Die Super-Puma-Grosseltern

Dicke Freunde: Grosseltern haben oft eine sehr innige Beziehung zu ihren Enkeln – und verwöhnen gerne. (Foto: Getty Images)

«Das Nervigste auf diesem Spielplatz», meinte kürzlich eine Mitmutter zu mir, «sind die anderen Mütter.» Ich schaute mich um und konnte ihr nicht beipflichten. Nervig waren hier weder Mütter noch Kinder – höchstens ein paar Grosseltern.

Und an diesem Tag waren sehr viele Grosseltern auf dem Spielplatz. Denn Schulferien plus berufstätige Eltern gleich extrem hohe Grosselterndichte. Pro Kind hatte es gefühlt 1,5 Grosis und Grosspapis. Wobei die ja heute nicht mehr alle so heissen, sondern sich auch mal jugendlich-modern «Momi» oder «Nonno» nennen lassen.

Das verhätschelte Enkelkindli

Die kleine Lena zum Beispiel sass auf einem Holzpferd, an dem sie sich nicht festhalten konnte, weil sie in der linken Hand einen Apfelschnitz hatte und in der rechten eine Reiswaffel. Das Momi flötete: «Leneli, willst du mir nicht das Apfelschnitzli oder das Reiswäffeli geben? Du hast ja gar kein Händeli frei, um dich am Rössli festzuhalten?» Aber Leneli wollte nicht. Also schubste der Nonno von hinten das Holzpferd an und machte mit der Zunge schnalzende Galoppgeräusche, während Momi das gleichgültig dreinschauende Leneli festhielt und wieherte.

Noch besser behütet war der etwa zweijährige Kilian: Grosi 1 schob ihn die Leiter hoch und setzte ihn oben auf die Rutschbahn, Grosi 2 nahm Kilians Hand und liess sie nicht los, bis er runtergerutscht war. Und unten wurde Kilian vom Grosspapi in Empfang genommen. Jedes Mal, wenn der Bub unten ankam, riefen drei Erwachsene Bravo und klatschten Beifall.

Louis war zwar mit nur einer Grossmutter unterwegs. Die stellte aber Fragen für drei: «Muesch ga bislä?» «Willst du auf die Rutschbahn?» «Ist dir nicht kalt?» «Möchtest du eine Banane?» «Oder ein Darvida?» «Muesch ga bislä?» «Hast du dir wehgetan?» «Oder einen Farmerstängel?» «Muesch ga bislä?» Louis sagte nichts und legte sich bäuchlings auf den Boden. «Bisch müed?»

Übermotivierte Grosseltern

Alle reden immer von Helikoptereltern. Aber das hier waren Super-Puma-Grosseltern. Ich wunderte mich: Diese Leute betreuten ja nicht zum ersten Mal im Leben ein Vorschulkind. Als Grosseltern müssen sie mindestens ein Kind grossgezogen haben. Und das doch bestimmt nicht mit dermassen viel Watte, Zuckerguss und Brimborium. «Was ist bloss schiefgelaufen?», fragte meine Spielplatzbegleitung.

«Das ist ganz klar», erklärte ich ihr grinsend, «unsere Schuld.» Weil wir Frauen das Kinderkriegen aufschieben, bis wir durchschnittlich 31,8 Jahre alt sind, müssen rund ein Drittel der Eltern sehr lange warten, bis sie Grosseltern werden. Ist das Wunsch-Enkelkind dann endlich da, reagieren manche Momis und Nonnos verständlicherweise euphorisch-übermotiviert. Bei durchschnittlich 1,5 Kindern pro Frau kommt es zudem vor, dass sich bis zu vier Grosseltern an ein einziges Stammbaum-Ästchen klammern müssen. Das Enkelkind als knappes Gut.

Bloss nicht schimpfen

Anstatt wie sehr erfahrene Eltern benehmen sich dann einige Grosseltern wie Bedienstete von kleinen Prinzen und Prinzessinnen: Anouk darf im Bus mit den Füssen aufs Sitzpolster stehen, damit sie besser aus dem Fenster schauen kann. Marvin bekommt nach der Glace selbstverständlich noch ein Schoggistängeli. Und Tims Grosi drängelt sich dreist vor, damit ihr Kindeskind im Mini-Zug zuvorderst mitfahren kann. Hauptsache, das Enkelkind ist zufrieden.

