Plötzlich unfruchtbar

Unfruchtbar, während alle im selben Alter Kinder kriegen. Foto: emma freeman portraits (Flickr.com)

Vor kurzem habe ich geträumt, ich sei schwanger. Was für ein Albtraum, hätte ich vor einem Jahr noch gedacht. Denn Babys sind anstrengend, machen dick, müde und weinerlich.

Meine Schleusen sind dicht. Der Hahn ist zu. Das Tor geschlossen. Ich bin, wenn man so will, unfruchtbar.

Nach der Geburt unserer Tochter – Kind Nummer zwei – haben wir uns für ein langfristiges Verhütungsmittel entschieden: Wir haben all meinen Eiern auf ewig den Zugang zu meinem Fruchtbarkeitsbasar versperrt. Genauer gesagt, hat der Arzt den letzten Riegel geschoben. Da unsere beiden Kinder eine genetische Krankheit haben, war und ist diese Entscheidung uns praktisch abgenommen worden. Denn wir wollten es vermeiden, weitere Risiken einzugehen.

Und wir waren und sind mit dieser Entscheidung glücklich.

Da ich jedoch relativ jung (mit sage und schreibe 25 Jahren) Kinder bekommen habe, bin ich jetzt in einem Alter, in dem meine Bekannten und Freunde alles andere als unfruchtbar sind. Im Gegenteil. Sie sind höchst reproduktiv.

Wieder einmal Babykotze

In meiner Welt heisst das: Niedliche Babykleider kaufen, Windeltorten basteln und erneut auf Tuchfühlung mit Babykotze gehen, wenn ich meine Freunde besuche. Und ich bin ja froh, habe ich es hinter mir: Die dunklen Augenringe, die anti-erotische, aber superstillfreundliche Mamakleidung und den von Stilldemenz durchzogenen Alltag.

Statt mich wie eine kugelige Dolly Buster zu fühlen, mache ich Yoga-Übungen und backe zuckerfreie Kekse. Ich geniesse mein unfruchtbares Dasein und die Tatsache, dass ich mir in Sachen Verhütung keine Gedanken mehr machen muss. Unter Umständen ist das so, weil ich gar keine andere Wahl habe.

Bis ins letzte Detail

Dennoch wagt es mein Unterbewusstsein in wildesten Fruchtbarkeitsträumen zu schwelgen. Schwangerschaftstest, Walfisch-Figur und Geburt: In meinem Traum war alles vorhanden. Vom Schock bis zur Freude, über das bis ins letzte Detail erträumte Baby.

Unfruchtbar sein hat also durchaus seine Vorzüge. Trotzdem wird man ja wohl noch träumen dürfen.

Dieser Text erschien erstmals im Blog Mamas Unplugged.

60 Kommentare zu «Plötzlich unfruchtbar»

  • Liza sagt:

    Der Artikel spiegelt das Mama sein toll wieder! Schnelles Tempo und die Offenlegung ihrer Gedankengänge wiederspiegelt, dass Muttersein nicht nur auf Regenbogen galoppierende Einhörner sind. Darf man sich denn als Mama von zwei Knöpfen auch nach noch mehr sehnen umd sich auch ab und zu freuen die non-glittery-moments nicht nochmals durchmachen zu müssen? Aber als Mama-Bloggerin sitzt man im Glashaus. Und die Kommentarschreiber werfen fleissig Steine.
    Interessanter Beitrag, hat offensichtlich einen Nerv getroffen.

  • Bernie sagt:

    Nach 2 Kindern plötzlich unfruchtbar? Wo ist das Problem? Das ist doch toll, denn 2 Kinder sind ja genug. Es gibt schon mehr als genug Menschen auf der Welt. Auch muss man nicht mehr verhüten., wenn man plötzlich unfruchtbar ist. Was will man mehr? Zudem ist es sowieso fraglich, in heutiger Zeit noch Kinder auf die Welt zu setzen. Ich auf jeden Fall tue es nicht.

