Lasst doch eure Kinder fluchen!

Mamablog

Verbotenes zu sagen, hat für Kinder einen besonderen Reiz. Foto: danr13 (iStock)

Unser Sohn lernt vieles im Kindergarten: Über die befahrene Strasse zu gehen. Anständig «Grüezi», «Danke» und «Bitte» zu sagen. Sich selbstständig Jacke und Schuhe anzuziehen. Aber: Er lernt dort eben auch seine ersten Flüche. Neulich sassen wir am Mittagstisch, und aus heiterem Himmel sagte der Fünfjährige leise «Figg di!». Ich war über mich selber erstaunt – denn es schockierte mich kein bisschen. Nein, ich fands sogar herzig. Dieses hohe Kinderstimmchen, das so unschuldig die Wirkung eines gefährlichen Kraftausdrucks testet. Auch «Gopfertammi» hat er früher schon ausprobiert – jöh, fast gleich schnüsig. Und darum habe ich dann auch nicht mit ihm geschimpft. Kein bisschen. Warum auch?

Ich bin der festen Überzeugung, dass nutzlose Verbote viel zu schnell zu Einladungen werden, etwas erst recht zu tun. Wenn ich sage, blast nicht mit dem Röhrli in den Sirup – was machen die Kinder dann? Sowieso: Welche Kirschen schmecken besser als die beim Nachbarn gestohlenen? Nicht, dass jetzt jemand denkt, dass man manche Verbote nicht streng durchsetzen sollte. Die Schwester wird nicht geschlagen. Wenn ich dem Sohnemann sage, er solle sich anziehen, schaue ich, dass er es tut. Dies schon. Aber aus der Haut fahren wegen des Fluchens?

Ich selbst fluche doch manchmal auch lauthals. Lasse so ein wenig Druck entweichen, damit ich – wie es so schön heisst – kein Magengeschwür bekomme. Natürlich ist es deshalb schon vorgekommen, dass ich den Kindern dann erklären musste, wieso ich aus der Haut gefahren bin. Und dass man solche Dinge fremden Menschen in der Regel nicht sagt, ausser … eben. Kommt hinzu, dass es eh nie mein Ziel war, meinen Nachwuchs so zu erziehen, dass er möglichst funktioniert, im Sinne von: in der Gesellschaft nie und nimmer aneckt.

Anständige Erwachsene werden sie trotzdem

Von meiner Mutter weiss ich, dass sie in ihrer Kindheit fürs Benützen von Fluchwörtern auch schon mal damit bestraft wurde, dass man ihr den Mund mit Seife auswusch. Aber machen es die älteren Generationen, die so drastisch gegen unschönes Reden vorgingen, darum besser? Ein Erlebnis von letzter Woche lässt mich das Gegenteil vermuten: Da sah ich nämlich einen VBZ-Mitarbeiter in offizieller Uniform, der ein paar Jugendliche, die mit dem Fuss den Türknopf des Trams bedienen wollten, mit «W…» titulierte (ja, das ganz schlimme Wort!). Und: Meine Kinder hatten den auf «-ixer» endenden Ausdruck vom Mann auch gehört.

Trotzdem bin ich ganz sicher, dass sie solches später als Erwachsene nie tun werden. Denn sie haben ja bei mir gelernt, dass wenn Sie richtig deftig fluchen, dann von meiner Seite nur milde gelächelt wird.

109 Kommentare zu «Lasst doch eure Kinder fluchen!»

  • Nausika sagt:

    Als mein Cousin begann gröbere Schimpfwörter zu benutzen, reagierte die Grossmutter sehr cool: sie gab dem 7-jährigen einen grossen Block und Stifte, er solle doch soviele Schimpfwörter aufschreiben, wie er möchte….
    Die erste Seite wurde nicht voll, sie hing aber eine Weile im Bad und der Junge wusste mindestens, dass er das Grossi mit solchen Sachen nicht nerven konnte.
    Die Geschichte spielte sich so im 1952/53, die Probleme bleiben

  • Kunigunde sagt:

    Bin ü-80, habe keine Kinder und Kindeskinder, mir gefällt der Text von Daniel Bösiger sehr. Er strahlt Gelassenheit in der Kindererziehung aus.
    Persönlich finde ich es die richtige Priorität, dass „die die Schwester nicht geschlagen wird“, er allfällig wüsten Wörtern aber mit Nichtbeachtung den Wind aus den Segeln nimmt. Er wird das alles auch nicht immer so durchhalten können, aber die Richtung stimmt.
    Ich denke, man muss immer das Ganze einer Kindererziehung betrachten, nicht einzelne Posten! Das Ganze muss für die Kinder stimmig und überzeugend sein.
    Und zwischendurch geht, wie ich aus „Berichterstattungen“ aus dem Bekanntenkreis weiss, halt auch einmal alles drunter und drüber!

