«Wir sind verantwortlich für diese Kinder»

«Wie sehr muss sich eine Mutter um ihr Kind sorgen, dass sie es allein auf diese Reise schickt?»: Flüchtlingskind an der serbischen Grenze. Foto: Antonio Bronic (Reuters)

Weltweit sind derzeit über 68 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als je zuvor. Über die Hälfte davon sind Kinder. Im wirtschaftlich schwachen Nicht-EU-Land Serbien sind derzeit 3500 bis 4000 Menschen offiziell in Lagern registriert, die Dunkelziffer ist aber weit höher. Zahlen zu unbegleiteten Minderjährigen gibt es nicht, aber Amnesty International schätzt, dass sich ihre Zahl seit 2010 weltweit verfünffacht hat.

Vanja Crnojević (38) ist Geschäftsführerin und Gründerin der Schweizer Flüchtlingshilfeorganisation Borderfree Association mit Sitz in Zürich. Das Projekt «House of Rescue», das sich um diese unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kümmert, ist eine besondere Herzensangelegenheit von Crnojević. Sie ist selbst mit 12 Jahren aus Bosnien in die Schweiz geflüchtet und weiss, was es heisst, die Heimat zu verlieren. Heute hat sie einen 13-jährigen Sohn und engagiert sich seit 2015 mit Leib und Seele für Menschen auf der Flucht, hauptsächlich in Serbien.

Vanja Crnojević. Foto: PD

Sie haben 2015 Ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt und engagieren sich seither intensiv für Flüchtlinge. Nun arbeiten Sie mit Ihrer Organisation unter Hochdruck an einem Kinderhaus für unbegleitete Minderjährige in Serbien. Wie ist es dazu gekommen?
Als ich vor drei Jahren anfing, ist mir vorerst nicht aufgefallen, wie viele unbegleitete Minderjährige auf der Flucht sind. Es waren ja so viele Menschen gleichzeitig unterwegs. Dann hatte ich ein Schlüsselerlebnis: Während der katastrophalen Kältewelle Anfang 2017 verteilten wir am alten Belgrader Bahnhof Schlafsäcke an die Menschen, die dort Schutz suchten. Als alle Säcke vergeben waren, tauchten zwei Kinder in dünnen Jacken auf und flehten uns an, ihnen auch einen zu geben. Es war minus zwanzig Grad kalt – und wir hatten nichts, um ihnen zu helfen. Als wir am nächsten Tag mit neuen Schlafsäcken zurückkamen, waren die Kinder weg, und ich habe sie nie wieder gesehen. Damals ist mir das erste Mal wirklich bewusst geworden, dass Minderjährige allein auf der Flucht sind. Ohne Schutz und Unterstützung. Viele dieser Kinder haben keine Eltern mehr, andere wurden von ihren verzweifelten Müttern losgeschickt. Die Vorstellung, wie sehr sich eine Mutter um ihr Kind sorgen muss, dass sie es lieber auf diese gefährliche Reise ins Ungewisse schickt, als es bei sich zu haben, halte ich noch heute kaum aus.

Und wie kam es zum konkreten Schritt, jetzt gemeinsam mit der serbischen Regierung dieses Haus für besonders traumatisierte Kinder einzurichten?
Da ich sehr viel in Flüchtlingscamps tätig bin, bekomme ich von nahem mit, was mit diesen Kindern geschieht. Und das ist oft unsäglich. Es gibt viele Kinder zwischen 7 und 15 Jahren, die nicht nur niemanden mehr haben, sondern regelmässig vergewaltigt und ausgebeutet werden – ohne dass es nennenswerte Hilfe für sie gäbe. Serbien hat ja selbst kaum Geld, und die Unterstützung aus der EU und der Schweiz ist sehr mager. Da muss einfach etwas geschehen. Deshalb haben wir nun eine Kampagne am Laufen, um ein Haus kaufen zu können.

Sie haben mit vielen Kindern und Jugendlichen gesprochen. Sie alle wünschen sich einen Ort der Sicherheit. Warum können die Flüchtlingscamps das nicht bieten?
Ich kann das am besten anhand eines Beispiels erzählen. Ein 13-jähriger Junge war dieses Jahr allein in einem Lager in der Nähe von Belgrad. Dort wurde er mehrfach vergewaltigt und hat das gemeldet. Da die Ressourcen fehlten, ihm zu helfen, wurde er in ein anderes Lager verlegt, wo er ebenfalls vergewaltigt wurde. In seiner Not versuchte der Junge, sich das Leben zu nehmen. Erst jetzt wurde er wirklich ernst genommen. Und er ist bei weitem kein Einzelfall. In den Camps fehlt es einfach an Zeit und Geld, um diese Kinder so zu schützen, wie es dringend nötig wäre.

Wie wird dieses House of Rescue aussehen?
Da gibt es strenge Auflagen von der Regierung beispielsweise darüber, wie viel Platz pro Kind zur Verfügung stehen muss und dass es in der Nähe einer öffentlichen Schule ist. In diesem ersten Haus können vorerst mal 15 Kinder aufgenommen und therapeutisch intensiv begleitet werden. Das wird von speziell ausgebildeten Fachkräften aus Serbien übernommen. Langfristig sind aber mehrere solche Häuser geplant. Nur so können möglichst viele Kinder von der Strasse und aus den für sie gefährlichen Lagern geholt werden. Praktisch alle sind schwer traumatisiert. Ich bin daher froh, muss ich nicht selbst entscheiden, welche Kinder einen Platz bekommen. Als Mutter möchte man ja am liebsten jedes Kind schützen.

Wie sieht die Zukunft dieser Kinder aus?
Die Hoffnung ist, für möglichst viele von ihnen Pflegefamilien in Serbien zu finden. Daher lernen sie nebst Englisch auch Serbisch und gehen in Serbien zur Schule.

Was können wir hier tun?
Wir sind auf jeden noch so kleinen Betrag angewiesen, um dieses wichtige Projekt zu realisieren. Diese Kinder werden ja kaum je in die EU oder in die Schweiz kommen. Dennoch sind wir alle mitverantwortlich für sie. Ich hoffe so sehr, dass wir die nötigen Spenden zusammenbekommen und das Haus rechtzeitig parat ist. Ich wünsche mir von Herzen, dass die Kinder im Herbst regulär zur Schule gehen können und noch vor dem Winter ein Zuhause haben.

Was macht die intensive Auseinandersetzung mit dem Schicksal traumatisierter Kinder mit Ihnen als Mutter eines 13-Jährigen?
Ab und zu ersticke ich fast an dem Elend. Mein Wunsch ist es, möglichst vielen Kindern möglichst viel Normalität zu ermöglichen. Dazu brauchen sie ein sicheres Dach über dem Kopf, Therapie, Hausaufgabenhilfe, genügend zu essen, Sport, ein warmes Bett und viel Liebe. Dabei versuche ich, möglichst nicht an die Mütter der Kinder zu denken. Ich konzentriere mich auf die Kinder selbst.

Weiss Ihr Sohn, was Sie tun?
Ja. Und er weiss auch, dass ich als 12-jähriges Mädchen selbst flüchten musste. Und dass dies trotz intakter Familie ein sehr traumatisches Erlebnis war. Ich habe ihn auch schon zweimal mitgenommen. Anfänglich habe ich mir grosse Sorgen gemacht um ihn, aber er hat sofort angefangen, mit den Kindern Fussball zu spielen, und sich mit ihnen angefreundet. Kinder haben da einen ganz andern Zugang zu solchen Situationen.

Was wünschen Sie sich am meisten?
Dass wir alle gemeinsam helfen. Vielleicht macht eine Schule einen Kuchenverkauf, oder es gibt Vereine, die das Projekt mit einem Bazar im Quartier unterstützen wollen, oder Firmen, die gemeinsam spenden. Es wäre wunderbar, wenn wir diesen besonders verletzlichen Kindern Wärme und Schutz geben könnten.

133 Kommentare zu ««Wir sind verantwortlich für diese Kinder»»

  • A. Horvath sagt:

    Jede Mutter hierzulande fragt sich da, wie kann man nur sein eigenes Kind allein und schutzlos ins Ungewisse schicken; undenkbar in unseren Breitengraden. Bei den hier betroffenen Nationen hingegen wird bereits jungen Buben grosse Verantwortung zugetragen, Erwartungen und Hoffnung in sie gesteckt – welch dummer, dummer Irrsinn! Beachtlich deshalb auch die enorme Überzahl an jungen männlichen Flüchtlingen und Asylsuchenden, welche sich in Europa niederlassen wollen; bedauerlicherweise mit riesigen Defiziten, was die hiesige Bildung, Weltanschauung, Wertvorstellung und Erziehung anbelangt. Richten können es langfristig nur die Mütter in der Erziehung ihrer Töchter und Söhne, so dass auch diese später als Erwachsene selbst zivilisierteren Werten unterliegen und sich nicht selbst zerfleischen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Mütter können politisch überhaupt nichts richten. Die Ursachen der aktuellen Flüchtlingswelle, erst der Anfang einer grossen Völkerwanderung, und den charakteristischen Verhaltensweisen der Ankommenden, sind zwischen 1492 und 1919 entstanden.