Dann tauchte Louis’ Mutter auf und ging mit ihrem Sohn aufs WC. Die Grossmutter setzte sich neben uns auf die Bank, seufzte und zündete sich eine Zigarette an. «Es ist ja schon schön als Grosi», meinte sie entschuldigend, «aber früher waren die Kinder nicht so anstrengend.»

Lesetipp: Was Grosseltern müssen

44 Kommentare zu «Die Super-Puma-Grosseltern»

  • Manu Meier sagt:

    Liebe Frau Meier. Ihr Blog ist herrlich! Einen Punkt aber haben Sie nicht erwähnt: „Ihre“ Super-Puma-Grosseltern waren die ersten Vertreter der „Helikopter-Eltern-Generation“, die aus der 68er-Generation entstanden ist. Sicher sind die ersten Helikopter-Eltern noch nicht so intensiv über ihrer Brut gekreist, wie die heutigen. Aber sie sind gekreist. Es war ich die erste Generation Eltern, die von ihren Kindern lieber mit dem Vornamen angesprochen wurden als mit „Mama“ oder „Papa“. Als Grosseltern stehen sie nun vor der grossen Herausforderung, nicht nur ihre Kinder glücklich zu sehen, sondern auch die Enkelchen. Konflikte meidet man deshalb besser. In einem Punkt hat übrigens Louis‘ Grosi nicht recht: Die Kinder sind heute nicht anstrengender, aber die Arthrose schmerzhafter.

  • Beat sagt:

    Grosselterliche Liebe: das schönste Geschenk für unsere Kinder. Die Grosseltern müssen die Enkel nicht erziehen. Die Pflicht haben sie vor langer Zeit erfüllt, jetzt kommt die wohlverdiente Kür. Die Kinder geniessen es, die Grosseltern geniessen es; da wären wir Eltern ja blöde, wenn wir da nicht mitmachen würden. Danke Grosi, danke Grosspapi!

  • Roland sagt:

    „Hauptsache, das Enkelkind ist zufrieden.“ Oft brauchts wenig dazu: im Sand, am Wasser,im Wald spielen, ein Feuer machen und der Glut zuschauen, zusammen kochen und backen, Spiele erfinden, Theater aufführen, zeichnen, malen, basteln. Mal voll aktiv, dann wieder still und ruhig.
    Zu beobachten wäre das halt eher abseits.
    Zu schmunzeln gibts da aber auch – und wie. Mir machts Spass.
    Nein, zufrieden sind meine Enkelkinder trotzdem nicht permanent. Für mich müssen sie das auch nicht. Aber zehn Minuten später ist eh alles anders.

  • Lydia sagt:

    Die Grosseltern meiner Kinder sind verstorben oder gebrechlich – sehr schade, können sie nicht auf dem Spielplatz „helikoptern“. Humor hin oder her, den heutigen Mamablog empfinde ich als respektlos gegenüber dem grossen Einsatz zahlreicher Grosseltern!

    • Hans Iseli sagt:

      Ich als Ur-Grossvater finde den heutigen Mamablog ein Volltreffer. Das Getue ist tatsächlich nicht auszuhalten. OK, man muss ja nicht zuschauen und zuhören.
      Mir kommt es immer vor, als verkaufe man die Kinder für blöd, wenn man sie so betütelt.
      Grosser Einsatz? Ich habe 3 meiner Grosskinder bei mir im Haus viele Jahre mit-grossgezogen. Falls das ein grosser Einsatz war – was ich bezweifle – habe ich mindestens soviel erhalten, wie ich gegeben habe.

  • Max Herre sagt:

    Meine Vermutung ist, diese Super-Puma-Grosseltern sind die Eltern der Helikopter-Eltern.

