspersonal verzichteten. Nicht einmal, wenn die Einkommensverhältnisse sehr variabel waren, bisweilen prekär wurden. Die Arbeitsteiligkeit, welche der frühe Kapitalismus erstmals vermittelt, schlug schnell in den sozialen und familiären Bereich als Selbstverständlichkeit durch.

    So erstaunt es mich sehr, wie dieses Element bei wachsenden Wohlstand so sehr rückläufig geworden ist, dass selbst Gutverdiener auf die objektiv schwachsinnige Idee kommen, ihre Wohnung selbst zu putzen oder gar selbst zu kochen. Eine Putzfrau einzustellen ist doch der erste Reflex, wenn ich mehr verdiene, als ich zum Leben brauche. Was hat sich kulturell da geändert?

    • Michael sagt:

      Folgendes – mit wachsendem Reichtum wächst auch das Misstrauen gegenüber denjenigen, die nicht so viel verdienen. Und den dann noch in die eigene Wohnung lassen, der dann ggf. meine intimsten Geheimnisse entdeckt ? Und ist Ihnen nicht generell aufgefallen, das je reicher die Menschen werden, desto geiziger sie gegenüber den allgemeinen Ausgaben werden ?
      Als Lieferfahrer in meiner Studentenzeit habe ich die dicksten Trinkgelder immer von denjenigen erhalten, die wirklich nicht viel hatte.

    • Papperlapapi sagt:

      Ich staune im Gegenteil, wie viele Leute sich eine Putzfrau leisten.
      Ich bezweifle, dass sich kulturell etwas geändert hat. Geändert hat sich die Hausarbeit. Dank den Geräten, leicht zu reinigenden Oberflächen, Böden, bügelfreien Kleidern, billigen Textilien, die nicht mehr geflickt werden. Waschen, kochen, putzen sind heute viel leichter und zeitsparender zu bewerkstelligen als früher.
      Wir verzichten auf Personal, weil
      -wir keine fremden Leute in unserer Privatsphäre mögen
      -ich nicht ungern putze, wasche, gärtnere, einkaufe
      -wir sehr gerne kochen
      -wir die Zeit haben, uns selbst um unseren Haushalt zu kümmern
      -wir das Geld so für anderes ausgeben können
      -es uns selbstverständlich erscheint, uns selbst um unseren Haushalt zu kümmern.
      Ihr „Reflex“ fehlt mir vollständig.

      • Niklas Meier sagt:

        Ich leiste mir eine Putzkraft. Warum? Weil ich 100% arbeite und gerne in meiner freien Zeit auch frei haben möchte. Da reduzieren Leute ihr Pensum um mehr Zeit zu haben usw…Ich arbeite lieber eine gewisse Zeit bei der Arbeit und bezahle damit jemanden der die Zeit dann im Haushalt für mich aufwendet. Idealerweise verdiene ich mehr als eine Putzkraft, so dass ich Zeit „spare“.

      • Sportpapi sagt:

        Warum sich leisten? Wenn der Lohn deutlich grösser ist als der einer Putzfrau, dann lohnt es sich, etwas mehr zu arbeiten und eine Putzfrau zu beschäftigen. Die das dann meist auch noch effizienter/schneller erledigt, wenn sie gut ist.

    • Marie Bornand sagt:

      @Michael : ich finde auch dass viele Leute geizig sind obwohl sie es sich leisten könnten Hilfe zu haben. Ich denke z.B. an Rasen, Fenster, Bügeln usw. Früher gab es noch Hauspersonal da die Löhne sehr niedrig waren. Heute könnte es eine Au Pair sein ?

  • Anh Toàn sagt:

    Die Frau definiert, was zu tun ist und die Standards, wie es zu tun ist. In vielen Hausarbeiten erfüllt der Mann die Standards der Frau nicht, das muss dann die Frau, nachdem sie wiederholt versucht hat, dem Mann beizubringen, es nach ihren Standards zu machen, selber machen. (Oft weiss der Mann das, das heisst, hat er keinen Bock auf eine Arbeit, macht er die, aber nicht entsprechend den Standards der Frau, bis sie es aufgibt)

    Heutzutage traut sich kaum ein Mann mehr, durchaus zu recht, einer Frau Hausarbeiten zu übertragen (So: Die Fenster hätten es auch wieder mal nötig.) Aber fast jede Frau überträgt dem Mann Hausarbeiten, wegen Gleichberechtigung ist es.

