Lasst Kinder verschiedene Geschlechterrollen ausleben!

Bub oder Mädchen? Manchmal ist die Grenze auch einfach nur fliessend. Foto: Istock

Ist von Transmenschen die Rede, denkt man in der Regel an Erwachsene. Es gibt aber auch Transkinder. Kinder also, die sich einem Geschlecht zugehörig fühlen, rein körperlich aber dem gegenteiligen Geschlecht angehören. Das «NZZ Format» hat diesen Kindern Ende Mai einen Dokfilm gewidmet.

Der Beitrag beginnt mit der Familie von Luana, einem Transmädchen. Sie wurde 2013 als Junge geboren, lebt unterdessen aber als Mädchen. Luana – damals noch Luca – habe «schon mit drei ein stark geschlechtsabweichendes Verhalten» gezeigt, sagt die Stimme aus dem Off. Die Mutter erzählt, was genau gemeint ist: «Schon 2015 ist mir aufgefallen, dass sie mehr mit Mädchen spielt und Pink immer gerne hatte.»

Fast hätte ich den Fernseher gleich wieder ausgeschaltet, weil mir diese Stereotypen langsam zum Hals heraushängen: «Richtige» Mädchen lieben Pink und Glitzer, sind zurückhaltend und brav, zeichnen und tanzen gern. «Echte» Jungs hingegen sind wild, kämpferisch, mutig und mögen vielleicht Blau, aber eigentlich interessieren Farben und Kleider sie gar nicht so sehr. Dass nun auch noch die Mutter eines Transkindes diese Vorurteile zementiert und man genau diese Aussagen an den Anfang des Dokfilms stellt, hat mich extrem geärgert.

Den Bub Prinzessin spielen lassen

Aus Neugier habe ich trotzdem weitergeschaut, und zum Glück wurde das Ganze wieder etwas relativiert. Dagmar Pauli, Chefärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Zürich, sagt im Film, dass Kinder sehr häufig zwischen den Geschlechterrollen wechseln: «Man muss sich deshalb auch nicht gleich Sorgen machen, dass das Kind trans sein könnte, sondern sollte es darin unterstützen, Gendervarianz leben zu dürfen.»

Ein guter Ratschlag, der für Eltern nicht immer einfach umzusetzen ist. Ich habe selbst erlebt, dass ich schräg angeschaut oder sogar als schlechte Mutter bezeichnet wurde, weil ich meinem damals dreijährigen Sohn erlaubt habe, sich beim Spielen als Prinzessin zu verkleiden und ihm sogar ein solches Kleid mitsamt Krone geschenkt habe. Ab und zu habe ich ihn auch in der Montur mit in den Supermarkt genommen. Ich glaube nicht, dass es ihm geschadet hat. Er war in diesen Momenten überglücklich. Und heute rennt er trotzdem – «typisch Junge» – im Fussballshirt herum und liebt sein Holzschwert genauso wie früher seine Elsa-Puppe.

Nicht alle Mädchen müssen typisch Mädchen sein!

Die für mich wichtigste Aussage des Dokfilms war auch aufgrund dieser Erfahrungen die Folgende: «Ungefähr 5 bis 10 Prozent der Kinder zeigen geschlechtsvariantes Verhalten», so Pauli, «aber es gibt auch Kinder mit sehr stark geschlechtsatypischem Verhalten, die nicht trans sind und auch nicht trans werden. Weil das einfach Menschen sind mit atypischen Verhalten. Es müssen ja nicht alle Mädchen typisch Mädchen und alle Jungen typisch Jungen sein.»

Ich wiederhole es gerne noch einmal: Es müssen sich nicht alle Kinder genau gleich verhalten – und auch nicht alle Erwachsenen übrigens. Und man muss auch nicht sein Leben lang gleich bleiben, sondern darf sich verändern. Wir können die Geschlechterstereotypen noch so oft herunterbeten, wahrer oder für jeden zwingend werden sie dadurch nicht. Sie erzeugen höchsten Druck, weil die Kinder glauben, sich entsprechend verhalten zu müssen.

Meine beiden Kinder entsprechen den Stereotypen auch heute noch nicht. Meine Tochter ist zwar in vielem «typisch Mädchen», aber genauso oft treffen den Jungs zugeordnete Attribute auf sie zu. Und dasselbe bei meinem Sohn, ein guter Mix aus «typisch Junge» und «typisch Mädchen». Eigenständige Persönlichkeiten eben, keine lebendigen Klischees.

Lesen Sie dazu auch: Zu wild für ein Mädchen?, Niemand wirft «wie ein Mädchen»! oder: Wenn aus dem Sohn eine Tochter wird.

108 Kommentare zu «Lasst Kinder verschiedene Geschlechterrollen ausleben!»

  • markus kohler sagt:

    Was die meisten Leute nicht ertragen ist Durchschnitt zu sein. Aber statistisch gesehen sind sie eben gerade durchschnittlich, vielleicht nicht in jeder Hinsicht, aber doch insgesamt nur Durchschnitt.
    Die urbanen, feministischen, linken Frauen sehen sich sowieso als ganz besonders an und dann müssen auch ihre Kinder so sein. Die Jungs sind dann sehr mädchenhaft, da es ja nur ein politisch korrektes Geschlecht gibt und die Mädchen sind dann alle stark, selbstbestimmt, wild, frei und selbstverständlich hochintelligent. Das Ganze hat vor allem mit dem Narzissmus vieler Eltern zu tun und nicht mit der Realität der Kinder.

    • Sportpapi sagt:

      Ich würde mir allerdings für unsere Gesellschaft schon hoffen, dass die Mehrheit der Kinder, weit über dem Durchschnitt, „stark, selbstbestimmt, wild, frei und selbstverständlich hochintelligent“ ist.
      Spricht ja nichts dagegen, oder? Schon gar keine Statistik.

      • Markus Kohler sagt:

        @ Sportpapi. 40% der Kiddies legen heute irgendeine Form von Matura ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kiddies jetzt alle besonders begabt oder fleissig sind. Die Anforderungen wurden einfach runtergeschraubt damit möglichst viele Eltern und ihre Kinder ihre Illusion besonders zu sein aufrechterhalten können.
        Es ist hart, aber Frustration auszuhalten ist ein zentraler Bestandteil jeder wahrhaftigen Ausbildung. Diese Lektion ist vergessen gegangen.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus Kohler: Ich glaube nicht, dass irgendwo die Anforderungen heruntergeschraubt wurden. Im Gegenteil.
        Aber wenn Sie es besser wissen, dürfen Sie das gerne belegen.

    • tina sagt:

      man muss ja nicht immer nur nach negativen beweggründen suchen. wir als eltern pendeln wieder zurück und versuchen unseren kindern zu geben, was wir nicht bekamen. aber eigentlich machten das unsere eltern auch. die mutter meines vaters hingegen hatte 2 kriege überlebt und andere sorgen

    • Schlumpfine sagt:

      Gut auf den Punkt gebracht.

