Keine zu klein, ein Girlie zu sein

Mamablog

Die Eltern dieses Babys halten ziemlich sicher nichts von Gender Mainstreaming. Foto: Girlie Glue (Facebook)

Stellen Sie sich mal vor: Ihr Mädchen kommt zur Welt und die Leute merken nicht einmal, dass es ein Mädchen ist! Das muss ganz, ganz schlimm sein. Sie können dem Kind einen rosa Strampler mit «Luusmeitli»-Aufdruck anziehen, einen rosa Nuggi mit «Dramaqueen»-Aufdruck in den Mund stecken und trotzdem werden Sie an der Tramhaltestelle oder in der Kassenschlange immer wieder gefragt: «Ist es ein Junge oder ein Mädchen?» Besonders hart ist es wohl, wenn das Baby noch eine Glatze hat. Also keine Haare, an denen man ein rosa Spängeli befestigen könnte. Weil ein Kind mit Spängeli wäre ja zweifelsohne ein Mädchen. Aber ohne Haarschmuck? Da schauen alle auf das glatzköpfige Baby im rosa Strampler und fragen: «Wie heisst der herzige Bub?» So gemein.

Aber zum Glück gibt es ja jetzt Girlie Glue. Das ist ein Leim aus Agavensirup und anderen natürlichen Zutaten. Nach dem Motto «It’s never too early to be Girlie» kann man damit Mäscheli auf Babyköpfe kleben. Oder Glitzersteine auf Babyohrläppchen. Erfunden hat den superpraktischen Meitli-Leim Katie Hydrick. Die verzweifelte Mutter hat den ersten Girlie Glue in der eigenen Küche zusammengemischt. Wow. Dank der findigen Katie haben Mädchenmütter dieser Welt nun eine Sorge weniger.

High Heels für Babys

Dass die Kleine Freude an ihren Pee Wee Pumps hat, sieht man sofort. Foto: PD

Erstens helfen Dinge wie Glatzenmäscheli den Mitmenschen, in Sekundenschnelle das Geschlecht des Babys zu bestimmen. Schliesslich muss man ja unbedingt wissen, mit wem man es zu tun hat. Und zweitens merken die Mädchen dadurch, wie wichtig es als Frau ist, jederzeit attraktiv auszusehen. Das kann man nicht früh genug lernen!

Was können Eltern sonst noch tun, um Babymädchen aufzuhübschen? Natürlich sollten die kleinen Prinzessinnen wann immer möglich Röckli oder Kleidchen tragen. Für die Badi wäre ein kleiner Bikini herzig. Und ganz schnusig wären so winzige Pumps. Damit das Baby aussieht wie eine Mini-Frau. Ob es so was überhaupt gibt? Das hat sich die US-amerikanische Mutter Michele Holbrook auch gefragt – und sich auf die Suche gemacht. Weil sie nicht fündig wurde, ist sie heute CEO von Pee Wee Pumps. Endlich gibt es herzige High Heels für Mädchen von 0–6 Monaten! Damit die Baby-Pumps immer zum Outfit passen, kann man gleich sechs Modelle kaufen, von Pretty in Pink bis Wild Child mit Leopardmuster. Jööö!

Was aber wirklich noch fehlt, sind kleine Handtaschen für Babys. Eine Marktlücke! Natürlich müsste man ein wenig aufpassen wegen der Strangulationsgefahr. Also vielleicht keine Umhängetaschen, sondern Clutchs. Dort drin könnte man aufbewahren, was ein Babymädchen halt so braucht: zum Beispiel hautfarbene Windeln mit aufgedruckter Spitzenunterwäsche. Oder essbares Wangenrouge gegen bleiche Pfusibacken. Auf jeden Fall aber ein paar Ersatzmäscheli, falls der amerikanische Agavensirup doch nicht hält, was er verspricht.


So gehts: Die Erfinderin erklärt den Girlie Glue. Video: Girlie Glue (Youtube)