«Gewalttätige Männer müssen reden, reden, reden»

Eine Pause könnte die Situation vielleicht entschärfen: Gewalttätige Männer schlagen oft aus Ohnmacht zu. Foto: Juanmonino (iSTock)

Bei der Zürcher Europaallee erschoss kürzlich ein Mann seine Noch-Ehefrau und danach sich selbst. In Stansstad brachte ein Rentner seine Gemahlin um. Und in Spreitenbach tötete ein Grossvater seine Partnerin und seinen Enkel. Das alles geschah innerhalb der ersten zwei Monate dieses Jahres.

Im Jahr 2016 wurden in der Schweiz 10’040 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt. Gemäss den Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik (hier als PDF) waren 76 Prozent der Beschuldigten Männer und 73 Prozent der Geschädigten Frauen. 45 Prozent der Vergewaltigungen ereigneten sich ebenfalls im häuslichen Bereich. 19 Menschen starben 2016 infolge häuslicher Gewalt, zu 95 Prozent waren Frauen die Opfer und 90 Prozent Männer die Täter.

Was läuft nur schief in diesen Familien? Was ist mit Männern los, die ihren Frauen und Kindern so etwas antun? Und können wir solche Taten mit der richtigen Erziehung verhindern? Ich sprach mit Martin Bachmann vom Mannebüro Zürich. Er berät seit bald 20 Jahren Männer, die gewalttätig wurden oder Angst haben, gewalttätig zu werden.

Die Zahlen zur häuslichen Gewalt sind unglaublich hoch und werden immer höher. Warum?

Ich glaube nicht, dass häusliche Gewalt zugenommen hat. Heute ist man aber sensibilisierter als früher und reagiert schneller mit einer Anzeige oder Meldung. Und das ist gut so. Zudem ist es so, dass unsere sich wandelnden Rollenbilder und Beziehungserwartungen den Kommunikationsbedarf erhöhen. Wir müssen mehr aushandeln.

Dennoch, die Zahlen sind hoch. Wann werden Männer zu Tätern und warum?

Martin Bachmann vom Mannebüro Zürich. Foto: PD

Ohnmachtssituationen sind für Männer bedrohlicher als für Frauen. Ich gehe in meiner Arbeit davon aus, dass hinter den allermeisten Fällen von häuslicher Gewalt Ohnmacht und Überforderung stehen. Die dummen Bilder von stereotyper Männlichkeit, vom echten Mann, der alles irgendwie in Ordnung bringen kann, lassen Männer nach wie vor Angst und Stress schlecht aushalten. Viele dieser Männer haben nicht gelernt, mit Gefühlen wie Wut und Angst umzugehen und diese mit Worten auszudrücken. Deshalb ist es so wichtig, dass Männer reden, reden und nochmals reden – auch über ihr Scheitern und ihre Niederlagen.

Und der erweiterte Suizid kürzlich in der Europaallee in Zürich?

Das ist ein Extrembeispiel. Da kamen sicher noch andere Faktoren dazu. Ohne Genaueres zu wissen, gehe ich in diesem Fall davon aus, dass der Mörder eine individuelle Disposition dazu hatte, die durch verschiedene destabilisierende Faktoren wie Jobverlust, Armut, soziale Isolation, Gesichtsverlust, eigene Gewaltgeschichte verstärkt wurde. Gott sei Dank sind solche Fälle selten. 

Die meisten Taten von häuslicher Gewalt kommen in jungen Familien vor. Warum?

Bei jungen Familien schnappt oft die Traditionsfalle zu. Es gibt plötzlich eine starre Aufteilung der Erwerbs- und der Familienarbeit. Viele Männer kommen unter Druck, allein für das Familieneinkommen zu sorgen. Die Sexualität in der Beziehung verändert sich, Schlafmangel belastet die Nerven, die Orientierung an der Herkunftsfamilie wird wichtiger, die gegenseitige Abhängigkeit steigt enorm. Das ist für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. Ins Mannebüro kommen deshalb sehr oft junge Familienväter. Sie sind gestresst, flippen bei Konflikten aus, schlagen die Kinder, die Frau, schmeissen mit Dingen um sich. Die Männer realisieren, dass sie sich helfen lassen müssen.

Wie können Sie einem Mann, der ein Gewaltproblem hat, helfen?

In einer Gewaltberatung machen wir mit ihm immer zuerst eine fundierte Standortbestimmung. So wird oft schon nach kurzer Zeit sichtbar, was als nächster Schritt für den Klienten und sein Umfeld sinnvoll sein könnte. Das kann etwa ein «Notfallnest» bei den Eltern sein, eine Paarberatung, ein Auffrischen alter Freundschaften und das Organisieren von mehr freier Zeit. Die betroffenen Männer und Paare brauchen meist mehr Luft: also keine Überstunden mehr, kein Wochenenddienst und regelmässig einen Abend mit Freunden verbringen – oder dann bewusst zu zweit. Der Mann kann so Perspektiven entwickeln und erste Wege aus der Ohnmacht finden.

Und das führt dazu, dass er nicht mehr zuschlägt?

Wir erarbeiten mit einem Klienten praxisnah und anhand konkret vorgefallener Ereignisse einen Notfallkoffer für Krisenzeiten. Er lernt so, innere Warnlampen und eine mögliche Eskalation zu erkennen und richtig zu deuten. Der Mann muss merken, wenn er zu drohen beginnt, Gewaltfantasien hat und sein Körper Stresssignale aussendet: Hoher Puls, schneller Atem, Bauchweh oder angespannte Muskeln gehören dazu. Diese Warnlampen zu spüren, sind die Grundlage für ein Notfallprogramm, für praktische Handlungsalternativen anstelle von Gewalt. Statt auszuflippen und zuzuschlagen, soll er hinausgehen, durchatmen und sich mindestens 30 Minuten Pause nehmen, um runterzukommen. Er soll dabei etwas tun, was ihm persönlich guttut, wie etwa spazieren gehen, im Wald rumschreien, einen Tee trinken, auf einen Boxsack einschlagen. Wir stärken also Männer in ihrer Selbstwahrnehmung und Handlungskompetenz in Krisen.

Werden auch Frauen zu Täterinnen?

Häusliche Gewalt kann von Frauen und Männern ausgehen. Einige Studien belegen glaubhaft, dass «leichtere» Fälle wie etwa eine Ohrfeige oder Wegstossen zu fast gleichen Teilen von beiden verübt werden.                                                         

Was können wir Eltern in der Erziehung präventiv tun?

Grundsätzlich finde ich es sehr wichtig, Buben und Mädchen zu sensibilisieren: für Rollenvielfalt, für Handlungsalternativen anstelle von Gewalt. Mädchen müssen lernen, selbstbewusst STOP zu sagen, sich nicht auf Männer einzulassen, die Gewalt ausüben. Jungen müssen lernen, selbstbewusst Hilfe zu holen und Gefühle auszudrücken.

Warum Rollenvielfalt?

Kinder, die vielseitige Männer- und Frauenrollen kennen lernen, sind öfter toleranter und fühlen sich weniger unter Druck, einem Idealbild zu entsprechen. Auch wichtig finde ich: lernen, mit Freunden und Bekannten über Stress in der Beziehung zu reden, darüber, wie wir Krisen bewältigen. Denn Gewalt wächst in der Einsamkeit und Not. Männer müssen mit Männern übers Mannsein reden. Es braucht Aufklärung, Sensibilisierung, Schulung, Hilfsangebote.

Nebst dem mannebüro züri stehen Männer in Paarkrisen und bei Gewaltproblemen auch folgende Stellen zur Verfügung: Opferberatung Zürich, die Fachstellen zu häuslicher Gewalt der Polizei, der Elternnotruf , Paar- und Eheberatungsstellen und auch weitere freie Beratungsstellen zum Thema Gewalt.

Betroffene Frauen können sich bei folgenden Orten melden: Frauen-Nottelefon, der Frauenberatung, der Beratungsstelle BIF  oder der Opferberatung & Opferhilfe Zürich.

Lesen Sie zum Thema auch die Analyse «Tödlicher Narzissmus», das Posting «Finger weg von den Kindern!» und «Schlagen gehört verboten», den Gastbeitrag eines Kinderarztes.

231 Kommentare zu ««Gewalttätige Männer müssen reden, reden, reden»»

  • Zufferey Marcel sagt:

    Wie steht es eigentlich um die Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften? Und zwar in schwulen- wie auch in Lesbischen? Das liesse sicher noch interessante Rückschlüsse auf heterosexuelle Konstellationen zu!

    • PKEK sagt:

      Ich kenne aus meinem Freundeskreis zwei Fälle von Männern, die mit Männern in Beziehungen waren, und geschlagen wurden – daher, es kommt auch da vor.

    • Annalena Moser sagt:

      Meine Frau und ich schlagen uns/einander nie. Keine von beiden hat das Verlangen, Probleme auf diese Art zu „lösen“. Wir reden viel miteinander, erzählen, jammern, disputieren, widersprechen einander, suchen Kompromisse, und hören einander zu. Es wird auch nie laut, wenn wir streiten, aber wir bleiben dran, bis wir einen für beide akzeptablen Abschluss der Geschichte gefunden haben.

  • Maike sagt:

    Oups – da liest man auch der Seite die Überschrift – Männer müssen reden reden – klickt drauf und dann mutiert das Thema vom Small Talk über sprachunwillige Männer hin zu dem harten Thema über gewalttätigen Männern.
    Ist das jetzt ein Versehen ? Oder Absicht ? Ein Honeyspot, weil wenn erstmal angeklickt, dann schlägt die Sucht zu, etwas schreiben zu müssen….

  • Martin Bachmann sagt:

    Und ein letzter Nachtrag grad nomol: Es scheint mir auch wichtig, dass wir differenzieren zwischen situativer und systematischer Gewaltanwendung. Die Gründe sind jeweils anders, die dann notwendige Begleitung und/oder Intervention auch. Wenn das vergessen geht, gibt’s fachliche Verzehrungen, die uns „Birnen“ und „Äpfel“ vergleichen lässt.

  • Martin Bachmann sagt:

    Noch ein Nachtrag, nach dem Lesen der Kommentare … es ist natürlich so, dass die groben Klassifizierungen von physischer und psychischer Gewalt dem realen Stress oft nicht gerecht werden … und diese lassen sich natürlich auch nicht ausschliesslich auf die Geschlechter zuordnen . Das heisst, dass wir zu übersehen drohen, wie Frauen in Not physisch gewalttätig werden und aber auch vergessen, wie Männer psychisch Gewalt ausüben können. Gerade letzteres vermute ich, ging im allgemeinen Tenor hier unter: dass der Psychoterror oft vorweggeht und durchaus auch von beiden geführt werden kann, nicht nur klischee-haft von Frauen.

    • mila sagt:

      Vielen Dank für diesen Nachtrag. Ich bin ebenfalls überzeugt, dass beide Geschlechter zu beiden Gewaltformen fähig sind (situativ oder systematisch, wie Sie ebenfalls unterscheidungswerter-weise festhalten). In der Verteilung mag es tendenzielle Unterschiede geben (ua hinsichtlich der Art und des Schweregrads), aber so wenig wie physische Gewalt ‚Männersache‘ ist, ist psychische Gewalt ‚Frauensache‘. Und am Ende steckt hinter jeder Gewaltausübung ein gewalttätiges Individuum, also ein Mensch. Mit einer Vorgeschichte, die oft nicht sonderlich schön ist. Daher gilt mein prä-ventives Augenmerk insbesondere dem Schutz von Kindern.

  • Martin Bachmann sagt:

    Danke sehr allen hier im mamablog mitdiskutierenden Männern und Frauen – das Thema lässt sichtlich niemanden kalt, ich bin beeindruckt, wow. Ich freue mich, im mannebüro züri täglich einen Beitrag dazu leisten zu können, dass wir alle wo nötig, klar gegen Gewalt Stellung beziehen können, Gewaltkreisläufe gestoppt werden, dass Täter und Täterinnen von häuslicher Gewalt die Verantwortung für ihr Handeln wahrnehmen müssen und Opfer aller Geschlechter Schutz erhalten. Ja, und dann brauchen beide Rollen Unterstützung, damit sich diese Erfahrungen nicht verselbständigen und reale Menschen so fix in einer Täter- oder Opferschublade stecken, zu Dauer-Rollen werden.

  • Widerspenstige sagt:

    Gut gibt es endlich einen Gastbeitrag hier über dieses unrühmliche Kapitel der GleichWERTigkeit zwischen den Geschlechtern. Leider nehmen die meisten Kommentatoren ihre prügelnden und mordenden Geschlechtsgenossen in Schutz und argumentieren mit etwas hilflosen Schuldzuweisungen an die steigende weibliche Gewaltbereitschaft bzw. vermehrt physische Verteidigungsstrategie statt psychische Nadelstiche. Es gibt Studien dazu, wieso vorwiegend in afroamerikanischen Beziehungen in USA Frauen sich mehr wehren als in westeuropäischen Beziehungen. Je mehr sich das traditionelle Rollenverständnis aufweicht, desto mehr Augenhöhe in jeglichen Lebenslagen kann sich etablieren.

    Aber Gewaltanwendung bleibt verwerflich – ob bei Frau oder Mann ausgeführt. Es muss mehr geredet werden, ja.

    • Thomas Baumann sagt:

      Genau: Wenn Frauen prügeln so weichen sie bloss traditionelle Rollenverständnisse auf oder „wehren sich“. Sie meinen Sie es doch?

    • Sportpapi sagt:

      @WS: Niemand hier nimmt prügelnde und mordende Geschlechtsgenossen in Schutz – die Stelle darfst du uns gerne zeigen.
      „Vermehrt physische Verteidigungsstrategie statt psychische Nadelstiche.“ Das ist „leicht“ verharmlosend. Oder einfach wie gewohnt auf einem Auge blind?

    • fabian sagt:

      Die feministischen Ideologinnen enden irgendwann argumentativ immer dort, dass Frau Opfer sei und Mann Täter. Selbst wenn Frau den Mann umbringe oder ihm Gewalt antäte, sei sie Opfer der patriarchalischen Gesellschaft, und ihr Mord oder ihre Gewalt sei eine „physische Verteidigungsstrategie“ (Zitat Widerspenstige).

      Wer andauernd so argumentiert (die meisten Feministinnen), ist entweder ideologisch blind, dumm, oder bewusst bösartig als Strategie im Geschlechter’kampf‘.

      Wer heute Gleichstellung anstrebt, muss diesen verblendeten Feminismus überwinden.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Fabian: Feministinnen geht es schon lange nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern a) um Privilegien für gut ausgebildete- und entsprechend auch verdienende, weisse Frauen aus oberen Mittelschicht und b) um (partielle) Unterdrückung.

      • Annalena Moser sagt:

        Und dem Mann, der eben heute seine Frau und sein Kind erstochen hat, geht es um die Selbstbefreiung des Mannes und die Wiederherstellung verlorenen Privilegien gell.

  • michalis sagt:

    wieso hat man ein bild gewählt, das offensichtlich einen südländischen oder nordafrikanischen mann zeigt??? daran störe ich mich gewaltig, kämpfen doch bereits genügend südländer gegen das hiesige klischee vom frauenschlagenden macho an. und ich selber als vetreter eben dieser angeblich frauenschlagenden gruppe bin wohl schon öfters von meiner partnerin geschlagen, getreten oder gebissen worden, ohne dass ich jemals der versuchung nachgegeben hätte, gleiches mit gleichem zu vergelten. in der ohnmacht durch den schmerz der verzweiflung und hilflosigkeit etwas kaputt zu machen (türe/hand) macht die eskalation nur momentan ein wenig erträglicher. kommunikation, direkt, offen und ehrlich, in klaren diagrammen, ist oft der schlüssel zur verträglichkeit und zum verständnis des/der andern!

  • alles hellas sagt:

    wieso hat man ein bild gewählt, das offensichtlich einen südländischen oder nordafrikanischen mann zeigt??? daran störe ich mich gewaltig, kämpfen doch bereits genügend südländer gegen das hiesige klischee vom frauenschlagenden macho an. und ich selber als vetreter eben dieser angeblich frauenschlagenden gruppe bin wohl schon öfters von meiner partnerin geschlagen, getreten oder gebissen worden, ohne dass ich jemals der versuchung nachgegeben hätte, gleiches mit gleichem zu vergelten. in der ohnmacht durch den schmerz der verzweiflung und hilflosigkeit etwas kaputt zu machen (türe/hand) macht die eskalation nur momentan ein wenig erträglicher. kommunikation, klar, offen und ehrlich, in klaren diagrammen, ist oft der schlüssel zur verträglichkeit und zum verständnis des/der andern!

