Rabatt für brave Kinder? Selten so gelacht

In der Regel sitzen sie in unmittelbarer Nähe von Eltern, die Blut schwitzen: Kinder in einer Pizzeria. Foto: Dario (Flickr)

Sie haben bestimmt auch vom italienischen Wirt gelesen, der Eltern von wohlerzogenen Kindern einen Rabatt gibt. Die Sau wurde letzte Woche durchs Mediendorf getrieben. Als Kommunikationsberater sage ich: Gute PR-Arbeit. Doch der Vater in mir meint: Oh Gott nein, bitte nicht!

Es gibt keinen guten Grund, weshalb dieses Modell Schule machen sollte. Die überheblich sorglosen Eltern, die ihrem ungezogenen Nachwuchs alles durchgehen lassen, sind nämlich ein Mythos. Oder zumindest eine Randerscheinung. Klar sieht man ab und zu eine Mia-Kellyanne, die Fäkalwörter durchs Etablissement brüllt, oder einen Jason-Luzifer, der andere Gäste mit der Gabel piekst. In der Regel sitzt in unmittelbarer Nähe aber ein Elternpärchen, das Blut schwitzt und wie ein Verhandlungsführer bei einer Geiselnahme auf sein Kind einredet. Oder es macht bewusst nichts, um dem Kind keine Aufmerksamkeit zu schenken. Von aussen sieht das dann schnell unbekümmert aus, und die Alltags-Wutbürger haben ihr Feindbild gefunden.

Erziehung mit Bonus-Malus-System

Dabei müssen ehrliche Eltern meist nur kurz in ihrer Erinnerung kramen, um Demut zu fühlen: Ich zum Beispiel bin mit einem lieben Kind gesegnet, das Dutzende Restaurantbesuche souverän gemeistert hat. Aber auch mein Kind hatte eine Trotzphase. An den dazugehörigen Besuch in einer Pizzeria am 8. November 2016 erinnere ich mich noch gut: Der Brecht kreischte rum und zerriss sogar die Menükarte. Wir versuchten es mit der heiligen Dreifaltigkeit der Kindererziehung: Schimpfen, Verhandeln, Ignorieren. Sie ahnen es bereits: Ohne Erfolg.

Wissen Sie, was mir in dieser Situation gerade noch gefehlt hätte? Ein Wirt, der meine erzieherischen Fähigkeiten mit einem ausgeklügelten Bonus-Malus-System zu lenken versucht.

Rabatt, Steuerabzug, Tierbaby

Das Kind ist in so einem Moment Strafe genug. Da braucht es keine finanziellen Anreize. Wo soll das überhaupt hinführen: Ein Steuerabzug für Kinder, die sich die Hände waschen, oder eine kantonale Lenkungsabgabe auf Schimpfwörter? Kinder, die lieb danke sagen, dürfen neu bis zwölf Jahre kostenlos Postauto fahren, und Mädchen mit adrett geflochtenen Zöpfen kriegen im Zirkus ein Seehundbaby?

Wunschkind eines jeden Gastgebers: Braves Mädchen. Foto: AnneCN (Flickr)

Was man als Eltern und letztlich auch als lebhaftes, gelangweiltes oder trotziges Kind braucht, ist ein gelassenes Umfeld. Zum Beispiel in Form von verständnisvollem Servicepersonal, das mir den Stress nimmt und vielleicht sogar das Kind mit dem einen oder anderen Trick ablenkt. Das ist nichts, was ich in einem Restaurant von vornherein verlangen kann. Und trotzdem wird es mir fast überall geboten. Ich bin immer wieder beeindruckt von dieser Servicequalität, und sie ist mit ein Grund, weshalb wir trotz kleinem Kind regelmässig auswärts essen.

Ein tobendes Kind lässt sich nicht wegkaufen

Ich verstehe schon: Ein tobendes Kind im Restaurant ist ärgerlich. Kein Wirt, keine Bedienung und kein Gast findet das toll. Aber es lässt sich nicht einfach wegkaufen. Die Gesellschaft muss Kinder in guten wie in schlechten Zeiten ertragen können.

Was soll der Rabatt im Restaurant überhaupt bewirken? Dass Eltern plötzlich ihre Kinder im Griff haben, weil sie die Flasche Primitivo zwei Franken günstiger erhalten? Ich würde den Rabatt ablehnen, aus Solidarität mit Eltern, die an dem Tag weniger Glück hatten. Der Wirt soll froh sein, wenn jeder sein Kind nach dem Essen wieder mitnimmt.

Lesen Sie dazu auch das Posting «Iss doch, wie du willst!» von Markus Tschannen- sowie morgen Donnerstag das Posting von Nadia Meier zum Thema: Brauchen Kinder Knigge-Kurse?

141 Kommentare zu «Rabatt für brave Kinder? Selten so gelacht»

  • Franz Vontobel sagt:

    Mia-Kellyanne, die Fäkalwörter durchs Etablissement brüllt

    Haha, sehr schön! Aber meinten sie nicht „Establishment“..? 😉

  • casu sagt:

    Dieses Restaurant würde ich prinzipiell meiden.
    Wir haben drei Kinder. Ein Rabatt? Vielleicht wäre das Geld besser in eine Spielecke investiert. Würde umgehend Familien anziehen und für ruhige Atmosphäre sorgen. Ein Rabatt suggeriert mir aber, dass ein lautes Kind stören würde.

  • Urs sagt:

    1. Erziehung fremder Kinder zu sozialkompatiblen Mitbürgern geht mich grundsätzlich direkt nichts an; sie ist Sache der Erziehungsverpflichteten. – 2. Gibt man sein (!) Geld in einem Restaurant aus, will man dort i.d.R. weder keifende Ehepaare, noch Kolibakterien auf dem Salat, noch schreiende Kinder erleben, denn dies gilt als Behelligung und als Wertminderung des Besuches etc. – 3. Können Kinder sich noch nicht so benehmen, dass sie an einem bestimmten Ort keine Behelligung darstellen, sollen ihre Erziehungsverpflichteten diesen Ort mit ihren Kindern meiden, bis ihre Kinder für den Besuch dieses Ortes verständig genug sind. – 4. Die Faust im Sack ballen hilft nie etwas; wenn fremde Bälger im Restaurant rumbrüllen, sagt man eben dem Kellner, er möge bitte für mehr Ruhe sorgen.

    • Karl von Bruck sagt:

      Bingo!

    • 13 sagt:

      Ich probiere es auch mal in 4 Schritten:
      1. Gutes Benehmen ist nicht in erster Linie Sache der Erziehung, sondern des Respekts gegenüber anderen. 2. Respekt ist keine Einbahnstrasse, sondern gegenseitig. 3. Kinder lernen durch Vorbild. Und Erwachsene sollten Vorbild sein. 4. Fazit: Wer Kindern so wenig Respekt rüberbringt, dass er sie als Bälger bezeichnet und dann nicht einmal den Anstand hat, selber ohne Mittelsmann den Mund aufzumachen, muss sich nicht wundern, wenn er von Eltern, Kindern und anderen Personen nicht respektiert wird und sie daher in dessen Gegenwart kein gutes Benehmen an den Tag legen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        🙂
        die Goldkrone des Respektes wäre es aber, solchen Gegenüber dann grad trotzdem den Anstand nicht vermissen zu lassen. Ich vermittle eher die Position dass der erwiesene Respekt/Anstand wie auch immer, grundsätzlich von mir aus geht- unbesehen was von der Gegenseite kam oder kommt. Im Notfall kann man auch auf höfliche Art deutlichen Klartext sprechen. 😉
        Die Idee mit dem Kellner finde ich nicht mal so schlecht, man befindet sich ja sozusagen auf Gebiet eines Drittanbieters der in Verantwortung steht, und dessen Hilfe man durchaus beanspruchen darf. Meist können die das auch diplomatischer rüberbringen als der schon sehr genervte Gast, hätte also auch für die Betroffenen Vorteile.
        Auf der Strasse, Plätzen, ÖV gibts noch genug „Möglichkeiten“ für „Zivilcourage“.

  • Georg sagt:

    Italien, Hotel, Abendessen im Freien. Kein Goof. Keiner. Weit und breit keiner. Entspannte, fröhliche Atmosphäre. Kein Gequengel, kein Geschrei. Da sehe ich einen Raum im Hotel, in dem zwei Nannys auf die Sprösslinge aufpassen, die spielen. Nach 2200 Uhr hat sich dann der Nachwuchs zu den Eltern gesellt. Und alle waren zufrieden – ausser einigen Lesern dieser Zeilen, die jetzt mit Sicherheit mäkeln, das das übel upperclassig und eine Diskriminierung der Kleinen etc. usw. usf.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Super: die Erwachsenen dürfen draussen sitzen, während die Kinder in stickiger Luft drinnen sein müssen. Ja toll!

      • Georg sagt:

        Im Gegensatz zu Ihnen war ich dort. Die Kinder sind mir glücklich erschienen. Und der Raum war alles andere als stickig. Und Ihr Kommentar zeigt mir, dass Sie solche Hotels wohl nicht frequentieren, was mich glücklich macht.

      • Eni sagt:

        Wenn ich kinderfrei möchte, dann buche ich in einem Wellnesshotel wo Kinder generell verboten sind. Dass Kinder eingesperrt werden müssen, damit Erwachsene draussen sitzen können geht gar nicht.