  • Elisabeth Villiger Toufexis sagt:

    Da wir im Ausland wohnen und meine Kinder, als sie klein waren, nur von mir Schweizerdeutsch hörten, habe ich mich bemüht, sowenig wie möglich zu fluchen. Als mein Sohn mit etwa 3 einmal wirklich wütend war, sagte er zu mir: „Du bisch ä Blödi und ä Grusegi“
    Das waren wohl die schlimmsten Wörter, welche er dann anwenden musste um seine Wut auszudrücken. :)))

  • Flo sagt:

    Soso:
    Unser Sohn lernt vieles im Kindergarten: Über die befahrene Strasse zu gehen. Anständig «Grüezi», «Danke» und «Bitte» zu sagen – Da ist mir als erstes aufgefallen das ihr Sohnemann das angeblicherst im Kinergarten lernt – nicht schon zu Hause?
    Nein, sonst halte ich es auch so,! Ich denke es gibt zudem Flüche und Flüche. Das jetzt „figg di“ nicht gerade zu den salonfähigsten gehört ist uns allen klar, aber aus dem Mund eines 5 jähr. der noch nicht weiss was das bedeutet – wobei zu sagen ist, dass auch Ältere oft nicht wissen was es genau heisst – ist doch wirklich noch harmlos. Ein ganz normales; das ist kein schöner Ausdruck, sollte doch genügen um dem Kind klar zu machen das es nicht passt.
    Oft machen wir Erwachsnenen mit unseren GescHimpfe ein Wort nur noch interessanter.

  • mia sagt:

    Ja klar, lasst sie doch fluchen so viel sie wollen und auch sonst alles machen , was ihnen beliebt, dann gibt es mal garantiert extrem mega coole Typen. Viel Glück!!

  • Mamivon4 sagt:

    Ich habe kürzlich Sch..(piep).. gesagt. Mein Sohn ist dermassen erschrocken, dass er sich die Ohren zugehalten hat. Er wird bald 9 Jahre alt.
    Wir reden normalerweise nicht so und ich finde es ok, wenn man eine einigermassen zivilisierte Umgangssprache hat.
    Wir erzwingen das auch nicht, sondern haben Vorbildfunktion…

  • Georg sagt:

    Nein, ehrlich?! Ihr Sohn lernt im Kindergarten, „anständig Grüezi, Danke und Bitte zu sagen“?! Und „sich selbstständig Jacke und Schuhe anzuziehen“?! Und was, bitte, haben SIE ihm bis heute beigebracht?!

  • Manu Meier sagt:

    Zugegeben, fluchenden Menschen ist nicht schön zuzuhören und natürlich mässigen sich die meisten Menschen im Gebrauch von Kraftausdrücken — zumindest in Gegenwart Dritter.
    Kürzlich habe ich aber ein interessantes Experiment gesehen: Die Probanden mussten ihre Hand in ein Gefäss mit Eiswasser halten. Die Zeit wurde zweimal gemessen. Beim ersten Mal mussten die Probanden während des Versuchs nette, freundliche Ausdrücke verwenden, beim zweiten Mal durften Kraftausdrücke — wie deftig auch immer — gebraucht werden. Es muss sicher nicht lange geraten werden, in welcher Situation die Probanden es länger im Eiswasser ausgehalten haben. Wie sagte Jasper Juul mal in einem Interview? „Die Wut muss raus!“.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das stimmt eben nur bedingt.
      Es stimmt, dass die Wut raus muss. Aber die Implikationen auf diese Wahrheit, sind nicht immer so geradlinig.
      Ein Dauerflucher hat kaum weniger Ärger in sich, als einer der sich mehr im Griff hat. Was nützt es wenn ich den ganzen Tag rumschimpfe über jede noch so kleine Widrigkeit?
      Lassen Sie sich mal den Bauch tätowieren. Da müssen sie freiwillig Schmerzen ertragen und ruhig hinhalten. Wer da rumschreit und flucht, macht schnell mal schlapp.
      Richtig, die Wut muss raus. Aber dann müssen wir uns einmal hinsetzen und uns überlegen, dass unsere Wut evt. unangebracht oder übertrieben ist oder andere Ursachen hat oder es sinnvollere Arten gibt, mit ihr umzugehen als rumschreien. (Muss ich ja als Vater auch. Meine Kinder mögen keinen rumschreienden Vater.)

