Mama und ihre Mankos

Das Kind wird schon recht rauskommen – auch wenn die Mutter nicht perfekt ist. Foto: FatCamera (iStock)

Es gibt Tage, da fühle ich mich als Mutter irgendwie unzulänglich. Wenn ich zu wenig Gemüse aufgetischt oder zu viel Bildschirmzeit zugelassen habe, zum Beispiel. Wenn die Kinder zu wenig draussen oder zu spät im Bett waren. Oder wenn ich zu wenig Geduld hatte – und zu viel gebrüllt habe. Dann spüre ich abends dieses nagende Gefühl mütterlicher Mangelhaftigkeit. Mal weniger, mal mehr und auch mal so, dass ich fast erstaunt bin, dass die Supernanny nicht an der Tür klingelt.

Doch warum eigentlich? Unsere Kinder, so glaube ich, sind weder überbehütet noch unterernährt – und auch nicht umgekehrt. Doch tummeln sich in meinem Kopf diese unzähligen Ideen, wie eine Mutter zu sein und zu handeln hat – ein unheilvolles Gebräu aus Spielplatzdiskussionen, Elternratgebern, Tipps von allen möglichen Leuten und wissenschaftlichen Erkenntnissen. (In einem Interview* sagte Psychologe Guy Bodenmann kürzlich über das Fürsorgeverhalten von Bezugspersonen von Säuglingen, dieses dürfe «weder zu wenig noch zu viel» sein.)

Das alles – vermischt mit eigenen Wertvorstellungen – ergibt ein imaginäres Regelwerk, das ausgedruckt wohl länger wäre als die Speisekarte eines Chinarestaurants.

«Weder zu wenig noch zu viel»

Und überall ist da dieses «weder zu wenig noch zu viel». Manchmal auch in Form von «weder zu früh noch zu spät» oder «weder zu kurz noch zu lang». Es ist wahrlich ein dünner Grat, auf dem Mütter (seltener Väter, wage ich zu behaupten) zu balancieren haben. Von Anfang an: Das Baby benötigt Körperkontakt, weiss man ja, und zwar viel. Aber nicht zu viel, jedenfalls eher nicht nachts, sonst könnte es verwöhnt werden. Es braucht Muttermilch, und nicht zu wenig respektive zu kurz, also mindestens sechs Monate. Aber auch nicht viel länger, das wäre sonst schräg.

Hat sie das richtige Mass gefunden irgendwo zwischen «Attachment Parenting» und «Jedes Kind kann schlafen lernen», geht Mama zurück zur Arbeit: Hoffentlich nicht mehr als 60 Prozent (lesen Sie dazu: «Machen nur Vollzeitstellen glücklich?»), das Baby braucht seine Mutter. Allerdings bitte nicht weniger als 30 Prozent, denn der Staat hat ja die Ausbildung finanziert. In die Kita soll das Kind frühestens mit zwei, sonst droht die Bindungsstörung. In eine Spielgruppe aber sicher spätestens mit drei, sonst fehlen ihm die Kontakte zu Gleichaltrigen.

Dann ist das Kind zu fördern. Trotzdem braucht es Zeit zum freien Spiel. Das heisst: Kein Kurs? Voll hobbylos. Drei Kurse? Wow, Tiger-Mom! Natürlich ist auch erzieherisch die genau «richtige» Dosierung von liebevoller Zuwendung und geduldig-konsequentem Einhalten von Grenzen zu treffen. Zudem bloss nicht zu viel einmischen, sonst droht Muttern zu «helikoptern», aber auch nicht zu wenig, sonst ist es «laisser faire».

Alle geben ihr Bestes

Und so gehts weiter. Vom Helfen bei den Hausaufgaben über das Managen des Medienkonsums bis zur Planung des Pausensnacks: Immer ist das «genau richtige» Mass anzustreben. Im Znüni also bitte Apfelschnitze und Reiswaffeln, aber Erstere bio und Letztere ohne Schokolade. Oder maximal einmal die Woche, dann aber die doppelte Portion Blumenkohl auf den Teller…

Natürlich ergibt einiges davon Sinn. Aber alles zusammen ist einfach, nun, genau: zu viel. Kein Wunder, kann täglich mehrmals das Gefühl aufkommen, zu scheitern. Irgendwann reichts mit dem Einreden vermeintlicher Mama-Mankos. So schiebe ich nun die Frühlingsrollen aus dem Tiefkühlfach in den Ofen und setze die Kinder vor den TV, damit ich Tiefenentspannung üben kann. So relaxed wird es mir hoffentlich gelingen, sämtliche Erwartungen – fremde und eigene – ins Time-out zu schicken. Dort gehören sie hin. Denn die allermeisten Mütter, die ich kenne, auch ich, tun und geben doch sowieso weder zu viel noch zu wenig von irgendwas, sondern halt einfach ihr Bestes. Und das müsste ja eigentlich reichen.

* Das Interview ist für Abonnenten zugänglich.

66 Kommentare zu «Mama und ihre Mankos»

  • Marco Zela sagt:

    …und dass Sie, wie fast alle jungen Mütter, anstatt sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, den ganzen lieben langen Tag am Smartphone herumfummeln gibt Ihnen kein schlechtes Gefühl???