  • Charlotte sagt:

    …….und könnte es nicht auch so sein, dass das „Futter” im Restaurant eben zu viele Lebensmittel Farbstoffe, Emulgatoren, Stabilisatoren und E Nr. hat und die Kinder drucheinanderbringt? Schreien unsere Kinder um gesunde Nahrungsmittel?

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Wenn ich da sehe, in wie vielen Einkaufswagen Fertiggood gepackt ist… ungesünder kann nicht mal Mc sein.

  • Ted sagt:

    Habe letzte Woche 2 Kindern, welche immer wieder quer durchs Restaurant sprangen und unter den Tischen Verfolgungsjagden durchgeführt haben, mein Handy hingestreckt. Sie durften unter dem Tisch Pokemon Staffel 1 Folge 1 – 3 schauen. Dauerte fast eine Stunde. Eines der Kinder ist dabei eingeschlafen!
    Ich habe meine Rechnung bezahlt, das Mädchen gab mir das Handy zurück und bin gegangen.
    Die Eltern der Kinder waren unterdessen beim Kaffee angelangt…

  • Frau Pizzawürstel sagt:

    Ach schön. Der Restaurantbesitzer erzieht mit.

    Wenn Rabatt für brave Kinder, dann auch bitte Rabatt für s Händewaschen auf der Toilette (erstaunlich wie viele das nicht machen…), die Wahl des richtigen Weines, die richtige Aussprache der Bruschetta und der Gnocchi und einen fetten Abzug für all diejenigen, die statt eines Espresso einen Capuccino nach ihrem Mahl bestellen…

    Also bitte! Einfach mal Kinder als Gäste oder Gastanhang oder lauter, unkontrollierbaren Teil der Gesellschaft akzeptieren. Das kann doch nicht so schwer sein.

    Achja, schöner Beitrag zur Diskussion Kinder im Restaurant:

    http://www.anonymekoeche.net/?p=7210

    • 13 sagt:

      Wow, ein wunderschöner Beitrag im Link. So sollte es sein.

    • Nala sagt:

      Und was machen wir mit denen die einen Expresso bestellen? Das wird irgendwie nur noch von den Serviceangestellten getoppt, die auf mein „1 Espresso bitte“ mit „gerne 1 Expresso kommt sofort“ antworten *uargl*

  • Flavia Gross sagt:

    Was gilt denn als „wohlerzogen“? Gerade in den Ferien kommt man ja um Restaurantbesuche nicht immer rum und gerade in Italien bekommt man vor 19.30 nichts – also wird’s für die Kinder relativ spät. Wir lassen unsere Kinder mehr oder weniger machen, solange sie nicht laut sind und keine Unordnung/Sauerei produzieren. Sie können sich auch am Boden wälzen, so lange es ausreichend Platz hat, das bei/unter unserem Tisch passiert und nicht beim Nachbarn und dabei kein Lärm produziert wird. Ab und zu geht ein Elternteil mit den Kindern nach draussen oder in einen Vorraum, um etwas Bewegung in die Sache zu bringen. Das scheint allgemein akzeptiert – wir werden zumindest immer wieder für unsere Kinder gelobt.

    • Jo Mooth sagt:

      „Sie können sich auch am Boden wälzen“

      Ein Frage nur aus Neugier am Rande: Ist das für die Kinder nicht schädlich wegen dem Schmutz und den ganzen Bakterien. Ich wundere mich immer, wie oft Eltern Kinder sich am Boden wälzen lassen, sei es im Zug, im Supermarkt oder auch auf der Strasse.

      • 13 sagt:

        Im Gegenteil. Schmutz und Kontakt mit Bakterien stärkt das Immunsystem eines gesunden Kindes und es wird weniger anfällig.

    • Flavia Gross sagt:

      13 bringt’s absolut auf den Punkt. Und im Übrigen sind die Böden von Restaurants, aber auch Zug etc. durchaus sauber. Und „wälzen“ war zugegeben auch etwas übertrieben ausgedrückt. Auf den Boden sitzen oder liegen trifft es eher (und dabei was anschauen). Und eben, der Sauberkeitsfimmel ist gerade bei Kindern nicht angebracht.

    • Sportpapi sagt:

      Gerade in den Ferien in Italien sitzt man in der Regel im Freien, schaut, dass man ausreichend Platz hat, die Kinder können sich auch ausserhalb des Restaurants aufhalten. Und vor allem: in jedem Restaurant läuft ein Fernseher, vor dem sich die Kinder früher oder später versammeln – was mich regelmässig ärgert.

  • elena sagt:

    „Die überheblich sorglosen Eltern, die ihrem ungezogenen Nachwuchs alles durchgehen lassen, sind nämlich ein Mythos“. Ha, der ist aber gut, der Witz! Wer italienische Gaststätten kennt (und nicht nur italienische…) der weiss auch, dass die Bälger sich dort (zu) oft aufführen dürfen wie eine Rotte Wildschweine, während die Sippe über die bescheuerten Possen sogar noch hoch entzückt ist und nicht im Traum daran denkt, dass sich noch andere Gäste im Restaurant befinden, die womöglich gerne in angenehmer Atmosphäre speisen und sich in Ruhe unterhalten würden. Nicht alle, aber viele Kinder lernen heute die minimalsten Anstandsregeln leider nicht mehr, weil sie nämlich schon ihren Eltern nie vermittelt wurden.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das ist teilweise wohl das eigentliche Problem: Dass manche Eltern nicht einfach sorglos sind oder etwas „durchgehen lassen“, sondern das gänzlich anders wahrnehmen und das probelmatische Verhalten sogar toll finden.

      Sprich: Dass Eltern das Problem erkennen, aber leichtfertig darüber hinwegsehen, ist wohl in der Tat eher ein Mythos. Aber das bedeutet keineswegs, dass es nicht so einige Eltern gibt, die das Verhalten sehen, aber kein Problem darin erkennen und sich darum auch nicht vorstellen können, dass andere das vielleicht tun..

      • Jo Mooth sagt:

        Egozentrik eben, und die kommt auch bei den Kinderlosen und Singles vor. Wenn alle mal ein wenig mehr an die anderen denken würden…

    • Reincarnation of XY sagt:

      Elena – sie sprechen hier kulturelle Unterschiede an
      Danke
      Gerade diese beweisen, dass kindliches Benehmen eben nicht Glückssache oder reine Temperament Sache ist. Es ist in erster Linie eine Einstellung der Eltern.
      Denn es kann ja nicht sein, dass in einer Gegend zufällig 90% der Eltern Glück hatten und in der anderen Gegend 90% keins.
      Wenn man glaubt, dass gegen kindlichen Terror kein Kraut gewachsen sei, dann ist dagegen auch kein Kraut gewachsen. Wenn man glaubt, dass es sehr wohl möglich (wenn auch anstrengend) ist, einem Kind Benehmen beizubringen, dann ist das auch möglich.

    • 13 sagt:

      Vieles ist aber tatsächlich eine Frage der Wahrnehmung. Wir gehen oft weg, ohne oder mit Kindern, haben das auch vor den Kindern häufig gemacht und ganz ehrlich, ich mag mich an max. 1-2 Situationen erinnern, wo ich dachte, jetzt könnten die Eltern wirklich mal eingreifen. Wenn die Sippe das Verhalten der Kinder als süss, Sie hingegen als bescheuert betrachten, dann haben ja kaum einfach Sie recht, sondern es gibt offensichtlich verschiedene Meinungen dazu. Und gerade wer in Südeuropa ist, wo es kulturell bedingt etwas lauter und auch wilder zugeht oder eben in ein entsprechendes Restaurant geht, der kann logischerweise nicht die gleiche Erwartung an den Tag legen wie in einem ur-schweizer Gasthof, wo höchstens der Stammtisch lärmt.

    • Flavia Gross sagt:

      Jetzt würde mich aber doch interessieren, was für ein Verhalten als „problematisch“ angesehen wird und wer das dann als Eltern toll findet. Ich habe es noch nie erlebt, dass Essen rumschmeissen, rumschreien und rumtollen von den Eltern als „toll“ empfunden wurde.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich finde es gut, wenn ich einen Rabatt kriege. Nichts gegen einen geschenkten Gaul.
    Wir haben ja auch anspruchsvolle Kinder, selbstbewusst, südländisches Temperament… Aber ehrlich: Menükarte zerreissen? In der Öffentlichkeit Terror veranstalten? Gabs bei uns nie. Und ich finde auch nicht, dass man das einfach unter „das ist normal bei Kindern“ abhaken sollte.
    Natürlich hat niemand mehr Stress als die Eltern, wenn ihre Kinder dermassen ausrasten. Aber eh sorry, so ein Verhalten ist nicht unumgänglich. Und wenn es nur einmal vorkommt im ganzen Leben, dann ist ein auch Rabatt kein Problem.

    Natürlich passen wir unser Programm ihrem Alter an. Ich ginge jetzt nicht mit ihnen in ein klassisches Konzert oder ein pikfeines Restaurant im Vorschulalter.

    • Gratuliere, dass Sie mir Ihrem Kind nie Theater hatten. Es haben leider nicht alle Eltern dasselbe Glück (s. Susi). Wir waren mit einer sehr kurzen, harmlosen Trotzphase gesegnet. Die zerrissene Menükarte (ein Flyer in der Pizzeria, kein Buch mit ledernem Einband) war wahrscheinlich der schlimmste Zwischenfall. Nicht toll klar, wir hättens gerne verhindert, aber waren nicht schnell genug. Auf der anderen Seite ist es aber auch kein Weltuntergang. Und ja, ich halte das für „normales“ Verhalten – wenn auch klar am schlechten Ende des Spektrums.

