Wenn Papa der Baby-Chef ist

Herausforderung Dreiecksbeziehung: Wer ist wem am nächsten? Foto: Pexels.com

Womit du als Frau möglicherweise leben musst, wenn du kein Baby-Chef bist (weil du vier Tage pro Woche ausser Haus arbeitest):

  • Du suchst viel zu lange nach Babywäsche, weil du nicht weisst, was gerade gewaschen wird/dreckig ist/gleich dreckig wird/am Trocknen ist, denn du bist weder Head of Wäsche noch Head of Fashion.
  • Du ziehst dem Baby deshalb die violetten statt der blauen Socken an, was es doof findet, weil die violetten jetzt nicht mehr seine Lieblingssocken sind.
  • Du stützt das Kind, wenn es die Treppe bei der Rutschbahn raufklettert, was das Kind blöd findet, weil es mit dem Papa längst gelernt hat, selber raufzugehen.
  • Du kennst die neuen Vollkornguetsli nicht, nach denen es so wild ist, und weisst nicht, warum es im Coop so schreit.
  • Du musst im Haushalt loslassen und wirst trotzdem mehr zu tun haben, als du denkst.
  • Es sei denn, du willst im Chaos versinken: Ein Mann kümmert sich im Zweifelsfall nicht wie eine Frau um den sauberen Küchenboden, den Kontakt mit den Grosseltern, das Altpapier, den Abwasch, die Wäsche und das Baby, sondern nur um die Wäsche und das Baby.
  • Du brauchst ein krasses Gedächtnis und eine Putzfrau.
  • Du wirst die ersten Wörter deines Babys nicht immer auf Anhieb verstehen, weil dir der Kontext, in dem es Wörter gelernt hat, manchmal fehlt.
  • Du wirst nie wissen, woher der lustige Tanz mit Rückwärtsgang kommt, den das Kind da an einem Nachmittag plötzlich aufführt.
  • Du wirst damit leben müssen, dass das Kind dir eher freudig zuwinkt, wenn du das Haus verlässt, und eher schreit, wenn der Papa weggeht.
  • Du triffst auf dem Spielplatz Mütter, die dein Kind kennen, aber dich nicht.
  • Du triffst auf dem Spielplatz Kinder, die dein Kind kennen, aber dich nicht.
  • Du lernst generell keine neuen Mütter kennen, weil du nie im Babyschwimmen bist.
  • Du weisst nicht, wann Kinderflohmi und Kindersingen stattfinden, und verwechselst die verschiedenen Quartier- und Gemeinschaftszentren immer noch.
  • Du verpasst die meisten Kindergeburtstage (es sei denn, sie finden am Wochenende statt).
  • Du verbringst das Weekend nicht en famille, sondern allein mit deinem Kind und umgeben von mitleidigen, unternehmungsfreudigen Familien in Gesamtbesetzung, weil dein Mann, der das Baby unter der Woche betreut hat, auch mal durchschnaufen will.
  • Du weisst nie so recht, wie schwer und gross dein Kind ist, weil dein Partner mit ihm zur Arztkontrolle geht.
  • Dein Kind ist nicht weinerlich und schreit nicht ständig nach dir, wenn es ein Problem hat (ausser, wenn es krank ist).
  • Dein Kind lacht bei den Witzen und Kitzelspielen, die es mit dem Papa erfunden hat, und die du nachmachen willst, nicht ganz so laut.
  • Du bist finanziell völlig unabhängig.
  • Also eigentlich geht es dir wie den meisten Männern. Und damit lässt sich leben.

69 Kommentare zu «Wenn Papa der Baby-Chef ist»

  • Hans Hegetschweiler sagt:

    Wieso sind hier so viele so kritisch zum Artikel? Ein bisschen livestylig halt, wie die sich cool gebenden Blogs des Tagesanzeigers eben sind, aber eigentlich wird die Situation ganz gut und detailreich beschrieben. Wahrscheinlich stimmt sogar, dass viele Hausmänner nicht so gründlich putzen wie die Vorzeige Balz Friedlis.

  • Reisende sagt:

    ich glaube hier werden ein paar Dinge vertauscht, die Autorin schreibt doch, dass sie vier Tage weg ist, also gehe ich davon aus, dass sie örtlich ganz woanders ist und nicht „nur“ einfach arbeitet… ich mache das auch, drei Tage die Woche, aber die Beziehungen zu anderen Müttern und Freunden habe ich aufgebaut während der Baby-Pause („nur“ fünf Monate) und natürlich muss man investieren und dies pflegen. Niemand wartet auf einen, aber hey, man hat ja auch gewählt diesen Job anzunehmen, dann kommt nach dem „A“ sagen eben auch das „B“ sagen… und man kann mit dem Partner ja auch reden und sich auf dem Laufenden halten…? Ich kann verstehen, dass man journalistisch etwas überziehen muss, um die Message zu platzieren, aber was ist denn hier die Message?