  • Hans Minder sagt:

    Beim “Ereignishorizont” bezüglich der Schwarzen Löcher weiss die Menschheit bloss: alle mathematischen Regel, die wir kennen, versagen komplett. Die fortgeschrittensten Forscher können auch eine EINZIGE Körperzelle nicht im Ansatz verstehen und tappen somit völlig im Dunkeln mit der Komplexität des menschlichen Organismus inkl. seiner Entwicklung.
    Mütter und Väter sollten sich vor Augen führen, dass wir in Bezug auf uns selbst und unsere Umgebung wirchlich SEHR WENIG WISSEN. Auch die Ratgeber der Magazine wissen nicht viel mehr und zielen meist lediglich auf höhere Verkaufszahlen ab. Wer einmal versteht, dass Menschen bis anhin zu limitiert sind, die wirklich wichtigen Zusammenhänge zu verstehen, der gibt seine Konpetenzen ab und versucht einfach relativ entspannt, sein Bestes zu geben.

  • Melody sagt:

    Danke, dieser Artikel spricht mir aus der Seele. Aber ich glaube, wir Frauen denken auch zu viel nach über (oft) unwichtige Dinge. Wir bräuchten dringend mehr Entspannung und so… 🙂

  • Teeniemutter sagt:

    Teilweise hat dieses Problem auch mit unserer Ueberflussgesellschaft zu tun. Wir alle sind von viel zu viel Konsumgütern und zuvielen Optionen umgeben. In der Erziehung geht es auch darum, mit diesem Ueberfluss umzugehen. Dazu muss man (die Eltern, bestimmt nicht nur die Mütter) sich selber klar machen, wie man dazu steht. Schokolade verbieten ist bestimmt nicht zielführend, jederzeit Schokolade ist ungesund. Hobbies und Kurse können bereichernd sein für das Kind, aber auch zu Freizeitstress führen. Es einfach ‚irgendwie‘ zu machen, ist bestimmt nicht das Beste.

  • Manuela sagt:

    Bingo! Wunderbarer Text! Danke….

  • Christoph Bögli sagt:

    Ich sehe nicht ganz, was das spezifisch mit dem Muttersein zu tun hat. Dass sich Leute durch überzogene Erwartungen an sich selbst sowie Idealvorstellungen und irgendwelche (meist erst noch widersprüchlichen) Ratgeberliteratur verrückt machen lassen, gibt es schliesslich in allen Bereichen. Etwa all die ganzen kinderlosen Singles, die in einer Schuldspirale rotieren weil sie die vermeintlich ach so notwendigen Optimierungen von Ernährung, Gesundheit, Karriere und Partnersuche nicht auf die Reihe kriegen. Aber wie überall gilt darum auch hier bei sich selbst nicht genügenden Müttern: Dafür ist man primär selbst verantwortlich. Und die Lösung ist entsprechend ganz einfach, dass man mit allem entspannter umgeht und akzeptiert, dass ein lokales Optimum manchmal besser ist als ein absolutes..

  • Sandra sagt:

    Liebe Mirjam Oertli, Sie haben den Nagel voll auf den Kopf getroffen.

  • k. miller sagt:

    Die Generation meiner Eltern (Kriegsgeneration) hat sich mit diesen Fragen nicht auseinandergesetzt, auch nicht später in der Rückschau. Sie haben einfach gemacht, was sie für richtig hielten (und gesellschaftlich angesagt war – aber das wurde damals eh nicht hinterfragt). Heute denken Eltern viel zu viel darüber nach, ob es richtig ist, was sie gerade machen. Der Mittelweg fehlt. Dazu gehört, dass man das Kind individuell dort abholt, wo es steht (dies wurde in den sechziger Jahren komplett weggelassen) – und darüber hinaus einfach auch mal fünfe grade sein lassen. Etwas mehr Gelassenheit täte not, das sehe ich an den jungen Eltern meiner Umgebung. Aber der Druck „von aussen“ ist gross, gar nicht so einfach ist das mit der Gelassenheit… Ich sag immer: Das macht ihr schon gut so!

  • tststs sagt:

    Mannmannmann, wenn gewisse Frauen (und natürlich auch Männer) so viel über ihre Rolle als Frau/Mann, PartnerIn, BürgerIn und ArbeiterIn reflektieren würden, wie sie dies über ihre Mutterrolle tun, mannmannmann wir hätten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon längst gelöst… 😉

  • Andrea sagt:

    Sehe ich genau so. Seit ich keine Ratgeber „auf Vorrat“ mehr lese, sondern nur noch ab und zu bei spezifischem Bedarf, geht es mir besser (weil ich mich weniger unter Druck fühle, immer perfekt zu sein) – und meinem Kind nicht schlechter. Ich liebe mein Kind von ganzem Herzen, respektiere es als eigenständige Person und versuche nach bestem Wissen und Gewissen, ihm die Werte mitzugeben, die mir wichtig sind. Dabei mache ich auch Fehler. Trotzdem bin ich sicher, dass das gut ist so.

  • colisa sagt:

    Seien wir mal ehrlich, wir geben nicht immer unser Bestes! Manchmal nimmt auch der Egoismus überhand oder wir sind schlicht zu faul und gehen den Weg des geringstesn Widerstandes. Wir reden dann unser Handeln schön.
    Manchmal geben wir unser Bestes und es ist doch nicht gut genug.
    Und manchmal haben wir es bombenmässig gut gemacht.
    Wir sollten ehrlich zu uns selbst sein und immer wieder reflektieren, sich mit dem Partner austauschen und mit ihm am gleichen Strick ziehen.