    • Martin Frey sagt:

      „Die Frau definiert, was zu tun ist und die Standards, wie es zu tun ist.“
      Eigentlich ist das, was Sie treffend schildern, AT, Kernelement der klassischen Rollenverteilung: Die Frau als alleinige Chefin zu Hause, Herrin in ihrem Reich, wo sie konsequenterweise aber auch die alleinige Verantwortung tragen sollte.
      Gleichzeitig passiert all das unter dem Label „modern“, „gleichberechtigt“ und „auf Augenhöhe“. Man spricht von symmetrisch verteilten Lasten im Haushalt, nach wie vor beansprucht aber immer noch in vielen Haushalten die Frau die Deutungshoheit darüber. Was auch schön aus dem Beitrag herauszulesen ist.
      Ganz konsequent ist das alles ja nicht. 🙂

      • Reincarnation of XY sagt:

        mich erinnert es an eine kindisch verstandene Gleichberechtigung.
        In den allermeisten Haushalten mit Kindern bringt immer noch der Mann den Löwenanteil des Einkommens nach Hause, aber man findet jetzt, dass im Haushalt 50% der Arbeit gemacht werden müsse.
        Zudem übersieht man oft noch all die arbeiten rund ums Auto, Finanzen etc. die der Mann sonst noch so macht.
        Wenn man schon im Vergleichs- oder ich-komm-zu-kurz-Modus ist, sollte man also die Faulenz, Hobby, und Käfeli Zeit miteinander vergleichen und nicht die Anzahl gebügelter Socken.

      • Tina sagt:

        @Reincarnation of XY
        Nein, ich glaube nicht, dass irgendjemand denkt, dass der Mann, der zu 100% erwerbstätig ist, noch 50% des Haushalts machen soll, wenn seine Frau Hausfrau ist. Aber wenn seine Frau z.B. zu 60% erwerbstätig ist (was also einer Aufteilung von ca. 40% zu 60% entspricht) dann müsste er im Haushalt natürlich entsprechend 40% übernehmen, trotz seines 100%-Pensums. Da reichen dann die Rechnungen überweisen und das Auto in die Reparatur bringen schon nicht aus.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Warum ist das „natürlich“? Das ist nur so, wenn Haushalt und Erwerbsarbeit grundsätzlich gleich viele Stunden benötigen.

      • tina sagt:

        auto und finanzen: 🙂
        also mein auto benötigt meine aufmerksamkeit etwa 4 stunden jährlich für putzen und zum reifenwechsel/service bringen, plus 10 min/monat fürs tanken.
        finanzen: 1 stunde monatlich für rechnungen und budgetierung und eine pro jahr für steuern.
        waschen tut ja die maschine, aber aufhängen, zusammenlegen und versorgen mind. eine stunde wöchentlich. bügeln weiss ich nicht 😉

      • Martin Frey sagt:

        Das mit dem Auto ist ein immer wieder gehörtes, ‚lustiges‘ Argument.
        Selber kenne ich im Umfeld gleich mehrere Männer, denen es obliegt, mindestens (!) einmal pro Woche das Auto der Ehefrau innen und aussen gänzlich auf Vordermann (pun intended) zu bringen, welches die Gattin unter der Woche als Müllhalde missbraucht. Eine Arbeit von oft mehreren Stunden pro Woche, von dem die Gattin selbstverständlich auszugehen scheint, dass dies „Männerarbeit“ sei.
        Was sowenig statistisch beweisend ist wie ein Einzelhinweis, dass eine Frau ein Auto nur einmal pro Jahr wäscht. Aber es darf wohl auch mal erwähnt werden.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Nun, ich glaube schlicht nicht an Standards: entweder es ist sauber, oder halt nicht. Alles andere sehe ich als Ausrede, selber nicht anpacken zu müssen, weil man es angeblich sauber findet.

        Eine Toilette mit Bremsdpuren oder Urintropfen ist nunmal nicht sauber und wenn auf dem Tisch noch Essensreste sind, ist der Tisch auch nicht sauber, die Küche ist nicht „gemacht“, wenn der Herd noch verklebt ist.