  • Julienne sagt:

    Frauen verkörpern ISIS, die Göttinnen der Schöpfung mit Erüllender Fruchtbarkeit und dem Segen gesunder freudvoller Babys/Einstellung. Sie schreiben Baby und Frauenentwürdigend ,so abschätzig über diese Themen zu schreiben?! Unfruchtbar sind sie ja eigentlich nicht. Sie haben sich entschieden aus beschriebenen Gründen keine weiteren Kinder empfangen zu wollen. Auch Stillen als Demenz zu betrachten ist schockierend. Ich habe genussvoll, sinnlich 2 Söhne fast ein Jahr nach der Uhr gestillt, seelisch genährt, ausreichend und in Ruhe, 20 min, kaum Luftverschlucken, somit keine wirklichen Probleme. Babybäuerchen waren sehr selten nötig. Wer natürlich keine Zeit f sich einplant, kann das Frau und Muttersein auch nicht glücklich geniessen. Seelisch entspannte Mütter haben entspannte Babys.

    • Stephan sagt:

      Hallo Julienne, ein paar Bemerkungen.
      Der Artikel war nicht abschätzig sondern lustig.
      Du hast beim Stillen Glück gehabt, das liegt nicht an deiner Einstellung und auch nicht daran, dass du alles richtig gemacht hast. Dreh doch deinen letzten Satz um: Entspannte Babies bringen entspannte Mütter.
      Ich habe drei Kinder, jedes komplett unterschiedlich, ab dem ersten Tag.
      Während Frauen stillen haben sie meist ein extrem schlechtes Gedächtnis, das nennt man Stilldemenz, nenn es, wenn du willst, rosarote Einhornzuckerwatte, die Tatsache bleibt. Mit einem Implanon oder ähnlichem ist man während der Wirkzeit unfruchtbar, auch das stimmt.

  • Lia sagt:

    es ist tragisch, wie oft in diesem Text das Thema „Walfischkörper“, „unsexy“ vorkommt. Als ob es das primäre Ziel und die Daseinsberechtigung einer Frau ist, sexy zu sein.

    • Manuela sagt:

      Schreibt da ein Walfisch oder einfach nur unsexy?

    • Simone Steph sagt:

      Lesen hilft. Bei Alpöhi ist von „der schönsten Walfischfrau von allen“ die Rede.
      Und nach seinem Kommentar hatte ich den Eindruck, den Blogtext zu verstehen.

  • Anja Meyer sagt:

    Als unabsichtlich unfruchtbare Frau ist dieser Artikel etwas hart zu verkraften. Ich hoffe, dass Sie sich das bei der Veroeffentlichung wenigstens ueberlegt haben.

    • Zarita sagt:

      Ja das wollte ich hier auch anfügen! Es gibt Frauen die unwillentlich unfruchtbar sind.

  • Coffee Toffee sagt:

    Ich bin unendlich froh sind meine Kinder aus der Windelzeit draussen. Jedes Jahr wird cooler. Dieser Winter war der Erste, der so richtig Spass gemacht hat. Drum- Neid auf Leute mit mehreren Kindern/ Babies- ganz sicher nicht.
    Ich kann mich aber noch daran erinnern, wie ich in Trance und mit unbekanntem Hormoncocktail (es war wirklich wie ein heftiger Trip) mit dem ersten Kind durch die Strassen gezogen bin und teils weinen musste, weil mir die Mütter mit älteren Kindern (also keinen Babies mehr) so leid getan haben.
    Fluch oder Segen- ich bastle mir die Wirklichkeit so zurecht, dass ich happy bin damit.
    Dies soll eine Art Antwort auf den Alpöhi post sein

  • Mirjam Mettler sagt:

    Ich wollte ja mit diesem Text niemandem auf den Schlips treten – natürlich sind Frauen, die gar keine Kinder bekommen können (wegen Krankheit etc.) von einem viel härteren Schicksal getroffen. Denn, stimmt, ich habe zwei wunderbare, tolle, absolut gewollte Kinder. Den ersten gibt es, weil wir (noch) nichts von dem Gendefekt wussten. Die zweite, weil ich dem Sohn nicht einmal erklären hätte wollen, dass er keine Geschwister hat, weil wir Angst hatten, sie könnten die gleiche Krankheit haben wie er. Hin und wieder stimmt es mich wehmütig – es war kein „freier“ Entscheid keine Kinder mehr zu bekommen. Obwohl ich zwei Kinder habe, ist dieses Gefühl doch ganz normal und in Ordnung?!
    Darum ging es. Vielleicht ergibt sich der Zusammenhang eher, wenn man den ganzen Kontext aus dem Blog kennt.