  • Jänu sagt:

    Zum Glück bin ich Vater und damit nicht dem Zwang erlegen, mich selber dauernd und gnadenlos in Frage zu stellen. Ich mache einfach, was ich für richtig halte. Ich brauche keine Ratgeber, aber wenn ich Rat brauche, dann hole ich ihn mir. Ansonsten bin ich völlig überzeugt davon, es richtig zu machen oder besser gesagt, es richtig genug zu machen. Ich habe auch keine Hemmungen, von anderen abzuschauen und das Gute zu übernehmen. – Meine Kinder danken es mir, sie lieben mich, wie ich sie liebe. Sie lieben die Freiheit, die ich ihnen geben und sie schätzen, manchmal weniger, manchmal mehr, die Grenzen, die ich ihnen setze. – Aber das Allerwichtigste ist, sich Zeit für seine Kinder zu nehmen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Warum liest man Ratgeber? Ich würde sagen, aus dem Wunsch etwas zu lernen, zu verbessern, sich Fit zu halten etc.
    Wenn ich einen Ratgeber lese, der mir keine Korrekturmöglichkeit gibt, weil er immer sagt: nicht so wichtig – kommt auch so gut – eigentlich egal wie – ja, dann brauche ich keinen Ratgeber zu lesen.
    Ein Ratgeber muss ja sagen: SO aber nicht zu wenig und auch nicht zu viel. Das liegt in der Natur eines Rezeptes, genau Angaben: 3 Eier und 500g Mehl.

    Wenn mir das zuwider ist und ich lieber nach Gefühl koche, muss ich keine Rezepte lesen. Also, was wollen Sie eigentlich?
    Das Problem liegt doch nicht bei den Ratgebern, sondern bei Ihnen. Entweder hören sie auf mit der Lektüre, oder akzeptieren, dass diese Lektüre zur freiwilligen Selbstoptimierung geschrieben wurde.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Wenn ich sehr nachsichtig oder meinetwegen streng mit meinen Kindern bin, und dann irgendwo höre, dass man es damit aber nicht übertreiben soll. Dann kann ich mir Gedanken machen, ob ich es übertreibe, ob ich unausgewogen bin. Etwas ändern, oder überzeugt so weiter machen wie bisher.
      Wenn ich mich aber ständig unzulänglich und von allen angegriffen fühle. Dann sind nicht die Ratgeber daran Schuld, sondern schlicht und einfach, dass ich meiner selbst nicht sicher bin.

      Wer sich stets angegriffen fühlt, hat ein Problem mit sich selbst.

    • Adam Riese sagt:

      @Roxy: Ich bin völlig einverstanden mit Ihren Worten betreffend Ratgebern. Den Vergleich mit dem Rezept hat in meinen Augen aber winen kleinen Haken, der den meisten von uns das Leben schwer macht: Im Gegensatz zum Rezept, das wir beliebig abändern können, wenn uns das Resultat nicht schmeckt (zu viel Zucker, zu wenig Mehl, andere Zutaten etc.), haben wir bei unseren Kindern i.d.R. genau eine Chance. Verbocken wir es, ist es meistens zu spät und wir können höchstens bei einem nächsten Kind Änerdungen im Erziehungsrezept vornehmen.
      Wenn nun also Ratgeber 1 die Methode A als die einzig Richtige preist, Ratgeber 2 die Methode B und Ratgeber 3 die Methode C, dann verstehe ich jeden und jede, der/die eine Krise bekommt und sich fragt, welche nun die Richtige für das eigene Kind sein könnte!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Hmm… ich kann doch auch die Ratgeber nach belieben abändern und anpassen. (Ähnlich wie beim Kochrezept. Je mehr Erfahrung ich habe, um so freier kann ich mit dem Rezept umgehen.)
        Und Fehler sind auch in der Erziehung nicht in Stein gemeisselt, man korrigiert, modifiziert, passt an, etc. – Manche jammern über die Fehler der Vergangenheit, anstatt einfach aus den Erfahrungen zu lernen und es heute besser zu machen.
        Und wer Ratgeber als unfehlbare Bibeln liest, dessen Hauptproblem ist nicht der Ratgeber, sondern dass er nie gelernt hat mit Meinungen umzugehen: keine ist vollkommen.
        Da liegt mMn der Hase im Pfeffer.

      • Vierauge sagt:

        @AR – naja, so dramatisch ist es mit dem Verbocken auch wieder nicht. Das Kind wird ja nicht nur in einer Stunde erzogen, sondern ein paar Jahre lang. Und selbst wenn man (auch als Vater) mal was verbockt, kann man das meist wieder gut machen.

      • Adam Riese sagt:

        Ich gebe zu, dass gewisse Erziehungsböcke reparabel sind. Wenn auch mit erheblichem Kraftaufwand.