    • Sisifee sagt:

      @ RoXY: Ich glaube, Kinder sind hier enorm verschieden. Bei meinen Kindern erstreckt sich das Spektrum von „Trotzphase ohne Anfälle“ bis „fast 12monatige Trotzphase mit streckenweise mehreren hysterischen Anfällen pro Tag, mit Vorliebe in der Öffentlichkeit“. Das eine Kind lässt sich weder durch zeitgenössische Klassik noch durch Kristallgeschirr aus der Ruhe bringen, beim anderen reicht als Auslöser, wenn Mami statt Papi das Nutellaglas überreicht. Natürlich finden wir die „Anfälle“ nicht gut, einfach wegerziehen lassen sie sich aber leider nicht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        1. das Kinder ausflippen gehört zum Programm, wir haben eins, das ungefähr das Temperament von Pepe aus Asterix bei den Spaniern hat
        2. diesem Temperament muss man eindeutig und sehr entschieden mit Erziehung und Vorbild begegnen. – Ich wehre mich dagegen, dass das Glückssache ist. Das ist es nicht.
        3. Wenn Terror regelmässig vorkommt, werde ich Konsequenzen ziehen. Ich gehe sicher nicht mit meinen Kindern an Orte, wo man sich zu benehmen hat, wenn sie sich nicht benehmen können.
        4. Warum muss man etwas Positives (Belohnung für gutes Benehmen) negativ sehen, bloss weil es vorkommen könnte, dass man die Belohnung auch mal nicht kriegt? Ich finde diese Einstellung verkehrt.

      • Jo Mooth sagt:

        @Reincarnation XY: Volle Zustimmung.
        In den wenigsten Fällen sind Kinder unerziehbar. Vielen Eltern fehlen dazu schlicht Fähigkeit und Persönlichkeit. Wie hiess noch der Spruch: die einzigen Menschen, die keine Kinder haben sollten, sind die Eltern.

      • Sportpapi sagt:

        „Wenn Terror regelmässig vorkommt, werde ich Konsequenzen ziehen. Ich gehe sicher nicht mit meinen Kindern an Orte, wo man sich zu benehmen hat, wenn sie sich nicht benehmen können.“
        Womit die Kinder sicher etwas gelernt haben. Nur was? Wenn ich etwas nicht will, muss ich nur genügend Terror machen?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Hmm…. SP ich nehme meine Kinder grundsätzlich nirgendwohin, wo sie gar nicht hinwollen. Wüsste nicht, was der Sinn davon sein soll. Ich geb doch nicht Geld für ein Opernbesuch aus, wenn das den Kindern nicht gefällt.
        Wenn sie also nicht mitdürften, wär das für sie eher eine Strafe.
        Aber wie gesagt: sie machen keinen Terror in der Öffentlichkeit. Ich sagte das nur, weil Tsch. es schon schlimm findet wenn ein Restaurant einen Rabatt gibt und sich Leute mit Terror-Kindern diskriminiert fühlen könnten. Ich sagte das nur auf das Argument: „Kann jedem passieren“. Klar doch, aber wenn es ständig passiert, gehe ich solange nicht ins Restaurant, bis mein Kind das gelernt hat. (War bei uns nicht nötig. Aber so hätte ich es gehandhabt.)

      • Sisifee sagt:

        RoXY: Nun ja, meine Tochter fährt Ihre Trotzattacken ja nicht in der Oper und auch nicht in der Kronenhalle. Sondern im Kindersingen, im Bus, zu Hause am Tisch. Da kann man konsequent mit dem hyperventilierenden Bündel den Raum oder den Bus verlassen, die Trotzattacke dauert trotzdem 20 – 40 Minuten (in unserem einen Fall). Und man kann auch nicht garantieren, dass sie dann ausbleiben. Wenn deswegen der Rest der Familie nicht mehr auswärts geht und sich nur noch zu Fuss fortbewegt, zementiert man die Machtposition des Trotzkopfes.
        Schlechte Manieren sind was anderes. Hier kann man erziehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sisifee: „Wenn deswegen der Rest der Familie nicht mehr auswärts geht und sich nur noch zu Fuss fortbewegt, zementiert man die Machtposition des Trotzkopfes.“
        Das ist der Punkt. Aber sicherlich werden jetzt auch gleich die Stimmen kommen, die der Meinung sind, Kinder würden keine Machtkämpfe veranstalten, sondern nur ihre Not ausdrücken.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Wenn Kinder in einem Restsurant nicht still sitzen können, hat das nucht unbedingt mit fehlender Kinderstube, sonder eher mit dem Temperament des Kindes zu tun. Es muss aber für Eltern zumutbar sein, einschätzen zu können, ob ein Restaurantbesuch mit ihrem Kind zumutbar (für das Kind) ist, oder halt nicht. Wenn Eltern wieder einmal schön essen gehen wollen, das Kind aber ein Wildfang ist, dann wäre ein Babysitter eine gute Investition. Bei einer Falscheinschätzung, wo das brave Kind im Restaurant plötzlich ausflippt und nivht zu beruhigen ist, empfielt sich ein Übungsabbruch.

    Nicht (nölende) Kinder in Restaurants oder Museen sind das Problem, sondern deren Eltern, welche die Aktivitäten mit ihrem Nachwuchs nicht dementsprechend planen.

  • tststs sagt:

    Was ist daran falsch, wenn Kinder lernen, dass Anstand, Respekt und ein wenig Schmuuuus ab und zu ihm Leben zu einer Belohnung/Vorteil führen?

  • Madeleine sagt:

    Ich find’s ne tolle Idee von diesem Wirt! Das ist ja direkt eine Herausforderung es mal mit meinen Kindern aus zu probieren! Schaff ich dieses Level, oder muss ich 3x hin um den Bonus zu erhalten? 🙂

  • Michi sagt:

    Trotzende Kinder in Restaurants lösen in mir ein Lächeln und Entspannung aus: Ich weiss, dass ich nichts tun muss und andere sich darum kümmern müssen…
    @Jo Mooth: Seien Sie etwas tolerant: Die Bälger zahlen in Zukunft ihre AHV…

    • Jo Mooth sagt:

      @Michi: Ich bin schon tolerant, aber nicht wegen der AHV. Ich habe das dieser Versicherung zu Grunde liegende Umlageverfahren immer als falsch erachtet. Item, meine Toleranz hat zudem Grenzen: Schreit ein sehr kleines Kind, das eigentlich lieber im Bett wäre, den ganzen Abend am Nebentisch, ärgere ich mich über die Eltern. Quengelt ein grösseres Kind mal ein paar Minuten vor der Pizza, ist das für mich kein Problem.

    • Christoph Bögli sagt:

      @Michi: Das AHV-Argument ist immer etwas konstruiert. Mal abgesehen davon, dass man es generell zweifelhaft finden kann, wenn Kinder (bzw. erst recht deren Verhalten) über ökonomische Gründe legitimiert werden soll. Oder dass die AHV als Schneeballsystem konstruiert wurde, bei man permanent mehr Nachwuchs zuführen muss damit es nicht kollabiert. Aber auch sonst ist es ja keineswegs garantiert, dass ein spezifisches Kind jemals in relevantem Masse Beiträge zahlen wird. Bezüglich der Staatsfinanzen ist dieses spezifische Kind erst einmal für 20-30 Jahren ein reiner Kostenfaktor, finanziert von gerade jenen späteren AHV-Bezügern, und ob sich diese Investition jemals auszahlen wird ist völlig unklar..

      • Reincarnation of XY sagt:

        Immer die AHV – sind Sie Rauchern gegenüber auch so tolerant? Die AHV wird sich niemals über die künftigen Arbeitnehmer finanzieren lassen. Aus ursprünglich 6:1 , wird ein 2:1.
        Wir alle werden sie durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer berappen müssen. (Oder einfach wieder mehr rauchen müssen.)

      • Jo Mooth sagt:

        Gut geschrieben, Ch. Bögli. Ein wenig erinnert’s mich an die Raucher, die auch immer wieder mit der AHV kommen. Sollen die Kinderlosen fordern, keine Steuern mehr für die Schule bezahlen zu wollen? Eben. Imho sehr wichtig ist ein gutes Zusammenleben zwischen Familien und Kinderlosen. Zwei Lebensentwürfe, so normal wie nichts. Da braucht es ein wenig Respekt, Toleranz, und bitte kein Exhibitionismus von keiner Seite.

    • Lichtblau sagt:

      @Michi betr. AHV: Oder auch nicht, weil es auch im Job rumbrüllt und sich am Boden wälzt … 😉
      Wir hatten auch nie Probleme mit dem Kind in Restaurants, vor allem in den Ferien. Da orientierten wir uns ein wenig an der dann „französischen Erziehung“. Das Kind durfte auch ausgefallene Speisen bestellen – Muscheln und Meeresfrüchte sind doch nur schon optisch Zauberzeugs, genau wie „Oeufs à la neige“. So wurde nicht nur im Restaurant praktisch alles gegessen, sondern auch am Familientisch. Einfach gut gekocht und ansprechend angerichtet sollte es sein.

  • Diego V. sagt:

    Ich könnte hier jetzt Mittermeier mit seiner Definition von „AK’s“ zitieren. Leider sind 95% der Kinder AK’s. Natürlich (leider) ist es völlig sinnlos dies den AK-Eltern zu sagen. Die Natur hat es so eingerichtet das die Eltern die ersten 12 Jahre der Aufzucht Hormonbedingt in völliger Verklärung verbringen. Zum Glück für den Nachwuchs! Sie würden ihn nämlich wirklich im Restaurant „vergessen“.