    • OLT sagt:

      Definitiv ist das ganz normal und in Ordnung. Es ist halt etwas Anderes, wenn einem die Natur die Entscheidung abnimmt, egal, in welcher Situation.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Mir jam Me ttler
      danke dass Sie sich melden, es trifft Sie ua auch die „zum wiederholten mal“-Keule- wenn wir uns erst in einem Fremdbl og einlesen/orientieren gehen müssen um das gesamte Bild zu bekommen, dann stimmt irgendwie die Balance nicht mehr.
      Und Sie haben in Ihrem Text gleich mehrere Bereiche aufgegriffen, welcher jeder für sich eine eigene Auseinadersetzung damit verdienen würde. Wo es eben ganz und gar nicht mit „man wird ja wohl doch noch träumen dürfen“ getan ist, oder damit abgetan werden sollte.
      Was Sie bestimmt auch nicht so meinten- aber eben, Sie haben hier nicht zu Ihrem „Heimpublikum“ gesprochen, von daher wäre die eine oder andere Umfassung ganz nützlich gewesen… .

      • Mirjam Mettler sagt:

        Ich denke dass ist sehr treffend umschrieben. Ich hätte mich für diese Veröffentlichung noch mal an den Text wagen müssen, um es greifbarer zu machen.
        Man lernt nie aus.

  • OLT sagt:

    Ich folge dem Blog der Autorin nicht, kann aber ihren Gedanken vollumfänglich folgen. Auch wir wurden nach zwei gesunden Kindern dazu ‚gezwungen‘, keine Kinder mehr zu haben, aus gesundheitlichen Gründen. Das war hart – und lässt einen bisweilen träumen, auch wenn man eigentlich ganz zufrieden ist.

  • Hans Kurz sagt:

    Das Ganze ist etwas missverständlich. In der Regel ist Unfruchtbarkeit ungewollt und allenfalls Krankheitsbedingt. In dem Fall aber gewollt und durch einen operativen Eingriff gemacht. Somit verstehe ich nicht ganz was es soll. Der Titel würde in dem Fall ja auch zur Menopause passen.

    • Sybille sagt:

      Ich dachte zuerst auch an die Menopause. Frau Mettler hat von Schwangerschaft und Geburt geträumt und dies als konkreten Wunsch genommen statt – gerade als Psychologin – daran zu denken, dass es sich möglicherweise auch um eine geistige Geburt handeln könnte. Auch Frauen können bekanntlich kreativ sein. Aber aus solchen Perspektiven lässt sich wohl kein Artikeli basteln, zumal in einem Forum wie diesem.

  • Habig Regula sagt:

    Wie mich Ausdrücke wie „Stilldemenz“ etc. anwidern. Wenn eine Frau bereits vom Stillen in die Demenz abgleitet, war wohl schon vorher nicht viel Hirnmasse da. Auch sonst wieder so ein Text, der nichts als Negatives über Mutterschaft und Babies daherpladdert. Sich vor der Schwangerschaft informieren, entscheiden „das ist nichts für mich“ und es einfach bleiben lassen – wie wäre es damit? Aber nicht den anderen das grosse Glück ihres Lebens madig schreiben wollen.

    • Jane Bissig sagt:

      Ich verstehe das (ironisch-)negative Pladdern (hier und sonst auch oft) als Versuch, sich gegen den Super-Mami-Alles-Super-Groove abzugrenzen. Gegen aussen, aber auch für sich selber. Die Liebe und Sehnsucht drückt ja doch durch. Ganz ohne Ironie wäre sie einfach manchmal fast nicht auszuhalten…

    • Martin Lederer sagt:

      „Stillhysterie“ wäre treffender. Kaum schreit der Säugling, wird er sofort gestillt. Das Baby trinkt lustlos und erbricht die Hälfte wieder.

    • Susi sagt:

      @Regula: „Sich vor der Schwangerschaft informieren, entscheiden „das ist nichts für mich“ und es einfach bleiben lassen – wie wäre es damit?“

      Ich verstehe dieses s/w-Denken manchmal nicht: Hat man als Frau denn entweder das Recht, sich zu beklagen oder ein Recht auf Kinder, beides geht aber nicht? Mich hat schon immer gestört, dass man nicht mal sagen darf, man vermisse gewisse Freiheiten von „früher“. Als ich sowas mal erwähnte, bekam ich prompt zu hören: „Du hättest besser keine Kinder gehabt.“ Echt fies, eine solche Aussage.