  • Marcel Zufferey sagt:

    Wie unterschiedlich Partnergewalt im öffentlichen Raum je nach Geschlecht wahr genommen wird, veranschaulicht dieses Experiment:

    https://m.youtube.com/watch?v=SzfLVyNHJgQ

    Ich denke, diese Reaktionen- wenn eine Fraue einen Mann schlägt- finden wir auch und vor allem bei den Strafverfolgungsbehörden vor. Im Blogbeitrag wird auf die Polizeistatistik im Bereich der häuslichen Gewalt verwiesen. Diese beinhaltet aber nur die zur Anzeige gebrachten Fälle. Nicht umsonst wird vermutet, dass die Dunkelziffer bei Fällen, in denen der Mann das Opfer ist, sehr hoch ist. Das hat auch viel mit dem Selbstverständnis der betroffenen Männer zu tun.

    • Martin Bachmann sagt:

      Danke für den Film, ich finde ihn auch eindrücklich. Ja, Gewalt ist Gewalt, auf jeden Fall! Und ja, die Gender-Bias‘ spielen natürlich eine Rolle. Leider muss ich sagen, dass dieser Verzerrungs-Effekt auf auf Frauenseite spielt – die Dunkelziffer ist da mindestens im gleichen Ausmass hoch.

      • Martin Frey sagt:

        „Leider muss ich sagen, dass dieser Verzerrungs-Effekt auf auf Frauenseite spielt – die Dunkelziffer ist da mindestens im gleichen Ausmass hoch.“
        Das verstehe ich nun nicht ganz, Herr Bachmann. Welchen Verzerrungseffekt auf Frauenseite meinen Sie konkret? Und weshalb soll die Dunkelziffer mindestens gleich hoch sein?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Martin Bachmann: Mein Beruf sind u. a. Gewalttäter. Ich habe mit ihnen Tag für Tag zu tun. Die Dunkelziffer ist bei beiden Geschlechtern hoch, aber Männer als Opfer partnerschaftlicher Gewalt sind (in den Medien) nach wie vor noch ein Tabuthema, weshalb ich die Dunkelziffer bei ihnen subjektiv (wesentlich) höher schätze.

      • Martin Frey sagt:

        Sehe das ähnlich Herr Zufferey, daher meine Nachfrage. Schade dass Herr Bachmann dazu nicht reagiert.
        Nur so aus Interesse: was machen Sie beruflich, Herr Zufferey, wenn ich fragen darf?
        Hatte früher über längere Zeit auch regelmässig mit Straftätern zu tun, ist bei mir aber heute (meine Familie ist froh darum) kaum mehr der Fall.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ja. Männerhäuser gibt es in der Schweiz seit rund 10 Jahren. Und ja, sie sind für Opfer schwerer Gewalt gedacht. Kinder können da auch mitgenommen werden. Wer denkt, dass bei schwerer Gewalt von Frauen weggeschaut wird, irrt.

    • Widerspenstige sagt:

      Ein eindrückliches Beispiel des aufkeimenden Paradigmenwechsels in der GleichWERTigkeit zwischen den Geschlechtern. Zu lange haben Frauen Gewaltanwendungen erdulden müssen, weil sie in ihrer zugewiesenen Rolle verharrten. Zu lange hat sich nicht viel verändert in ihrem Alltagsleben, sobald sie sich in Abhängigkeit in einer festgefahrenen Beziehung (weniger als 60%-Erwerbsarbeit) lotsen liessen ….

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Wovon sprichst du?
        Warum nicht einfach mal einen Missstand anerkennen, statt umgehend wieder abzulenken und ein ganz anderes Thema (und das erst noch verzerrt) aufzugreifen?
        Und komm mir jetzt nicht wieder damit, dass ich halt die Zusammenhänge nicht begreife….

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ja, warum kann man das nicht? Wieso kann man nicht über gewalttätige Männer und die klaren Zahlen zur schweren Gewalt sprechen, OHNE wieder mal alles umzudrehen, ein anderes Thema aufzugreifen, um verzerrt darzustellen, dass doch eh Männer die wahren Opfer sind? Ich wüsste wirklich sehr gerne, warum.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wovon sprichst du?
        Wie eine Diskussion sich entwickelt, ist meist schon im Ausgangstext angelegt, und keineswegs zufällig. Und eine Aussage einordnen heisst noch lange nicht, alles umzudrehen.
        Sollte ich einmal anfangen, wirr und themenfremd zu argumentieren, würde ich eine entsprechende Rückmeldung von dir sehr schätzen…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Keine Sorge, die Reaktion kommt schon. Es ist einfach hier im MB immer der gleiche Verlauf. Der Blogbeitrag handelt über einen Missstand auf der Seite der Frauen, die nun mal viel öfters Opfer schwerer häuslicher Gewalt werden. Die Kommentare handeln zu 90% davon, dass v.a. Männer die Opfer sind, dies immer von den gleichen Exponenten. Und erinnert jemand an das ursprüngliche Thema, wird derjenigen paradoxerweise ein Ablenken vorgeworfen. Nie schaffen es diese Männer, einfach mal zu sagen, ja, es isch sch… was manche Geschlechtsgenossen abziehen und es braucht Präventionsmassnahmen, damit das nicht passiert und Schutz, wenn es das tut. Um das eigentliche Thema geht es bei den Kommentaren nicht. Ich kenne das Video, es ist eindrücklich, aber das war gerade nicht das Thema!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Der Blog handelt eigentlich um Männer, die in der Partnerschaft gewalttätig werden, um Ursachen (naja, das wäre auch vertiefter gegangen) und Lösungen. Und dann noch um die Frage, ob auch Frauen Täterinnen sein können – was ja dann relativ verharmlosend auch zugegeben wird.
        Es geht eher nicht um die weiblichen Opfer.
        Daher sind die Fragen berechtigt und aus dem Text abgeleitet:
        – warum werden nur Hilfsangebote für Frauen aufgeführt? Gibt es nur solche?
        – Stimmt es überhaupt, dass vor allem Männer gewalttätig werden? Und wenn ja, warum?
        – Woher kommt denn diese männliche Ohnmacht?
        – Oder liegt es auch daran, dass die Männer in ihrem Verhalten ganz anders beurteilt werden als Frauen?
        Niemand hier bestreitet jedoch, dass es Männer gibt, die gewalttätig sind.

      • 13 sagt:

        Na ja, es geht um Männer, die gegenüber Frauen und Kindern gewalttätig werden. Aber genau darum wird von MZ und so vielen anderen nicht gesprochen. Das Thema, auch wenn nicht widersprochen wird, scheint eher unwichtig zu sein.
        Zu den Fragen:
        – Hilfsangebote gibt es für beide Geschlechter, für Frauen (als Opfer) mehr, da sie häufiger Opfer schwerer Gewalt werden
        – nich nur, aber viel öfters. Warum? Ich tippe auf Sozialisierung (Jungs müssen mal raufen vs Mädchen tun so etwas nicht)
        – Ohnmacht gibt es auf beiden Seiten, Frauen (und die meisten Männer) gehen meistens anders damit um
        – sicher, was u.a. aufgrund der körperlichen Stärke der Fall ist, aber da reden wir weniger über schwere Gewalt. Ja, eine Ohrfeige wird anders geahndet, landet einer im Krankenhaus, dann eher nicht..

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es geht ja eigentlich auch nicht vor allem um schwere Gewalt.
        Sondern für mich im Kern um Macht und Ohnmacht in einer Beziehung.
        Nicht schlagen! wird zu recht gefordert. Ändert aber in vielen Fällen nichts an den Grundproblemen, die dahinter liegen.
        Und zu den Hilfsangeboten für Männer: Die können also mit ihren Kindern ins Männerhaus, wo sie dann vor den Frauen/Müttern geschützt werden?

      • 13 sagt:

        Sorry, hier wäre der richtige Ort:

        @ SP
        Ja. Männerhäuser gibt es in der Schweiz seit rund 10 Jahren. Und ja, sie sind für Opfer schwerer Gewalt gedacht. Kinder können da auch mitgenommen werden. Wer denkt, dass bei schwerer Gewalt von Frauen weggeschaut wird, irrt.

      • Widerspenstige sagt:

        Danke Dir, 13. Von mir aus keine weiteren Erklärungen, denn das Grundthema wird weitgehend umgangen, wie Du richtig bestätigt hast. Wer auf einem Auge blind ist kann jede/r selber sich ein Bild machen vom Diskussionsverlauf.

        Es existieren genügend Studien ua vom Gleichstellungsbüro Kanton Bern von Frau Dr. oec. Eva Wyss selig ‚Wenn Frauen gewalttätig werden: Fakten und Mythen, 2006‘ von Frauen an Kindern und Männern, um das Klischee ins Wanken zu bringen über die vielzitierte Verzerrung bzw. Beschönigung aus Frauenrechtssicht. Das wird mit dieser Studie ins Land der Maskulisten geschickt. Es werden präventive Massnahmen aufgezeigt und deren Erfolge zB seit der Einführung in den USA der 1980er-Jahre.

  • Thomas Meyer sagt:

    Frauen schlagen bedeutend mehr als Männer. Warum? Sie haben absolut nichts zu befürchten. Die können tun und lassen was sie wollen. Ihr wird eh bedingungslos geglaubt von der Polizei bis hin zur Justiz. Sie hat nichts, absolut nichts zu befürchten und im schlimmsten Fall opfert sie etwas herum und lügt, dass sie geschlagen wurde und der Fall ist geritzt. Frauen können tun und lassen was sie wollen. Zur Rechenschaft werden sie NIE gezogen. Und ja, das geht hin bis zu Kindsmord mit lächerlich kleinen (wenn überhaupt) Strafen, weil sie ja „so eine schlimme Kindheit oder Ehe hatte* wie hier im Tag x-fach zu lesen war. Aber dieses Tabuthema wird mit Sicherheit und mit Sicherheit nicht im Tag mal angesprochen.

  • Kurt Normann sagt:

    Zwei Punkte:
    „Häusliche Gewalt kann von Frauen und Männern ausgehen. Einige Studien belegen glaubhaft, dass «leichtere» Fälle wie etwa eine Ohrfeige oder Wegstossen zu fast gleichen Teilen von beiden verübt werden.“
    Bitte mal bei Manndat.de nachschauen, es sind bei weitem nicht „nur“ leichte Fälle!
    Zweiter Punkt.
    Wieso wird nirgends drauf eingegangen, dass 25% der männlichen Bevölkerung gleich viel häusliche Gewalt „verursachen“, wie 75% der restlichen männlichen Bevölkerung?
    (Ausländer sind zu 46% Täter obwohl sie eben „nur“ 25% der Bevölkerung stellen!) Irgendwie nie ein Diskussionspunkt, finde ich aber schon!
    Das heisst nämlich, dass die „Chance“ häusliche Gewalt zu erfahren bei Ausländer 3mal höher ist. Ja ich weiss, ist politisch nicht korrekt, trotzdem wahr!

  • Thomas Meyer sagt:

    Ach ja? Ich wurde seit ich Kind bin immer wieder mal geschlagen. Und es waren IMMER Frauen (von der Mutter über die Lehrerin über die Freundin) IMMER Frauen. IMMER! Und was sieht man in Filmen? Frauen dürfen Männer immer und jederzeit Ohrfeigen. Fragt mal 100 Männer, ob und wann sie das letzte Mal geschlagen wurden und wer ihnen Schläge verpasst hat! Aber die Frauen mit ihrer Doppelmoral sind einfach nur noch erbärmlich. Mit dem kompletten Ausblenden der psychischen Gewalt, die meist von Frauen ausgeht, muss man sogar von Dreifachmoral sprechen! Das ist ekelhaft!

    • Thomas Baumann sagt:

      Das ist natürlich auch eine statistische Frage: Wären Sie statt vom Mami vom Hausmann-cum-Papi betreut worden, hätten nur männliche Lehrer gehabt und führten ein gleichgeschlechtliche Beziehung, dann wären Sie in Ihrem Leben bisher vermutlich ausschliesslich von Männern geschlagen worden.
      Wenn ich hier in der Schweiz ausschliesslich von Autos mit CH-Kennzeichen fast angefahren werde, so erklärt sich das ja auch nicht dadurch, dass Fahrer von im Inland immaktrikulierten Fahrzeugen viel schlechtere Fahrer sind als von ausländischen, sondern dadurch, dass es davon eben auch viel mehr auf unseren Strassen gibt.
      Subjektive Statistiken sind mit Vorsicht zu geniessen.

      • Thomas Meyer sagt:

        Ich bin mit wesentlich mehr Männern zusammen und zusammengewesen (inklusive Lehrern, Lehrmeister, Jugi-, Pfadi und JO-Leitern, Musiklehrern) als mit Lehrerinnen und Freundinnen und Mutter. Aber man kann diese Tatsache auch kleinreden wie Sie.

      • Othmar Lehmann sagt:

        Herr Baumann, das auch für geschlagene Frauen?

    • Dreifachpapi sagt:

      Das hatte ich auch erlebt. Die Primarlehrerin hatte damals öfters zugeschlagen. Aber ausschliesslich uns Buben. Das waren heftige Ohrfeigen, die lange weh getan haben. Mädchen hatte Sie nie geschlagen, selbst wenn diese wirklich einen dummen Seich angestellt hatten.

  • Georges Madejczyk sagt:

    Wo ist da die Gleichberechtigung?! Die meisten Messerattacken gehen auf das Konto der Frau und da kann Mann noch so lange reden und machen. Daher (selbst erlebt) nervt mich diese Propaganda gegen Männer. Im Moment wieder in jeder Zeitung ein Artikel über prügelnde Männer und einem schönen Bild (Darstellung). Warum nicht mal einfach ein neutraler Artikel, der einfach nicht nur das eine Geschlecht negativ wertet. Es könnte doch stehen:“ Wenn der/die EhepartnerIn …. blabla. Solange solche Hetzte stattfindet, wird es kein Frieden und keine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern geben.

  • mila sagt:

    Fakt ist: Gewalt in einer Paarbeziehung ist ein systemisches Problem. Wie müssen nicht darüber diskutieren, dass der/die Zuschlagende immer im Unrecht ist. Gewalt ist – ausser im Selbstverteidigunsfall – nie zulässig. Nun jedoch das aber: es braucht auch den Gegenpart, der sich schlagen lässt. Und der/die nicht schon beim ersten Vorfall entsprechende Konsequenzen zieht (Mindestforderung, dass der Partner/die Partnerin sich Hilfe holt). Hinzu kommt, dass die geschlagene Partei ebenfalls das eigene Konfliktverhalten überdenken sollte. In der Regel würde es beiden betroffenen Partnern gut tun, sich gemeinsam oder unabhängig voneinander Hilfestellung zu suchen. Im Unrecht ist nämlich auch die-oder derjenige, die/der es sich in der Opferrolle einrichtet, und/oder selbst /

    • mila sagt:

      zur Konfliktverschärfung beiträgt (durch psychische Gewalt zB, worunter ua alles von Sticheln über Erniedrigung bis Verhöhnung zu zählen sind). Dies gesprochen vor unseren kulturellen Hintergrund, wo es schon längst nicht mehr als sozial akzeptabel gilt, (abhängige) Frauen zu kontrollieren und zu schlagen.

      Insofern: nein, Gewalt ist nicht per se ein ‚männliches‘ Problem. Sondern ein vielschichtig-(gesamt-)gesellschaftliches.

    • mila sagt:

      Explizit betrifft diese Problematik im erweiterten Rahmen auch die Gewaltausübung gegen Kinder. Ja, die Männer können wohl vermutlich auch hier den grösseren physischen Schaden ausrichten. Aber ich bin überzeugt, dass Frauen in Bezug auf leichtere physische wie psychische Gewalt gegenüber Kindern den Männern in nichts nachstehen. In letzterer die Männer allenfalls auch übertreffen.

    • tina sagt:

      ui mila. opferrolle. einrichten. hust.
      wie sage ich das nun. wenn jemand gewalt einsteckt hat er also die wahl „sich in der opferrolle einzurichten“ (mir wird übel von der wortwahl) oder sich zu trennen. denkst du, die trennung macht jemanden zu einem lamm oder könnte das die aggression verstärken?
      wenn das nur für schwere gewalt gilt, und nicht für ein wenig schubsen und leichte ohrfeigen (auch davon wird mir ein wenig übel): was macht man denn bei leichter gewalt.
      ja wenn die welt so einfach wäre

      • Malena sagt:

        „in der Opferrolle einrichten“, hmmm… Die Ex eines Freundes hat sich im Streit wiederholt nahe vor ihm aufgebaut, und ihm herausfordernd entgegengeschrien: „schlag mich, komm schlag mich doch“. Weil es ihr eine Menge Macht (drohende Anzeige) und moralische Überlegenheit gebracht hätte, hätte er es getan. Die Opferrolle hat (leider) Vorteile, an die man sich gewöhnen kann. Unter dem Strich aber tut man sich damit sicher keinen Gefallen. Besser ist: Verantwortung übernehmen für seine eigenen Fehler, und klare Grenzen setzen für andere.

