Schon wieder ein neuer Stundenplan?

Unberechenbares System: Neue Stundenpläne stellen den Familienalltag auf den Kopf. (Foto: Getty Images)

Eigentlich bin ich kein Neuling mehr, was das Schweizer Schulsystem angeht. Ich bin nun gemeinsam mit meiner Tochter schon ins zweite Primarschuljahr gestartet, mit dem Sohn absolviere ich gerade die zweite Runde im Kindergarten. Trotzdem habe ich mich letzte Woche ein bisschen wie die absolute Anfängermutter gefühlt, die keine Ahnung vom System hat.

Aus Donnerstag- wird Freitagnachmittag

In den Ferien hatte ich den neuen Stundenplan meiner Tochter in einer ruhigen Minute etwas genauer angeschaut und plötzlich gemerkt, dass mir im Vorferienstress ein kleines, nicht unwichtiges Detail entgangen war: Am Donnerstagnachmittag waren plötzlich die Pinguine eingetragen, nicht mehr die Eisbären. Letztere kamen dafür neu am Freitag zum Zug. Verständlicher ausgedrückt: Die Halbklassen hatten gewechselt: Wer bisher immer am Donnerstagnachmittag Schule hatte, sollte gemäss Plan neu am Freitagnachmittag antraben. Und umgekehrt.

«Das muss ein Fehler sein», dachte ich ganz naiv, «da wurden die Gruppennamen vertauscht.» Schliesslich hatte es vor einem Jahr, zu Beginn der ersten Klasse, eine Riesendiskussion gegeben unter den Eltern, wessen Kind an welchen Nachmittagen zur Schule gehen muss. Da wurden mit dem Segen der Lehrerin Gruppenplätze getauscht und bisweilen auch Arbeitstage angepasst, damit die Eltern möglichst an den Tagen arbeiten, an denen die Kinder sowieso in der Schule sind. Und zu Hause sind, wenn auch die Kinder freihaben. Bestimmt war dieses Hin und Her nicht umsonst? Sonst hätte man es ja gleich lassen können mit dem Hinweis, dass in einem Jahr sowieso wieder alles ändern wird?

Jedes Jahr alles anders?

Gleich nach den Ferien fragte ich die Lehrerin, ob da vielleicht etwas verwechselt worden sei. Doch sie verneinte. Man wolle dafür sorgen, dass nicht immer dieselben früher ins Wochenende starten können, erklärte sie mir. Ein nachvollziehbares Argument. Dennoch entgegnete ich, dass ich nach den endlosen Diskussionen am ersten Elterninfotag davon ausgegangen sei, dass die Nachmittage für die drei Jahre nun fix seien. Worauf sie mir eröffnete, dass ganz im Gegenteil «jedes Jahr alles ändern kann».

Wer schon länger mit dabei ist, wird wohl nur mit den Schultern zucken: Ist halt so. In ein paar Jahren bin ich vielleicht auch so weit. Momentan aber wundere ich mich immer noch.

Denn: Wäre nicht viel mehr Eltern geholfen, wenn es während einer Schulstufe mehr Regelmässigkeit gäbe beim Stundenplan? Klar, es kommen mit der Zeit zusätzliche Nachmittage dazu. Aber warum muss man dann auch noch welche abtauschen? Das bringt nicht nur für die berufstätigen Eltern Koordinationsschwierigkeiten mit sich. Es macht dem Kind unter Umständen auch das Ausüben eines Hobbys schwierig, wenn der freie Nachmittag plötzlich nicht mehr frei ist.

Wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus: Haben Sie sich an die alljährlichen Wechsel gewöhnt? Und welche Auswirkungen haben diese auf Ihr Eltern- und Arbeitsleben?