      Und: Ich habe die Schwangerschaften gehasst, ich habe gelitten und teilweise die Lebensfreude verloren. Dazu darf ich stehen.
      Aber jetzt habe ich ein wunderbares, gesundes Kind, das mein Lebensglück ist. Beides schliesst einander nicht aus.

      • 13 sagt:

        Danke, Susi, das sehe ich genau so. Es ist leider auch etwas ein Zeitgeist, dass nicht mehr wirklich miteinander sprechen kann, weil es einem, wenn man ein Problem anspricht, als jammern ausgelegt wird oder als Fehlentscheidung. Sagt man hingegen, dass alles gut ist, man es aber anders als 0-8-15 macht, dann wird einem ein Problem herbeigeredet („Stillhysterie“?). Also bleibt man lieber bei Belanglosigkeiten. Aber über die zu schreiben geht auch nicht, weil dann kommt die Frage: Wo ist das Problem? Schwierig, schwierig…

      • Lambda sagt:

        Ich bin ganz bei Ihnen, Susi! Finde es oftmals befremdend, aus welchen Gründen man anderen Leuten zu sagen müssen glaubt, dass sie besser keine Kinder gehabt hätten.
        Ich war während der Baby-Zeit tatsächlich total unglücklich, weil das Baby wahnsinnig schlecht geschlafen hat, und mich der Schlafmangel fast in den Wahnsinn getrieben hätte (so richtig, mit Selbstmordgedanken und so, die zum Glück nach einem Mittagsschlaf wieder weg waren). Hätte ich deswegen besser keine Kinder gehabt? Od hätte ich vielleicht besser näher bei den Grosseltern gewohnt? Od mich schon vor der Geburt um einen Babysitter gekümmert?
        Während der akuten Phase hab ich tatsächlich oftmals ersteres gedacht… Aber: Die Kinder hat man ein Leben lang, die Babyphase dauert ein Jahr!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        am besten ist es wenn einem das eigene Kind tadelnd anguckt und meint „tja, hättest Dir halt besser überlegen müssen, selber schuld, nicht mein Problem“; immerhin bin ich so weit mir dann innerlich stolz auf die Schulter zu klopfen weil sie sich nicht irgendwie zu wurmkriechender Dankbarkeitshaltung verpflichtet fühlen und diese freiheitsbeschränkenden Wesen meine Freiheit wenigstens mit gutem Selbstbewusstsein blockieren… 😉

      • Susi sagt:

        @Brunhild: „am besten ist es wenn einem das eigene Kind tadelnd anguckt und meint „tja, hättest Dir halt besser überlegen müssen, selber schuld, nicht mein Problem“

        Der ist echt gut, den merke ich mir!
        😀

    • Habig Regula sagt:

      Ich gehöre keiner Religion an, empfinde aber eine sehr grosse Ehrfurcht (lachen Sie ruhig) vor dem Wunder, das die Geburt eines Kindes darstellt. Wir mussten auf das Wunder sehr lange warten, und ich hatte wirklich Angst es könnte nicht klappen. Auch, aber nicht nur deswegen, denke ich, erwachsene Menschen, denen ein Wunder anvertraut wurde, sollten doch ein wenig mehr „darüberstehen“ über Wehwehchen oder mangelnden Schönheitsschlaf (ich rede natürlich nicht von ernsthaften Problemen). Es kommt mir nur manchmal eben so undankbar herüber, wenn über Dinge gejammert wird, die aufs Ganze gesehen nicht so schlimm und vor allem auch vorübergehend sind. Es ist für mich eine Frage des Preises, der eben für die meisten Dinge im Leben zu zahlen ist.