      • Flo sagt:

        – ich finde ihre Worte sind treffend wenn sie sich damit die mehr oder minder Erwachsneen ansprechen – nicht aber kleine Kinder. Ich glaube für die werden „unschöne“ Worte erst so richtig interessant wenn wir Erwachsnen zu extrem darauf reagieren. Mancmal hilft es schon den Kleinen zu erklären was, je mach dem , ein „wüstes Wort“ bedeuten kann – jetzt nicht gerade Figg di, aber aber „unschöne“ Worte

      • Manu Meier sagt:

        Offensichtlich haben Sie meinen Post nicht richtig verstanden. Mir ging es nicht darum, ein therapeutisches Statement abzugeben, sondern einen weiteren Gesichtspunkt einzubringen. Fällt Ihnen ein Hammer auf den grossen Zeh, werden — ich da bin ich mir ziemlich sicher — auch Sie einen nicht druckreifen Ausdruck verwenden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        sagte ich doch: die Wut muss raus
        mein Kind kann mir auch Ar sch sagen – das ist kein Problem – wir reden nachher einfach drüber
        Und wenn der Hammer auf den Zeh fällt, reden wir gar nicht drüber wenn ein Zeter und Mordio Schrei kommt.
        der Schmerz und Wut ist verständlich – abhaken weiter geht’s

        Wir beschimpfen uns manchmal auch spasseshalber – genauso wir uns spasseshalber manchmal „prügeln“ – wenn jemand nach dem Motto: lass die Sau raus lebt – dann wir.
        Mir ging es einfach darum, dass man fluchen nicht so oberflächlich rein positiv bewertet.

    • roy sagt:

      Wir haben alternativen zum Fluchen kreiert. Ein Lieblingswort vor allem bei Schmerzen (Schnittwunden/ Schürfungen reinigen, Holzsplitter raausziehen etc.) Sapperloooot laut geschrieen bringts!

  • Franziska sagt:

    Es braucht halt eine gewisse Autorität um durchzusetzen, dass man „nicht so“ miteinander spricht. Man braucht die Fluchwörter gar nicht zu erklären – einfach „das will ich hier nicht hören“ und zwar ernst gesprochen ohne Lächeln auf den Stockzähnen.. Eine Freundin von mir wurde von der pubertären Tochter im Streit als „ver** … F..tz..“ tituliert. Ist das aber herzig ?! Wäre uns beim grössten Krach nie in den Sinn gekommen, so spricht man nicht. Ausser natürlich in gewissen Milieus. Wundert mich, dass Leute, die sonst immer bemüht sind, dass die Kinder gesellschaftlich ja alles auf die Reihe bekommen (obere Mittelschicht) bei solchen Dingen so verunsichert sind. Eine gepflegte Sprache ist eine Visitenkarte. Ist das klar – gopfertelli 🙂

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Und was wird denn sonst für ein Umgang in der Familie Ihrer Freundin gepflegt?

      Ich will ja niemandem nahe treten, aber in der Regel schallt heraus, was man in den Wald hinein ruft.

      • Elisabeth sagt:

        Da muss in der Familie nicht so gesprochen werden. Meine Tochter ist in der Oberstufe/Gym und kommt erst jetzt mit den allerletzten, auch wie oben beschrieben, heim, was bei uns nie gesagt wird. Auf meine Frage hin, was das soll, meinte sie, die Schülerinnen!! und Schüler würden sich gegenseitig so nennen, aber nicht im Streit … einfach so? Was auch ‚in‘ ist: ‚Alte‘ mach nid eso … etc.. ‚Alte‘ nicht ‚Alti‘ wird allen ausgeteilt. Wir haben dies mit ihr besprochen und ihr klargelegt, dass wir das primitiv und dumm finden… Nun, andere Kollegen meinten, nach der Pubertät sei diese Phase wieder vorbei! Trotzdem: die Eltern ärgerts.