  • Martin sagt:

    Die Blogs müssen überspitzt geschrieben werden, gell. Freue mich jedenfalls auf den nächsten Kindergeburtstag, mit genügend Freunden geniesse ich diese Parties inzwischen.

  • Claudi sagt:

    „Ein Mann kümmert sich im Zweifelsfall nicht wie eine Frau um den sauberen Küchenboden, den Kontakt mit den Grosseltern, das Altpapier, den Abwasch, die Wäsche und das Baby, sondern nur um die Wäsche und das Baby.“

    Wie verbittert und männerfeindlich (oder überheblich und eingebildet) muss man sein, um als Frau solche Vorurteile zu pflegen.

    • Max Blatter sagt:

      Also – ich erkenne mich als Mann teilweise schon in Claudia Schmids Aussage wieder! Als Früh-Teenager hatte ich, zur Zeit des Kalten Krieges, den Begriff „Gleichgewicht des Schreckens“ (zwischen Ost und West) aufgegabelt und fragte meine Mutter, wozu man überhaupt putze; man solle den Schmutz doch einfach lassen, irgendwann gebe es dann von selbst ein „Gleichgewicht des Dreckes“. Ich glaube, etwas von diesem Teenager ist heute noch in mir …

      • Dreifachpapi sagt:

        Ich erkenne mich gar nicht in solchen pauschalen Aussagen.
        Aber Man(n) könnte die to-do Listen doch noch etwas erweitern um all die Dinge, welche Frauen NICHT besser können (um die weiblichen ewigen Nörgeleien im Mamablog wenigstens ein wenig gendergerechter auszulegen). Wie wäre es mit Velo flicken, Wände streichen, eine systematische Ordnung im Haus schaffen etc.
        Ist nicht ganz ernst gemeint. Aber ein ernster Hinweis auf die sexistische Grundhaltung, welche in diesen Autorenbeiträgen regelmässig durchschimmert.

    • Carolina sagt:

      Claudi, wenn Sie hier regelmässig mitlesen, wissen Sie, dass genau diese Verbitterung und Einbildung regelmässig von der anderen Seite auch kommt…….
      Jede Beziehung, jede Familie hat auch etwas mit Arbeitsteilung zu tun und da prioritisieren Partner nun mal jeweils etwas anders – die Kunst ist es, jenseits aller Stereotypen alles so aufzuteilen, dass jeder gut damit leben kann. Mein Mann hat wunderbar für die Kinder geschaut, er konnte ohne Listen im Kopf (wie ich) einfach die Zeit vergessen, aber wenn es um so Dinge ging wie Kontakt halten mit Nachbarn, Freunden, Familie oder die Wäsche machen, war immer ich gefragt, trotz 100% Job. So what? Dafür hat er, als er dann im Ausland arbeitete und ich Hausfrau war, in seiner raren Freizeit Dinge repariert, die Rowdy-Spiele mit den Kindern

      • Carolina sagt:

        /2 nachgeholt und all das gemacht, worin ich nicht gut war.
        Ist es nicht das Wesen einer jeden Beziehung, dass jeder sein Ding so gut wie möglich macht, ohne dass der andere ständig nörgelt oder herumverbessert und dass man manchmal auch Dinge übernimmt, die einem nicht liegen?

    • Lichtblau sagt:

      Selbst wenn „der Mann“ sich weniger um die oben genannten Dinge kümmert: vielleicht kocht er was
      Tolles auf Vorrat, singt mit dem Kleinen oder malt ein wunderbares Trompe l’oeil an die Kinderzimmerwand? Aber gibt es wirklich so viele Väter, die ihre Frauen inmitten eines Trümmerfelds von Altpapier und Abwasch erwarten? Ich kenne keine.
      Ansonsten gut geschrieben. Habe mich auch wiedererkannt.

  • Adam Riese sagt:

    Schwierig wird es dann, wenn beide Elternteile nichts verpassen wollen und daher lieber ihr Pensum deutlich reduzieren möchten, was fianziell aber nicht drinliegt. Was dann? Wer setzt sich durch, wenn z.B. 140% nötig wären, beide aber maximal 50% arbeiten wollen, um genügend Zeit mit dem Kind zu erleben?