      • Tina sagt:

        @Sportpapi
        Ja, Sie haben Recht. Meine Überlegung stimmt nur dann, wenn Erwerbs- und Hausarbeit den gleichen Umfang hat.
        Zweiter Versuch: Mann ist zu 100% erwerbstätig, Frau zu 60%. Die Frau macht an den zwei anderen Tagen von 8 Uhr bis 17:30 Uhr Haushalt und Familienarbeit (abzüglich 1 h Mittagspause). Nach 17:30 und am Wochenende wird die bis dahin noch nicht erledigte Familien- und Hausarbeit hälftig geteilt. Besser?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Immer diese Argumente über Dinge, die ich nicht sagte.
        Im Text wird von 50/50 gesprochen, obwohl in der Realität die Erwerbsarbeit nicht 50/50 aufgeteilt ist, das ist Fehler Nummer 1.
        Fehler Nummer 2 ist, dass oftmals nicht die ganze Hausarbeit im Blickfeld liegt, sondern nur gewisse ungeliebte Arbeiten, von denen man findet, der andere sollte mehr….
        Auto/Garten/Finanzen/Steuern/Planung von Ausflügen/Sondermüll entsorgen/bei Hausaufgaben helfen es gibt sehr vieles… was vielleicht nicht auf dem Fokus ist.
        Die Frage ist doch wirklich: hockt der andere auf der faulen Haut während ich schufte?
        Männerbashing im Kafichränzli berücksichtigt das oft nicht.
        Weil es einer tut, schliesst man dann gerne auf alle a la „Männer schauen in erster Linie für sich“

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Ja. Allerdings sollte in dieser Zeit die Hausarbeit längstens erledigt sein. Und wenn tagsüber im Haushalt nicht gearbeitet wird, muss das natürlich am Abend nachgeholt werden. Dass Kinderbetreuung geteilt wird, wenn beide verfügbar sind, ist ja sowieso klar.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und hey, Rechnen sollte man auch noch können! Wenn der Mann 100% arbeitet und die Frau 60%. Dann ist die entsprechende Aufteilung im Haushalt nicht 40/60 sondern 37.5%/62.5%

        Und bei 100% und 40% (wohl häufiger) wäre dann die Aufteilung 28.5%/71.5%

        Nur, dass man einigermassen das Mass hält.
        Wenn man schon die „unsichtbar Hausarbeit“ für nichts achtet.
        Und by the way: Selbst, wenn die Frau 100% Hausfrau ist, lassen sich die wenigsten CH-Männer deswegen wie ein Pascha bedienen.
        Also nein – ich finde allgemeines Männerbashing völlig fehl am Platz. Wenn man einen faulen Sack geheiratet hat, sind daran nicht die Männer im allgemeinen Schuld, sondern man selbst.

      • tina sagt:

        und das glaubst du, MF? mehrere stunden auto putzen pro woche? hahaha
        da hätte man ja monate um eine wohnung einmal zu putzen….

      • Martin Frey sagt:

        @tina
        „und das glaubst du, MF?“
        Ich glaube es nicht, ich weiss es. Weil ich es sehe.

      • Anh Toàn sagt:

        „Nun, ich glaube schlicht nicht an Standards: entweder es ist sauber, oder halt nicht. Alles andere sehe ich als Ausrede, selber nicht anpacken zu müssen, weil man es angeblich sauber findet.“

        Damit setzen Sie einen Standard, einen der Absolutheit, ohne Toleranz.

        Dann mach ich mal einen in die andere Richtung: Solange sich nichts von alleine bewegt, ist es sauber genug.

        Beispiel meines Standards: Ich mache Kaffee für mich in diesen klassischen Filtermaschinen mit Glaskanne untendran: Die ist für mich ganz kurz ausgespült und wieder hingestellt sauber genug. Auch wenn man noch sehen kann, dass diese Kanne für Kaffee verwendet wird. Und so jeden zweiten dritten Tag hat die grad noch Platz in der Spülmaschine. (Sogar meine Frau kann inzwischen damit leben.)

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Nun, mit einer Kaffeekanne kann man das machen, aber bei einem Milchkrug würde ausspülen nicht ausreichen. Die Ausschussbehälter der Kaffemaschine wasche ich auch nicht tägliich, aber sicher zwei Mal pro Woche in der Maschine. Kaffetassen wie alles Geschirr, kommt nach jedem Gebrauch in die Maschine, warum also nicht auch der Kaffeekrug?