    • 13 sagt:

      „Eine gepflegte Sprache ist eine Visitenkarte.“

      Das kann ich 1:1 unterzeichnen, aber warum den Kindern auch nicht erklären, warum gewisse Wörter nicht in Ordnung sind? Meine Erfahrung ist halt eher diejenige, dass das, was verboten ist, irgendwann halt doch ausprobiert werden will. Ich hoffe dann mal nicht in der Lehre oder so. Das, was man selber verstanden und verinnerlicht hat, dass es nicht gut ist, dafür gibt es auch später keinen Grund, das zu ändern. V.a. wenn man ohne recht gut gefahren ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Franziska – währen Sie meine Mutter gewesen, hätte ich mich vorne durch an die Regeln gehalten und hintendurch was anderes gemacht.

        Natürlich funktioniert dieses Autorität-Ding bei Menschen, die gewohnt sind zu gehorchen. Aber bei Menschen wie mir, zieht das nicht. Ich habe pragmatisch entschieden. Ich liess die Eltern Chef spielen, um mir unnötigen Ärger zu ersparen, aber erreicht haben sie mich nicht. Sah zwar jahrelang ziemlich erfolgreich aus, aber für mich müssen Dinge logisch sein, sonst tue ich sie nicht.
        „Das macht man nicht“ halte ich für eine der dümmsten Begründungen. Sagen Eltern oft, weil sie selbst nicht wissen warum.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ RoXY

        Da kann ich Ihnen nur beipflichten: ich selber wurde einfach nur zu Gehorsam erzogen. Hinterfragen durfte man nichts, wenn man nicht angepfiffen werden wollte, oder sogar die Hand ins Gesicht zu riskieren. Auf die Frage warum, kam im mildesten ein darum.

        Auch mag ich nicht hören, dass ein Chlapf oder Ohrfeige noch Keinem geschadet haben. Mir hat es sehr wohl geschadet und das wirkt his heute an.

      • 13 sagt:

        „Das macht man nicht“ halte ich für eine der dümmsten Begründungen.

        Mir ist dieser Satz, soweit ich mich erinnern kann, nur einmal rausgerutscht. Meine damals 4jährige antwortete ganz cool: „Das mag sein, aber ich bin nicht man.“

      • Franziska sagt:

        Liebe Mitdiskutierende,
        Natürlich macht man mal hintenherum, was man will, gerade in der Pubertät. Aber eben nicht dort, wo es drauf ankommt (in der Familie, Schule, Lehrmeister). Das Hintenherum macht ein Kind auch mit allen liebevollen Erklärungen- ist gesund. Ich bin keinesfalls für bedingungslose Autorität und gegen Erklärungen, die Zeiten sind glücklicherweise andere. Aber man kann soll die nicht zu langfädigen Erklärungen doch durch ein sehr klares Wort (Gibt es bei uns nicht!) bekräftigen. Mit Pubertierenden gerät man sonst leicht in den Endloszyklus von Rede und Widerrede. Ist ein Sport … Klare Ansagen von Erziehungsberechtigten müssen sein. Gegen wen soll man sonst mit 14 rebellieren? Gegen eine diskutierende Gummiwand? Geht insbesondere bei Buben ganz schlecht.

      • 13 sagt:

        Vielleicht sollte man aber auch Erklärungen und Diskussionen nicht verwechseln. Wenn ich meinem Kind erkläre, warum etwas verboten ist, dann heisst das doch nicht, dass ich mich umstimmen lasse oder mein Verbot nicht absolut gilt. Das tut es, dort wo es nötig ist und das ist bei solchen Ausdrücken für mich der Fall. Aber grundsätzlich sehe mich schon in der Pflicht, es zu begründen. Weil Mama das so sagt, finde ich einen relativ schwachen Ansatz. Die Eltern sollten das letzte Wort behalten, weil sie es oftmals besser wissen. Können sie es nicht erklären, wissen sie es offensichtlich nicht besser, sondern spielen nur ihre Macht aus.

      • Flo sagt:

        Grundsätzlich damit einverstanden es zu erklären – aber sicherlich nicht „Figg di“ einem 5 jährigen – oder?

      • 13 sagt:

        Wieso nicht? Auch ein 5-jähriger versteht, dass etwas schönes wie Liebe und Zuneigung nicht in den Dreck gezogen werden sollte. Ich hätte keine Mühe, meinem 5-jährigen Sohn den Ausdruck kindsgerecht zu erklären.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Franziska – meine Kinder sind in der Pubertät seit sie 3 Jahre sind.
        Diskussionen könnten jetzt endlos werden, da braucht es jetzt schon klare Ansagen. Aber wenn man mit klaren Ansagen beginnt, weiss man nicht, was das Kind wirklich denkt. Bei uns soll immer die Offenheit da sein, dass man sagen kann, was man fühlt und denkt.