    • Muttis Liebling sagt:

      Auch wenn beide Eltern 100% arbeiten und die Kinder fremdbetreut sind, verpassen sie gar nichts. Das Jahr hat nur 220 Arbeitsstage und auch an denen hat man mehr Frei- als Arbeitsstunden.

      • Adam Riese sagt:

        Ja, @ML, es kommt halt immer auf die persönliche Definition von „Alltag“ an. Wenn für Sie die Wochenenden und Ferientage gleichbedeutend sind mit Alltag, dann gebe ich Ihnen recht. Ich persönlich habe eine andere Definition. Dies trifft auch auf meine Beziehung zu meiner Frau zu. Eine Wochenend- und Ferienbeziehung hat für mich einen anderen Stellenwert als eine Alltagsbeziehung. Aber wie gesagt: Es muss für die jeweils Betroffenen stimmen.

        Aber zurück zu meiner Ursprungsfrage: Was, wenn beide die Zeit mit dem Kind wollen, aber finanziell nicht beide können? Wer setzt sich im Endeffekt durch?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Adam Riese: Auch wenn man 100% arbeitet sieht man im Normalfall seine Kinder ja am Morgen und Abend. Das ist genug Zeit um jeden Tag mehrere Stunden miteinander zu verbringen und darum effektiv wenig „zu verpassen“. Das ist ja im übrigen auch die normale Beziehung zu einem Partner, ausser man arbeitet gemeinsam. Oder betrachten Sie eine Beziehung auch als ungenügend wenn Sie nicht jeden ganzen Tag mit ihrer Frau verbringen?

        Worauf Sie mit der Frage hinaus wollen, ist auch nicht ganz klar. Das muss wohl jedes Elternpaar selber aushandeln. Immerhin hängt das von vielen Faktoren ab (wer kann überhaupt reduzieren, wer verdient wie viel, etc.). Wenn man sich da nicht einigen kann, siehts eh schlecht aus für die Zukunft. Und zur Not verzichten halt beide und keiner reduziert..

      • Christoph Bögli sagt:

        /2: Das mit „finanziell nicht drinliegen“ finde ich im übrigen auch immer eher fragwürdig. In der Schweiz liegt finanziell fast alles drin, die Frage ist halt vielmehr, wie weit man sich bei seinem Lebensstandard und den Ansprüchen einschränken will. Insofern müssten sich solche Eltern wohl erst einmal darauf einigen, auf was sie (nicht) verzichten wollen..

      • Adam Riese sagt:

        @Ch. Bögli

        Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen. Es wäre nir tatsächlich zu wenig, meine Kinder und meine Frau nur am Wochenende und kurz nach Ferierabend zu sehen. Wenn ich arbeite, gehe ich i.d.R. um 05:45 Uhr aus dem Haus. Da sind weder Kinder noch Frau wach. Wenn ich um 18 Uhr heimkomme, ist der Tag gelaufen. Nimmt man dann auch noch die Zeit für die eigenen Interessen, kämen Frau und Kinder zu kurz. Sich ausschliesslich mit dem gemeinsamen Wochenende zu begnügen, wäre uns zu wenig. Also arbeiten wir halt nur reduziert. So passt es für uns alle.

        Aber eben: Hätte meine Frau darauf bestanden, dass sie die Betreuung nicht wie abgemacht zu mindestens der Hälfte an mich abgibt, sondern nur zu einem kleinen Teil oder gar nicht: Was wäre die Konsequenz gewesen?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Adam Riese: 5:45 bis 18:00 ergibt 12h15. Entweder arbeiten Sie ungebührlich lange oder haben einen sehr langen Arbeitsweg. Beides ist keineswegs zwingend und darum nicht unbedingt ein Musterbeispiel. Da hätte für mich erste Priorität, diesen Zustand zu verbessern. Denn unter den Umständen würde mir die Arbeit definitiv auch zuviel Lebenszeit wegfressen.

        Bzgl. der Konsequenzen: Wie gesagt, wenn man sich als Partner wirklich nicht einigen kann in einer grundlegenden Frage, dann bliebe wohl nur die Trennung. Oder einer gibt angesichts dessen vollumfänglich nach. Die Frage wäre eher, aus welchen Gründen die Frau denn darauf bestehen würde, die Betreuung nicht zu teilen..