        Dennoch gibt es Erziehungsentscheidungen, die unwiderruflich sind. Wie z.B. das Stillen, das Fremdbetreuen, das alleine Schlafen, das Verwehren von Hobbies oder das Pushen zu denselben, das Einmischen in persönliche Angelegenheiten, das Bewahrenwollen vor Fehlentscheiden, das Nichtermöglichen von Erfahrungen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt hätten gemacht werden sollen. Da können wir nicht einfach kommen und sagen: „Ok, war wohl eine Schnapsidee. Aber ab jetzt machen wir es anders und alles ist wieder gut.“ Deshalb fühlen sich ja so viele Eltern unsicher, weil sie es „richtig“ machen wollen aber ab den vielen kontroversen Meinungen gar nicht wissen, was denn „richtig“ ist!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das stimmt schon Adam Riese, aber auch das alles ist nur relativ.
        Würde man das einsehen, würde man gewisse Fehler schon gar nicht machen. Man wäre etwas weniger pingelig, wenn man begreift, dass es den perfekten Weg sowieso nicht gibt, dass irren menschlich ist. Und Liebe und Nachsicht weitaus wichtiger sind, als (vermeintliche) Perfektion.
        Deshalb sagte ich: wer Ratgeber als unfehlbarere Bibeln liest, bei dem liebt das Problem genau in dieser Einstellung, unabhängig von dem was er tut.
        Der Perfektionist glaubt an die richtige Methode, an die richtigen Regeln. Und genau damit kann er die wahren Bedürfnisse des Kindes überfahren, plattwalzen. – Ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine.

  • Anh Toàn sagt:

    Also wenn es nicht reicht, sein Bestes zu geben, müssen wir doch Elternkurse und -prüfungen einführen. Zuerst gibts eine theoretische Prüfung, dann darf man das erste Kind auf Probe, macht man Fehler, ist Kind weg. Oder zumindest muss den Kindern die Wahl gelassen, wie dem Arbeitgeber, der sucht sich ja auch die besten Arbeitnehmer, sich die besten Eltern aussuchen dürfen? (Der Markt sorgt dann für Qualität)

    Wer definiert „qualitativ gute Elternschaft“ ?

    • Anh Toàn sagt:

      Das war @Malena und @BS weiter unten.

      • Anh Toàn sagt:

        Elternschaft ist eine individuelle Geschichte. Aufgabe der Gesellschaft, des Staates ist, elementare Minimalanforderungen an deren „Qualität“ durch zu setzen. Eltern dürfen das Kind weder körperlich noch psychisch oder sozial schädigen. Ab diesem Minimalniveau bleibt der Gesellschaft, dem Staat, die Elternschaft zu ergänzen (Das Dorf erzieht das Kind, Spätestens in der RS lernt er es etc. etc) nach ihren Vorstellungen von Erziehung.

        Aber Qualität von Elternschaft über diesem elementaren Niveau zu definieren, ist totalitär: Veganer bieten gute Elternschaft, Raucher schlechte usw usw.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Nur haben Malena und BS eben recht.

      Bei manchen reicht es – bei manchen definitiv nicht.
      Diese subjektive Wertung „ich gebe mein Bestes“ und damit zufrieden sein, totaler Nonsense.

      Ich sollte weniger auf meine Gefühle achten, sondern darauf, wie sie bei anderen ankommen. Das Problem ist nur, dass die ich-habe-immer-nur-mein-Bestes-gegeben Typen, gar nicht in der Lage sind, darauf zu achten, wie sie denn beim anderen ankommen. Sie sind so auf ihre eigenen Gefühle fixiert.
      Sie „lieben“ ihre Kinder – aber ihre Kinder fühlen sich unverstanden und erdrückt und sie merken es noch nicht einmal und am Ende sind sie noch sauer, dass man ihre „Liebe“ nicht mehr zu schätzen wusste.
      OMG!

      • Anh Toàn sagt:

        „Diese subjektive Wertung „ich gebe mein Bestes“ und damit zufrieden sein, totaler Nonsense.“

        Ach und wenn Elternschaft von aussen gewertet wird, ist das eine objektive Wertung?

        Machen Sie mir ein Bewertungsschema für Elternschaft!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        „Sie „lieben“ ihre Kinder – aber ihre Kinder fühlen sich unverstanden und erdrückt und sie merken es noch nicht einmal und am Ende sind sie noch sauer, dass man ihre „Liebe“ nicht mehr zu schätzen wusste.“

        genau, und wundern sich übers abseilen…

      • Anh Toàn sagt:

        „OMG“

        Glauben Sie, Bischof Huonder kommt zum gleichen Ergebnis betreffend guter Elternschaft wie der moderne Erziehungspapst Juul?

        Was ist objektiv gute Elternschaft?

        Objektiv lassen sich nur Negativkriterien definieren, das Strafrecht gilt auch für Eltern gegenüber deren Kindern, und da nicht bestraft wird, sondern nur das Opfer vor weiteren Verletzungen geschützt werden soll, wird dies allenfalls auf Fahrlässigkeit ausgedehnt.

    • Anh Toàn sagt:

      Ich denke, der GAU für Kinder ist, die besten aller Eltern zu haben: Wem sollte man die Schuld geben, wofür auch immer, auf wen wütend sein? Und haben nicht die besten Eltern von allen auch das beste Kind von allen verdient? Und wird man später als Eltern die von den perfekten Eltern gesetzten Standards erfüllen können?

      Hat

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Anh Toàn

      Kurse und Weiterbildungen auf freiwilliger Basis, mit damit verbundenem Gutschriftensystem bspw wäre gar kein schlechter Anfang.
      Wir sind alle geprägt und haben blinde Flecken, wie Roxy unten bemerkt, es reicht eben nicht der Überzeugung zu sein, sein Kind zu lieben, das Beste zu geben wenn dies mit wenig Selbstreflektion und Kritikfähigkeit verbunden ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Was wollen Sie eigentlich sagen Anh Toin?
        Was ist ihr Punkt?
        Dass Huonder und Juul nicht die gleiche Meinung haben, liegt wohl auf der Hand. Allerdings war weder des Einen noch des Anderen Meinung überhaupt ein Thema des Gesprächs. Also, was genau wollen Sie sagen? Und was genau an meiner Aussage wollen Sie konkret in Frage stellen?
        Bitte etwas deutlicher.