      Ab dem war klar und unvermeidbar, was heute passiert. Heute kann man die Welt ab 2100 versuchen, zu beeinflussen. Der Rest des Jahrhunderts steht fest.

      • Werner Boss sagt:

        Solche typische Manipulationstheorien, welche von bestimmten politischen Lagern verbreitet werden finden offensichtlich immer mehr Anhänger! Aber wenn man sich schon Muttis Liebling nennt, kann man sich leicht ausmahlen, dass grösseren Bevölkerungskreisen das eigenständige Denken abhanden gekommen ist! Seit dem Jahre 1492 sollte eigentlich in jedem Land jemand genügend Hirnmasse entwickelt haben, um das Schicksal im eigenen Land positiv zu lenken. Aber mit Hula- Hula Tänzchen und am Abend Kindli machen, gehts eben auch nicht!

  • Nick Schaefer sagt:

    Wir sollten geschützte Berufsschulen mit Internaten in den Herkunftsländern bauen, und diese bis zur Selbstfinanzierung durch Gewerbetätigkeiten bringen. Das würde wohl sowohl den Kindern dort, den Menschen hier, wie auch der Entwicklung dieser Länder, am meisten bringen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Berufsschulen, die die Taliban und Freunde dann als Ziel für Schiessübungen benutzen. Oder in Libyen. Da machen die Warlords einen Tag später entweder eine Kaserne oder ein Bordell draus.

      • Nick Schaefer sagt:

        Lesen bildet: *Geschützte* Berufsschulen. Ja, die Leute brauchen ihr eigenes Militär und Polizei, bei sich zu Hause. Und dafür müssen sie auch selber sorgen, mit Hilfe, aber selber.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Afghanen haben ja ihr eigenes Militär, das sind die Taliban und die sind gegen Berufsschulen. Sie unterstellen, ausserhalb von Europa gelten die gleichen Regeln, wie in Europa.

        Sie meinen, wenn wir unsere Kultur gegen den Willen der Menschen dort in die 3. Welt exportieren, dann wird die 3. Welt irgendwann wie unsere. Nur die wollen das nicht und haben damit völlig recht.

        Die wollen keine westlich demokratischen und marktwirtschaftlichen Strukturen haben und aufbauen. Ohne diese ständigen Versuche des Demokratieexports gäbe es die Flüchtlingswelle gar nicht.

        Sie stellen sich wirklich vor, Afrikaner, Perser und Araber wollen freiwillig zum West- Clone entarten, den Verlust ihrer Kultur auch noch selbst bezahlen und voran treiben?

  • Eduardo sagt:

    Das Problem ist, dass es auf der Welt permanent Dutzende, wenn nicht Hunderte Millionen tragischer, entsetzlicher Schicksale (wegen Alter, Krankheiten, Behinderungen, Kriegen, Hunger, Ungerechtigkeit und vieles andere) gibt.

    Man könnte also jeden Tag mehrere anklagende traurige Artikel mit der Aufforderung zur Solidarität veröffentlichen. Sehr bald wäre man durch das Spenden völlig verarmt und selbst zum Sozialfall geworden, ohne am Weltelend das geringste geändert zu haben. Deshalb lese ich derartige Artikel erst gar nicht.

  • werner boss sagt:

    Es wäre von Vorteil für alle Betroffenen, wenn endlich etwas mehr Sachlichkeit in die ganze Flüchtlingsgeschichte gebracht würde! Solche, aus unserer Sicht tatsächlich schrecklichen Ereignisse, sind werden leider in anderen Kulturen und Ländern ganz anders empfunden! Da könnte ich Beispiele nennen, welche ich selber gesehen habe. Aber was hier in den Medien geschieht, entpuppt sich langsam aber sicher zur gezielten Massenmanipulation mit rein Politisch motivierten Zielen! Wer schafft all den vielen vielen bereits aufgenommenen und noch aufzunehmenden Arbeitsplätze? Wohnungen?Schulen?Strassen
    Pakt doch das Übel mal bei der Wurzel! Beten hilft sicher nicht weiter.

  • P.Meier sagt:

    Je mehr Infrastruktur und juristische Privilegien für Unbegleitete Minderjährige geschaffen werden, um so mehr Minderjährige werden sich auf den Weg nach Europa machen. Deshalb ist das Kontraproduktiv, auch wenn es gut gemeint ist.

    • tststs sagt:

      Da wir in naher Zukunft in unserer überalterten Gesellschaft dringenst auf diesen Nachwuchs angewiesen sind, sollten wir eigentlich den roten Teppich ausrollen.
      (Mit Gründen der Ethik oder des Herzens muss ich bei Ihnen und Ihresgleichen ja nicht kommen, aber vllt verstehen Sie es ja aus ökonomischer Sicht…)

      • P.Meier sagt:

        Wir sind in unserer überalterten Gesellschaft nicht „dringend“ auf Nachwuchs angewiesen. Weil Roboter und Software viele Jobs überflüssig machen werden. Die Schweizer zeugen kaum noch Kinder, weil Kinder ein Armutsrisiko sind. Für die Araber ist es eine Tradition viele Kinder in die Welt zu setzten, in der Schweiz gibt es für jedes Kind Geld vom Staat, je mehr Kinder um so mehr Geld vom Staat. Diese Tradition gefährdet unseren Wohlfahrtsstaat und somit die Soziale Sicherheit und den Sozialen Frieden in der Schweiz.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Bevölkerung altert, nicht die Gesellschaft. Gesellschaften können zwar auch altern, aber das merkt man nicht an der Lebensdauer von Menschen und der Struktur von Bevölkerungen.

    • Ursina Koch sagt:

      Was heisst kontraproduktiv? Ist es produktiver als Kind vergewaltigt und ausgebeutet zu werden? Und kommen die Kinder wegen der (minimalen!) Infrastruktur oder weil sie vor Krieg und Hunger flüchten? Denken Sie jetzt mal gaaanz fest nach…

      • P.Meier sagt:

        Es sind nicht die ärmsten der Armen die kommen, es ist die Mittelschicht die ihre Kinder nach Europa sendet. Wer Hunger leidet, der hat auch kein Geld um die Schlepper zu bezahlen.

      • Anh Toàn sagt:

        @P.Meier: „Wer Hunger leidet, der hat auch kein Geld um die Schlepper zu bezahlen.“

        Das Geld verdient man sich mit Prostitution. Wenn Sie die Geschichten der Flüchtenden kennen würden, würden Sie heulen. Um an Ihrem Bild festhalten zu können, verweigern Sie die Wahrnehmung.

    • Emil Eugster sagt:

      Ja wo kämen wir den hin, wenn Kinder aus aller Welt die selbe Infrastruktur und die selben Privilegien hätten wie ein Herr p. Meier?

      • P.Meier sagt:

        Es kann nicht allen Menschen gleich gut geben, jeder sozialistischen Versuch den Reichtum gleichmässig zu verteilen, hat in einer Hungerkatastrophe, Versklavung der eigenen Bevölkerung und Krieg geendet. Es ist an der Zeit, dass jedes Land Eigenverantwortung übernimmt, und nicht immer den anderen Ländern die Schuld gibt. So müssen auch wir unsere Verantwortung für unsere Kinder übernehmen und nicht für die Kinder aus anderen Ländern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @P.Meier

        was meinen Sie mit „Verantwortung für unsere Kinder“ und wie zeigt sich diese auf der politischen, resp Ihrer privaten Ebene? Hier geht es ja um eine private Initiative, was ist Ihre private Initiative für CH-er Kinder? Und falls es keine bräuchte weil von politischer Seite fast alles in Butter ist; sind Sie der Ansicht dass wir dermassen knapp dran sind dass es nicht auch für Andere reichen könnte?

      • Eduardo sagt:

        Da Ihr Wohlstand und Ihr Vermögen ja ebenfalls nur reiner Zufall sind, Sie also höchst ungerechtfertigte Privilegien geniessen, möchte ich der höheren Gerechtigkeit wegen sehr gerne daran teilhaben.