  • Anh Toàn sagt:

    Früher haben die Grosseltern die Kinder aufgezogen, die Eltern mussten jagen und sammeln und bauern wenn sie nicht gerade mit erobern oder plündern oder verteidigen und die Mütter mit gebären und säugen neuer Kinder beschäftigt waren – die hatten keine Zeit für Kinder.

    Heute haben Grosseltern schon an ihren Kindern geübt und idealerweise dabei etwas gelernt.

    Sowohl früher als heute, so sehe ich dies, ist Geduld eher bei Älteren zu finden als bei den als ungestüm geltenden Jungen.

    Grosseltern sind die besseren Eltern, ich jedenfalls weiss, wie wichtig mir meine Grossmutter war.

    • Anh Toàn sagt:

      Die fehlenden, bzw. nicht zur Kinderbetreuung zu alten Grosseltern sind in meinen Augen der grösste Nachteil später Elternschaft.

  • Jan Holler sagt:

    Das ist witzig geschrieben, aber selber hatte ich so etwas kaum erlebt. Ist das die letzten Jahre schlimmer geworden? Meine Kinder sind seit ein paar Jahren nicht mehr auf dem Spielplatz oder wenn, dann alleine mit anderen Kindern.
    Das mit den Füssen auf dem Sitz (Anouk), läuft etwas dem Video von Althaus entgegen, der sein Kind im Bus auffordert, noch lauter zu sein.

  • CoffeeToffee sagt:

    Der Text ist ganz klar wohlwollend gegenüber Grosseltern, gepaart mit einer Prise Belustigung. Also wenn ich 3 Geosseltern mit 1 Kind rutschen spielen sehe muss ich auch lachen.
    Meine Familie kann auf 4 topmotivierte Grosseltern zählen und da bin ich wirklich sehr dankbar für den Einsatz & Flexibiliät. Da sie aber 2 Tage in der Woche abdecken ist mir das mitunter krasse Verwöhnprogramm nicht total egal. Die vielen Geschenke und Süssigkeiten sind echt übertrieben. Da verlernen die kids auch Wertschätzung. Das sag ich zumindest meiner Mutter auch so. Nützt aber nichts;)

  • Sportpapi sagt:

    Grosseltern und Kinderhüten kommt bei uns nicht in Frage – schlicht, weil ich den ganzen Disput über Erziehungsfragen nicht mag. Für Erbvorbezüge sind Grosseltern vorzüglich, ansonsten sollen sie ihr eigenes Leben geniessen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das Bild vom alten Trottel, der bereits pensioniert ist, wenn die Enkel gerade im Kindesalter befindlich und der nichts Besseres zu tun hat, diese Enkel para zu erziehen stammt aus einer Mottenkiste, die mir bereits vergessen erschien.

    • Sportpapi sagt:

      Das ist aber ein lustiger Sportpapi. Mein anderes Ich sozusagen, mit genau gegenteiliger Haltung wie ich. Ich weiss sehr genau, was wir an den Grosseltern haben. Die sich zwar gerne auch in Erziehungsfragen einmischen, sich dieses Recht aber durchaus auch verdienen.

  • Mireille Jaton sagt:

    Ich bin sehr dankbar für unsere liebenden Grosseltern und es käme mir nicht im Traum in den Sinn, sie für ihren Erziehungsstil zu kritisieren, der vielleicht etwas wohlwollender ist als meiner. Meine Grosseltern haben mich auch immer mehr verwöhnt als meine Eltern. Na und? Ich würde lieber mehr Artikel lesen, die den Grosseltern den Respekt zollen, den sie verdienen. Aber ein Grosi-Bashing verkauft sich wohl besser. Schade.

    • tststs sagt:

      Verwöhnen/mehr durchgehen lassen und Helikoptering sind aber zwei verschiedene paar Schuhe…
      Evlt „verwechselt“ sie auch die Auto rin…

    • Susan Ottiker sagt:

      Nu ja, „etwas wohlwollender“ ist definitiv untertrieben, wenn ein Kleinkind die ganze Nacht durchkotzt, weil ihm die Grosseltern 3 Kalbsbratwürste zum Znacht verfuttert haben. Oder wenn ein Kind im roten Bereich dreht, weil es übers Weekend bei den anderen Grosseltern ein massives (!) Schlafmanko angehäuft sowie einen ganztägigen Fernsehmarathon absolviert hat. Das ist einfach nur verantwortungslos, und ich weiss nicht, warum Grosseltern sowas tun.