        @Brunhild – Sensibilisierung hat langfristig bestimmt einen Nutzen, (auch wenn Zyniker nicht daran glauben). Das Problem ist aber tatsächlich, dass die, die es am nötigsten hätten, am immunsten dagegen sind.

      • Anh Toàn sagt:

        @Brunhild Steiner: „Kurse und Weiterbildungen auf freiwilliger Basis, mit damit verbundenem Gutschriftensystem bspw wäre gar kein schlechter Anfang.“

        Was ist das „Gutschriftensystem“? Wo wird mir was gut geschrieben, wenn ich Kurse besuche? Bekomme ich gleich viele Punkte für einen Kurs bei Scientology oder beim Iman, wie bei Juul oder beim Pfarrer?

        Wenn dies erst kein schlechter Anfang ist, graut mir vor dem, was Sie wohl als das „gute Ende“ sehen. Ich weiss, dass Sie es gut meinen, sie wollen nur das Beste, aber dies behalten und definieren die meisten lieber für sich.

      • Anh Toàn sagt:

        @RoXY: „Bitte etwas deutlicher.“

        Werden Sie deutlicher: Was ist gute Elternschaft? Legen Sie objektive Kriterien dar, an welchen sich die Qualität von Elternschaft messen lässt.

        Eine Gesellschaft kann, das ist schwierig genug, minimale Ausschlusskriterien festlegen, ohne totalitär zu sein. Denn was gute Elternschaft ist, misst sich doch daran, was gute Menschen aus den Kindern macht, also daran was gut ist. Eine Gesellschaft, welche dies allgemein verbindlich definiert, ist totalitär. Freiheitliche Gesellschaften definieren einzig, was derart schlecht ist, dass es nicht toleriert werden kann: „Keine Strafe ohne Gesetz“

      • Reincarnation of XY sagt:

        an toin – Das ist ihr Problem, Sie reden über Dinge, über die wir gar nie gesprochen haben.
        Wir sagten nur, dass der Satz „Das Beste wird wohl gut genug sein“ eben nicht stimmt. Begründet.
        Wir reden nicht gesellschaftspolitisch, sondern persönlich. So war das Thema ja von Anfang an gehalten.
        Es geht um eine Diskussion um die persönliche Elternschaft und ich sagte ihnen bereits ein Kriterium wenn ich „liebe“ aber mein Kind sich nicht geliebt fühlt, dann muss ich mich hinterfragen.
        Also was stört Sie daran?
        Warum flüchten Sie in Allerweltsszenarien, wo wir doch über zwischenmenschliche Beziehungen – in diesem Falle – Eltern/Kind reden?

      • Anh Toàn sagt:

        Und ich sage, jeder sagt oder glaubt, dass was er tut, sei das Beste. Und man dies von aussen nur in ganz krassen Fällen korrigieren, verhindern oder verbessern darf.

      • Anh Toàn sagt:

        Der, der in Kurse geht, glaubt, dies sei das Beste, der nicht geht, glaubt es sei besser, er spiele statt dessen mit dem Kind, und kaufe ihm für das Geld eine mega Velo, oder nehme sich die Zeit für sich, um nachher wieder entspannt zu sein.

        Bei Ihrem Beispiel finde ich lustig: Wer in einen Kurs geht, wie er sein Kind weniger mit seiner Liebe und seinen Ängsten erdrückt, lebt ja mit dem Kursbesuch nur seine Liebe und Angst um das Kind.

        Wir können nicht ändern, was wir sind, ich halte nichts von diesem postmodernen Trend der Verbesserung des eigenen Selbst als Lebensziel.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Anh Toàn

        ich hab inzwischen den Überblick über die aktuellen Angebote nicht, aber ein Blick in das Angebot von Elternberatungsstellen, Pro Juventute uä würde sicher nicht schaden, mir fällt nicht zum ersten mal auf dass Sie sehr in Extrempositionen argumentieren.
        So wird ein konstruktiver Austausch schwierig.

        Gutschriftensystem ist hier drin immer wieder mal thematisiert worden, gibt verschiedene Möglichkeiten. Direktabgabe, oder Abzugsmöglichkeiten bei Steuern etc.
        Es geht mir nicht um die schwarzen Schafe welche sich auch hier durchmogeln werden können, sondern um diejenigen welche sich bisher nicht so damit auseinandergesetzt haben, aber davon angesprochen werden.
        Gute Erziehung braucht als Basis ua Selbstreflektion und Kritikfähigkeit, und das kann man sehr wohl lernen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        vieles hängt eben mit Nicht-Wissen zusammenhangen, das von Ihnen proklamierte „jeder tut sein Bestes, eingreifen darf man nur in krassen Fällen“ zeigt vor allem eines: dass Sie nicht wirklich eine Ahnung haben was Prävention&Prophylaxe bedeuten. Eingreifen wenn es zu krass geworden ist leider schon viel zu spät!