        Unser Badezimmer ist 30 jährig, ohne Fenster und extrem anfällig auf Schimmel. Wenn ich da zB die Plättli bei der Bade/Duschwanne nicht jede Woche schrubbe, bildet sich gruusige Schmiere, will heissen, es ist nicht sauber, ganz egal, was man für „Standards“ hat.

      • tina sagt:

        verstehe ich richtig? MF du schaust wöchentlich mehreren männern zu, die je mehrere stunden lang je ein auto putzen? ich krieg mich nie mehr ein…. danke, lange nicht mehr so gelacht

      • Martin Frey sagt:

        Verstehen Sie was Sie wollen, tina, es ist mir ziemlich gleichgültig. Und das Gelächter gönne ich Ihnen gerne… ;-D

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich kann gut rechnen, dennoch der Berechnung nicht folgen.
        ausserdem ist ja jede Berechnung unzulässig. solange der Umfang der Hausarbeit in Stunden pro Woche unbekannt ist.

  • Harald sagt:

    Gerade was Sauberkeit und Ordnung angeht, so haben häufig Frauen auch höhere Ansprüche als Männer. Wo ist dann das Problem, wenn die Frau dann mehr Hausarbeit macht, wenn ihre Anforderungen auch höher sind.

    Ausserdem wird gerne immer nur die klassische Hausarbeit wie Kochen, Putzen, Bügeln betrachtet. Bei der Bewertung warden dann die Aufgaben, die häufiger von Männern gemacht werden, wie Auto, Garten, Reparaturen, nicht beachtet. Auch das trägt zur angeblichen Mehr-Belastung der Frauen bei.

    • Tina sagt:

      Genau diese von Ihnen beschriebene Haltung stösst mir als Frau und Mutter so sauer auf. Es ist leicht zu sagen, dies und das ist mir nicht so wichtig, wenn immer jemand da ist, der sich dann schon drum kümmert.
      Es stimmt, dass die Blumen auf dem Tisch nicht lebensnotwendig sind, ebenso wenig das frisch gekochte Essen. Auch könnten die Kinder in schmutzigen T-Shirts und mit ungewaschenen Haaren rumlaufen und es würde nichts Schlimmes passieren. Ob die Wohnung einmal im Monat oder einmal in der Woche gesaugt wird, ist auch nicht überlebenswichtig. Aber so hatten wir uns die Elternschaft eigentlich auch nicht vorgestellt, als wir uns gemeinsam darauf eingelassen hatten, oder?

    • Maike sagt:

      Ja, besonders die Instandhaltung des Autos nimmt die Männerwelt derbe in Anspruch ! Und Rasenmähen ist bei den 50qm Rasenfläche, die täglich gemäht werden müssen auch extrem anstrengend und zeitaufwendig. Wenn dann noch ein Nagel in die Wand geschlagen werden muss, ist die zusätzliche Hausarbeitskapazität des Mannes natürlich vollkommen erschöpft !

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Entweder es ist sauber, oder nicht. Ich möche gerne jederzeit eine saubere Toilette. Trotzdem werde ich sicher nicht die Bremsspuren und Urintropfen meiner Männer beseitigen, auch wenn diesen ein svhmutziges WC egal wäre. Ich sammle auch keine herumliegende Kleidung ein und eine Küche ist nunmal nicht sauber, wenn der Herd svhmutzig ist.

      • tina sagt:

        ganz zu schweigen von glühbirnen wechseln!

      • Viola sagt:

        @Maike
        „Wenn dann noch ein Nagel in die Wand geschlagen werden muss, ist die zusätzliche Hausarbeitskapazität des Mannes natürlich vollkommen erschöpft !“

        Hauptsache schön polemisieren und Strohmänner aufbauen. Traurig so was. Wenn es so schlimm ist in der Beziehung: Warum nicht einfach gehen?

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Bei uns ist der Haushalt kein Thema: ab dem 4. oder 5. Date habe den Haushalt meines jetztigen Mannes übernommen, weil sich unser Kennenlernen mit beginnenden gesundheitlichen Problmen meiner Schwiegermutter kreuzten, welche als bezahlte Haushaltshilfe bei meinem Mann angestellt war.

