Wenn Papa der Baby-Chef ist

Herausforderung Dreiecksbeziehung: Wer ist wem am nächsten? Foto: Pexels.com

Womit du als Frau möglicherweise leben musst, wenn du kein Baby-Chef bist (weil du vier Tage pro Woche ausser Haus arbeitest):

  • Du suchst viel zu lange nach Babywäsche, weil du nicht weisst, was gerade gewaschen wird/dreckig ist/gleich dreckig wird/am Trocknen ist, denn du bist weder Head of Wäsche noch Head of Fashion.
  • Du ziehst dem Baby deshalb die violetten statt der blauen Socken an, was es doof findet, weil die violetten jetzt nicht mehr seine Lieblingssocken sind.
  • Du stützt das Kind, wenn es die Treppe bei der Rutschbahn raufklettert, was das Kind blöd findet, weil es mit dem Papa längst gelernt hat, selber raufzugehen.
  • Du kennst die neuen Vollkornguetsli nicht, nach denen es so wild ist, und weisst nicht, warum es im Coop so schreit.
  • Du musst im Haushalt loslassen und wirst trotzdem mehr zu tun haben, als du denkst.
  • Es sei denn, du willst im Chaos versinken: Ein Mann kümmert sich im Zweifelsfall nicht wie eine Frau um den sauberen Küchenboden, den Kontakt mit den Grosseltern, das Altpapier, den Abwasch, die Wäsche und das Baby, sondern nur um die Wäsche und das Baby.
  • Du brauchst ein krasses Gedächtnis und eine Putzfrau.
  • Du wirst die ersten Wörter deines Babys nicht immer auf Anhieb verstehen, weil dir der Kontext, in dem es Wörter gelernt hat, manchmal fehlt.
  • Du wirst nie wissen, woher der lustige Tanz mit Rückwärtsgang kommt, den das Kind da an einem Nachmittag plötzlich aufführt.
  • Du wirst damit leben müssen, dass das Kind dir eher freudig zuwinkt, wenn du das Haus verlässt, und eher schreit, wenn der Papa weggeht.
  • Du triffst auf dem Spielplatz Mütter, die dein Kind kennen, aber dich nicht.
  • Du triffst auf dem Spielplatz Kinder, die dein Kind kennen, aber dich nicht.
  • Du lernst generell keine neuen Mütter kennen, weil du nie im Babyschwimmen bist.
  • Du weisst nicht, wann Kinderflohmi und Kindersingen stattfinden, und verwechselst die verschiedenen Quartier- und Gemeinschaftszentren immer noch.
  • Du verpasst die meisten Kindergeburtstage (es sei denn, sie finden am Wochenende statt).
  • Du verbringst das Weekend nicht en famille, sondern allein mit deinem Kind und umgeben von mitleidigen, unternehmungsfreudigen Familien in Gesamtbesetzung, weil dein Mann, der das Baby unter der Woche betreut hat, auch mal durchschnaufen will.
  • Du weisst nie so recht, wie schwer und gross dein Kind ist, weil dein Partner mit ihm zur Arztkontrolle geht.
  • Dein Kind ist nicht weinerlich und schreit nicht ständig nach dir, wenn es ein Problem hat (ausser, wenn es krank ist).
  • Dein Kind lacht bei den Witzen und Kitzelspielen, die es mit dem Papa erfunden hat, und die du nachmachen willst, nicht ganz so laut.
  • Du bist finanziell völlig unabhängig.
  • Also eigentlich geht es dir wie den meisten Männern. Und damit lässt sich leben.