Mein Sohn hat eine neue Mutter

Mamablog

Wer ist sie? Das ist die grosse Frage. Foto: Imgorthand (iStock)

Nebenan im Kinderzimmer ist es still. Aber die Stille atmet nicht. Nur noch ich atme in der ehemaligen Familienwohnung. Neben meinem Zimmer bleibt alles so, wie es mein sechsjähriger Sohn liegen gelassen hat. Fünf Tage wird es dauern, bis die Spielsachen wieder lebendig werden. Fünf Tage ohne meinen Sohn, nach fünf Tagen, die dicht mit Job und Kind gefüllt waren. Jetzt bin ich wieder alleine, und mein Kind ist bei seinem Papa. Aber nicht nur das. Er ist bei einer anderen Frau.

Vier Monate nach unserer räumlichen Trennung stellte sein Papa sie ihm vor, wenige Tage vor Weihnachten. Die ersten Weihnachten, die wir nicht mehr zu dritt feierten, kurz nachdem mein Sohn realisierte, dass Mama und Papa nicht mehr zusammen sind. «Meine Mama und mein Papa sind kein Liebespaar mehr», sagte er allen und überall. Ein Wort, das eigentlich Erwachsene brauchen. Und weil sein Papa mit seinen Liebsten feiern wollte, feierte also mein Sohn mit der Liebsten seines Papas Weihnachten. Eine Frau, die er dazumal kaum kannte, eine Frau, die ich nicht kenne. Die ich nicht kennen lernen wollte.

Eine neue Figur im Familienroman

Weshalb auch? «Mama, sprich doch mal mit ihr», sagte mein Sohn. Ich schüttelte unmerklich den Kopf. Kurz darauf zogen sein Papa und diese Frau zusammen und mit ihnen zur Hälfte auch mein Sohn. Jetzt wohnt diese Frau zu 50 Prozent mit ihm zusammen. Sie kocht für ihn, sie legt ihn schlafen, sie weckt ihn, sie wäscht seine Kleider, sie tröstet ihn, sie begleitet ihn zum Arzt, sie geht mit ihm in die Ferien. Das macht sie alles, während es bei mir in der Wohnung still ist und ich alleine weiteratme. Sie umarmt ihn und nennt ihn «mein Schatz»; ich habe es im Treppenhaus gehört.

Letzthin sagte mir mein Sohn, dass sie ihm erklärte, weshalb Frauen unten rausbluten. Sie klärt meinen Sohn also auch auf. Wäre das nicht meine Rolle? Sollte ich nun alles im Schnelldurchlauf machen, damit immer ich die Schnellere bin? «Papa kann ja auch zwei Frauen haben – dich und sie. Ich habe ja auch zwei Mütter», sagte mir mein Sohn letzthin. «Weisst du, Mama, sie ist jetzt meine zweite Mutter.»

Eine Mutter, die ihr Kind nicht im Bauch trug und nicht seine ersten Bewegungen spürte. Eine Mutter, die ihr Kind nicht gebar und die nicht viele Nächte ohne Schlaf blieb. Eine Mutter, die ihn nicht mit schmerzenden Brüsten weiter stillte. Eine Mutter, die einfach in sein Leben tritt, als wäre sie eine neue Figur, die in einem Familienroman neu eingeführt wird.

Ist sie besser als ich?

Ja, so ist das, sie ist eine Figur, die nun in die Lebensgeschichte meines Sohnes tritt. Sie geht mit ihm klettern, sie geht mit ihm inlineskaten und surfen. Dinge, die ich nicht tue, nicht gerne tue. «Mama, das ist mega lässig», sagt mein Sohn. Es sind Dinge, die mein Sohn gerne tut. Soll ich diese Dinge nun auch alle machen, damit ich etwas Lässiges mit ihm mache und sie vielleicht weniger lässig wird? Ich frage mich, wie sie wohl riecht, diese zweite Mutter. Ich frage mich, ob sie auch zusammen kichern können, wie ich das mit ihm kann. Ich frage mich, ob mein Junge sie nackt aus der Dusche kommen sieht. Ich frage mich, ob sie auch mit ihm betet.

Was erzählt er ihr? Erzählt er ihr etwas, was er mir nicht erzählt? Während ich diesen Text schreibe, wird mir klar, dass ich nichts über diese Frau weiss, ausser dass sie viel Zeit mit meinem Jungen verbringt – und mir wird klar, dass nun die Zeit gekommen ist, sie kennen zu lernen. Sie zu beschnuppern, ihr in die Augen zu sehen, ihr die Hand zu geben.

204 Kommentare zu «Mein Sohn hat eine neue Mutter»

  • Camila Rodela sagt:

    Ich war verletzt und Herz gebrochen, als ein sehr großes Problem in meiner Ehe vor sieben Monaten aufgetreten ist, zwischen mir und meinem Mann. So schrecklich, dass er den Fall vor Gericht für eine Scheidung nahm. Er sagte, dass er nie wieder bei mir bleiben wollte und dass er mich nicht mehr liebte. Also packte er aus dem Haus und ließ mich und meine Kinder durch schwere Schmerzen hindurchgehen. Ich versuchte alle meine möglichen Mittel, um ihn zurückzuholen, nach viel Betteln, aber alles ohne Erfolg. Und er bestätigte es, dass er seine Entscheidung getroffen hat, und er wollte mich nie wieder sehen. Also an einem Abend, als ich von der Arbeit zurückkam, traf ich einen alten Freund von mir, der von meinem Mann fragte. So erklärte ich ihm alles, also sagte er mir, dass der einzige Weg, de

  • Linus sagt:

    Ich habe die ganze Geschichte gelesen und auch die Kommentare.
    Es schein keiner zu Merken das so Werte verloren gehen, man zeigt durch alle heutige Möglichkeiten die man hat ein Kind zu betreuen, wie alles Vergänglich worden ist.Mann ist nicht bereit zu Verzichten in der Partnerschaft, keinen von Beiden ist bereit sein Teil abzugeben, für ein Mensch (Persönlichkeit,eigenes Kind).Was wäre von diesen Beitrag geworden,wenn das Paar, Vernunft,Zusammenhalt,Verzicht,Verständnis und Bescheidenheit gehabt hätte?
    Es würde diesen Beitrag gar nicht geben.Das Kind,(die Persönlichkeit)müsste nicht über Sachen denken oder gar Erwachsene erklären, Dinge zu tun die Sie eigentlich von Anfang an machen müssten.Für die Mutter und Vater eine Zerreißprobe.Für das Kind am Anfang ein Spiel nachher wer weis.

  • Christian Weber sagt:

    Danke Mami. Danke Papi.

  • Peter Moretti sagt:

    Starke Haltung. – Meine Kinder haben einen neuen Vater… leider gelingt mir die Neutralität nicht immer so gut. Die Offenheit für ein Kennenlernen kann ich noch nicht aufbringen.

  • Rebecca sagt:

    #allefrauendadraussen
    Mich erstaunt immer wieder wie wir Frauen auf anderen Frauen rumhacken. Anstatt zu sagen: GROSSARTIG, dass du so ehrlich sein kannst und zu deinen Gefühlen stehst. GROSSARTIG, dass du einen Schritt auf die NEUE von deinem ALTEN zugehst. GROSSARTIG, dass du dich neutral gegenüber deinem Sohn verhältst. Aber nein. Lieber betonen wir was die andere Frau alles müsste. Sollte. Könnte. Ich gratuliere der Autorin. Ich finde es toll, wie reflektierend sie ist und wie ehrlich sie zu ihren Gefühlen steht. Vor allem gratuliere ich ihr aber dazu, dass sie dem Sohn den Vater und dem Vater den Sohn nicht vorenthält. Egal wie scheisse es ihr dabei geht.

    • Thomas sagt:

      „Vor allem gratuliere ich ihr aber dazu, dass sie dem Sohn den Vater und dem Vater den Sohn nicht vorenthält. Egal wie scheisse es ihr dabei geht.“

      Muss man für so etwas selbstverständliches wirklich Gratulationen anbringen? Also bitte, dem Vater das Kind vorzuenthalten und umgekehrt ist ganz einfach abartig und unmenschlich. Ganz egal, wie scheisse es der Mutter geht.l

  • Georg Marvelano sagt:

    Dieser mich berührende Beitrag zeigt mir, dass es sich lohnt, sehr viel Energie zu investieren, dass es gar nicht erst zu einer Trennung der Eltern kommt. Das würde die Ursache der Schmerzen beseitigen und nicht nur die Symptome lindern.

  • Rine sagt:

    Meine Kinder leben seit der Scheidung komplett beim Vater, der ebenfalls eine Partnerin hat, die nur zu gern die Mutterrolle übernommen hat. Ja, es ist immer eine Art von Konkurrenz vorhanden, auch wenn man noch so bemüht ist, die Vernunft walten zu lassen. Mit räumlicher Distanz (man muss nicht alles wissen) funktioniert es aber gut. Ganz besch… Fühle ich mich aber bei Anlässen in der Schule, wenn man als Dreierpack aufkreuzt.
    An das Loslassen haben wir uns schon während der Trennung gewöhnen können und ich weiss meine Zeit alleine zu nutzen.
    Das Wichtigste ist doch, dass die Neue die Kinder mag und nicht als Störfaktor sieht. Man darf das Vertrauen in die Mutter-Kind-Bindung niemals verlieren. Sie wird immer da sein, wenn man sich treu bleibt. Nur Mut!

  • chocolate sagt:

    Es geht nicht so sehr um Erst- oder Zweitfrau, sondern um Konkurrenzgefühle. Niemand ersetzt einen anderen, wenn man es richtig macht, ist der erweiterte Bezugspersonenkreis eine Bereicherung für die Kinder.
    Unsere 4 (2 von Erst- und 2 von Zweitfrau) haben mit allen ein gutes Verhältnis um am schönsten ist es, dass sie jetzt, (fast) erwachsen, zueinander ein so gutes Verhältnis haben.

    Loslassen können ist immer etwas vom Schwierigsten, seien es Lebensumstände oder Menschen, vor allem Kinder. Aber es gehört im Leben dazu, das zu lernen.

  • tststs sagt:

    Ich glaube, ich weiss jetzt, was mach an diesem Beitrag und einigen Kommentaren so auf die Palme bringt:
    Es entsteht der Eindruck, als gingen diese Leute davon aus, dass ein Kind nur ein begrenztes Mass an Liebe zu vergeben hätte; wenn es den Stiefelternteil gern hat, bleibt weniger für mich übrig…

    Und das ist IMHO einfach ganz falsch; ganz ganz falsch. Wir sollten Kinder erziehen, dass sie Liebe geben sollen und wollen, und zwar so viel wie nur möglich. Niemals ist es falsch, jemanden gern zu haben.

    Und nocheinmal: natürlich sind Eifersucht, Groll, etc. berechtigte Gefühle; es geht mir nicht darum, diese Gefühle auszuschalten, sondern was/wie man es die Kinder spüren lässt.

    • mila sagt:

      Ich denke nicht, dass es in diesem Text im Kern darum geht, dass (tatsächlich) ein Verlust der Kindesliebe befürchtet wird. Das Kind ist fünf Tage am Stück weg, regelmässig, und in den noch sehr jungen Jahren muss das sehr, sehr hart sein. Und spricht für die Mutter, dass sie sich trotz negativer Gefühle dieser Lösung nicht versperrt hat. Viele würden einer 50:50 Betreuung mit alternierender Obhut nicht zustimmen.

      Wieso man das nicht einfach auch honorieren kann, ist mir schleierhaft. Und: das Ganze lief nach gerade mal vier Monaten Trennungszeit. Das ist nichts! Die Frau verhält sich geradezu beispielhaft, bemessen an den Umständen. Nur dass sie die andere mit-betreuende Person nicht kennenlernen wollte, das kann ich nicht nachvollziehen. Aber das ist ein Randdetail.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: “ Und spricht für die Mutter, dass sie sich trotz negativer Gefühle dieser Lösung nicht versperrt hat. Viele würden einer 50:50 Betreuung mit alternierender Obhut nicht zustimmen.“
        Das ist das, was mich nach wie vor ärgert. Der Vater kann doch froh sein, ist die Mutter so grosszügig…“ (Und wenn er nicht spurt, ändert das vielleicht wieder…)
        Für mich müsste diese Lösung eigentlich Standard sein, unabhängig von den Wünschen der Mutter.
        Die Gefühlswelt, die hier geschildert wird, betrifft die Väter ja ebenso. Und noch viel mehr, wenn sie die Kinder plötzlich nur noch gelegentlich besuchsweise sehen dürfen. Etwas, was eigentlich gar nicht geht!