    • Karl von Bruck sagt:

      Bingo!

      Die (V)erziehung der Kinder ist vor allem den Helikoptereltern zu „verdanken“, welche sie ewig beglucken, statt zur Selbstaendigkeit und Frustrationstoleranz erziehen. Das sollte gar kleinere Fehlleistungen von im Grunde wohlwolenden Grosseltern, Leereren, Leermeistern oder anderen Machthabern kompensieren koennen. Krasse Vernachlaessigungen oder gar Ueberanstrengungen sind von den – primaer verantwortlichen – Eltern selbstverstaendlich ebensowenig zu dulden wie gar sadistische Uebergriffe von Machtmissbrauchern mit zu wenig Geld fuer legale Befriedigungen….

  • tststs sagt:

    Aaaalso (zum Zweiten), die beschriebenen Sprüche und Aktionen höre und sehe ich auf dem Spielplatz mindestens so oft von den Eltern 😉

  • Papperlapapi sagt:

    Ich bin den Grosseltern sehr dankbar, dass sie je einen Tag pro Woche zu unseren Kindern schauen und sie in die Ferien nehmen, sodass wir die Möglichkeit haben zu arbeiten. Die Unterstützung ist für uns sehr wertvoll und ich halte sie nicht für selbstverständlich.
    Ja, sie werden dort etwas verwöhnt. Finde ich in Ordnung.

    • Hans Iseli sagt:

      Die haben ihre Art zu erziehen, und Sie haben die Ihre.
      Ich habe noch nie bei meinen Enkeln oder Urenkeln reingequatscht. So lernen die Kinder, die Meinung der Erwachsenen zu relativieren und selber zu denken. Und es erspart fruchtlose Diskussionen. Zudem: ein alter Mensch, der nicht sieht, wieviele Fehler er – auch in der Erziehung – fabriziert hat, hat wenig begriffen.

  • Sisifee sagt:

    Genau richtig so. Das Verwöhnen und Betüteln soll man als Eltern an die Grosseltern auslagern. Den Kindern schadet das überhaupt nichts, im Gegenteil. Auch ich liess mich vor 40 Jahren von meiner Grossmutter rundumverwöhnen. Heute lebt sie nicht mehr, aber ihre unendliche Geduld und Güte (und die Tonnen Sugus und der TV-Konsum im Übermass) gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Ich war als Kind unendlich dankbar für jemanden, der einfach immer da war, immer lieb, nie gestresst. Und auf dieser rosa Wolke saugte ich von ihr eine Menge an zwischenmenschlichen Werten und Anstandsregeln auf.

  • Verticalsandy sagt:

    Ich habe mich auch schon gefragt, wieso die Grosseltern mein Kind wie ein rohes Ei behandeln, während sie mir erzählen, dass früher alles viel weniger „behütet“ geschah. Sie trauen ihr so gar nichts zu.
    Eigentlich okay, ist ja nicht ihr Kind. Und sie wollen es möglichst am Stück zurückgeben.
    Und trotzdem, ich teile Ihre Gedanken zu 100%.

    • tststs sagt:

      Oder eben, Ihre Eltern waren auch als Eltern schon so… und tun halt – wie es der Mensch gerne macht – die Erinnerung in schmeichelnder Form wiedergeben 😉

    • Iris Meierhans sagt:

      Was ich noch krass finde, ist, wenn ich mein Kind, das sich grad schlecht benommen hat, für ein Time-Out auf sein Zimmer schicken will, und die Grosseltern intervenieren und meine „krassen“ Erziehungsmethoden in Frage stellen. Noch viel krasser ist das ganze, wenn man weiss, dass ich selbst als Kind geschlagen wurde (mit Gegenständen), was ich wiederum niemals tun würde. Wie ist denn das einzuordnen?