        2. Das glaube ich schon, dass sie auch reden und diskutieren und nicht erziehen wir vor 50 Jahren (das tut wohl niemand, da wir alle Kinder unserer Zeit sind). Aber wir alle nennen intuitiv das, was wir für das Wichtigste halten zuerst und das war bei ihnen: Autorität, klare Ansagen.
        Für mich ist es Erklären und (das Bewirken von) Verständnis.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Elisabeth

        Nun, mein Grosser hat auch schon Ausdrücke gebracht wie „hey Alte“ oder derart, aber das Wort F…tze ist ihm in meiner Gegenwart noch nie über die Lippen gekommen und ich hoffe sonst auch nicht. Würde er mit meinem Wissen innerhalb der Familie oder Freundeskreis solche Wörter benutzen, müsste ich ein ernstes Wort mit ihm reden. So spricht man einfach nicht, Punkt.

      • tststs sagt:

        @TvS: Zwischen N***e und F***e ist jetzt auch nicht ein Wahnsinnsunterschied… So wie Franziskas Familie wegen eines wüsten Wortes nicht ganz an die Anstandslosigkeit verloren gegangen ist, ist es auch die Ihrige nicht… gelle? 😉

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        RoXY

        Sie haben da etwas falsch verstanden: das N Wort hat mein Sohn im Zusammenhang damit verwendet, dass mein Ex in seiner Gegenwart erwähnt hat, dass ich eben eine N… bin.

        N… und Schl…. kamen dann 2 oder 3 Mal immer im Zusammenhang damit, was mein Exmann von mir hält. Meine Kinder waren damals noch klein. Von sich aus benutzen meine Kinder solche Ausdrücke nicht.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ein Kleinkind weiss ja gar nicht, was es da sagt. Mein Grosser war 4, als er zu mir sagte, „gäll Mami, du bisch en Nutte?“. Als ich dann etwas fassungslos darauf antwortete, dass ich keine Nutte bin,da meinte er dann: „aber de Papi hät das gseit!“

    Tja, da war ich dann wirklich sprachlos….

    • Vierauge sagt:

      da würde mich ja interessieren, was de Papi wirklich gesagt hattte 😉

    • Vierauge sagt:

      wir haben einige gute Erfahrungen gemacht damit, das Kind jeweils zu fragen, ob es denn weiss, was das Wort bedeutet, und ihm die Bedeutung dann erklärt.

      Ich erinnere mich, dass ich meinen Vater mal mit einem Schimpfwort, dessen Bedeutung ich nicht kannte, tituliert hatte. Daraufhin hat er mich streng angeschaut und mir die Bedeutung erklärt, und es war klar, warum ihn das getroffen hatte. Ich habe das Wort danach nie mehr verwendet.

      Ok, da stellt das Fluchen natürlich nicht grundsätzlich ab, aber es entspannt einiges.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Das war kurz nach meiner Trennung von meinem Ex. Die Aussage meines Grossen ist glaubwürdig, da er diesen Ausdruck völlig arglos erwähnte und ähnliche Ausdrücke gegen mich noch wiederholt erwähnt wurden.

  • Coffee Toffee sagt:

    Gute Erklärung, Tsts. Werd mal wieder die Fortpflanzungsbücher rausgraben und zwei Fliegen auf einen Streich tätschen. Sex & Fluch(en). Dä bringts!

  • Irene sagt:

    Ich habe mit meiner Tochter am Abend vor dem 1. Kindergartentag einen Deal gemacht; sie soll mit jedem Wort aus der Schule – das sie nicht kennt – nach Hause kommen, ich erklär ihr was es bedeuted und ob sie es benutzen sollte oder nicht. Hat immer ausgezeichnet funktioniert; wenn sie nämlich wusste, was es hiess was da so auf dem Schulhof rumverteilt wird, war es ihr in 90% der Fälle zu peinlich, die Begriffe zu nutzen 🙂

  • Gerhard Engler sagt:

    Meine 4jährige Tochter hat mich mal streng ermahnt, dass ich für Geld nicht „Stutz“ sagen solle. Warum? In der Kinderkrippe haben die Kinder beim Spielen den Begriff „Franke-Stutz“ verwendet. Die Gruppenleiterin hat ihnen dann beigebracht, dass man nur „Franke“ sage und das „Stutz“ weglassen solle. Meine Tochter fasst dies so auf, dass „Stutz“ ein ungebührliches Wort sei.