      • mila sagt:

        Ich habe lediglich die Realität beschrieben, wie sie ist. Persönlich denke ich nicht, dass 50:50 bei jedem Kind funktioniert. Aber es gibt auch andere Lösungen (Nestwohnung zB), mit denen man allen Bedürfnissen gerecht werden könnte. Seit ich Mutter bin, fühle ich sicherlich stärker mit allen Eltern mit, also auch den Vätern, denen der Zugang zum Kind erschwert oder verunmöglicht wird. Es muss der Horror sein, und sollte nicht geschehen dürfen (ausser es liegt eine objektiv fassbare Kindsgefährdung vor).

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich habe ja auch nur die Realität beklagt, wie sie ist, und dass man das einfach so als gegeben sieht.
        „Persönlich denke ich nicht, dass 50:50 bei jedem Kind funktioniert.“ Warum nicht?

      • mila sagt:

        Nur schon das Offensichtlichste: der Teenager wird vielleicht ein eigenes Wörtchen bei so einer Lösung mitzureden haben. Mit kleineren Kindern ist es einfacher, aber auch da gibt es Kinder, die nicht so flexibel sind. Nicht reibungslos von Wohnung zu Wohnung geschoben werden können. Und nein, Kinder haben in so einer Situation genug zu leiden, ich würde sie nicht zu ihrem ‚Glück‘ zwingen. Sondern andere Lösungen ins Auge fassen. Aber Eltern, denen es ums Kind geht, und nicht primär um die eigenen Bedürfnisse, kriegen das sicher auf die Reihe, eben vielleicht mit einer Familienwohnung. Oder anderen Ansätzen.

  • maja sagt:

    Der Sohn hat ja ein Recht auf seinen Vater darum das gemeinsame Sorgerecht, wenn die neue Frau aber mehr Zeit mit dem Kind verbringt als der Vater, dann würde ich eine andere Lösung wollen.

    • Sportpapi sagt:

      Warum das? Der Vater arbeitet, wie es üblich ist. Ob das Kind dann tagsüber in Betreuung ist, wie Tausende andere, oder zu Hause betreut wird, ist vor allem seine Entscheidung, oder?

    • Dieter Widmer sagt:

      Sie haben offenbar keine Ahnung vom Scheidungsrecht, vom Recht des Vaters, zwischendurch sein Kind zu sehen und zu betreuen. Und wenn jetzt eine Frau bei ihm wohnt, so ist das jetzt halt so. Ich danke der Bloggerin für diesen Text. Sie wird das gut machen.

  • Waage71 sagt:

    Die leiblichen Eltern, Vater und Mutter, sind nicht ersetzbar und haben viel mehr Rechte als dazugekommene neue Partner. Also die Mutter soll sich nicht so bescheiden aufführen und darf Ansprüche erheben genauso wie andere Mütter auch, die nicht auf ihr Kind verzichten müssen, weil man sich getrennt hat. Die Verheirateten lassen sich ihre Kinder auch nicht wegnehmen. Ich appelliere auch an die Menschlichkeit der neuen Frau, und dass sich diese nicht zuviel anmasst.

    • Susi sagt:

      @Waage71: „Ich appelliere auch an die Menschlichkeit der neuen Frau, und dass sich diese nicht zuviel anmasst.“

      Was masst die sich denn an? Inlineskaten und surfen?

  • Frieda Müller sagt:

    Ich kenne diese schwierige Situation. Bei uns war es allerdings auch so, dass ei Frauen beim Papa alle 2 Jahre gewechselt haben. Und er nicht gleich zusammengezogen ist. Sieht die Frau sich selber schon in der Mutterrolle oder ist das eine Kategorie, die der Bub für sich eingeführt hat. Hätte mein Sohn jemals jemand anderen „Mami“ genannt, wäre ich wohl vor Herzschmerz zugrunde gegangen, muss ich gestehen. Inzwischen ist der Sohn ein Teenager, die aktuelle Freundin des Vaters eine sehr sympathische, aber unabhängige Frau, die sich absolut die Mutterrolle andichten lässt.
    Aber ja: Die Frau kennenlernen, unbedingt. Und vor dem Treffen schon ein Glas schweren Rotwein trinken, das entspannt. Alles Gute!

  • trudi sagt:

    Susi nicht ausweichen und Weihnachten nochmals zitieren das wurde schon von mir zitiert wie sie es verstehen ist mir egal, sondern lassen sie die Gefühle und Meinungen der anderen Leute so wie die es sehen und fühlen. Ich habe von Anstand zuletzt geredet. Martin sieht das richtig das Recht weiterzuleben so wie der EX es machte, so sehe ich das auch.

    • Susi sagt:

      @trudi: Ich weiche nicht aus, das ist nicht meine Art, und ich wüsste nicht, wo ich das tue.

      „Ich habe von Anstand zuletzt geredet.“ Meiner Ansicht nach ist Anstand unter anderem auch, den Mitmenschen (auch einem Ex-Partner) einen gewissen Freiraum und das Anrecht auf eigene Entscheidungen zu gewähren, ihnen gegenüber Toleranz zu üben, vor allem auch für das Wohl der Kinder.

      Aber eigentlich erübrigt sich eine Diskussion mit Ihnen („wie sie es verstehen ist mir egal“). In einer Kommentarspalte ist es müssig, auf sowas überhaupt einzugehen, aber ich hoffe für Sie und Ihr Umfeld wirklich, dass Sie in nicht-virtuellen Kontakten etwas differenzierter kommunizieren.

      Ich wünsche Ihnen viel Glück. (Ganz unironisch gemeint.)

      • trudi sagt:

        NEIN, Glück von Ihnen nein danke das gibt es nicht bei Ihren Kommentaren und was sie hoffen für mein Umfeld geht sie auch nichts an.

  • Stefan sagt:

    Seien Sie froh, dass dem Jungen ein Zuhause und Liebe geboten wird. Er wird Sie doch trotzdem lieben.

  • Barbara Beeler sagt:

    Ich hätte vielleicht eine andere Schlussfolgerung:
    Die Erkenntnis, das Kind ein Stück loszulassen, zu vertrauen, dass auch andere Menschen das eigene Kind lieben können.
    Und vielleicht darauf hinzuarbeiten, dass das Kind in derselben Wohnung bleiben kann und die Eltern sich dort in der Betreuung abwechseln.

  • anna lou sagt:

    Ich kann sie und ihre Gefühle verstehen. Was ich nicht verstehe, ist, dass man ein Kind wöchentlich von Vater zu Mutter und umgekehrt verschieben muss und warum sie nicht mit dem Vater des Kindes und der neuen Freundin diesen Punkt klären. Das geteilte Sorgerecht – Patchwork Modell tönt zwar sehr modern, aber ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich den Zweck erfüllt, nämlich das Kindeswohl.

    • tststs sagt:

      Solange die Eltern vermeiden, dem Kind das Gefühl zu geben (so berechtigt das Gefühl auch ist), es fehle dem abwesenden Elternteil, sehe ich das Kindswohl nicht beeinträchtig… ganz im Gegenteil sehe ich da viele Möglichkeiten…

    • 13 sagt:

      @ Anna lou
      Sie vermischen da etwas Äpfel und Birnen. Das geteilte Sorgerecht hat gar nichts mit dem Wohnort zu tun und Patchwork ist nochmals etwas ganz anders. Das Wechselmodell oder die geteilte/gemeinsame/alternierende Obhut ist eines Modell von vielen und liegt je nach Konstellation durchaus im Kindeswohl, denn das Kind hat damit den grossen Vorteil weiterhin mit beiden Elternteilen leben zu können. Und den Vater im Leben eines Kindes zu halten ist vielleicht modern, aber eine gute Entwicklung.

      • Vater ihm Wechselmodell sagt:

        @anna lou. Das gemeinsame Sorgerecht ist heute Standard, wenn sich Eltern trennen. Das sagt aber nichts darüber aus, bei wem die Obhut liegt. Nach einer Trennung ist die Obhut sehr oft ganz traditionell bei der Mutter und das Kind ist jedes 2. Wochenende beim Vater. Die Autorin aber betreibt das Modell der alternierenden Obhut (Wechselmodell). 50% bei Mama, 50% bei Papa. Laut verschiedenen Studien, kommt das Modell der alternierenden Obhut am nächsten an das traditionelle Famielienmodell. Die Behörden beurteilen dieses Modell sehr positiv. Es müssen aber einige Bedingungen erfüllt sein, damit es funktioniert. Wir haben auch diese Modell mit unserer 7 jähigen Tochter. Sie ist 2 Tage bei mir und dann wieder 2 Tage bei der Mutter. Wir wohnen aber auch keine 100 Meter auseinander.

  • NoName sagt:

    Das ist sicher hart!

    Denken Sie aber daran, dass sehr viele Vaeter auch dasselbe erleben, und die allermeisten von denen sehen ihre Kinder nach einer Trennung oder Scheidung weniger oft als die Muetter.

    Und ja, Maenner sich auch Menschen, Vaeter ebenfalls.

  • Frau Mü sagt:

    Liebe Autorin
    Ich bin etwa im selben Alter wie Sie und habe zwei Kinder im Alter Ihres Sohnes.
    Auch in meinem Leben tauchte eine solche Frau unmittelbar nach der Trennung auf. Sie hat sich wie eine Mutter meiner Kinder aufgeführt, bis sie ihr eigenes Kind von meinem Exmann hatte. 2.5 Jahre nachdem sie aufgetaucht war, ist sie nun vor kurzem wieder verschwunden aus dem Leben meiner Kinder. Menschen, welche sich so rücksichtslos in eine Familie drängen oder Exmänner die dies zulassen verstehe ich nicht.
    Wie Sie schreiben: Sie sind die Mutter, sie geben Ihr Leben, Ihr Schweiss und Blut für Ihren Sohn. Daran wird sich nie etwas ändern und das wird auch Ihr Sohn bald merken.
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie schon bald mit jeder Faser Ihres Lebens spüren, dass Sie durch nichts zu ersetzen sind.

    • trudi sagt:

      Frau Mü ich kann Ihnen nachfühlen was sie da erlebt haben. Sind sie froh ist sie wieder verschwunden.
      Geniessen sie es mit ihrem Sohn zu leben.
      Bemerkung an Redaktion tststs kann wieder abfällig berichten das stört euch nicht. Redaktion ist sicher tststs.

      • tststs sagt:

        Nein, trudi, ich bin nicht die Redaktion.
        Und ja, ich habe manchmal einen harten Ton drauf, bemühe mich aber nur auf Abfälligkeiten abfällig zu reagieren.
        Sollte dies hier&heute irgendwann nicht der Fall gewesen sein, dann zeigen Sie mir wo und ich werde mich dafür entschuldigen.

      • Susi sagt:

        @trudi: Gehe ich richtig, dass Ihrer Meinung nach ein getrennter Vater fortan allein zu leben und stets nach der Pfeife der Ex zu tanzen hat?

      • trudi sagt:

        Susi, getrennter Vater alleine zu leben ist nicht meine Sache das zu fordern der kann machen was er will ist ihr Kommentar. tststs sie haben keinen harten Ton drauf sie wissen nicht was Anstand ist, ich brauche keine Entschuldigung sie sind wie sie sind zeigen soll ich es auch noch ja das nützt doch nichts wenn sie nichts merken.

      • Susi sagt:

        @trudi, ich zitiere, was Sie weiter unten schreiben: „Also die Weihnachten hätte ich meinem Ex nicht erlaubt mit meinem Sohn zu verbringen. Er hatte ja die neue Frau er brauchte dann nicht noch meinen Sohn.“

        Dies impliziert, dass einer, der eine neue Frau hat, teilweise sein Anrecht auf sein leibliches Kind verlieren würde, wenn es nach Ihnen ginge. Ein Kind ist aber kein Partnerersatz und umgekehrt. Und wenn das Kind beim Ex-Mann ist, dann ist das seine Zeit mit dem Kind und er kann selbst entscheiden, was er mit dem Kind unternimmt. Ohne Ihre Zustimmung. Er ist ein erwachsener, mündiger Mensch.

        Dieses unmögliche Kontrollverhalten kommt mir nur allzu bekannt vor. Schade, wenn die Ex-Partner sich nicht gegen solche Übergriffe wehren, denn diese schaden auch dem Kind.

      • tststs sagt:

        Okee, trudi, gerne auch so: Zeigen Sie mir, wo meine Anstandslosigkeit nicht eine Reaktion auf eine andere Anstandslosigkeit war und ich entschuldige mich.