      • Carolina sagt:

        Vielleicht ist das als eine Art stillschweigender Entschuldigung Ihrer Eltern zu verstehen – zeigen Sie Grösse und seien Sie froh, dass sie sich anscheinend geändert haben. Meine Vermutung! Meine Mutter ist ganz ähnlich: wir sind zwar nie geschlagen worden, aber wir alle haben unter ihr und ihren despotischen und egozentrischen Verhalten gelitten. Wenn unsere Grossmutter nicht eingesprungen wäre, wären wir wahrscheinlich verkümmert.
        Aber mit ihren Enkelkindern geht meine Mutter seit einiger Zeit ganz anders um – sie knuddelt sie sogar, das hat sie bei uns nie gekonnt. Wir versuchen, dankbar dafür zu sein, dass sie anscheinend noch eine Kehrtwende gemacht hat (versuchen!).

      • tststs sagt:

        Man erlaube mir die Ferndiagnose: Gestörtes Eltern-Kind-Verhältnis (Eltern, die das Gefühl haben, sie müssten ihre bereits erwachsenen Kinder noch behelikoptern…)

  • tststs sagt:

    Aaaaalso, entweder haben alle/die meisten eine 180°-Wende hingelegt… oder vllt stimmen halt die Nostalgieerzählungen doch nicht ganz und früher™ war nicht alles besser, denn auch da gab es schon Helikoptereltern, besorgte Händchenhalter und Vorsicht-Rufer (die jetzt halt eben Puma-Grosseltern sind)

    • tina sagt:

      hast du das so in erinnerung? alle leute in meinem alter hatten eine kindheit, die heute unter verwahrlosung laufen würde :). ein beträchtlicher teil findet das jetzt, als erwachsener, auch wirklich schlimm und nimmts den eltern übel.
      andererseits wird ja gerne fast angegeben damit, dass keiner fragte, was wir eigentlich so den ganzen tag machten.
      ich denke, die heutigen grosseltern sind halt auch mit dem zeitgeist gegangen und machen es darum so, wie sie mitkriegen, dass man es heute macht. nicht, weil sie blind einen trend mitmachen, sondern weil sie ihre betrachtungsweise änderten. oder sehen, was für eltern ihre kinder heute sind

      • tina sagt:

        ich finde schon einigermassen bis sehr verständlich (je nach punkt der kritik), dass die heutigen eltern ihren eltern dinge übelnehmen. komisch finde ich erst, wenn die selben heutigen eltern total überzeugt sind, alles total richtig zu machen. ich glaube, die heutigen kinder würden sich gar nicht trauen ihre eltenr zu kritisieren, weil die heutigen eltern so eine kritik gar nicht ertragen würden 🙂

      • tststs sagt:

        Ich habe ziemlich viel in Erinnerung… und vor allem habe ich in Erinnerung, dass man den (eigenen und fremden) Erinnerungen eben nicht so trauen darf… 🙂
        Prinzipiell würde ich Ihre Einschätzung („läuft heute unter Verwahrlosung“) zustimmen, aber eben, worauf stützt sich meine Einschätzung? Auf die Erzählungen älterer Menschen, die behaupten, früher ™ ging man gaaaaanz anders mit Kindern um. Aber stimmt denn dies überhaupt? Wie kann es sein (180°Wende), dass Laisser-faire-Eltern zu Helikopter-Grosseltern werden?
        Selbstverständlich bin ich auch mit Ihrer Erklärung, tina, einverstanden: heute wissen/machen sie es besser… Andererseits ist Helikopterdasein doch eher ein Charakterzug und schwer abzugewöhnen…?!?
        Aber bitte mit ganz viel 😉 lesen!