      • mila sagt:

        Wer seine (momentanen) Gefühle ehrlich ausdrücken kann, ohne dafür umgehend moralisch belehrt und abgeurte zu werden, wird sehr viel besser (und schneller) mit ihnen ins Klare zu kommen, als wer sich ständig einredet, so nicht fühlen zu dürfen. Bei letzterem ist die ganz grosse Ex- oder Implosion in der Regel vorprogrammiert. Auf Kosten aller, aber insbesondere der Kinder

      • Susi sagt:

        @Regula: „empfinde aber eine sehr grosse Ehrfurcht (lachen Sie ruhig) vor dem Wunder, das die Geburt eines Kindes darstellt.“

        Ok hier geht es jetzt weiter: Warum stellen Sie mich als die Lachende hin? Weil ich bestimmte Freiheiten von früher vermisse? Darf man denn die negativen Gefühle nicht haben? Oder sie zumindest nicht wahrnehmen, oder wenigstens nicht darüber reden?

        Wissen Sie, ich habe durchaus die Erfahrung gemacht, dass die Geburt eines lebenden und gesunden Kindes ein Wunder ist. Sie haben ja keine Ahnung, wie verletzend eine solche Äusserung sein kann. Aber lassen wir’s, habe keine Lust auf eine solche Diskussion.

    • Habig Regula sagt:

      @Susi: Ehrlich gesagt wollte ich mich ein wenig schützen vor Spott mit einem schnoddrigen „Lachen Sie nur“, weil Ehrfurcht hier wohl nicht en vogue ist, und Sie habe ich damit wirklich gar nicht gemeint. Mich stört, dass die Anzahl Texte im Blog, die vernichtend negativ über Mutterschaft und Babies spechen, überproportional häufig sind. Kaum einmal ein positiver Text oder einer, der ein echtes Problem sachlich anspricht ohne pseudowitzige Ausfälle wie „Stilldemenz“ oder „Fruchtbarkeitsbasar“ etc. Es sind genau diese blöden Ausdrücke, die mich zu „dann lassen Sie es doch bleiben“ provozieren; wer zur Sache so grob austeilt muss auch eine grobe Antwort ertragen können.

      • Franka Ebi sagt:

        @Habig Regula: Sie schreiben, man solle doch „drüber stehen“, wenn es nicht so gut läuft, „Wehwehchen“ und Schlafmangel nicht so eng sehen etc. Sie verkennen dabei komplett, wie subjektiv die persönliche Einschätzung von Problemen und Schwierigkeiten ist. Was für Sie ein Klacks war, kann für jemand anders ein grosses Problem sein und umgekehrt. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass Sie Ihre Gefühle auf andere projizieren. Das ist – gerade bei emotionalen Themen wie Geburt und Erziehung – nicht sehr zielführend. PS: Stilldemenz ist ein offizieller Begriff und erstmal weder positiv noch negativ. Er drückt einfach nur aus, dass viele Frauen nach der Geburt gefühlt / subjektiv Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis haben. Hat wahrscheinlich aber eher mit dem Schlafmangel zu tun…

      • Susi sagt:

        @Regula: Ich kann das schon nachvollziehen. Ich habe mir auch schon gedacht: „Was jammert jemand eigentlich, die gesunde Kinder geboren hat?“
        Aber eben, die Grösse von Problemen bzw. deren Wahrnehmung ist sehr subjektiv, in allen Bereichen.
        Nach eigenen Schicksalsschlägen konnte ich die Probleme anderer häufig emotional nicht nachvollziehen, rational aber durchaus. Die einen Menschen haben halt weniger Frustrationstoleranz als andere.

    • Habig Regula sagt:

      @Franka Ebi: Da liegen Sie aber meilenweit daneben! Für mich war Schwangerwerden, Schwangersein, Geburt und die erste Zeit danach alles, aber wirklich alles andere als ein Klacks, im Gegenteil, es war eine …. arge Sache. Ich schien zu Anfang so gar nicht geeignet zum Kinderkriegen – und es war doch der grösste Wunsch meines Lebens. So sind unsere Kinder eben für uns ein Wunder. Alle Vergleiche hinken, aber wenn Ihr grosser Traum zB. ist, das Taj Mahal zu sehen und Sie stehen dann gegen jede Erwartung doch einmal davor, würde Sie die Touristentussi neben sich nicht nerven, die pausenlos nölt „es ist heiss, es ist staubig, hier isst man komische Sachen, warum blendet das Ding in der Sonne“ usw. Sie hätten vielleicht auch wenig Verständnis. Und so geht es mir zur Zeit mit den Blogtexten –

      • Habig Regula sagt:

        / ewig nur negativ und jammern. Darf ich mir denn nicht auch einmal einen Text wünschen wie „Danke, Kind, dass Du da bist“, ohne jedes witzige Nebengedöns.