        Darf ich Ihnen meine Kontonummer schicken, damit Sie sofort mit mir teilen können? 😉

  • tststs sagt:

    In 50 Jahren werden die Geschichtsschreiber auf Anfang des 21.Jh zurückblicken und wie werden sie wohl über uns berichten.
    Ich vermute, es wird sowas sein wie: Same shit, different century.
    Menschen werden in Ghettos gesperrt.
    Zu tausenden sterben sie vor unser aller Augen.
    Und wir fürchten uns hauptsächlich um unsere Pfründe.

    Und wir werden dereinst sagen: Das habe ich nicht gewusst.

    Ich schäme mich jeden Tag mehr für unsere Gesellschaft (und für mich selber, dass ich nicht mehr mache, als ein paar Zeilen in die Tasten zu hauen).

    • Carlita sagt:

      Geht mir auch so.

    • Emil Eugster sagt:

      Wir wissen es aber es wird dann viele geben, die es nicht gewusst haben wollen.

    • Muttis Liebling sagt:

      In 50 Jahren ist die Erde ein Menschenzoo, Roboter sind die Wärter und die KI ist Gott und Regierung zugleich. Wir haben es trocken und warm in unseren Schlafwaben und zu essen gibt es auch genug.

      Die Körper sind digitale Endgeräte, d.h. das Regierungsnetz kommuniziert direkt mit dem limbischen System, den peripheren Nervenzellen und nur in der Ausnahme mit dem verkümmernden Grosshirn. Es ist die Zeit des unendlichen Glückes.

      Die Frauen gebären gar nicht mehr oder kurz vor ihrem 100. Geburtstag und den letzten Intellektuellen schwant, dass mit dem Gebärverzicht und der Gottgleichsetzung des Geldes die 3. Grosse Revolution der Menschheit begann.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        also in der Matrix waren die Schlafwaben nass!
        Aber Glücksgefühle hatten sie wohl, wenn sie nicht zu fest nachdachten über diese kleine Irritation am Rande des Gesichtsfeldes…

      • Muttis Liebling sagt:

        @Brunhild

        Deshalb tauschen wir Denken doch gerade gegen Fühlen aus. Altruist, wie oben beschrieben, kann man ja nur durch Welt fühlen werden. Denkend bleibt der Mensch Misanthrop.

        Der denkende Mensch baut an einer Zukunft für alle Menschen, nicht nur für 0.001% flüchtender Kinder. Wie das ungefähr aussehen muss, steht schon im AT. Da heisst das Reich Gottes auf Erden, was manche für Spinnerei halten, in meiner Kultur Kommunismus genannt wird.

        Solange das ferne Zukunft bleibt, widmet man sich dem Modell des Sozialstaates, aber auch in dem kommen Kinder nur als Kategorie vor.

        Ich helfe am meisten, wenn ich Visionen bastle, die nachvollziehbar überzeugen können. Nicht mit der Pinzette ein Individuum heraus nehmen und wie einen Pandabär knuddeln.

  • K.L. sagt:

    Erwachsene sind IMMER für Kinder in Not verantwortlich.
    Was hat das mit „Grenzen “ zu tun?
    Das ist ganz natürlich!? Wer das anders sieht sollte sich überlegen was mit ihm nicht stimmt. Wenn sich Kindern gegenüber kein Schutzgefühl mehr entwickelt dann ist man wohl ganz ganz tief unten angekommen.
    Mich wundert eigentlich nicht,zu was Teile unserer Gesellschaft verkommen sind.
    Mir fällt nur eine Spezies ein,die selbst Kindern gegenüber keine Emphatie hatte.
    Und der IS.
    Vor dem diese Kinder teilweise geflohen sind.
    Einfach nur Pfui.

    • Niklas Meier sagt:

      Tiere haben keine Empathie für Jungtiere. Je nach Sozialverhalten für die der eigenen Gruppe. Und in einigen speziellen Fällen adoptieren Erwachsene Kleine.
      In der Regel kümmern sie sich im besten Falle nicht um fremden Nachwuchs und töten im schlechtesten den Eigenen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Tiere haben z.T. komplexe Sozialstrukturen und dementsprechendes Verhalten. Aber eben keine Empathie. Auch bei Menschen ist Empathie nur eine schlecht sitzende Prothese für mangelhaftes Sozialverhalten. Völlig verzichtbar, so man sozial ist.

  • K.L. sagt:

    Ihr ganzen Fachmänner hier:
    Was ist besonders verwerflich daran Kindern in Not zu helfen?Wie sollen Menschen wie Vanja die Ungerechtigkeiten in den Herkunftsländern beenden?Und ihr Weltkenner denkt wirklich,sie würde es nicht tun wenn es in ihrer Macht stünde? Ihr habt 1000 Argumente weshalb man diesen Kindern nicht helfen sollte,und wer Schuld hat und blablabla.Merkt ihr eigentlich selbst was ihr hier raus haut?Merkt ihr überhaupt noch irgendwas?
    Soweit sind wir also,dass Erwachsene nach Gründen suchen Kindern in Not nicht zu helfen…und Helfer angreifen und Privatleuten Profitgier unterstellen. Soweit sind wir. Ihr haltet euch grad selbst einen Spiegel vor.
    Dass diese Welt so dreckig und empathielos ist machen nicht Menschen wie Vanja oder diese Kinder…
    Das macht ihr.

    • Lia sagt:

      aus dem warmen, geschützten Wohnzimmer heraus lässt es sich eben sehr gut jammern und dozieren. Ich bewundere den Einsatz dieser Menschen, die den Kindern wenigstens etwas Menschlichkeit entgegen bringen. Ich würde dies keine Stunde durchstehen.

    • Emil Eugster sagt:

      Diese Fachmänner sind die gleichen die diese Politiker wählen, die es möglich machen, dass die Schweiz Kriegsmaterial auch in Krisengebiete verkaufen können.
      Sie wollen aber trotzdem für nichts die Verantwortung übernehmen. Nein, nein! Schuld sind immer die Anderen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nur das es im politischen Kontext, Kriegsexporte, Aussen- oder Gesundheitspolitik, keine individuale Schuld oder Verantwortung gibt.

  • Vanja sagt:

    Lieber Peter, klicke auf „House of Rescue“ oder auf „Borderfree Association“ die sind hier im Text rot markiert. Dort erhältst du alle Infos. Danke für das Interesse. Liebe Grüsse Vanja

  • Susan Sadkowski sagt:

    Sehr informativer Bericht und inhaltlich sachlich und gut recherchiert. Es ist wichtig, dass betroffene Menschen berichten und hoffentlich können dadurch die Meinung einiger Menschen, welche Asylsuchenden kritisch gegenüber stehen, positiv beeinflusst werden. Es erklärt real was schutzsuchende Menschen in Kriegsländer schreckliches erleben bzw um was es in einem Krieg geht und man kann hoffen, dass einige Menschen dadurch ihre Ängste vor Schutzsuchenden verlieren können.

  • 13 sagt:

    Ich bin sehr betroffen. Es ist für mich einmal mehr völlig unverständlich, dass Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe immer wieder als Kriegswaffe und Machtdemonstration eingesetzt werden. Was geht in diesen Menschen vor, die Kinder, Frauen und auch andere Männer derart missbrauchen? Leider auch hier in der Schweiz nicht selten. Gut, dass das endlich vermehrt ans Licht kommt, bisher wurde es ja sehr tabuisiert, auch z. Bsp. in den Balkankriegen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @13
      das ist doch angesichts der Auswirkungen solcher Verbrechen, besonders in Kulturen wo Opfer sex Gewalt gesellschaftlich „erledigt“ sind, nur logisch. Eine effiziente Methode nicht nur auf der körperlichen, sondern auch der seelisch/geistigen grösstmöglichen Schaden zu bewirken.