        Viele „tun ihr Bestes“, halten ihrem Kind aber wichtige Entwicklungsmöglichkeiten vor weil sie bspw nicht wissen wie man mit einem Kind spielt- ja, da lachen Sie jetzt vermutlich, aber Kinder mit Bilderbücher/vorlesen/malen/(konstruktive)Zeit verbringen usw usw in Kontakt bringen ist nicht flächendeckend gegeben.

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/
        Im Kiga/Unterstufe zeigen sich dann erste Auswirkungen, was in einigen Schulen zu freiwilligen Initiativen wie „erste Entwicklungsjahre/spielen mit dem Kind“ geführt hat. Und durchaus auf Interessen seitens betroffener Familien gestossen ist, ihnen eine Steigerung des familiären Lebens, des Miteinanders und vielem mehr gebracht hat.

        Selbstverständlich, auch da schliesse ich mich vollumfänglich Roxy an, diejenigen welche es am Nötigsten hätten, sind da evtl eher nicht dabei.

        Doch deshalb grundsätzlich auf Angebote zur Unterstützung, Stärkung, Ermutigung- auch das ist Erziehung!- verzichten, finde ich eine verpasste Chance mit vermeidbarem Risikopotential.

      • Brunhild Steiner sagt:

        4/
        Ob im Beruf, Freizeitsport, Hobbies- nirgendwo wird davon ausgegangen dass jemand die erforderlichen Fähigkeiten von Beginn weg bis ins kleinste Detail ausgefeilt schon mitbringt, im Gegenteil, das Angebot von Kursen, Weiterbildungen, Seminaren ist riesig, der Anspruch die Kompentenzen zu erweitern/ergänzen in der Regel nicht bestritten.

        Und bei der Elternschaft soll das nun ganz anders sein, unsere Elternkompetenz fällt aus dem Nichts vom Himmel?

      • Reincarnation of XY sagt:

        anh toin
        Sie sagen „jeder meint ja er gebe sein Bestes“
        JA EBEN DAS SAGEN WIR JA!
        DARUM finden wir den Satz, „mein Bestes wird wohl gut genug sein“ nicht sinnvoll. Weil es eben so ist, wie Sie sagen, verehrter Anh Toin. Und während Brunhild über Kurse nachdenkt, denke ich nur über die persönliche Reflektion nach. – Diesen Satz kann ich unmöglich als Massstab nehmen. Mein Massstab ist, dass ich das Kind beobachte: wie geht es ihm? Ist es glücklich? Fühlt es sich frei, mir zu sagen, wie es ihm geht? Artikuliert es seine Emotionen? Fühlt es sich geliebt und geborgen?
        Der Fokus ist also nicht auf mich selbst gerichtet („ich gebe mein Bestes“) sondern auf: Wie kommt mein „Bestes“ beim Kind an.

  • Rémy sagt:

    Beim Lesen dieser Kolumne kommt mir ein Gedanke, der sehr wohl als sexistisch abgestempelt werden kann, der mir aber meine 41 Lebensjahre dauernde Erfahrung diktiert:
    Wenn sich die Männer soviel Gedanken machen würden wie die Frauen, dann würden wir jetzt noch in Hölen leben, die Klimaerwärmung wäre kein Thema und statt #metoo hätten die Frauen Keulen um sich zu wehren.

  • mila sagt:

    Das menschliche Gehirn ist physiologisch bedingt stark darauf ausgerichtet, potentielle Gefahren zu erkennen, dh in unserem eher gefahr-losen Leben insbesondere: (überproportional) Negatives wahrzunehmen. Eine gute Übung ist es, zwecks Wahrnehmungsjustierung, deshalb, bei sich und bei den Kindern bewusst den Blick auf das zu richten, was gut ist bzw. gut läuft. Nach dem Grundsatz ‚catch them when they‘re good‘. Das er-leichtert das Zusammenleben ungemein – im Grunde in jedwedem menschlichen Zusammenhang. 😉

  • Sportpapi sagt:

    Interessanterweise nerven sich doch vor allem die Mütter über die vielen Ratschläge, die selber solche erteilen/verfassen und/oder ihr Leben damit verbringen, sich in dieser Austauschblase zu bewegen.
    Und ja, es sind vielfach die Mütter, aber nicht nur. Ist aber bezeichnend, dass hier vor allem die Mütter angesprochen werden.
    Uns Männern sagt man dann gerne, dass wir halt bei Entscheidungen überstimmt werden müssen, denn: Wir hätten uns halt zu wenig informiert und die grundlegende Basisliteratur, die wir allenfalls gar auf den Nachtisch gelegt erhielten, nicht einmal angeschaut.
    Vielleicht wäre hier tatsächlich weniger mehr? Aber: Was würde dann mit Blogs wie diesem passieren?

    • zysi sagt:

      Hier wäre tatsächlich weniger mehr – aber dafür müsste frau ja sich innerlich umstellen. weg von „ich kann nichts dafür“ hin zu „aber ich kann was dagegen tun“
      wogegen? gegen die sich selbst und von den gesellschaftlichen entwicklung auferlegten erwartungshaltungen der modernen „wonder woman“ – dabei handelt es sich bei einer mutter wohlverstanden um geschätzte 10-15 jahre der eigenen lebenszeit; hier auf dieser (endlichen) erde

      dieses ständige hin und her der aufgabenerfüllung bekommt niemandem gut; den beruflich managenden und den privat managenden nicht. aber viele möchten ja sicher nicht so rückständig sein und fokussiert auf die erziehung zum eigenständigen menschen wert legen, sondern so modern imzeitgeist „alles“ können/machen/erhalten/erleben, sogar individuell ….

