«Fick dich!»: Wenn das Kind flucht

«Leck mich am Arsch»: Nonverbal gehts auch. Foto: Getty Images

Gerade noch kann ich mich einbremsen. Fast hätte ich zu meinem 12–Jährigen in einem Anflug von Resignation «Ach, fick dich doch» gesagt. Was ist mit mir geschehen? Was ist mit dem Wort geschehen? Als knapp 20-Jährige hätte ich niemals gewagt, das F*-Wort auszusprechen. Heute bin ich 45 und permanent höre oder lese ich «Fick dich» oder «Fuck».

Diese Fluchwörter kommen den heutigen Jugendlichen genauso leicht über die Lippen wie meiner Generation damals «Leck mich am Arsch». Ich kann mir das nur damit erklären, dass das Wort seine ursprüngliche Bedeutung verloren hat. Es steht nicht mehr (nur) für Sex. Es ist eine Ansammlung von Konsonanten mit wenigen Vokalen, die als Fluch ausgerufen Befriedigung verschafft. Gut zum Dampf ablassen. Wie sonst könnte mein Teenager permanent «Fuck» oder «Fick dich» sagen, aber gleichzeitig ausrufen: «Bäh, seid ihr grusig!», wenn mein Mann und ich uns küssen. Oder sich entsetzt umdreht, wenn ich nackt aus der Dusche steige. Für ihn hat «ficken» jeden Bezug zu Sex verloren.

Ja, ich war schockiert

Sprache wandelt sich. Jede Generation braucht ein gutes Sortiment an Wörtern, mit denen es die Erwachsenen brüskieren kann. Das hat auch hervorragend geklappt am Anfang. Als vor einigen Jahren – mein Sohn war gerade mal in der ersten oder zweiten Klasse – die ersten «schlimmen» Wörter auf dem Schulhof fielen, war ich entsetzt. Das heftigste war wohl «Figg dini Mueter im Grab». Ja, ich war schockiert – mein Bub auch. Wie reagieren?

In meiner manchmal völlig weltfremden und naiven Kümmernatur habe ich ihm jeden einzelnen Fluch, jeden Ausdruck genau erklärt und wir sprachen darüber, wie verrückt das wäre, seine eigene Mutter im Grab zu ficken. Der arme Bub! Ich würde das nie wieder machen! Während die anderen Kinder ungeniert weiterfluchten, nichtsahnend, welchen Bullshit sie da von sich gaben, war mein Sohn der einzige, der jedes Wort verstand. Er fühlte sich unendlich gekränkt. Anstatt ihn in dieser Situation zu beschützen, ihn zu stärken, hatte ich ihn den notorischen Schulhof-Bullies ausgeliefert. Nie wieder würde ich so handeln.

Wie wirkt sich der krude Pausenplatzslang auf die Gesellschaft aus?

In dieser Zeit machte ich mir furchtbare Sorgen, dass der krude Pausenplatzslang sich unmittelbar auf den Umgang der Kinder untereinander und in weiterer Folge auch auf unsere Gesellschaft auswirken würde. Ich sah die hart erkämpfte (und noch immer nicht hergestellte) Gleichstellung von Mann und Frau bachab gehen. Frauen würden wieder als Schlampen verunglimpft und zu Sexobjekten reduziert werden. Die Errungenschaften der Schwulen- und Lesbenbewegung würde zunichtegemacht werden, das friedliche Nebeneinander von verschiedenen Nationen wäre gefährdet.

Jetzt, ein paar Jahre später, muss ich sagen, ich habe mich völlig unnötig aufgeregt. Sprache verändert sich. Manche Wörter, aufgrund ihrer Schockwirkung gewählt, werden so inflationär gebraucht, bis sie niemanden mehr empören und sich bisweilen von ihrer ursprünglichen Bedeutung völlig loslösen. Manchmal werden sie auch in ihr Gegenteil verkehrt, was folgende Szene nahe legt, die sich unlängst in einem Zürcher Tram abgespielt hat: Ein paar Teenagerinnen begrüssten ihre zugestiegene Freundin mit den Worten: «Hey Bitch, wie goats?» Dabei fielen sie sich herzlich lachend um den Hals, zückten ihre Smartphones und teilten diesen glücklichen Moment mit den anderen Bitches in ihrem Freundeskreis.

Wie gehen Sie mit Kraftausdrücken ihrer Kinder um? Welche Ausdrücke finden sie besonders stossend?

Lesen Sie zum Thema auch:  Lasst doch Eure Kinder fluchen!, «Joël ist ein Schafseckel!», «Verdammter Mist!»

Dieser Text erschien erstmals im Juni 2017 auf Hanslmayr.com

117 Kommentare zu ««Fick dich!»: Wenn das Kind flucht»

  • Eduard Willareth sagt:

    Ich erinnere mich, dreissig Jahre sind es nun her, dass mein Sohn seiner Mutter, meiner Frau, „AL“ sagte. Die Hand rutschte aus, er weinte kurz und wir hörten nie mehr etwas ähnliches. Es war eine klare, unmissverständliche Botschaft – übrigens das einzige Mal, dass meine Frau handgreiflich wurde.

    • gabi sagt:

      Aha…

      Eigentlich warte ich auf die empörten Stimmen, die erklären möchten, dass Gewalt in jeder Form gegenüber Kindern unzulässig sei.

      Aber wahrscheinlich spielt der Frauenbonus (für Männer scheint´s da ne Art gläserne Decke zu geben) und zudem sind sich selbst die Empörtesten seltsamerweise oft genug einig, dass es lässlich und okay sei, wenn einem „halt mal die Hand ausrutscht.“

      :-))

      • Asouka sagt:

        Versteh ich nicht gabi. Belächelst du nun diejenigen, welche das Schlagen der Kinder ein no go finden oder findest du es blöd, wenn niemand motzt, weil doch eine Frau zugelangt hat? Und wie genau kommst du zu der Annahme, dass die Empörtesten es lässig finden, wenn man zulangt? Das wäre in der Tat seltsam. Als Antwort auf dein Aha: ich empöre mich, ob Mann oder Frau ist natürlich egal – Gewalt an Kindern ist fehl am Platz, Verniedlichungen wie Hand ausrutschen ebenfalls und selbstverständlich würde ich nie ein Kind schlagen, Ohrfeigen, treten – ich finde das weder ok noch lässig. Welch doofe Annahme, dass das ein Coolness-Faktor haben soll!

      • gabi sagt:

        Ich mache mich allgemein gerne über Menschen lustig, die in Absolutismen denken; das ist wohl wahr.

        Und tatsächlich: Bei diesem besonderen Thema sind mir – auch in diesem Blog – wirklich schon einige Menschen begegnet, die einerseits fuchsteufelswild werden konnten, wenn ich eine zu erwartende Ohrfeige nicht einfach nur aus Prinzip als schlimmer erachten konnte, als Eltern, die irgend einen Quatsch von „…Jetzt hat Dich Mama aber nicht mehr lieb!“ oder „… Hast Du Papi aber sehr, sehr traurig gemacht!“ stammeln (obwohl sie meist nicht wissen, wann und wie sie aus dieser Position wieder auf „normal“ schalten können), aber zugleich Verständnis äussern, wenn einem „… halt mal die Hand ausrutuscht.“

        Was dann – aus mir unverständlichem Grund – plötzlich okay sein soll.