      • 13 sagt:

        Ja, das stimmt alles, es ist für mich einfach nicht vorstellbar. Ich meine, eine Waffe abzufeuern ist eine Sache, es gibt Gründe waren der Mord mit einem Messer als einer der brutalsten gilt. Aber hier kommt ja noch dazu, dass das die Person selber in sexuelle Erregung versetzen muss (also in den meisten Fällen die Machtausübung, der Sadismus, nicht unbedingt ein Fetisch oder Pädophilie). Und dass es sich dabei ja nicht um Einzelfälle, sondern um ein Massenphänomen handelt, als strategische Kriegswaffe sogar von oben angeordnet und von Einzelnen ausgeführt, finde ich schon immer wieder erschreckend.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Vielleicht muss man sich auch damit beschäftigen, was der Krieg aus Männern macht. Ist ja nicht so, dass vorwiegend Frauen und Kinder Opfer werden. Die Verrohung, die erlebten Massacker, so etwas wie einen „sauberen“ Krieg gibt es gar nicht.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich will daraus keine Geschlechterdiskussion machen. Das war nicht meine Absicht und fände ich auch unangemessen. Es ist nicht immer der Einzelne dafür verantwortlich und ja, es gibt viele männliche Opfer, und auch Täter wurden oder sind häufig Opfer. Wie ich geschrieben habe, dass gerade als Kriegswaffe oftmals die Anordnung von oben kommt und daher bin ich froh drum, dass es z. Bsp. in den Urteilen von Den Haag auch so aufgenommen wurde und es sich nicht gegen einzelne Soldaten richtete. Ich sage nur, dass es mich immer sehr betroffen macht, weil es wie BS schreibt, ein so direkter Eingriff ins Innerste ist. Und dass ich es gut finde, dass es endlich thematisiert wird. In Geschichtsbücher findet man ja kaum etwas darüber, obwohl es schon immer gang und gäbe war.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Eigentlich ging es mir darum zu überlegen, warum Männer (und Frauen) im „totalen Krieg“ unvorstellbare Handlungen vornehmen und jegliche Menschlichkeit vermissen lassen.

      • Niklas Meier sagt:

        13, es gibt ziemlich viel Literatur zu dem was den deutschen bei der Eroberung durch die Russen angetan wurden. Und auch zu Vorgängen im Jugoslawienkrieg gibt es viel. Afrika wird oft mit den Kindersoldaten vermischt.
        Aber einfach weggeschaut wird auf keinen Fall.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Eigentlich ging es mir darum zu überlegen, warum Männer (und Frauen) im „totalen Krieg“ unvorstellbare Handlungen vornehmen und jegliche Menschlichkeit vermissen lassen.“

        Die Antwort ist ganz einfach, SP: Weil sie es können.
        Und weil sie damit durchkommen, weil sie keine Konsequenzen zu befürchten haben. Weil sie sich dabei sogar gut fühlen, bis hin zum einem teils berauschenden Allmachtsgefühl.
        Darum sind Konsequenzen für Handlungen so wichtig, SP. Auch, aber nicht nur im Asylwesen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Also: Alle Männer sind Schweine?
        Ich nehmen Ihren Erklärungsansatz zur Kenntnis. Ist sicherlich auch ein Grund.
        Dennoch bin ich absolut überzeugt, dass da noch einiges mehr dazukommen muss.
        Abgesehen davon bin ich keineswegs gegen angemessene Strafen und Konsequenzen. Nur rechtsstaatlich korrekt müssen sie sein.

      • 13 sagt:

        @ Niklas
        Natürlich gibt es entsprechende Literatur, sonst wüsste man (mich eingeschlossen) das so gar nicht. Aber eine öffentliche Präsenz dieser Informationen sehe ich erst seit kurzem wachsen. Geben Sie bei Google „Srebrenica“ ein und Sie erfahren sehr viel zu den Morden und den Prozessen, für alles weitere, inkl. der Vergewaltigungsopfern, müssen Sie suchen. Und dies obwohl die Beteiligten auch wegen Vergewaltigungen und Anordnungen von Vergewaltigungen belangt wurden, womit eigentlich bekannt und erstellt sein sollte, dass es sie gab. Trotzdem wissen es die wenigsten. Dies nur als ein prominentes Beispiel von vielen.

      • 13 sagt:

        „Also: Alle Männer sind Schweine?“
        Kannst Du es nicht einfach mal gut sein lassen? Hier, wo es ums Überleben geht und nicht um eine Geschlechterdiskussion. MF hat das doch gar nicht gesagt. Natürlich können wir über Zahlen reden und da wird hier bei der sexuellen Gewalt vermutlich das Ergebnis sein, dass die allermeisten Täter bei Vergewaltigungen männlich und die meisten Opfer weiblich sind, aber das spielt unter dem Strich überhaupt keine Rolle. Es geht um Macht, um Geld, um Darwinismus und um Rattenfängerei. Warum es die Menschen tun? Weil ihnen irgendwelche Anführer den Floh ins Ohr setzen, dass es das richtige ist. Und diese versprechen sich daraus Macht, Geld und Ehre.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe keine Geschlechterdiskussion geführt. Nur bestritten, dass allein die straffreie Gelegenheit reicht, um Männer (und Frauen) zu Verbrechern zu machen.
        Da muss zuerst noch einiges mehr passieren.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Danke.
        @Sportpapi
        „Nur bestritten, dass allein die straffreie Gelegenheit reicht, um Männer (und Frauen) zu Verbrechern zu machen.“
        Diese Meinung wäre Ihnen unbenommen, aber Sie haben dies nicht so formuliert. Sondern mir irgendeinen tumben feministischen Kampfbegriff aus früheren Zeiten unterstellt, den ich so nie geäussert habe, und nie äussern würde. Wie so oft greifen Sie dann zu solchen Mitteln, wenn Sie argumentativ anstossen und das nicht zugeben können.
        Wie gesagt, Ihre Meinung ist Ihnen unbenommen. Sie könnten sich aber auch mit den Abgründen der Menschen auseinanderzusetzen beginnen, die solche Dinge tun. Deren Motive, Gefühle, Erlebnisse. Literatur dazu gäbe es, Erfahrungsberichte auch. Ausserhalb Ihrer Blase.
        Dann könnten wir uns argumentativ wieder begegnen.

  • Papperlapapi sagt:

    Die Eltern sind für diese Kinder verantwortlich, nicht wir. Sie haben das Sorgerecht und die Fürsorgepflicht. Es sind nicht verzweifelte, arme Mütter, sondern Rabeneltern, die ihre Kinder auf diese Flucht schicken.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … und die Kinder sollen nun selber schauen wie sie damit klarkommen, dass sie halt von „Rabeneltern“ auf die Reise geschickt worden sind?

      Dass die Abnehmer von Menschenhandel zum grossen Teil in Westländern sitzen, muss uns auch nichts angehen?

      • Niklas Meier sagt:

        Frau Steiner, es ist ziemlich logisch, dass die Abnehmer nicht dort sein werden wo Leute ihre Kinder aus Gründen der Armut verkaufen. Es sind immer Bessergestellte die andere kaufen. Anders herum geht es gar nicht.

    • Martin Frey sagt:

      „Es sind nicht verzweifelte, arme Mütter, sondern Rabeneltern, die ihre Kinder auf diese Flucht schicken.“
      Das mag vielleicht sein. Aber ist das ein Grund, sich nicht um die Kinder zu kümmern, die da sind, Papperlapapi?

  • Sigismund sagt:

    Wieso sind wir verantwortlich für diese Kinder? Haben wir diese Kinder auf die Flucht geschickt? Wieso flüchten die Flüchtlinge nicht in ein Nachbarsland? Wenn wir jeden und jede bei uns aufnehmen, so sind wir eines Tages selbst Flüchtlinge.
    Manchmal kommt bei mir der Gedanke auf, dass sich insbesondere mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingskindern eine besonders hohe Stange Geld verdienen lässt. Insbesondere weil dieses Thema hochemotional ist.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn ich an einem Autounfall vorbeikomme, bin ich ja auch nicht zuständig…
      Die Kinder sind da, und sie sind in Not. Was wollen Sie also tun? Die Armee an die Grenze schicken?

      • Röschu sagt:

        „Was wollen Sie also tun?“
        Zunächst mal endlich damit aufhören Anreize zu schaffen, damit noch mehr Eltern ihre Kinder aussetzen.

      • Sigismund sagt:

        Europa könnte die Grenze dicht machen. Dies würde sich sehr schnell herumsprechen. Die „Flüchtlinge“ würden auf ihrem Kontinent bleiben. Zudem wenn Krieg ist, so haben die Männer für ihr Land zu kämpfen und dürfen nicht als Erste flüchten und dabei ihre Familie zurücklassen. Dies ist nur feige.