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Christoph Bögli

        das finde ich nun ein bisschen Elfenbeinturm-Denken, so ungewöhnlich ist das durchaus nicht.
        Und nicht alle Berufe bieten schöne Bürozeiten, manchmal gibts eine längere Mittagspause, welche man dennoch nicht für Familie nutzen kann. Der Arbeitsplatz wechselt (Monteure, Aussendienst, Bauarbeiten usw).
        Auch der Wohnort ist nicht immer so einfach anzupassen je nach gewachsenem Umfeld, eventuellen Unterstützungsleistungen welche ein anderes Familienmitglied vor Ort erbringt und deshalb nicht weg kann.
        Daher
        @Adam Riese: grosses Kompliment!

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ Transportwesen wollte ich noch erwähnen, die gehen sowieso viel zu oft unter.

    • Max Blatter sagt:

      Was dann? Als frischgebackener Ehemann schwebte mir eigentlich eine Fifty-Fifty-Arbeitsteilung vor. Meine Frau wollte das nicht – nicht wegen des Kontaktes mit den Kindern, sondern weil ich in meinem Beruf mehr verdienen würde als sie. Was zwar stimmte – aber sie nahm es zum Anlass, seit dem Jahr der Geburt unseres älteren Sohnes keinerlei Erwerbstätigkeit mehr auszuüben. Was dann? Ich kann es Ihnen sagen: Trennung, als unser Ältester zehn Jahre alt war!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Max Blatter

        hm, und mit dieser Lösung haben Sie Ihre Kinder mehr gesehen/mehr Zeit verbringen können als vorher?

  • mira sagt:

    Ich habe fast immer 100% gearbeitet und nur wenige der Punkte treffen auch auf uns zu. Obwohl mein Mann deutlich mehr Zeit zuhause verbracht hat als ich (Vollzeit und Teilzeit-Hausmann), war und bin ich die Hauptansprechperson für meine Kinder. Ich glaube, dass das weniger mit der Funktion Hausmann/frau zu tun hat, als mit dem persönlichen Empathie-Level, den eine Mutter oder Vater mitbringt.
    Das mit dem finanziell unabhängig sehe ich anders: wir haben ein gemeinsames Konto und bestimmen auch gemeinsam, für was das Geld ausgegeben wird.
    Nur das mit den anderen Müttern, das kann ich unterschreiben: wenn man nie dabei ist, dann kennt man auch kaum jemanden… das wird aber besser, wenn die Kinder grösser sind.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die Erfahrungen der Autorin scheinen sich nur auf Kleinkinder zu beziehen, vieles davon wird spätestens ab dem Schulalter effektiv bald irrelevant. Wenns dann ernst wird, also im Teenageralter, hängt das Vertrauensverhältnis im Normalfall von allem möglichen ab, aber kaum vom Arbeitspensum eines Elternteils (ausser vielleicht ein Elternteil arbeitet wirklich 24/7 und hat quasi keinen Kontakt zum Kind).

      Das „finanziell unabhängig“ finde ich auch immer etwas seltsam. Ob gemeinsame oder getrennte Konten, letztlich budgetiert man als Partner oder Familie doch gemeinsam. Wirklich „finanziell unabhängig“ ist man darum nie. Wer das trotzdem derart betont, hört sich für mich immer danach an, als möchte er/sie sich einen Fluchtweg offen halten um sich jederzeit absetzen zu können..

      • Max Blatter sagt:

        „Finanziell unabhängig“ wäre man ohnehin höchstens, wenn man das Geld selber drucken dürfte…! Nein: Als Angestellte sind wir vom Arbeitgeber abhängig; als Freischaffende oder Selbstständig-Erwerbende von Auftraggeberinnen und Auftraggebern. Das ist nicht Wortklauberei, sondern eine fundamental wichtige Eigenschaft der freien Marktwirtschaft.

  • Hans Zbinden sagt:

    Und dann würde mich natürlich noch interessieren, was dann im Fall einer Trennung passiert. Wird Frau Schmid dann ihr Baby auch nur jedes zweite Wochenende sehen dürfen und für diesen Kinderbetreuungsservice die nächsten 16 Jahre tausende Franken pro Monat zahlen? Und vor allem: an diejenigen Frauen, die die genannte Nachtrennungsregelung regelmässig völlig in Ordnung finden, weil ein Elternteil ja schon vor der Trennung hauptsächlich die Kinderbetreuung gemacht hat, und dieses „Modell“ einfach weitergeführt wird: finden Sie das dann auch ok, wenn Frau Schmid dazu verurteilt wird? (Oder ist es dann wieder ganz etwas anderes, z.B. weil sich Frau Schmid ja nach eigenen Angaben um „den sauberen Küchenboden, den Kontakt mit den Grosseltern, das Altpapier, den Abwasch“ gekümmert hat?)