      • Asouka sagt:

        Gabi, ich sag ja nicht, dass man Kinder statt dessen kränken soll. Möglicherweise haben wir sogar die gleichen Ansichten, dann liegt mir wohl einfach das sich über andere lustig machen nicht und das mit den Absolutismen verstehe ich auch nicht…
        Meine Kommentare wurden ja etwas verdreht aufgeschaltet – der erste nach dem zweiten. Spielt wohl nicht so eine Rolle…

    • Asouka sagt:

      „Die Hand rutschte aus, er weinte kurz“ – ach wie niedlich!!!! Alles nur ein bisschen und kurz und nicht so schlimm… KINDER SCHLÄGT MAN NICHT!!!
      Ich weiss, ist ein bisschen off topic, aber diese es bizeli Schlagen-Haltung bringt mich einfach so in Rage!!!

  • Büchli Yvonne sagt:

    Niemals, aber wirklich niemals, hat meine Tochter, nun 40, geflucht. Auch heute nicht !

    • Anh Toàn sagt:

      Meine Grossmutter sagte „Nundedie“, irgendwann, schon erwachsen, ging mir durch den Kopf, das ist „nom de dieu“. Sie wusste zumindest, was ich bereits als kleines Kind wusste, dass das fluchen ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Anh Toàn
        das hab ich auf Grosselterngenerationsebene ebenfalls gehört, bloss war mir bis jetzt überhaupt nicht klar woher es kommt (und ich weiss auch nicht ob sie es wussten), jedenfalls merci für die Info!

      • gabi sagt:

        Dann mag ich noch ein ur-baslerisches

        „Nundefahne!“

        beisteuern.

        Dürfe wohl auch daraus abgeleitet sein.

  • gabi sagt:

    Das Problem sind doch nicht Menschen, die hier in diesem Blog mitschreiben (oder auch nur mitschreiben könnten; also mal prinzipiell erfassen, worum´s überhaupt geht).

    Das Problem sind Menschen, die sich selbst von ebendieser, hier gepflegten Vorstellung eines zivilisierten Miteinander abgrenzen.

    Bzw. schlimmer noch (denn selbst ein bewusstes „Abgrenzen“ bedingt noch eine bestimmte Art der Wahrnehmung dessen, von dem man sich abgrenzt): Menschen, die noch nicht einmal das geringste Interesse daran haben, auch nur wahr zu nehmen, auf welcher Umgangsbasis diese Art der Zivilisation überhaupt beruht, die ihnen offenbar attraktiv genug erscheint, um aus Ländern mit tribalen Strukturen und Denkmustern unbedingt hierher kommen zu wollen.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Eigentlich ging es ja gerade um unsere Kinder. Und die von dir beschriebenen Menschen anderer Kulturkreise sind die, die vielfach übertrieben höflich daherkommen.

      • gabi sagt:

        ?

        Das erlebe ich keineswegs so.

        Wobei ich gerne – einmal mehr – bestätigte, dass es NICHT alle sind und dass ALLE, die sich an gesittete Regeln des Umgangs miteinander halten, absolut willkommen sind.

        Umso wichtiger ist es mir, dass ich dies sowohl den Einen, wie den Anderen klar mache und eben NICHT finde: Ja; sind halt alle so… Muss man einfach Verständnis haben.

        Und natürlich geht´s um Kinder. Wo sonst haben diese Kinder, von denen ich spreche, die Selbstverständlichkeit, mit der sie alle Anderen mit übelsten Beleidigungen belegen, die – in ihrem tribalen Vorstellungen – NICHT zu ihnen gehören, wohl her?!

        Um´s mit dem Buchtitel des von mir hochgeschätzten Efgeni Dönmez zu sagen:

        „Nicht die Herkunft zählt, sondern das Verhalten“

  • André Grolimund sagt:

    Nein, die Sprache ist nicht am verrohen, sie ist ja lediglich Symptom

  • Tina sagt:

    „In meiner manchmal völlig weltfremden und naiven Kümmernatur habe ich ihm jeden einzelnen Fluch, jeden Ausdruck genau erklärt“ Ohoh, so wäre ich auch. Ich bin auch immer bemüht, meinen Kleinen die Welt (zu) detailiert zu erklären. Diesen Rat nehme ich gerne an.

    • tina sagt:

      gibts nicht überall ein kind, das allen anderen genau erklärt was was bedeutet? bei uns war das silvia :).
      wir fluchten weiter. wenn man flucht meint man nicht die ursprüngliche wortbedeutung. es gibt also sozusagen 2 sorten beteutung von wörtern.

  • melchior vetter sagt:

    Früher wars ‚geil‘, heut ist es ‚fick‘ und morgen ist es….. who cares?!

  • Hanna sagt:

    ehrlich gesagt: so etwas hätte ich zu meinen Eltern sicher nicht zu sagen gewagt, ganz zu schweigen, dass wir diesen Wortschatz damals noch nicht hatten.
    Nur, ich würde das einem Kind nicht durchlassen, weil so spricht man einfach mit niemandem, egal, wer es ist.
    Auf der anderen Seite ist ein ehrlich gemeinter Kraftausdruck besser als ein heuchlerisches Amen.

  • tststs sagt:

    Darf ich wieder mal die Lehrerin raushängen lassen?
    Bitte unterscheiden zwischen „Flüchen“ und „Beleidigungen“…

    Gopferdammi, ihr huere Dubble, wenn pöggeders ändli!? 😉

  • Thomas Baumann sagt:

    Im Gegenteil: Ich finde es sehr gut, dass Sie Ihrem Sohn die Bedeutung der Fluchwörter erklärt haben. Auch Kinder sollten lernen, dass bestimmte Begriffe sehr verletzend sein können. Nur so können sie einen sorgsamen Umgang mit der Sprache als wichtiges Ausdrucksmittel erlernen.
    Bedenklich finde ich allerdings, dass Sie sich Ihrem 12-jährigen Sohn nackt zeigen. Er steckt in der (Vor-) Pubertät und durch Ihr Verhalten missachten Sie sein Schamgefühl und ein Stück weit seine sexuelle Integrität.

    • tststs sagt:

      „durch Ihr Verhalten missachten Sie sein Schamgefühl“
      Hüstelhüstel, bitte genau sein, Sie meinen wohl eher sein Fremdschämgefühl…
      Und dementsprechend: Der Junge muss sich nicht nackt den Eltern zeigen, aber selbstverständlich dürfen die Eltern nackt sein…

      • Thomas Baumann sagt:

        Falsche Schlussfolgerung! Dem Jungen wird etwas aufgezwungen zu sehen, das er wahrscheinlich gar nicht sehen möchte.

  • Anh Toàn sagt:

    Bei «Figg dini Mueter im Grab» musste ich lachen, weil die meist gebrauchte Beschimpfung in vietnamesisch – wird meistens nur abgekürzt ausgesprochen – beinhaltet die Worte „ficken“ „Mutter“ und „Geist“. (Der Glaube, dass Verstorbene eine Zeit als Geister umgehen, ist in Vietnam weit verbreitet.)