    • Habig Regula sagt:

      @Franka Ebi: und PS. unterlassen Sie bitte Ihre unerbetenen Analysen meiner Persönlichkeit (von wegen Projizieren und so) – ich äussere hier meine Meinung wie jeder andere auch und habe das Recht dazu. Wenn diese Meinung ein wenig gegen den Strom schwimmt und die tägliche Jammerparty stört – um so besser!

      • Lambda sagt:

        Ich antworte einmal an der Stelle von Frau Ebi: Natürlich haben Sie das Recht, Ihre Meinung zu äussern. Aber mit Verlaub: In meinen „Ohren“ haben Sie eher Leute beschimpft! Wenn jemand, der Schwierigkeiten benennt (die Autorin), dafür als Jammeri betitelt wird und ihm gesagt wird: „Naja, vielleicht hättest du keine Kinder bekommen sollen“, dann läuft das mehr oder weniger darauf hinaus. Wenn ich schildere, wie für mich die Baby-Zeit aufgrund des Schlafmagels sehr unschön war, reden Sie etwas vom fehlenden Schönheitsschlaf und ich fühle mich… naja, zumindest etwas ins Lächerliche gezogen…

      • Franka Ebi sagt:

        Immer locker bleiben, Frau Habig. Ich habe nirgends behauptet, alles wäre für Sie ein Klacks. Sie waren aber diejenige, die anderen sagt, sie sollen sich nicht so haben. Bitte nochmals richtig lesen. Und zweitens habe ich Ihnen nicht abgesprochen, wie Sie fühlen oder Ihnen gesagt wie Sie zu fühlen haben (oder was Sie zu sagen haben). Sie bestätigen aber meine Einschätzung, dass Sie das Thema extrem emotionalisieren und sich dann wundern, dass andere das Ganze vielleicht rationaler oder eben anders sehen als Sie. Mein Punkt war ja nur, dass Sie damit in einer Diskussion nicht weit kommen werden, wenn Sie nicht anerkennen, dass Gefühle nunmal subjektiv sind und deshalb dasselbe Erlebnis (zB. eine Geburt oder eine Schwangerschaft) diametral anders wahrgenommen werden kann.

      • Franka Ebi sagt:

        PS: ich freue mich sehr für Sie, dass es mit Ihrem Kinderwunsch geklappt hat und Sie damit glücklich sind. Leider ist dies nicht jedem mit Kinderwunsch vergönnt. Ich verstehe auch, was Sie meinen, wenn Sie von der Geburt und vom Baby als Wunder sprechen. Man hat als Frau das grosse Privileg, Leben spenden zu können und wenn man dann sein kleines „Mini Me“ in Händen halten kann, ist das wirklich ein grosser Glücksmoment (also für mich war es das 🙂 )

    • Habig Regula sagt:

      @Franka Ebi und Lambda: Also – die Gefühle anderer Leute nicht ernst zu nehmen oder gar ins Lächerliche zu ziehen ist wirklich das Letzte, was mir in den Sinn käme. Ja, ich finde das Thema Mutterschaft hoch emotional, gerade weil ich beinahe davon ausgeschlossen geblieben wäre. Nur finde ich eben auch, dass hier im Blog tagtäglich nur noch Themen aufgeworfen werfen, die Kinder und alles darum herum fast als Fallstrick auf dem Lebensweg einer Frau erscheinen lassen, nie ein Wort von Glück oder Liebe, nur immer Schwierigkeiten, Probleme. Wirklich eine Frage der Perspektive: sowie Sie, Lambda, vielleicht nicht nachvollziehen können, was Kinderlosigkeit für mich bedeutet hätte, kann ich manche Klagen über (Achtung, für mich!) Kleinigkeiten nicht ganz verstehen.