    • Annalena Moser sagt:

      „Dazu kommt, dass die geschlagene Partei das eigene Konfliktverhalten überdenken sollte….“ Gilt ja auch bei Vergewaltigungen, warum hat die Frau den Täter gereizt, etwas falsch gemacht oder war am falschen Ort zur falschen Zeit. So einfach ist das.
      Da hat sie es sich, blutend und schwer verletzt, in ihrer Opferrolle bequem gemacht, und nun soll sie das auch noch ändern, und den Schläger dazu. Voller Angst und ohne Funken von Selbstwertgefühl, abhängig und voller Schuldgefühle. „Was für ein Mensch muss ich sein, dass er mich dermassen misshandelt, warum mache ich immer etwas falsch, dass er mich schlagen muss. Wie kann ich fliehen, ohne Geld und Wissen wohin? so denkt sie“. Meinen Sie tatsächlich, er sucht Hilfe oder lässt zu, dass sie das tut?

      • Sportpapi sagt:

        @Annalena Moser: Und er schlägt einfach zu, aus heiterem Himmel, ohne Grund. Einfach, um wieder mal etwas Aggressionen loszuwerden?
        Gibt es sicherlich auch…

      • Christoph Bögli sagt:

        @Moser: Es geht doch nicht darum, dass das Opfer am Ende „Schuld“ sein soll und bei notorischen Gewalttäter muss man auch nicht viel diskutieren. Das sind aber keineswegs die Mehrheit der Vorfälle, wie im Interview gut dargelegt wird. Wenn es also zu Konflikten und einer Eskalation kommt, ist es durchaus sinnvoll und auch im eigenen Interesse, sich selbst und das eigene Verhalten zu hinterfragen. Gewalt entsteht schliesslich selten aus dem Nichts sondern läuft über eine Eskalationsspirale, die meist über konfliktförderndes Verhalten zu verbaler und psychischer Gewalt von beiden Seiten zur physischen Gewalt läuft. Wie bei Kleinkindern gilt letztlich auch hier: es braucht (fast immer) zwei.

    • mila sagt:

      tina, es ist schwierig, eine neutrale Wortwahl zu finden. Tatsache ist, dass eine geschlagene Frau, nimmt man den Mann aus der Gleichung (durch Haft zB), ohne Hilfe (Therapie) oftmals wieder bei einem Schläger landet. Es handelt sich um ein psychiches Konstrukt oder Muster (geringer Selbstwert), das es zu durchbrechen gilt, wenn das Problem wirklich behoben werden soll.

      • fabian sagt:

        „Es handelt sich um ein psychiches Konstrukt oder Muster (geringer Selbstwert)“
        genau. solche muster existieren bei frauen, aber auch bei männern. und deshalb sind solche anlaufstellen wie das mannebüro eine gute sache für männer.

      • mila sagt:

        Keinerlei Einwand von meiner Seite.

    • mila sagt:

      @Annalena, ich sprach von Paarbeziehung. Den vergewaltigenden Mann in der Paarbeziehung hat sich die Frau ausgesucht, was keine Schuldzuweisung sein soll! Vielmehr eine Erklärung, die Sie selbst ja auch liefern: ein geringes Selbstwertgefühl, wenn sie sich gegen diesen Mann nicht durch Trennung zur Wehr setzt. Eine solche Frau braucht ganz klar jede Hilfe, die sie bekommen kann. Aber sie muss sie in Anspruch nehmen, denn leider ist Gewalt in der Beziehung von aussen oft nicht einsehbar. Und selbst, wenn sie ersichtlich wird (durch Krankenhauseinweisung zB), geht die Frau nicht selten zum Mann zurück. Wie soll denn der Kreislauf Ihrer Ansicht nach durchbrochen werden, wenn die Frau sich nicht entschliesst, nicht mehr Opfer sein zu wollen? Meine Wortwahl war unglücklich, /

      • Claire sagt:

        @Sportpapi,aha also darf man mit Grund Jemanden Schlagen?Der Schläger wird immer einen Grund finden.Sei dieser noch so banal….

      • Sportpapi sagt:

        @Claire: Wollen Sie diskutieren oder nicht? Der Einstieg ist schon mal misslungen…

    • mila sagt:

      aber mir geht es um die ungute Dynamik, in der eine solche Frau (oder ein betroffener Mann), verstrickt ist. Und die niemand anders wirklich, langfristig durchbrechen kann, auch die Justiz nicht, wenn das Opfer nicht zuvor einen entscheiden Schritt macht. Das ist die traurige Wahrheit.

    • mila sagt:

      tina, noch eins: die leichte Gewalt ist in meinen Augen kein Kavaliersdelikt. Da fängt es an, und eskaliert danach nicht selten. Ich würde mich daher nicht schubsen lassen. Es nicht einfach unter den Teppich kehren, im Sinne von ‚kann einmal passieren, ist nicht so schlimm‘. Wie hast denn Du reagiert?

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Ich wurde auch schon mal geschubst von einer Frau, die ausser sich war. Vor Ärger, und weil ich mich von ihren verbalen Angriffen nicht provozieren liess.
        Nie käme es mir in den Sinn, jegliche (Mit-)Schuld an der Eskalation abzustreiten.
        Ebensowenig war es ein Trennungsgrund. Sondern die Basis für ein intensives Gespräch am nächsten Tag.
        Klar ist aber: Hätte ich mich körperlich ernsthaft gewehrt, wäre ich schliesslich der Depp gewesen.

      • mila sagt:

        Sie haben interveniert, und Ihren eigenen Beitrag mitberücksichtigt. So hätte ich es auch gehalten. Was aber, wenn sich das Verhalten wiederholt hätte – hätten Sie es sich durchziehen lassen?

      • mila sagt:

        Mit interveniert ist das intensive Gespräch gemeint. Ich denke nicht, dass es mit einem ‚ok, jetzt warst Du halt mal wütend, wird schon nicht wieder vorkommen, Entschuldigung angenommen und Schwamm drüber, wir haben uns wieder ganz doll lieb‘ getan ist.

      • tina sagt:

        sportpapi: was heisst wehren? ABWEHREN. nicht schlagen, sondern die hand festhalten bevor sie trifft.
        mila: ja eben. darum habe ich ja auch weiter gedacht und dich konkret gefragt, was denn machen. und verweise nochmals auf meinen beitrag. bitte erstmal darüber nachdenken als reflexartig antworten. es ist nunmal nicht so leicht in der praxis und begriffe wie opferrolle sind alles andere als hilfreich. was machst du denn bei leichter gewalt udn was bei schwerer? ernsthaft: denkst du das rayonverbot schützt dich bei schwerer gewalt? und bei leichter wird es nicht angewendet (richtig so)

      • mila sagt:

        Ich habe weitergedacht. Weiter unten. In meinen Augen gibt es nur einen Weg: den schnellen Ausstieg aus der Spirale, bevor die Gewalt überhaupt eskalieren kann. Ausser der übergriffige/gewaltätige Partner sucht sich professionelle Hilfe. Denn helfen kann der/die Betroffene ihm nicht (auch so ein Fehlschluss, der zu oft gedacht wird: dass Liebe etwas ändern kann).

        Ich warte eigentlich aber auf Deine Lösungsansätze. ‚Es ist nicht so leicht, schon etwas kompliziert‘ etc. sehe ich nicht als Lösungsansatz. Und ich dachte, darum ginge es hier: echte Lösungen für Betroffene zu diskutieren. Statt die Ausflüchte, die wir alle schon kennen. Und die noch nie geholfen haben.

      • mila sagt:

        Wieso ich im Übrigen ein Problem mit Ausflüchten habe: wenn wir nicht endlich damit aufhören, werden sie unzählige weitere Leben vergiften, und vernichten. Daher, in aller Einfachkeit:

        1. Es ist nicht Liebe, wenn jemand Dich schlägt.
        2. Es ist nicht Liebe, wenn Du Dich schlagen lässt.
        3. Liebe kann niemanden ‚bekehren‘, der/die nicht selbst Verantwortung für das eigene Verhalten übernimmt. Wenn Du jemandem helfen willst, hilf Dir selbst.
        4. Du schützt Deine Kinder nicht, indem Du bleibst. Du schützt sie, indem Du früh gehst.
        5. Du kannst Deine Kinder nicht von der Gewalt abschirmen – sie bekommen alles mit, egal, wie sehr Du es versteckst. Wenn Du nicht willst, dass sie eines Tages Dein Muster fortführen, dann bleib nicht.

        Ich sehe keinen anderen Weg, als den der radikalen,

      • mila sagt:

        ent-romantisierten, illusions-befreiten Ehrlichkeit.

      • tina sagt:

        du stellst dich meiner antwort nicht mila. ich habe es unten nochmals versucht

      • Martin Frey sagt:

        Ich kann Ihre 5 Punkte nur unterschreiben, mila. Vielleicht noch mit der Ergänzung, dass man folgendes nicht genug betonen kann:
        „Wenn Du nicht willst, dass sie eines Tages Dein Muster fortführen, dann bleib nicht.“
        Bekanntermassen neigen die Menschen ja dazu, die Muster selber anzuwenden mit denen sie als Kinder geprägt wurden. Es ist sogar sehr schwierig, sich diesen Mustern bewusst zu entziehen, und selber nicht die Fehler der eigenen Eltern zu wiederholen. Selbst wenn man darunter gelitten hat.
        Hut ab vor den Leuten, die das problemlos schaffen.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Man muss vielleicht noch anmerken, dass Gewalt in Beziehungen meistens von beiden Partnern ausgeht. Das ist so eine Art Gewaltspirale, die sich aus allen möglichen Formen von Gewalt zusammen setzt. Voraus gesetzt, wir sprechen hier von unserem Kulturkreis.

      • mila sagt:

        Ja, die beidseitige Gewalt (physisch und/oder psychisch) kommt sicherlich häufig vor. Aber ob dies meistens der Fall ist, könnte ich nicht sagen. Es gibt auch andere Konstellationen.

    • Martin Frey sagt:

      Mila, auch hier, ganz bei Ihnen und Ihren Ausführungen. Und nein, ich finde nicht dass Ihre Wortwahl unglücklich war, sie kratzt lediglich an Tabus.
      Meiner Einschätzung nach sind die Muster stets wiederholend, und zwar bei Opfern und Tätern. Wie Sie sagen, wer einmal Gewalt anwendet und damit durchkommt, wird es immer wieder tun. Oft sind es Leute, die abgesehen von Gewalt wenig andere Kommunikations- und Durchsetzungsmittel auf den Weg mitbekommen haben.
      Dasselbe gilt für Leute, denen Gewalt angetan wurde. Oft innert weniger Tage werden die Täter wieder in Schutz genommen, gerechtfertigt, und irgendwann zieht man wieder ein. Insbesondere Frauen entwickeln manchmal ein Bad-Boy Beziehungsschema, und scheinen sich unter einer Partnerschaft nichts anderes vorstellen zu können.

      • mila sagt:

        Eins ist mir wesentlich: die Gewalt in einer Beziehung entwickelt sich idR nicht ‚auf einen Schlag‘. Sie baut sich vielmehr allmählich auf, wenn sie nicht in den allerersten Anfängen unterbunden wird (oft genug wird sie zunächst bagatellisiert und/oder vorschnell entschuldigt, ebenso wie dies bei kontrollierendem Verhalten der Fall ist). Je länger man zuwartet, und auf Besserung (aus dem Blauen der Liebe heraus…) hofft, desto schlimmer, und gefährlicher, wird es. Dh das eigene Bleiben erhöht die Gefährdung. Nicht der erste, frühe, konsequente Schritt aus der beginnenden Gewaltspirale heraus. Die Fälle, wo Frauen von kurzweiligen Partnern (oder Stalkern) getötet werden, sind selten. Hinter Tötungsfällen stecken iaR langjährige Beziehung. Aber genau das verlieren Betroffene aus den Augen.

      • mila sagt:

        Die Fälle mit Bad Boy-Aspekt sind vermutlich – vergleichsweise – eher selten. Oft sind die Betroffenen zunächst in ihren Gefühlen hin-und-her gerissen, wollen die nie-wieder-Beteuerungen glauben, bis dann irgendwann die Angst vor dem, was bei einer Trennung geschehen könnte, überhand nimmt. Aber diese Angst ist ein sehr schlechter Berater, besonders, wenn Kinder im Spiel sind. Sie lässt einen zu lange bleiben. Bleiben sollte gemäss logischer Überlegung schon früh keine Lösung mehr sein. Und nein, ich denke nicht, dass hier das Herz den Verstand überstimmt. Sondern ein fehlendes, oder vermindertes Selbstwertgefühl (das an einen gesunden Selbsterhaltungstrieb gebunden wäre). Romantisierung sind hier in meinen Augen https://www.google.ch/search?q=frohe+ostern&client=safabsolut fehl am Platz.

      • Martin Frey sagt:

        „Je länger man zuwartet, und auf Besserung (aus dem Blauen der Liebe heraus…) hofft, desto schlimmer, und gefährlicher, wird es“
        Was dem leider zuträglich ist: die Neigung, auch ein Stück weit die Ueberzeugung vieler Frauen, ihren Partner ändern zu können/zu wollen. Oft gepaart mit einer selektiven Wahrnehmung, und der Ueberzeugung, selber die grosse Ausnahme zu sein. Und dass das Vorleben des Partners (von dem man meistens schon Kenntnis hat) bei bei einem selber wohl schon nicht Realität werde.
        So vergehen die Monate und Jahre, mit wiederkehrenden Besuchen auf den Notfallstationen und Anlaufstellen, bis man eines Tages realisiert: Er ändert sich nicht. 😉
        Mit Bad Boy Syndrom habe ich nur die Neigung gemeint, sich mit derartigen Männern einzulassen, weil einen das reizt.

      • tina sagt:

        MF: da müsste ich mich jetzt angesprochen fühlen, nicht wahr? nein, ich hatte davor und danach nie einen mann, der gewalttätig war. und übrigens war auch nicht gewalttätigkeit ein problem in der beziehung aber danach und zwar massiv. und darum mein hinweis oben: ja hey, was denkt ihr denn, wie das rauskommt, wenn man eben nicht in der so gern belächelten opferrolle verharrt? alternative? trennung, richtig? und die trennung denkt ihr, macht dann weniger aggressiv? rayonverbot hin oder her: die polizei kommt nicht BEVOR etwas passierte

      • mila sagt:

        Absolut. Dies ist oft die Kehrseite der Medaille, was es den Betroffenen – wie Sie schreiben – zusätzlich erschwert, rechtzeitig den Ausstieg zu finden. Ich habe deshalb weiter oben einige Gegen-Punkte zusammengefasst. Gegen die perfide Armada der Ausflüchte von ‚aber er/sie liebt mich doch‘, ‚aber ich liebe sie/ihn‘ , ‚meine Liebe wird ihn/sie bekehren‘, ‚ich bleibe wegen der Kinder‘, ‚die Kinder bekommen nichts mit‘. Es gibt noch zahlose weitere, aber das scheinen mir die wichtigsten.

      • mila sagt:

        Ich habe jetzt verstanden, worauf Du hinaus willst, tina. Gegenfrage: wäre ein Verharren in der Beziehung (ein Zurück in die Beziehung) eine Lösung gewesen? War es bei Dir nicht, ist es nie. Braucht es einen durchgreifenderen Schutz nach bereits erfolgten Gewalttaten, sollten bereits verbale Drohungen ernster genommen werden: mE ja, gerade nach Trennungen. Wobei bei letzterem Missbrauchspotential besteht, weshalb Anklagen auch nur nach erfolgten Taten erhoben werden können. Aber es hätte in vielen Fällen vermutlich bereits eine abschreckende Wirkung, wenn die Polizei ein prophylaktisches Gespräch mit Gewaltandrohern sucht. Und diese in Folge etwas gezielter im Blick behält.