  • Robert Kastasek sagt:

    Die Respektlosigkeit von Frau/Herr Jeanette Kuster gegenüber Unbekannten nervt mich sehr.
    Frau/Herr Jeanette Kuster bildet ein, dass man einmalige Erfahrung einer Person hat die Gültigkeit für ganzes Leben.
    Das ist Armutszeugnis für Mutter, Journalistin und Kommunikations-Fachfrau.
    Die Frage ist: wie kann man sinnentleerten Menschen verstehen?

  • tina sagt:

    falls mein beitrag von vorhin publiziert werden sollte muss ich ergänzen:
    ich persönlich würde gar nicht an jenen leuten herummäkeln, deren idee von weiblichem auftritt ich doof finde. aber wenn an mir herumgemäkelt wird, und ich mir darüber gedanken mache, komme ich eben zu diesem schluss.

    und zu dem gedanken weiter unten, woran man messen könne oder wolle, ob man sich nun männlich oder weiblich fühle: ich glaube es geht wirklich nur um ein zugehörigkeitsgefühl. man fühlt sich männlich oder weiblich, die meisten nicht 100% aber doch deutlich auf einer seite. man muss das nicht begründen. die differenzierten begriffe helfen es zu thematisieren

  • tina sagt:

    ich war als kind überhaupt nicht mädchenhaft mit meinem auftreten, aber ich war auch nicht wild oder wollte kämpfen oder solche dinge, die man jungs zuschreibt. als teenager bewegte ich mich in einem milieu, das ziemlich queer war, wenn ich zurückdenke, wobei das nur wenigen auch so bewusst war, die dazugehörten.
    es wurde an meinem zu wenig weiblichen auftreten herumgemäkelt, von leuten, deren ansicht von weiblich und sexy erst als ich wegen deren aussage darüber nachdachte, für meinen geschmack halt recht doof ist.
    unterm strich: ich denke, es gibt leute, die halten einfach nur nichts vom aktuellen hiesigen stand des geschlechtstypischen auftretensollens, ohne transgender zu sein

  • Maya Hug sagt:

    Locker bleiben: Es ist nicht jedes Mädchen gleich abnormal, nur weil es gerne pink hat und Puppen spielt.

  • Tony Petz sagt:

    Es erstaunt wie oft sich Menschen, wie hier Frau Kuster, über Stereotype aufregen. Tatsache ist nun mal, dass Stereotype zwischen den Geschlechtern statistisch signifikant sind. Wenn 60 Prozent der Mädchen Pink lieben, heisst das, dass die restlichen 40 Prozent diese Farbe nicht lieben. Wenn 80 Prozent der Buben lieber mit Autos spielen, dann spielen 20 Prozent lieber nicht mit Autos. Es gibt eine enorme Variabilität zwischen den Gendern. Wenn Frau Kuster sagt, das ihre Tochter und Sohn untypisch stereotype Eigenschaften aufweisen, ist das eine anektotische Aussage, die für alle Kinder zutrifft. Dies heisst aber in keinster Weise, dass Stereotypen zwischen den Gendern nicht existieren. Um es einfacher auszudrücken. Männer sind signifikant anders und Frauen auch aber bestimmt nicht gleich.

    • H. Hoch sagt:

      Danke für dieses Statement. Genau meine Meinung! Frauen und Männer sind nicht gleich und das ist schön, gut und bringt vielfältigkeit!
      (Die Gleichberechtigung ist ein anderes Thema).

  • Lala sagt:

    Ich finde diese ganze Diskussion schlicht extrem aufgebläht.

    Wie viele Leute betrifft das denn? Ich meine mal 0.5% gelesen zu haben. Nicht, dass deswegen die Probleme dieser Menschen nicht ernst genommen werden sollten, mich dünkt aber es wird überproportional darüber berichtet.

    • Fritz Bünzli sagt:

      Die Diskussion wirkt medial In etwa gleich stark aufgebläht wie diejenige um die handvoll muslimischer Terroristen (im Vergleich zur muslimischen Weltbevölkerung) die sich hie und dort in die Luft sprengt. So funktionieren die Medien nun mal.

      • Soggi Reinhardt sagt:

        Sehr spezieller Vergleich! Das eine stört vielleicht optisch den einen oder denn andern und bei Ihrem anderen Beispiel endet es für ein paar Menschen tödlich 🙁

      • Martin Frey sagt:

        @Reinhardt
        Der Vergleich ist nicht speziell, sondern in jeder Hinsicht daneben, menschenverachtend und zynisch.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Zynischer als mein absichtlich überspitzter Vergleich finde ich diejenigen Personen, die die Thematik verleugnen und verniedlichen. Auch wenn nur 0.5% der Weltbevölkerung davon betroffen ist.

      • Martin Frey sagt:

        Eigentlich waren Sie es, Herr Bünzli, der die Thematik durch diesen unsäglichen Vergleich verleugnet und verniedlicht haben.
        Notabene, 0.5% der Weltbevölkerung sind relativ viele Menschen.

    • Angie sagt:

      Danke, geht mir genauso. Dieses Jahr hab ich den Eindruck , dass Gender ständig thematisiert wird. Lasst Kinder einfach Kinder sein . Genderthemen sind von Erwachsenen konstruiert .
      Ich hab mal von einem Paar gelesen , das das Geschlecht des Kindes nicht preisgeben möchte . Das finde ich dann doch extrem übertrieben .

    • 13 sagt:

      Nun ja, Tatsache ist nun mal, dass für diejenigen, die der Mehrheit angehören, soviele Kleinigkeiten im Alltag einfach Belanglosigkeiten sind, während genau die gleichen Dinge für Menschen, die eben Minderheiten angehören, schwierig sind.
      Ein Bericht über Amelie, wie sie im Röckchen in den Kindergarten spaziert, dort in der „Bäbiegge“ spielt und dann wieder heimgeht, ist eben nicht das Gleiche, wie über Marc, der das Gleiche tut. Weil darauf anders reagiert wird. Ich, und Sie vermutlich auch, habe in meinem Leben noch nie darüber nachgedacht, auf welche öffentliche Toilette ich gehe und noch nie Angst hatte, dafür irgendwie schief angeschaut oder kritisiert zu werden. Bis ich einem Transmenschen begegnete, der mir erzählte, dass er aus Angst nie auf eine ginge.

    • 13 sagt:

      \2 Ich setze mich auch im Bus hin und denke nicht gross darüber nach, wer sich neben mich setzt und weshalb. Meine indische Freundin hat mir aber als Teenager mal erzählt, sie setze sich nie hin, da es ihr peinlich sei, dass der Platz neben ihr so oft frei bleibt, auch wenn alle anderen voll sind oder Menschen aufstehen und einen anderen Platz suchen, wenn sie sich neben sie setzt. Mir war das nie bewusst.
      Auch gehe ich einfach eine Treppe hinauf und denke nicht immer an die Herausforderungen Menschen mit Gehbehinderungen.
      Solche Beispiele gibt es massenhaft. Und es ist durchaus wichtig, darüber zu berichten und zu sensibilisieren.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Der Platz neben mir bleibt auch manchmal frei. Bin irgendwie Angst einflössend… Aber ich wüsste nicht, warum nann nicht neben einer Inderin sitzen sollte. Wie ist sie denn gekleidet?
        Und welche Toilette? Ergibt sich das nicht aus dem Aussehen und Auftreten?