    Mein Mann arbeitet um die 80 Std pro Woche und ich organisiere den Haushalt um Hofarbeit und Teilzeitstelle. Diskussionen darüber gibts nicht und Verlierer gibts auch nicht. Passt halt.

  • Brunhild Steiner sagt:

    2/
    Mir ist auch wichtig dass sie lernen ab und zu „die Extrameile zu gehen“; da ich davon ausgehe dass wir vielleicht auch mal darauf angewiesen sind dass jemand diese Extrameile für uns geht.
    Doch das geht nur auf wenn sich langfristig gesehen keines übervorteilt sieht, und man die Sache im Auge behält.
    Dazu kommt dass sich Gerechtigkeit-Ungerechtigkeit im Leben nicht einfach ausgleicht, wichtig ist einen guten Umgang mit gefühlter/erlebter Ungerechtigkeit zu finden.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Unseren Kindern versuche ich schliesslich auch immer wieder nahezulegen, dass es keine Rolle spielt, wer von ihnen zuletzt den Tisch gedeckt hat – denn im Grossen und Ganzen gleicht es sich am Ende doch sowieso von allein aus.“
    Da wäre ich persönlich vorsichtig.

    Es kann sich am Ende ausgleichen, manchmal aber auch nicht.

  • Pablito sagt:

    Da meine Frau mehr verdient als ich und ich selber ein grösseres Bedürfnis habe als sie nach Freiheit, die ich meist mit Lesen und Lernen (Hochschulmathemathik) verbringe, daher auch ein kleineres Pensum, versorge ich selber, seit wir zusammenleben, daher schon seit Jahren, den Haushalt. Probleme deswegen hat es nie gegeben, wir haben auch nie darüber reden müssen, es hat sich halt so ergeben. Warum? Weil ich keine Lust habe, meine Mitmenschen für mich arbeiten zu lassen – und schon gar nicht die, die ich liebe. Dasselbe gild für meine Frau: Gegenseitige Unterstützung ist uns eine Selbstverständlichkeit. Wie dem auch sei: Von allgemein gültigen Regeln – Frauen sollten dies, Männer das usw. – halte ich nichts, es ist eine Art Bevormundung, und darauf bin ich äusserst allergisch.

    • Tina sagt:

      Es klappt vermutlich dort immer ganz gut, wo eine klar abgegrenzte Aufgabenteilung besteht, so wie bei Ihnen. Schieriger wird es, wenn beide Partner gleich viel zum Haushaltseinkommen beitragen und sich somit auch beide gleich viel an der Familien-, Haus- und Organisationsarbeit beteiligen sollten. Das braucht einen ganz anderen Aushandlungsprozess. Und es wird dort schwierig, wo der eine Partner findet, die Kinderkleider am Boden sind egal, das stört doch nicht, und der andere Partner findet, diese gehören aufgehängt. Dann kommt es leicht zu Vorwürfen wie „mein Partner ist so perfektionistisch und kann nicht loslassen“ bzw. umgekehrt „meine Partnerin ist so faul und profitiert davon, dass ich für sie aufräume“.

  • Röschu sagt:

    Ein Paar, dass sich gegenseitig „Guthaben“ und „Schulden“ vorrechnet, sollte sich mMn schnellstmöglich trennen und die dafür aufzuwendende Energie sparen. Langfristig wird das nämlich eh nicht gut ausgehen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Dass Familienwerdung nicht Grund für „aus den Fugen geraten“ ist, zeigt doch Ihr Beispiel des kinderlosen Paares. Oder hat sich im Verlauf des Gespräches gezeigt dass die beanspruchten 85% eher auf „nicht auf dem Radar haben“ zurückzuführen sind?

    Das „nicht sehen der liegengebliebenen Socke“, wahlweise irgendeines „Fehlverhaltens egal wessen Seite“ wird kritisch wenn es unbewusst als Angriff auf den eigenen Wert, als Nichtbeachtung, nicht-ernstgenommen/ebenbürtig-sein, (usw) verstanden wird. Denn dann beginnt das Beziehungsfundament zu kippen; und die Bereitschaft sich damit zu arrangieren, weil man sich bspw „Gegenleistungen auf anderen Gebieten“ vor Augen führen kann, sinkt rapide.