      • mila sagt:

        Ich frage mich auch ehrlich gesagt etwas, weshalb Du Dich derart angesprochen fühlst vom Diskussionsverlauf. Wenn Gewalt nach dem Beziehungsende ins Spiel kommt, ist das nicht steuerbar. Ich wüsste auch nicht, wie man sich dagegen schützen könnte. Wenn während der Beziehung Gewalt entsteht, sieht die Situation mE anders aus.

      • Martin Frey sagt:

        @tina
        „da müsste ich mich jetzt angesprochen fühlen, nicht wahr?“
        Nein, weshalb auch? Ich habe Sie nicht angesprochen, und Ihr Privatleben interessiert mich ehrlich gesagt nicht so sehr.
        „die polizei kommt nicht BEVOR etwas passierte“
        Jein. Wo ich beipflichte, die Schweiz hat eine sehr täterorientierte Justiz. Opfer, gerade von Stalkern und anderen uebergriffigen Personen sind m. E. völlig ungenügend geschützt.
        Aber es kann durchaus hilfreich sein, sich vorzeitig an die entsprechenden Fachstellen zu wenden, die es so gibt. So zb. bei der kompetenten Fachstelle für Stalking und häusliche Gewalt der Kapo Zürich. Oft wirkt dann bereits eine Vorladung „Wunder“.
        Unbestritten ist aber, dass die Leute eher nicht ablassen, wenn es eine lange, oft gemeinsame Vorgeschichte gibt.

      • tina sagt:

        mila: warum ich es so auf mich beziehe. weil die thematik mich tangiert. weil ich sehe, wie oberflächlich und dann noch mit zwinkersmiley von theoretisiert und oben herab doziert wird. weil ich selber weiss, wie man denkt, wenn man nicht drin steckte und ich versuchen möchte, diese andere perspektive, die weniger theoretische aufzuzeigen. aber das geht halt nicht, ohne dass es mich persönlich tangiert
        wenn martin frey es also nicht auf mich bezogen geschrieben hat, umso besser.
        zu den ideen von euch: ich habe ja nicht gesagt, eine trennung sei falsch. aber dass partner trotz gewalt sich nicht trennen hat unter anderen eventuellen gründen allein den grund, dass das zu gefährlich ist. ich möchte, dass die leute daran denken statt lächelnd vom badboysyndrom zu dozieren

      • tina sagt:

        beratungsstellen sind natürlich gut, bloss – halt auch hier – es schützt niemanden vor gewalt.
        mehr respekt vor menschen und ihren entscheidungen, und wenn man die gründe nicht sieht, sich eingestehen, dass es trotzdem gute gründe geben könnte

      • mila sagt:

        tina, genau weil mir bewusst ist, wie schwierig es ist zu gehen, wenn eine Beziehung sich verfestigt hat, und dass es umso schwieriger wird, je länger man bleibt, finde ich wichtig, dass die oben erwähnten Punkte in den Köpfen ankommen. Konsequenzen müss(t)en früh, schnell und nach Bedarf radikal gezogen werden. Es geht mir somit in erster Linie um Prävention. Ich hatte einen Fall von schwerer Beziehungsgewalt in der Familie, und einen Todesfall im erweiterten Freundeskreis. Mich macht das Thema somit auch betroffen, wenngleich nicht direkt. Und ich würde in jedem Fall die These wagen: wenn es zu gefährlich ist zu gehen, dann ist es über längere Sicht mindestens so gefährlich zu bleiben. Die Lösung ist nicht, nie, zu bleiben. Besserer Schutz, mehr Hilfe wäre angezeigt.

      • mila sagt:

        Schutz und Hilfe nützen jedoch auch nur, wenn sie in Anspruch genommen werden, und der/die Betroffene nicht wieder(holt) zum Partner/der Partnerin zurückkehrt. Was nach wie vor zu oft geschieht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila
        @tina
        schliesse mich mila vollumfänglich an; wenn es zu gefährlich ist zu gehen ist es zwangsläufig mindestens genauso gefährlich zu bleiben!!!
        Besonders wenn Kinder im Spiel sind die so selber auf ungute Verhaltensmuster trainiert werden.

        Was hingegen sehr zu bemängeln ist, dass es im Vorfeld, wenn die Gewalt noch nicht eskaliert/“nicht genug“, viel zu wenig Schutz für die Betroffenen gibt.
        Das Verharren in der Situation bestärkt nur den Täter-in in der Richtigkeit des eigenen Verhaltens.

      • tina sagt:

        wenn man also abschliessend männern, die unter gewalt ihrer partnerinnen leiden, etwas raten kann, ist es vermutlich wie bei frauen folgendes:
        bevor es zu schwerer gewalt kommt, kam es zu vorfällen mit leichter gewalt aber vorallem auch abwertung. vor leichter gewalt und abwertung geschützt werden kann man nicht institutionell oder gesetzlich sondern man muss selber den schritt machen, verantwortung übernehmen, sich selber schützen. wenn man merkt, dass es eine abwärtsspirale ist, hilft wohl vermutlich leider nur eine trennung. je schwerer die gründe wiegen, desto leichter fällt einem eine trennung. darum ist es so schwierig, die notbremse zu ziehen und auf dem weg zu bleiben, bevor es richtig schlimm wird.

      • tina sagt:

        sorry brunhild und mila, das stimmt leider nicht nicht generell. siehe familiendramen: durch die trennung wird der verlassene partner offenbar manchmal in eine scheinbar für ihn hoffnungslose lage gestürzt. manchmal wird es wirklich schlimm nach einer trennung. und auch hier wird es eine dunkelziffer geben von solchen entwicklungen, die nicht mit dem allerschlimmsten enden aber eben auch kein happy end haben

      • tina sagt:

        man beachte die reaktion vernünftiger, gebildeter männer auf die vorstellung, wie man sich wehrt: reflexartig kommt die angst, man werde dann selber angezeigt wegen gewalt und bekomme rayonverbot. das zeigt doch, dass der gedanke wie man sich wehrt zum zurückschlagen führt und nicht zum selber gehen, sich trennen, rückzug, wie man es frauen rät

      • mila sagt:

        tina, Du kannst gerne weiter Äpfel mit Birnen vergleichen (Gewalt in der Beziehung, also vorbestehend / Gewalt nach der Beziehung, also ohne entsprechende Vorgeschichte, bis hin zum Amoklauf). Gegen letzteres kann man sich nicht vorab schützen, ausser vielleicht mit einem: einer fairen Trennung (Regelung der Kinderbetreuung und der Kosten). Wenn Männer nicht mehr befürchten müssen, alles zu verlieren, dürften diese Fallzahlen abnehmen.

        Das Spiel ‚Why don‘t you – yes but‘ spiele ich nicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        bei „Familiendramen“ (auch dies mMn ein sehr unpassender Begriff) nach Trennung wird bei dieser Argumentation ausgeblendet, dass es bei einem Verbleib in der Partnerschaft über kurz oder lang genauso zum Drama kommt! Und falls es tatsächlich ohne schwerwiegende Gewalt weiterliefe, würden spätestens die Kinder als später Erwachsene in ihren eigenen Beziehungen sehr viel unnötige Mühe haben, einfach weil sie destruktive Muster verinnerlicht haben! Und bspw wieder selbst in ganz ungesunden Verhältnissen verharren.
        Was fehlt, da gebe ich Ihnen recht, ist die Unterstützung während einer Trennungsphase.

      • mila sagt:

        Ich denke schon, Brunhild, dass es unterschiedliche Täterprofile gibt. Den Gewalttäter (der in der Kulmination der Gewalt ggf. zum Mörder wird), und den Amokläufer ohne Gewaltvorgeschichte. Das sollte man unterscheiden. Weil die ‚Prophylaxe‘ (wenn bei letzterem überhaupt möglich) jeweils etwas anders aussieht.

      • tina sagt:

        mila: ich verstehe deinen vorwurf nicht. ich habe doch deine 5punkte liste genommen, auch deine einwürfe von wegen gewalt passiert nicht ohne vorgeschichte und deine schlussfolgerung, dass man bei entsprechenden anzeichen gehen muss. aber das birgt eben die schwierigkeiten, die ich versuchte aufzuzeigen: man trennt sich doch nicht wegen kleinigkeiten! und darum kann man nicht vorwerfen, die leute würden sich nicht früh genug trennen.
        meine folgerung war aber nicht, dass man schon leichtere fälle gesetzlich ahnden sollte. das geht schlicht nicht. wie stellt ihr euch das vor? „sie hat mich verbal psychisch fertig gemacht“ kann man nunmal nicht beweisen. der eloquentere und/oder der mit mehr zeit würde dabei gewinnen. beratungsstellen sind gut, aber schützen einen halt nicht.

      • tina sagt:

        der haken ist vermutlich, dass sich menschen eher zu gewalt (leicht bis schwer) verleiten lassen, wenn sie die machtposition dazu haben. körperlich überlegen, finanziell das sagen, vormund/mündel, pfleger/gepflegte. die allermeisten sind sich ihrer verantwortung bewusst und verhalten sich als überlegener entsprechend. aber manche eben nicht. machtgefälle lassen sich nicht ganz vermeiden, sie gehören zum leben (eltern/kind, jung/alt).
        wie im blog text schlussgefolgert und wie ich auch sonst bei jeder gelegenheit gern betone ist auf jedenfall eine einseitige belastung heikel. besser ist rollenvielfalt, damit nicht die idee einer einseitigen ernährerlast auf den schultern von einem geschlecht lastet

      • tina sagt:

        so wie sich früher frauen nicht leisten konnten sich zu trennen, so kann man es sich heute als mann kaum leisten. man verharrt darum lieber in ungesunden beziehungen. wie kommt man da raus? die macht wieder umzuverteilen führt einfach dazu, dass es wieder in die andere richtung kippt.
        am besten wäre eine gesellschaft, die nicht auf einseitigkeit beruht. insofern muss man eben dohc wieder schliessen, dass diese form von wahlfreiheit, die zu einseitiger belastung führt, gesamtgesellschaftlich nunmal wirklich sehr ungesund ist und darum vielleicht echt verboten werden sollte.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Trennung also? Ich gehe also als Mann ins nächste Männerhaus (welches?), nehme die Kinder mit (Entführung!), klage wegen der Gewaltausbrüche der Frau (diese bekommt umgehend ein Rayonverbot, der Kontakt zu den Kindern wird unterbunden…).
        Es ist klar, dass das ganz anders läuft.
        Und es nicht immer zum Schutz der Kinder ist, wenn der Vater weggeht.

      • Sportpapi sagt:

        Und tina: Wenn der Mann sich wehrt gegen die um sich schlagende Frau, wie von dir vorgeschlagen, dann bleiben dennoch blaue Flecken zurück, und beim kleinsten Schubser noch mehr. So einfach ist das nicht!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila
        das Wort „Amokläufer“ ist sehr vorsichtig zu behandeln, da wird einiges so genannt was es gar nicht ist. Nicht selten war Wut/Ärger/sich ungerecht-behandelt-fühlen des Täters schon bekannt; und meist hat er sich gedanklich auf die Tat vorbereitet/organisiert und ist nicht innert kürzerster Frist von 0 auf 100…,
        Wo ich zustimmen würde ist ungleiche Profile bei Verbrechen im privaten Umfeld, Täter welche schon zuvor gewalttätig waren, vielleicht sogar eine lange Geschichte mit Notfall-Polizei-evtl Frauenhaus etc, und die „Stillen“ welche über Nacht zum Täter werden.
        Da ist das „Stille“ vielleicht der Ansatzpunkt für die entsprechende Prophylaxe.

      • mila sagt:

        tina, man trennt sich nicht wegen einmaligen Vorfällen. Aber man kehrt den Schubser auch nicht einfach unter den Teppich. Wenn sich das Verhalten wiederholt, zur Ohrfeige etc. ausartet, der/die Kontrollierende/Übergriffige/Gewalttätige keine Einsicht zeigt (was sich in einer Verhaltensänderung bekünden müsste, nicht im Lippenbekenntnis), bleibt man dann? Bleibt man, ist man selbst ebenfalls in der Verantwortung (nicht zu lesen als: Schuld). Dasselbe gilt mE für psychische Gewalt.

        Im Übrigen bin ich ganz klar der Ansicht, dass die 10/16-Regelung dringend überholt werden müsste. Sprich: getrennte Partner sind in der Verantwortung, jeweils ihren eigenen Unterhalt zu bestreiten, und teilen sich Kindsunterhalt und -betreuung, nach einer allfälligen Übergangsphase /

      • mila sagt:

        (eine Arbeits- und Betreuungsstelle findet man nicht von heute auf morgen, die Kinder brauchen eine Eingewöhnungszeit, bei Babies und Kleinkindern bis Kindergartenalter sollte eine 100% Kitabetreuung nicht zumutbar sein, und andere Lösungsmöglichkeiten gefunden werden). Merke: Auch Frauen/Männer, die zuvor 40-60% gearbeitet haben, können nicht von heute auf morgen ihr Pensum so erhöhen, dass es zum selbständigen Unterhalt reicht, daher Anpassungsphase. Es geht keineswegs nur um Hausfrauen (und -männer). Also ja, auch ich als Hausfrau sage, dass das ‚Luxusmodell‘ Hausfrau nur dann in Frage kommt, wenn es im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart wird. Diese Vereinbarung erlischt im Trennungsfall. Wer nach der Trennung, nach der Anpassung, nicht in der Lage ist, den eigenen Unterhalt /

      • mila sagt:

        und den Anteil für den Kindsunterhalt zu bestreiten, ist für Sozialhilfe zuständig (blödes Wort, aber es fällt mir kein anderes ein) – nicht der Partner. Neu zu regeln (gesetzgeberisch) wären also die Rahmenbedingungen der Übergangsphase (Anpassung). Statt 10/16. Ich bin überzeugt, dies würde vieles daran ändern, wie Eltern sich im Trennungsfall (und allenfalls in der Beziehung) verhalten. Und es würde ein Gleichgewicht zugunsten der Väter geschaffen.

      • mila sagt:

        @Brunhild, ja, um dieses ‚stille‘ Element ging es mir. Danke für die Aus-formulierung.

  • Zufferey Marcel sagt:

    In diesem Artikel wird zum ersten Mal zwischen vergleichsweise harmloser, körperlicher Gewalt (Ohrfeige) und Kapitalverbrechen (Tötung) unterschieden. Das Tötungsdelikt ist, gemessen an der Gesamtheit, ganz sicher die Ausnahme, die Ohrfeige hingegen die Regel. Während bei Letzterer die Verteilung zwischen Männern und Frauen gleich ist, konzentrieren sich Erstere v. a. auf Männer. Diese Differenzierung halte ich für enorm wichtig!

    • tina sagt:

      wobei ich hier schon leise anmerken muss:
      mein ex man schubste mich wenige male: ich stolperte mehrere schritte/meter rückwärts und pralle hart gegen die wand. wie ein harter schlag. einmal hatte ich beide kinder auf dem arm und stand ihm zugewandt mit dem rücken zur treppe….
      wenn ich meinen ex mit dem selben kraftaufwand geschubst hätte, hätte er keinen millimeter gewackelt.
      er etwa doppelt so breit wie ich und einen kopf grösser, arme wie ich schenke. nein, ohrfeige ist nicht = ohrfeige

      • Zufferey Marcel sagt:

        Dessen unbesehen: Die Gleichverteilung ist ein Fakt.

      • Thomas Baumann sagt:

        „Ohrfeige ist nicht = Ohrfeige“. Natürlich, so wie Sie es beschreiben stimmt es zu hundert Prozent. Abgesehen davon davon, dass sich hier wohl alle einig sind, dass Gewalt in einer Beziehung generell nicht sein sollte, impliziert dies, dass Gewalt von Männerseite (und ich rede jetzt nicht von den völlig indiskutablen Exemplaren, welche Frauen vorsätzlich umbringen) prioritär angegangen werden muss, weil bei Tätlichkeiten im Affekt von Männerseite ein grösseres Risiko von Körperverletzungen besteht. Die Männer sind hier also quasi durch ihre grössere Körperkraft benachteiligt. Das Strafrecht wirkt heute vermutlich schon abschreckend (Tätlichkeit wird zur Körperverletzung). Die Frage ist: Wie unterstützt die Allgemeinheit die Männer sonst darin, diese grössere Verantwortung wahrzunehmen?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Thomas Baumann: Straftatsrelevant ist lediglich physische Gewalt (bis auf Nötigung, Drohung, etc.). Ich würde den Rahmen aber gerne erweitern: Wenn man von Beziehungsgewalt spricht, dann ist psychische Gewalt meistens / immer ein nicht zu unterschätzender Faktor. Worauf ich hinaus will: Während psychische Gewalt (Worte können enormen Schaden anrichten, wie Ihnen jeder Psychologe / Psychiater bestätigen wird!) bis dato weitgehend straffrei ausgeht, ist physische Gewalt in praktisch jeder Form strafbar. Dieses Ungleichgewicht gilt es ebenfalls zu beheben. Und ich denke wie Mila auch, das psychische Gewalt mehrheitlich weiblich konnotiert ist. Schwere physische Gewalt hingegen ist eindeutig Männersache.