      • tina sagt:

        ja das ist natürlich auch wahr: erinnerungen sind einfach nicht zuverlässig

  • 13 sagt:

    Wow! Was genau soll der Rundumschlag? Zunächst staune ich immer wieder, warum dass Menschen vor die Türe gehen, an so öffentliche Orte wie den Spielplatz, um dann nichts anderes zu tun, als sich über andere ebenfalls anwesende Menschen zu nerven und dann frage ich mich, warum Menschen so verbittert sind, dass sie schöne Beziehung einfach pauschal verurteilen müssen? Neid? Schlechte Laune?
    Ich freue mich von Herzen für meine Kinder, die sehr nette, präsente Grosseltern haben, die sie lieben und gerne Zeit mit ihnen verbringen, auch wenn sie so manches anders machen als wir. Das ist nicht selbstverständlich und sollte geschätzt anstatt kritisiert werden. Als Kind waren jeweils die Ferienwochen bei den Grosseltern, wenn die Eltern arbeiten mussten, immer wieder ein Highlight.

  • Nick sagt:

    Sowas hätte ich mir als Kind gewünscht. Leider lebten meine Grosseltern viel zu weg, um im Alltag präsent zu sein. Vor allem hätte ich sie gut als „Influencer“ bei Konflikten mit meinen Eltern brauchen können. Und damit sie mir Sachen erlauben/kaufen, die ich bei den Eltern nicht bekam.

  • Niklas Meier sagt:

    „Nonno“ ist doch nicht neu oder modern? Das stammt meines Wissens aus Italien (wie auch „Nonna“ für die Grossmutter)

  • Adam Riese sagt:

    Diese armen Grosseltern! Sollen gefälligst Betreuungsarbeit übernehmen, damit Mami/Papi ihre Stellenprozente auf einem akzeptablen Niveau halten können, werden dann aber angemotzt, wenn sie ihren Auftrag nicht so wahrnehmen, wie sich das die Eltern vorstellen. Und dann nennen sich die südländischen Grossväter dreisterweise auch noch „Nonno“? Das geht ja gar nicht!! Ich empfehle eine ausgeklügelte Liste mit Benimm- und Verhaltensregeln zuhanden der Grosseltern. Diese sollten sie unterschreiben. Und bei Zuwiderhandlung droht die Unterbringung der Kinder in der Krippe oder einem Hort. Dann klappt das schon. Dank neuster Überwachungstechnik haben die Grosseltern gar keine Chance sich querzustellen!

    (Dies ist übrigens genau so wenig ernst gemeint wie hoffentlich der Text von Frau Meier)

    • Susan Ottiker sagt:

      Nö, bei uns ist das umgekehrt – die Grosseltern möchten die Kids immer wieder mal gerne für sich, und ich willige zähneknirschend ein, weil ich ja weiss, wie es läuft.

  • mira sagt:

    Ich wäre froh, ich hätte Grosseltern in der Nähe, die unsere Kinder betüteln würden… Für die Kinder ist das doch so schön und da es die Grosseltern sind, ist es ja auch nicht der Alltag.

    • mila sagt:

      Das dachte ich mir auch. Die Grosseltern sollen, bitteschön, (wenn sie in der Nähe sind) immer Zeit haben, wenn gerade elterlicher Bedarf nach Entlastung besteht. Aber eben, bitteschön, nach elterlicher Vorstellung und Vorgabe. Wenn es Grund zur Klage gäbe, dann eher von grosselterlicher Seite… und ja, da hört man manchmal schon ein leises (und mitunter auch lauteres…) Grummeln. Was ich irgendwie gut verstehen kann, wenn ich gewisse ‚Vorgänge‘ im Familien- und Bekanntenkreis mitbekomme. Oder Beiträge wie den vorliegenden lese.

  • mila sagt:

    Ich denke nicht, dass sich so wahnsinnig viel geändert hat an der Grosselternfront. Früher wie heute haben sie ihre Erziehungsarbeit als Eltern erfüllt, und nach der Pflicht folgt nun mal die Kür… mit bisweilen ‚vollem‘ Verwöhnprogramm. Was so furchtbar verkehrt sein soll daran, verstehe ich nicht – und nehme das Schoggistengeli nach dem Glacé mit einem Lächeln. Schon meine Grosseltern waren so, und sind wir mal ehrlich: genau diese Narrenfreiheit gab ihnen einen speziellen Platz in unseren Herzen. Möge es immer so bleiben, für die Kleinen und ihre Omis und Opas!

  • Martin sagt:

    wenigstens spielen sie (die Grosseltern) mit, oder?

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