  • 13 sagt:

    Ich bin ehrlich erstaunt über den Beitrag. Man bereut, dem Kind die Wahrheit gesagt zu haben? Das Kind soll besser nicht wissen, was die Flüche bedeuten, weil es sonst gekränkt ist? Ehrlich?
    Manche Sprüche werden so lange gebraucht, bis sie keinen mehr empören? Es ist doch schön, wenn Frauen resp. Mädchen sich gegenseitig mit Bitch ansprechen?
    Entschuldigung, aber schlicht nein. Diskriminierende Sprache (behindert, schwul etc.) geht schlicht nicht. Fluchen kann man, wenn man auch versteht, was man sagt. Meine Kinder fluchen auch, wie ich auch, aber wissen, was da aus ihrem Mund kommt. Und wenn es verletzend ist, dann sollte man es auch lassen. Und wenn meine Töchter zu ihren Freundinnen Bitch sagen, würde ich das Gespräch suchen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      schliesse mich hier an – die Kinder müssen nur schon wissen, was es heisst, damit sie es nicht im unpassendsten Moment sagen
      wie machen kein grosses Drama um Flüche, aber wir sagen „hier nicht“ – etc. – jeder Mensch sollte ein Empfinden dafür bekommen, wann, wie, wo, was angemessen ist.
      Diskriminierende Sprache gegen Minderheiten toleriere ich nicht in meiner Gegenwart. Wenn wir unseren Kindern keinen moralischen Kompass bieten, woran sollen sie sich dann orientieren?
      Im übrigen ist Sprache nie so harmlos wie Menschen meinen. Sie hat einen weit grösseren Einfluss auf uns, als wir meinen.

      Aber klar ist auch: die Bitch und der Motherf…. u.ä. haben eine andere Bedeutung als die Ursprüngliche. Auch das gehört den Kindern erklärt

    • Anh Toàn sagt:

      „Bitch“ finde ich, unter Freundinnen verwendet, nicht schlimm, starke Frauen sind „Bitches“. Ist wie Farbige das N-Wort in seiner übelsten Form (mit gg) als Kompliment verwenden.

      • Anh Toàn sagt:

        In Trainspotting, zumindest der geschriebenen Version, bezeichnen sich die Jungs gegenseitig als „cunts“, die Mädchen sind „Lassies“.

      • tststs sagt:

        Sie wissen aber schon, dass ein Grossteil der Afro-Gemeinde die Verwendung des N-Wortes gar nicht goutiert?
        Beim B- und beim N-Wort versucht eine Minderheit, den Begriff umzudeuten. Die Mehrheit versteht ihn aber dementsprechend immer noch in seiner eigentlichen Bedeutung… und insofern Sprache auch ein wenig demokratisch ist, gehe ich ganz einig mit 13. Wer gewisse Wörter braucht, soll auch wissen, was er damit sagt!

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Wenn zwei dasselbe tun, ist es trotzdem nicht dasselbe. Das gilt explizit für die Verwendung des N-Wortes. Wenn Schwarze untereinander sich so nennen ist das logischerweise eine ganz andere Aussage als wenn ich als Weisser sie so nennen würde.
        Bizarr wird es erst wenn ich als Weisser so von Schwarzen angesprochen werden (auch schon erlebt…) 😉

      • gabi sagt:

        Es muss ja noch nicht einmal per se ein abwertendes Wort sein, mit dem man nicht wünscht angesprochen zu werden.

        Mir geht etwa die Ansprache „Hello, my friend!“, von Wildfremden verwendet, die was von mir wollen, mittlerweile schon ziemlich auf den Wecker. Ähnlich wie „Hallo Chef!“

        Hab ich´s ursprünglich bei einem simplen „I am not your friend; I do not know you at all!“ belassen, zieht es mich inzwischen zusehends zu Entgegnungen à la

        „Hello, my tablespoon!“

        ( erhoffte Antwort: „I am not a tablespoon!“
        – „I am not your friend either!“ )

    • Petra Kaiser sagt:

      Die Wahrheit kann manchmal auch einfach nicht verstanden werden. Und ein 1. Klässler ist mit dem „Grab-Mutter-Fick“ Spruch schlicht überfordert. Manchmal ist es besser in das Sprüche-verstehen später reinzuwachsen. Manchmal ist „verdrängen“ oder „aufschieben“ in der Kindererziehung tatsächlich angebracht.

      • Sebring Malocho sagt:

        N-Wort. So weit sind wir schon,. Schreibt doch einfach, was ihr meint, so entstehen keine Missverständnisse. Alles andere ist einfach lächerlich!

      • 13 sagt:

        @ Sebring
        Sie haben es ja offenbar verstanden. Es gibt daher trotz Verzicht keine Missverständnisse. Wo ist das Problem?

      • Daniel Maier sagt:

        @ 13
        „…Wo ist das Problem?“

        Eine typische, hilflose Frage. Passt genau zur N-Frage. Mein Gott, wie degeneriert. Bald dürfen wir nicht mehr Mann oder Frau sagen. Genderfrei muss es sein. Alien?

      • gabi sagt:

        Öhm…

        „Wo ist das Problem?“ passt übrigens – apropos fluchen und abwerten – auch zum Senf, den ich in diesem Blog dazu gebe:

        „Was-isch-dis-Problem?!“

        …Ist mir eine nur allzu vertraute Frage. Im ganzen deutschen Sprachraum, mittlerweile.

        Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie von jener Art vulgärer Typen gerade in dem Moment abgesondert wird, in welchem ihr Gegenüber sie darauf aufmerksam gemacht hat, was er oder sie tatsächlich für ein Problem hält.

        Könnte – beispielsweise – grad vulgäres Fluchen und Beschimpfen sein.

      • 13 sagt:

        @ gabi
        „Was ist Dein Problem?“ (direkt an jemanden) und zwar proaktiv, anpöbelnd, ohne dass der Andere etwas gesagt hat und „Wo ist das Problem?“ (nicht gegen die Person, das Problem, nicht dein Problem), nachdem ja jemand sich über die Sprache empört hat, ist nicht Gleiche.
        S.M. hat kritisiert, dass das N-Wort als N-Wort bezeichnet und nicht ausgeschrieben wurde. Dies mit der Begründung, dass so Missverständnisse entstehen könnten. Da wir aber alle wissen, von welchem Wort die Rede ist, gibt es m.M.n. auch keine Missverständnisse. Darum die Nachfrage, wo das Problem sei. Ich sehe nämlich keins. Das kann NICHT als vulgäres Fluchen o.ä. interpretiert werden, resp. wäre sehr weit hergeholt und ganz sicher nicht so gemeint.

      • gabi sagt:

        Wäre das N-Wort weltumspannend das Problem, zu dem es in der deutschsprachigen Welt inzwischen hochstilisiert wird, dann würde die UNO wohl kaum Mitglieder akzeptieren können, die sich selber „Nigeria“ oder „Niger“ nennen.

        Die Diskussion über Derartiges hält die Menschen doch nur davon ab, auf Essentielles zu sprechen zu kommen.

        Und nochmal:

        Ich habe „Was-isch-dis-Problem?!“ NICHT mit der Frage hier von 13 gleichgesetzt („Wo ist das Problem“).

        Aber die 13er-Frage hat mich im Zusammenhang mit dem Senf, den ich zum Thema abgegeben habe, daran erinnert.

        Das ist alles.