      • Habig Regula sagt:

        /Und auch eine Frage der begrenzten Kommentarmöglichkeiten: falls Sie allein waren mit dem Kind und keine Möglichkeit hatten, zu mehr Schlaf zu kommen, ist es natürlich keine Kleinigkeit, aber wir wissen voneinander nicht genug um das zu beurteilen – und eben deshalb verbitte ich es mir auch, Analysen und Eindrücke über mich als Person zu erstellen und darüber zu schreiben: meine Meinungen dürfen Sie selbstverständlich kritisieren.

  • Jänu sagt:

    Ich verstehe nur Bahnhof. Um was geht es hier? Unfruchtbarkeit? Dolly-Buster-Kugeln? Erbkrankheiten? Träume?

    • chris sagt:

      Das ist glaub irgendwie nicht zu verstehen, einfach ein Gelaber, ist glaub nur für Frauen zu verstehen. Hauptsache Gendefekt, aber jetzt sterilisiert (Warum eigentlich nicht bereits vor den 2 defekten Kindern….?) Egal, hauptsache die Welt dreht sich noch!

      • Laurence sagt:

        Die Kinder sind nicht defekt !! und Frau Mettler erklärt weiter oben (zeitlich später), wieso sich das so zugetragen hat.

  • Stefanie Sollberger sagt:

    Ist doch schön. Unfruchtbarkeit wäre für manche ein Segen.

    • Bea sagt:

      Stefanie, wäre nicht nur für „manche“ ein Segen, sondern auch für die Allgemeinheit.
      Bös‘ gell?

  • 13 sagt:

    Ich verstehe gerade die Kritik nicht. Der Text ist doch toll geschrieben, ehrlich, aus dem Bauch oder Herzen heraus. Ich kann die Gefühle/Gedanken auch gut nachvollziehen. Auch wenn die Kinderplanung angeschlossen ist und man daran nicht mehr rütteln kann oder auch will und das auch gut so ist, so heisst das doch nicht, dass einem nie der kleiner Hauch von Sehnsucht streift. Insbesondere dann, wenn im Umfeld ein Babyboom ausbricht und man plötzlich das Gefühl hat, älter zu sein, als die gleichalterigen Freunde. Warum sollte man darüber nicht schreiben dürfen?

    • Alpöhi sagt:

      Bin ganz bei Ihnen. Sogar als Mann. Klar, die Familie ist jetzt komplett – und doch… Noch einmal das Wunder des werdenden Lebens, noch einmal das Kribbeln „schlägt es jetzt ein oder nicht“, noch einmal die schönste Walfischfrau von allen herzen, noch einmal ein frisch geschlüpftes Erdenbürgerwürmli auf den Armen in den Schlaf wiegen… Und überhaupt: Die Nachbarsfamilie zwei Häuser weiter hat ein Kind mehr als wir – NEID!! Damit muss man irgendwie umgehen. Verdrängen dieser Gefühle ist sicher nicht die Lösung.

      • Sybille sagt:

        Interessant. Wie viele Kinder haben Sie bereits, werter Alpöhi? Kommen Sie zu sich! Ihr Sentiment für Hochschwangere und Neugeborene in Ehren, aber meinen Sie nicht, dass die Erde jetzt Qualität statt Quantität und Selbstbeherrschung in Bezug auf den Menschenproduktiondrang braucht? Ich bin in einer Familie mit 6 Kindern aufgewachsen, aber mein Vater (als Selbstständiger bekam er damals nichtmal Kinderzulagen) war nie neidisch auf Familien, die noch mehr Kinder hatten, er hatte eher die Sorge, wie er all diese Mäuler füttern und ihnen eine gute Ausbildung zukommen lassen konnte als von Walfischbäuchen und noch mehr herzigen Würmli zu träumen.

        wie wenn dieser ein grösseres Auto oder mehr Kühe hätte.

      • Alpöhi sagt:

        Ja, das ist die andere Seite der Medaille. Vom Verstand her alles d’accord… darum haben wir ja exakt drei Kinder (bereits „leicht über dem Durchschnitt“).