      • 13 sagt:

        @ sp
        Sie war damals ein Teenager, eine Klassenkamerdin, mit der ich enger bedreudet war, gekleidet mal westlich, mal traditionell, je nach Lust und Laune. Gepflegt. Und sei mir nicht böse, aber wer keine Rassismuserfahrung gemacht hat, kann es nicht beurteilen, wie es sich anfühlt. Wir können die Augen vor Alltagsrassismus verschliessen, so tun, als sei er nicht da, andere Gründe suchen, und es ist ein Privileg, es zu können, aber verschwinden tut er deshalb nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wer bin ich denn, dass ich da widersprechen würde. Allerdings habe ich mir gedacht, dass die Freundin dann eher „traditionell“ gekleidet war. Und ich bin nicht sicher, ob ich es gleich als Rassismus werten muss, wenn man etwas Abstand zum „Fremden“ hält.
        Es war übrigens ernst gemeint, dass auch der Platz neben mir meist lange leer bleibt. Man sitzt auch lieber neben Frauen, beispielsweise.

  • Michael sagt:

    Nebst Transgender gibt’s noch Tranvestiten. Es sind gar nicht so wenige Heteromänner, die gerne Frauenkleider tragen.

    • Nala sagt:

      Wieso werden Kleider überhaupt als Männer/Frauenkleider taxiert? Wenn ein Mann etwas trägt ist es Männerkleidung, wenn eine Frau etwas trägt ist es Frauenkleidung. Frauen tragen doch nun schon so viele Jahre Hosen und kein Mensch kräht mehr danach, dass das Männerkleidung sei. Männer sollen doch genauso tragen dürfen was sie wollen. Egal ob Hose, Rock, Nylonstrumpfhose, Boxershorts, Stringtanga oder meinetwegen BH.
      Und keiner wird deshalb zum Travestiten, Homosexuellen oder Transgender. Er ist und bleibt Mann.

  • Urs Gasser sagt:

    Locker bleiben: Es ist nicht jeder Bub gleich krank, nur weil er sich nicht stricken und nicht mit Puppen spielen will.

  • tststs sagt:

    „Fast hätte ich den Fernseher gleich wieder ausgeschaltet, weil mir diese Stereotypen langsam zum Hals heraushängen“
    Wahrscheinlich auch, weil wieder einmal Transgender und Transsexuell einfach in einen Topf geworfen werden.
    Die allermeisten Kinder (also das behaupte ich mal so), die sich im falschen Körper fühlen, sind eigenlich gar nicht transsexuell (also sie wollen eigentlich den anderen Körper, wollen lieber ein Schnäbi oder umgekehrt), sie sind einfach „nur“ transgender… sie wollen Dinge haben und tun, die eigentlich typischerweise dem anderen Geschlecht zugeordnet werden (bestimmte Sportarten, Glitzerkleidli für Jungs, Sidecut für Mädels etc.). Da geht es gar nicht darum, im falschen Körper zu sein… nur in der falschen Gesellschaftsepoche!

  • Lea sagt:

    Kinder in die eine oder andere Richtung zu drängen finde ich doof.
    Von den heterosexuellen erwachsenen Menschen die ich näher kenne, haben alle mehr oder weniger verhaltensweisen, welche als typisch fürs andere Geschlecht gelten, was ich normal finde.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    „…manchmal ist die grenze auch einfach nur fliessend…“. genau. schaffen wir doch die geschlechter – also auf dem papier, gleich ab. zusammen mit der evolution, welche natürlich dem feminismus untergeordnet sein soll. sorry. ich kann den ganzen gender-wahnsinn nicht mehr ernst nehmen. aber eben. zeitgeist. hauptsache nicht mehr normal.

    • Elmar Scherrer sagt:

      Das ist nicht Zeitgeist, das ist Fortschritt.
      Wenn Sie dieser ganzen Thematik entgegen allen Experten und deren Daten und Analysen keine Wissenschaftlichkeit zusprechen, sondern das Ganze einfach nur als einen angeblichen „Wahnsinn“ abtun, dann müssten Sie doch zumindest Argumente oder Gegenbeweise anführen. Sonst glaubt Ihnen doch niemand.

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        …ja dann – herr scherrer – es lebe der äh-fortschritt! auch wenn der zenith überschritten ist. und wissen sie, ich mag das nicht mehr zum x-ten mal erläutern. und da es mich auch nicht mehr betrifft, gibts nur noch giftspritzen. 😉 aber ich akzeptiere selbstverständlich, dass ich hier wohl nicht mehr „zeitgemäss“ bin.

      • Elmar Scherrer sagt:

        Eigentlich wären Kommentare ja genau dazu da: um etwas zu erläutern.
        Aber wenn Sie das nicht mehr mögen, können Sie natürlich auch weiterhin einfach ein paar Behauptungen aufstellen, die den Experten widersprechen, für die Sie aber keine argumentative oder wissenschaftliche Grundlage haben. Ich frage mich einfach, was solche Kommentare überhaupt bringen ausser Desinformation.

      • Sportpapi sagt:

        Welche Experten, Elmar Scherrer? Mit welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen?

      • sottosopra sagt:

        Da ich mich vornehmlich im Fachbereich der Soziologie auskenne, kann ich beispielsweise das Werk „Die männliche Herrschaft“ von Pierre Bourdieu empfehlen. Bourdieu ist zwar insofern kein typischer Experte, da er sich nur gegen Ende seines Lebens mit der Geschlechterthematik befasst hat, dafür tragen seine Forschungen zu Macht- und Herrschaftsverhältnissen sowie zum Habitusbegriff (demnach werden das Auftreten bzw. die Praktiken einer Person von seinem Habitus beeinflusst) eine etwas andere (dennoch wissenschaftliche) Sichtweise zum Thema bei.

    • tststs sagt:

      Werter Rittermann, verstehen Sie den Unterschied zwischen transsexuell und transgender?
      Niemand will die biologischen Geschlechter abschaffen (transsexuell), aber wir wollen, dass gewisse Dinge und Verhaltensweisen nicht mehr als typisch männlich oder typisch weiblich gelten, so dass sich ein Kind FREI entwickeln kann (das Verhalten an den Tag legen und die Dinge mögen, die es per Menschsein und nicht per Geschlecht bevorzugen soll).

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        wie soll sich ein kind zurechtfinden, wenn es nicht mehr weiss, was es ist?

      • tststs sagt:

        Werter Herr Rittermann, sich dummstellen steht Ihnen so gar nicht!
        Ein Kind „darf“ sehr wohl wissen, welches biologisches Geschlecht es hat. (aka sex)
        Es soll aber auch wissen, dass es aufgrund seines Geschlechts nicht in seinen Vorlieben, in seinem Tun, in seinem Fühlen „typisch“ verhalten muss (aka Gender).
        Wissen Sie, nur weil ich das Gendergeschlecht abschaffen will, heisst das noch lange nicht, dass ich das biologische Geschlecht verneine.