      • Thomas Baumann sagt:

        Herr Zufferey, ich bin nicht dafür, dass psychische Gewalt bestraft wird. Sonst brauchen wir irgendwann noch eine Gedanken- oder Gesinnungsjustiz und stehen dann schneller als uns lieb ist in Teufels Küche. So muss halt manche Ungerechtigkeit ungesühnt bleiben, damit uns generell gewisse Freiheiten erhalten bleiben.
        Es ging mir um etwas anderes in meinem Post: Wenn gesagt wird, dass Ohrfeige nicht = Ohrfeige ist damit impliziert wird, dass primär bei Tätlichkeiten von Männern angesetzt werden soll obwohl beide Geschlechter gleichviel schlagen (ich glaube jetzt einfach mal Ihren Zahlen), dann kann man nicht einfach fordern, sondern muss auch entsprechende Unterstützung bieten, weil die Konzentration auf ein Geschlecht ja eine strukturelle Ungleichheit darstellt.

      • tina sagt:

        zuffrey, nennst du das gleichvereilung, nur weil das wort zur bezeichnung gleich heisst, man bei einer variante durch den raum fliegt und bei der anderen keinen millimeter wackelt?

      • tina sagt:

        das zeigt einfach mal wieder auf, wie schwierig es ist, mit dem ziel gerecht zu sein, gesetze oder urteile aus wörtern zu bilden.
        ich habe gar nichts impliziert sondern ein beispiel gebracht.
        und ich muss zugeben, ich habe überhaupt keine lust weiter an die situation zurückzudenken. schubsen ansich war nicht schlimm. schlimm war, zu merken, dass es dem schubser egal war ob ich mit dem rücken zur treppe stehe mit den kindern auf dem arm. kurz darauf trennte ich mich, ganz sicher nicht allein wegen einem schubser. sondern auch wegen anderen vorkommnissen, aus denen man entnehmen konnte, wie die grundhaltung ist

      • tina sagt:

        nach der trennung wurde es richtig schlimm übrigens. nicht dasss jetzt einer denkt „ah, sie hat sich getrennt und das awr die lösung“

      • Zufferey Marcel sagt:

        Nun, eine starke Ohrfeige, die (schwere / mittelschwere / schwache aber dennoch sichtbare) Verletzungen nach sich zieht, ist nach StGb Körperverletzung und damit ein Straftatbestand. Aber instintiv spüre ich, dass du wieder einmal den eigentlichen Gegenstand- in diesem Falle nämlich die im Interview erwähnte Gleichverteilung- verwedeln willst, Tina. Solche Gesprächstaktiken halte ich für manipulativ.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ohrfeige ist nicht = Ohrfeige ist eine heikle Aussage, Tina. Subjektiv machen ja beide das Gleiche. Schlagen mit x Prozent ihrer Körperkraft zu. Nur trifft in einem Fall eine grössere Kraft auf einen kleineren Widerstand und im anderen Fall eine kleinere Kraft auf einen grösseren Widerstand. Das Ergebnis unterscheidet sich entsprechend. Strafrechtlich kann das durchaus unterschiedliche Konsequenzen haben, sofern aus der Tätlichkeit dadurch eine Körperverletzung wird. Das ist auch richtig so. Aber wenn Sie darüber hinaus wegen individuell nicht beeinflussbarer Faktoren eine geschlechtsspezifische unterschiedliche Behandlung desslben Verhaltens fordern, dann haben Sie die Ungleichbehandlung durch geeignete Massnahmen zu kompensieren, weil sie ansonsten diskriminierend ist.

      • tina sagt:

        spürst du intuitiv wiedereinmal. soso

      • tina sagt:

        zuffrey hat halt das beispiel mal wieder nicht verstanden, spüre ich intuitiv

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Thomas Baumann: „Aber wenn Sie darüber hinaus wegen individuell nicht beeinflussbarer Faktoren eine geschlechtsspezifische unterschiedliche Behandlung desslben Verhaltens fordern, dann haben Sie die Ungleichbehandlung durch geeignete Massnahmen zu kompensieren, weil sie ansonsten diskriminierend ist.“

        Vollkommen richtig. Wie könnten denn „geeignete Massnahmen … zur Kompensation“ aussehen?

  • Loren sagt:

    Es gibt sie noch,Männer die Ihre Frauen als Eigentum sehen.Wenn diese nicht mitmachen oder eigene Wege gehen drehen diese durch!Hat nichts mit Erwerbstärigkeit zu tun ,sondern mit Macht!

    • Martin Seidel sagt:

      Ich denke, das ist eine zu einfache Erklärung. Meist ist das kulturell geprägt und hat wenig mit dem individuellen Mann zu tun. Mann ist „gesellschaftlich“ oder „religiös“ unter starkem Druck. Auch kommen Verlustängste Dazu. Bei Frauen äussert sich das anders, in Eifersuchtszenen, Kontrollwahn, Manipulation und Dramas. Ist für die betroffenen Männer jedoch in keiner Weise weniger schlimm. Auch Kinder leiden meist sogar noch stärker unter diesem „emotionalen Missbrauch“ der mehrheitlich von Frauen ausgeht.

      • Annalena Moser sagt:

        Herr Seidel, genau diese armen, emotional aufs Blut misshandelte Männer erschlagen dann ihre Emanzenfrauen. Sie, als normaler Mann, der in keinster Weise von emanzipatorischen Wahnvorstellungen seiner Frau Gemahlin (Ihr Heimchen am Herd) geplagt wird, ist natürlich in seiner Rolle als Ernährer und Herr im Hause nicht gefährdet. Kein Grund, sein Weibchen zu prügeln, ausser sie macht……irgend etwas falsch. Es geht eben doch um angeknackste Machtverhältnisse, beiderseitige Unzufriedenheit und Frustration. Frauen werden zänkisch, der Mann wird genervt und überlebt. Männer werden gewalttätig, die Frau wird verletzt oder stirbt. Worunter die Kinder dann mehr leiden, ist wohl klar.

  • Martin Bachmann sagt:

    Liebe Leserinnen und Leser. Nebst dem mannebüro züri (www.mannebuero.ch) stehen Männer in Paar-Krisen, bei Gewaltdynamiken, ebenfalls die Opferberatung Zürich (www.obzh.ch), die Fachstellen zu häuslicher Gewalt der Polizei, der Elternnotruf (www.elternnotruf.ch), Paar- und Eheberatungsstellen und auch weitere freie Beratungsstellen zum Thema Gewalt zur Verfügung.

  • Tom Geiser sagt:

    Alle Männer schön in einen Topf werfen, halte ich für sehr falsch. Was in diesem Beitrag zu 100% fehlt ist, die Herkunft der prügelnden Männer zu nennen. Ich bin mir sehr sicher aber das wird mir jetzt sicher wieder zur Last gelegt, dass Männer aus südlichen Gefilden oder aus islamischen Ländern schneller zulangen, als wir WEsteuropäer. Deshalb finde ich diesen Beitrag nicht besonders sachlich. Ich kenne keinen einzigen Mann in meinem gesamten Umfeld, der seiner Partnerin oder Frau gegenüber je handgreiflich werden würde. Nicht mal diejenigen, die von ihren Frauen bis aufs Blut gedemütig wurden. So einen Fall erlebe ich gerade live und der Mann ist am Boden zerstört, bleibt aber ruhig. Er ist Zürcher. Ob ein Islamischer Mann diese Demütigung auch ertragen hätte, wage ich zu bezweifeln.

    • Fritz Bünzli sagt:

      Sehr geehrter Herr Geiser. Um Ihre Vorurteile zu widerlegen empfehle ich Ihnen, den folgenden Artikel über wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema „Homizid-Suizid“ zu lesen: https://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Die-Liebesmoerder/story/13393480

      Dass die Rate in der Schweiz, verglichen mit anderen Ländern, ausserordentlich hoch ist, wird wohl kaum mit den zugezogenen Migranten zu tun haben, würde doch in einem solchen Falle die Rate in entsprechenden Ländern ähnlich hoch bzw. höher sein.
      Freundlicher Gruss
      Fritz Bünzli

      • Niklas Meier sagt:

        Nein, muss es nicht.
        Die Schweiz hat einen der höchsten Anteil an Ausländern an der Bevölkerung.
        In ihren Herkunftsländer sind die von Geiser angesprochenen Männer in ihren Rollen sicher. Niemand hat viel, alle leben nach dem selben Motto, haben eine starke Vorstellung von Ehre usw. Und dann kommen sie zu uns, müssen mehr leisten, werden in Frage gestellt, haben keinen Erfolg und dann haben sie noch das Problem, dass die Frau Zuspruch erhält, sich extern orientieren kann usw.

      • Sepp Z. sagt:

        bünzli, grad eben weil die suizid-rate bei männern in der schweiz sehr hoch ist, ists doch offensichtlich, dass unterschiede zu anderen kulturen bestehen.

        es ist doch sonnenklar, dass immigrierte männer aus bspw muslimischen ländern einen anderen umgang mit ihren frauen haben als schweizer männer.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Uiuiui Meier, Vorurteile en masse: niemand hat viel, alle leben nach dem selben Motto, haben eine Vorstellung von Ehre, müssen hier mehr leisten und dürfen sich nicht mehr ausruhen. Verallgemeinerung pur, und sich dann beklagen, wenn jemand es wagt alle (CH-)Männer in einen Topf zu werfen.

        Sepp Z.:
        Die Verfügbarkeit von Waffen im Haushalt eines jeden rechten Eidgenossen in Verbindung mit der eher konservativen und verschlossenen Haltung derselben trägt – vereinfacht gesagt wohl dazu bei, dass man im Fall der Fälle sich selber (und manchmal auch die gesamte FAmilie) auslöscht.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Deswegen plädiere ich dafür, sich geistig locker zu machen und den gesellschaftlichen Veränderungen (insbesondere auch beim Verhältnis zwischen den Geschlechtern), den Trends nach Gleichberechtigung (in allen Bereichen) offen entgegenzublicken. Je weniger man sich gegen nicht beeinflussbare Entwicklungen sträubt, desto weniger Probleme hat man damit. Als Mann schaue ich auf die Vorteile die mir der Kampf der Frauen gegen das Patriarchat seit den 60er Jahren gebracht hat: selbstständige und selbstbewusste Frauen die zu ihre Sexualität leben, weniger Druck durch geteilte Verantwortung in einer Partnerschaft, Möglichkeit meine Kinder und meine Eltern betreuen zu können, finanzielle Unabhängigkeit von meiner Partnerin, mehr Lohn in der Familienkasse 😉 uvm.

    • Lucia sagt:

      @ Tom Geiser
      Die Herkunft spielt keine Rolle. Ich bin eine freiheitsliebende Frau – dies passte meinem Ex (100% CH, Beamter) nicht in den Kram. Es folgte schnell mal die psychische Gewalt. Daraufhin die körperliche. Ich wurde gewürgt – kriegte keine Luft mehr. Lief blau an.
      Zum Glück liess ich mich nicht einschüchtern und meine Sicherung brannte komplett durch. Keine Ahnung woher ich diese ausserirdische Kraft hernahm – ich wehrte mich mit aller Kraft und biss mich los und als er am Boden lag, trat ich mehrmals und überall mit voller Wucht aus Wut auf ihn zu. Ich rannte um mein Leben und rief die Polizei bzw. seine Kollegen. Eine Anzeige und die Suspendierung des bewaffneten Dienstes waren die Folgen.
      Ich wünschte mir, viele Betroffene hätten den Mut sich zu wehren (wenn möglich).

      • Lucia sagt:

        Ich bin unendlich dankbar, dass ich keinen Schaden davon trug. Im Gegenteil – seither interessiere ich mich sehr für die Psychologie. Mir ist bewusst, dass viele nicht dasselbe Glück haben.

    • k. miller sagt:

      Tom Geiser – ich habe jetzt keine aussagekräftige Statistik zur Hand, nur meine persönlichen Erfahrungen. Ich weiss aus meinem privaten Umfeld von 5 Männern, die ihre Frauen misshandelt haben. In zwei Fällen kam es zu Todesfällen (er bringt erst die Frau, dann sich selbst um), in zwei Fällen kam es zur Trennung mit vielen nachfolgenden Schwierigkeiten (Frauenhaus, auflauern, versuchte Kindesentführung) und in einem Fall dauert die Gewalt noch an. Bei den Todesfällen/Trennungen erfuhr das Umfeld (auch sehr nahestehende Personen) erst DANACH, was Sache war. Alle sind/waren schockiert – wir hatten die Anzeichen nicht gesehen. Im übrigen waren alles Schweizer bzw. deutsche Paare. Wir wissen nie, was in einer Paarbeziehung wirklich passiert, wenn nicht darüber geredet wird.

  • Marc Holdener sagt:

    Danke für diesen Artikel. Physische Gewalt ist unentschuldbar. Doch ist die Hilfe für ohnmächtige Männer nur das halbe Thema. Es muss vertieft auf den Tisch, wie gewisse Frauen ihre emotionale Überlegenheit ausnützen, Man-Shaming betreiben, sofort persönlich werden, ohne sich um die Sache zu scheren, den Mann als überflüssig und ungenügend darstellen, ihm die Anerkennung verweigern, eine Art Heiligenstatus geniessen. Diese Eigenschaften haben va Frauen, die noch die patriarchale Prägung haben oder an Borderline etc. erkrankt sind. Wenn man als Mann realisiert, dass man nur noch der Versorger ist, nicht genügt, isoliert wird, wegen dem Recht keine Fluchtmöglichkeit hat, sich nicht abgrenzen kann, Gespräch verweigert wird, dann sind die Folgen relativ stringent. Frau muss nur zuwarten.

    • Annalena Moser sagt:

      Männer müssten lernen, dass Frauen geschäftsfähig sind (seit Mitte der 80er Jahre), in der Ehe nicht mehr vergewaltigt werden dürfen (seit den 90er Jahren) und generell den Männern gleichgestellt sind. Also sind die meisten von uns Frauen patriarchalisch geprägt. Aber die wenigsten, die von den Männern Respekt und Mitsprache einfordern, ohne das Risiko eingehen zu müssen, verprügelt zu werden, sind geisteskrank (Borderline Persönlichkeiten). Es fällt mir schwer, Männern, die Gewalt gegenüber Frauen rechtfertigen und die Schuld daran der emotionalen Überlegenheit der Frau zuschieben, Anerkennung zu zollen. Vielleicht sollten nun die Männer versuchen, ihre patriarchale Prägung los zu werden und den Frauen Lohnarbeit zu ermöglichen, damit Familienarbeit gerecht verteilt werde. Endlich.

      • Marc Holdener sagt:

        Frau A.M.: Selbstverständlich meinte ich meinen Post nicht so, wie Sie unterstellen. Mein Post hat Argumente, auf die man eingehen könnte, wenn man sie verstehen wollte. Sie veranstalten hier in mehreren Posts eine Anklage, die vermutlich aus einer persönlichen Tragödie kommt, für die ich nicht verantwortlich bin. Doch ganz mit Ihnen einverstanden, dass es Gewalttäter gibt, wo obiger Artikel und Diskussion zwecklos sind oder zynisch wirken. Hier ging es aber um die mögliche Ursache von Ohnmachtsgefühlen, die bei überforderten Männern in Gewalt münden können. Da wünsche ich, dass Frauen das ernster nehmen und Verantwortung übernehmen. So zu tun, als wüssten Sie nicht, wovon ich spreche und dieses Thema einfach ignorieren, empfinde ich auch als zynisch und ohnmächtig.

  • Martin Seidel sagt:

    Im Artikel wird suggeriert, dass es eine „systematische“ Gewalt tendenziell von Männern gegen Frauen gibt. Ich denke, das ist nicht so. Frauen sind in der Schweiz nicht unterdrückt und werden auch nicht systematisch geschlagen. Männer und Frauen, die Gewalt als Mittel einsetzen, sind die absolute Ausnahme und handeln meist zwanghaft, weil sie keinen anderen Weg gelernt haben, bzw. weil sie ihre sehr starken Emotionen nicht anders ausdrücken können, geschweige denn im Griff haben. Das als Zeichen der Unterdrückung oder als Zeichen für die bösen Männer umzudeuten ist nicht zielführend. Männer und Frauen in Beziehungen würde alle lieber anders miteinander umgehen, wenn sie könnten.