    • Regula Portillo sagt:

      @Brunhild Steiner: Ein sehr kluger Kommentar, über den es sich nachzudenken lohnt, wie ich finde. Denn wahrscheinlich geht es letztlich gerade darum: unbewusst wird die herumliegende Socke als „Angriff auf den eigenen Wert“ wahrgenommen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Regula Portillo

        😉 und wenn man’s dann schafft diese Erkenntnis aus der Theorie in die Alltagspraxis zu holen, lebt es sich irgendwie ein bisschen entspannter 😀
        irgendwie müssen da wohl die Meisten durch, das sortieren/trennen vom „Übel mit dem sich leben lässt“ von „tatsächlicher Veränderungsbedarf weil sonst die Lebensqualität massiv eingeschränkt ist“.

  • Martin Frey sagt:

    Wie bei Job-Sharing, oder Gemeinschaftunternehmungen ist in nicht-klassisch lebenden Haushalten die Feinabstimmung (nebst der Kommunikation) enorm wichtig, um kein böses Blut entstehen zu lassen. Was sehr schnell passieren kann. Und anders als bei Job-Sharing geht es bei Haushaltsarbeit um formal niedere Arbeiten die man nicht gerne tut, mit denen keine Lorbeeren zu holen sind, die man einfach tun muss, wo es nicht um Selbstverwirklichung geht. Wie bei beruflichen Arbeiten mit negativer Konnotation ist man daher sehr schnell versucht, auf die Abgrenzung des eigenen Workloads mehr Wert zu legen als darauf, gewisse Dinge einfach zu tun. Und dann sieht man nur noch das was man selber leistet, und alles andere nicht mehr. Falsche Vorstellungen und Selbsteinschätzungen tun ein übriges.

  • Fabienne sagt:

    Es geht eben nicht nur darum, wer was im Haushalt macht, sondern auch, wer dafür die Verantwortung übernimmt & das hängt mit unterschiedlichen Massstäben zusammen. Während wir Frauen dafür sozialisiert wurden, unsere Umwelt und deren Bedürfnisse zu sehen, sehen Männer primär erstmals sich selbst. Da müssen Männer von Frauen lernen über den eigenen Tellerrand zu schauen & Frauen von Männern lernen, Dinge stehen zu lassen.
    Das Haushalts-Programm meines Partners und mir (mit 2 Kleinkindern):
    1. Sex haben, dass schaft Nähe und Verständnis für Unvollkommenheit – auch im Haushalt.
    2. Einsehen, dass es NIE die genaue Gleichberechtigung geben wird im Haushalt – da eben nicht 100%ig messbar.
    3. Beliebte Haushalttätigkeiten aufteilen: er wäscht gerne, ich bügle gerne.
    4. Putzhilfe anstellen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Halte diese Denke für puren Sexismus. Es ist unglaublich mit welchen Vorurteilen über Männer viele Frauen durch die Welt gehen.
      Männer würden nur an sich selbst denken
      Männer seien furchtbare Jammeris wenn sie krank seien
      Männer würden viel weniger Arbeiten als Frauen

      Nur schon die Fragestellung Blog, zeigt wie völlig falsch die Frage nach dem Anteil an Hausarbeit gestellt wird. Wenn diese 50%/50% erledigt werden soll, dann nur, wenn auch beide exakt genau gleichviel für den Broterwerb tun.

      Man sollte vielleicht mal das Pferd von der anderen Seite her aufzäumen und fragen: wer von beiden mehr Freizeit hat.

      Kurz: ich bin überzeugt, dass dies je nach Paar ganz unterschiedlich ausfallen kann. Fleiss ist nicht geschlechtsspezifisch ausgeprägt.

    • Martin Frey sagt:

      Punkt 4, an den viele Paare dann ob vieler frustraner Abgrenzungsdiskussionen irgendwann gelangen, sagt eigentlich viel darüber aus, wie gut solche Modelle funktionieren. Denn dort wird das, was eigentlich wirklich niemand gerne tut, für einen Niedriglohn outgesourct an Dritte.
      Wenn man ehrlich sein will, funktionieren all die Modelle bei den meisten Paaren mit zwei höherprozentigen Einkommen und Kindern ohne Punkt 4 nicht wirklich.
      Die Frage ist nur, wie machen das die Leute, die Punkt 4 tagtäglich für uns leisten und selber auch Kinder haben?