        PS: Sich über die Dummheit/Ahnungslosigkeit von anderen lustig zu machen, zeugt auch wahnsinnig von Anstand…

  • 13 sagt:

    @ Flo
    50% sind „mehrheitlich beim Vater“? Der wichtige Grund wird wohl sein, dass diese Eltern sich, im Gegensatz zu so vielen, zusammenreissen können und akzeptieren können, dass ein Kind zwei Elternteile hat und auf beide einen Anspruch hat, so dass sie es dem Kind trotz Differenzen untereinander ermöglichen, bei beiden Elternteilen zu leben. Das alles heisst aber nicht, dass es einen nicht schmerzen darf. Jeder Mensch, egal wie alt und egal ob Mutter oder Vater, haben ein Recht auf ihre Gefühle.

  • trudi sagt:

    tststs ich habe keine Nasenspitze und kann daher darüberhinaus nicht denken denn die Spitze ist weg. Dafür das wissen vom Gesetz noch da ha ha ha.

  • tststs sagt:

    Und wenn wir dieses Auge um Auge schön konsequent durchgezogen haben, laufen wir alle blind durch die Gegend…
    Wer soll dann noch den MB lesen?
    Geschweige denn kommentieren?

  • trudi sagt:

    Jawohl Susi und tststs… Solange keine gerichtliche Verfügung vorliegt ich hätte dies und das zutun handle ich so wie ich will. Bin ein freier Mensch in einem demokratischen Land. Vor allem aber einer der das Gesetz sehr gut kennt.

    • tststs sagt:

      Jeises, ich hoffe, Ihre juristischen Kenntnisse überschreiten Ihre sprachlichen bei weiten….
      (eieie bösi tststs, sei ein bisschen lieber…)

      Und auch hier: Ja, trudi, für sich dürfen Sie entscheiden, was Sie wollen… aber wenn es um eine Drittperson geht, muss über den eigenen Nasenspitz hinaus gedacht werden!

  • Maja sagt:

    Ich bin so eine „neue Frau“. Seine Kinder waren 8 bis 12 als wir zusammengekommen sind. Es war sicher nicht immer einfach für seine Exfrau, aber wir haben uns IMMER akzeptiert.
    Mittlerweile feiern wir schon seit einigen Jahren Weihnachten und Geburtstage zusammen!
    Ich bin nicht die Mutter. Ich habe auch keine eigenen Kinder. Ich bin nicht für die Erziehung zuständig, teile aber meine Meinung mit. Die Kinder haben anfangs viele Wochenenden (mehr als die „üblichen“) mit uns verbracht und konnten auch immer unangemeldet vorbeikommen. Mittlerweile wohnt der Älteste bei uns, die anderen noch bei der Mutter (in der gleichen Strasse)

  • trudi sagt:

    Susi sie sind eine Alleswisserin ihre Kommentare sind fürs Papier aber nicht fürs Leben das Leben ist anders. Wenn ein Mensch sich nicht entscheidet etwas für sich zu tun dann tut es keiner. Weihnachten alleine zu verbringen weil der Mann sich eine Freundin nimmt und da soll die noch Ehefrau und Mutter kuschen nein.Bleibe dabei Sohn wäre bei mir basta. Susi das sind keine Vorschriften das sind Ansprüche die diese Mutter stellen kann.

    • Sportpapi sagt:

      Weihnachten sind ja mehr als ein Tag. Warum sollten da die Kinder einzig bei der Mutter sein? Geht ja gar nicht!

    • Susi sagt:

      trudi: „Susi sie sind eine Alleswisserin ihre Kommentare sind fürs Papier aber nicht fürs Leben das Leben ist anders.“

      Welche meiner Kommentare sind nicht fürs Leben?

      • trudi sagt:

        Die Besserwisser Kommentare Susi oder habe ich es nicht deutlich genug gesagt ich betone nochmal es ist mein Leben.

      • Susi sagt:

        @trudi: Ich habe nur meine Meinung zu Ihrer Haltung geäussert. Ist ja ein freies Land hier.

      • Sportpapi sagt:

        „Es ist mein Leben“ sagt jemand als Argument dafür, dem Vater das eigene Kind vorzuenthalten?
        Das ist ein Witz, oder?

      • Carolina sagt:

        SP: Ich würde mal sagen, das ist eine ganz gängige Haltung, der wir allerdings hier in diesem geschützten Biotop nur selten begegnen. Vielleicht sollten wir unseren Mittelklasse-Tunnelblick ein wenig erweitern…..!? Ich sehe (im therapeutischen Sinne) regelmässig Paare, die mit genau dieser Haltung durchs Leben gehen: Mann/Frau und dann evtl Kindern widme ich mein ganzes Leben, dafür steht mir Anerkennung/Liebe/Respekt zu, egal wie verquer/einengend/verändert die Lebenssituation ist.
        Es ist etwas vom Schwersten, sich dessen bewusst zu werden – ich weiss das aus eigener Erfahrung und habe deswegen eine gewisse Sympathie für diesen Standpunkt. Ich musste ganz unten durch, um zu lernen, dass man kein Recht hat, ein Kind (oder überhaupt einen Menschen) als Pfand einzusetzen. So manches

      • Carolina sagt:

        /2 Elternteil bzw Kind wendet sich irgendwann ab, distanziert sich – vor allem, wenn es erfährt, dass es auch anders gehen kann. Dass es Menschen gibt (wie offensichtlich die sog Zweitmutter hier), die empathisch sind, ohne zu klammern; die jemanden lieben können und ihm doch alles Gute gönnen von Aussenstehenden. Das ist eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche – und trotzdem sehe ich sie immer wieder.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ich sehe hier eigentlich keine Frage der (sozialen – die andere schon) Klasse. Und ich bin eigentlich eher erstaunt, wie selbstlos hier offenbar alle sind. Ich kann Ärger und Zorn nach einer Trennung gut nachvollziehen, ebenso auch einmal ein daraus folgendes ungerechtes Verhalten.
        Aber es ist einfach Selbstbetrug, wenn man dann noch glaubt, im Recht zu sein. Und wenn man einfach ausblendet, dass die eigenen Entscheidungen – in einem freien Land… – niemanden etwas angehen. Nicht einmal die direkt Betroffenen.
        Ich frage mich ja eher, in welchem Biotop, und möglicherweise eben durch die Gerichtspraxis bestärkt, eine solche verzerrte Wahrnehmung von Recht und Gerechtigkeit bestehen bleiben kann. Wer unterstützt solche Gedankengänge?

      • Susi sagt:

        @SP: „Und ich bin eigentlich eher erstaunt, wie selbstlos hier offenbar alle sind.“

        Bin mir nicht sicher, ob du hier die Echtheit der Einstellungen in Frage stellst (und ob du mich dabei auch meinst). Ich finde zudem, dass Grosszügigkeit und Selbstlosigkeit nicht dasselbe sind. Was mich betrifft: Ich bin tatsächlich grosszügig, das würden dir wahrscheinlich alle meine (Ex-)Partner bestätigen 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Nein, ich stelle das nicht in Frage. Ich freue mich über die Einstellung.

      • Carolina sagt:

        Eine Frage der Klasse deshalb, weil wir das Privileg haben, uns hier die Finger wundzuschreiben – und zwar bei jedem Thema -, während die Mehrheit der Menschen durch ihren Alltag geht, ohne ständig alles zu diskutieren. Insofern kann man trudis Einstellung (und übrigens die so mancher Frau hier, die für mich nicht von Grosszügigkeit bzw grosser Einsicht spricht), als kleines Fenster in eine Welt sehen, die wir hier mehr oder weniger akademisch abhandeln.
        Für Menschen, die so argumentieren (und ich rede hier weiss G*tt nicht nur von Frauen!), geht es nicht um Selbstlosigkeit, sondern um Verzweiflung – und die wirst Du durch moralische Empörung über die böse, böse Gesellschaft nicht los.
        Menschen, die zutiefst verletzt sind, folgen nicht einem gesellschaftlich festgelegten Imperativ.

      • Carolina sagt:

        /2 Sie schlagen um sich, sie resignieren innerlich, sie hören nicht mehr zu, sie kommen u.U. aus diesem ihrem Thema nicht mehr heraus. Jedem Mann, der hier sein Trennungsdrama schildert, der darunter leidet, dass er seine Kinder nicht sehen darf, unterstellst Du auch erst einmal nicht moralische Unwürdigkeit, oder? Ich jedenfalls nicht. Es ist kein Genderthema! Sondern eines von unzählig vielen privaten Dramen, die Männer und Frauen befallen – die man nicht alle auf einen Streich lösen kann, egal, wie wunderbar ausgewogen eine etwaige Rechtssprechung aussehen könnte.
        Woran man appellieren kann in jedem dieser Fälle, wenn man wie wir heute die Gelegenheit dazu bekommt, ist, dass diese Menschen anfangen, sich über die Konsequenzen ihres Handelns klarzuwerden. Dass sie das, was sie am

      • Carolina sagt:

        /3 meisten zu lieben vorgeben, was vermeintlich ihr ganzes Leben ausmacht, wegstossen, verletzen, vielleicht auch verlieren, wenn sie zu sehr klammern, sich in ihrer Verletztheit suhlen und vergessen, dass diese kleine Person (in diesem Fall) all das aufnimmt, aber mit falschen Vorzeichen – in der Regel wird dieses Kind anfangen, nichts mehr zu erzählen; oder/und versuchen, ewig eine Vermittlerrolle einzunehmen; und/oder hin- und hergerissen zu sein zwischen den Eltern, die es ja doch beide (trotz ihrer für uns offensichtlichen Fehler) liebt.
        Das gilt auch für ehemalige Partner – wir alle müssen irgendwann lernen, dass wir längerfristig nicht glücklich werden können, wenn wir Menschen verletzen bzw zum Spielball unserer Gefühle machen.

      • Susi sagt:

        @Carolina: „weil wir das Privileg haben, uns hier die Finger wundzuschreiben – und zwar bei jedem Thema -, während die Mehrheit der Menschen durch ihren Alltag geht, ohne ständig alles zu diskutieren.“

        Was meinen Sie mit „Privileg“ bzw. warum haben wir dieses und andere haben es nicht?

      • Sportpapi sagt:

        @Cao: Alles richtig. Aber warum ist das die Antwort auf meine Aussage(n)?
        „Woran man appellieren kann in jedem dieser Fälle, wenn man wie wir heute die Gelegenheit dazu bekommt, ist, dass diese Menschen anfangen, sich über die Konsequenzen ihres Handelns klarzuwerden. Dass sie das, was sie am
        meisten zu lieben vorgeben, was vermeintlich ihr ganzes Leben ausmacht, wegstossen.“
        Das ist dann allerdings nicht moralische Empörung, sondern vermutlich unerwünschte Ratschläge…
        Noch einmal: Ich verstehe durchaus den Zorn und die Ohnmacht, wenn man verlassen wird, und das (geplante) Familienleben in Trümmer zerfällt. Und ich verstehe sogar, wenn man dann auch nicht immer korrekt handelt. Zumindest vorübergehend.

      • Carolina sagt:

        Susi, damit meine ich, dass die meisten von uns, die hier regelmässig und ausgiebig mitschreiben, wohl kaum in der Migros an der Kasse sitzen, Putzfrau oder Bäuerin sind, sondern, zumindest self-proclaimed, Lehrer(-in), selbstständig, pensioniert oder was auch immer….. Es geht mir ja auch so: ich habe angefangen, meine Anwesenheit hier einzuschränken, weil meine Tochter es nicht fassen kann, welches Sendungsbewusstsein ich und andere hier an den Tag legen – und sie hat recht! So gesehen finde ich es ein Privileg, anscheinend soviel Zeit zu haben, dass ich mich regelmässig hier ‚austobe‘.
        Machen wir uns nichts vor: wir diskutieren hier mehr oder weniger aus dem Elfenbeinturm, diejenigen, die wirklich Unterstützung bräuchten, erreichen wir wohl kaum.

      • Carolina sagt:

        SP: Ich verstehe Dich nicht, sorry. Ich habe aus Deinem obigen Post herausgelesen, dass Du das gesellschaftliche Umfeld (Politik, Justiz etc) für auftretende Ungerechtigkeiten verantwortlich machst. Meine Entgegnung war, dass auch in der besten aller Gesellschaften jeder von uns immer Situationen ausgesetzt sein wird, die wir als zutiefst ungerecht, empörend oder verletzend empfinden werden. Es ist ein Irrglaube, dass alles staatlich/gesellschaftlich geregelt werden kann und man Menschen vor solchen Dingen schützen kann. Man macht sie abhängiger, aber nicht authentischer und autonomer.
        Unerwünschte Einmischung ist genauso bedenklich wie moralische Empörung, absolut! Aber im privaten Umfeld oder in einer geschützten Atmosphäre kann man, wenn man in einer Haltung gefangen ist und

      • Carolina sagt:

        /2 merkt oder hört, dass man selber bzw das Umfeld (hier: der Sohn) darunter zu leiden droht, Hilfe erfahren – das geht aber in keinem Fall über Schuldzuweisungen oder ständige Beileidserklärungen: bei ersterem schickt man den Betroffenen schnell in die Defensive oder ins innere Réduit, bei zweiteren wird er schlimmstenfalls immer wieder in seiner Negativspirale bestätigt.