    • tina sagt:

      wer jedenfalls ganz bestimmt keine stange geld verdient ist vanja crnojevic!!! ich habe höchste achtung was sie da leistet.
      egal warum die kinder allein sind: sie sind es und man muss ihnen doch helfen

    • 13 sagt:

      „Haben wir diese Kinder auf die Flucht geschickt?“
      Ja. Und wer das nicht begreift, verschliesst schlicht die Augen. Wir, gemeint als Europa und erste Welt, unser Wohlstand und unsere Politik (wir retten unsere arme Rüstungsindustrie mit Exporten in Kriegsländer etc.) hat zu der Flüchtlingswelle geführt. Und ja, es ist Zeit, dass wir diese Verantwortung auch wahrnehmen.
      „Wieso flüchten die Flüchtlinge nicht in ein Nachbarsland?“ Das tun sie auch. In der Türkei leben über 2,5 Millionen Flüchtlinge, in Pakistan, im Libanon, Iran, Uganda um eine Million. Wie kommen Sie darauf, dass diese Länder alle aufnehmen können?
      Aber falls Sie richtig lesen: Diese hier beschriebenen werden nicht hier aufgenommen und wenn das geplante europäische Flüchtlingsghetto auf dem Balkan kommt, eh nicht.

      • Sigismund sagt:

        @13: die Flüchtlinge welche noch in Pakistan, Libanon, Iran verweilen, sind in diesen Ländern nur im Transit – nach Europa.

        Der normale Bürger hat keine Kriegsexporte in Drittweltländer vollzogen – trotzdem muss er bezahlen.

        Europa/der Schweiz sollten die einheimischen Kinder wichtiger sein, als irgendwelche dahergelaufenen „Flüchtlings“-Kinder.

        Wer dafür verantwortlich ist: die Eltern der sogenannten Flüchtlingskindern.

      • Sportpapi sagt:

        @Sigismund: Ich helfe Kindern in Not generell, wenn ich kann.
        Aber immer wieder der Vergleich mit Schweizer Kindern ist verfehlt. Erstens leben die nicht hungernd auf der Strasse. Und zweitens würde unsere Unterstützung für beide reichen.

      • 13 sagt:

        @ Sigismund
        Sehr viele Menschen leben seit Jahren und Jahrzehnten dort, es ist ein kleiner Teil, der sich weiterwagt. Dies aufgrund der Zustände in solchen Lagern. Aber dafür müsste man sich informieren, oder?
        Der normaler Bürger eines demokratischen Landes wie der Schweiz wählt die Politiker, die das vollziehen. Und zahlt nicht, sondern verdient daran.
        Kinder sind Kinder und keines ist weniger wert als das andere. Allerdings sind es ja gerade die gleichen Leute, die die Grenzen schliessen, die auch die Kindesschutzbehörde für unsere Kinder aufheben will. Auch das könnte man sich bei den nächsten Wahlen durch den Kopf gehen lassen.
        Verantwortung kann man nur wahrnehmen, wenn man die Macht dazu hat, die Gefahren zu verhindern. Das ist hier nicht der Fall.

      • Niklas Meier sagt:

        Nur weil es immer wiederholt wird, wird es nicht wahr, 13.
        „Wir“ sind nicht verantwortlich dafür, dass lokale Despoten die Entwicklungshilfe schlucken. „Wir“ sind nicht schuld daran, dass gewisse Leute schon 5 Stunden Arbeit pro Woche zu viel finden.
        „Wir“ sind nicht schuld daran, dass religiöse Fanatiker sich und andere umbringen und unterdrücken und versklaven.
        usw..
        Ja, man kann argumentieren warum „wir“ die Kinder betreuen sollen. Aber nicht mit der Moralkeule.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sigismund
      haben Sie überlesen dass es um Einrichtungen in Serbien geht?

  • Julia King sagt:

    Liebe Vanja,
    ich konnte dieses Interview nicht ohne Tränen lesen, wie es Ihnen geht kann ich nur mutmassen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Ausdauer und Glaube an die Menschheit!

  • Martin Frey sagt:

    Man kann von den Flüchtlingsströmen, den Hintergründen und Möglichkeiten, damit umzugehen, halten was man will. Aber dass es uns weitgehend egal ist, was gerade den Schwächsten auf diesem Weg zu uns und bei uns an körperlichen, psychischen und sexuellen Uebergriffen zustösst, ist schlicht skandalös. Und es ist ja beileibe nicht so, dass die geschilderten Verhältnisse nur auf dem Balkan anzutreffen sind.
    Die Durchsetzung unserer Gesetze und Prinzipien sollten sich nicht auf den Asylprozess selber beschränken, dass sind wir den besonders bedrohten Menschen (nicht nur Kindern) schuldig. Dies ist ein Akt der Rechtsstaatlichkeit, aber va. auch der Humanität.

    • Sportpapi sagt:

      @Martin Frey: „Aber dass es uns weitgehend egal ist, was gerade den Schwächsten auf diesem Weg zu uns und bei uns an körperlichen, psychischen und sexuellen Übergriffen zustösst, ist schlicht skandalös.“
      Um die alte Diskussion wieder aufzunehmen: Ernsthaft: Wie kommen Sie darauf? Ich empfinde das als eine Unterstellung, die ich so nicht stehen lassen kann.

    • Sportpapi sagt:

      Ach ja, dazu schwadroniert heute auch Frank A. Meyer. Unsäglich, wie er alles so drehen und wenden kann, dass es letztlich in die Argumentation passt.

    • Martin Frey sagt:

      Zu Frank A. Meyer, der mich noch nie interessierte, kann ich mich nicht äussern.
      Aber unser Rechtsstaat endet nicht an den Pforten der Asylheime. Und sollte sich innerhalb nicht auf die Verfolgung von Drogenhändlern beschränken, nur weil diese uns direkt tangieren.
      Es ist weitgehend unbekannt, dass es in diesen Heimen regelmässig zu Uebergriffen auf Minoritäten, Andersgläubige, Frauen, Kinder kommt. Sowie Konflikte oft sehr brachial ausgetragen werden. Nur schon der Umstand, dass die weder medial noch strafrechtlich ein grosses Thema ist, bestätigt meine Aussagen.
      Sie können sich gerne an die Leute wenden, die täglich professionell damit zu tun haben, SP. Wenn Sie mir nicht glauben (wovon ich erfahrungsgemäss mal ausgehe). 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Was ich nicht glaube ist, dass die Betreuer und Polizisten, die Kenntnis von strafrechtlich relevanten Übergriffen haben, nichts tun und wegsehen. Oder dass gar Anzeigen nicht verfolgt werden.
        Was ich aber weiss ist, dass die Betreuung absolut minimal ist.
        Dass Übergriffe von Flüchtlingen gegen Flüchtlinge medial kein grosses Thema ist verwundert eigentlich nicht angesichts einer Grundhaltung, die heisst, dass man von diesen Flüchtlingen sowieso am liebsten nichts hören und nichts sehen will.

      • Sportpapi sagt:

        Alles spricht für Europa! Auch wenn man nicht alles toll finden muss, was läuft, so hält Europa doch Kurs. Zumindest grössere Teile davon. https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/alles-spricht-fuer-europa/story/26927903

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Und weil Du es nicht glaubst, ist es nicht so? Ich kann mich MF nur anschliessen. Es ist erschreckend, wie wenig Interesse für diese Vorfälle bestehen. Ich hatte vor Kurzem eine Frau hier, die als 12jährige mehrfach und wirklich brutal im Asylheim, in der Schweiz, vergewaltigt wurde. Ihrer Mutter wurde nach der Meldung geraten, sie solle gefälligst besser auf ihre Tochter aufpassen. Das war’s. Keine Anzeige, keine Verfolgung. Das war vor rund 10 Jahren, ist aber heute nicht anders. Es ist ein Problem an dem sich niemand die Hände verbrennen will. Die Rechten nicht, damit es nicht aussieht, als wären Flüchtlinge wirklich schutzbedürftig oder geschweige denn Kinder. Die Linken nicht um die Vorurteile, dass man Sexualstraftäter reinlässt, nicht zu schüren.

      • Martin Frey sagt:

        „Was ich nicht glaube ist, dass die Betreuer und Polizisten, die Kenntnis von strafrechtlich relevanten Übergriffen haben, nichts tun und wegsehen. Oder dass gar Anzeigen nicht verfolgt werden.“
        Doch. Sie sagen es ja selber. Mangels Kapazitäten und mangels Konsequenzen.