    • 13 sagt:

      @ Anh
      Nein. Starke Frauen sind stark, sie sind keine Bitches. Bei einem Mann wird Stärke bekanntlich positiv gewertet (natürlich solange wir nicht von Gewalt sprechen), aber ist eine Frau stark, dann wird sie deshalb beleidigt und herabgewürdigt. Eine Frau hat gefälligst nicht aufzumucken, das wird gleich wieder unterbunden, sehen wir ja gerade schön bei der JUSO-Vorsitzender und dem Shitstorm. Daher nein. Meine Kinder (Töchter wie auch Sohn) sollen wissen, woher dass der Ausdruck kommt und warum, dass jemand starke Frauen als Bitches bezeichnet. Wenn sie sich danach immer noch so bezeichnen lassen wollen, dann ist das ihre Entscheidung, auch wenn ich sie nicht billige.
      Mit N*** kann man das nicht vergleichen, das hat einen anderen Hintergrund.

      • Sportpapi sagt:

        Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. Die Umbewertung der „Bitch“ kann man zwar kritisch beurteilen, aber sicherlich muss man diesen Frauen nicht ihre Stärke absprechen.
        Starke Frauen gibt es überall, und sie kommen durchaus auch gut an. Ihre Stärke misst sich aber nicht daran, wie oft und teilweise gar ausfällig sie „aufmucken“.
        Wird den die JUSO-Vorsitzende anders behandlet als ihr Vor-Vorgänger, wenn dieser wieder mal eine Provokation von sich gibt? Beide halte ich für äusserst intelligent und stark genug, den gesuchten Gegenwind auch auszuhalten. Und ja, ganz viele Stammtischbrüder (und Schwestern!) verlieren da jeden Anstand.
        Aber ob es damit etwas zu tun hat, dass eine Frau nicht „aufmucken“ soll? Sehe ich nicht so.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Du hast mich falsch verstanden. Ich spreche doch niemandem seine Stärke ab. Ich kritisiere nur die sehr häufige Reaktion anderer auf diese Stärke. Selbstverständlich nur bei Frauen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nur bei Frauen…
        Ich sehe ja eher, dass Frauen bei Widerstand und persönlichen Angriffen immer meinen, das sei nur auf ihr Geschlecht zurückzuführen. Ich sehe das nicht so. Ausser die Person hat sich zuvor stark über ihr Geschlecht definiert.
        Diesbezüglich ist es ja erstaunlich, wie die gleichen Menschen, die immer wert darauf legen, dass es auf das Geschlecht nicht ankommt, auf der anderen Seite wahnsinnig dafür kämpfen, dass bei Wahlen und Besetzungen nun eine Frau zum Zuge kommt. Nicht weil sie besser ist, sondern weil sie eine Frau ist.
        Und zum Thema zurück: Wenn die JUSO-Präsidentin bewusst mit BH verbrennen provozieren will, und sich damit nach eigenen Worten als radikale Feministin präsentiert, dann wird sie halt nicht als JUSO-Präsi, sondern Frau wahrgenommen.

      • 13 sagt:

        Nun, ich habe noch nie gehört, dass ein starker Mann als Bitch bezeichnet wurde. Auch nicht, dass einem Mann, der auf die Ungerechtigkeit gegenüber den Männern im Zusammenhang mit dem AHV-Alter, Militär oder ähnlichem danach gewünscht wurde, er solle vergewaltigt werden, oder dass Sprüche kämen, wie er sage das nur, weil er hässlich sei, zu wenig Sex bekäme etc.
        Es wird auch selten anerkannt, dass die Hälfte dieser Posten die jeweiligen auch nur bekamen, weil sie Männer sind. Also ja, es ist eine Frage des Geschlechts. Frauenquoten sind weder ein Allheilmittel noch eine langfristige Lösung, sie können aber als Notmassnahmen dort eingesetzt werden, wo Männerquoten traditionell bestehen.

      • gabi sagt:

        … Bzw. als radikale Feministin.

        Ob das im Sinne der JUSO ist, sollten die sich dann wirklich gut überlegen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das „Bitch“ verteilen sich die Frauen ja gegenseitig. Und nicht negativ.
        Und je, leider haben wir eine primitive Gruppe von Menschen, die sich in der Anonymität des Internets völlig daneben äussert. Wobei das offenbar auch rechtsbürgerliche Männer zu spüren bekommen (z.B. in Zusammenhang mit dem Waffenexport).
        Ändert nichts daran, dass letztlich auch eine Frau kritisiert werden darf. Für ihre Handlungen und Aussagen. Gerade wenn sie bewusst provoziert.
        Bei den linken Männern heisst es übrigens ständig, die sollen erst mal richtig arbeiten, bevor sie sich äussern.
        Und die bürgerlichen Männer sind sowieso alle gekaufte Lobbyisten und Verbrecher…

      • Sportpapi sagt:

        „Es wird auch selten anerkannt, dass die Hälfte dieser Posten die jeweiligen auch nur bekamen, weil sie Männer sind.“
        Natürlich wird das nicht anerkannt. Weil es in der Regel nicht stimmt. Schon gar nicht in der Politik. Im Gegenteil.
        Ich habe allerdings auch noch nie einen Mann gesehen, der gewählt werden wollte weil er ein Mann ist. Er hat meist andere Argumente einzubringen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Es geht nicht darum, DASS sie kritisiert wird, das ist kein Problem und gehört zur Politik dazu, sondern darum WIE sie kritisiert wird. Wobei ich sie ja nur als Beispiel genannt habe, es gäbe so viele davon.
        „Bei den linken Männern heisst es übrigens ständig, die sollen erst mal richtig arbeiten, bevor sie sich äussern.
        Und die bürgerlichen Männer sind sowieso alle gekaufte Lobbyisten und Verbrecher…“
        Ja. Zusammengefasst, es wird ihre Fachkompetenz oder Motivation in Frage gestellt. Nicht ihr Aussehen, sexuelle Befriedigung etc. Genau davon spreche ich ja.

      • 13 sagt:

        Der Rest ist Deine Interpretation. Männer müssen sich ja nichts wünschen, was sie ohnehin immer bekommen. Sie wehren sich höchstens dagegen, wenn sie es nicht mehr bekommen. Geschlechterquoten (nicht Frauenquoten!), wie z. Bsp. jedes Geschlecht mind. 2 Bundesratssitze oder 30% der Verwaltungsratsmitglieder etc., würde ja genau heissen, dass Männer die gleichen Chancen hätten wie Frauen. Wer wehrt sich dagegen? Und wieso? Die Aufgabe von Privilegien ist halt oft hart…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn sich 10 Männer bewerben und zwei Frauen, und letztlich von beiden Geschlechtern gleich viele genommen werden, dann haben offensichtlich nicht Männer und Frauen die gleiche Chance.
        Das wäre gleich absurd, wie wenn man zwingend gleich viele junge Männer wie Frauen die Matura bestehen lassen würde, unabhängig von den Schülerzahlen und den Schulleistungen.
        In der Politik dasselbe: Wenn sich gleich viele Frauen interessieren und gleichermassen einsetzen würden, und zur Wahl stellen würden, dann wäre die Frauenvertretung längst an einem anderen Ort. Aber wenn sie nur gewählt werden sollen, weil sie Frauen sind, danach aber überall verkünden, dass es auf das Geschlecht gar nicht ankommt, sie aber natürlich als Frau einen Mehrwert bringen, usw.

    • Aber Hallo sagt:

      Bitch bedeutet (auch) „Hündin“. Was ist daran so schlimm? Man spricht auch von einer „heissen Katze“. Wenn meine Kinder mich fragen, was Bitch heisst, antworte ich eben „Hündin“ – und natürlich kenne ich auch die andere Bedeutung 🙂

      • Leo Schmidli sagt:

        Klingt logisch. Das Hakenkreuz ist ja auch ein Glückssymbol. Ich gehe gleich direkt ein paar mit meinen Kindern malen. Danke für den Hinweis!