  • Independent sagt:

    Ich bin nach wie vor der Meinung dass kinderfreie Restaurants (das kann ja gerne ab 20:00 Uhr sein oder sowas) die Lösung sein dürften. Da gibts klare Regeln und niemand muss sich ärgern. Denn ich geben Herr Tschannen Recht – es ist auch für die Eltern kein Genuss wenn die bösen Blicke kommen oder man selber sein Essen kalt geniessen da zuerst der Nachwuchs gebändigt werden muss.

    Allerdings finde ich auch dass eben gegenseitige Rücksicht geboten ist – und das trifft nunmal auch auf die Eltern zu. Warum ein Restaurantbesuch erzwungen werden muss ist mir schleierhaft, vor allem wenns in einem Restaurant ist welches nun evl ein wenig „gehobener“ ist (was immer das heissen soll…)

    • Absolut einverstanden, mit allem. Ich wollte auch keine Lanze brechen für Leute, die sich überhaupt nicht um das Verhalten ihres Nachwuchses scheren. Die meisten Eltern – da bin ich mir ziemlich sicher – kümmern sich darum, wie sich ihr Kind im Restaurant benimmt.

  • 13 sagt:

    Ich habe den Artikel zum Wirt und sehr viele Kommentare gelesen und staune hier einmal mehr ab der Interpretation und der Erwartung. Also meine Überlegungen dazu:
    1. Wie der Wirt das „Bimbi educati“ definiert, bleibt offen.
    2. Die Belohnung von Eltern mit „braven“ Kindern sagt nichts darüber aus, wie sich das Servicepersonal gegenüber Kindern verhält, die gerade einen Tobsuchts- oder Duracell-Häsli-Anfall. Nur weil es keinen Rabatt gibt, heisst das doch nicht, dass kein Verständnis da ist.

    • 13 sagt:

      3. Warum soll es einen Elternteil (mit unerzogenem Kind) stören, wenn ein anderer Elternteil (mit bravem Kind) ein Geschenk bekommt? Neid? Erwartung, man hätte es auch verdient? Ich meine, die Eltern mit dem Trotzkind zahlen ja nicht mehr, sondern das was auf der Karte steht, gleich wie Kinderlose.

      Wir gehen gerne und viel weg. Uns ist es auch schon passiert, dass ein Wirt den Kindern ein kleines Dessert oder uns einen Café spendiert hat, weil sie so süss und lieb waren. Wir haben das immer als sehr freundlich und kinderlieb empfunden. Aber das heisst doch nicht, dass all die anderen Mal, wo es nichts gab, der Wirt oder das Personal kinderunfreundlich war. Das ist doch eh die grosse Ausnahme.

      • Dieser eine Wirt oder ein kleines Dessert bereiten mir jetzt auch keine Kopfschmerzen. Der Gedanke daran, dass sich vielleicht irgndwann ein systematisches Anreizsystem für „gut erzogene Kinder“ etabliert, der schon eher. Es impliziert einfach, dass man Kinder immer steuern kann und Eltern von lebhaften Kindern in Sachen Erziehung versagt haben. Das sage ich ganz selbstlos als Vater eines eher ruhigen Kindes.

      • 13 sagt:

        Ja, die PR ist etwas sehr ungünstig ausgefallen, aber eben wenn man sich auf die wirklichen Fakten konzentriert, ist eben nichts schlimmes dahinter. Ich gehe halt zudem davon aus, dass unsere Ansichten, was ein „wohlerzogenes Kind“ ist mit denjenigen aus Italien nicht ganz übereinstimmt.

      • tststs sagt:

        Wissen Sie, die meisten Menschen, die sich in solchen Situationen gestört fühlen, interessiert es eigentlich herzlich wenig, ob es an der falschen Erziehung, einem durchbrechenden Zahn oder schlicht an der Trötzliphase liegt!
        Und wenn, dann wird Eltern sowieso nur wegen eines Punktes Vorwürfe gemacht: Wenn man nicht einsieht, dass es Zeit ist, den Restaurantbesuch abzubrechten… äh pardon… abzubrechen 😉

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ tststs

        Schön gesagt: wenn ich selten genug einen „gehobeneren“ Abend mit meinem Liebsten verbringe möchte ich das weitgehend ungestört von nölenden Kleinkindern tun. Der Grund weswegen sie nölen ist mir eigentlich nicht wichtig.

      • 13 sagt:

        Ist es aber nicht auch ein Mythos, dass Eltern mit nölenden Kleinkindern ständig abends in gehobenen Restaurants verkehren? Wenn ich abends schön nur mit meinem Mann essen gehe und ein entsprechendes Restaurant aussuche, dann hat es auch ohne Verbote oder Anreizsysteme zu 99% keine Kinder.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Stimmt, das ist nicht häufig oder die Norm, weil wohl die meisten Eltern sehr wohl einschätzen können was drin liegt und was nicht. Es sind auch nicht immer Orte, wo per se nicht für Kindrr geeignet sind: ich war vor Jahren mit meinen Kindern im Planetarium des luzerner Verkehrshaus in einer Kindervorstellung. Während der ganzen Zeit weinte ein Kind, dass es Angst habe und raus möchte, aber die Mutter dachte noch nicht einmal daran, mit dem Kind rauszugehen. Auch wenn dies eine Kindervorstellung war, störte das Kind, woran aber nicht das Kind schuld war.

  • Sisifee sagt:

    Für mich bleibt die italienische Gastfreundschaft (in Italien) unübertroffen: Kinder sind in der Regel dabei und stören nicht. Punkt.
    Ein erhellendes Erlebnis hatte ich bei einem relativ edlen Italiener in Zürich, als wir den 40. meines Mannes feiern wollten. Unser Babysitter ist kurz vor dem Anlass ausgestiegen und wir mussten unsere Bengel, damals 4 und 2 Jahre alt, mitnehmen. So waren denn neben 12 Erwachsenen auch 3 Vorschul-Jungs und 2 Babys zugegen, das zwischen engen Tischen, Gemälden, Kerzenleuchtern und weissem Leinen. Die Jungs haben unter dem Tisch Schnürsenkel zusammengebunden und sind nach und nach auf der Sitzbank eingeschlafen. Es wurde bis nach Mitternacht getalfelt.

    • Sisifee sagt:

      Die Kellner – während des Essens die Ruhe selbst – haben sich zum Abschied aufgereiht und uns warmherzig verabschiedet. Dabei haben sie betont, wie sehr sie sich gefreut hätten, eine „richtige Familie“ zu bewirten. Sie fänden es schade, dass in der Schweiz die Leute ihre Kinder nicht mehr mitnähmen ins Restaurant.

      Mein Eindruck war, dass die Ruhe des Servicepersonals die Situation enorm entspannt hat. Wir Eltern wurden rasch lockerer, als wir merkten, dass die Kinder willkommen sind. Und die Kinder waren lebhaft, konnten aber die minimalen Regeln (nicht am Tischtuch ziehen, nicht zwischen den Tischen herumrennen) befolgen. Entgegen meiner anfänglichen Skepsis ein wunderbarer Abend MIT Kindern und eine schöne Erinnerung.

  • Christoph Bögli sagt:

    Das Anreizsystem wirkt effektiv nicht sehr sinnvoll und ist eher symbolträchtige Werbung. Zumal es ja auch keine klaren Bewertungskriterien gibt für „Wohlerzogenheit“, erst recht nicht pauschal. Ein ruhiges, schüchternes Kind wirkt ja auf den ersten Blick „wohlerzogen“, obwohl es das vielleicht gar nicht ist, während sich ein sehr aktives Kind extrem zusammenreissen aber trotzdem mehr auffallen kann.

    Fazit: wenn man Familien und damit Kinder bewirten will, dann muss man in einem normalen Rahmen auch mit Verhaltensweisen rechnen, wie sie unter kleineren Kinder nun einmal vorkommen. Die Alternative: Ein generell kinderfreies Restaurant, wie das auf gehoberem Niveau oft gemacht wird, womit sich das Problem auch erledigt hat. Aber eine Pizzaria ist ja kein 3-Stern-Restaurant..

  • Susi sagt:

    Unsere Tochter hatte eine ziemlich ausgeprägte Trotzphase. Während dieser Zeit wäre ich nie in ein Restaurant gegangen (höchstens tagsüber kurz oder ins Migros-Resti, wo man auch ohne Aufsehen heimgehen kann). Aber wenn andere Leute für auswärts Essen genug bezahlen und einen schönen Abend verbringen möchten, wollen sie sicher kein quengelndes Kind am Nebentisch.

    • Klar, man muss es in der Trotzphase ja nicht erzwingen. Aber Kinder können auch ausserhalb der Trotzphase mal einen schlechten Tag haben. Ausserdem: Ein quengelndes Kind am Nebentisch ist wirklich nicht so schlimm.

      • Jo Mooth sagt:

        Für Sie vielleicht nicht. Mir und vielen anderen geht das ganz gehörig auf den Geist. Wobei sich die Wut, wie beim kläffenden Hund, keineswegs gegen das Kind richtet.

      • Ich kann leider nicht für „viele andere“ reden, weil ich nicht entsprechend mandatiert bin. Ich finde zeternde Wutbürger am Nebentisch aber schlimmer als laute Kinder. So hat halt jeder sein Feindbild.