        Aber Sie dürfen mir gerne nur einen einzigen Vorteil von Gendereinteilungen nennen, dann bin ich gerne bereit, meine Position zu überdenken…

      • Sophie sagt:

        Haben Sie einen Sohn und eine Tochter?Ob Sie mit Puppen oder Autos spielen ist völlig egal…Röckchenphase bei Jungs auch völlig ok….Ich würde behaupten,die meisten Familien versuchen ihren Kindern möglichst viel Freiheit in Ihrere Entwicklung mitzugeben.Ein Mädchen ist nunmal ein Mädchen!Ein Junge ein Junge!
        Bei meiner Tochter im Gymi hat es ein Transgenderjunge.Die Jugendlichen haben überhaupt keine Probleme mit ihm.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Dass etwas als typisch männlich oder typisch weiblich „gilt“, hat damit zu tun, dass es meist bei Männern oder Frauen deutlich mehr verbreitet ist. Das kann man nun mal nicht einfach wegdiskutieren.
        Deswegen kann sich ein Kind dennoch relativ frei entwickeln.

      • tststs sagt:

        @SP: Schon mal was von selbsterfüllender Prophezeihung gehört?
        Gender sagt eigentlich mehr über den jeweiligen Zeitgeist aus als über die Geschlechter!

      • flori antha sagt:

        @tststs: mmh, und woher wissen wir welche Verhaltensweisen nun vom Geschlecht abhängen und welche nur durch gesellschaftliche Stereotype bedingt sind? Zumindest die klassische, qualitative Genderforschung ist nicht sehr produktiv in der Generierung entsprechender Daten.

      • flori antha sagt:

        @tststs: Der Vorteil von Gendereinteilungen? Ganz einfach: sie machen Spass. Die meisten Männer schätzen feminine Frauen und die meisten Frauen maskuline Männer. Sie nehmen Stereotype viel zu ernst: man kann in der Orientierung an ihnen Spass haben und das hindert einen auch nicht daran damit zu spielen und Spielarten zuzulassen.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Das ist wohl zu billig. Was gibt es denn für typische Gender-Zuordnungen, die mit dem Zeitgeist gewechselt haben?

      • maia sagt:

        @Sportpapi: z.B. noch vor gut 100 Jahren war (hell-)blau die Farbe für Mädchen und rosa die Farbe für Jungs.

      • maia sagt:

        @Sportpapi: noch vor gut 100 Jahren war (hell-)blau die Farbe für Mädchen und rosa diejenige für Jungs.

      • Muttis Liebling sagt:

        @maia

        Rot, textil zuerst als Purpur realisiert, ist die Farbe der Macht. Kardinäle und Kaiser tragen rote Mäntel. Jesus bekam einen Purpurmantel von Pontius Pilatus samt Dornenkrone angezogen, um zu demonstrieren, dass Jesus der König der Juden, aber kein Gott ist.

        Mädchen einen Rotton zuzuordnen ist entweder vorweg genommene Genderkultur, oder ein lokales Missgeschick der westlichen Welt. Weltweit ist es so, wie hier vor 100 Jahren.

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Das Beispiel kommt immer wieder. Ok. Tatsächlich sehe ich hier auch kein biologisch bedingtes Geschlechtsmerkmal. Und wenn, ist unklar ob heute die Verzerrung stattfindet oder früher.

  • Cybot sagt:

    Das Problem ist doch nicht ansatzweise symmetrisch. Mädchen, die raufen und lieber Hosen tragen, gab es doch immer, ich hatte noch nie das Gefühl, dass das nicht akzeptiert war, im Gegenteil, sie wurden eher als stark wahrgenommen. Die schickte man halt in die Pfadi oder zum Fussball, kein Problem. Aber sobald ein Junge auch nur ein bisschen rosa tragen will oder Puppen mag, ist das gleich ein Weltuntergang. Unser männliches Rollenbild ist wesentlich beschränkter als das weibliche. Das zeigt sich auch in der Mode: Eine Frau kann problemlos in „Männerkleidung“ herumlaufen. Umgekehrt – unmöglich.

  • 13 sagt:

    Man sollte vielleicht Geschlechtsidentität und Stereotypen auseinanderhalten. Ein Mädchen, das einfach gerne mit Autos spielt und blau pink vorzieht, hat mit trans nichts zu tun, sondern mit persönlichen Vorlieben. Das heisst aber gerade nicht, dass sie sich als Junge fühlt und als solcher wahrgenommen werden will. Hingegen ist es nicht ausgeschlossen, dass der Junge, der gerne den Fussball kickt sich eigentlich als Mädchen fühlt und lieber als Klara anstatt Karl wahrgenommen werden müsste. Und der Junge im Prinzessinnenkleid ist oft genau das: ein Junge im Kleid. Es ist künstlich, da irgendwie von einem auf das andere schliessen oder auch nur eine Verbindung herstellen zu wollen. Auch in einer (perfekten) Welt ohne stereotypischen Gesellschaftserwartungen gäbe es Transmenschen.

    • Anh Toàn sagt:

      @13 “ Auch in einer (perfekten) Welt ohne stereotypischen Gesellschaftserwartungen gäbe es Transmenschen.“

      Vielleicht ist ja meine zu absolut für die Vielfalt des Lebens, aber:

      Ein Transmensch sagt: „Ich habe den Körper eines Mannes, bin aber eine Frau.“ Woran misst sie, dass sie eine Frau ist? An den biologischen Unterschieden nicht, da erkennt sie ja, sie ist ein Mann. Sie kann auch nicht wissen, wie andere Frauen (oder Männer) fühlen, empfinden. Sie hat nichts anderes um sich als Frau zu identifizieren als die geschlechtsspezifischen gesellschaftlichen Erwartungen.

      Allenfalls könnte man sagen, es gäbe zu weitgehende gesellschaftliche Erwartung. Ein Junge, der sich als Prinzessin mal verkleiden will, wird ein Mann, aber aus immer als Prinzessin rumlaufen, wird Frau.

      • 13 sagt:

        @ Anh
        Ich bin in meinem Leben noch nie als Prinzessin herumgelaufen. Bin ich jetzt ein Mann?
        Die Geschlechteridentität geht tiefer als eine Farben- oder Musterwahl. Wer sich die Frage schon gar nie stellte, sondern eigentlich immer weiss, welchem Geschlecht er*sie angehört, kann trotzdem viele Erwartungen in Frage stellen, ohne am eigenen Geschlecht zu zweifeln.

      • Anh Toàn sagt:

        @13: „Ich bin in meinem Leben noch nie als Prinzessin herumgelaufen. Bin ich jetzt ein Mann?“

        Ist mir egal. Was mich interessiert ist, woran Sie messen, ob Sie ein Mann oder eine Frau sind.

        Sie brauchen einen externen Masstab, sie können das nicht aus ihrem tiefsten Inneren messen. Ein Transgender auf eine einsame Insel von einer Seelöwin gerettet und da gesäugt, wird merken, dass er kein Seelöwe ist, aber nie, ob (Sie würden sagen, „dass“) er Transgender ist.

        Ich meine: Ein Transmensch wird vom grossen Teil der Gesellschaft wegen deren geschlechtsspezifischen Erwartungen, sozial/psychisch/psychologisch/seelisch entgegen seinem biologischen Geschlecht wahrgenommen. Und er übernimmt dann diese Identifizierung. Identifizierung ist Wechselwirkung zwischen Ich und Gesellschaft.