    • Sepp Z. sagt:

      Ich glaube, Männer sind einfach mehr unter Druck in unserer Gesellschaft. Sie haben wenig Anlaufstellen, praktisch keine Lobby, die sich um Männerthemen kümmert.

      In den letzten Jahrzehnten haben wir nur über Frauenanliegen gesprochen, Frauen mehr Privilegien und Unterstützung gegeben. Männer sind auf der Strecke geblieben.

      Gerne stilisiert man Frauen zu Opfern, Männern zu Tätern – damit man sich weiterhin nicht um Männeranliegen kümmern muss. Auch hier melden sich wieder dieselben männerhassenden Frauen, die Männeranliegen reflexartig torpedieren.

      Man könnte auch mal über die Selbstmordrate sprechen. Diese liegt bei Männern in der Schweiz bis zu ca 8x höher als bei Frauen (Suizid nach Alter und Geschlecht, BfS).

      • Martin Seidel sagt:

        Hallo Sepp

        Ja, das sehe ich auch so. Sehr viele Frauen schüren systematisch Hass gegen Männer und sehen nichts Positives in Männern. Ich habe das so von Seiten der Männer nie gesehen. Für mich ist das auch absolut nicht nachvollziehbar und verunmöglicht jede Beziehung. Männer fühlen sich jedoch weniger unter Druck, als dass sie viel mehr einfach dieses Verhalten nicht mehr unterstützen und mittragen wollen. Die Folgen sind, dass sie keine Familie mehr wollen, ihre Freizeit lieber mit Männern verbringen und auch nicht mehr mit Frauen zusammenarbeiten möchten, da dies alles viel zu kompliziert ist. Und erstaunlicherweise habe ich noch nie so viele zufriedene Männer gesehen wie heute. Es ist einfach super mit guten Kollegen etwas zu unternehmen. Es ist wieder Zeit für Man only Clubs!

      • Fritz Bünzli sagt:

        Logisch gibt es keine Männerspezifischen Anlaufstellen / Lobbys, wenn die Nachfrage nach solchen zu gering ist, da es der (Schweizer) Mann vorzieht, den Frust in sich aufzusaugen, statt sich mit anderen Personen / Experten (z.B. Psychologen, von denen es Unmengen gibt) auszutauschen bzw. Rat aufzusuchen. Die Frauen haben für ihre Anlaufstellen gekämpft, der (Schweizer) Mann schweigt und leidet.

      • Annalena Moser sagt:

        Natürlich mussten Männer Privilegien abgeben, was Bildung und Lohnarbeit betrifft. Leider ist es so, dass Kinder- und Familienarbeit als unqualifiziert und somit als Arbeit zweiter Klasse angesehen wird, wie Frauenberufen generell der Makel „weiche Fächer und schlecht bezahlt“ anhaftet. Also unter der Würde eines richtigen Mannes. Vielleicht sollten Männer den Wert einer Arbeit einmal gründlich reflektieren, den Frauen Platz einräumen, den gelernten Beruf auch als Mami auszuüben, damit Papi auch lernt, was Vatersein im Alltag bedeutet. Anstatt die Frau als Mensch zweiter Klasse zu behandeln und die eigene Überlegenheit mit schlagkräftigen Argumenten unter Beweis zu stellen. Auch die Suizidrate spricht dafür: Gewalt gegen sich selbst anstatt gegen aussen. beides eine grosse Tragödie.

      • Sepp Z. sagt:

        bünzli, was für eine haltlose unterstellung.
        sie sind wohl eine feministin, und geben sich hier als mann aus.

        es ist doch bei frauen und männern dasselbe: anlaufstellen werden von menschen in not nicht lauthals gefordert. es braucht niederschwellige angebote, sonst funktioniert das nicht. hier jetzt zu behaupten, männer wollen diese anlaufstellen nicht, ist eine perfide unterstellung. grad weil es fast keine anlaufstellen für männer gibt.

        im übrigen erstaunt doch in den kommentaren, dass praktisch alle männer diese anlaufstellen begrüssen, viele frauen (und frauen unter männer-pseudonymen) sie aber ablehnen.

      • Martin Seidel sagt:

        Frau Bünzli. Der Mann geht meist zum Coach, der ihm zeigt, wie er seine Probleme mit praktischen Tipps und Vorgehen lösen kann. Die Frau geht eher zum Psychologen, weil sie die Probleme lieber diskutieren und nicht lösen möchte, Sie möchte verstanden werden. Meist hat der Mann zudem gute Kumpels sowie ein intaktes soziales Netzwerk. Frauen haben dies erstaunlicherweise trotz viel höherer Sozialkompetenz oft nicht. Auch ist der Mann oft finanziell selbständig, Frauen trotz Emanzipation häufig nicht. Aufgrund obiger Punkte sind Frauen vermutlich häufiger auf professionelle Hilfe angewiesen. Das hat vermutlich mehr mit der Unselbständigkeit der Frau zu tun, als mit der Ignoranz der Männer.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Lieber Sepp Z.
        entspannen Sie sich, so gehen Sie als Musterbeispiel eines weinerlichen CH-Mannes durch.
        Leider muss ich Sie enttäuschen, ich bin keine Frau, keine Feministin, sondern einer dieser geführlichen zugewanderten Südeuropäer, welcher im Verlaufe seiner Zeit hier in der Schweiz langsam zum Bünzli mutiert ist.
        Abgesehen von den fehlenden Anlaufstellen gibt es Hausärzte, Psychologen, Psychiater, Coaches und wohl auch weitere spezialisierte Fachpersonen an die sich jedermann im Falle von Schwierigkeiten wenden kann.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Sehr geehrter Herr Seidel, Ihre Beschreibungen von Männern und Frauen treffen auf solche Paare zu, die sich dem traditionellen Familiemodell verschrieben haben, wo der Mann auf der Arbeit die Möglichkeit hat, sich ein breites soziales Netzwerk aufzubauen, während sich die Frau vornehmlich mit Haushalt, Kindern und anderen schwach vernetzten Hausfrauen befasst. Meine Beobachtungen im urbanen Zürich zeigen ausgewogen grosse soziale Netzwerke zwischen (teil- bis vollzeitarbeitenden) Frauen und Männern.

      • Martin Seidel sagt:

        Herr Bünzli. Ich sehe da keinen Unterschied zwischen Frauen in traditionellen Rollen und Berufstätigen. Es ist schon so, dass vor ca. 50 Jahren die traditionellen Frauen in der CH wirklich noch kaum am Sozialleben teilnahmen. Heute ist das anders. Ich sehe jedoch trotzdem sehr grosse Unterschiede im Umgang mit Rückschlägen bei Männern und bei Frauen und sehe grössere Rückzugstendenzen bei Frauen. Was dann eben zu einer Reduktion der Sozialkontakte auf lange Sicht führt.

      • Mina Peter sagt:

        Männern fehlt die Lobby? Diese Aussage soll wohl ein Witz sein. Männer haben nach wie vor überall die Macht: In der Politik, in der Wirtschaft, finanziell und körperlich überlegen sind sie auch.

      • Sportpapi sagt:

        @Mina Peter: Das ist kein Witz. Nicht in diesem Zusammenhang.
        Die „mächtigen“ Männer, die Sie erwähnen, sind die letzten, die Verständnis für schwache Männer haben.

  • Martin Seidel sagt:

    Es muss mal festgehalten werden, dass 99% aller Männer und Frauen zuerst den Weg über das Gespräch suchen. Wer schon längere Beziehungen hatte, weiss jedoch, dass dies nicht immer einfach ist. Oft wird eine Situation nicht mehr lösbar für Paare, da sich ein Partner stur oder verständnislos zeigt oder der andere Partner schlicht nicht tolerant genug ist. So ergibt ein Wort das andere und es entwickelt sich schnell ein respektloses Klima. Die Partner reagieren unterschiedlich mit Manipulation, Drohen, Rückzug, Nörgeln, Fremdgehen, Schlagen, Ignorieren, Beledigungen, … Praktisch jeder Mensch kann in so einer Konstellation zum Ausflippen gebracht werden. Dennoch schaffen es praktisch alle sich „frühzeitig“ aus so etwas zu lösen, ohne Tote und Verletzte.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wenn Worte etwas ändern könnte, sähe die Welt völlig anders aus. ‚Drüber reden‘ ist genau so wirkungsvoll, wie wählen oder demonstrieren gehen.

      • Martin Seidel sagt:

        Wenn beide bereit sind zu lernen und zuzuhören, dann bringen Worte sehr viel. Wenn ein Partner nicht will, dann können Worte diesen auch gar nicht erreichen. Folglich bringen sie dann wirklich nichts.

      • Muttis Liebling sagt:

        Oder mit anderen Worten: Wenn vor dem Miteinander Reden schon Konsensbereitschaft bestand, wird Konsens ggf. durch das Reden hergestellt oder stabilisiert. Es wird aber keine Konsensbereitschaft hergestellt, wenn die nicht bereits bestand.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Der „erweiterte Suizid“ ist eine Formulierund welche sich an Opferverhöhnung kaum überbieten lässt.

    Da geht es um Mord (jemand wird umgebracht, die Motivlage ist denen welche damit ihr Leben lang klarkommen müssen wohl eher egal, mindestens umgangssprachlich/headlinemässig sollte das kommuniziert werden können), mit anschliessendem Selbstmord- egal ob von Frau/Mann ausgeführt, mit wenig oder vielen Menschen (Germanwings…) deren Leben willkürlich beendet wird.

    Und so selten ist das auch wieder nicht, ein Blick ins südliche Nachbarland genügt, Stichwort feminicidio.

    • Sepp Z. sagt:

      Brunhild Steiner, gerade dieser Fall an der Europaallee verdient aber schon eine genauere Betrachtung. Weil er so exemplarisch ist. Diesem Drama ging voraus, was vielen Männer passiert und sie machtlos macht: Die Kinder werden ihnen von den Behörden weggenommen und der Frau zugesprochen. Oft ohne Grund, einfach aus System und weil die Frau es auch so anstrebt. Viele der Morde/Selbstmorde der letzten Jahre in der Schweiz folgen diesem Muster.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sepp Z.
        Entschuldigen Sie mal, das Drama liegt wohl eher am sich nicht auf neue Lebensumstände einlassen können, Kontrolle abgeben, den eigenen Wert nicht übers „Chef-sein-und-das-sagen-haben“ definieren. (Übrigens genau das, was bei feminicidio sehr oft mitspielt)
        Die Kinder sind da nicht einfach „weggenommen“ worden, sondern anscheindend war da schon vorher Gewalt im Spiel…,
        so gesehen allerdings: genau hinsehen!

    • Martin Bachmann sagt:

      Das finde ich auch. „Erweiterter Suizid“ unterschlägt einen Mord. Suizid ist auch tragisch, aber eine Wahl. Ein Mord nie.

      • k. miller sagt:

        Ich habe zwei Fälle des „erweiterten Suizids“ im näheren Umfeld erlebt. Da in beiden Fällen der Mann ein guter Freund war, fällt es mir sehr schwer, von ihnen als Mörder zu sprechen. Aber genau das waren sie: der eine hat seine Freundin, der andere seine Frau und seinen Sohn umgebracht. Aber es steckt so viel dahinter, dass es für mich anders zu bewerten ist als ein Mord aus Habgier oder ähnliches. Schwierig, wenn man die Menschen kannte…

  • fabian sagt:

    „Viele Männer kommen unter Druck, allein für das Familieneinkommen zu sorgen.“

    Dazu müssen Männer als erstes lernen Nein zu sagen. Es kann nicht sein, dass der Mann automatisch der Verdiener sein muss, wenn Frau nicht Geld verdienen will.
    Basis soll sein, dass beide zu gleichen Teilen arbeiten, und alles drüber hinaus ist Goodwill. Auch hier in diesem Blog wird immer die Wahlfreiheit der Frau als höchstes Gut propagiert – dazu muss Mann auch nein sagen, wenn es ihm selbst die Wahlfreiheit nimmt. Der Mann ist nicht der arbeitende Löli, der Frau ermöglicht, zu Hause zu bleiben ODER auswärts arbeiten zu gehen, je nach ihrem Belieben. Nein.

    • Lina sagt:

      „Basis soll sein, dass beide zu gleichen Teilen arbeiten (also Geld verdienen), und alles drüber hinaus ist Goodwill“ …UND beide zu gleichen Teilen unbezahlt zuhause Kinder-und Familienarbeit leisten, alles drüber hinaus ist Goodwill!
      Ohne Aushandeln ist beides nicht möglich. Jeder gibt etwas und bekommt dafür etwas – ausser beim perfekt austarierten 50%/50%-Modell, das sich aber selten genau so realisieren lässt.

      • fabian sagt:

        Lina, der Punkt ist: Für Frauen wird – auch hier im Blog – immer die Wahlfreiheit propagiert: Die Frau kann zuhause bleiben bei den Kindern, soll aber auch Karriere machen können, wenn sie will. Üblicherweise vergisst man elegant (absichtlich?), was diese Forderungen für den Mann bedeuten. Der Mann kommt nie vor in diesen Überlegungen, der habe sich dann einfach anzupassen….

        Das muss jetzt ändern. Der Mann muss auf Gleichstellung pochen und seine Rechte und auch die Pflichten der Frau einfordern.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich habe mal in einem Ex-kommunistischen Land gelebt, da haben Männer 100% und Frauen 200% gearbeitet und Frauen eher mehr als weniger zur Ernährung beigetragen.
        Trotzdem wurden und werden dort Frauen geschlagen. Das ist so gesellschaftskonform, dass viele Witze von geschlagenen Frauen handeln und junge Frauen, darauf angesprochen, einfach sagen: „das ist halt bei uns so.“

        Dieser Problemkomplex ist fiel tiefer verwurzelt und hat eigentlich wenig mit der Hausfrauenkultur zu tun.

      • Claudi sagt:

        @ reincarnation, die armen frauen, die bösen männer. zu jedem thema immer die gleiche leier, als hätte eine schallplatte einen sprung.

      • mila sagt:

        fabian, die grosse Mehrheit der Eltern entscheidet bereits gemeinsam über die Organisation der Familien- und Erwerbsarbeit. Entsprechend Bedürfnissen, Interessen und Rahmenumständen. Wenn irgendwo noch gesellschaftlich/kollektiv stärker umgestaltet werden kann, dann ist es bei den Rahmenumständen (damit meine ich va Arbeitsstrukturen, Teilzeit/Gleitzeit/Flexiblere Zeiteinteilung durch Homeoffice etc. für alle, also auch für Männer, und mehr Fairness/Gleichbehandlung bei Trennungen, zugunsten der Väter). Aber wo jemand in einer Beziehung seine/ihre Interessen grundsätzlich nicht wahrnehmen/verhandeln kann (sprich: sich in eine bestimmte Rollenverteilung ‚zwingen‘ lässt), kann die Gesellschaft wenig ausrichten. Da bestehen persönliche (individuelle) Probleme, die angegangen werden müssten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Claudi

        realitätsfremd?
        Gehen Sie mal nach Afrika, in gewissen Gebieten dasselbe Bild obwohl die Frau Haushalt, Feld und sonstige Arbeiten erledigt.

      • Claudi sagt:

        @ reincarnation, brunhild: das mannebüro ist in der stadt zürich, nicht in afrika oder ex-kommunistischen ländern. weshalb sabotieren sie jede diskussion mit ihren irrelevanten unterstellungen an männer in unserer gesellschaft (in der schweiz, in zürich)?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Claudi – Sie verstehen nicht einmal ansatzweise was ich sage (auch wenn sie meine Sprachbilder kopieren). Ich bin ein stolzer Mann und Vater von Söhnen. Ein Männerfan, sozusagen. Zudem bin ich ein absoluter Gegner von Opferstatus. Ich glaube, dass wir alle die Verantwortung haben, unser Leben in die Hand zu nehmen.
        Also rein gar nichts, von alledem, was Sie mir vorwerfen. Das tun Sie, weil Sie sich nicht mit Fakten konfrontieren wollen, weil Sie sich lieber im Opferstatus suhlen wollen.

        Nur wer den Mut hat, sich mit den Realitäten des Lebens auseinanderzusetzen, wird stärker. Wer leugnet und stets alles „für sich selbst“ zurechtlegt, wieder einfach weiterhin scheitern, von einer Scheinlösung zur nächsten.

      • tina sagt:

        fabian: wer genau benutzt denn hier im blog immer das wort wahlfreiheit? tipp: frauen sind es nicht. denk mal darüber nach

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Frauen sprechen von selbstbestimmt. Und meinen das gleiche.