      • Susi sagt:

        @Markus Tschannen: Sie haben eben unsere Tochter in dem Alter nie erlebt.
        Stellen Sie sich vor: See am Abend, Sonnenuntergang, lauschig-romantische Stimmung. Das Kind ist seit drei Stunden im Wasser und mittlerweile blau angelaufen, darum muss es rauskommen. Es will aber auch nach 10 Minuten Diskussion immer nicht, also wird es von Mami rausgetragen. Und dann kommt er, der Anfall: Das Kind wälzt sich schreiend am Boden, aus Blau wird Rot, (bei der Mutter wird Rot aus Braun), das Kind lässt sich nicht hochheben, verbiegt sich, macht sich zum nassen Sack. Die Enten fliegen erschrocken davon, die Mücken suchen das Weite, die orange Sonne verdüstert sich.
        So lief das bei uns. Ein halbes Jahr.

      • Oli Olson sagt:

        Sie waren sicherlich ein „wohlerzogenes“ Kind…

      • @Susi: Klingt dramatisch, danke für die blumige Schilderung. Schlimme Trotzanfälle von fremden Kindern lösen bei mir immer eine grosse innere Entspanntheit aus. Ich glaube es ist die Erleichterung, mich in diesem Fall nicht drum kümmern zu müssen.

      • extraterrestre sagt:

        Quengelige Kinder am Nebentisch sind für mich dann mühsam,wenn ich Abends mit meinem Mann mal ohne Kinder auswärts essen möchte,mir dafür ein Restaurant aussuche,wo ich eben gerade keine Kinder sehen und vor allem hören möchte.Ich fühle mit allen anderen,die sich über quengelige Kinder am Abend im Restaurant nerven,mit,und das,obwohl ich selber Kinder habe.Es gibt eine Toleranzschwelle,die aus Rücksicht auf die Mitmenschen berücksichtigt werden sollte.Quengelige Kinder gehören abends ins Bett,nicht ins Restaurant (va.den Kinder zuliebe). @Susi:Trotzanfälle sind meistens dann sehr heftig, wenn das Kind entweder müde oder hungrig ist oder friert/zu heiss hat, etc. Stressfaktor entfernen (zu essen geben, etc.) und das Kind entspannt sich.Nach 3 Stunden im kalten Wasser würde ich auch schreien

      • Susi sagt:

        @Markus: Diesen Eindruck hatte ich jeweils auch, die Leute um uns herum schauten mich wirklich mitleidig an. Damals am See kam eine ältere Dame, stellte sich vor das am Boden liegende, schreiende Kind und sagte: „Ja, das nützt der jetzt au nüt!“ Worauf das Kind noch ohrenbetäubender schrie und sich dabei wegwälzte.
        So ein Anfall konnte bis zu 30 Minuten dauern, kein Witz. Uinei.

      • Susi sagt:

        @extraterrestre: Nö, die Anfälle kamen einfach dann, wenn sie sich etwas fest in den Kopf gesetzt hatte und es dann anders lief. (Die gewünschten Socken sind in der Wäsche? -> Anfall.)
        Habe mich ziemlich intensiv mit der Sache auseinandergesetzt. Ist in erster Linie eine Frage des Temperaments und nicht die Schuld der Eltern. (Mein Bruder und ich waren genau gleich.)

    • mila sagt:

      @Susi: Können Sie etwas dazu sagen, wie Sie mit dem ‚Problem‘ grundsätzlich(er) umgegangen sind? Gerade, wenn es eine Temperamentsfrage ist (wofür das Kind ja auch nichts kann)? Geht es darum, dass sich dieses heftige Trotzen irgendwann ‚auswächst‘, oder haben Sie z.B. versucht, mögliche Trotzsituationen präventiv abzufangen, und wenn ja, wie? Bei meiner Tochter zeichnet sich ein ‚kräftigeres‘ Temperament ab, insofern interessiert mich dieses Thema…

      • Susi sagt:

        @mila: Largo sagt dazu, man solle ruhig bleiben (hahahaa) und dem ganzen möglichst wenig Beachtung schenken. Ev. das Zimmer verlassen. So könne man die Häufigkeit der Anfälle ev. etwas beeinflussen (die Intensität leider nicht…) Ich habe das jeweils so gehandhabt, je nach Situation ist es aber schwieriger. Insgesamt war unsere Tochter bei einem solchen Anfall sowieso nicht mehr ansprechbar. Und Prävention ist schwierig, weil diese Anfälle echt durch Nichtigkeiten ausgelöst werden können. (Mami liest die Socke auf statt Papi? -> Anfall.)
        Aber man muss immer dran denken, dass die wirklich schlimme Phase doch relativ kurz ist, sechs Monate oder so gehen recht schnell vorbei, man muss einfach durchhalten.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Susi

        Das kenne ich: mein Grosser hatte zwischen 2,5 und 3 Jahren eine 6 Monate andauernde Phase, in der er mehrmals täglich kötzelte, wenn es nicht nach seinem Kopf ging. Brauchte es Anfangs eine ungeheure Anstrengung, so lange zu schreien bis er sich erbrechen musste, konnte er dieses Kunstück nach kurzer Zeit suf Anhieb: „Mami darf ich Schoggi? Nein Schatz, wir“ … kotz, durch die Wohnung spring und unterwegs an 5 verschieden Stellen hinkotz“. Selbstverständlich wurde bei diesem Vorgehen auch mindestens 5 Mal pro Woche die Bettwäsche „berücksichtigt“.

        Diese Phase wäre sicher keine gute Zeit gewesen, um mit Kind ein Restaurant oder den Louvre zu besuchen. Man denke da an Mona Lisa. Der wäre das Lächeln glatt vergangen, wenn…

      • Habig Regula sagt:

        @mila: Unsere jüngere Tochter hatte im Alter von ca. 2 Jahren Wutanfälle wie von Susi beschrieben. Bei uns hat sehr gut funktioniert, dass wir in einem ganz ruhigen Moment mit ihr einen lustigen Namen für diese Anfälle gefunden haben, der sie zum Lachen brachte. Wenn die Krise sich dann abzeichnete, hat sie (fast :)) jedes Mal positiv darauf reagiert, wenn wir lautstark und munter ausgerufen haben, dass „wir“ jetzt aber nicht so einen Tanz aufführen wollen. Das Lachen darüber hat ihr oft die Wut genommen, und wir konnten ruhig „verhandeln“ ^bevor das Geschrei losging. Wie gesagt, bei uns hat das sehr gut gewirkt.

      • Sisifee sagt:

        @ Susi: Was tut es mir gut, dies zu lesen! Nach 2 Jungs mit moderaten Trotzphasen legt meine Tochter mit schrecklichen Szenen nach. Wir verlassen den Bus durch die mittlere statt durch die vordere Türe: -> Anfall (20 Minuten). Mami schneidet das Stück Käse statt Papi: -> Anfall. (30 Minuten). Im Quartiertreff muss man die Stiefel ausziehen: -> Anfall (40 Minuten / 70 dB).
        Ich bleibe ruhig, wenn andere zugegen sind verlasse ich mit ihr zusammen den Raum. Nicht als Erziehungsstrategie, sondern weil es mir selber besser geht, wenn ich mich nicht zu Reaktionen hinreissen lasse und allfällige Kommentare von Fremden umgehe. Dazwischen versuche ich, ob sie sich in den Arm nehmen lässt oder etwas essen will.
        Ich habe auch aufgehört, die Anfälle im Nachhinein zu kommentieren,.

      • mila sagt:

        Hihi, @Susi, ich hab auch schon gelesen, dass man sich bei jedem Anfall erst mal freuen sollte – weil die Autonomie des Kindes sich (offenbar) gut entwickelt. Also das Ganze erst mal ‚umdenken‘, von ‚trotzen‘ hin zu ‚autonom werden‘, (im Sinne von, das Kind lernt, dass es einen eigenen Willen hat, andere aber auch, weshalb viele Autoren heute ja auch nicht mehr von einem Trotzalter sprechen, sondern von einer Autonomiephase). Aber ob das gelingt, wenn die Anfälle sich (evt. massiv) häufen, sei dahingestellt… Als präventiv wird angegeben, dem Kind in dieser Phase soweit möglich Autonomie zuzugestehen, es helfen lassen etc., aber auch den Anfall mit dem Kind durchstehen, wenn eine Alternative nicht möglich ist. (Irgendwann einmal will man ja auch vom See nach Hause kommen.)

      • mila sagt:

        @alle: Vielen Dank für die Inputs! Den humorvollem werde ich sehr gerne ausprobieren… wenn ich den Humor dann auch situativ aufzubringen vermag.

      • Sportpapi sagt:

        Die Lösung für alle Probleme wäre doch: Nicht erziehen! Das Kind trötzelt doch nur, wenn es seinen Willen nicht erhält. Was ja auch fies ist, ein Übergriff, ein Ausspielen der elterlichen Macht gegenüber dem ohnmächtigen Kind…

      • Susi sagt:

        @Tamar: Jaaaa, mein Bruder kotzte auch immer bei seinen Anfällen, erinnere ich mich grad…

        @Sisifee: Haha, genau! In den Arm nehmen konnte man grad vergessen, sie liess zu, dass man sie berührte, noch, dass man sie ansprach. Bei beidem wurde sie einfach lauter und robbte blind schreiend weg. Wie in einem schlechten Film. Ich sprach sie nachher nie darauf an, das war im Fall wie eine Jekyll/Hide-Situation. Oder wie Hulk…

        @mila: Ja, aber unsere Tochter hatte eigentlich recht viel Autonomie… Genau, es ist ein Entwicklungsschritt, wie das Lügen. Da muss man sich auch erst mal dran gewöhnen.