  • 13 sagt:

    Es gibt nur wenige Dinge, die wir den Kindern so direkt mitgeben können, die so wichtig sind, wie die Sprache. Sich gut artikulieren zu können, mit der Sprache spielen zu können und auch zu wissen, was wann angebracht ist, öffnet viele Türen. Und das gerade ein Redaktor das als nicht so wichtig erachtet, finde ich etwas bedenklich. Das heisst keinesfalls, dass fluchen, das ein Teil der Sprache darstellt, verbannt werden muss, aber es gibt Regeln, in meinen Augen v.a. drei Entscheidende:
    1. Was man sagt, sollte man auch verstehen. Da ein 5j kaum die Bedeutung von „F* Di“ wissen dürfte, sollte er es auch nicht gebrauchen. Wenn ihm mal ein Sch* rausrutscht, kann das passieren.

    • 13 sagt:

      2. Wir beleidigen niemanden. Weder betitelt man andere mit Fluchwörtern, noch sind rassistische und sexistische Ausdrücke erlaubt.

      3. Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Die Sprache auf dem Schulhof ist nicht die Gleiche, wie im Schulzimmer. Für das Kinderzimmer gelten auch andere Regeln als für den Esstisch. Und mit dem Bruder darf man auch mal anders sprechen, als mit der Grossmutter.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wobei wohl auch die meisten Erwachsenen die verwendeten Fluch- und Schimpfwörter oft nicht verstehen oder sich deren Bedeutung zumindest nicht bewusst sind. Aber darum ist der Rest natürlich nur umso richtiger. Was letztlich bei Sprache im Allgemeinen zählt, ist die passende Verwendung im jeweiligen Kontext zu beherrschen. Dann ist auch das Fluchen kein Problem.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Beschimpfen in der Familie geht gar nicht. Ich wuchs in einem Umfeld auf, wo sich meine Eltern recht derb beschimpften, was ich noch heute sehr schockierend finde, aber den Vogel diesbezüglich spielte sich in meiner Cousines Familie ab, wo meine Cousine von den Eltern als A….loch und fette Sau beschimpft wurde.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Ok, das ist übel. Ich sehe es halt einfach so, dass „auf gleicher Augenhöhe“ anders umgegangen werden kann, als gegen aussen oder gegen „unten“ oder „oben“. Den Streit mit der Freundin kann man anders austragen als mit einem Lehrer. Zudem ist eine (intakte) Familie ein guter Übungsplatz sozialer Interaktionen. Die Liebe der Eltern und der Geschwister ist bedingungslos. Dem Bruder verzeiht man eher, dass er einen als dumme Kuh bezeichnet hat, als dem Schulkameraden. Es bleibt einem auch nichts anderes übrig, er bleibt der Bruder. Aber es lernen beide dabei, dass solche Bezeichnungen verletzend sein können und überlegt es sich das nächste Mal gut. Wo aber eh schon etwas im Argen ist, da verhält es sich anders. Tut mir leid für Sie und Ihre Cousine.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ich bin heute äusserst harmoniesüchtig. In meiner Familie werden keine Schimpfwörter ausgetauscht, da bleibt es liebevoll bei Schusselchen oder ähnlich. Solch ein abwertender Umgang wäre für mich heute unerträglich. Auch mein Partner würde gegenüber mir oder meinen Kindern nie laut werden und es wäre für mich ein Grund um wieder auszuziehen.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Das kann ich nachvollziehen. Die Menschen sind aber verschieden. Ich bin jemand, bei der immer alles raus muss, auch mal lautstark. Eine Explosion, dann ist gut. Einer meiner Kinder ist auch so und gerade wenn es zwischen uns kracht, dann hören es auch die Nachbarn. Ich finde einen richtigen Streit befreiend, bin aber Null nachtragend. Aber Schimpfwörter gehen oft zu weit, wenn sie derb sind. Ich würde A… etc. nie zulassen. Wenn aber das eine Kind dem anderen „Blödmann“ sagt und das andere mit „dumme Nuss“ antwortet, mische ich mich nicht ein. Das gehört auch mal dazu.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – ha, bei uns ist die ganze Familie so
        aber klar gilt: so wie wir austeilen, sind wir auch bereit einzustecken (volle Gleichberechtigung)

        aber langsam bessern wir uns….