  • Brunhild Steiner sagt:

    Wie um alles in der Welt kommen Sie auf „finanziell unabhängig“?

    Unser vollzeit-lohnarbeitendes-Familienmitglied versteht sich jedenfalls nicht als finanziell unabhängig,
    sondern eingebettet in ein System welches für uns,
    in unsren Umständen, am Besten funktioniert.

    In einer Haltung welche grundsätzlich von einem Gemeinschaftssinn ausgeht und nicht von getrennten Kassen wo einer auf (eine so gar nicht existierende) „Unabhängigkeit“ pocht.

    • Carolina sagt:

      Ist mir auch aufgestossen – wenn das ein Mann geschrieben hätte, wäre das Geschrei gross!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Eben Brunhild – darum glaube ich, dass diese „Aufwertung“ eben nicht wirklich eine ist, sondern sublim sagen will: „Schwestern, eure Männer, die Hauptsächlich für den Broterwerb sorgen, haben ein schönes Leben. Ein paar kleine Abstriche bei der Nähe zum Kind (kennen die Lieblingssocken nicht), aber frei, finanziell unabhängig etc. etc.“
        Die Realität sieht für die meisten Broterwerbler ganz anders aus. Meist haben sie das kleinste Privatbudget der ganzen Familie. Hören, dass sie zu viel in die Arbeit investieren und gleichzeitig, dass noch jede Menge Wünsche offen stehen, die noch mehr Einkommen verlangen.
        Aber vielleicht (Achtung Klischee!) geht das ja nur Männern so die im Haupterwerb stehen. Vielleicht sind ja Männer viel zufriedenere Hausfrauen…?

      • Brunhild Steiner sagt:

        …man könnte noch nachfragen ob sie ihm, angesichts der offenbar in-Anspruch-genommenen-finanziellen-Unabhängigkeit wenigstens einen Hausmannlohn bezahlt; oder falls er einen kleinen Zusatzverdienst generiert, diesen zu einem bestimmten Betrag aufstockt…

      • mira sagt:

        Sie können beruhigt sein, das geht auch den Frauen im Haupterwerb so 🙂

    • Muttis Liebling sagt:

      Politökonomisch ist die Familie der kleinste Teil der Gesellschaft, sollte also aus Sicht dieser wie eine Black Box behandelt werden.

      Interessanter Weise stellen aber gerade die Damen, welche Rollenbilder nivellieren wollen gerade diese Rollenbilder immer wieder in den Mittelpunkt und vernichten damit den homogenen Familienansatz.

  • Flo, die echte! sagt:

    Was für eine wohltuende Geschichte und die noch dazu von einer Frau/us der sicht einer Frau.
    Dann steht also, zu mind. für sie fest, dass nicht nur Frauen ihren Job um Kind und Haus gut machen können – wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt.
    Ist schon beinahe ein Lob, oder eine kleine Liebeserklärung an den/die Hausmmann/-männer

  • Reincarnation of XY sagt:

    Klischees, Klischees… Warum brauchen Frauen so sehr ihre Klischees, die sie immer wieder neu zelebrieren?
    „Frauen putzen besser“ „Frauen sind bessere Multitasker“ … etc.
    Ich sehe in der Praxis nichts davon. Es ist individuell verschieden.

    Aber mal ganz abgesehen davon: ist Ihnen nicht ein Punkt in den Sinn gekommen, wo sie ihren Mann wenigstens mit einem positiven Klischee aufwerten könnten, so im Sinne: was er als Hausmann definitiv BESSER macht, als eine typische Hausfrau das tut?
    Nein? Ja, dann denken Sie doch mal darüber nach, WARUM ihnen nur sublime Abwertungen in den Sinn kamen und nicht eine einzige Aufwertung?

    • Brunhild Steiner sagt:

      naja, immerhin sorgt er mit seinem Arbeitseinsatz fürs offenbar anwesende „unabhängig“-Gefühl, das könnte aufwertend gemeint gewesen sein… 😉

    • Zufferey Marcel sagt:

      @RoXY: „wo sie ihren Mann wenigstens mit einem positiven Klischee aufwerten könnten“

      Ich habe manchmal das Gefühl, dass hier ein a) typisch weiblicher oder b) ein vor allem in publizistischen Kreisen weit verbreiteter Minderwertigkeitskomplex kompensiert wird. Ich tendiere zu Variante b, da ich a) in meinen ganzen Leben nur eine Handvoll Mal erlebt habe.