      • Susi sagt:

        @Carolina: Ganz ehrlich, als Lehrerin kann ich echt nicht während der Arbeitszeit kommentieren. Heute hatte ich sicherlich das Privileg, für die Semesterplanung zuhause am PC sitzen und gleichzeitig kommentieren zu können, aber immer wenn ich hier schreibe, bleibt meine Arbeitszeit sozusagen stehen. Ganz im Gegensatz zu der (12jährigen) Phase, wo ich in einem nicht-akademischen Beruf im Grossraumbüro arbeitete und so allerlei Dinge tun konnte, während meine Arbeitszeit weiterlief.

        Wenn ich so vergleiche mit bekannten Frauen der unteren Mittelschicht, haben die sicher nicht weniger Freizeit als ich; sie hätten aber überhaupt kein Interesse, Zeit im Austausch in einer Kommentarspalte beim Analysieren verschiedener Themen zu verbringen.

      • Susi sagt:

        @Carolina /2: Und hier gebe ich Ihnen bezüglich des Elfenbeinturms absolut recht: Wir bewegen uns in der Diskussion häufig auf einem etwas elitären Niveau. Und diejenigen, die hier mitdiskutieren, sind insofern vielleicht vor allem durch die kognitive Kapazität (und das dadurch vorhandene Interesse) privilegiert, sich auf diese Art und Weise mit Themen auseinanderzusetzen.

        Ich auf jeden Fall habe hier schon viel profitiert und gelernt.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Tatsächlich empöre ich mich meist mehr über eine in meinen Augen verfehlte Rechtssprechung als über Leute, die das ausnutzen. Gerade weil ich höhere Ansprüche an Richter habe als an „normale“ Menschen, die vielleicht wirklich mal aus ihrem Ärger nicht mehr herausfinden.
        Aber wenn dann jemand noch verkündet, es sei sein Recht, sich über die Interessen aller anderen Beteiligten hinwegzusetzen, dann hört es bei mir dann doch auf.

    • Susi sagt:

      @tststs: 😀

  • barbara_ve sagt:

    Wunderschön geschrieben. Ich verspreche Ihnen: Es kann gut werden. Wir hatten eine ähnliche Situation. Nur dass ich die Frau kannte, weil es meine Vorgängerin war. Es tat weh. Und ich war sehr eifersüchtig. Ich habe versucht, dem Kind zu liebe, mir nichts anmerken zu lassen. Einzig als sie sagte: ich habe eine zweite Mamma, sagte ich, dass es so nicht ist. Sie hat einen tollen erwachsenen Menschen, der sie unterstützt wie eine Mamma. Aber die Mamma bin ich.
    Heute ist meine Tochter 24 J. Sie lebt seit 3 Jahren im Land ihres Vaters (nördl. EU). Die ersten 2 Jahre beim Vater. Dass dies funktionierte, für alle Beteiligten, verdanken wir zu einem grossen Teil dieser Frau. Heute bin ich dankbar, dass er sie geheiratet hat und sie Einfluss genommen hat, wenn das Kind bei ihm war.

    • tststs sagt:

      Und schon wieder stellt es mir alle Nackenhaare auf!
      Wir hatten die freie Wahl, wie wir die neuen Partner unserer Eltern nennen wollten. (Okee, da wir alle >6j waren, landeten wir eh ganz natürlich beim Vornamen.)

      • barbara_ve sagt:

        So stellt es jedem die Nackenhaare wegen etwas anderem auf… Bei Dir ist es halt, wie man jemanden nennt… Resp. wenn ich es nicht mag, dass jemand anders auch Mamma genannt wird.
        Ich bin überzeugt, dass wir, schlussendlich, auch eine gute Beziehung aufbauen konnten, weil es eben genau diese Abgrenzungen gab.

      • tststs sagt:

        Vollstes Verständnis dafür, wenn es einer Mama/Papa die Nackenhaare aufstellt, wenn das eigene Kind jemand anderes auch Mama/Papa nennt. Wirklich! Ich kann sogar verstehen, dass man zur Lösung dieses Problems psych. Hilfe beizieht.
        Aber wegen der eigenen Verletztheit dem Kind zu verbieten, eine Person wie gewünscht zu nennen…hmmm, da habe ich einfach Mühe…als Eltern/erwachsene, vernunftbegabte Person muss/sollte man einfach – dem Kind zuliebe – diese Distanz einnehmen können.

  • Jasi sagt:

    Obwohl ich selber nicht in so einer Situation stecke, kann ich die Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ob sich nun die beiden Frauen kennen lernen müssen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn die Beziehung zum Vater des Kindes im Streit zerbrochen ist, wird es eher schwieriger, sollten sie sich „einfach auseinander gelebt haben“, könnte es auch eine Chance sein, die Situation als Bereicherung für alle zu sehen. Die 50%, in denen das Kind bei der Mutter ist, kann sie intensiver mit ihm geniessen und in der übrigen Zeit Dinge tun, die Vollzeitmamis nicht mehr tun können.

  • Susanna sagt:

    Tapfer, grossmütig ud sicher zum Wohl des Kindes, chapeau. Ich bewundere sie und staune – ich war zwar selber nie in der Situation, aber habe (mit Kindsvater nicht verheiratete) Freundinnen, die das fast nicht aushielten und entsprechend den Kontakt möglichst gering hielten, wenn die „Neue“ bei ihm war. Einfacher wird es sicher, wenn man selbst wieder einen Partner hat. Etwas würde ich aber „korrigieren“ – ich würde nie von zwei Müttern sprechen, die andere Frau hat einen Namen und ist nicht seine Mutter, das würde ich dem Kind sagen. Es muss nicht besser sein, aber es ist anders, vor allem, wenn die andere Frau nicht von Geburt an da war.

  • Sonja sagt:

    Vielen Dank für ihre ehrlichen und berührenden Worte. Als Mutter fühle ich fest mit ihnen und hoffe fest, dass das Beschnuppern der „neuen“ Mutter“ die Stille im Kinderzimmer ein wenig lauter werden lässt.
    Ich wünsche ihnen und ihrem Sohn noch ganz viele wunderbare, lustige und unvergessliche Stunden zu zweit! Take care!

  • Susanne B. sagt:

    Ich finde diesen Artikel sehr ehrlich und berührend und kann das Dilemma, wenn auch nicht aus persönlicher Erfahrung, sehr gut nachvollziehen. Schade, gibt es immer diese negativen Kommentare, die dem Thema so gar nicht gerecht werden.
    Der Autorin wünsche ich gutes Gelingen.

  • Carolina sagt:

    Es wird Zeit, dass die Autorin langsam, aber sicher aus ihrem (absolut verständlichen) Leid herauskommt und sich überlegt, wie sie ihre Mutterrolle in Zukunft unter der neuen Konstellation gestaltet! Wenn sie weiterhin in diesem, Entschuldigung, Selbstmitleid verharrt, wird sich ihr Sohn von ihr entfremden. Sie muss eben genau nicht so sein wie die sogenannte Zweitmutter, sondern seine Mutter – dazu gehört, dass sie nicht vergleicht, sondern authentisch ist in dem, was sie als leibliche Mutter für ihren Sohn tut. Kinder stellen früher, als uns lieb ist, fest, ob jemand eine Rolle spielt, Probleme überwinden kann und aktiv wird.
    Reden Sie mit der Zweitmutter, verstecken Sie sich nicht hinter ihrem Groll. Sie muss nicht Ihre Freundin werden, aber es wird Ihnen auch den Respekt von

    • Carolina sagt:

      /2 Ihrem Sohn eintragen, wenn Sie aktiv werden und zeigen, dass Sie froh sind, dass die Frau Ihrem Sohn anscheinend viel Zuneigung und Zeit widmet. Zumal Ihr Sohn ja diesen Wunsch schon geäussert hat.
      Ob diese Frau Ihren Sohn aufklärt, mit ihm betet oder vor ihm nackt durch die Wohnung läuft – Sie können es anders machen. Aber seien Sie dankbar, dass diese Frau anscheinend situativ auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht – und dass er Ihnen davon so freimütig erzählt. Wenn er Ihren Groll spürt, wird er das irgendwann nicht mehr tun.

  • fabian sagt:

    Sensibler Bericht.
    Wenige Menschen sind fähig, Beziehungen so vorurteilsfrei zu denken und zu schildern, und auf Vorverurteilungen oder gar Abwertungen von Mitmenschen, und seis nur subtil in einem Nebensatz, zu verzichten.
    Chapeau.

  • Stefan Moser sagt:

    Als Stiefvater lässt mich einzig aufhorchen, dass die Neue bereits die zweite Mama ist. Ich war gegenüber meinem Stiefsohn nie der Papa, sondern einfach der Stefan. Und alles andere musste sich über die Jahre definieren und mussten wir beide herausfinden. Aber nach einer Trennung muss man lernen loszulassen – Selbstmitleid oder jammern ist der falsche Weg. Eine gute Beziehung der Kinder zur neuen Partnerin oder zum neuen Partner ist eigentlich das Beste, was passieren kann.

    • cornelia sagt:

      @ Stefan. Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Ich bin auch eine „Zweitmutter“ und habe selber keine Kinder. Ich mische mich nicht in die Erziehung und habe mich vom Kind immer nur mit dem Vornamen ansprechen lassen. Ich war nicht der Grund für die Trennung, die bereits 12 Jahre zurückliegt. Zwischen dem Kind und mir herrscht ein sehr gutes Einvernehmen. Schade, dass die EX mit der Situation immer noch nicht klar kommt. Aber in all den Kommentaren habe ich nicht erfahren, wie sich wohl das Kind fühlt, bei dieser „Herumschieberei“.

  • Petra Müller sagt:

    Ich wurde der Mutter zugesprochen, obwohl ich lieber beim Vater geblieben wäre. Diese hatte viele Liebhaber und wenn der Vater zu Besuch kam, verreiste sie mit mir meist. Als er sein Besuchsrecht einklagte (er wohnte fast 1000 km entfernt), war dies noch während der trennungszeit. Da sollte Mutter eine Strafe zahlen, die dann der getrennte Vater – als Verdienr – zahlen musste. Sie lachte ihn am Telefon aus und meinte, die nächste Strafe sei wohl höer und diese müsse er auch bezahlen. Nach der Scheidung erreichte mich mein Vater nur sehr selten und ich hatte diverse Ersatzväter. So ging sein Leben an mir vorbei und er war fast nur noch „Zahlvater“. Erst als ich volljährig war. konnte ich ihn erreichen und nun ist alles gut.
    Es gibt eben auch andere Mütter….

  • trudi sagt:

    Also die Weihnachten hätte ich meinem Ex nicht erlaubt mit meinem Sohn zu verbringen. Er hatte ja die neue Frau er brauchte dann nicht noch meinen Sohn. Diese Frau hat zuwenig auf ihrer Recht beharrt von Anfang an. Darum machen der Ex und dessen Freundin mit ihr was sie wollen. Würde meinem Sohn erklären das diese Frau mir nichts bedeutet seinem Vater aber schon. Dann hätte ich nicht von mir aus diese Frau kennen lernen wollen sonder die sollte sich bei mir melden oder eben nicht. Meinem Sohn hatte ich auch noch gesagt, ich liebe dich aberwenn es dir gefällt o.k. dort lebst du so mit mir so. Ich bin nicht diese Frau mache mein Leben so wie es mir gefällt, damit klar ist um was es geht.

    • Susi sagt:

      „Also die Weihnachten hätte ich meinem Ex nicht erlaubt mit meinem Sohn zu verbringen.“

      Ich staune immer wieder, dass es Leute gibt, die glauben, ihren (Ex-)Partnern Vorschriften machen und Verbote auferlegen dürfen. Und glauben, darauf auch noch ein Recht zu haben.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht, weil (zu) viele damit auch tatsächlich durchkommen? Und ihnen die Freundinnen dann auch noch recht geben, dass sie hart geblieben sind…

      • Susi sagt:

        „Vielleicht, weil (zu) viele damit auch tatsächlich durchkommen?“
        Ja, da hast du Recht. Mir kommt da grad etwas in den Sinn: Mein Mann schaut immer SÄMTLICHE Tennistourniere (Männer UND Frauen!), das benötigt enorm viel Zeit. Spielt Interclub, d.h. Training und Tourniere. Als ich das mal an einem Frauenabend erzählte, sagten einige: „Das hört dann auf, wenn ihr ein Kind habt. Meiner durfte das nicht mehr.“ Ich staunte. Das selbe im Interclub, ich sass mit anderen Partnerinnen am Tisch und die sagten: „So, jetzt müssen wir es unseren Männern beibringen, dass das die letzte Saison ist, das geht nicht mehr.“ Krass, oder? Diese Männer haben aufgehört und wechselte in eine andere Mannschaft. Und schaut immer noch alle Tourniere.