        @S.P.: Nicht-erziehen hätte wohl nicht gereicht… Man hätte alles nach ihren Vorstellungen machen müssen. (Wo ist der Lachwein-Smiley?)

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: „Nicht-erziehen hätte wohl nicht gereicht… Man hätte alles nach ihren Vorstellungen machen müssen. “ Wo ist der Unterschied?

      • Susi sagt:

        @S.P.: Nicht erziehen bedeutet, das Kind einfach machen lassen, ihm keine Grenzen zu setzen, nicht einzugreifen. Alles nach seinen Vorstellungen zu machen, würde bedeuten, ihm zu gehorchen. Wenn das Kind sagt, Mami soll das Brot schneiden, dann müsste man diesem Wunsch Folge leisten, Mami müsste allenfalls von der Arbeit heimkommen dafür, weil sonst: Anfall.

        Das ist schon ein grosser Unterschied.

      • Sportpapi sagt:

        Aber bei einem Anfall dürfte man das Kind keinesfalls alleine lassen, sondern müsste ihm beistehen…
        Aber gut, nicht gehorchen. Sondern warten, bis ein genervter Fremder vielleicht eingreift…

  • Elisabeth Brunner sagt:

    Kinder haben immer wieder verschiedene Phasen und sie nehmen sofort wahr, wenn ihre Eltern, „wie auf Nadeln sitzen“. So kann man ihnen ganz klar erklären: „Wir wolle nun eine gewisse Zeit nicht mehr mit dir auswärts essen gehen“.

    • Paul Girard sagt:

      Das wird ein trötzelndes Kind aber zutiefst beeindrucken.

      • maia sagt:

        Vor allem wollen ja in erster Linie die Eltern und nicht die Kinder auswärts essen!

      • 13 sagt:

        @ maia
        Da kennen Sie meine Kinder aber schlecht. Die würde jeden Tag auswärts essen, wenn sie könnten und gehen wir mal ohne sie sind sie beleidigt. Wobei, ich war als Kind auch so, dass ich einen Gastronomen geheiratet habe ich kein Zufall 😉

      • Bei uns sind es Frau und Kind, die immer ins Restaurant wollen. Ich lebe dann meistens meine Trotzphase aus um zu zeigen, dass ich eigentlich lieber zu Hause wäre.

      • 13 sagt:

        😀
        Aber es dann auf den Brecht schieben, wenn Sie keinen Rabatt erhalten…tststs 😉

    • Sisifee sagt:

      @ E. Brunner: Dieser Satz könnte von mir stammen. Und 20 Sekunden später würde ich realisieren, dass ich ja nicht meinen Kinder zuliebe auswärts essen gehe, sondern weil ICH das Bedürfnis habe, eine feine Mahlzeit ohne Kochen, servieren, aufräumen zu geniessen.
      Also muss ich doch meinen Kindern eher erklären, dass sie doch mir zu liebe sich etwas benehmen sollen, dass ich dafür aber auch wiedermal zu McDonald’s mitkomme, ohne mich weinend auf dem Boden zu wälzen.

  • Simone Greminger sagt:

    Ich würde ein Ausbleiben einer Belohnung nicht als Strafe sehen, sondern ganz einfach neutral beurteilen.

  • Jo Mooth sagt:

    „Die Gesellschaft muss Kinder in guten wie in schlechten Zeiten ertragen können.“ Widerspruch: Kinder, die sich nicht mal für die Dauer eines Pizzaessens benehmen können, sollen zu Hause bleiben. Die Unsitte, Kinder immer und überall mitzunehmen, nervt.

    • Carolina sagt:

      Ich würde das gleich mal ausweiten: griesgrämige Alte, Hustende, Kinderlose mit Bitterkeit im Blick sollte man auch nach Hause schicken – müssen die wirklich überall mitgenommen werden?
      Frau M: mir ist tatsächlich ein kinderloses Paar bekannt, das absichtlich mit uns in die Pizzeria geht: sie mögen die gute Stimmung und Fröhlichkeit und nehmen in Kauf, dass auch mal ein Kind tobt (oder eine Mutter oder ein Vater). Alles auch eine Einstellungssache!

      • loulou55 sagt:

        Ich möchte da noch anfügen:
        Alle Erwachsenen die nicht mal für die Dauer eines Pizzaessens auf ihr „Schei**-Smartphone“ verzichten können, sollen zum Babysitten ebendieser unerzogenen Kinder zwangsverpflichtet werden, damit die Eltern trotzdem mal eine Pizza geniessen können, ganz ohne Kinder- & Smartphone-Lärm.

      • Susi sagt:

        @Carolina: Pizzerias sind meist auch kinderfreundlich und man weiss, was einen erwartet, wenn man dort hingeht. An gewissen (gehobeneren) Orten verstehe ich aber, wenn man sich ab Gebrüll und Rumgerenne stört.

      • mila sagt:

        Ich hab das aber ehrlich gesagt nie erlebt, Kindergerenne und -geschrei im wirklich gehobenen Restaurant. Die meisten Eltern würden sich selbst so etwas nicht freiwillig antun wollen…

    • Ja, man sollte kleine Kinder grundsätzlich alleine zu Hause lassen und so Pizza essen gehen, dass man andere nicht stört. Es reicht ja, wenn man die Blagen mit 18 aus dem Haus lässt. Die haben dann immer noch genug Leben vor sich um sich alles anzuschauen.

      Oder aber man setzt sich als Erwachsener mal mit seiner Einstellung auseinander. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie über ein lebhaftes Kind geärgert, geschweige denn erwartet, dass Kinder im Restaurant immer ruhig auf dem Stuhl sitzen. Wenn nächstes Mal ein Kind im Restaurant laut ist, spielen Sie doch einfach mit oder ignorieren sie es. Das ist wirklich nicht schwer.

      • Jo Mooth sagt:

        Ist eben nicht nur eine Frage der Einstellung, sondern auch des Geschmacks und Anstands: Ich gehe eben nicht in ein Restaurant, um das Geschrei von Kindern zu ertragen, da bleibe ich zu Hause. Aber macht einfach so weiter, dann nimmt das Bisschen Sympathie, dass wir Kinderlosen für euch omnipräsenten und präpotenten Familien noch haben, immer mehr ab.

      • Es geht um Ihre eigene Empfindlichkeit, Jo. Versuchen Sie doch nicht, daraus einen Keil in der Gesellschaft herbeizureden. Den sehen nur Sie.

        Ich war deutlich länger kinderlos als ich inzwischen Vater bin und wiederhole mich gerne: Auch als Kinderloser hat mich nie ein Kind gestört. Nicht einmal ein schreiendes am Nebentisch.

      • Sisifee sagt:

        @ Jo Mooth: Im Gegenteil. Ich bin dafür, dass Kinder viel mehr ins Restaurant mitgenommen werden. Dann wird es nämlich für alle zur Selbstverständlichkeit. Sie können sich ja derweil ein Sandwich im Ruhe-Abteil der SBB gönnen.

      • Jo Mooth sagt:

        Der Keil wird leider grösser, das sieht neben mir z.B. auch ein Peter Kunz: http://www.aargauerzeitung.ch/kommentare-aaz/kinderlos-und-gluecklich-130955888 Immer mehr Familien haben das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein und deswegen bedingungslos geliebt werden zu müssen. Exhibitionismus mit Geburtstafeln im Garten und Abziehbildern mit den Namen auf der Familienkutsche bis eben zur von allen toll zu findenden Quengel- und Rumrennshow im Restaurant. Wäre aber vielleicht mal ein Thema für einen nächsten Blogbeitrag.

      • 13 sagt:

        @ Jo Mooth
        “ da bleibe ich zu Hause.“
        Und damit ist das Problem bereits gelöst.

      • extraterrestre sagt:

        ich finde,JO drückt sich etwas extrem aus,aber im Grunde pflichte ich ihm bei,und das,obwohl ich kinder habe.@MT:wenn ich in eine pizzeria gehe,dann kann(und muss) ich damit leben(können),dass kinder da sind.ja,kinder sollen vor 18 lernen,sich auswärts über die Zeitspanne eines pizza-essen zu benehmen.wenn ich aber abends in ein gepflegtes restaurant essen gehe,dann will und muss ich nicht Kindergeschrei ertragen.da sehe ich die Eltern in der Pflicht, entweder die kinder zu hause zu lassen,oder sie erst dann ins restaurant mitzunehmen,wenn sie in einem alter sind,da sie sich benehmen können (ab welchem alter genau ist dann wohl individuell).als Familie muss und darf ich nicht erwarten,dass unsere manchmal braven,bisweilen aber auch quengeligen,mühsamen kinder überall willkommen sind.

      • Ja klar, extraterrestre. Wenn Eltern am Abend ihre kleinen Kinder in ein nobles Restaurant mitnehmen, owohl sie wissen, dass die wahrscheinlich rumtoben werden, dann darf man sie dafür selbstverständlich kritisieren. Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass sich Eltern und Kinder alles erlauben dürfen.