      • Reincarnation of XY sagt:

        @Zuffy – wie weit verbreitet es ist, wird sich wohl schwer feststellen lassen, ohne selbst in die Klischeefalle zu tappen: aber
        1. verbreitet ist es
        2. es eine typische Kompensation eines Minderwertigkeitskomplex

        @Brunhild – man könnte das so sehen, wenn man den Text mit viel Gnade interpretiert, aber mir scheint dieses Detail, sublim eher in die andere Richtung zu gehen. Siehe ihr Einwand weiter oben.

        @Carolina – ich musste mir diese Nähe auch wieder zurück erkämpfen. Zum Glück merkte ich das sehr schnell, als die Kinder noch sehr klein waren und zum Glück bin ich in meinem Job sehr flexibel, dass das auch möglich war.

    • Carolina sagt:

      War mein erster Gedanke bei diesem heutigen Blog: er zementiert in gewisser Weise genau die Clichées, die hier so gern aufgebrochen werden wollen. Dass in jeder Familie die Arbeitsteilung ein wenig anders ist, die Talente bzw der Willen, sich einzubringen, nie bei zwei Paaren gleich ist, Familien je nach Notwendigkeit bzw Umständen ihre Rollen aufteilen, wird immer wieder verdrängt bzw als no-go area in die Schmuddelecke verbannt.
      Für mich ist heute klar, dass ich unglaublich viel verpasst habe, wie Flo unten schön beschreibt: die vielen grossen und kleinen Sorgen, Freuden und Befindlichkeiten, die kleine Kinder mit sich bringen. Die Innigkeit, die sie ihrem Vater als zu-Hause-Elternteil entgegenbrachten, musste ich mir später hart erarbeiten. Was wir einfach endlich lernen

      • Carolina sagt:

        /2 müssen ist, dass jede, wirklich jede Lebensform ihren Preis hat – immer noch so zu tun, als ob gerade Frauen alles machen können, dass man Karriere machen kann, dass man bei der mangelnden Präsenzzeit ein Stück Alltagsleben mit den Kindern aufgeben muss, dass in der Regel irgendwo Abstriche gemacht werden müssen, verkennt, dass dieses für Frauen und Männer gilt, dass wir alle unsere Entscheidungen (und das ist eine wirkliche Errungenschaft, relativ frei entscheiden zu dürfen) auch vertreten bzw absehen können müssen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        wieder mal eine Honig-Balsam-Mischung auf die Seele plus…

        Es wäre so entspannt könnte man das auch hier endlich als Grundlage gegeben einsehen…

      • Habig Regula sagt:

        @Carolina: ich nörgele sonst gerne herum, aber hier einmal: DANKE! 🙂

      • Carolina sagt:

        Oh danke;-))

  • Thomas Schmitt sagt:

    Tut mir leid aber ich kann die oben genannten Punkte überhaupt nicht nachvollziehen. Ich selber arbeite auch 100%, meine Frau momentan nicht.
    Das heisst aber nicht, dass ich überhaupt nichts von zu Hause mitbekomme, dass mein Kind meine Spiele nicht witzig findet oder dass ich nicht weiss, was es gerne isst. Schliesslich spreche ich ja mit meiner Frau und sie erzählt mir all die Dinge, die sie zusammen erlebt haben. Zudem habe ich auch meine eigenen Spiele mit dem Kind, denn nach dem „Fürobe“ bis zum Schlafengehen verbringen wir noch viel Zeit zusammen.

    • Stadtmutti sagt:

      Das kann ich mir eben auch nicht vorstellen. Es kommt ja auch darauf an, wie ich mir meine freie Zeit einteile. Bin ich dann noch beim Sport, im Verein usw. oder verbringe ich diese Zeit mit dem Kind und/oder informiere ich mich entsprechend. Auch wenn man voll berufstätig ist, bleibt da noch Zeit. Und man arbeitet in der Regel auch nicht 7 Tage die Woche…

  • Cybot sagt:

    Wir machen das völlig gleichberechtigt. Beide arbeiten 100% und alle diese Punkte treffen auf Mama und Papa zu. Die einzige, die Bescheid weiss, ist Oma.

    • Flo, die echte! sagt:

      Die einzige, die Bescheid weiss, ist Oma.
      Das ist das was ich am meisten vermisse, all die verpassten Kleinigkeiten, die alltäglichen kleinen Glücks- oder Umnglücksmomente die am Abend schon lange wieder vergessen sind – die ich aber nicht mitbekommen habe weil ich gearbeitet habe. Das sind Dinge die sind so kostbar und kehren nie wieder – auch nicht durch die Enkelkinder!