      • gabi sagt:

        Aber die Richtung beachten!

        Als Glücksymbol biegen die Haken nach links weg und nicht nach rechts, nicht vergessen!

        Ich selber fahre ja seit der Währungsreform nirgends im deutschsprachigen Raum mehr auf einer Autobahn.

        Das ist mir viel zu heikel.

        Weil….

        „Autobahn“ geht gar nicht!!!

  • gabi sagt:

    Heisse Sommertage habe ich mit meinem Sohn gerade bei „Grosi“ in CH verbracht.

    Die meisten Tage hat er (11) im nahen Bad verbracht. Oft alleine, um im Wasser, auf der Rutsche oder auf der Wiese zu spielen.

    Ich freue mich über seine Selbständigkeit, aber einige Anekdoten, die er mir erzählte, waren verstörend.

    Bsp. Mannschaftswählen von Buben, bei denen er bat mit“schutten“ zu dürfen:

    Ein ca. 13-Jähriger (ja: mit mslm. Migrationshintergrund ), der jeden Mitspieler, den er auswählte, indem er auf ihn zeigte, mit Wörtern belegte wie: „Muschi!“, „Opfer!“, „Penis!“ (wieso eigentlich nicht „Schwanz“?), „Asrchloch!“, etc., etc. …

    Und alle nahmen´s hin.

    Es geht nicht um eine „fluchfreie“ Welt. Es geht permanente Abwertung, die Taten folgen lassen wird.

    • BeDa sagt:

      Was hat das mit dem mslm. Migrationshintergrund zu tun? Macht es das schlimmer? Oder weniger schlimm?

      • gabi sagt:

        Was hat das mit der Altersangabe zu tun, dass er 13 gewesen sein soll? Warum nicht 12? Warum nicht 11?

        Macht es das schlimmer? Macht es das weniger schlimm?

        Warum ist die Angabe wichtig, dass es ein Junge war?

        Macht es das schlimmer? Macht es das weniger schlimm?

        Wir machen uns Bilder und wir vergleichen die Bilder, die wir bereits gespeichert haben.

        Ja: In meinem Fall bekenne ich mich dazu, dass mir auffällt, dass Kinder – insbesondere Söhne – mit ebendiesem Hintergrund einen ganz besonders ausgeprägten Hang zur Abwertung Anderer aufweisen.

        Ein Umstand, der übrigens nicht nur mir auffällt und der auch hier – fern der Schweiz – auffällt, wo ich vom „Problemfall“ im Hort meines Sohnes grad erfahre, dass er, aus ebensolchen Gründen, der Schule verwiesen wird.

      • Anh Toàn sagt:

        @gabi: Aus der Altersangabe lässt sich schliessen, wie vernünftig etc. ein Kind / Teenager etwa ist. Es lassen sich Schlüsse ziehen, wie er so ist. Wenn Sie finden, dies sei vergleichbar mit muslimischem Migrationshintergrund, zeigen Sie, wes Geistes Kind Sie sind.

      • gabi sagt:

        Aber, aber, Antoinne:

        Gleichen Sie Ihre Vorstellungen, wie vernünftig ein Kind mit 13 zu sein hat, denn etwa NICHT mit ihren bisherigen Eindrücken von 13-Jährigen ab?

        Was wollen Sie mir also GENAU vorwerfen, wenn mir Parallelen zu den bisherigen Erfahrungen meines Sohnes mit dem Verhalten anderer Jungs (man beachte: nicht „Kinder“; nicht „Mädchen!) mit mslm. Hintergrund auffallen?

        … Und das, wo grad mein Junge in seiner Schule ganz bewusst (aufgrund seiner integrativen Fähigkeiten) von seiner Lehrerin neben den syrischen Flüchtlingsjungen gesetzt wurde, der vor drei Jahren in die Klasse kam (und mit dem er sich befreundete).

        Sagen Sie mir doch am Besten, wes geistiges Kind ich bin, wenn ich die Augen vor gewissen Mustern nicht verschliessen mag!

      • tststs sagt:

        Mich würde viel eher interessieren, woran man den MSLM. Migrationshintergrund erkennt?
        Am Bart?

        Und btw irgendwie habe ich so das Gefühl, dieser Junge wollte eher die umstehenden Erwachsenen provozieren, denn seine Mitspieler beleidigen 😉 (

      • gabi sagt:

        Schön, was man alles so zu wissen können glaubt, abseits des tatsächlich Erlebten dessen, der es schilderte.

        Welche umstehenden Erwachsenen denn?

        Zum Hintergrund:

        Nun ja… Der Vorname „Ahmet“ würde ich zumindest mal als starkes Indiz gelten lassen. Wenn er sich dann noch mit Anderen derselben Haarfarbe auf türkisch zu unterhalten scheint, dann ist es recht unwahrscheinlich, dass es sich um einen Mormonen oder Buddhisten handelt.

        Also gerne ausgedeutscht:

        Wenn sich einem als Vater, nach Jahren des Kindergartens und der Grundschule, aus persönlicher Erfahrung im direkten Umfeld des eignen Kindes (und nicht aus kolportierten Gerüchten), ein bestimmtes Bild zusammensetzt…

        Warum sollte man sich dessen nicht bewusst werden und darüber austauschen dürfen?!

  • Lena Like sagt:

    Ich war ehrlichst perplex, als ich bei Jugendlichen welche über eine unangenehmen/schlimme Angelegenheit gesprochen haben den Ausdruck „Das isch ja voll AIDS, Altä!“ gehört habe.

    Ansonsten nehme ich die Jugensprache mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Zudem gestehe ich, dass ich mir gewisse Ausdrücke aus meiner Jugenzeit bis heute nicht abgewöhnen konnte – „huere blöd – oder?“.

  • gabriella sagt:

    Ich habe drei Kinder (alle schon Erwachsen und eigene Kinder).
    In unserer Familie sind wir uns immer mit Respekt begegnet und Schlötterli und solche Fluchwörter, die buchstäblich unter der Gürtellinie sind gab es weder unter den Kindern, den Eltern und Kinder mit Eltern, nie und nimmer.
    Von meinen Enkeln höre ich auch nie solche Wörter.
    Hätte eines meiner Kinder mir „fick dich ins Knie“ gesagt, hätte das sehr ernsthafte Konsequenzen und sehr lange Diskussionen gegeben.
    Wir haben unsere Kinder respektiert und uns auch gegenseitig als Ehepaar.
    Nie hätten wir solche niederträchtigen Ausdrücke verwendet.
    Scheinbar ist das heute anders.

  • Niklas Meier sagt:

    Wie geht man damit um?
    Scheiss‘ drauf.

  • Eveline sagt:

    Solange die Schimpfwörter nicht für andere als den Beschimpften abwertend sind (Rassistisch, „Behindert“, „Schwul“) alles nur halb so wild…
    Das Problem ist, dass man diese Wörter fast nicht mehr raus bringt. Als ich klein war waren „behindert“ und „schwul“ sehr in Mode und ich erwische mich heute noch dabei, so zu fluchen…

    Schöner Artikel! 🙂

    • Gerhard Engler sagt:

      Mein 14jähriger Sohn fand es auch „so schwul“ wenn ein Mann und eine Frau sich küssen (z.B. seine Eltern).