      • Michael sagt:

        Punkt 4 ist doch auch nur eine Arbeit wie alle anderen ! Oder fragt Sie jemand, wie Sie das mit der Arbeit machen, obwohl Sie Kinder haben ?

    • Annelise Meyer sagt:

      Fabienne: Sehr gute Punkte; da bin ich mit Ihnen einverstanden. Persönlich finde ich die Verantwortung (i.e. „mental load“) für Hausarbeiten schlimmer, als das ausführen der Tätigkeiten. Ständig an irgenwelche Dinge denken zu müssen (Kindergeburtstagsgeschenk gekauft?, Winterkleider besorgt?, Arzttermine vereinbart? Pneuwechsel? etc., etc. etc……)

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Martin Frey

        Ich bin demnach Punkt 4, welche für einen Niedriglohn gut Verdienenden eben diese nicht geliebten Arbeiten erledige, nebst Hof, eigenen (grossen) Kindern und eigenem grossen Haus.

        Solange mir die Wertschätzung entgegen gebracht wird, habe ich kein Problem damit -obwohl ein auswärtiger Haushalt eher grenzwertig ist-, ansonsten würde ich mir heute die Freiheit nehmen, tschüss zu sagen.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    darf ich den artikel zusammenfassen? – danke! – „mimimi. mimimimi-mimimi. mimimimiiiimimimimimimimi.“

    • Martin Frey sagt:

      Sie haben sich neulich bei einem anderen Thema ähnlich geistreich eingebracht; Herr Rittermann.
      Was ich persönlich schade finde, denn ich glaube, Sie hätten wohl mehr beizutragen als das, notabene zu einem Thema wie dem heutigen welches nahezu alle Mittelstandsfamilien auf die eine oder andere Art tangiert.

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        …sie haben recht, herr frey.
        bei uns ist das so: da ich mein büro zuhause habe, bin ich auf ordnung und reinlichkeit sensibilisierter, als früher. und weil mich gewisse sachen mittlerweile selber stören, gebe ich mir (mehr) mühe, die hütte ordentlich zu halten. dafür haben ich von meiner gattin schon lob erhalten. vieles teilen wir uns nach präferenz auf-, wobei ich „der mann für’s grobe bin“ – i.d.r. ebenfalls übernehme ich die technischen und handwerklichen belange. bei reinen haushaltsarbeiten bin ich aber froh, dass das meine frau erledigt. alles in allem funktioniert unsere aufteilung sehr gut und keiner hat das gefühl über- oder untervorteilt zu werden. man muss halt einfach sprechen miteinander.

  • Sportpapi sagt:

    Ich gehe auch davon aus, dass es sich meist im Grossen und Ganzen wieder ausgleicht. Und sonst muss es angesprochen und verändert werden. Und vielleicht kann auch eine Aufgabe einfach mal gestrichen werden. Wichtiger scheint mir aber auch, dass auch die Belastbarkeit der Partner berücksichtigt wird. Es kommt meistens nicht gut, einem bereits müden/erschöpften Partner noch vorzurechnen, dass er/sie eigentlich sich mehr engagieren müsste.

    • Michael sagt:

      Coole Hintertür die Sie da einbauen. Wenn der Mann erschöpft von dem täglichen Bürostress nach Hause kommt, kann er sich natürlich nicht mehr an den Hausarbeiten beteiligen…

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Michael

        Warum Hintertüre? Vielleicht ist es ja die Hausfrau, welche ab und an erschöpft ist, weil sie sich den ganzen Tag mit einem zahnendem Baby und dem quengelndem grösserem Geschwister beschäftigt hat und dann der Papi nach einem easy Tag im Büro noch die Küche aufräumt, oder Wäsche aufhängt.

        Mein Mann arbeitet 80 Std und der Hauptteil der Hausarbeit ist an mir. Trotzdem schätze ich es, dass er ab und zu den Tisch abräumt, oder eine schwere Last in den Keller trägt. Bei uns gibt es übrigens nie Diskussionen darüber.

      • marsel sagt:

        @ Tamar von Siebenthal: Würde ich 80 Stunden pro Woche arbeiten hätten wir auch keine Diskussionen, weil wir uns dann gar nicht mehr (in wachem Zustand) begegnen würden.

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