        „Dass Übergriffe von Flüchtlingen gegen Flüchtlinge medial kein grosses Thema ist verwundert eigentlich nicht angesichts einer Grundhaltung, die heisst, dass man von diesen Flüchtlingen sowieso am liebsten nichts hören und nichts sehen will.“
        Bingo. Das war meine Aussage.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Danke, 13, ja so ist es:
        „Es ist ein Problem an dem sich niemand die Hände verbrennen will. Die Rechten nicht, damit es nicht aussieht, als wären Flüchtlinge wirklich schutzbedürftig oder geschweige denn Kinder. Die Linken nicht um die Vorurteile, dass man Sexualstraftäter reinlässt, nicht zu schüren.“
        Dem ist nichts hinzuzufügen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es ist natürlich äusserst schwierig, einen Vorfall zu diskutieren, den auch Sie nur vom Hörensagen kennen. Und ich gar nicht.
        Ich gehe aber grundsätzlich davon aus, dass in der Schweiz der Rechtsstaat funktioniert. Und dass Frauen und Kinder in einer staatlichen Einrichtung genauso gut gegen Übergriffe geschützt werden wie alle anderen in der Schweiz.
        Und dass man eine Anzeige eines Flüchtlings genau gleich ernst abklärt wie die eines Urschweizers.
        Ändert aber nichts daran, dass die Anzeige natürlich erst eingereicht werden muss, und die Beweise wie immer schwer zu erbringen sind.
        Dass weder Rechte noch Linke an der Aufklärung solcher Missstände interessiert sind stimmt sicherlich nicht. Es gibt durchaus anständige Menschen in unserem Land.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Dieser glaube ehrt dich eigentlich, aber ist auch etwas naiv. Erstens haben die Betroffenen in den Heimen schon nie die gleichen Möglichkeiten, die Rechtswege zu bestreiten, da sie weder Sprache noch Vorgehensweise kennen und auf ihre Betreuer angewiesen sind (gegen die es auch immer wieder Anschuldigungen gibt, die sicher nicht alle erfunden sind). Und zweitens geht es in die gleiche Richtung wie wenn Du oben von Verrohung sprichst. Die Menschen haben Angst vor Repressionen und kommen oftmals aus einem Umfeld, wo die Herrschaft des Mannes unbestritten ist und teilweise den Opfern gar nicht klar ist, dass es eine Straftat ist. Wie sollen da gleiche Möglichkeiten bestehen? Dafür bräuchte es Prävention und Aufklärung, die oft fehlt.

      • Niklas Meier sagt:

        Leider wird politisch da wirklich viel unter dem Deckel gehalten. Nach einem Vorfall wird der Täter einfach verlegt. Ist das Opfer ein Christ wird die Qualifikation als rassistischer Übergriff verweigert. Und alles nur um „Flüchtlinge“ allgemein als Opfer darstellen zu können und nicht genauer differenzieren zu müssen.
        Und die Rechten versuchen möglichst viel aufzubauschen, was dann zu einem linken Schutzreflex führt..

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das stimmt sicherlich alles.
        Ich mag einfach nicht in die grossen Verschwörungstheorien einstimmen, dass nicht geschaut wird, dass Anzeigen in der Schublade verschwinden, dass alle politischen Gruppen und die Medien Interesse haben, alles todzuschweigen.
        In meiner Gemeinde gibt es beispielsweise eine Gruppe von 20 Freiwilligen, ich bin auch dabei, die versucht, die Asylsuchenden im Dorf zu betreuen und zu integrieren. In meinem Fall in die Sportvereine. Dabei arbeitet man eng mit der von der Gemeinde gestellten Betreuerin zusammen, die allerdings glaube ich gerade einen Tag pro Woche vor Ort ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        naja, abgesehen davon was @13 ausführt, funktioniert das ja nicht mal so durchgehend wunderbar für den ganz normal-schon-lange-hierlebenden; wie Sie schon seit Jahrzehnten regelmässig im Beobachter lesen könnten…. . Oder auch in Büchern von Betroffenen, welche in staatlichen Einrichtungen Übergriffe erlebt haben.

      • maia sagt:

        @Sportpapi: Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern schlicht und einfach Realität

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nein, Du willst nicht an Verschwörungen teilhaben. Du willst aber auch einfach nur sehen und glauben, was Du willst und reagierst auf Erzählungen von Menschen, die damit zu tun haben, mit Abwehr („Ich kenne den Fall nicht und kann nichts dazu sagen“). Natürlich kann man zum Einzelfall nichts sagen, aber vielleicht wäre es ja mal auch gut anzunehmen, dass hier nicht alle, die damit zu tun hatten, einfach lügen, sondern eben auch etwas Wahrheit dran ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wer sind die Menschen, die damit zu tun haben, und die hier ihre Geschichten berichten? Deine Einzelgeschichte nehme ich zur Kenntnis. Was soll ich dazu sagen? Dass es zu Übergriffen kommt, gerade zwischen verfeindeten Gruppen, ist nicht „weitgehend unbekannt“, sondern durchaus bekannt. Und wundert auch nicht.
        Dass allerdings strafrechtlich relevante Vorgänge nicht untersucht und nicht verfolgt werden, das bestreite ich. Und dass die Medien und alle Parteien von links bis rechts absichtlich darüber schweigen ebenso.

      • maia sagt:

        @Sportpapi: Haben Sie persönliche Erfahrungen? Ich hoffe natürlich für Sie – keine! Dann sollte Sie aber auch nicht einfach etwas behaupten

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Denn Ball kann ich problemlos zurückwerfen. Nein, natürlich bin ich kein Flüchtling. Sie wohl auch nicht. Insofern ist das für uns beide unmöglich.

      • maia sagt:

        Nein, ich bin kein Flüchtling – ich gehöre zu denen „… wie alle anderen in der Schweiz……“ wie Sie weiter oben schreiben. Wenn Sie die Zeitung lesen, dann wissen Sie ja, wie „… alle anderen in der Schweiz…“ geschützt werden! Auch da ist nämlich das Interesse an Aufklärung nicht wirklich gross.

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Sie schreiben also gar nicht wirklich zum Thema. Auch gut.
        Ja, ich lese täglich Zeitung. Und nein, ich weiss nicht, worauf Sie anspielen.

      • maia sagt:

        Ich habe zum Thema geschrieben, dass es Übergriffe gibt und die nicht ernst genommen werden. Hier weiss ich aus eigener Erfahrung, dass diese mindestens bei uns in der Schweiz oft nicht ernst genommen werden. Warum soll dies dann bei Flüchtlingen anders sein?

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Und ich habe geschrieben, Flüchtlinge werden behandelt wie alle anderen, die eine Anzeige machen.
        Dann sind wir uns ja einig.

  • Sandro Studer sagt:

    Die Hilfswerke sind teil des Problems, seit sie direkt vor den Küsten Flüchtlinge aufnehmen werden diese nur noch in Schlauchboote gesetzt die eine Überfahrt nie überstehen würden. Und es machen sich immer mehr Menschen auf den Weg. Ich verstehe den Wunsch zu helfen, aber wer die letzten 40 Jahre Afrika Hilfe analysiert kann sehen, es war nachteilig. Was uns wirklich killen wird ist das Bevölkerungswachstum Afrikas zusammen mit der Kultur und den Bildungsniveaus. Das kann auch Europa mit seinen 500 Mio. nicht lösen. Jeder sollte einmal den Süden der USA besuchen, die kleinen Dörfer, das ist die Zukunft Europas.

    • tina sagt:

      mag sein dass das alles stimmt.
      aber da sind kinder allein unterwegs. man kann sie doch nicht für die fehler anderer büssen lassen, indem man ihnen nicht hilft.

    • Martin Frey sagt:

      „Jeder sollte einmal den Süden der USA besuchen, die kleinen Dörfer, das ist die Zukunft Europas.“

      Wie sieht sie denn dort aus, die Zurkunft Europas, in diesen kleinen Dörfern im Süden der USA?

  • Stefan W. sagt:

    Etwas gegen das schreckliche Schicksal dieser Menschen zu tun, ist richtig und auch wichtig. Man sollte dabei aber nie vergessen, dass man mit solchen Massnahmen nur einen winzigen Teil der Betroffenen erreicht. Viel wirksamer wäre eine Hilfe, die die Ursachen der Flucht und Migration angeht: Verzicht auf Boykotte, die in erster Linie arme Menschen treffen. Die US-Aussenministerin Albright sagte in einem Interview 1996 (Auf Youtube findbar), dass es „den Preis wert sei“, wenn 500000 Kinder im Irak wegen der Boykotte sterben. Gegen solches Denken müssen wir vorgehen, nicht nur gegen die Folgen.. Und wir müssen uns deutlich gegen die „Demokratisierungsbombardierungen“ der westlichen Wertegemeinschaft stellen, die mehr Leid verursacht haben, als alle weggebombten Diktatoren zusammen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Danke dass seit einer Weile immer wieder der Blick auf diese Seiten eines Kinderlebens gerichtet wird, inklusive Vorstellen von praktisch tätigen Vereinen welche man unterstützen könnte.