  • Cybot sagt:

    Ach, was hatten wir früher alles für schlimme Wörter: Gstabi, Tamil, Schwuchtel, Mongo – und natürlich auch keine Ahnung, warum die alle bedeuteten. Aber auch wir Erwachsenen sagen doch dauernd Wörter wie Scheisse oder Fuck ohne darüber nachzudenken – erst mit Kindern merkt man, wie oft man manches sagt. Was ich aber absolut nicht haben kann, ist Motherfucker bzw. die deutschen Entsprechungen. Letztlich ist es aber wohl dennoch das einzige Richtige, den Kindern die Bedeutung zu erklären – das heisst nicht unbedingt, dass sie es dann nicht mehr sagen, aber zumindest hilft das schlechte Gewissen vielleicht beim Abgewöhnen. Als ich nämlich erst einmal verstanden hatte, was ein Tamil ist, wusste ich gar nicht mehr, warum das ein Schimpfwort sein sollte.

    • Lichtblau sagt:

      Tamil? Vielleicht hat sich das aus dem urschweizerischen ‚tammi‘ (Gott verdamme mich) ergeben. Schräg, hab ich noch nie gehört.

      • tina sagt:

        ???? das ist jetzt aber nicht dein ernst lichtblau, oder?
        tamile ist man wenn man aus sri lanka kommt. zum „fluch“ wurde das wort als sehr viele tamilen in die schweiz kamen und hier hauptsächlich als küchenhilfe arbeit bekamen. der fluch bestand also in der einstufung als handlanger, sozusagen.

  • Jo Mooth sagt:

    Fluchen gehört zur Sprache, deshalb sollen auch Kinder das frei von sich geben und Reaktionen darauf einschätzen können. Nur so lernen sie Kommunikation.

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Bei uns gilt auch die Regel, dass nur Flüche verwendet werden dürfen, die auch verstanden werden. Damit endet es dann meistens auch, zumindest zu Hause.
    „aber gleichzeitig ausrufen: «Bäh, seid ihr grusig!», wenn mein Mann und ich uns küssen. Oder sich entsetzt umdreht, wenn ich nackt aus der Dusche steige.“ Ehrlich gesagt: Darüber würde ich mir nun viel mehr Sorgen machen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      das ging mir auch durch den Kopf…
      in der heutigen Zeit sollten 12 jährige nicht mehr solche Aversionen haben

      • Sportpapi sagt:

        Leider ist es wohl gerade in der heutigen Zeit immer mehr. Anerzogene Scham, unnötig und behindernd. Und leider ist es ja so, dass solche Leute ja immer auch andere beeinflussen und mitziehen.

      • 13 sagt:

        Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es anerzogene Scham ist. Es ist doch eher eine normale Entwicklung, eine Ablösung von der Elterngeneration. Der Gedanke an körperliche Zuneigung ist nicht mehr „das ist etwas, was die Grossen tun“, sondern bekommt in der eigenen Generation eine Bedeutung und da passen dann die küssenden Eltern nicht mehr rein. So nach dem Motto: „Das gehört jetzt uns, jetzt sind wir dran!“. Jeder von uns war doch mal in dem Alter, wo uns der Gedanke daran, dass unsere Eltern Sex haben könnten, schüttelte. Normal ist eigentlich, dass das kommt und wieder geht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nein, in dem Alter war ich nie. Hat mich irgendwie nicht interessiert. Und natürlich (ja, ganz natürlich) habe ich sie immer mal nackt gesehen. Nacktheit und Sex ist nun mal nicht das gleiche. Und auch ein Kurs ist erst mal ganz harmlos.
        Ich habe wirklich das Gefühl, bezüglich Umgang mit Nacktheit und Scham sind wir plötzlich wieder um Jahrzehnte zurück geworfen.

      • gabi sagt:

        Dem ist definitiv so.

        In jedem Schwimmclub zu sehen, wo sich verschämte Kinder gleichen Geschlechts (bei dem Mädchen offenbar auch, wie mir Trainerinnen berichten) verschämt Schaum zwischen Badekleid und Haut reiben, anstatt Nacktheit als etwas natürliches zu betrachten.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Teenager sind ja für ihre abstrakte und differenzierte Sichtweise bekannt 😀 ICH denke gleich wie Du bei einem Kuss oder der Anblick einer nackten Person weder bäääh noch an Sex. Aber ich bin auch nicht 15 Jahre alt!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Aber du warst mal 15.
        In dieser Zeit war ich definitiv nicht so. Und das lag auch, vor allem, an der Erziehung und dem Vorleben der Eltern.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Da muss ich echt laut rauslachen. Glaube mir, mein Elternhaus war wirklich sehr liberal. Von antrainierter Scham gab es da echt gar nichts. Im Gegenteil hätte ich mir öfters eine geschlossene Schlafzimmertüre und ähnliches gewünscht… Daran lagen die Gefühle, die kamen und auch irgendwann wieder teilweise gingen, ganz bestimmt nicht. Aber ich finde es trotzdem nicht komisch, dass ich irgendwann den Wunsch verspürte, die Badezimmertüre abzuschliessen oder mich in meinem Zimmer umzuziehen. Heute ist es mir übrigens egal, wenn meine Eltern reinkommen. Und auch meine Kinder dürfen mich nackt sehen, das ist kein Thema. Sollte es sie aber irgendwann stören, werde ich sicher nicht denken, ich hätte etwas falsch gemacht…

    • Lichtblau sagt:

      Mehr Scham gegenüber früher? Bei den Mädchen gilt dies auf jeden Fall in Sachen „Nippel“. Während unsere BHS damals ein federleichter Hauch von Nichts waren, sind es heute die reinsten Panzer, üppig gepolstert und raumgreifend. Sich evtl. mal abzeichnende Brustwarzen sind offenbar ein No-Go. Seltsam.

  • Nina sagt:

    Eine Grenze ist wichtig. Mein Kind wird nie sehen, wie ich nackt aus der Dusche steige. Nicht aus Scham, sondern weil Privates auch so bleiben sollte.

    Wer fotografiert überhaupt ein Kind so wie auf dem Bild? Was sagte der Fotograf dem 3j. Mädchen? Schau böse und wütend, mach die Faust und strecke gerade diesen Finger in die Höhe? Lächerlich und beschämend.

    • Martin Frey sagt:

      @Nina
      „Eine Grenze ist wichtig. Mein Kind wird nie sehen, wie ich nackt aus der Dusche steige.“

      Weshalb, wenn ich fragen darf? Wenn nicht aus Scham, weshalb denn sonst? Was gibt es denn privateres, als der Rahmen ‚en famille‘? Und wie soll ein Kind einen einigermassen ungezwungenen Umgang mit Körperlichkeit erlernen, wenn nicht zuhause?
      Oder anders gefragt, ist Ihnen das Internet/der Priester/Sportlehrer/Pfadiführer/ältere Schüler lieber?

    • Cybot sagt:

      Ihre Kinder zu prüden, verklemmten Menschen zu erziehen, ist natürlich Ihr gutes Recht. Was das mit dem Thema des Artikels hat zu tun, ist mir aber schleierhaft.