      • Susi sagt:

        *meiner (wechselte in eine andere Mannschaft)

      • Susi sagt:

        @tststs: Ja, es wird oft einfach als selbstverständlich betrachtet, solche Vorschriften. Schon gäch.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Ich bin grundsätzlich gleicher Meinung, aber nur grundsätzlich. Ich habe es auch schon erlebt, dass es wirklich so war, dass der Mann sein Leben (inkl. aller sehr zeitig aufwendiger Hobbys) weiterlebte, während die Frau ihr Leben logischerweise wegen des Kindes komplett ummodeln musste. Wenn einer dann sagt, er habe eben neben dem Vollzeitjob ein Hobby, welches 3 Abend pro Woche plus einen Teil des Wochenendes beansprucht, würde mein Verständnis dann auch aufhören und ich würde meinen Mann bitten, dieses zumindest einzuschränken.

      • Susi sagt:

        @13: Bei uns ist das ähnlich: Mein Mann arbeitet Schicht, konkret heisst das, 2-3mal wöchentlich abends und jedes zweite Wochenende. Dazu kommt einmal wöchentlich abends Training und dann eben die Tourniere. Das ist nicht immer toll, nein, aber ich wusste das ja, als ich ihn heiratete. Und ich ging immer davon aus, dass ich einen Menschen nicht ändern kann.

        Sie schreiben: “ ich würde meinen Mann bitten, dieses zumindest einzuschränken.“ Genau, man kann immer um etwas bitten und verhandeln. Das ist etwas komplett anderes, als wenn man etwas verbietet.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Eben, ändern kann man niemanden. Aber ich gehe davon aus, dass ein Mensch sein Leben, nicht den Charakter, einer neuen Situation (wie der Familiengründung) automatisch anpasst. Als mein Mann und ich uns kennenlernten, waren wir knapp 20 und mehrmals wöchentlich „auf der Piste“, Party bis zum abwinken, aber es wäre wohl jeder von uns etwas irritiert, wenn der andere das mit Kindern auch noch so handhaben würde.
        Bitten und Verhandeln sollte normal sein, darum schrieb ich ja, ich bin grundsätzlich einverstanden. 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: In meinem Umfeld pflegen auch die Mütter viele ihrer Hobbies weiterhin. Viele sogar noch mehr als zuvor, weil jetzt auch tagsüber.
        Letztlich muss das jedes Paar selber entscheiden. Und besser im Gespräch miteinander, als durch Weisung des Partners. Das kommt einfach nicht gut an.

    • Jacques sagt:

      Das sind echt schwierige Situationen die man durchlebt. Als Junge deren Eltern sich scheiden liess, hassten wir die neue, ausländische Frau meines Vaters. Sie tat auch nichts, um unsere Liebe zu gewinnen. Dementsprechend gab es permanent Streit mit meinem Vater, dessen Liebe wir sehr vermissten. Er hatte jetzt ein neues „Spielzeug“ und wir durften dabei sein, wenn wir anständig waren und seine neue Frau „liebten“ – was wir natürlich noch weniger taten. Meine alleingelassene Mutter war für uns alles. Dementsprechend hätte ich eine solche „2. Mutter“ wohl geschätzt auch wenn meine Leibliche Mutter dies, wie die Autorin“, wohl nicht toll gefunden hätte. Ich verstehe beide Seiten.

      Ich habe übrigens auf Heirat + Kinder bewusst verzichtet und es geht mir sehr gut dabei.

    • Flo, die echte! sagt:

      und mit dieser Einstellung/Haltung helfen sie ihrem Sohn ganz bestimmt die Trennung möglichst gut und schadlos zu verkraften! wie ego ist das – ich, ich, ich!

    • maia sagt:

      @Trudi: Wo steht, dass der Sohn an Weihnachten beim Vater war? Ich zitiere den Text: “ Die ersten Weihnachten, die wir nicht mehr zu dritt feierten, ….“

  • Susi sagt:

    Wow, hier schlägt das ödipale Dreieck gleich zweimal zu, einerseits bezüglich des ehemaligen Partners und dann auch noch bezüglich des Kindes. Kein Wunder, fühlt es sich an, als hätte die neue Frau einfach den Platz der Ex-Partnerin/Mutter übernommen und man selbst befindet sich aussen vor.

    Andererseits – viele schreiben es hier – ist es doch das Wichtigste, dass es dem Kind gut geht, denn würde es unter der Stiefmutter leiden, wäre das furchtbar.

    Wäre ich in dieser Situation, würde ich einfach mal darauf vertrauen, dass mein Mann sich nicht in eine hohle Nuss verguckt. Er hat einen guten Geschmack, und ich bin mit seiner Ex sehr eng befreundet. Ich würde die Neue auf jeden Fall baldmöglichst kennen lernen wollen; eine wohlwollende Haltung tut mir immer am besten.

    • Susi sagt:

      @tststs: Kann schon sein, ja. Vier Monate sind halt auch noch nicht lang, wenn man gemeinsam eine Familie gegründet hat und dementsprechend lange zusammen war, wahrscheinlich mit dem Gedanken, zusammen alt zu werden. Da geht ein ganzer Lebensplan in die Brüche, das tut natürlich weh, und wir wissen ja nicht, wie das vonstatten gegangen ist, also mit welchen Verletzungen etc.

      Ist halt schon schwierig, wenn man wegen den Kindern gezwungen ist, den Kontakt zu halten…

    • Susi sagt:

      Mit „ödipalem Dreieck“ meinte ich einfach die Konstellation, wo man ausgeschlossen wird von einer intimen Beziehung zwei anderer Menschen und darum leidet. Die Dynamik kommt noch aus der Zeit, wo das Kind erkennt, dass seine Eltern etwas miteinander haben, wovon es nicht Teil ist. Es wird irritiert, vor allem gegenüber dem andersgeschlechtlichen Elternteil. Diese Irritation wächst sich (im Idealfall 🙂 ) aus, eine (unbewusste) Erinnerung daran bleibt aber natürlich und kommt in einer solchen Situation wieder hervor.

    • Susi sagt:

      @tststs: Ja, das wäre tatsächlich interessant, wie sich ein Partnerwechsel diesbezüglich auswirken kann.

    • Susi sagt:

      @RoXY: „Aber nicht jeder Mensch hat das Selbstbewusstsein, dass dafür nötig ist.“

      Ja, da hast du wahrscheinlich recht, dort liegt häufig der Hund begraben, und das lässt sich dann auch nicht so schnell ändern.

      Ödipuskomplex wissenschaftlich widerlegt? Sichernöd! 😀

    • Reincarnation of XY sagt:

      Sicher scho! Freud ist viel veralteter als du meinst.
      Aber dennoch aller Ehren wert.
      Aber wie gesagt: die Welt hat sich seit Freud weiterbewegt, nur wissen das noch nicht alle.

  • vale sagt:

    Sehr berührend! Und keine einfache Situation. Aber hoffe es renkt sich alles gut ein für die Autorin. Alles braucht Zeit…

  • Dilek Demirel sagt:

    Die neue Frau mag vielleicht eine tolle dynamische Person sein, aber sie hat auch eine Familie zerstört. 4 Monate nach Trennung schon zusammengezogen, da war wohl schon lange eine Zweitbeziehung mit dem Sohnesvater in Gange. Und die Erstfrau war wohl während der ganzen Zeit traurig und deprimiert, schlechte Voraussetzungen, einen verliebten Partner zurückzuholen. Sich um ein kleines Kind derweilen kümmern braucht sowieso viel Kraft. Ja sie muss froh sein, dass die Neue ein gutes Verhältnis hat zu ihrem Sohn und keine Vergleiche anstellen, aber die Geschichte stimmt mich als Leser traurig. Im Namen der Verliebtheit opfern viele gerne mal eine Familie.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ja, ja „die fremde Frau hat zerstört“.
      Alles, was wir wissen: sie hat sich nicht dagegen gestellt. Der Vater ist schliesslich mit ihr eine Beziehung eingegangen. Und wir wissen nicht, ob die Mutter nicht auch etwas dazu beigetragen hat. Wir wissen gar nichts. Und es geht in diesem Text auch nicht um Schuld.

      Sinnvoller ist es, wenn wir einen solchen Text lesen, uns zu fragen: wollen wir das? Wollen wir das für unsere Kinder?
      Und falls nein, dass wir dann anders leben. Anders mit unserer Beziehung umgehen und auch anders mit unserer Sexualität.
      Etwa die Hälfte der Bevölkerung hält ja den Lebensstil, der zu solchen Situationen führt, für ok und unabwendbar. Also brauchen wir nicht Einzelpersonen zu beschuldigen. Es ist einfach die logische Folge einer gewissen Mentalität.

    • Susi sagt:

      „Die neue Frau mag vielleicht eine tolle dynamische Person sein, aber sie hat auch eine Familie zerstört.“

      Wissen Sie, so einfach ist das nicht, man kann als Frau nicht einfach daherkommen und eine Familie zerstören, da spielen immer auch andere Faktoren mit.
      Meinetwegen ist auch mal so etwas passiert, obwohl das nicht im Entferntesten meine Absicht war, sondern vielmehr die des Mannes. Nun könnte man mich auch definieren als „diejenige, die eine Familie zerstört hat“. Wäre aber eine falsche Definition.

    • Flo, die echte! sagt:

      Die neue Frau mag vielleicht eine tolle dynamische Person sein, aber sie hat auch eine Familie zerstört.
      wie kommen sie darauf? Kennen sie die Familie, all die Beteiligten oder urteilen sie so weil es eine Frau trifft‘ wissen sie ob die Familie ut und glücklich war – denn nur das hätte die Neue zerstören können – oder nicht?
      Das die Autorin sehr traurig ist, mit ihren Schicksal hadert und vielem nachtrauert, dqs verstehe ich sehr gut, aber mit ihrer Hltung macht sie alles noch viel schlimmer – für alle, vor allem aber für ihren Sohn, der spürt nämlich genau was in seine Mutter vorgeht – ohne das sie es ausspricht.

      • Jeanne sagt:

        Es ist Charaktersache ob ich mir einen verheirateten Mann mit Kinder angle oder nicht.Ehepaare sind nicht permanent glücklich,man kann sich durchaus trotzdem lieben und daran arbeiten wieder glücklich zu sein.Die neue Frau hat sehr wohl Mitschuld!

  • Tom sagt:

    Immerhin hat die Autorin ihr Kind weiterhin zu 50%.
    Den Vätern bleibt dieses Grundrecht hingegen noch immer zu oft verwehrt. Mitgefühl hat ausser dem engsten Familienkreis dann aber niemand.

  • 13 sagt:

    Ich finde den Text schön und ehrlich. Die Autorin ist völlig einsichtig, dass es dem Jungen gut geht und schreibt nichts schlechtes über die Stiefmutter, sondern äussert ihre eigenen Gefühl, die gut nachvollziehbar sind. Vielleicht ist sie auch noch nicht bereit, die Neue kennenzulernen. Das ist auch ok, auch wenn es wünschenswert wäre.
    Was ich aber nicht verstehe:
    „Sie kocht für ihn, sie legt ihn schlafen, sie weckt ihn, sie wäscht seine Kleider, sie tröstet ihn, sie begleitet ihn zum Arzt…..“
    Ist der Sinn der geteilten Obhut nicht der, dass genau das der Vater macht? Ok, kochen und waschen ist halt im gemeinsamen Haushalt, aber wenn es dann einfach die Stiefmutter ist, die das Kind zu Bett bringt oder mit ihm zum Arzt geht, dann kann es gleich lassen…

    • Monika sagt:

      Ich stimme zu. Was macht der Vater? Er delegiert die Fürsorge an die neue Frau! Nicht gut!

    • tststs sagt:

      Habe genau dasselbe gedacht, aber da ich verbal schon genügend auf die arme Auto rin eingeprügelt habe, dachte ich, hälst dich mal zurück…. 😉

    • Widerspenstige sagt:

      Dieselben Gedanken wie 13, was die Funktion des Vaters anbelangt: er hat einfach die Frau an seiner Seite ausgetauscht und für ihn hat sich in seinem Alltag nicht viel geändert. Die neue Frau ist sogar noch sportlicher als die Ex-Frau, wahrscheinlich ist sie auch jünger.

      Ich rate der Mutter dringend, diese neue Frau kennen zu lernen und wie sie charakterlich rüberkommt. Dann hat sie einen wichtigen Schritt getan, um auch sich selber weniger den quälenden Gedanken auszusetzen. Der Junge wird diese Phase überstehen und erwachsen werden – so oder so. Aber die Mutter muss auch zu sich schauen und darüber hinweg kommen. Das ist ebenso wichtig!