      • 13 sagt:

        Ich weiss, was Sie meinen und kann auch beipflichten, nur schaffe ich es gerade nicht zu erklären, was ich meine. Eine Geschlechteridentität ist in meinen Augen universell und nicht vom Zeitgeist abhängig. Zu ihr gehört sicher die Rolle in der Fortpflanzung, wie auch eine Art Zugehörigkeitsgefühl zu den Geschlechtergenossen. Wenn ich aber von stereotypischen Erwartungen spreche, dann sind diese eben durchaus durch den Zeitgeist und kulturell geprägt. Würde Transsexualität (nicht, aber vielleicht auch transgender) davon abhängen, würde das heissen, dass eine Person in einer kulturellen Gemeinschaft transsexuell wäre, während sie es in einer anderen nicht ist, weil die Erwartungen anders sind. Und in dem Fall wäre sie nicht so geboren, sondern dazu gemacht. Das glaube ich eher nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Das mit dem externen Massstab ist noch schwierig. Wie im Sport die Diskussion um die Intersexualität zeigt (Caster Semania etc.).
        Andererseits ist ja für die meisten Menschen völlig klar, zu welchem Geschlecht sie gehören. Und meist verhalten sie sich auch entsprechend.

      • 13 sagt:

        „Und meist verhalten sie sich auch entsprechend.“

        Ja, leider. Besser wäre es, sie würden sich ihrem Charakter entsprechend verhalten, als dem Geschlecht. Ja, manchmal fällt das zusammen, dass das „meist“ der Fall ist, bestreite ich sehr…mit Transsexualität hat das aber wenig zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Dass der Charakter nichts mit dem Geschlecht zu tun haben soll, bestreite ich auf der anderen Seite sehr. Ich kann nicht glauben, dass sich eine grosse Gesellschaftsgruppe so ganz anders verhält, als es eigentlich gerne würde.
        Und ich sehe auch keine Hinweise, die eine solche These stützen würden.

    • tststs sagt:

      Dochdoch, es ist schon trans, transgender. Aber eben, es ist nur deshalb transgender, weil vorher irgendwer WILLKÜRLICH festgelegt hat, was seinem Gender entsprechen soll!
      Sie haben aber insofern recht, dass es deshalb noch lange nicht transsexuell ist (also ein Junge sein will!)
      Und wenn, dann will es nicht ein Junge sein, weil es ein Schnäbi und Hoden (und Brusthaar und einen Adamsapfel) haben will, sondern weil es und seine Vorlieben von der Gesellschaft als Junge eher akzeptiert werden würde!

      • 13 sagt:

        Nicht, dass das nicht korrekt wäre, aber ich habe Mühe mit dem Wort transgender in diesem Zusammenhang. Denn einerseits beinhaltet es eine grundsätzliche Anerkennung der Rollenzuteilung und zweitens gibt es kaum einen Menschen auf der Welt, der nach dem Gender-Begriff nur weiblich oder männlich ist. Ab wann wäre es denn Transgender? 50%? Wie misst man das?

      • mila sagt:

        Ich frage mich ja, weshalb es einen (neuen) Kunstbegriff braucht, um etwas zu charakterisieren, was bereits mit den Begriffen Individuum und Mensch abdeckt wird…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wofür braucht es denn überhaupt den „Genderbegriff“?

      • 13 sagt:

        @ mila
        Schön gesagt.

        @ SP
        Eigentlich kam der nicht von mir. Aber den Begriff braucht es, weil soziale Geschlechterrollen existieren und diese oftmals nichts mit biologischen Geschlechterrollen zu tun haben, sondern rein kulturell (zeitlich und geografisch) geprägt sind.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die sozialen Geschlechterrollen haben aber doch ihre Grundlagen in den biologischen Geschlechtern, und sind nicht reine Erfindung.
        Aber so oder so – es braucht sie nicht, oder?

      • mila sagt:

        SP, Sie sprechen bereits aus der Warte eines Menschen, der nicht mehr in starren Geschlechtsstereotypen aufgewachsen ist. Aber Ihr Vater hat (wenn ich mich richtig erinnere) noch keinen Kinderwagen geschoben… Aus historisch-deskriptiver Perspektive ist der Genderbegriff entsprechend vollkommen berechtigt, und auch aus heutiger hat er seine normen-kritische Relevanz keineswegs völlig verloren.

      • tststs sagt:

        „Die sozialen Geschlechterrollen haben aber doch ihre Grundlagen in den biologischen Geschlechtern, und sind nicht reine Erfindung.“
        Genau DAS ist der Knackpunkt! Und die Genderforschung (auf geisteswissenschaftlicher wie auch auf naturwissenschaftlicher Ebene) kann ein ums andere Gendermerkmal, das auf Biologie beruhen soll, entkräften! (vgl. auch naturalistischer Fehlschluss)

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Mein Vater war das einzige von 10 Kindern, das in eine Akademiker-Familie eingeheiratet hat. Ich weiss nicht, wie typisch er für die Zeit war. Aber klar, wenn die Geschlechternormen sich immer mehr annähern, dann entwickelt sich etwas. Aber es kehrt sich nicht um.
        Man könnte auch sagen, die biologischen Unterschiede werden durch Technik und Zivilisation immer mehr verdeckt, aber dennoch nicht ganz aufgehoben.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „die Genderforschung (auf geisteswissenschaftlicher wie auch auf naturwissenschaftlicher Ebene) kann ein ums andere Gendermerkmal, das auf Biologie beruhen soll, entkräften!“
        Bitte mal Fleisch an die Knochen. Wo gibt es relevante Gendermerkmale, von denen wir (fast) alle glauben, dass sie eine biologische Basis hätten, was die Wissenschaft aber definitiv widerlegt hat? Auf Beispiele warte ich gespannt.
        So wie ich es sehe, gibt es gar keine eigentliche Wissenschaft in Zusammenhang mit Genderforschung. Aber ich lasse mich gerne belehren.

      • mila sagt:

        Ich habe nirgends geschrieben, dass die Biologie vollends aufgehoben wird. Aber kultureller Wandel hebt jene ‚Unterschiede‘ auf, die gar keine sind. Heute sind Männer mit Kochlöffel und Staubsauger in der Hand eine Normalität. Es wurde augenscheinlich erkannt, dass das Haushalten keine biologische Gegebenheit ist, die den Frauen irgendwie in den Genen liegt… wie so vieles andere auch, handelte es sich hierbei um eine soziale Norm, die einen Veränderungsprozess erfahren hat. Keinen technologischen, sondern einen kulturellen.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Auch hier widerspreche ich. Zwar können die meisten Männer heute kochen (und vielfach besser als die Frauen). Und sie können auch haushalten, auf ihre Art.
        Dennoch lesen wir immer wieder, dass die Männer sich im Haushalt nach wie vor stark zurückhalten. Ich glaube nicht, dass dies nur erlernte Rollen sind. Und ich bin sicher, dass ein Männerhaushalt ganz anders aussieht als ein Frauenhaushalt.