      • tina sagt:

        sportpapi: ahja? ich bin auch eine frau. und das wort selbstbestimmt verwende ich mit 100% garantie nicht hinsichtlich ob ein mann mir meinen unterhalt finanzieren soll – ich fühle mich ernsthaft beleidigt von solchen aussagen.
        und wirklich: ich lese davon nur hier im blog. von männern. nie von frauen. und in meiner welt gibt es sowas erst recht ncith

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Ist das nicht etwas anstrengend, täglich beleidigt zu sein?

  • S. Bitterli sagt:

    Betroffene Frauen können sich bei folgenden Orten melden……. Was ist mit betroffenen Männern? Seien sie nun Opfer oder Täter. Es fehlen die Kontaktdaten zu Anlaufstellen für Männer oder gibt es nur das Mannebüro?

    • Zufferey Marcel sagt:

      Das Mannebüro Zürich ist ebenfalls verlinkt. Nur ist das ein feministischer Aussenposten und deshalb ideologisch vorbelastet. Wesentlich pragmatischer ist da Oliver Hunziker mit seinem ZwüscheHalt:

      http://www.oliver-hunziker.ch/maenner-und-vaeterhaus-zwueschehalt/

      • fabian sagt:

        zufferey, das mannebüro ist eine gute sache, und bestimmt nicht feministisch (ich kenne persönlich 2 männer aus dem vorstand). es hat keine frauen drin, die die männeranliegen sabotieren können, wie das bsp in den ‚gleichstellungsbüros‘ üblich ist.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Hm, Fabian: Vor Jahren war das aber noch anders. Kann sein, dass sich das mittlerweile geändert hat.

    • Martin Bachmann sagt:

      Nein, es gibt nicht nur das mannebüro züri! Ich habe in einem Kommentar noch weitere Adressen angegeben. Es gibt aber tatsächlich weniger!

  • Yolanda Hecht sagt:

    Macht: Der Begriff kommt in dem Gespräch nicht vor. Wer Gewalt ausübt tut dies in einer Position der Macht und Stärke, unabhängig davon was die effektiven Beweggründe sind. Die eigene Position mit allen Mitteln durchsetzen zu wollen, ist keine Ohnmacht. Die Machtverhältnisse unserer Gesellschaft haben sich zwar verändert, aber die Rangordnung in der Reihenfolge Männer, Frauen, Kinder gilt nach wie vor. Statistiken zu Gewalt in der Familie zeigen nur einen Teil der Realität: Männer Täter, Frauen Opfer. Das mag in Bezug auf Beziehungen zwischen Erwachsenen stimmen, aber die häufigsten Opfer sind kleine Kinder. Sie werden von Müttern und Vätern geprügelt oder misshandelt. Sie können die Eltern nicht verlassen, im Gegensatz zu einer erwachsenen Frau, die sich von ihrem Partner trennen kann.

    • Sportpapi sagt:

      „Die Machtverhältnisse unserer Gesellschaft haben sich zwar verändert, aber die Rangordnung in der Reihenfolge Männer, Frauen, Kinder gilt nach wie vor.“
      Das ist Unsinn.
      Ich kenne genügend Männer, die sich in ihren Beziehungen ziemlich ohnmächtig, ausgeliefert vorkommen.
      Gerade wenn wie noch eine gute Beziehung zu ihren Kindern pflegen und erhalten möchten.

    • Martin Frey sagt:

      Sie sprechen einen wichtigen Punkt an, Fr. Hecht. Es gibt sogar mehrere Punkte die relevant wären, und allenfalls nur in einem Nebensatz erwähnt werden. So zb. dass Untersuchungen zu häuslicher Gewalt darauf hindeuten, dass Frauen den Männern dahingehend wenig bis gar nicht nachstehen. Wenn man nur die aufgeführten Statistiken ansieht, ist das Bild etwas verzerrt. Einerseits durch die wohl massiv höhere Dunkelziffer bei männlichen Opfern häuslicher Gewalt, und andererseits der Einfluss soziokulturell tradierter Delikte auf die Statistik.
      Macht und Ohnmacht sind quasi Geschwister im Geiste. Persönlich ziehe ich „Ueberforderung“ dem Ohnmachtsbegriff vor. Wer Gewalt ausübt, will Macht und Kontrolle zurückgewinnen, die vermeintlich verlorenging. Und dies ist ein Akt der Ohnmacht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Herr Frey – ob in Italien, Spanien, der Türkei, Ex-Jugoslawien und ja auch der Schweiz.
        Von Frauen totgeprügelte oder fast totgeprügelte Männer sind praktisch inexistent.

        Selbst bei Tötungsdelikten mit einer Schusswaffe, wo die physische Überlegenheit der Männer keine Rolle spielt, steht es etwa 9:1.

        Das ständige Lamento: dass das Problem eigentlich 50:50 sei. Ist deshalb einfach nicht wahr. Punkt.

        Der Artikel erwähnt, dass „harmlose Gewalt“ schubsen und Ohrfeigen etwa zu gleichen Teilen ausgeübt wird.
        Das Thema Gewalt ist also breit.
        Selbst wenn andere bei Gelegenheit auch nicht differenzieren wollen, sollten es wenigstens wir tun.

      • Martin Frey sagt:

        Bei den Tötungsdelikten in Beziehungen bin ich einverstanden, RoXy. Nicht jedoch bei häuslicher Gewalt an sich. Dabei nur „Schubsen“ zu erwähnen ist gezielter Euphemismus. Ich bin mit Fr. Knecht nicht in allen Punkten einig, aber sie wirft mit dem Themenfeld Macht-Ohnmacht einen wichtigen Punkt auf den ich aufnehmen wollte, und der eben gerade bei häuslicher Gewalt mit nicht-tödlichem Ausgang eine grosse, an sich geschlechtsunabhängige Rolle spielt, sowie gerade bei Kindsmisshandlungen zum Tragen kommt.
        Ich versuche hier etwas zu differenzieren, aber dann müssen wir vorab definieren wovon wir sprechen. Das Thema ist komplexer als das übliche „Männergewalt-Frauenopfer“ Ding. Ohne irgendwie männliche Gewaltmuster oder Straftaten in Abrede stellen zu wollen, im Gegenteil.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ist kein gezielter Euphemismus, sondern sachlich festgehalten, was Realität ist. „Harmlose Gewalt“ 50:50. Gefährliche Gewalt vorwiegend von Männern verübt.
        Bei Gewalt gegen Kinder haben Sie natürlich recht, tun die Frauen auch mehr mit, weil ihr das physische Kräfteverhältnis wieder anders aussieht. – Aber das ist ja nun nicht ganz das Thema.

        Wie ich anderenorts schreibe, geht es überhaupt nicht um eine Schuldfrage oder dass Männer böser sind. Wir sollten uns endlich mal von diesem rückständigen Weltbild emanzipieren.
        Es geht um Verhaltenspsychologie, um Strukturen, um evolutionäres Erbe, um Konfliktlösungsstrategien.
        Wenn wir die Diskussion nicht sachlich auf diese Ebene bringen, gibt es keine Fortschritte.

      • Dreifachpapi sagt:

        @reincarnation: Wenn Sie schon ausländische Statistiken zitieren, dann bitte auch die der USA mit immerhin 300 Mio. Einwohnern. Dort bringen Frauen doppelt so häufig ihren Partner um als Männer ihre Partnerin. Passt aber offenbar nicht ins heutige Geschlechterklisché und wird darum ausgeblendet.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich welcher Situation greifen denn Männer üblicherweise zu Gewalt? Wie kommt es dazu? Und wie gehen Frauen mit der gleichen Situation um? Erleben sie denn die gleichen Sitationen?

    • Rita Kuhn sagt:

      Sie erzählen dümmsten Unsinn, viel mehr kann man dazu kaum noch sagen.
      Es geht in den wenigsten Fällen um Macht, sondern viel mehr um Selbstwertgefühl. Genau solche dummen Sprüche wie Ihrer mit Schuldzuweisungen führen zu Reaktionen bei denen das Gegenüber verärgert und bei unzureichenden Kommunikationsfähigkeiten sich in Gewalt flüchtet.

      Und Frau Hecht wie hat es sich angefühlt als ich Ihr Posting direkt auf verbale Art unangemessen angegriffen habe? Genau so geht es denen, die Sie verbal attakieren. Arroganz, Ignoranz und Respektlosigkeit in der Kommunikation ist der Hauptgrund für Agressionen, nicht das Geschlecht.

    • Frank Baum sagt:

      „Wer Gewalt ausübt tut dies in einer Position der Macht und Stärke“ Das ist ziemlicher Blödsinn. Der Typ vom Mannebüro scheint das Gegenteil zu beobachten. Wenn man Statistiken zu Gewalt anschaut, bestätigt sich das auch. Die Fixierung auf „Macht“ als Erklärung für alles Böse in der Welt ist ein Denkfehler der Postmoderne. Mit dieser Denkweise kommen wir nicht weiter.

  • Sportpapi sagt:

    „Gemäss den Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik waren 76 Prozent der Beschuldigten Männer und 73 Prozent der Geschädigten Frauen.“
    Aber obwohl offenbar ein Viertel der Opfer Männer sind, braucht es auf dieser Seite nur Hilfangebote für Frauen, auf der Täterseite nur für Männer?
    Vielleicht sind es auch solche Erlebnisse, die Männer ohnmächtig zurücklassen?

    • Reincarnation of XY sagt:

      ja – und bei tödlichem Ausgang 95% (was ja nahezu 100%)
      Sie zitieren sehr selektiv.

      Die Kritik, dass keine Anlaufstelle für Männer genannt wird, ist absolut berechtigt. Aber muss man jetzt wieder in den Schützengraben steigen Mann vs. Frau? Hat die Platte einen Sprung?
      Hier wird eine wichtige und sehr notwendige Männerarbeit vorgestellt.
      Männer und Gewalt – das ist nun mal ein Thema. Weltweit, in vielen Kulturen noch weit akuter, aber auch bei uns. Es braucht Männer, die konstruktiv Hilfestellung geben können, anstatt sich stets in Abwehrreflexen zu üben.

      • Claudi sagt:

        @ Reincarnation, was wir vor allem nicht brauchen, sind aufbrausende Feministinnen, die bei jeder Debatte zu lokalen Themen (Das Mannebüro ist in Zürich) Statistiken aus der ganzen Welt propagieren, zum zeigen, wie schlecht ‚Männer im Allgemeinen‘ sind, und damit die Foren zuspammen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und Sie sind? der Papst
        oder falls sie mit „wir“ nicht für sich selbst sprechen: wen vertreten Sie? Wer ist wir gemeint.

        Und die Feministin soll ich sein?
        Ich bin ja nicht mal eine Frau. Ich bin so ein richtiger Mann. Gehe lieber mit Männern aus, als mit Frauen, schaue lieber Männersport, höre zu grössten Teilen männliche Musik und fühle mich beim Sex unbeschreiblich männlich.
        Ich finde Männer also keineswegs schlecht, schon gar nicht schlechter als Frauen (ausser in Bezug auf meine sinnlichen Vorlieben).
        Bitte sagen Sie doch einfach, was genau jetzt an meinem Argument falsch sein sollte.
        PS
        Ich möchte gerne starke Männer, welche die Herausforderung des Mannseins mit Freude ausleben und die Welt zu einem besseren Ort machen.

      • Dreifachpapi sagt:

        Männliche Feministen sind wie religiöse Konvertiten: An Extremismus kaum mehr zu überbieten.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich zitiere bewusst selektiv. Weil es heute wohl eher um „alltägliche“ Beziehungsgewalt geht als um Mord und Totschlag. Sonst müssten wir wohl noch verstärkt auch über kulturelle Hintergründe etc. diskutieren.
        Ich gehe nicht davon aus, dass die Männer, die sich Hilfe holen weil sie der Frau eine Ohrfeige gegeben haben (oder zumindest daran dachten), die gleichen sind, die auch zu Mord fähig wären.
        Aus meiner Sicht geht es um Ohnmacht in einer Beziehung, sich ausgeliefert fühlen. Und ich kann durchaus nachvollziehen, dass einige Männer hier betroffen sind. Auch, weil sie Männer sind.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – ja, darüber müssen wir diskutieren. Warum kommt es zu Gewalt. Solche Fragen sind wichtig und eben, wie kann man diese Gewaltstruktur durchbrechen.
        (Mord und Totschlag sind übrigens nicht dasselbe. Tendenziell sind wir alle dazu fähig. Das zu leugnen ist Selbstbetrug. Vielleicht werden Sie und ich nie auch nur in die Nähe einer solchen Tat kommen, aufgrund unserer Erziehung/Sozialisierung etc. – aber die Anlagen dazu sind auch in uns vorhanden.)

        Wenn wir über Gewalt sprechen, sind die gefährlichen Ausprägungen davon ein Thema, da diese auch bei „harmloser“ Gewalt mitschwingen.
        Wenn ich z.B. physisch schwächer bin, spielt Angst auch bei „harmloser Gewalt“ ein grössere Rolle, als wenn ich physisch stärker bin.

      • Reincarnation of XY sagt:

        3fach – Schaum abwischen und sachlich erklären, was den nun extremistisch sein soll, an dem was ich sage.
        Ich bin ein Humanist. Manch eine Feministin hier, hielt mit schon für einen doofen Mansplainer.
        Der Witz ist, die Anti-Feministen und die Kampf-Feministinnen (oder wie man sie immer nennen will) gleichen sich fast wie ein Ei dem anderen. Sie sind Geschwister im Geiste.
        Deshalb schimpfen sie ja auch jeden einen Feind und Extremisten, der auch nur entfernt eine andere Meinung hat als sie.

      • tina sagt:

        xy du schreibst doch selber in wir-form..
        männliche musik, haha…. was soll das denn sein

      • tina sagt:

        3fachpapi: mein vater bezeichnet sich als feminist und ich schwöre, es gibt kaum einen weniger extremen menschen als ihn. ein arbeitskollege von mir bezeichnet sich als feministen, auch er ein sehr besonnener mann, absolut nicht extrem. beide stehen auch für männliche belange ein, der arbeitskollege hat ja auch einen sohn…

      • Reincarnation of XY sagt:

        hüstel, hüstel

        die Wir-Form gebraucht man selbstverständlich wenn man sagt „darüber müssen wir reden SP“
        Etwas anderes ist es
        die eigene Meinung in der Wir-Form vorzutragen

        Aber wird es etwas nützen, wenn ich dir das erkläre?
        Viele Menschen sind Argumente-Resistent. Sie können vielmehr Menschen nicht leiden, welche sie mit Argumenten konfrontieren, welche sie nicht widerlegen können. Obwohl zum eigenen Schaden, möchten sie partout nichts dazulernen.

        Falls mir also irgendwo die Peinlichkeit unterläuft, meine Meinung hinter einer Wir-Form zu verstecken, bin ich dir dankbar, wenn du mich darauf hinweist. Ich bin nicht vor Torheiten gefeit und deshalb jedem dankbar, der mich darauf hinweist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ein gut gemeinter Tipp für dich Tina:

        Es würde dir viel besser anstehen, höflich zu fragen, wenn du etwas nicht kennst, anstatt einfach ignorant zu lachen: „ha, ha, ha was soll denn das sein“
        Wäre es besser zu sagen: „Ich kann mit dem Begriff männliche Musik nichts anfangen. Kannst du mir erklären, was du damit meinst?“

        Auf nette Fragen bekommt man Antworten.

      • tina sagt:

        xy: „wir sollten uns emanzipieren“ „wir sollten…“. weiter habe ich nicht gesucht. doch, glaub mir, du schreibst sehr sehr häufig nicht nur in wirform sondern in einer form, alsob du das allgemeine sprachrohr wärst.
        ja dann erklär mir doch was männliche musik sein soll. bitteschön :). also wenn du es erklären möchtest. inzwischen lache ich weiter darüber

      • Reincarnation of XY sagt:

        Liebe Tina – Sorry aber auch mit diesem Beispiel zeigst du nicht, das ich den Majestis Pluralis verwende.
        Wenn ich finde, wir sollten uns emanzipieren, kann ich kein anderes Personalpronomen verwenden als „wir“.
        Muss man das wirklich erklären? Es sollten auch einfache Deutschkenntnisse reichen, dass man den Unterschied versteht.

