10 Lieblingsdinge eines Kleinkinds

Eine Duplofigur isst Broccoli

Die Duplofiguren sind dem Brecht so wichtig, dass sie sogar Rosenkohl essen müssen. Foto: Markus Tschannen

Vor drei Wochen berichtete ich Ihnen über nutzlose Babyanschaffungen. Für alle, denen das zu negativ war, folgt hier das positive Gegenstück: 10 Dinge, die der Brecht in seinen bisher dreieinhalb Jahren ganz toll fand. Vielleicht haben Sie ja das Bedürfnis, den Brecht etwas besser kennen zu lernen, oder die Liste bietet Ihnen Inspiration für ein passendes Weihnachtsgeschenk.

Duplo

Das Erste, wonach der Brecht als Baby gegriffen hat. Angesichts seiner ungebrochenen Freude an dänischem Kunststoff gehen wir davon aus, dass ihm dereinst auf dem Sterbebett ein roter Duplostein aus der erschlafften Hand fallen wird.

«Peter, Ida und Minimum»

Das Buch ist auch mein Favorit. Der Brecht hat es sich so oft angeschaut, dass sich die Seiten weich wie WC-Papier anfühlen. Er hat eine Vorliebe für Klassiker: Auf Platz zwei und drei seiner Lieblingsbücherliste folgen «Mein allerschönstes Buch von Tafel, Schwamm und Kreide» und «Die schönsten Geschichten vom Hasenfranz».

Hipp Hirsekringel

Der perfekte Snack für Kinder. Nur etwa jede dritte Packung kam beim Brecht an. Den Rest haben wir heimlich selbst gegessen. Gar nicht so einfach, denn unter 150 Dezibel kriegt man die Dinger kaum zerbissen … «kchp, kchp, kchp».

«Night (Cut the Crap)»

Der noch nicht ganz jährige Brecht suchte sich dieses Stück von Etienne de Crécy als sein Lieblingslied aus. Er tanzte, dass der Antilop-Babyhochstuhl vom Boden abhob. Später folgte «Papaoutai» von Stromae und schliesslich mit dem Oeuvre von Rolf Zuckowski auch typische Kindermusik. Gewisse Kinderinterpreten haben wir ihm allerdings strikt vorenthalten. Man muss als Eltern ja darauf achten, bei Verstand zu bleiben.

«Papaoutai»: Musik von Stromae, Choreografie von Brecht. Video: Markus Tschannen

Bob, der Baumeister

Er verschaffte dem Brecht ein unrealistisches Bild von Projektmanagement. Bob, der Baumeister, und sein Team kriegen alles noch am selben Tag fertig, weil die Bürgermeisterin das so will. Wir sind uns einig: Die neuen Folgen – die mit Leo, dem ungeschickten Lehrling – sind solides Bildungsfernsehen.

Die sprechende Möwe

Stellen Sie sich eine batteriebetriebene Plüschmöwe vor, die jeden gesprochenen Satz in doppelter Geschwindigkeit und mit hoher Stimme wiederholt. Dann stellen sie sich vor, wie eines Tages eine Axt auf selbige Möwe fiel. Ganz zufällig. Schwör.

So klang das, als die Möwe noch sprechen konnte. Video: Markus Tschannen

Äste und Stöcke

Von jedem Waldspaziergang bringt der Brecht einen riesigen Ast oder ein paar Stöcke mit. Wie ein Labrador. Wir konnten die alte Ölheizung glatt durch eine Holzheizung ersetzen.

Korbschaukeln

Das einzig akzeptable Spielplatzgerät für bewegungsfaule Kinder. Während Maximilian-Jason zum dritten Mal vom Klettergerüst fällt und nur deshalb keinen Krater in den Sand schlägt, weil er mit der Zahnspange an einem Seil hängen bleibt, zieht der dösende Brecht maximal eine Augenbraue hoch.

Die Spielküche

Brechts Kreativzone. Hier entwickelt er Burger aus Plastiktieren, Haarspangen, Weihnachtsdekoration und Muttis Onlinebanking-Kartenlesegerät. Und wenn ihm nicht nach kochen ist, dann benutzt er die Küche als Werkbank. Zurück zur Werkbank schicken wir den reparaturfreudigen Brecht auch, wenn er sich mal wieder mit Schraubenzieher und Zange an der Waschmaschine zu schaffen macht.

Puzzles

Puzzeln war lange Zeit Brechts Inselbegabung. Während Stückelbergers gleichaltrige Tajana-Stacey-Joy noch Puzzleteile einspeichelte, assemblierte unser Brecht schon deren 49 zum gesuchten Sujet «Wasserloch in der Savanne». Bei der Ravensburger-Altersstufe 5+ blieb es dann aber auch. Der Brecht wandte sich bald schon neuen Interessen zu.

Klar, seine Vorlieben wechseln alle paar Monate. «Es ist nur eine Phase» – diesen Satz begreift man erst mit Kindern. Vor einem Jahr gebar der Muttibrecht im Minutentakt Puppen unter seinem T-Shirt hervor, heute betreibt der kleine Brecht Giezendanner stattdessen einen grossen Lastwagen-Fuhrpark. Ich bin gespannt, welche Obsessionen er im kommenden Jahr mit uns teilt. Wir werden tun, was wir immer tun: Ihn in seinen Interessen bestärken und ihm Möglichkeiten bieten, neue zu entdecken.

Beissring, Dinosaurier oder Globi – welche Lieblingsdinger haben Ihr Kind in den ersten drei Jahren begleitet? Und was kam danach? Muss ich mich vor irgendetwas besonders fürchten?