      • mila sagt:

        Hmm. Vor 50 Jahren gab es noch keine reinen Männerhaushalte, ohne Haushälterin. Kopf hoch, das kommt schon noch… 😉

    • Martin Frey sagt:

      @13
      „Auch in einer (perfekten) Welt ohne stereotypischen Gesellschaftserwartungen gäbe es Transmenschen.“
      Ich bin jetzt nicht sicher, ob die Absenz von „stereotypischen Gesellschaftserwartungen“ eine Kriterium für eine perfekte Welt sein sollte. Ganz abgesehen davon, dass es wohl keine Menschen ohne stereotypischen Gesellschaftserwartungen gibt.

      • 13 sagt:

        @ M. Frey
        Das Wort „perfekt“ steht in dem Satz einerseits für meine persönliche Wunschvorstellung und andererseits für eine hypothetische, nicht real existierende, Welt. Da haben Sie recht.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Ganz wichtig in diesem Kontext: Man „wird“ nicht trans, schon gar nicht wird man „trans gemacht“. Man ist trans. Alles andere suggeriert, dass man dies beeinflussen kann, und es scheint inzwischen doch ziemlich bewiesen, dass dem nicht so ist. Genausowenig wie man homosexuell „wird“, nur weil die Eltern einen in die eine oder andere Richtung geprägt haben. Genausowenig wie es „heilbar“ ist, ist es „züchtbar“.
    Dass „normale“ Kinder verschiedene Phasen und Vorlieben ausleben sollen dürfen, hat doch mit dem Thema Transsexualität und Transgender gar nichts zu tun?! Mein Sohn wird weder schwul noch trans, weil ich ihm erlaube Haarspängchen zu tragen. Entweder er ist es, dann merke ich es hoffentlich früh genug, oder er ist es nicht – Haarspängchen hin oder her…

  • mila sagt:

    Frage: Was ist ein ‚guter‘ Mix aus typisch Mädchen, typisch Junge, woran genau wird das beziffert? Und weswegen muss es qualifiziert werden (‚gut‘)? Ehrlich gesagt mache ich mir keine Gedanken darüber, was – bezogen auf typisiertes Geschlechtsverhalten – ‚typisch‘ oder ‚atypisch‘ ist an meinem Kind. Ich sehe einfach ein bezauberndes Individuum mit eigenen Interessen und Fähigkeiten. Die in diesem Alter ohnehin noch einem steten Wandel unterworfen sind, und entsprechend keiner festlegenden ‚Charakterisierung‘ bedürfen. Dieses Bedürfnis nach Einordnung ist ein primär erwachsenes, kein kindliches.

    • Martin Frey sagt:

      @mila
      „Frage: Was ist ein ‚guter‘ Mix aus typisch Mädchen, typisch Junge, woran genau wird das beziffert?“
      Völlig richtig. Die Frage drängt sich auf, an welchen Eigenschaften ausgerechnet eine Person das festmacht, die offenbar derart reflexgetrieben bereit ist, eine Sendung sogleich wieder abzuschalten nur weil jemand aus deren Sicht stereotype Eigenschaften erwähnt. Mich dünkt diese ganze, irgendwie zornig anmutende Haltung hochgradig widersprüchlich.
      Möchte noch beifügen, dass wie viele andere Stereotypen auch Geschlechterstereotypen zwar viel Druck machen können, aber auch als Orientierungshilfen dienen können. Persönlich sehe ich dabei nicht nur negatives, sondern immer wieder auch wahres (wenn auch gerne abgestritten, weil natürlich nicht generell zutreffend).

    • mila sagt:

      Ich denke auch, dass es verfehlt ist, so zu tun, als gäbe es keine Eigenschaften oder Interessen, die eher (nicht: ausschliesslich) weiblich oder eher männlich sind. Wenn meine Tochter sich irgendwann später für weiblichen ‚Firlefanz‘ interessieren sollte, und sich darin auch ein Stück weit ‚aufgehoben‘ fühlt, dann spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Genauso wenig, wenn es sie nicht ansprechen sollte. Ein Problem ist mE nur dann gegeben, wenn man Kindern die Freiheit nimmt, selbst zu entdecken, was ihnen entspricht, durch frühe geziehlte (Gegen-)Steuerversuche. Meine/unsere elterliche Aufgabe sehe ich in erster Linie darin, Diversität zu ermöglichen.

      • Martin Frey sagt:

        „Meine/unsere elterliche Aufgabe sehe ich in erster Linie darin, Diversität zu ermöglichen.“
        Und Offenheit, möchte ich hinzufügen. Offenheit und Toleranz, die, wenn nicht vorgelebt, Diversität letztendlich verunmöglicht. Und zwar in alle Richtungen, alles andere wird schnell ideologisch.
        Wichtig scheint mir, dem Nachwuchs immer klar verstehen zu geben dass unsere Akzeptanz und Liebe da ist, egal in welche Richtung die Entwicklung geht. Und dass die Kinder grundsätzlich so gut sind wie sie sind. (Das Verhalten ist selbstredend da manchmal ein anderes Thema 😉 )

      • mila sagt:

        Das kann ich so ohne weitere Ergänzung unterschreiben, MF.

    • Sportpapi sagt:

      „Dieses Bedürfnis nach Einordnung ist ein primär erwachsenes, kein kindliches.“
      Das „alle Mädchen stinken“ usw. stammt also von den Erwachsenen?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Tut es das nicht indirekt? Am ersten Elterngespräch meines Sohnes im Kindergarten: „Ich glaube, es gefällt ihm ganz gut. er macht es auch super. Nur ist mir aufgefallen, dass er halt noch etwas oft mit den Mädchen spielt. Das wird sich aber auch noch legen.“ Auch bei der Einteilung, diese habe ich nun einmal ziemlich direkt mitbekommen, war das Geschlecht ein wichtiges Kriterium. Das geht unser Nachbarsjunge nicht mehr mit seiner besten Freundin in die Schule, aber dafür mit dem einzigen anderen Jungen aus dem 2. Jahr seiner Kindergartenklasse, obwohl sie bisher nichts miteinander zu tun hatten und obwohl bei den reinen Mädchen-Freundschaften sehr darauf geachtet wurde. Nun, irgendwann ist dann das „wir“ und „die anderen“ klar.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Nun, irgendwann ist dann das „wir“ und „die anderen“ klar.“
        Daran sehe ich per se nichts schlimmes. Die Geschlechterorientierung ist eine Entwicklungsphase wie andere auch (zb, die nicht gerne gesehene „Farbphase“), Kinder beobachten sich und andere, beginnen Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrzunehmen. Ziemlich bescheuert, und da bin ich völlig einig, sind derartige Sprüche und unnötigen Schubladisierungen wie von Ihnen geschildert. Aber auch da, wie im Bsp. von SP, kommen die Projektionen wohl von den Eltern und weniger von den Kindern selber. Auch wenn ab einem bestimmten Alter abfällige Sprüche übers jeweils andere Geschlecht (also auch von den Mädchen über Jungs) ein Stück weit dazu gehören (eben eine Phase).
        Man kann da als Erwachsene auch dagegen halten, finde ich.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Dem widerspreche ich ja nicht. Ich behaupte auch nicht, dass Kinder Geschlechterunterschiede nicht bemerken, wenn man sie nicht mit der Nase draufstösst, sie werden schon bemerkt, aber dem würde nie eine derartige Bedeutung zugemessen, wie es eben heute der Fall ist.
        Nehmen wir nur mal die Hautfarbe als Vergleichsmerkmal. Würde man hier in der Schweiz in der Schule etc. eine derartige Separierung aufgrund der Hautfarbe vornehmen, wäre (zu recht!) der Teufel los. Die Kinder nehmen sie wahr, keine Frage, aber sprechen ihr von sich aus keine grosse Bedeutung zu. Je rassistischer das Umfeld ist, in dem sie aufwachsen, desto wichtiger wird sie für sie.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das mag auch eine Ursache sein. Wobei mich schon wundert, was Sie immer alles so erleben.
        Aber im Grundsatz besteht doch offensichtlich ein Bedürfnis der Kinder, das eigene Geschlecht zu kennen und eine Geschlechteridentität aufzubauen.
        Ausserdem habe ich mich schon paar mal gewundert, dass aus den wildesten Mädchen vielfach sehr feminin auftretende Frauen geworden sind.
        Dass geschlechterübergreifende „beste“ Freundschaften meist die Unterstufe nicht überdauern, scheint mir allerdings schon die Regel, und nicht die Ausnahme zu sein. Auch ohne die Intervention der Schule.
        @Martin Frey: Nein, die „Projektionen“ (?) komme da eher nicht von den Eltern. Und was sollen die Eltern da dagegen halten? „Nein, die stinken gar nicht?“…