    • Ramona sagt:

      Darum zahle ich auch nicht gerne zu viele Steuern. Geldangelegenheiten sind auch Privatsache. Weil der empfindlichste Körperteil in CH, ist das Portemonnaie …

    • Kathy sagt:

      Spannend, für mich ist Duschen oder auf dem Klo sitzen ohne Zuschauer momentan Luxus. Anders wäre es einfach zu unsicher. Für mich ist das auch privat, aber da gehören die Kinder dazu. Ich wickle und pflege sie ja, da dürfen sie meinen Mann und mich auch sehen.

    • Maike sagt:

      Nina – und wie ist es umgekehrt ? Mit Ihren Massstäben gemessen, verletzten Sie die Privatspähre Ihres Kindes doch andauernd, wenn sie es nackt sehen.

      • gabi sagt:

        Scheint also irgendwas mit einer Art gesellschaftlichem Konsens zu tun zu haben. Oder?

        Verletze ich als Polizist die Privatsphäre einer Frau, die darauf beharrt vollverschleiert rum laufen zu dürfen, nicht auch, wenn ich sie auffordere, ihr , nacktes, Gesicht zu zeigen?

        Hat also mit einem Regelkonsens zu tun.

        Wir müssen daher einen gemeinsamen Nenner finden.

        Denn bloss die simple Erkenntnis, dass die Privatsphäre individuell definiert werden kann, ist ja noch kein Konsens.

        Wer daran zweifelt, wie wichtig ein Gesellschaftsidee ist, die NICHT Verklemmtheit zum Mass aller Dinge erhebt, kann gerne mal diese ORF-Sendung von gestern gucken:

        tvthek.orf.at/profile/Weltjournal/5298609/WELTjournal-Mann-gegen-Frau-Lieben-und-Leiden-auf-Aegyptisch/13986664

  • Röschu sagt:

    Diese Mischung aus Verrohung der Sprache und immer schlechter werdendem Sprachverständnis der Kinder/Jugendlichen ist mir auch schon aufgefallen. Es fängt beim Nicht-Verstehen der eigenen Flüche an und zieht sich dann durch bis zu teilweise katastrophalen Sprach- und Schriftkenntnissen als junge Erwachsene. Es kann doch z.B. einfach nicht sein, dass Jugendliche nach 9 Jahren schulischem Deutschunterricht als Lernende keinen fehlerfreien Brief schreiben können.

    • Susanne sagt:

      Als hätten wir vor 30 Jahren den Begriff Gopfertami verstanden… Das Nicht-Verstehen der eigenen Flüche ist doch so alt wie die Sprache selbst.

      • tina sagt:

        gibts nicht immer dieses kind, das allen erklärt was die wörter bedeuten? aber wenn man diese begriffe austeilt, meint man doch nie die wortbedeutung.
        ich finde ja all die haltungen gut, ich finds auch wichtig statements abzugeben, aber beim fluchen muss man die leute nun wirklich nicht so genau beim wort nehmen

  • Karl-Heinz sagt:

    Ein Kind gibt wieder, was es von seiner Umgebung hört.

  • Martin Frey sagt:

    Am schlimmsten aus meiner Sicht ist der Begriff „behindert“, das wird bei uns nicht akzeptiert, und zwar so, dass der Nachwuchs versteht, weshalb das so ist. Überhaupt trennen wir situativ im Bewusstsein, dass es verschiedene Situationen und Orte wie auch ein Leben zuhause, in der Schule und auf der Strasse gibt. Bei uns gelten unsere Regeln, und auf der Strasse andere. Damit fahren wir relativ gut. Denn der Anspruch ist nicht ein fluchfreies, politisch überkorrektes Leben, sondern ein Bewusstsein für situative do‘s und don‘ts. Und dafür ist es schon ein Stück weit unabdingbar, dass man versteht wovon man spricht. Aber eben ohne in eine messianische P.C zu verfallen, etwas Selbstreflexion reicht da vollauf.

    • Ramona sagt:

      Das kann ich voll unterschreiben. Auch ich wurde zu (situativem) Anstand erzogen. Das braucht etwas praktische Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Mitmenschen. Deshalb erlaubte ich mir auch einen alten Spruch von der Strasse, eben zur sog. Seelenhygiene. Goethe benutzte den ‚Götz von Berlichingen“. Man weiss, was er damit meinte. Bei Mani Matter sind Schimpfwörter ‚Glückssache’ …

    • Punix sagt:

      Kann ich absolut nachvollziehen! Bei uns war gerade „schwul“ als Beleidigung Ende 2. Klasse in Mode. Da fühlte ich mich genötigt, umfangreiche Erklärungen abzugeben, warum ich das als Beleidigung nicht akzeptiere.

    • Reincarnation of XY sagt:

      MF TOP – genau so

    • 13 sagt:

      Ich bin völlig einverstanden, was die situative Wertung eines Begriffs anbelangt. Bereits zu Hause bestehen zwischen dem Kinderzimmer und dem Familientisch gewisse Unterschiede. Bei uns gilt seit eh und je die Regel „keine Fäkalsprache beim Essen!“. Was ich aber nicht verstehe ist, warum das Wort „behindert“ schlimmer sein sollte als andere diskriminierende, z. Bsp. rassistische, Ausdrücke.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Schwierig zu erklären: Für mich sind jegliche diskriminierende Ausdrücke an sich ein no-go. Unser Nachwuchs weiss das. Trotzdem mache ich aus meiner ganz persönlichen Warte nochmals einen Unterschied bei Behinderten, genauso wie ich Delikte gegenüber Behinderten noch verabscheuungswürdiger betrachte als Delikte gegenüber Nicht-Behinderten. Was das zweite keinesfalls banalisieren sollte.
        Behinderte sind durchwegs schutzlos und Uebergriffen jeglicher Art ausgeliefert. Andere Opfer von Schmähungen oder Diskriminierung nicht zwingend, diese sind ab und an auch keine Kinder von Traurigkeit. Daher differenziere ich manchmal (!) hier etwas.
        Anders formuliert: wenn mein Nachwuchs mit A… tituliert wird, darf er von mir aus mit derselben Münze heimzahlen. Gesetz der Strasse halt.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Danke für die Antwort, auch wenn ich die Meinung nicht teile. Aber wie Sie geschrieben haben, es ist eine höchst persönliche Warte. A… ist kaum ein Thema. Dass aber Behinderte durchwegs schutzlos Übergriffen ausgeliefert sind, aber andere diskriminierte Personengruppen (Homosexuelle, Transmenschen, Flüchtlinge um nur ein paar Beispiele zu nennen, es gäbe noch viel mehr) sich eher wehren können, halte ich persönlich für eine sehr gewagte These und etwas naiv. Ableismus ist klar zu verurteilen, aber ob er schlimmer oder weniger schlimm gegenüber anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus etc. ist, kann eigentlich nicht gewertet werden. Das schlimmste Wort empfinde ich daher klar „Opfer“, denn das verunmöglicht die Abwehr.