    • 13 sagt:

      @ Sportpapi
      Nur aus Neugier:
      Die Autorin legt also Ihrer und ihrer Meinung nach hier ein „typisch weibliches Verhalten“ an den Tag, indem sie einerseits recherchiert und andererseits sich selber hinterfragt. Das habe ich doch richtig verstanden?
      Damit macht sie sich aber offensichtlich auch angreifbar, wie doch einige der kritischeren Kommentare zeigen. Ist das nun dieses Verhalten, das offenbar so gesucht ist und zum Erfolg führt, wie Sie gestern geschrieben haben? Oder wäre nicht eher das „hier als typisch männlich beschriebene Verhalten“, nämlich Selbstbewusstsein an den Tag legen, besser angekommen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nein, das haben Sie falsch verstanden. Es ist diese Mischung aus Versagensängsten und Wunsch nach Perfektion, die zum offensichtlichen Widerspruch führt, dass da jemand einen Ratgeber schreibt darüber, weniger auf Ratgeber zu hören.
        Klischeehaft weiter: Männer kaufen ein Standardwerk über Erziehung, blättern etwas darin und fangen dann einfach mal an. Und sind überzeugt, das mehr oder weniger richtig zu machen.

      • 13 sagt:

        Damit bestätigen Sie aber meinen Eindruck. Wir hätten also:
        „Mischung aus Versagensängsten und Wunsch nach Perfektion, die zum offensichtlichen Widerspruch führt, dass da jemand einen Ratgeber schreibt darüber, weniger auf Ratgeber zu hören.“ (den Frauen zugeschrieben)
        versus
        „Männer kaufen ein Standardwerk über Erziehung, blättern etwas darin und fangen dann einfach mal an. Und sind überzeugt, das mehr oder weniger richtig zu machen.“ (den Männern zugeschrieben)

        Welches der beiden Vorgehensweisen wird Ihrer Meinung nach aus gesellschaftlicher Sicht als sinnvoller, bringender, besser betrachtet? Welche soll angestrebt werden?

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Welches der beiden Vorgehensweisen wird Ihrer Meinung nach aus gesellschaftlicher Sicht als sinnvoller, bringender, besser betrachtet? Welche soll angestrebt werden?“
        Keines.
        Aus gesellschaftlicher Sicht zählt nur das Resultat.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Hier noch ein Nachtrag, in dem ich mich recht gut wiederfinde: http://www.zeit.de/2015/11/erziehung-liberal-autoritaer-david-eberhard

  • Martin sagt:

    Ich frage mich auch, wann übertreibt man es mit den Hobbies. Warum nicht dem Kind ein Velo oder Trottinett in die Hände geben und es spielen lassen. Oder Ballsport machen. Wozu die teuren Hobbies wie bsp. Eiskunstlaufen.

  • Bettina Plattner sagt:

    Wunderbarer Artikel! Danke liebe Frau Oertly!

  • Stefan W. sagt:

    Absolut. Durch die Generationen kamen und gingen unglaublich viele Erziehungsstile in unzählbar vielen Variationen, von den Eltern jeweils auch noch an die eigenen Überzeugungen und Erfahrungen angepasst, und eines blieb immer gleich: Die allermeisten Kinder kommen am Ende gut heraus.

    Wirklich nachweisbar schädlich ist nur Vernachlässigung (emotional und/oder physisch). Wer seine Kinder liebt und ernst nimmt, macht nie viel falsch, egal was Erziehungsratgeber sagen. Und wenn man trotzdem manches falsch macht, wird es kompensiert durch das, was man richtig macht. Kinder sind viel robuster und selbstorganisierender, als man unsicheren Eltern dauernd weismachen will.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Tatsächlich?
      Von meiner „Grosselterngeneration“ habe ich anderes mitbekommen, es gab zwar die Ausnahmen welche dem „Zeitgeist“ widersprachen und nach ihrem Herz gelebt haben, aber das gängige Motto war eher: deine Gefühle spielen keine Rolle und darüber geredet wird schon gar nicht; und das wurde nicht als Widerspruch zu „lieben/ernstnehmen“ verstanden weil man einerseits anderes darunter verstanden hat, und andereseits die Gewichtung woanders lag.
      Denken Sie an all die innereuropäischen Kriege und die abertausenden erwachsengewordenen Kinder die da mitmarschiert sind… . Durch die Generationen ist nicht alles gut herausgekommen.

      • Ribel sagt:

        Sehr einverstanden! Eine wichtige und notwendige Anmerkung.

      • Stefan W. sagt:

        Sie denken, heutige perfekt erzogene Kinder würden nicht mitmarschieren? Oder Sie denken, die die mitmarschieren, seien nicht gut rausgekommen? Ist das nicht ein wenig anmassend? Von den Überlebenden der Kriege wissen wir, dass auch sie rechte Menschen waren. In ihrer überwiegenden Mehrzahl jedenfalls. So zu tun, als hätten da nur Erziehungsratgeber gefehlt, erscheint mir sehr abwegig. Vor allem angesichts der Tatsache, dass ja auch wir, gut erzogenen, immer mehr Kriege führen. Okay, nicht persönlich, aber wir wählen Politiker, die Waffenverkauf und gewaltsame Konfliktlösung propagieren und lassen die Menschen in fremden Ländern für unsere Überzeugungen sterben, statt unseren eigenen, wohl erzogenen Kindern.