      • Carolina sagt:

        MT hat doch klar und deutlich gesagt, dass es hier nicht um die Kronenhalle geht, sondern um Familien, die sich meistens relativ früh am Abend (im Gegensatz zu mediterranen Ländern) in der örtlichen Pizzeria bzw in der Beiz versammeln! Eine Art von stillem Kinderverbot gibt es doch längst! Wenn ich mit meinem Mann allein essen gehe, begegnet uns in der CH wirklich nie ein schreiendes, sich nicht benehmendes Kind. Höchstens mal ein Baby, dass noch gestillt wird……
        Was als nächstes? Dass die JM’s dieser Welt Kinder im öffentlichen Leben ganz verbieten? Dass man sie erst mit 18 raus lassen darf, wenn sie dann mit Leichenbittermiene anderen Restaurantgängern die Laune vermiesen?
        Es ist eben doch eine Sache der Wahrnehmung: man kann sich selber mal hinterfragen, warum einen Kinder

      • Carolina sagt:

        /2 oft mehr nerven als Verkehrslärm oder unfreundliche Mitbürger?
        Alle Eltern kennen wohl liebe Mitmenschen, die scheinbar ständig daran sind, Kinder doof zu finden, egal was sie machen – meiden Sie doch diese Orte! Mit etwas gutem Willen erkennen Sie übrigens ganz schnell, wie unangenehm es den allermeisten Eltern ist, wenn das Kind einen Anfall hat – da muss man oder Mooth nicht noch Öl ins Feuer giessen!

      • Flo sagt:

        Das Kind ist in so einem Moment Strafe genug
        Frage nur für wen? Für die anderen Gäste – für den Wirt?
        Weil es schon zu beonachten ist das Eltern solcher Kinder oft ganz stolz auf das selbstbewusste und eigenständige Verhalten ihres Sprösslings sind. Und das „dürfen“ sie natürlich auch, denn meist ist das Kind das Ergebnis der elterlichen Einstellung/Erziehung und auf die Resultate soll man doch stolz sein (dürfen).
        Gerade in einem Speiserestaurant wo sich solche Gäste aufhalten dürfen, da ist kein Platz für mich. Beim Essen möchte ich mich gerne ungestört, in gemässigtem Ton, mit meinen Tischgenossen unterhalten können. Wenn ich Kindergeschrei/Herumgerenne um mich wünche dann gehe ich auf den Spielplatz in meiner Nähe – aber nicht beim Essen – sorry!

      • Flo sagt:

        Markus Tschannen da möchte ich dir gerne widersprechen: es geht doch nicht um lebhafte Kinder, sondern um unge(er)zogene Kinder. Und das ist ein grosser Unterschied.
        Ein (gut) erzogenes Kind hat nämlich gelernt, von seinen Eltern, das man bei sich zu Hause einiges erlauben darf und auch soll, was man auch als Kind im Restaurant nicht unbedint auch machen sollte. Und es sind die ErzieherInnen die einem Kind so etwas vermittln sollten.
        Hat etwas mit Anstand und Respekt zu tun – und das dürfen Kinder auch schon in jüngeren Jahren verinnerlichen – gute Manieren, Anstand und einen gewissen Respekt/Rücksicht vor/auf seine/n Mitmenschen können in späteren Jahren nur von Vorteil sein.

      • 13 sagt:

        @ Jo Mooth
        Jetzt habe ich noch ihren Link gelesen: Ein Uniprofessor, der sieben Jahre für sein Studium gebraucht hat (natürlich mehrheitlich vom Staat bezahlt), und danach fast sein ganzes berufliches Leben an der Uni verbracht, wo er einen von den Steuergelder finanzierten aber im Verhältnis viel zu hohen Lohn bezogen hat, brüstet sich damit, dass die Eltern Kinder zu ihrem Privatvergnügen haben und sich von den Kinderlosen die Volksschule finanzieren lassen? Selten so gelacht. Sind es wirklich Leute wie er, die Sie als Referenz angeben wollen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Kritik am Uniprofessor verstehe ich nun nicht ganz. Das ist schlicht unsachlich.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Warum unsachlich? Er hat offenbar 7 Jahren studiert (für ein Studium, für welches man üblicherweise 4-5 braucht). Das Studium wird mehrheitlich von den Steuern bezahlt, die Studiengebühren decken ja nur einen kleinen Teil. Ich weiss, was Uniprofessoren in etwa verdienen und das für welchen Aufwand und finde es gegenüber der Privatwirtschaft unverhältnismässig. Auch ihr Lohn wird mehrheitlich von den Steuern bezahlt. Und da finde ich es schon eher witzig, wenn er sich beklagt, weil Kinderlose die Volksschule für die Eltern resp. ihre Kinder bezahlen müssen.

      • Martin Frey sagt:

        @13:
        Nur so aus Interesse. Dieser genannte Wirtschaftsrechtler (der wohl nicht ihre politischen Ansichten vertritt, Ihnen ja trotzdem bekannt sein dürfte) ist ja einer der nahmhaftesten Exponenten in seinem Gebiet. Zumindest aus Wahrnehmung von uns Nichtjuristen. Was verdient denn so ein Vertreter der Uni Bern ganz konkret? Und wieviel jemand mit vergleichbarem Palmares in der Privatwirtschaft (Fürsprecher, LL.M., Professorentitel usw.) Das haben ja nicht alle vorzuweisen, nehme ich mal an.
        Sie wissen da sicher mehr Bescheid, aber ich kenne selber ein paar Wirtschaftsanwälte die im M&A tätig sind. Und kann mir schwerlich vorstellen dass die Uni Bern höhere Löhne bezahlt.

      • Martin Frey sagt:

        Nebenbei, ich fand Ihre Aeusserungen ebenso unsachlich wie SP, aber in einer Reihe mit Ihren Aeusserungen letzthin zum interviewten Allergologen. Wie lange jemand für ein Studium hat tut nichts zur Sache.
        Derartige Angriffe ad personam sind sonst nicht Ihr Stil.

    • Coco sagt:

      Glücklich kinderlos und den Mamablog am Lesen und kommentieren. Made my day 🙂 Wäre mir zu dieser Zeit nie im Leben eingefallen 🙂

  • Mamavon2 sagt:

    Herrlicher Artikel. Ich weiss nicht, ob den Wird Arroganz oder Ignoranz zu seiner „tollen Idee“ getrieben hat, aber ich würde dieses Restaurant, resp. diesen Wirt grundsätzlich boykottieren.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Das freut nicht nur den Wirt…

      • Lichtblau sagt:

        Arrogant und ignorant? Ich könnte mir vorstellen, dass der italienische Wirt ein kinderlieber, toleranter Mann ist, der seinen Gästen etwas Gutes tun will. Den Eltern ist er Ansporn, ein bisschen mässigend zu wirken und den Kinderlosen verschafft er mehr Ruhe.

  • Lia sagt:

    ich kann das Santa Lucia am Zürcher Paradeplatz sehr empfehlen. Die Servicekräfte haben unsere Kinder absolut zuvorkommend behandelt, auch wenn diese aufgedreht waren und nur schlecht still sitzen konnten, und diese gute Laune hat auch unsere Kiddies erfasst. So ist doch jedem geholfen.

  • Nina U sagt:

    „Der Wirt soll froh sein, wenn jeder sein Kind nach dem Essen wieder mitnimmt.“

    *grins*

    • Hausfrau sagt:

      Und wie :oD

    • loulou55 sagt:

      *superfrechgrins*
      Ich würde den Wirt sogar zu einem Rabatt erpressen, mit der Drohung „Ich lasse mein Kind hier, wenn sie nicht spuren“… 😉

      • Habig Regula sagt:

        In den USA ist das offenbar umgekehrt, wie ein Schild an einem Restaurant besagt: „Unattended children will be given Espresso and a free kitten …“ – wenn das keine offene Drohung des Wirtes an die Eltern ist!

  • Reto Walther sagt:

    Was Brechts mutmasslicher Erzeuger hier ausser Acht lässt, ist der Ort des Geschehens: Italien. Pauschalisierungen sind zwar immer heikel. Nach gut einem Jahrzehnt Erfahrung mit der Aufzucht von eigenen Kindern in diesem Land muss ich allerdings sagen, dass die Kinderfreundlichkeit bei unserem südlichen Nachbarn (vor allem auch in Restaurants) ebenso legendär ist, wie das laisser-faire vieler Eltern. Selbst unsere eigenen Jungs regten sich oft über die Verfolgungsjagden, das Geschrei und das stete Hin und Her zwischen den Tischen auf. Die Eltern ermahnen zwar manchmal, greifen aber kaum einmal wirklich durch, selbst dann nicht, wenn das Personal eins ums andere Mal fast umgerannt wird. Wenn Sie einmal in einem Ristorante einen Kindergeburtstag erlebt hätten, würden Sie den Wirt verstehen.

    • Martin Frey sagt:

      Dem kann ich mich nur anschliessen, Herr Walther. Ich glaube auch, dass der Autor nicht beachtet hat, dass die Uhren in Sachen Kindererziehung in Italien doch ziemlich anders ticken.
      Trotzdem halte ich das ganze für einen PR-Gag. Denn all die Cosimos und Calogeros werden sich von dieser Aktion kaum beeindrucken lassen.

      • Bei „mutmasslicher Erzeuger“ wollte ich eigentlich abbrechen. Hab dann doch weitergelesen und kann Ihren Einwand nachvollziehen. Ich kenne die italienische Kultur schlecht, aber diesen Punkt hat schon der Wirt selber in einem Interview vorgebracht.

        Aber es geht ja auch weniger um diesen einen Wirt, sondern vielmehr darum, wie man mit dem Verhalten von Kindern umgeht und ob sich daran die Erziehungskompetenz der Eltern ablesen lässt.