  • Stadtmutti sagt:

    Hauptsache wieder einmal mehr ein Stereotyp. Die Frau verhält sich wie ein Mann und geht voll arbeiten und der Mann ist Hausmann oder zumindest derjenige der weniger arbeitet. Auch im umgekehrten Fall finde ich persönlich das nicht erstrebenswert. Vielleicht gibt es ja doch noch einen Weg, dass beide Elternteile wissen, welche die Lieblingssocken vom Kind sind? Sind beide Elternteile glücklich mit einem solchen Modell oder „lasst es sich damit nur leben“?

  • Tommy sagt:

    Jetzt wirds wirklich langsam langweilig.
    Seit einigen Monaten greifen, meist Gastbloggerinen häufig (zu häufig) in die Kiste mit den Themen: „Gleichstellung/Männer-an-den-Herd/ich-bin-eine-starke-selbstbewusste-Frau“.
    Dieser Beitrag jedoch ist wirklich ein wenig traurig. Ganz offen kritisiert sie die klassische Rollenteilung, kann aber selbst ganz gut damit leben.
    Traurig ist vorallem auch, wenn alles stimmt was sie da so schreibt. Ich arbeite auch an vier Tagen pro Woche, kann jedoch keinem ihrer Punkte zustimmen. Ganz ehrlich Frau Schmid: Sie verpassen etwas!

  • dres sagt:

    Besonders witzig wird es dann, wenn Papa Hauptverdiener ist, und die meisten Punkte trotzdem zutreffen. Einige müssten gestrichen, andere hinzugefügt werden (da Papa bspw. fürs Schwimmen zuständig ist). Übrigens: Babys haben bestimmt keine Lieblingssocken. Sie wollen höchstens ab und zu gar keine Socken…

  • Martin Schneider sagt:

    @ Hans Koller
    Ihrem Kommentar fehlt es an Empathie. Nur weil jemand arbeitet heisst das noch lange nicht, dass er/sie etwas verpasst oder der Familie zu wenig Zuneigung schenkt. Man muss den Kindern nicht 24/7 beim Wachsen zusehen um Familienglück zu erleben.

    Für mich war immer klar, dass ich auch mit Familie 100% arbeiten werde. Das habe ich meiner heutigen Frau und damaligen Freundin immer schon klar kommuniziert. Warum sollte ein Frau nicht zum gleich Schluss kommen können? Entscheidend ist einzig, dass sich die Familie so organisiert, dass es für alle Beteiligten stimmt. Wenn es ehrlich für alle stimmt, kommt das wahre, echte Familienglück zu vorschein.

    • Koller sagt:

      Also wenn ich die Wahl zwischen Hausarbeit hätte und Job wäre wohl das erstere der Fall. Und wenn Frau meint Job ist schöner und wichtiger als beim Kind zu sein und man dann noch so einen scheiss Job macht. Es ist ja nicht jede Frau Managerin. Da stellen sich mir die Fragen.

  • Karl von Bruck sagt:

    Viele wollen das Feufi und das Weggli; andere auch gleich noch den Baeckerssohn und die Baeckerei….

  • Martin Schneider sagt:

    Dieser Artikel bereitet mir Freude. Denn genau so geht es mir als 100% arbeitender Papa. Erfrischend zu sehen, dass es den hauptberuflichen Müttern gleich geht wie den hauptberuflichen Vätern – einfach toll.

    Bitte keine Kommentare zu „100% arbeitender Vater“. Ich arbeite leidenschaftlich gerne, verdiene dabei gutes Geld und bin auf meine Weise voll in den Alltag der Familie (ja nicht nur der Kinder sondern der Familie) integriert. Meine Frau arbeitet 50% wobei die Kinder dann in der Krippe sind. Für unsere Familie ist das die passende Organisation.

  • Seppi Meier sagt:

    und ohne einen Schuss maternal gatekeeping geht’s dann trotzdem nicht, weil Kontakt zu den Grosselteltern, Altpapier und Küchenboden… trotzdem nach Mammis Vorstellungen sein müssen.

    und ich hoffe sie teilen ihren Lohn anständig mit ihrem mann, dann sind nämlich beide unabhängig.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ich hab mich auch gewundert, ob es wirklich nötig ist, auf die Weise noch etwas Gift zu verspritzen indem man den Vater als letztlich inkompetenten Hausmann darstellt, bloss weil er irgendwelche Details nicht gemäss den eigenen Vorstellungen durchführt. Man stelle sich mal vor, ein arbeitender Vater würde sich hier auf ähnliche Weise darüber beklagen, dass er tatsächlich noch was im Haushalt machen muss weil die Mutter es neben Kleinkind-Betreuung angeblich nicht hinkriegt, alles blitzblank zu putzen, pünktlich ein Sternemenü auf den Tisch zu stellen und noch die Grosseltern zu beglücken..