        Ich füge meinem Beitrag von heut Morgen hier noch ein Smiley an: 🙂
        Ok? 😉

  • Poppy sagt:

    Irgendwie verstehe ich Frau Mettlers Problem nicht so ganz. Sie hat ja bereits zwei Kinder! Oder hätte sie mit der Kinderproduktion weitergemacht, wäre da nicht die genetische Krankheit gewesen? Kürzlich im Gespräch mit jungen Leuten um 30: „Diese Brüterei im Freundeskreis sei ja nett … was aber nerve, seien die ständigen Bemerkungen wann es denn bei ihnen so weit sei …“ Das Pappi- und vorallem das Mom-Werden führt offenbar öfters zu einer Art Geistesverwirrung mit persistierendem Missionsdrang, der an eine Sekte erinnert. Hey, möchte man dann antworten, die Menschheit würde ohne euren und unseren Beitrag nicht aussterben, no Stress, die Fruchtbarkeitsmedizin macht so grosse Fortschritte, dass wir uns bald einmal auch mit 60 noch reproduzieren können.

  • tststs sagt:

    Schliesse mich den anderen Kommentaren an: Irgendwie gar wenig Fleisch an diesem Knochen…

  • Martin sagt:

    Da bedarf es irgendwie mehr Information. Reden wir über die Gendefekte oder sind zwei Kinder genug? Aber zwei Kinder ist auf jeden Fall super schön.

  • Nina sagt:

    Komischer Artikel: Worauf will die Autorin hinaus? Ich habe den Blogeintrag nun zweimal gelesen und wurde nicht schlau daraus.
    Beim Titel denke ich an Frauen, die noch einen Kinderwunsch haben aber aus medizinischen Gründen (zB Krebs) plötzlich unfruchtbar sind.
    Oder an Frauen die in den Wechseljahren Schwierigkeiten haben die Tatsache zu akzeptieren dass sie nie mehr ein Baby bekommen werden und wehmütig sind- auch wenn sie die kinderplanung eigentlich abgeschlossen haben. Aber das körperliche ist dann nochmals etwas anderes.
    Das wären spannende Themen.

  • lara sagt:

    was hat der Titel mit dem Text zu tun? Schade, das Thema wäre interessant.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Vermittelt irgendwer dass man „nicht träumen darf“?

    Entscheid zu einer längerfristigen/definitiven Verhütungsmethode und was danach kommen kann.

    Entscheid zu dieser Methode aufgrund unguten Umständen.

    Umgang mit schweren Krankheiten/Behinderungen.

    Umgang mit Unfruchtbarkeit ganz allgemein.

    Alles wichtige Themen, aber irgendwie wird da für mich ein spezieller Mix serviert. Was ich angesichts der Tiefe und des Schmerzes sehr bedauerlich finde.
    Darf man auch von achtsameren Artikeln träumen? Sogar wenn das eine Art Tritt ans Schienbein einer Betroffenen darstellt?

    • Hotel Papa sagt:

      Ging mir auch so. Der Artikel kommt in der Form Verhütungsmittel daher.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      angenommen die Kinder wären gesund; wäre es dann anders? Oder ist nicht auch noch, neben dem gesundheitlichen Aspekt, es ohnehin so dass wir auf selber Altersstufe viel breitere „Lebensumstände/Zeitpunkte“ haben können als früher? Unssere Kinder langsam ausfliegen und Freunde in der Windelphase festsitzen? Mit entsprechenden Auswirkungen?

    • mila sagt:

      Ich träume mit Ihnen, Brunhild. Irgendwie störe ich mich seit Längerem über diese ständigen Drehs ins ‚Humoreske‘ und frage mich insofern (wieder einmal), wo der Gehalt eines solchen Textes liegen soll. Er liest sich letztlich einfach nur… belanglos. Und das tut mir besonders für diese Autorin leid, ich denke kaum, dass das die Intention hinter dem Schreiben war.

    • Stevens sagt:

      Hab ich ähnlich empfunden. Angefangen zu lesen… Was, schon fertig? Und jetzt?

      Ich denke, es ist so: Wer dem Blog der Autorin folgt, der versteht diesen Text. Der kennt ihre Geschichte, die Erlebnisse, die Vergangenheit.
      Nicht aber der/die Mamablog-Leser/-in.

      Es ist dasselbe, was ich bereits beim Blog über „Unerzogen“ vor ein paar Wochen kritisiert und so ins Kommentarfeld geschrieben habe:
      Copy-Paste aus einem anderen Blog funktioniert einfach nicht. Es braucht eine Aufbereitung des Texts. Ein klares Versäumnis der Redaktion

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