    Ich finde das sehr wichtig, bitte lassen Sie sich angesichts der erdrückenden Dimensionen (und vermutlich auch vorhandener/noch zu kommender Kritik) nicht entmutigen immer wieder mal diesen Blick zu wagen!

    Für uns geht es damit bloss an die Komfortzone, anderswo ans Leben.

  • Peter sagt:

    Ein bewegender Artikel. Mir fehlt ein Hinweis wie und wo man helfen könnte.

    • Muttis Liebling sagt:

      Sie können synchron mitweinen. Das hilft genau so viel, oder so wenig, wie eine Hilfsorganisation gründen oder finanzieren.

    • Vanja sagt:

      Lieber Peter, klicke auf „House of Rescue“ oder auf „Borderfree Association“ die sind hier im Text rot markiert. Dort erhältst du alle Infos. Danke für das Interesse. Liebe Grüsse Vanja

      • Lace sagt:

        @ML natürlich kann man helfen.Wir haben eine Stiftung gegründet und das Geld wird für verschieden Kinderprojekte gebraucht,auch in der Schweiz. Meine Schwiegermutter ist Ärztin in Marokko und hat mrhrere Waisrnhäuser eröffnet.Es gibt durchsus Menschrn die sich für andere engagierrn.Jeder wie es ihm halt möglich ist.
        Sie sind ja sicherlich nicht einfach so Arzt geworden?

      • Muttis Liebling sagt:

        Das sage ich doch genau so: Privat kann man privat helfen, nicht aber in politischen Dimensionen. Es gab mal einen Schweizer Arzt, der hat sein ganzes Pensionskassenkapital und viele Spenden in ein AIDS- Projekt in Afrika gesteckt und das geleitet. Aber irgendwann war das Geld alle. Da kam dann der erste, dem er nicht helfen konnte und der hat den Arzt erschlagen. Völlig zu Recht aus seiner Sicht. Wenn der Arzt anderen half, warum nicht ihm. Selektive Hilfe für Einzelne hat den schalen Nachgeschmack, den jede Selektion hat.

  • R. A. Green sagt:

    Etwas viel Blabla! Es ist immer schön zu sagen, was wir, also die andern, zu tun haben. Am besten unterlegt mit viel Druck auf die Tränendrüsen. Doch eines geht (bewusst?) vergessen: In diesen Kulturen bestehen praktisch keine inneren Mutter-Kind Beziehungen. Die Kinder werden möglichst bald aus dem Hause geschickt. Bestes Beispiel sind der Balkan und die Palästinenser. Kinder werden den Journalisten vorgezeigt um Eigennutz herauszuholen. Dann hat es sich. Es ist eine Verrohung. Und wir reden sofort eine „Traumatisierung“ herbei. Es ist schon richtig, hierorts solche Kinder angemessen(!) zu betreuen. Doch ist es so, dass plötzlich die ganze Sippschaft dasteht und ihre Ansprüche stellt. Dass unsere Behörden dann total überfordert sind, ist sattsam bekannt. Frau Somaruga lässt grüssen…

    • 13 sagt:

      Was für ein zutiefst rassistischer Schwachsinn. Wurde nicht vor Kurzem die Untersuchung veröffentlicht, dass Kinder auf dem Balkan am längsten zu Hause wohnen bleiben verglichen mit ganz Europa? Bei einem Kind, welches auf der Flucht sexuell ausgebeutet wird, muss man eine Traumatisierung herbeireden? Wir müssen sie nicht angemessen betreuen, wir können sie auch in Käfige sperren, funktioniert doch anderswo auch sehr gut….

  • Muttis Liebling sagt:

    «Wir sind verantwortlich für diese Kinder»

    Diese Behauptung ist ganz grundsätzlich falsch. Kein Mensch ist für die Konsequenzen politischer und/ oder wirtschaftlicher Prozesse verantwortlich. D. Trump genauso wenig wie ich. Gesellschaft zu personalisieren ist grob fahrlässig.

    Politik, der sich ausdrückende Aspekt von Gesellschaft, wird nicht von und nicht für Menschen gemacht. Der individuelle Blick versperrt den auf das Wesentliche und behindert das dringend notwendige politisches Denken und Handeln. Wer im politischen Kontext als Mensch reagiert, schadet allen, der Politik und den indirekt betroffenen Menschen.

    • Sportpapi sagt:

      Wer nicht als Mensch reagiert, macht sich unterlassener Hilfeleistung schuldig.

      • Röschu sagt:

        Nein, nein, nein!
        Politische Entscheide, die aus rein emotionalen Gründen getroffen werden, sind meist hochgradig problematisch.

      • Muttis Liebling sagt:

        Unterlassener Hilfeleistung macht man sich nur in einer Mensch- Mensch- Konstellation schuldig, nicht in einem apersonalen sozialen und/ oder politischen Kontext. Mensch bin ich nur privat, nicht in der Öffentlichkeit.

      • maia sagt:

        @Muttis Liebling: Was sind Sie denn in der Öffentlichkeit?

    • tina sagt:

      es geht aber ganz direkt um kinder, die allein unterwegs sind, und nicht um politik.

      • Muttis Liebling sagt:

        Es sind nicht Kinder unterwegs, es sind 68 Mio. Flüchtlinge unterwegs, von denen ein gewisser Teil sich im Kindesalter befindet. Aber es steht nicht das Kind- oder Menschsein, sondern die Flüchtlingsrolle im Fokus. Mich als Mensch berührt das nicht und geht das nichts an.

        Die politische Rolle, welche ich im öffentlichen Raum einnehme, beschäftigt das am Rand. Aber nur am Rand und nicht als Mensch.

      • tina sagt:

        mir ist nun wirklich egal was du da für eine rolle einnimmst ML.
        es ist auch egal, ob das flüchtlingskinder sind oder nicht, und warum sie allein unterwegs sind. tatsache ist: sie benötigen hilfe.
        meine grossmutter war auch auf der flucht, einmal als kind, einmal als mutter von 4 kindern.
        mich als mensch berührt das und geht es etwas an.
        dass es politisch nichts verbessert, wenn man kindern hilft, mag sein. politik ist nicht so meins, das muss ich mir vorwerfen lassen. ich bin extrem dankbar für jeden, der hilft. ich selber bin da etwas unbeholfen und mache nur das 2. schlechteste nach gar nichts tun: etwas geld spenden

      • Anne sagt:

        @ML Na ja,jJeder übernimmt gewisse Rollen.Diese Rollen haben aber hoffentlich doch etwas mit dem Menschen zu tun der in dieser Rolle ist!

      • Muttis Liebling sagt:

        @tina

        Helfen gehört zum Menschsein, aber muss auf der Ebene stattfinden, auf der geholfen werden kann. Wenn das Haus brennt, nutzt es nichts, ins Feuer zu pinkeln oder einen Eimer Wasser reinzuschütten. Es fühlt sich nur helfend an. Spenden sind die historische Fortsetzung des Ablasshandels. Macht man grundsätzlich nicht.

        @Anne

        Rollen haben nur Sinn, wenn die vollständig vom Menschen abkoppeln. Sonst kann man gleich als Mensch handeln und sich das Rollenspiel sparen. Rollen sind dazu da, die Persönlichkeit zu schützen, weil die Rolle Sachen machen kann, die die Persönlichkeit spalten oder diskreditieren.

        Der sichtbare Trump ist eine Rolle. Wäre er die Person, die er spielt, dann gehörte er mit der Diagnose Dissoziative Identitätsstörung in die Psychiatrie.

      • tina sagt:

        ML: nein, es fühlt sich nicht helfend an, wenn man ein wenig geld spendet. zum beispiel an diese frau, die hier interviewt wird, die sich um die alleinreisenden kinder kümmert mit ihrer organisation. sie sagt, sie braucht im moment nichts ausser geld. ich habe sie schonmal in einem dokumentarfilm gesehen und sie äusserte sich auch da sehr direkt und unbeschönigt. wenn also diese frau sagt, sie braucht geld um diesen kindern mit ihren organisationen zu helfen, dann ist das eine spende eine kleine unterstützung. eine kleine hilfe. und nutzt etwas. darum wie ich mich fühle gehts beileibe nicht.
        und jetzt spende ihr einfach etwas.

      • Muttis Liebling sagt:

        @tina

        Das kann man dann nur so stehen lassen. Für mich ist es nicht legitim, Einzelnen zu helfen, wenn Millionen, oder nur ein Dutzend Hilfe brauchen. Einzelnen helfe ich nur im Privaten, oder beruflich, aber nie im Öffentlichen.