    • 13 sagt:

      Hmmm, ich lese eher eine Kritik an den Exmann, dass er so schnell wieder gebunden war und dem Sohn eine Neue präsentierte. Das kann ich bei nur vier Monaten verstehen. Und dass die Neue nun diese Rolle hat, schmerzt die Mutter verständlicherweise. Jedoch wirft sie das m.M.n. nicht der Frau vor.

    • Carolina sagt:

      MIr geht es wie ts – ich lese zwischen den Zeilen von viel (verständlichem) Groll und vor allem Neid auf die neue Frau. Darüber muss man irgendwann hinwegkommen, sonst wird sich das Kind hin- und hergerissen fühlen.

    • Susi sagt:

      @Carolina: “ ich lese zwischen den Zeilen von viel (verständlichem) Groll und vor allem Neid auf die neue Frau.“

      Ja, das habe ich auch so empfunden. Und mir würde es zunächst wahrscheinlich auch so gehen, wenn die neue mit meiner Tochter inlineskaten und surfen ginge, das sind Dinge, die ich selber nicht mache. In einem zweiten Schritt würde ich wahrscheinlich denken, hey, toll für mein Kind, dass jemand diese Rolle übernimmt, ich habe ja noch genug anderes zu bieten. Aber schwierig ist es schon, klar!

    • Jasi sagt:

      Ich lese das nicht zwischen den Zeilen. Kommt vielleicht darauf an, welche persönlichen Erfahrungen man zu diesem Thema gemacht hat. Diese werden in gewisser Weise in die geschriebenen Worte impliziert.

    • tststs sagt:

      Heieiei, Carolino, darf ich Sie zu meinem Sprachrohr ernennen?!
      Es ist genau das, was ich auch spüre: Groll, Neid, Eifersucht.
      Und auch ich habe Verständnis für diese Gefühle, aber auch ich bin der Meinung, dass sie da schnellstens rausfinden sollte!

    • tststs sagt:

      @Jasi: Da haben Sie sicherlich recht, eben, es hängt von der individuellen Lesart ab.
      Aber noch interessanter wäre, was Sie denn zwischen den Zeilen lesen? 🙂

    • tststs sagt:

      „sonst wird sich das Kind hin- und hergerissen fühlen.“
      Ich gehe noch einen Schritt weiter: Es wird beginnen zu schwindeln (evtl sogar irgendwann zu lügen): Es ist das Problem, das nun wirklich fast alle Scheidungskinder kennen (selbst bei der perfekten, friedlichen Scheidung): Die unterbewussten Schuldgefühle dem abwesenden Elternteil gegenüber (auch hier: völlig normaler psychischer Vorgang, völlig ok).
      Und wenn dann noch dazu kommt, wenn das Kind spürt, dass der eine Elternteil den Stiefelternteil nicht mag, das Kind aber schon, dann wird es beginnen zu schweigen/schwindeln…

    • 13 sagt:

      Spannend. Was ich spüre ist Trauer und vielleicht auch teilweise Überforderung, wie mit der Situation umzugehen ist. Oder anders: Ich wünschte alle Frauen, mit denen ich beruflich zu tun habe, würden auf diese Weise über die Neue des Ex-Partners sprechen. Das würde einiges erleichtern. Groll und Neid ist sicher vorhanden, aber ich würde sagen, sie ist da weit unter dem Durchschnitt. Natürlich wäre es toll, man könnte da drüber stehen und sich für das Kind freuen und ich bin sicher, das kommt noch irgendwann. Aber es ist auch sehr viel verlangt. Egal wie man es dreht und wendet, die Neue wird nie nur ein nettes Gotti sein, die mit dem Kind mal inlineskaten geht…

    • 13 sagt:

      @ Susi
      Erster Beitrag hängt noch und ich bin nicht Jasi, aber:
      Ich lese da in erster Linie Überforderung und Unsicherheit. Wie soll ich darauf reagieren? Was ist angemessen? Was wäre das Beste für meinen Sohn? Und welche Reaktion kriege ich authentisch hin?

    • Susi sagt:

      @13: Ich spüre da schon Eifersucht heraus, und irgendwie kann ich nicht so ganz glauben, dass ich das aufgrund eigener Erfahrungen (Jasi) so projiziere, denn ich habe ja viele Eigenschaften, aber Eifersucht stand echt noch nie im Vordergrund.

      Ich finde sämtliche geschilderten Gedanken und Gefühle dieser Frau durchaus nachvollziehbar, auch die Eifersucht. Und ich finde auch, dass sie gut damit umgeht.

    • tststs sagt:

      Ich achte die Auto rin sehr dafür, dass sie den Mut hat, ihre Gedanken so öffentlich zu zeigen. Auch finde ich die Gedankengänge allzu menschlich, komplett falsch, aber menschlich 🙂
      Mir fehlt aber ein kurzer Satz zur Selbsterkenntnis (meist werden solche Texte dann doch erste geschrieben/veröffentlicht, wenn die Selbsterkenntnis stattgefunden hat)…

    • Sportpapi sagt:

      Vielleicht geht die Mutter ja auch einer Arbeit nach? Ziemlich sicher sogar…

    • Susi sagt:

      @13: „Groll und Neid ist sicher vorhanden, aber ich würde sagen, sie ist da weit unter dem Durchschnitt.“

      Finde ich auch.

    • Carolina sagt:

      Ts, hier ist wieder Ihr Sprachrohr! Ich unterschreibe das genau so, wie Sie es in Ihrem 13:44 schreiben.
      Allerdings wird dieser Text hier zur Diskussion gestellt, deshalb sind Kritik und Meinungen ja wohl gefragt – aber Sie haben schön beschrieben, dass wir eben doch alle nur Menschen sind.
      Die Diskussion hilft dann hoffentlich/vielleicht bei der Selbstreflektion weiter…….

    • Sportpapi sagt:

      Es ist ja nach meinem Verständnis so, dass all das vor allem im Kopf der Aut orin stattfindet.
      Ansonsten ist es eigentlich normal, dass ein neuer Partner im gleichen Haushalt auch mal tröstet und ins Bett begleitet, finde ich.

      • tststs sagt:

        Ein sehr wichtiger Punkt, den Sie da ansprechen, SP!

      • 13 sagt:

        Ich weiss nicht, was normal ist, aber hätte ich meine Kinder nur die halbe Woche bei mir, so wäre für mich klar, dass ich diese Aufgaben selber erledige und nicht an jemanden delegiere, den ich evtl. noch gar nicht so lange kenne. Ich spreche ja nicht vom Mitkochen für Kind oder mal ein Pflaster drauf kleben. Aber ins Bett bringen, zum Arzt etc. würde ich also erwarten, dass der Vater das alleine macht. Ansonsten entsteht hier schon der Eindruck, er hätte sich möglichst schnell eine Zweitmutter angelacht, um seine Betreuungszeit nicht selber erledigen zu müssen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Bald hat er mit der Zweitfrau noch einmal ein Kind. Und dann wird noch einmal alles anders.
        Erwarten darf man viel, einfordern sicherlich nicht.

  • Daniela sagt:

    Das Leben kommt selten so wie man es sich vorstellt, aber zum Glück geht es weiter. Die Situation, die geschildert wird, ist sicher schwierig, aber es ist 1. nicht der einzige Fall und 2. die Autorin kann froh sein, dass das Kind (so wie es klingt) in sehr guten Händen, wenn es nicht bei der Mutter ist. Sich mit der fremden Frau zu vergleichen ist in diesem Fall das schlimmste was die Autorin sich selbst antun kann. Mutter bleibt Mutter und sie kann froh sein, dass ihr Kind von einer weiteren Person geliebt wird. Wie schön dies für das Kind ist!
    Die neue Frau kennen lernen ist sicher ein sehr guter Schritt und schlussendlich ist es meistens halb so schlimm, als die eigene Vorstellung. Ich kann folgendes Buch sehr empfehlen: „Mach’s dir leicht“ von Rafael Santandreu 🙂

  • Kate sagt:

    Der Text ist sehr berührend. Ich wünsche Ihnen viel Kraft. Sie machen es gut und schreiben so ehrlich und offen über ihre Gefühle. Danke für diese Offenheit.

  • Michi sagt:

    Seien Sie doch froh, dass ihr Ex-Mann ihnen den Sohn nicht vorenthält und Sie nicht finanziell ausblutet.

    • Angi sagt:

      Oh…da ist sie bestimmt dankbar!Vielleicht hat der Michi nicht bemerkt,dass es hier weniger um Organisatorisches als um die Gefühlslage einer Mutter geht,deren Position und Funktion nun eine andere Frau eingenommen hat.Nur ein Detail,aber es scheint an dir vorbeigezogen zu sein.

      • Leo Schmidli sagt:

        Ich denke, der Michi spielt darauf an, dass leider sehr viele Männer in diese Rolle gebracht werden: Ein Goldesel, der zahlen muss, aber das Kind nicht sehen darf.

        Vielleicht hat die Angi nicht bemerkt, dass es hier auch um die Gefühlslage eines Vaters gehen kann. Vielleicht ist er ja auch selber davon betroffen. Nur ein Detail, aber es scheint an dir vorbeigezogen zu sein.

  • Eveline sagt:

    Das muss brutal sein für die Mutter… Herzzerreissend, das verstehe ich. Aber ich denke, dass es dem Sohn gut geht ist das wichtigste, und das scheint ja zu klappen :). Als ein Kind aus einer eher verstrittenen Scheidung mit baldiger „Ersatzmama“ kann ich sagen, dass es nicht besser ist wenn das Kind die „Ersatzmama“ nicht akzeptiert. Vielleicht für die richtigi Mama, aber ganz bestimmt nicht fürs Kind…
    Ich empfehle Ihnen ganz fest, die neue Frau kennenzulernen. Im besten Fall verstehen Sie sich gut und können über Grenzen etc. sprechen. Im schlechtesten Fall bleibt es so wie es ist.
    Viel Glück für Sie und Ihre Familie!

    • tststs sagt:

      Oh je, in diesem speziellen Fall würde ich dringend davon abraten, mit dieser Frau in Kontakt zu treten… Wer weiss, in welcher Gedankenspirale die Auto rin landet, wenn sie die Frau mag… und in welcher, wenn sie die Frau nicht mag…!!!

  • Bernhard Piller sagt:

    Diese Geschichte passiert in umgekehrter Weise 100 x öfters den Vätern. Warum thematisiert man nicht diese Konstellation?

    • Bruno Studer sagt:

      –> weil bei der Frau der Hormonhaushalt höher ist und die Mutter – als das Kind Gebärende – immer einen höheren Anspruch an die Kinder stellt als der Vater. Eine Haltung, die viele Gerichte ja noch immer teilen …

      • tststs sagt:

        Also Sie wissen schon, dass dieser Hormoncocktail nicht bis zum 18. Geburi der Sprösslinge anhält….

        Und eine kleine Verfeinerung: Auch ich beobachte oft, dass Mütter einen höheren Anspruch an sich selber haben, was die Kinder betrifft (nicht Ansprüche an die Kinder direkt), als Väter… aber auch diesen Zopf haben wir bald abgeschnitten…

    • tststs sagt:

      Haben Sie Zahlen/Statistiken dazu?

      Denn aus dem Bauch heraus würde ich genau das Gegenteil behaupten: Männer/Väter lassen sich viel schneller und öfter auf neue Beziehungen ein als Frauen/Mütter…

      Was aber ganz sicher andersrum eher passiert, dass Mann sich mit einem neuen Vater, der nun mehr Zeit mit dem Kind verbringt, abfinden muss. Dies ist aber dem Umstand geschuldet, dass die meisten Kinder immer noch ausschliesslich bei der Mutter wohnen…

      • Sarah Halder sagt:

        Im Normalfall arbeitet der Mann und bringt Geld nach Hause. Verdient mehr als die Frau. Die Frau ist besser dafür geeignet, sich (mehrheitlich) um ein Kind zu kümmern (sorry, aber das ist meistens so, egal wie sehr ein Vater seine Kinder liebt).
        Mit einem Einkommen der Mutter und dem Mann als Hausmann wäre es in den meisten Fällen viel schwieriger als umgekehrt, und die Männer wären in der Rolle langfristig auch nicht glücklich.
        Man muss bei einer Scheidung ja auch praktisch denken, weil meist ist es so schon finanziell schwer genug.
        Das gemeinsame Sorgerecht ist für mich logisch, wie man es dann mit Wohnsitz und Besuchen regelt, sollte auch die Wünsche des Kindes berücksichtigen. Leider werden vor allem die kleinen Kinder von einer Seite oft stark manipuliert.