      • Jo Mooth sagt:

        Ich finde die Idee des Wirts auch daneben. Und nein, die Erziehungskompetenz von Eltern kann man da draus nicht ablesen, sehr wohl aber ihre Fähigkeit, in der Gesellschaft auf andere Rücksicht zu nehmen und vielleicht nicht gerade mit Neugeborenen oder trotzenden Kindern im
        Restaurant zu erscheinen, es gibt ja, man würde es als begeisterte Eltern kaum glauben, dort auch noch andere Gäste. Noch. Denn die bleiben bald zu Hause, wenn sich nichts ändert.

      • Karl von Bruck sagt:

        @Tschannen – Wenn Sie blosser Zahlvater waeren, wuerde dies das „Maenner“bild, das sie hier dank selektiver Femokratinnentoleranz abfeiern koennen, nur abrunden….

    • Helene sagt:

      Auch ich schliesse mich da an: in Italien ist es normal, das die Kinder sämtlicher Gäste unkontrolliert schreiend zwischen den Tischen herumrennt, während die Eltern und Grosseltern essen, ohne auch nur zu versuche, sie ein bisschen zu mässigen. In diesem Kontext finde ich es verständlich, dass ein Wirt Familien mit Kindern, die seine Kellner nicht umrennen und den Lärmpegel nicht übermässig erhöhen, belohnen möchte.
      Ist halt wieder Mal alles eine Frage des Masses…

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Danke, voll auf den Punkt gebracht und mir aus dem Herzen gesprochen :)! Noch schlimmer als die Idee des Wirtes fand ich all die schlimmen und resoektlosen kinder- und elternfeindlichen Kommentare zu diesem Thema. Traurig, diese Entwicklung :(! Wie sollen Kinder denn überhaupt lernen, wie sie sich im öffentlichen Leben zu verhalten haben, wenn man sie nicht daran teilnehmen lässt? Kinder gehören in unsere Gesellschaft, unseren Alltag, unser Leben und somit auch ins Restaurant und nicht in ein Paralleluniversum. Trotzkinder sind normal und kein Zeichen schlechter Erziehung, Gleichgültigkeit, Ignoranz und Übetforderung der Eltern. Niemand kam still, brav, lebenserfahren, wohl erzogen und erwachsen auf die Welt; auch all die besserwisserischen, rechthaberischen und belehrenden Motzer nicht!

    • Willnicht Motzen sagt:

      Genau… respektlos ist das Thema. Hätten die Eltern Respekt vor den Mitmenschen im Restaurant und deren Wunsch gemütliche, ruhige ev. romantische 3 Std. zu verbringen, würden Sie Ihre Kinder nur dann mitnehmen wenn diese sich für die Zeit des Aufenthalts ruhig verhalten können. Dies lernt man übrigens nicht erst in der Öffentlichkeit, sondern am Tisch zu Hause, dann am Tisch zu Hause mit Gästen, dann am Tisch zu Gast bei Freunden…
      …und richtig, Trotzkinder sind normal, nur wäre es schon ein riiiiesen Zufall wenn diese Phase genau im Moment des Restaurants-Besuches beginnt. Ihre Gleichgültigkeit gegenüber den Bedürfnissen von Menschen welche Sie nicht kennen, macht mich traurig…

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Natürlich lernen die Kinder Benimm und Manieren nicht erst auswärts, klar! Aber auswärts ists halt nochmal etwas anders und spezieller als zu Hause in den eigenen 4 Wänden. Respekt, Freundlichkeit, gutes Benehmen und Anstand sind übrigens sehr wichtige und schöne Werte, die wir unseren Kindern seit je täglich vorleben und -machen. Den uns und unser Verhalten (gutes wie schlechtes) ahmen die Kinder nach. Wir müssen daher als gutes Vorbild und Beispiel vorangehen. Unsere Kinder benehmen sich übrigens sehr gut im Restaurant, da gibts nichts zu motzen. Und gleichgültig bin ich nicht, im Gegenteil. Wir nehmen sehr gerne Rücksicht auf andere, lassen uns einfach nicht vorschreiben, was wir wann, wie und wo mit unseren Kindern zu tun bzw. zu unterlassen haben.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Als Familie haben wir genau so das Recht auf einen Restaurantbesuch wie andere, Kinderlose zB., auch. Auch wir haben eine Existenzberechtigung und das Anrecht unser Leben und unseren Alltag nach unserem Gusto zu gestalten. Dass wir nicht gleich ins überteuerte Schickimickirestaurant gehen, ist selbstverständlich. Doch wir entscheiden noch immer selber (so wie andere auch), was wir als Familie zusammen unternehmen. Am liebsten bevorzugen wir eh Restaurants, wo ALLE (Kinder, Eltern, Singles, Paare, Kinderlose, Junge, Alte, Menschen mit Beeinträchtigungen, etc) gleichermassen herzlich willkommen und erwünscht sind und niemand ausgeschlossen und ausgegrenzt wird. Niemand kann und darf einfach erwarten, dass, wenn er ins Restaurant geht, absolute Stille herrscht und keine Kinder dort sind…

    • Becca Durer sagt:

      Kinder sollen ja am öffentlichen Leben teilhaben dürfen.. aber Eltern dürfen auch nicht einfach ständig auf das Wohlwollen aller pochen, wenn ihr Nachwuchs zB dem Vordermann ständig den Einkaufswagen an der Kasse in die Hacken rammt (das hab ich letzten Monat 4x erlebt und es wurde geflissentlich ignoriert, aber wehe man sagt dann was), oder mit Schirmen/Stöcken auf Augenhöhe rumfuchtelt, im Flieger 1h lang gegen die Rückenlehne getreten wird oder im Restaurant an Tischdecken gezogen/Essen auf den Boden geworfen (alles mit Eltern in Sichtweite und alls selbst erlebt in den letzten 4Mt). Kind darf Kind sein, auch im öffentlichen Raum aber die Eltern haben auch Verantwortung korrigierend einzugreifen – eben damit Kinder daraus lernen können wie man sich im öffentlichen Raum benehmen sollte.

      • Urs sagt:

        Haben Sie sich beschwert? Warum nicht? Im Flugzeug hat es eine Kabinenbesatzung, an der Kasse steht das Kind nicht alleine etc. Wenn Sie sich nicht beschweren, ändert sich nichts zum besseren. Sie brauchen ja nicht zu brüllen, aber Sie können verlangen, der Missstand sei zu beheben.

    • 13 sagt:

      „Kinder gehören in unsere Gesellschaft, unseren Alltag, unser Leben und somit auch ins Restaurant und nicht in ein Paralleluniversum. “
      Völlig mit Dir einverstanden, Andrea. Aber hat man als Elternteil automatisch das Anrecht auf eine Sonderbehandlung wie einen Rabatt? Das ist es, was mich an der Geschichte extrem stört. Würde der Wirt Eltern vor die Türe setzen, nur weil ihr Kind mal einen Laut von sich lässt, würde ich auch auf die Barrikaden. Aber hier wird ja niemand bestraft. Die Eltern erhalten die gleiche Behandlung wie alle anderen. Und was spricht gegen eine Anerkennung, wenn man es geschafft hat, trotz Kindern einen ruhigen Abend zu haben? Eigentlich ist das Ganze ein Diskriminierung Kinderloser, die diesen Rabatt nie erhalten können.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Nein, es geht mir ehrlich gesagt weniger um diesen Wirt aus Padua (darüber lässt sichs streiten) als viel mehr um die vielen kinderfeindlichen Kommentare auf http://www.20minuten.ch zum gleichen Thema. Was und wie da geschrieben wurde, war echt haarsträubend und sehr respektlos gegenüber Eltern und deren Kindern. Leider scheint es, dass einige dieser Kommentarschreiber sich bereits ab der puren Anwesenheit von Kindern in Restaurants gestört fühlen und diese am liebsten aus dem öffentlichen Raum (Restaurants, Hotels, Flugzeugen, etc) verbannen möchten. Und da gebe ich Gegensteuer. Denn wie wie bereits weiter oben geschrieben, hat JEDER eine Existenzberechtigung und das Anrecht auf Restaurantbesuche. Natürlich gehe ich mit einem trotzenden Kleinkind nicht ins Resti, da habe ich andere Sorgen :lol:.

      • 13 sagt:

        @ Andrea
        Ja, da gebe ich Dir ja völlig recht (weisst Du ja 😉 ) und mich haben die Kommentare und auch der ganze Wirbel darum extrem gestört, aber ehrlich gesagt in beide Richtungen. Ich bin diesen Sommer mit der Jüngsten geflogen (1h Flug). Eine Frau hat schon die Augen verdreht als ich mit dem im Tragetuch schlafenden Kleinkind die Wartehalle betreten habe und zu ihrem Mann gesagt: „Muss das sein?“ . Das macht mich wütend und auch traurig. Aber es gibt halt schon auch die andere Seite, die diesen Wirt nun als extrem kinderunfreundlich beschimpft, was ich absolut unangemessen finde. Im Gegenteil, warum sollte er die Bemühungen der Eltern, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder auf andere Rücksicht nehmen nicht anerkennen? Ich würde mich ab dem Rabatt freuen und wenn nicht, dann eben nicht.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Das muss Sie weder wütend, noch traurig machen: indem Sie der Dame anbieten, ihr bei einer Umbuchung behilflich zu sein, machen Sie die Nörglerin mundtot. Ich habe das selber schon so praktiziert, als ich einem Rentner anbot, im Zug beim Umsteigen zu helfen, als er sich wegen eines fröhlich brabbelndem Kleinkind ernervierte.

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