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Die Kinder nehmen sie wahr, keine Frage, aber sprechen ihr von sich aus keine grosse Bedeutung zu. Je rassistischer das Umfeld ist, in dem sie aufwachsen, desto wichtiger wird sie für sie.“
        Grundsätzlich einverstanden, nur sollten Sie die Dynamik, auch mitunter die Brutalität unter Kindern nicht unterschätzen. Jedes Kind, das auf irgendeine Art sich unterscheidet, trägt zumindest in einem gewissen Alter ein beträchtliches Risiko, zur Zielscheibe zu werden. Das passiert mitunter auch ganz ohne Zutun der Eltern. Schlimm nur, wenn Eltern dysfunktionalen Mechanismen und menschenverachtende Ansichten noch verstärken, und den Kindern mit eigenen kruden Ansichten noch das Fundament dazu liefern.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Und was sollen die Eltern da dagegen halten? „Nein, die stinken gar nicht?“…“
        Zum Beispiel. Auch wenn das vielleicht nicht das ist, was ich bei Kindern unter „Abholen“ verstehen würde. Aber irgendwelche pauschal-abwertenden Aussagen haben sehr oft ihre Wurzeln im Umfeld. Das muss nicht zwingend nur die Eltern sein. Aber den Eltern obliegt es, Werte zu vermitteln. Was auch bedingt, gegen stupide Äusserungen oder Ansichten anzutreten.
        Sehen Sie das anders, Sportpapi?

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Wobei mich schon wundert, was Sie immer alles so erleben.“
        Ich behaupte mal, dass ich mich mehr darauf achte als andere. Ich habe schon mehrere Male, Leute darauf angesprochen, was sie mit einem Satz, der in die Richtung geht, sagen wollten etc. und es stellte meistens heraus, dass es ihnen gar nicht bewusst ist. Wir alle sind so sozialisiert. Mir selber passiert das logischerweise genau so wie anderen.
        Zum Beispiel hier:
        „Ausserdem habe ich mich schon paar mal gewundert, dass aus den wildesten Mädchen vielfach sehr feminin auftretende Frauen geworden sind.“
        Du wunderst Dich, ich bedauere es, weil ich den Ursprung anderswo vermute als Du.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Hautfarbe ist ja nur eine Äusserlichkeit, wie etwa lange Haare. Das stört die Kinder vermutlich wirklich nicht, wenn man sie nicht speziell darauf stösst.
        Bei Übergewicht ist das eventuell schon etwas anderes, vor allem wenn es sich auch im Alltag äussert.
        Ein spezielles Verhalten ist aber vermutlich etwas anderes. Gut, wenn man dann einfach in Ruhe gelassen wird.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Du wunderst Dich, ich bedauere es, weil ich den Ursprung anderswo vermute als Du.“
        Für diese Aussage müsstest du erst mal wissen, was ich vermute.
        Ich weiss, dass du das häufig zu wissen glaubst. Aber die liegst auch häufig falsch.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich glaube eben nicht, dass solches von den Eltern kommt. Vielleicht vom gleichaltrigen Umfeld. So oder so ist Abgrenzung Teil der Identitätsfindung.
        Und ja, ich schreite ein wenn mir Äusserungen zu weit gehen. Aber diese halte ich jetzt für nicht wirklich schlimm, weil ja allen klar ist, dass da keinerlei Wahrheit dahinter steckt.
        Und wenn ich mich als Elternteil dafür einsetze, dafür plädiere, oder gar organisiere, dass mein Sohn regelmässig auch mit Mädchen spielt (und vielleicht auch Mädchenspiele), dann ist das eben auch eine Beeinflussung. Und kommt wohl gar nicht so gut an bzw. ist nicht erfolgreich.

      • mila sagt:

        SP: Beim Konstrukt ‚beste Freundschaft‘ mögen Sie Recht haben mit Ihrer Annahme. Aber meine wichtigen, prägenden Freundschaften im Jugendalter waren durchweg gemischte Cliquenfreundschaften (situativ Vereins- und Musikinteressebedingt). Man zog kaum je zu zweit aus, sondern meist im ‚Rudel‘. Schade, dass sich gerade das im Erwachsenenalter etwas verloren hat, als die ersten anfingen, ‚sesshaft‘ zu werden…

      • mila sagt:

        Was mich etwas widersprüchlich dünkt, SP: in anderen Bereichen plädieren Sie stark für Beeinflussung (aka Erziehung). Aber hier dezidiert nicht? Was genau ist denn hier ‚natürlich‘ besser angelegt, bzw. weshalb ist ein ‚Mädchen stinken‘ nicht genauso inakzeptabel wie ein ‚Du bist doof‘ (oder wie war nochmal der Ausdruck in Pickerts Blog) zu einem Erwachsenen? Wobei mich persönlich letzeres weniger stört…

      • 13 sagt:

        @ sp
        Und wieder so ein Beispiel: „spezielles Verhalten“. Speziell ist das Verhalten ja eigentlich nicht, nur hat evtl, derjenige das falsche Geschlecht dazu. Einem Mädchen, das in Leggins und Kleid in die Schule kommt, würde man ja kein spezielles Verhalten zuschreiben.
        Ja, ich mag es falsch interpretieren, aber da du ja schreibst, dass Charakter geschlechtsabhängig ist, liegt die Interpretation sehr nahe. Und dass du dich wunderst, hast du geschrieben, nicht ich.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich habe nie das Bedürfnis nach „Männerabenden“ etc verspürt. Entsprechend hatte ich immer einen gemischten Freundeskreis. Und ich habe wesentlich dazu beigetragen, dass zwei Männervereine sich geöffnet haben und nun gemischte Angebote führen. Aus Überzeugung.
        Ja, natürlich bin ich ein Verfechter von starker Erziehung. Das heisst jetzt aber keineswegs, dass man überall eingreifen soll. Manchmal reicht auch ein belustigter Kommentar.
        Schliesslich war ich auch mal jung, und habe kurz darauf die Mädchen durchaus auch schätzen gelernt. Aber eben auf einer anderer Ebene. Man muss zuerst zum Mann werden, bevor man sich ernsthaft für Frauen interessieren kann.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich weiss nach wie vor nicht, welche Interpretation sehr nahe liegt. Hast du ja noch nicht geschrieben…
        Ja, spezielles Verhalten. Ich kannte mal einen Mann, der ging den ganzen Winter durch in kurzen Hosen zur Arbeit. Der war deswegen Stadtbekannt. Andere Männer ziehen Röcke an.
        Das ist nun mal eine Botschaft, und die kommt auch an.
        Bei kleinen Kindern hingegen müssen die Eltern überlegen, ob es egal ist, was die Kinder tun, wenn sie nicht wissen, was sie tun. Oder ob man sie vor den Reaktionen schützen soll.