      • Leo Schmidli sagt:

        @Halder: Etwas sehr pauschal, finden Sie nicht?
        „Die Frau ist besser dafür geeignet, sich (mehrheitlich) um ein Kind zu kümmern…“
        Dafür sind Männer die besseren Autofahrer!

        „…und die Männer wären in der Rolle langfristig auch nicht glücklich.“
        Richtig, weil auch alle Frauen nur an den Herd möchten.

        Peinlich, was Sie hier von Sich geben.

      • 13 sagt:

        @ S.H.
        „Leider werden vor allem die kleinen Kinder von einer Seite oft stark manipuliert.“
        Ja, meiner Erfahrung in den meisten Fällen von Müttern, die der Ansicht sind, dass Frauen „besser dafür geeignet, sich um ein Kind zu kümmern“.

      • tststs sagt:

        @13: Treffer, versenkt!

    • 13 sagt:

      @ B.P.
      Natürlich passiert das Vätern genau so. Warum sind Sie aber der Meinung, dass das separat thematisiert werden muss? Unterscheiden sich denn die Gefühle eines Vaters, der die hälftige Obhut lebt, von denen der Mutter? Ich bin eigentlich der Meinung, nicht. Eher lässt sich der Text sehr gut auch auf Väter übertragen. Diese sind ja nicht ausgeschlossen.

      • Sarah Halder sagt:

        Auch wenn es pauschal tönt: Der Mann arbeitet im Normalfall 100%, und ist je nach Job auch entsprechend gefordert.
        Wo da die Zeit bleibt, um sich noch um ein Kind zu kümmern, resp. die Erziehungsarbeit mehrheitlich auf sich zu nehmen??
        Normalerweise arbeitet eine Frau nach der Scheidung oft nur Teilzeit (meist auch aus Altersgründen, oder weil es heute immer schwieriger ist, einen guten Job zu finden, erst recht nach einer Kinderpause).
        Ich sagte nur, man muss neben allem anderen auch ökonomisch und praktisch denken.
        Und dass man zum Wohl des Kindes handeln sollte.
        Und ich bin sicher nicht die einzige, die der Meinung ist, dass die Mutter eine stärkere emotionale Verbindung hat zu einem Kind, rein durch die 9 Monate Schwangerschaft, Stillen etc.
        Wo ist da die Peinlichkeit?

      • Bernhard Piller sagt:

        Ich bin nur verwundert, dass man die Geschichte nicht umgekehrt beschrieben hat, denn sie findet viel häufiger statt.

      • 13 sagt:

        Häufiger geht doch fast nicht. Dieses Ex-Paar lebt die geteilte Obhut, diese ich nachwievor selten und meiner Meinung nach nicht mit der alleinigen Obhut eines Elternteils zu vergleichen. Und in dieser Konstellation gibt es dann zwei Elternteile, die sich, wenn der andere einen neuen Partner resp. neue Partnerin hat, damit auseinandersetzen müssen. Das wäre dann in etwa gleich häufig. Die emotionalen Probleme sind aber durchaus vergleichbar.

      • tststs sagt:

        Noch einmal, woher haben Sie diese Zahlen?
        Ich bestreite nicht, dass – geschuldet dem Umstand der einseitigen Obhut – dass es öfters vorkommt, dass Väter ersetzt werden.
        Aber im Grossen und Ganzen (muss noch die Quelle suchen) bin ich mir eigentlich sicher, dass Männer nach der Scheidung schneller wieder eine Partnerin finden, wieder heiraten (und gar wieder Kinder haben).

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich bin jetzt nicht sicher, ob ich es schaffe wirklich zu erklären, was ich meine, aber ich versuche es mal. Völlig geschlechtsunabhängig: Die Gefühle/Probleme eines Elternteils ohne Obhut sind für mich nicht mit denjenigen eines Elternteils in geteilter Obhut vergleichbar. Beim ersten muss man damit klarkommen, dass man im Leben des eigenen Kindes keine primäre Rolle mehr spielt. Man wird zum Wochenendpapi, welcher vielleicht versucht, noch aktiv am Leben teilzunehmen, aber letztlich spielt sich sowohl das Leben des Kindes wie auch des Elternteils ohne einander ab. Bei der geteilten Obhut richtet man sich auf ein Leben mit Kind ein, nur ist dieses die halbe Zeit nicht da, sondern bei einem anderen. Es ist eine andere Situation.

      • 13 sagt:

        Was ich damit sagen will:
        Sprechen wir von der geteilten Obhut, spielt es keine Rolle ob Mann oder Frau. Sprechen wir über ein Elternteil, welches die Obhut verliert, dann wäre das eher der Mann, das stimmt, aber es ist eine andere Situation und ein anderes Thema. welches jedoch hier gerne mal besprochen werden soll, das fände ich ganz gut.

      • tststs sagt:

        Ich finde, Sie haben das verständlich geschrieben, 13, und würde es noch um folgenden Gedanken erweitern:
        Bei geteilter Obhut kann man(n) sich wenigestens mit dem Gedanken trösten, dass „der andere, neue Elternteil“ nicht mehr Zeit mit dem eigenen Kind erhält, als man selber.
        Bei der alleinigen Obhut kann es tatsächlich passieren, dass der Neue quantitativ mehr Zeit mit den Kids verbringt als der leibliche Vater.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich verstehe, was Sie sagen wollen, bin aber gar nicht einverstanden. Ich finde die Situationen durchaus vergleichbar, nur ist das eine noch viel heftiger als das andere. Es gibt nicht nur einen zweiten Vater im Leben der Kinder, sondern vielleicht gar einen, der vollständig dieses Rolle ausfüllt.
        Ich weiss nicht, weshalb es einfacher sein soll, praktisch ganz aus dem Leben der Kinder ausgeschlossen zu werden, als „nur“ halb. Damit findet man sich doch nicht einfach ab. Und schon gar nicht, wenn es noch frisch ist, und die Kinder noch vor kurzem täglich um einen herumwaren.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich habe nie geschrieben, das sei EINFACHER. Ich habe geschrieben, es sei ANDERS. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Natürlich ist das zumindest am Anfang vermutlich einiges schwerer, ein Kind mehrheitlich loszulassen und zuzulassen, dass ein anderer zum sozialen Vater wird. Später kann es einfacher werden, weil es weniger Kooperation in Erziehungsfragen braucht. Das hängt ganz von der Situation und den einzelnen Personen ab, darum finde ich eine Wertung eigentlich unmöglich. Ich halte diese beiden Situationen nur in vielerlei Hinsicht für schwer vergleichbar.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ich halte diese beiden Situationen nur in vielerlei Hinsicht für schwer vergleichbar.“
        Ich nach wie vor nicht. Für mich gibt es ein Kontinuum von teilweise ersetzt als Mutter/Vater bis ganz, und je mehr, desto schlimmer ist es. Man ist ja dann neben anderem auch mehr allein und hat Zeit, darüber nachzudenken und zu trauern.

      • 13 sagt:

        „Für mich gibt es ein Kontinuum von teilweise ersetzt als Mutter/Vater bis ganz, und je mehr, desto schlimmer ist es. “
        Das tönt nachvollziehbar, ist aber ehrlich gesagt nicht das, was ich jeweils erlebe. Man liebt das Kind bei Alleinsorge des anderen nicht weniger und vermisst es durchaus, aber man richtet sich mit der Zeit das Leben ein, ohne das Kind im Alltag zu haben. Es ist eine Trauer, die jedoch überwunden werden kann. Da sich aber die Rolle des sozialen Vater in dieser Konstellation ganz anders präsentiert als die des biologischen, ist die Konkurrenz kleiner. Man wurde teilweise ersetzt, man übt nicht weiterhin aber neben einer anderen Person die gleiche Rolle aus. Wie gesagt, was schwieriger ist, will ich nicht werten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das würde heissen, unter Umständen ist es besser, die Vaterrolle ganz einem Fremden zu übergeben, als sie mit einer anderen Person zu teilen. Weil die Absprache so mühsam ist? Weil man immer wieder Diskussionen zu führen hat? Die hat man als Wochenend-Papa vermutlich auch.
        Ich kann das nicht nachvollziehen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ja, unter Umständen ja, nämlich dort, wo sich die Konflikte nachteilig für das Kind auswirken. Ich bin wirklich ein Fan der geteilten Obhut und bin der Meinung, es sollte sie öfters geben und könnte mir selber bei einer allfälligen Scheidung, was ich natürlich nicht hoffe, nichts anderes vorstellen. Meine Kinder wären am Boden zerstört, wenn sie einen der Elternteile nicht mehr haben, da wir stets dafür gesorgt haben, dass in ihren Augen beide gleichwertig sind. Aber das gilt eben dort, wo es möglich ist. Das war aber nicht der Punkt, sondern dass sie damit die Probleme unterscheiden.
        Ein Freund von mir (und Vater ohne Obhut) sagte vor Kurzem, er sei froh, dass sein Sohn wieder einen Mann im Haus habe. Würde er das sagen, wenn er 50% betreuen würde? Kaum.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ein Freund von mir (und Vater ohne Obhut) sagte vor Kurzem, er sei froh, dass sein Sohn wieder einen Mann im Haus habe. Würde er das sagen, wenn er 50% betreuen würde?“
        Nein. Denn dann würde er ja diese Rolle ausfüllen. Aber offenbar hat er die Hoffnung darauf aufgegeben. Und ist nicht glücklich, wie die Mutter erzieht (bzw. beim Erziehen an ihre Grenzen stösst).
        „Ja, unter Umständen ja, nämlich dort, wo sich die Konflikte nachteilig für das Kind auswirken.“ Das Problem ist hier, dass das Kind auch dann bei der Mutter verbleibt, wenn diese für die Konflikte in erster Linie sorgt. Ein klassischer Fehlanreiz.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Eben die Rolle des biologischen Vaters und des Stiefvaters unterscheiden sich stark, weshalb eben der Konkurrenzkampf kleiner ist. In diesem Fall hat er gar nichts gegen die Erziehung der Mutter, er ist nur froh, sind jetzt zwei Erwachsene da, da er aus guten Gründen nicht sein kann.
        Zum zweiten gebe ich Ihnen recht und bin der Meinung, dass man das Problem nur lösen kann, indem man eine Obhutsübertragung in Betracht zieht. Eine geteilte Obhut trotz grossem Konflikt wäre zwar „fair“ und würde „keine Anreize schaffen“, aber wäre nicht gut für das Kind. Aber eben, jede Situation ist anders.

    • Lisa sagt:

      @Bernhard: Weil eine Frau den Artikel geschrieben hat, vielleicht?
      Es hindert Sie niemand daran, die Sichtweise des Mannes in einem neuen Artikel zu thematisieren.
      Wie kommt es eigentlich, das sich immer die „nicht gerade im Fokus stehende“ Lesergruppe benachteiligt fühlt? Ist doch völlig logisch, das eine Autorin/Mami auch die weibliche Perspektive darlegt, täte sie das aus der männlichen Perspektive, wärs euch ja auch wieder nicht recht.

      • Sportpapi sagt:

        @Lisa und andere: Bemängelt wird nicht, dass eine Frau die Geschichte aus ihrer Sicht beschreibt. Sondern dass die Red aktion die Geschichte, die ja meiner Meinung nach von Vätern wie Müttern erzählt werden könnte, von einer Frau erzählen lässt, obwohl das Männer viel häufiger und viel drastischer (Kontakt beschränkt auf Besuchstage, während ein neuer Mann mit den Kindern zusammenlebt) erleben.
        Das ist etwa so, wie wenn man (nur) eine Frau erzählen lässt, wie es im Militär so ist…

  • Marianne Reifers sagt:

    Ich verstehe diese Frau. Es tut weh, wenn eine Mutter ihr Kind teilen muss und es ist etwas viel verlangt, wenn mann von ihr Souveränität verlangt. Diese Stille in der Wohnung, die allen Phantasien freien Lauf lässt bis an die Haustüre und dann in die andere Wohnung, wo das Kind jetzt zu 50% lebt. Es geht gegen alle Vorstellungen über das Muttersein. Sie hat ihrem Sohn alles gegeben und bekommt nun noch die Hälfte. Sie hat Glück: die zweite Mutter ist eine gute Mutter, die dem Buben Leben gönnt. Und schon kommt die Angst, jene könnte die bessere sein, mehr unternehmen, mehr aufklären und mehr Liebe vom Buben erfahren. Das ist so gemein wie verständlich und schmerzlich. Sie hat ein zweites Glück: Der Bub kennt den Weg, um die Phantasien zu zähmen. Und sie hört auf ihn. Eine grosse Mutter!

    • tststs sagt:

      Bitte was??? Alles gegeben, erhält nur noch die Hälfte?!?

