Eigentlich mag ich Kinder …

Es gibt auch Nichtraucher-Beizen oder Grill-Restaurants. Was spricht also gegen kinderlose Cafés? Foto: Chevanon Photography (Pexel)

Es gibt auch Nichtraucher-Beizen oder Grill-Restaurants. Was spricht also gegen kinderlose Cafés? Foto: Chevanon Photography (Pexel)

Kinder sind grossartig. Ausser beim Tête-à-Tête im Edelschuppen. Und eigentlich auch nicht beim Nachmittags-Cappuccino in einem dieser Shabby-Chic-Urban-Feeling-Kafis (viel Holz, wenig Platz). Dort sitze ich gern bei Sonnenschein, Kafi latte und Zigi und tue so, als würde mich das Treiben um mich herum inspirieren für meinen nächsten Artikel oder Blog. Was für einmal tatsächlich funktioniert hat.

Obwohl ich schon jetzt weiss, dass es bei weitem einfacher wäre, diesen Blog nicht zu schreiben (für mich zumindest). Andererseits bin ich hier sozusagen die Ausserirdische vom fernen Planeten «Kinderlos und frei» und werde im Rahmen dieses Aussenseiter-Status meine Meinung jetzt kundtun. Also Achtung: Ab hier wirds hart für alle #nieohnemeinekinder.

Orte, wo jeder weiss, was ihn erwartet

Diesen Sommer entsetzte die Nachricht eines Restaurants unseres deutschen Nachbarn auf der Insel Rügen mindestens die Hälfte der Gesellschaft (mit und ohne Nachwuchs gleichermassen): Keine Kinder unter 14 Jahren ab fünf Uhr abends erwünscht. Ja, und? Find ich gut, dachte ich. Fände ich sogar noch besser, wenn das auch für eine der netten Espresso-Bars im schönen Züri gelten würde. Und bitte bereits ab zwei Uhr nachmittags.

Mit dieser Meinung bin ich bis jetzt vorsichtig hausieren gegangen. Dennoch, ich weiss: Ich bin nicht alleine. Aber trotzdem. Geht nicht! Ausgrenzung! Diskriminierung! Kinderhass! Böse, böse, böse. Aber mal ehrlich: Es gibt Nichtraucher-Beizen (eigentlich nur Nichtraucher-Beizen), es gibt Grill-Restaurants (ohne Vegetarier), es gibt Veganer-Diners (ohne alles), es gibt Gourmet-Tempel (ohne Preislimite) – alles klar zweckdefinierte Orte, wo jeder weiss, was ihn erwartet.

Ein friedliches Nebeneinander

Wieso also kein kinderloses Kafi? Keine besorgte Mutter grämt sich mehr über Zigirauch, der beharrlich Richtung Kinderwagen zieht, keine freischaffende Nicht-Mami stört sich über umkippende Trottis oder Kinder, die den Tisch zum Wackeln, den Cappuccino zum Kippen und den Status auf Level «supergenervt» bringen.

Manchmal sind solche Orte einfach das, was sie vorgeben zu sein. Keine versteckte Diskriminierung, keine vorurteilsbehaftete Ausgrenzung: Eine klare Definition, die Sinn und Zweck regelt und so ein friedliches Nebeneinander ermöglicht. Wie gesagt: Eigentlich mag ich Kinder. Und so gesehen ist Zürich gross genug für uns alle.

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