      • 13 sagt:

        @ sp
        Ach, entschuldige, ich dachte, das sei aus den anderen Kommentaren klar. Ich halte es für Sozialisierung. Man hat den Frauen beigebracht, was feminin ist, wie sie sich zu verhalten haben und sie haben sich angepasst (sowohl das Lehren wie das Lernen kann dabei bewusst oder unbewusst geschehen.
        Der Rock ist wie gesagt nur darum speziell, weil ihn ein Mann trägt. Ich trage mehrmals die Woche einen Rock und niemand findet es speziell. Warum es ein Mann tut, weiss ich nicht. Er mag Röcke? Will provozieren? Ein Statement setzen? Oder es einfach normalisieren? Man kann nur interpretieren und such selber hinterfragen, warum man es für speziell hält. ich nehme mich da nicht aus, aber einen wirklichen Grund gibt es dafür ja nicht.

      • mila sagt:

        Hmm. Dass Buben nicht unbedingt Gummitwisten wollen, verstehe ich ja. Aber es gab keine Phase in meiner Kindheit/Jugend, in denen die Geschlechter derart interessens-getrennt waren, wie Sie es hier suggerieren.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mein Göttikind trägt Tag und Nacht Röcke, auch über den Hosen. Die Mutter schwört, dass sie das nicht von ihr hat. Ansonsten ist es ja nun wirklich nicht so, dass die weiblichen Rollenvorbilder, insbesondere Mütter, heute noch überwiegend Röcke tragen. Bei spielenden Kindern halte ich sowieso wenig von Röcken.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich bin seit 30 Jahren Jugendleiter in gemischten Gruppen sowie zeitweise Lehrer. Meine Erfahrung ist so. Schauen Sie mal auf den Pausenplatz. Wer viel Platz einnimmt, den ganzen Raum benötigt. Und wer in seiner kleinen Fläche bleibt.
        Gummitwist wäre übrigens toll auch für die Jungs. Die Zählreime stören dabei wohl am meisten.

      • mila sagt:

        Ich erinnere mich an Räuber-und-Poli, an Völkerball, an Rugby, an gemeinsames Campen im Garten… in gemischter Formation, quer durch die Primarschule. Danach wurden andere Aktivitäten interessanter (Ausgang, Hobbies wie Jugendorganisationen). Und zumindest auf den Spielplätzen heute fällt mir nicht auf, dass kleine Mädchen sich in einer Ecke verkrümeln würden… wie gesagt, Ihre Erfahrungen widersprechen meiner, wenigstens zu einem guten Teil.

    • mila sagt:

      Es gibt dennoch Buben, die gern (oder sogar lieber) mit Mädchen spielen, und umgekehrt. Wie schon ergänzt geht es darum, Kinder selbst entdecken zu lassen, ob sie das ‚typisch‘ mädchen- oder bubenhafte mögen, oder doch lieber etwas anderes. In welcher Clique sie sich wohl(er) fühlen. Traurig wäre nur, wenn Buben sich durch gefühlten (Gruppen-)Druck (‚Mädchen stinken‘) davon abhalten lassen würden, das zu tun, was sie eigentlich gerne täten.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Sie haben recht Mila, das „gut“ ist nicht ideal gewählt. Gemeint habe ich es aber nicht wertend, sondern ich wollte damit sagen, dass keine Seite extrem überwiegt.
      Ich höre einfach so oft, was „typisch Junge / typisch Mädchen“ sein soll, dass ich mir automatisch Gedanken darüber mache.

      • mila sagt:

        Danke für die Klärung! Da ich Menschen (auch kleine) primär als Menschen betrachte, zerbreche ich mir über solches eher selten den Kopf… Mein Ziel es auch nicht, eine Frau grosszuziehen. Sondern einem Individuum seine Entfaltung begleitend zu ermöglichen.

  • sepp z. sagt:

    schon auffällig, dass ausgerechnet die menschen, die am lautesten gegen geschlechterrollen schreien, kategorien einführen, um auch noch die kinder welche nicht ‚typisch‘ sind zu schubladisieren.

    die armen kinder, die den genderwahn ihrer eltern ausleben müssen.

    ps. verständnis hätte ich einzig für die jungs, die ‚plötzlich‘ sich eher als frau fühlen, wenn sie in den militärdienst gezwungen werden sollen.

  • Anh Toàn sagt:

    Ohne Geschlechterstereotypen gibt es keinen einzigen Trans.

    Aber, „Man muss sich deshalb auch nicht gleich Sorgen machen, dass das Kind trans sein könnte,…“ finde ich ganz schlimm. Es suggeriert, es sei ganz schlimm, einen Transmenschen als Kind zu haben.

  • Brunhild Steiner sagt:

    2/
    kollidiert nun aber ein bisschen mit der Festschreibung eines Fünfjährigen als Transkind. Ich finde es richtig dass er anziehen/spielen kann was er möchte, aber weshalb bekommt er jetzt schon die Diagnose „Transkind“ wenn er zu den 90-95% gehört die kein „geschlechtsvariantes“ Verhalten zeigen. So besteht ja genaugleich die Gefahr, dass er in eine „Rolle“ geschubst“, als „Transkind festgelegt“ und diesbezüglich „Erwartungen erfüllen“ sollte, einfach nicht die eines Jungen, sondern eines Jungen der eigentlich ein Mädchen wäre.

    • zysi sagt:

      scharf beobachtet.
      richtigerweise leisten gerade solche positiv-gutachten der für die kinder potentiell nachteiligen entwicklung vorschub.

    • Martin Frey sagt:

      Das Festschreiben eines fünfjährigen Kindes als Transgender dünkt mich mehr als gewagt, ja schlicht unseriös. Aber es hilft natürlich dem Umfeld, indem das Kind mit seinem teils Aufsehen erregenden Verhalten bequem schubladisiert werden kann. Die Gefahr ist so relativ gross, dass man so früh auf einer vorgezeichneten Schiene ist und auch bleibt.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Die Aussage der Chefärztin:
    „«aber es gibt auch Kinder mit sehr stark geschlechtsatypischem Verhalten, die nicht trans sind und auch nicht trans werden.
    Weil das einfach Menschen sind mit atypischen Verhalten.
    Es müssen ja nicht alle Mädchen typisch Mädchen
    und alle Jungen typisch Jungen sein.»“

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