      Wer die Beziehung zu Kindern als mathematisch Gleichung versteht, hat eh schon verloren (um einmal mehr in diesem Vokabular zu bleiben…)

  • Para Noia sagt:

    Nach dem Lesen der Sichtweise der „zurückgelassenen“ Mutter, hoffe ich natürlich, dass die Beziehung des Vaters mit der Neuen kreischend und in einer Misere endet.

    • tststs sagt:

      Bitte was?????
      Noch einmal: Ich verstehe, dass diese Frau sich in einer Krise befindet! Diese hat aber nichts mit den Dingen an sich zu tun oder gar mit den beteiligten Personen, sondern einzig und allein mit einer „Schwäche“ bei dieser Frau (was auch gar nicht schlimm ist, ist nur menschlichallzumenschlich). Weshalb andere dafür leiden sollen, erschliesst sich mir nicht ganz.

    • Leo Schmidli sagt:

      Warum? Sie kennen doch gar nicht die Gründe für das Ende der Beziehung. Ist natürlich auch super für das Kind, wenn eine solche Beziehung wieder endet.

    • Flo, die echte! sagt:

      ja wenn ich ihren Kommentar lese bekomme ich Paranoia!
      Seltsamerweise werden Kommentare die dieselbe Situation aus Sicht betroffener Vätern geschildert zum Teil einfach gelöscht!

  • Andrea sagt:

    Liebe Autorin, das Leben ist manchmal hart und ungerecht. Mir ging das in einem anderen Zusammenhang so. Irgendwann sagte ich mir, dass mir Selbstmitleid nichts bringt, sondern, dass ich selber versuchen muss, das beste aus dieser Situation zu machen. Sie scheinen auf dem besten Weg dazu zu sein. Lassen Sie sich die Freude am Schönen im Leben nicht verderben. Mir half es, mich auf meine Stärken und Resourcen zu konzentrieren, anstatt auf meine „Mängel“. Alles Gute wünsche ich Ihnen.

  • Monika sagt:

    Als „Zweitmutter“ kenne ich die andere Seite. Den Versuch der Mutter, die Zweitmutter eben immer auf den zweiten Platz zu verweisen. Warum? Es ist kein Wettbewerb, in dem man das Kind gewinnt oder verliert. Sollte nicht das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen und nicht die Eitelkeit der Erwachsenen? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn dann die „Erstmutter“ einen „Zweitvater“ findet, plötzlich alles ganz anders ist und sie froh ist, Zeit für sich und ihren neuen „Liebsten“ zu haben.

  • extraterrestre sagt:

    Die Sicht der Mutter ist schmerzhaft. Vieles kann ich verstehen und nachfühlen. Andererseits müsste sie AUCH froh sein, dass der Papa mit einer Frau zusammenlebt, die sich liebevoll um das Kind kümmert. es könnte viel schlimmer sein, und das wäre für alle beteiligten noch viel schmerzhafter, vor allem aber für das kind. denn die richtige mutter kann trotz allem nicht ersetzt werden und bestimmt ist auch das kind traurig. ich wünsche allen beteiligten, der mutter, dem papa, der neuen Frau des papas, und vor allem dem kind, dass sie sich im neuen gefüge mit der zeit zurechtfinden, und dass sie dies auf friedlichem weg tun können. die hand ausstrecken, um die neue Frau kennenzulernen, ist bestimmt ein richtiger und mutiger erster schritt! Viel Glück!

    • mila sagt:

      Für mich waren die neuen Frauen meines Vaters keine zweiten Mütter, dies vorab. Weshalb man so eine Bezeichnung einführen sollte, erschliesst sich mir grundsätzlich nicht. Aber die Frau, die sich um mein Kind mit-kümmert, hätte ich persönlich sofort kennenlernen wollen. Auch, um eine Beziehung zu ihr aufzubauen, wenn sie schon (nach kurzer Zeit) so intensiv in die Familie eingebunden ist. Gutes Verhältnis, nach bestem Willen und Können ja – zweite Mama definitiv nein.

      • tststs sagt:

        Lustig, meine Eltern hatten so gar kein Bedürfnis eine Beziehung zum Partner des Ex’s aufzubauen. Selbstverständlich wurde man einander vorgestellt. Aber ich glaube in 15 Jahren „gemeinsamer Erziehungsarbeit“ haben sie untereinander keine 10 Sätze gewechselt.

      • mila sagt:

        Die Beziehung muss ja keine intensive sein. Aber ich würde wissen wollen, mit wem es mein Kind zu zun hat, auf einer regulären Basis. Ausserdem trifft man sich regelmässig, vielleicht bei einer Schulfeier, einem Geburtstag… je ungezwungener der Kontakt, desto besser für das Kind. Selbst wenn der Kontakt sehr lose ist. Sich demonstrativ anschweigen scheint mir persönlich recht gezwungen.

      • Carolina sagt:

        Sehe ich genau gleich, mila. Es wird, bei allem verständlichen Leid und Hadern, irgendwann Zeit, den Kopf einzuschalten und sich zu überlegen, dass das Kindswohl über allem zu stehen hat. Und das heisst in diesem Fall, dass ich zumindest die Zweitmutter kennenlernen wollte. Sie muss nicht meine beste Freundin werden, aber wenn sie regelmässig mein noch relativ junges Kind versorgt, wäre für mich kein Halten! Und wenn das Kind sogar darum bittet, ist das für meine Begriffe ein Zeichen dafür, dass es hin- und hergerissen ist und besser leben könnte, wenn man sich gegenseitig zumindest respektierte -das geht aber nur durch Kennenlernen!

      • tststs sagt:

        Das ist übrigens der Punkt, den ich am wenigsten verstehen kann.
        Ob man sich einfach ein Kennenlernen, intensiven Kontakt oder gar eine Freundschaft wünscht, ist ganz unterschiedlich. Aber „der Neuen“ zumindest mal die Hand zu geben und sich gegenseitig vorzustellen, das geschieht doch bitte am ersten Tag! Und nicht irgendwann „… mir wird klar, dass nun die Zeit gekommen ist, sie kennen zu lernen.“

      • tststs sagt:

        „je ungezwungener der Kontakt, desto besser für das Kind“
        Ich würde sagen, je authentischer der Kontakt, desto besser für das Kind.
        Unsere Eltern haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass zwischen ihnen keine Liebe mehr vorhanden ist und dass sie komplett getrennte Wege gehen werden. Sie haben uns aber immer glaubhaft versichert, dass dies absolut nichts mit uns Kindern zu tun habe und auch wenn sie keine Liebe mehr füreiander haben, so dürfen wir sie immer noch gern haben. Und dasselbe gilt auch für die neuen Partner.
        Vllt ist es gerade dieser totale Bruch, der meinen Eltern eine emotionslose, kindswohlförderliche Scheidung ermöglichte…

      • tststs sagt:

        Um den Kreis zu schliessen: Niemals wäre es bei meinen leiblichen und meinen Stiefeltern zu einem „ungezwungenen Miteinander“ gekommen; ich behaupte, wir Kinder hätten ein allfälliges Theater rasch durchschaut…

  • Leser sagt:

    Betroffen ewwäre ja eigentlich das Kind, aber hier schreibt ja nicht das Kind weswegen der Titel absolut irreführend ist.
    Mir tut der Junge ein wenig leid. Gleich zwei Glucken am Hals…

  • Sarah Halder sagt:

    Seit 7 Jahren geschieden. Tochter inzwischen bald 17 Jahre alt.
    Nach einem Jahr hat mein Ex wieder geheiratet. Wir haben gemeinsames Sorgerecht. Ich habe fast gar keinen Kontakt mit meinem Ex und noch weniger mit seiner Frau (Kommunikation über Tochter). Und doch ist die neue Frau extrem eifersüchtig und hasserfüllt mir gegenüber (es ist ihre Natur). Sie lässt diese negativen Gefühle an meiner Tochter aus. Diese sagt: Die Frau ist nur da, um mir jeden Tag so schwer wie möglich zu machen.
    Es ist, wie es ist. Ändern kann ich es nicht.
    Warum er sie geheiratet hat ist mir ein Rätsel. Heute ist auch nicht mehr alles rosarot in dieser Ehe.
    Vielleicht wäre ich eifersüchtig, würde meine Tochter die Frau sehr gut mögen.
    Ich hatte seit der Scheidung keine neue Beziehung.

    • Sarah Halder sagt:

      PS: Am Wichtigsten ist, dass es dem Kind gut geht. Eine Scheidung ist immer, dass man ein Kind „teilen“ muss, nicht mehr für sich alleine hat. Dass man akzeptieren muss, dass es eine andere „Mutter“ oder „Vater“ lieben könnte.
      Nur: Die leibliche, echte Mutter / Vater kann niemand ersetzen, niemals. Mutter ist Mutter, Vater ist Vater – ein Leben lang.
      Man kann auch auf Grossmütter, Nannys etc. eifersüchtig sein, wenn die Kinder diese mehr mögen (weil sei lustiger sind, entspannter, mehr Süssigkeiten kaufen)
      Man muss sich einfach ein paar Jahre früher damit abfinden, dass ein Kind eine eigenständige Persönlichkeit ist, die irgendwann ganz und total einen eigenen Weg geht. Als Teenager lieber mit Freunden rumhängt als mit Eltern, eigene Hobbys / Berufswahl hat.

      • tststs sagt:

        Sorry Frau Halder, das ist jetzt BS erster Güte

        „Die leibliche, echte Mutter / Vater kann niemand ersetzen“ streng-logisch genommen natürlich nicht, sonst wäre man gar nicht erst auf die Welt gekommen.
        Für alle anderen Fälle gilt: Nein, Eltern-Kind-Liebe ist nicht vom genetischen Verwandschaftsgrad abhängig!

    • tststs sagt:

      Uuhhh, heute bin ich eine pösepöse Einmischerin:
      Werte Frau Halder, Sie haben keinen Kontakt zu dieser Frau, wissen aber genau, wie sie so charktermässig ist?

      • Sarah Halder sagt:

        Keinen Kontakt zu haben heisst nicht, dass ich sie nicht kennengelernt habe.

      • tststs sagt:

        ? Wie wollen Sie jemanden ohne Kontakt kennenlernen?
        Selbstverständlich kann man sich auch auf die Schilderungen Dritter verlassen und auf diese Art jemanden kennenlernen… aber wenn die einzige Quelle die pubertierende Tochter ist (die sicher ein ganz tolles Mädel ist, sorry, dass ich sie hier miteinbeziehe), dann ähm… ja…

  • tststs sagt:

    „Soll ich diese Dinge nun auch alle machen, damit ich etwas Lässiges mit ihm mache und sie vielleicht weniger lässig wird?“
    In aller Härte, werte Auto rin: Wenn Sie so denken, dann werden Sie die Verliererin sein (um in Ihrer Denke und Sprache zu bleiben).
    Sie wollen allen Ernstes Ihrem Kind etwas madig – oder auch nur „weniger lässiger“ machen – nur damit Ihr Ego weniger leidet?
    Und nur damit es klar ist: Es ist völlig normal und ok, dass das Ego leidet, aber das Kind kann nichts dafür…

    Gottseidank waren meine Eltern nicht so (sicherlich haben sie gehadert, aber dies niemals gezeigt); so wurde mein Leben um zwei Menschen reicher und vor allem meinen Stiefvater möchte ich keinen Moment in meinem Leben missen…!

  • Simone M. sagt:

    Danke für ihre ehrlichen Worte, als Mutter fühle ich fest mit ihnen und es macht mich sehr traurig. Trozdem schön teilen sie sich die Verantwortung. Ist sicher gut wenn sie die Frau mal kennen lernen und sie wird sie als Mama niemals ersetzen. Ich wünsche ihnen fest dass ihr Sohn auch bald 2 Papas hat:).

  • Random Guy sagt:

    Dem Buben scheint es prima zu gehen, ich freue mich für ihn.

    • Mutter und Bonusmutter sagt:

      Genau.
      Wie schön, dass der Junge die Zeit, in welche er nicht bei seinem Mami sein darf, mit einer lieben «Bonusmutter» und nicht eine „böse Stiefmutter“ teilen darf.
      Auch für die neuen Partnerin wird die Situation nicht immer einfach sein. Und dass das ganze so schön funktioniert mit den Beiden, ist doch eigentlich positiv.
      Keine Angst, die leibliche Mutter wird nie ersetzt werden können.
      Am besten lernen sie die neue Patnerin bald kennen. Lernen sie, die zusätzliche Bezugsperson als Bereicherung für das Leben ihres Sohnes zu sehen und nicht als ihre Konkurentin.
      Alles Gute 🙂

  • Martin sagt:

    klingt brutal. Aber @Autorin, sie haben ja auch das Recht weiterzuleben, so wie das Ihr Ex machte.

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