      • Sportpapi sagt:

        „Das schlimmste Wort empfinde ich daher klar „Opfer“, denn das verunmöglicht die Abwehr.“
        Wenn sich das „Opfer“ wehrt, ist die Beleidigung eigentlich bereits vom Tisch…

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Sehen Sie, bei Ihnen ist es „Opfer“. Wohl jede Person hat so eigene persönliche „Präferenzen“ um es mal so zu formulieren. Opfer, da pflichte ich Ihnen bei, ist ebenfalls ganz schlimm, und v.a. auch eine Kampfansage, aber für mich ein klassischer Bullybegriff. Nicht-Bullies werden den kaum je verwenden.
        „Ableismus ist klar zu verurteilen, aber ob er schlimmer oder weniger schlimm gegenüber anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus etc. ist, kann eigentlich nicht gewertet werden.“
        Sehen Sie, zu so einer Wertungsskala wollte ich eigentlich gar nicht hin, aber Sie haben mich gefragt. Daher nochmals ein Versuch: Alle pauschal diskriminierenden Begriffe sind für mich no-gos. Bei jeder pauschal diskriminierenden Bemerkung meines Nachwuchses gäbe es eine Reaktion.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        /2 Selber habe ich einfach noch nie Behinderte gesehen die ohne Grund gegen andere austeilen, im Ggs. zu den anderen Gruppen. Oder um das zu präzisieren: wenn zb. ein Farbiger oder Muslim oder Homosexueller oder sonst jemand mit Minoritätsanspruch gegenüber meinem Nachwuchs massiv beleidigend würde (rein hypothetisch, aber kann es ja geben) dann würde ich es zwar nicht gut finden, auf demselben Niveau zurückzugeben. Aber ich könnte es verstehen, denn es wäre menschlich. Und verstehen ist nicht dasselbe wie gutheissen.
        Mein wahrscheinlich nicht so geglückter Versuch zur Differenzierung gilt explizit nur für solche Fälle, nicht generell.

      • tina sagt:

        behinderte als durchwegs schutzlos und ausgeliefert zu benennen ist eigentlich eine abwertung MF. denk mal darüber nach oder sprich mal mit den leuten. im ernst, das ist extrem abwertend und beleidigend. ausserdem braucht man auch mit behinderung kein kind von traurigkeit zu sein, und das ist ja wohl nun nichts schlechtes

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Es gibt einen Minoritätsanspruch?
        Persönlich finde ich eher, man sollte mit den Eiertänzen aufhören, und mit der Angst man könne praktisch mit jedem falschen Wort irgendeine Gruppe beleidigen oder gar diskriminieren.
        „Behinderte sind durchwegs schutzlos und Übergriffen jeglicher Art ausgeliefert.“ Warum sollten sie? Das ist per se schon eine Abwertung, ein nicht ernst nehmen.
        Ähnlich argumentiert man, wenn bei bei Frauen immer ein Machtdefizit annimmt und damit zeigt, dass sie besonders geschützt werden sollten – weil sie ja so hilflos sind. Siehe dazu auch die aktuelle Diskussion um Gewalt gegen Frauen.

      • tina sagt:

        MF, das finde ich nun echt haarsträubend. du denkst tatsächlich, nur weil jemand zu einer benachteiligten minderheit gehört, sei er irgendwie gar nicht im stande oder fast nicht, selber andere zu beleidigen? hust….
        ist dir klar, dass genau das das problem ist von jüngeren menschen, die nicht in einer so privilegierten schicht leben wie du es offenbar tust? diese heiligsprechung. woher kommt diese komplett unrealistische träumerhaltung? das sind imfall ganz normale menschen. hast du noch nie von nahem kennengelernt offenbar

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „„Behinderte sind durchwegs schutzlos und Übergriffen jeglicher Art ausgeliefert.“ Warum sollten sie? Das ist per se schon eine Abwertung, ein nicht ernst nehmen.“
        Nein, das ist ein Fakt. Nehmen Sie einen Rollstuhlfahren, nehmen Sie jemanden mit Trisomie, um nur zwei Beispiele zu erwähnen. Natürlich sind das trotz ihrer Behinderung letztendlich Menschen wie andere auch, mit Schwächen und Stärken. Aber trotzdem sind sie quasi definitionsgemäss mit einem gewissen Mass an Hilfebedürftigkeit ausgestattet. Frauen sind das nicht, und Frauen sind auch nicht per se Opfer. Der Vergleich hinkt völlig.
        Und ja, selbstverständlich gibt es so etwas wie einen „Minoritätsanspruch“, was ein bisschen sarkastisch tönen mag. Aber auch das stellt ein Stück weit die Realität dar.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich kenne einige Behinderte, Spitzensportler, die sind in keiner Art und Weise hilfsbedürftig. Und auch die Rollstuhlfahrer sind es nur in bestimmten Bereichen.
        Kein Grund, sie deshalb als Kategorie Behinderte pauschal irgendwie in Schutz zu nehmen. Gerade weil diese Kategorie so breit ist.
        Wobei: Korrekterweise darf man heute ja auch nicht mehr von Behinderten sprechen…

      • tina sagt:

        was das mit diesem „kein kind von traurigkeit“ soll, ist mir auch schleierhaft. ich finde das eine hochgradig problematische haltung MF und ich glaube nicht, dass du den menschen einen gefallen tust damit. ich bitte dich echt, mal mit behinderten darüber zu sprechen.

    • Sportpapi sagt:

      Bei „behindert“ oder „asozial“ etc. hat die Beschimpfung aber meist, zumindest bei meinen Söhnen, einen gewissen Hintergrund.
      Es ist nicht in erster Linie eine Abwertung von wirklich Behinderten.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Es ist nicht in erster Linie eine Abwertung von wirklich Behinderten.“
        „Behindert“ ist immer eine Abwertung von wirklich Behinderten, zumindest implizit, denn sonst würde der Begriff nicht in einem pejorativen Kontext verwendet. Hintergrund hin oder her, da gibt es wenig schönzureden.
        Ganz im Gegensatz zu asozial, das ist eine ganz andere Kategorie und wird zumeist deskriptiv für ein spezifisches (eben asoziales) Verhalten verwendet.
        „Asozial“ wäre für mich streng genommen nicht mal ein Schimpfwort.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: so gesehen ist „behindert“ für mich eigentlich auch kein Schimpfwort. Sondern nur die Beschreibung einer offensichtlichen Beeinträchtigung…

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Behindert“ wäre an sich kein Schimpfwort, wird es aber durch den Kontext und die Verwendung, und zwar aufs gröbste. Wie andere Begriffe auch, klassisches Beispiel „Neger“.
        Ich bin überzeugt, dass ich das Ihnen als Lehrer an sich nicht noch näher erläutern muss. Auch wenn offenbar Ihre Jungs ab und zu dazu greifen….

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich „als Lehrer“ kann durchaus selber denken, und muss nicht Ihre Kategorien übernehmen.
        Und es bleibt dabei: Ich bin nicht gleicher Meinung.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Und es bleibt dabei: Ich bin nicht gleicher Meinung.“
        Schon klar, geht es hier ja auch um Ihre Jungs. 😉
        Aber wir können gerne eine kleine MB-Umfrage starten, wer wie ich den Begriff „behindert“ als Kraftausdruck auf andere angewendet als Schimpfwort betrachtet.
        Oder wie Sie als offenbar akzeptabel da (Zitat) rein beschreibend.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Schon klar, geht es hier ja auch um Ihre Jungs. “ Das ist jetzt ziemlich billig!
        Und ansonsten am Thema vorbei. Natürlich ist ein Schimpfwort ein Schimpfwort! Die Frage ist, ob damit jemand diskriminiert oder abgewertet wird.

  • Ramona sagt:

    „Ach, fick dich doch ins Knie“; das ist schon uralt. Und damit wäre meine Seelenhygiene wieder im Lot, – und das Thema für mich abgehandelt.

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