        So erzeugt man nur eine Millionenheer von Nichtgeholfenen, die beobachten, das geholfen wird, werden kann und nicht verstehen, warum sie nicht dazu gehören.

    • Martin Frey sagt:

      «Wir sind verantwortlich für diese Kinder»
      Ab dem Moment, wo diese Kinder Schweizer Boden berühren, ist diese Behauptung eben nicht mehr ‚ganz grundsätzlich falsch‘, ML. Auch wenn, und da pflichte ich bei, primär die Eltern, und dann deren Umfeld sowie die Herkunftsländer in der Verantwortung stehen. Diese geben die Verantwortung nicht ab, nur weil die Kinder alleine unterwegs sind. Wofür ich persönlich wenig Verständnis habe.
      Davon zu trennen ist der politische Auftrag, das Richtige zu tun (was auch immer das ist). Auf individueller Ebene jedoch müssen wir uns dieser Kinder annehmen so gut wir können, da führt kein Weg daran vorbei. Auch wenn das keinen Deut zur Lösung der Flüchtlingsproblematik beitragen wird.

      • Muttis Liebling sagt:

        Für die Lösung politischer Probleme haben sich die Menschen ab ca. 1000 n.Ch. Staaten erfunden. Betritt ein Kind den Boden der Schweizer Eidgenossenschaft, ist dies ein ausschliesslich politisches, kein privates Problem. Begegnet mir dieses Kind zufällig, verhalte ich mich so indifferent, wie zu jedem Kind.

        Ich habe ganz explizit kein privates Verhältnis zu nicht privaten Sachverhalten.

    • Anh Toàn sagt:

      „Politik wird nicht von Menschen gemacht“ von wem denn?

      „Politik wird nicht für Menschen gemacht“: Ja die völkischen sagen, die Politik sei für das Volk, nicht die Menschen: So ganz wie das Zitat von Ihrem preussischen Landsmann: „Hunde wollt ihr ewig leben?“

      • Muttis Liebling sagt:

        Politik wird von politökonomischen für politökonomische Strukturen gemacht. Nicht für Menschen und auch nicht für Völker.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling
        das hat jetzt aber nicht wirklich die Frage beantwortet, oder?
        Strukturen, politökonomische Ideen existieren ja nicht im luftleeren Raum, die brauchen Köpfe, Hände&Füsse um ausgearbeitet, formuliert&umgesetzt zu werden. Weder schweben sie vom Himmel herab, noch verhält sich unser Menschsein zu ihr wie das einer Ameise im Ameisenstaat wo es seit jeder Menge Zeit immer genau nach demselben Schema läuft.

        Ich verstehe ja dass man sich nicht allzusehr von Emotionen leiten lassen sollte, aber das andere Extrem, alles auf Distanz zu reduzieren, scheint mir genauso falsch. Zumal es bloss eine vorgegaukelte Distanz ist, durch unseren Konsum sind wir zwangsläufig mit viel Unrecht verhängt.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Brunhild,

        Ideen sind Ideologien und als solche vormenschlich. Gott hat allen Dingen einen Namen gegeben und Aufgabe der Menschen ist es, diesen Namen zu finden. Nicht zu erfinden.

        Wenn Menschen einem politischen Ideal folgen, ist dies kein menschliches. Ich, der Mensch, den nur ich und meine Kinder kennen, ich habe keine politischen Eigenschaften. Für Politik habe ich eine Rolle, die hat nichts Menschliches. Der Mensch in mir reagiert nicht auf Politik und die Rolle reagiert nicht auf Mensch.

        Wenn heute Abend ein Flüchtling meine Tochter vergewaltigt und erschlägt, ändert das meine politische Sicht auf Migration um kein Nanometer. Umgekehrt beeinflussen auch politische Grossereignisses nicht den Menschen in mir. Es gibt keine Interferenz zwischen privat und öffentlich.

  • Roland K. Moser sagt:

    Nein!
    Wir sind nicht verantwortlich für deren Kinder. Die Eltern der Kinder sind verantwortlich für deren Kinder. Und die Zustände in deren Heimatländern gehen uns schlichtweg nichts an.
    In der Schweiz hat es zehntausende einheimische Kinder, welche von ihren Eltern oder Pflegeeltern misshandelt werden. Diese Kinder gehen uns etwas an.

    • Paul Levi sagt:

      Klar kann man so unmenschlich argumentieren. Doch zum Glück sind die meisten Menschen nicht so und haben Mitgefühl für alle Menschen die in Not sind. Es ist auch klar, dass die Schweiz nicht die Welt retten kann, doch wenn jemand wie Frau Crnojević wenigstens einen kleinen Teil helfen kann, dann verdient sie Unterstützung.
      Die Doppelmoral ist besonders ätzend. Sie sagen, dass uns nur die Kinder in der Schweiz angehen, die misshandelt werden. Doch was genau machen Sie für diese? Was macht die SVP z.B. gegen Armut der Eltern? Gibt es z.B. günstigere Krippen? Nein, denn Leute wie Sie, sind dagegen. Es ist ätzend, wenn man vorgibt, die Schweizer zu helfen, aber dann doch nichts tut, und das wieder den verhassten Linken überlässt.

      • Martin Frey sagt:

        „Die Doppelmoral ist besonders ätzend. Sie sagen, dass uns nur die Kinder in der Schweiz angehen, die misshandelt werden. Doch was genau machen Sie für diese? Was macht die SVP z.B. gegen Armut der Eltern?“
        Völlig richtig, Herr Levi. Nicht nur ist es ja die SVP, die sich jeglicher grosszügigerer Unterstützung von Flüchtlingslagern in der 3. Welt entgegenstellt. In der Schweiz stellt sie sich bezeichnenderweise gegen mehr Kinderschutz und beschränkt sich ansonsten darauf, die KESB unter Dauerfeuer zu halten.
        Wer A sagt, muss auch B sagen. Nur macht das niemand in der Politik, die SVP schon gar nicht.

    • Tobias Meyer sagt:

      In einer globalisierten Welt sind wir mitverantwortlich. Deal with it.

    • Sportpapi sagt:

      @Roland K. Moser: Warum dieses hin und her? Warum sollen wir plötzlich für Kinder zuständig sein, die nicht in unserer Familie aufwachsen? Die Eltern sind doch verantwortlich…
      Beginnt dann die Grenze in der Nachbarschaft, in der Gemeinde, dem Kanton, dem Land? Wie ist das zu begründen?

    • 13 sagt:

      @ Herr Moser
      Wie geht es Ihnen? Passt das schöne, von einem indischen Kind, dass Sie nichts angeht, genähte, T-Shirt? Sitzt es gut? Schmecken die Erdbeeren aus Spanien, für die eine Nordafrikanerin als Sklavin arbeitet und damit nicht für ihre Kinder, die Sie nichts angehen, sorgen kann, aber zum Dank nachts den Vorgesetzten beglücken darf? Wie funktioniert das neue tolle Smartphone aus Rohstoffen produziert, dass ein kongolesisches Kind, dass Sie nichts angeht, aus dem Boden geholt hat? Haben Sie darauf gelesen, wie gut es der Schweiz geht? Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, ist das nicht toll? Wir sorgen ja auch für die Beibehaltung der Arbeitsplätze, indem wir der Rüstungsindustrie helfen. Dass damit Kinder ermordet werden. Nun ja, die gehen Sie doch nichts an. Oder?

      • Anne-Sophie sagt:

        @13 Zum Glück sind Sie im MB! Ich finde gewisse Aussagen von Personen hier so eklig….

      • Synn sagt:

        Danke 13, dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen!

      • Eduardo sagt:

        Ein verfehlter, gedankenlos rummoralisierender Kommentar, 13.

        Das Elend der Kinder in armen Ländern ist selbstverschuldet, denn wer so vermindert intelligent ist, ständig weit mehr Kinder in die Welt zu setzen (dank permanentem Bettvergnügen wohlbemerkt), als er anständig versorgen kann, der soll dann nicht rumjammern und seine Kinder zur Arbeit zwingen.

        Selbst wenn es um die eigene Altersversorgung ginge (eher ein westlicher Mythos, unter anderem, weil man in armen Ländern nicht sonderlich alt wird), wäre dieses zutiefst egoistische Verhalten der Eltern den eigenen wehrlosen Kindern gegenüber extrem perfid.

        Wer es fassen kann, der fasse es.

      • Sigi K. sagt:

        Kinder sind immer unschuldig. Es ist schockierend, wie viele kaltherzige Menschen es auch in der Schweiz gibt.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.