      • U. Knecht sagt:

        Frau Steiner, es gibt heute dafür genügend Naive, die derzeit Facebook & Co. oder hinter jedem Shitstorm hinterhermarschieren.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Stefan W.

        das werden wir im Ernstfall sehen, jedenfalls sind die damaligen Generationen viel mehr zu bedingslosem Gehorsam erzogen worden, ein Erziehungsstil der heute eher in der Minderheit zu finden ist.
        Und ja, das hat sehr wohl Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes- wir sind da wieder bei diesem ominösem „das Beste gewollt haben“, welches dann quasi die Legitimation verschafft- auch jene wollten „das Beste“ für ihre Kinder, auch jene die bspw ihren Mädchen eine höhere Schulbildung verweigert haben, in der Schweiz übrigens und noch nicht 100 Jahre her!

  • Malena sagt:

    „Denn die allermeisten Mütter, die ich kenne, auch ich, tun und geben doch sowieso weder zu viel noch zu wenig von irgendwas, sondern halt einfach ihr Bestes. Und das müsste ja eigentlich reichen.“
    Kommt drauf an ob es mehr um Ihr eigenes Gewissen oder um das Kind geht. Bei einigen Eltern reicht ihr Bestes nicht aus Sicht des Kindes, sie brauchen Hilfe (und es ist gut wenn sie das erkennen können).
    Wie auch immer, wenn Sie dieselbe Nachsicht auch auf alle ihre Mitmenschen anwenden („er/sie gibt sein Bestes, das reicht“), also auf ihren Partner, ihre Kinder, ihren Boss, ihre Kolleginnen, andere Verkehrsteilnehmer, PolitikerInnen, den Koch im Restaurant etc., verfügen Sie über eine bewundernswerte Gelassenheit! 🙂

    • Brunhild Steiner sagt:

      Schliesse mich an und ergänze, dass sich die meisten Arbeitgeber wohl eher nicht mit einem „aber ich gebe doch mein Bestes“ abspeisen lassen wenn die erbrachte Leistung nicht stimmt.

      Und manchmal stimmt es halt wirklich nicht, je nach eigenem Umfeld bekommt man das mit, oder nicht.

      Davon auszugehen dass uns qualitativ gute Elternschaft naturgegeben im Blute liegt und uns höchstens geringfügige Fehler passieren würden, scheint mir nicht der klügste Weg zu sein; wie überall gilt es abzuwägen, eine Auswahl zu treffen.

    • misi sagt:

      Guter Artikel, danke! Dieselben Gedanken hat wohl jede Mutter hin und wieder.

      @Malena: so eine Portion Gelassenheit würde doch allen gut tun. Warum muss man von anderen Menschen erwarten, dass sie immer mehr geben als ihr Bestes? Warum brauchen wir so eine „immer besser, schneller, höher, weiter, perfekter“ – Mentalität in unserer Gesellschaft?

    • Superpapi sagt:

      Ich glaube sie missverstehen gewollt oder ungewollt den Artikel. Niemand sagt dass „ich gebe mein Bestes“ eine Ausrede sein soll für schlechte Leistung und niemand sagt „ich gebe mein Bestes“ heisst nicht Hilfe anzunehmen wenn nötig. Ich glaube der Artikel möchte viel mehr darauf hinweisen dass das Befolgen all dieser unendlich vielen Ratgeber nicht immer Zielführend ist. Nicht jede Mutter kann sich zwei Jahre aus dem Berufsleben zurückziehen um dann genau wie empfohlen im richtigen Masse wieder einzusteigen. Ich erlebe es selber im Alltag mit unserem Kleinkind, manchmal ist es wohl besser statt einem frischgekochtem Brei aus biologischen Zutaten einen fertigen Quetschbeutel zu geben und dafür mehr Zeit und Geduld für den Kleinen (und sich selber) zu haben… nicht immer aber manchmal

      • mila sagt:

        Zumal die Kleinen diese Quetsch-Dinger auch einfach lieben… und auch da kann man sich den etwas gesünderen aussuchen.

        Das Problem sind am Ende denn auch – wenigstens in meinen Augen – nicht die Erwartungen von aussen, sondern der eigene Perfektionismus. Manchmal muss eben auch ein ‚gut genug‘ (der Quetschie) reichen, weil ‚das Beste‘ (der selbstgekochte Brei) eine situative Überforderung darstellt. Auf lange Sicht das Best-Mögliche anzustreben ist sicherlich nicht verkehrt, aber wenn dieses zum (kontraproduktiven) Diktat wird, tut man damit niemandem einen Gefallen. Zuletzt den Kindern.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Stimmt: oft ist das Beste geben nicht annähernd gut genug. Solche Aussagen sind oft eine Ausrede für die eigene Bequemlichkeit und dienen für das eigene Gewissen.

      • mila sagt:

        Und solche Aussagen sind ein Rezept für Selbstüberforderung, bis hin zum Burn-Out. Ein gutes Vorbild für die Kinder? In meinen Aufen glasklar: nein.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Hmm… mila, Sie intepretieren da etwas hinein, ohne zu wissen, auf was ich meine Aussage beziehe.

        Ich habe in meinem Bekanntenkreis Eltern, deren Kinder sich abwenden bzw kenne ich „Kinder“, welche ihren Eltern den Rücken zukehren.

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