        Männliche Musik ist für mich ein Genre das zu 100% Männer erfunden haben, dessen Interpreten zu 90% männlich sind UND das vor allem eine männliche Hörerschaft anzieht. Etwa 80% – wobei viele Frauen nur deswegen hören, weil ihr Freund/Mann sie irgendwie dafür begeistern konnte.
        (Natürlich sind die Grenzen durchlässig und wer weiss, in Zukunft könnten die Anteile anders aussehen.)

      • tina sagt:

        nein, sich zu erklären ist freiwillig.
        claudi hat auch nur ihre meinung in wir-form dargelegt, was du sehr oft tust. ihr seid beide der ansicht, ihr wisst was richtig und gut ist – weit verbreitete ausdrucksweise. claudi: „was wir nicht brauchen….“ <– ja wie soll sie es denn sonst schreiben, wenn sie der ansicht ist, sie weiss was wir alle brauchen? ist das selbe wie bei dir.
        also du meinst rockmusik vermute ich. gibts auch ein beispiel für weibliche musik? 😉

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich habe tatsächlich auch noch nie etwas von Männermusik gehört.
        Aber ich gehe mal davon aus, dass diese mir eher nicht zusagen würde…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nein, nein Tina
        wenn ich sage: „wir finden, wir müssen uns emanzipieren“ – dann blähe ich mein ich zum wir auf. wenn ich antworte: ich sage gar nicht dass die Frauen besser sind, wir müssen uns mal emanzipieren von dieser Schuldfrage, dann ist das etwas ganz anderes, als zu sagen „wir“ (?wer?) ihre Meinung nicht.
        Wenn du das nicht verstehst, sorry. Ich weiss, dass hier im MB einige genug gut deutsch können, dass sie den Unterschied verstehen.

        Rockmusik ist ein sehr weiter Begriff. Es gibt von ihr verschiedene Subgenre, die sehr, sehr wenig Frauen ansprechen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Korrektur
        „wir“ (?wer?) brauchen ihre Meinung nicht

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – Männermusik ist ja auch ihre Wortschöpfung.
        Ich sagte „männlich“ – da diese Sub-Genre eben eine typische Männersache zu sein scheint: fast nur Männer machen sie und sie spricht vor allem Männer an und sie ist, würde ich mal behaupten, ziemlich testosterongeschwängert.

        Ja – sie würde Ihnen kaum gefallen. Sie spricht nur eine Minderheit an, (die wohl zu 80% männlich ist).

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Da wäre ich ja gespannt auf ein Beispiel. Andererseits: Kann etwas männlich sein, das die meisten Männer nicht anspricht?
        Aber gut, ist ja nur ein Nebengleis.

      • tina sagt:

        jetzt hast du dich aber schon ein wenig sehr verheddert im bemühen überlegen zu wirken.
        aber danke trotzdem für deine erklärung was du meinst mit männermusik :). ich finds immer noch lustig, vorallem in anbetracht der einsicht, dass es gar keine frauenmusik gibt.
        meine deutschkenntnisse sind eigentlich gar nicht so übel und das weisst du genau. nimm den hinweis an oder nicht, bekommen hast du ihn

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – klar doch: nehmen wir Rugby
        in unserer Kultur eine Randsportart – aber wenn, dann ist es halt schon eher eine typische Männersache.
        Und es ist ganz egal, dass es auch Frauen gibt, welche Rugby spielen. So wie meine derzeitige Topadresse von Melodic Death Metal derzeit eine Frau besetzt: Arch Enemy https://www.youtube.com/watch?v=7GXIqR7P5ZQ
        Am Konzert in Zürich: gefühlt 80% männliches Publikum

        Tina – deutsch lernen. Wir könnten jeden sprachkundigen Sachverständigen hinzuziehen, um die Frage zu klären.
        Du erinnerst mich an das Lied von Bligg: „und all händ glacht“
        Wenn man etwas nicht versteht, einfach mal lachen und sich selbst klüger finden…
        Wer es besser weiss, wird sich davon bestimmt nicht „erschüttern“ lassen.

      • tina sagt:

        ah ich hätte melodic irgendwas eindeutig als frauenmusik deklariert, lustig.
        ja isch guet, ich werde deutsch lernen und nein, ich verzichte auf beizug eines experten, insbesondere wenn es einer aus dem kreis der kommentierenden des mamablogs sein soll ;-). wenn ich dran denke, zeige ich dir aber in zukunft, wenn du dich als sprachror äusserst

      • tina sagt:

        und nein, bligg ist auch nicht mein musikgeschmack. hey weisst du was mich nun wirklich brennend interssiert? was du denkst, was für musik ich höre.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Siehst du? Nett gefragt, nett zugehört und an Wissen reicher geworden. Melodic death metal ist nicht so krass melodisch wie z.B. Enya.

        Ich dachte eher an den Philologen mit seinem wunderschönen Blog „die Sprache ist unser Schatz“

        Privat höre ich Bligg auch nicht. Dennoch kann ich auch von ihm etwas lernen. Deshalb geniesst auch er einen gewissen Respekt. Im allgemeinen respektiere ich sehr viele Musiker und deren schaffen.

        Ja, dann schiess mal los: was hörst du denn gerne, Tina?

      • tina sagt:

        ich wollte wissen, was du denkst, was ich höre xy. aber eben, deutsch verstehen gäll :). ist nicht schlimm. so wichtig ists nicht, dass ich nochmals frage, aber es hätte mich interessiert.

        ja ist super, wieviel gescheiter ich jetzt bin, wo ich weiss, dass für dich melodic irgendwas nicht frauenmusik ist

      • Sportpapi sagt:

        @Roxy: Ist das die Art von männlicher Musik, die sich besonders gut verkauft, wenn eine sexy Frau auf der Bühne steht? Und die Frauen im Publikum ihre Brüste zeigen?
        Aber gut, ich habe verstanden.
        Nebenbei. Ich kenne einige Rugby-Spielerinnen, aber keine Spieler. Aber ja, Rugby ist ein Männersport. Der gerne auch von Frauen gesehen wird… (und in der Schweiz weder Männer noch Frauen wirklich interessiert)

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nein SP – sie haben diese Musik und die Szene definitiv nicht verstanden, das sind oberflächliche Vorurteile. „und all händ glacht“
        Im ganzen Video finden sie nirgendwo nackte Brüste. Die gezeigte Sängerin ist eine respektable und authentische Künstlerin und Songwriterin, die sich zusätzlich für Tier- und Menschenrechte einsetzt. Sie ist als Frau ein Exot, vergleichbar mit einer Rugbyspielerin.

        Tina – schade, dass du nicht offener bist. Während ich für meine Offenheit verlacht und verspottet werde (was ich gerne in Kauf nehme – ich stehe zu mir selbst), wagst du es nicht einmal von dir aus zu sagen, was du für Musik magst.

        Ehrlich gesagt, mache ich mir nie Gedanken, was für Musik jemand wohl mag. Wenn er es mir nicht erzählt, dann ist es für mich nicht wichtig.

      • Sportpapi sagt:

        Richtig, RoXY, zu dieser Szene habe ich keine Ahnung. Aber ich habe gestern ein bisschen herumgesurft und mich, ganz oberflächlich, schlau gemacht. Und Interviews der Sängerin und über die Sängerin gehört. Zum Beispiel:
        https://www.youtube.com/watch?v=e_iHRpH8HPU
        Ein Problem bleibt mir: Soll ich jetzt gut finden, dass Sie früher auch mal Queen-Songs gesungen hat? Oder mich darüber auslassen, wie es getönt hatte?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Bravo SP – Sie überraschen mich positiv! Das nenn ich mal positives Interesse: Sie posten den dunklen Parabelritter!
        Auch wenn man nicht jede Meinung mit ihm teilen muss, ist er eine gute Adresse, um sich mit Metal auseinanderzusetzen.

        (87%! – da habe ich mit meinen 80% ja noch untertrieben.)

      • tina sagt:

        du hättest aber auch, wenn du wirklich offen wärst, einfach mal annehmen können, dass die möglichkeit besteht, dass ich musik höre die gemäss deiner (nicht meiner oder der anderen frauen, die auch diese musik hören) definition männlicher ist als die, die du hörst. und vielleicht daher mein grinsen kommt.
        offen nenne ich das nicht. es ist eine form von überheblichkeit

      • tina sagt:

        ich lache dich ncht für offenheit aus, sondern für deine fehlannahme und deine schubladen und ausdrucksweise, die nunmal, wenn du es aus der vorgeschlagenen perspektive betrachten möchtest, lächerlich ist

    • Reincarnation of XY sagt:

      und zu deiner Frage nach weiblicher Musik, Tina:
      wäre das dann analog Musik, die praktisch nur von Frauen gemacht wird, und überwiegend nur Frauen anspricht. – Fällt mir jetzt gerade nichts dazu ein. Mal sicher kein ganzes Genre.

      Hingegen gibt es typische Frauenbücher (und deren Verfilmungen) von Frauen geschrieben und beinahe ausschliesslich von Frauen gelesen und die paar Männer im Kino wurden fast sicher von ihrer Freundin/Frau dazu überredet.

  • Michaela Brunner sagt:

    In über 90% aller Fälle entsteht dadurch Gewalt von Frauen für die Männer keine Gefahr. Es gibt aber auch Extremfälle. Ein guter Freund von mir hat sich beim Schlafen eingeschlossen, da er verunsichert war, wie weit seine Emanzenfrau in ihrer Hysterie als Daueropfer mit ihrer Gewalt gehen würde. Für sie war es demütigend und ohnmächtig, dass sie ihn nicht wirklich physisch bedrohen konnte. Auch bei Frauen ist es Hilflosigkeit und Ohnmacht, welche zu Gewalt führen. Nun sind diese Gefühle allesamt irrational und am Ende geht es um Macht und um Dominanz. Weil in traditionellen Familien die untergeordnete Rolle der Frau klar vorgeschrieben ist, wird die Einhaltung dieser Ordnung schneller und selbstverständlicher mit Gewalt durchgesetezt. Der Koran erlaubt es Frauen bei Ungehorsam zu schlagen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das ist ein wichtiger Punkt. Wenn meine Frau mich boxt oder schlägt, muss ich nie Angst haben, dass sie mich schwer verletzen oder totschlagen könnte.
      Denn ich bin stärker.
      Mein Problem wäre dann, dass wenn ich mich wehre ich ein ernsthaftes Problem hätte, weil ich als Mann sofort der Schuldige wäre: Gewalttäter, Rayonverbot etc.
      Das ist für einen Mann auch schlimm – aber es ist nicht das Gleiche.
      Deshalb braucht es Anlaufstellen für Männer. Und Gewalt gehört offen und tabulos thematisiert.

      • tina sagt:

        wehren heisst ja nicht zurückprügeln xy. abwehren, sich schützen. dafür setzt es mit garantie kein rayonverbot

      • Reincarnation of XY sagt:

        Tina – man kann auch lachen, lol! Aber das entschärft den Konflikt nicht unbedingt.
        Nein, aber stellen sie sich vor. So wie die Frau die Nerven verlieren kann (denn das tut sie ja, wenn sie boxt und schlägt), könnte ja der Mann, gleichberechtigt!, auch die Nerven verlieren. Nur kann das dann gefährlich werden.
        Und das ist sehr unschön, wenn man stets in dieser Position ist, dass der andere Aufgrund seiner „Schwäche“ sich mehr erlauben kann.

        Auch das muss thematisiert werden. Das meine ich mit Offen und Tabulos. Wer sich nicht von der Schuldfrage emanzipiert hat, ist nicht fähig einem Problemkomplex wirklich auf den Grund zu gehen.
        Unsere Mann-Frau Beziehung ist wechselseitig. Wir sollten objektiv und nüchtern die Fakten evaluieren und gesunde Strukturen entwickeln.

      • tina sagt:

        das war kein witz sondern sehr ernst: wehren heisst abwehren, nicht zurückschlagen. verstehst du den unterschied? durch abwehren bist du nicht gewalttätig und brauchst keine angst zu haben, dafür verurteilt zu werden
        (offen und tabulos sind adjektive)

      • tina sagt:

        abwehren konkret: jemand will dich schlagen, hebt den arm, der arm kommt auf dich zu: du stellst deinen arm quer dazu, sein schlag prallt ab. oder du hältst den arm fest.
        wenn jemand kräftiger ist und grösser, kann er also eine angreifende person auf abstand halten, ohne geschlagen zu werden und ohne gewalttätig zu werden. meine güte das ist kindergartenniveau, das habe ich meinen kinder jedenfalls genau so beigebracht: wehren heisst nicht zurückschlagen. wehren ist abwehren. schutzschild. de-eskalation

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Und dann nennt man diese Frau, die völlig die Nerven verliert und um sich schlägt auch nicht gewalttätig. Sondern temperamentvoll.
        Und die Frau, die dem Mann wegen eines blöden Spruchs eine Ohrfeige gibt wird gefeiert als wehrhaft…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Richtig SP –
        Sie sehen also, ich bin durchaus bei Ihnen, wenn es um die Nennung dieser konkreten Missstände gibt.
        Aber ist es nicht eine Ironie, dass die Anti-Feministen bei der metoo Debatte, solche „wehrhaften“ Frauen glorifizierten? Das kann es dann eben nicht sein. Einmal die Ohrfeige glorifizieren, dann wieder das Gegenteil.
        Gewalt ist schlecht und wir müssen Umgangs- und Kommunikationsformern finden, dass diese je länger je mehr aus dem gesellschaftlichen Alltag verschwindet.

        Wenn wir redlich sind, müssen wir unabhängig vom Geschlecht eine klare Linie fahren. Darum geht es mir.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: „Aber ist es nicht eine Ironie, dass die Anti-Feministen bei der metoo Debatte, solche „wehrhaften“ Frauen glorifizierten?“
        Ist das so? Das weiss ich nicht.
        Persönlich bin ich nicht per se dagegen, sich körperlich zu wehren, wenn man körperlich angegriffen wird. Aber nur dann.

  • Rolf Friedli sagt:

    Und bei welchen Institutionen können sich die Männer melden? Adresse, Telefon Mail, Website? Weshalb wird dies hier nicht erwähnt? Ein faux pas, der so nicht geht!!

    • Martin Bachmann sagt:

      Sehr geehrter Herr Friedli. Ich hab in einem Kommentar Adressen für Männer angegeben, nebst dem mannebüro. Danke fürs erinnern!

  • Thomas Baumann sagt:

    Männer sollten zu Hause bleiben, zu den Kindern schauen und den Haushalt schmeissen, Frauen sollten arbeiten gehen. Wenn’s nicht mehr geht, wird die Frau aus dem Haus geworfen und die Kinder bleiben beim Vater und die Frau zahlt Alimente. Der ganze Druck lastet dann auf der Frau und der Mann kann es entspannt angehen und kommt so auch nicht mehr in die Situation, wo er gegebenenfalls gewalttätig geworden wäre. Was man mit den Exemplaren Mann machen sollte, die immer noch glauben, freiwillig die Ernährerrolle spielen zu müssen, weiss ich allerdings auch nicht.

    • Martin Bachmann sagt:

      Abhängigkeiten bzw. ein grosses Machtgefälle sind tatsächlich eine Belastung . Aber eine Beziehung auf Augenhöhe ist natürlich auch im Setting einer „klassischen“ Rollenteilung möglich. Grundlage jeder Beziehung ist der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Der Mann – das Opfer seiner eigenen Evolution.
      Und dann der Vorschlag: 100% Rollentausch.
      Und dann? Alles gut? Mann im Paradies?

      Männer wie Sie sollten mal lernen Verantwortung übernehmen. Der Artikel redet von Männern, die das tun. Sie erkennen, dass hinter ihrem Macho-Gehabe eigentlich Schwäche und Ohnmacht steht, wo sie von Strukturen überfordert werden, die sie z.T. selbst mit aufgebaut haben und suchen nun vernünftige Wege ihr Leben neu zu gestalten.

      Da sollte man mal zuhören, innehalten, darüber nachdenken, anstatt einfach sofort das Opfergramophon abzuspielen.

      • Claudi sagt:

        @reincarnation, es stört sie, dass männer auch eine anlaufstelle haben? weshalb bekämpfen sie solche errungenschaften zugunsten der männer (und letztlich auch uns frauen)? weshalb verbreiten sie ihre negativen feministischen kommentare gegen männer?

      • Hugo Knüsel sagt:

        @Reincarnation of XY: „Der Mann – das Opfer seiner eigenen Evolution.“
        Wo genau findet sich denn diese Behauptung in Herrn Baumanns Beitrag? Oder einfach einmal mehr Unterstellungen, verbale Kraftmeierei und Whataboutism Ihrerseits?

    • Lina sagt:

      Ich suche und suche… und finde die Ironie nicht. Was meinst du damit?

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