  • Jänu sagt:

    „Ein Mann kümmert sich … nicht“. Was soll denn das? Frau machts besser? Liegt also doch am Geschlecht, wer besser putzen und haushalten kann?

  • Magnus Darori sagt:

    Hausmann und Vater, ein ehrsamer Beruf.
    Hausfrau und Mutter, ein ehrsamer Beruf.
    Danke an alle Mütter und Väter, die das Rollendenken selbstverständlich abgelegt haben und glücklich Familie leben.

  • Sandra sagt:

    Der Beitrag ist einfach nur traurig. Es sollte doch möglich sein, dass sowohl Papa als auch Mama das Aufwachsen des Kindes bestaunen dürfen. Wir teilen uns 60/80 auf und geniessen beide wunderbare Stunden in spannenden Jobs und mit lachendem, brabbeldem Kind. Der Haushalt wird übrigens auch gemeinsam gemacht – partnerschaftlich!

  • zysi sagt:

    Frau, quo vadis?

  • James sagt:

    Diese Klischees sind sowas von abgenutzt, unter anderem auch das Rollenverhältnis von Mann und Frau (bspw. Putzen). Einfach nur langweilig.

    • Kurt sagt:

      @James; Ich möchte nicht wissen, wie oft Papis im Verhältnis zu Mamis den Küchenboden feucht aufnehmen. Oder den verkackten Body mit Gallseife vorbehandeln. Oder die Badewanne nach dem Bad mit dem Kleinen schrubben. Jep, das ist tatsächlich einfach nur langweilig und abgenutzt. Nur ein Klischee ist es nicht.

  • Hans Koller sagt:

    Eigentlich verpasst Frau das schönste im Leben. Hoffentlich macht das PC-Tippen viel freude.

    • Sabine sagt:

      Ja, das pc-Tippen macht uns viel-arbeitenden Müttern sehr viel Freude. Projektleitungen, Vortrage halten, Mitarbeitende führen, Publizieren und vieles andere mehr auch.

      • Koller sagt:

        Klar macht Spass, als Projektleiter und Vater kann ich nur lachen, zu mal Frauen anders auf Kinder reagieren. Aber von Herzen wünschen ich Ihnen viel Spass beim töggele und beim nächsten zusammenschiess wenn die Leistung nicht stimmt. 🙂

    • Malena sagt:

      Nicht mehr als ein arbeitender Vater das Schönste im Leben verpasst…
      Aber jemand muss ja Geld verdienen für die Vollkornguetsli, und in vielen Familien reicht ein einziges Einkommen nicht mal aus. Die Kinder intensiv beim Aufwachsen begleiten zu können ist ein Privileg, genauso wie ein erfüllender, gut bezahlter Wunschjob.

      • Dänu sagt:

        Ja, es ist leider ein Privileg. Und meistens ist die Sache wirklich umgekehrt, genau wie oben beschrieben gehts vielen Vätern. Und ich glaube auch, dass es viele Väter gibt, die den „Rollentausch“, auch wenn ich diesen Begriff für unpassend halte, gerne machen würden. Es ist doch bedrückend, wenn man viele Meilensteine in der Entwicklung des eigenen Kindes verpasst.

    • Rosa Rettich sagt:

      Ich gehe davon aus, dass Sie nach der Geburt Ihrer Kinder, so Sie denn welche haben, zwei Jahre (oder noch besser vier, bis zum Kiga-Eintritt) unbezahlten Urlaub genommen haben, damit Sie sicher nichts verpassen.

      • Koller sagt:

        Also ist arbeit schöner als beim aufwachsen der eigenen Kinder dabei zu sein?? Meinen sie das wirklich ernst?

      • second step sagt:

        Rosa Rettich hat schon recht. Entweder sind Sie IV-Rentner, Sozialhilfeempfänger oder einfach so reich dass Sie nicht mehr arbeiten müssen – dann können Sie ihren Kindern 24/7 beim aufwachsen zu sehen. Für alle anderen gilt dass zumindest ein Elternteil das Geld für die Familie verdienen muss. Oder soll ich der Migros, dem Steueramt, der Bank etc sagen dass wir später zahlen werden, da wir beide momentan nicht arbeiten wollen. Wahrscheinlich habe ich im Gegensatz zu Herr Koller auf meinem Lebensweg die Abzweigung Richtung Ponyhof verpasst.

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