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Ja, Zank unter Kindern ist normal. Blödmann darf sein, aber kein Spasti, A….., H…sohn ect.

        Laut werde ich nur, wenn ich mir den Zeh anstosse oder wenn eine Kuh auf meinem Fuss Ferien macht uä

      • Reincarnation of XY sagt:

        Bei mir ist sogar A. erlaubt, aber ich setze eine Grenze wo Beschimpfungen andere Personengruppen abwerten, also keine homophoben Fluchwörter, keine rassistischen, oder dass man Behinderte dafür hernimmt, das geht gar nicht. Weil das beleidigt andere Menschen(gruppen), mehr noch es macht sie zu Minderwertigen, zu Dreck den man auf andere wirft.

      • 13 sagt:

        Da haben sie recht, Roxy, rassistische, homophobe etc. Sprüche sind klar verboten. Und wenn wir ehrlich sind, tun gewisse Aussagen einiges mehr weh als ein Schimpfwort. Ich weiss noch, wie meine Tochter (damals 6) ihrem damals 3j Bruder im Streit mal gesagt hat, er sei nicht mehr ihr Bruder. Er ist noch zwei Tage darauf immer wieder in Tränen ausgebrochen, weil das so gemein war. Und es brauchte sehr viel Zuspruch ihrer- und unsererseits, bis er darüber hinwegkam. A…loch wäre da wohl weniger schlimm gewesen.

  • Coffee Toffee sagt:

    Ins Röhrli blasen finde ich sowas von nicht schlimm. Weiss noch, wie ich das selber so geliebt habe. Zu Hause- von mir aus. Auswärts nein. Die kids sollen sich schon benehmen können. Guter Grundsatz meiner Mutter für Verhalten in Gesellschaft- erst wenn du die Regeln kennst, kannst du sie brechen. Da geh ich eins mit dem Autor, dass die kids keine Roböterli werden sollen und Grundsätze herunterbeten. So hab ich das verstanden.
    Was das Fluchen betrifft (soweit kein Riesenthema)- Ich komme aber an meine sprachliche Grenze, wenn mich der 5-jährige fragt, was denn ‚figg di‘ heisst. Das kann man dich unmöglich erklären, oder?

    • Susi sagt:

      @C.T.: „Ich komme aber an meine sprachliche Grenze, wenn mich der 5-jährige fragt, was denn ‚figg di‘ heisst. Das kann man dich unmöglich erklären, oder?“

      Versuchen Sie’s mal mit „figg di is Chnü“!
      😀

      • tststs sagt:

        „Das kann man dich unmöglich erklären, oder?“ Wenn Ihr Kind weiss, was Sex/Liebe machen/Fortpflanzung bedeutet, kann ich den Weg meiner Mutter durchaus empfehlen:
        Mama: Weisch, was das heisst?
        Klein-Ich: Nei.
        Mama (in völlig neutralem Ton): Figge isch es nöd so schöns Wort für wenn Ma und Frau Liebi mached. Wenn also öpertem seisch, figgdi, denn seisch, machsch Sex mit ihm.
        Klein-Ich:…. 🙂

        @Susi: Bei „fii di is Chnü“ ging dann die Fanatsie mit meinem Klein-Ich durch 🙂

      • Susi sagt:

        @tststs: Bei „figg di is Chnü“ geht sogar noch heute meine Fantasie irgendwie durch. Genauso wie bei „A-Wixer“. B-/

      • Martin sagt:

        oder gopferchlemmi, gopferstutz

        aber kuerzlich fand ich es witzig, wie schnell sich die Kids diese Kraftwörter merken können. es ging dann so flüssig über ihre Lippen. Das hat mich dann daran erinnert, Sprachen lernt man über das Fluchen. Ich kann das Hu**So** Wort in etwa mindestens sechs Sprachen aufsagen.

  • tststs sagt:

    Drei Dinge kann man nicht zurückholen:
    Die Zeit
    Der Stein, nachdem er geworfen wurde
    Das Wort, nachdem es gesprochen wurde

    In diesem Sinne: Nein, es ist nicht unwichtig, was da zum Munde des Kindes rauskommt.
    Aber ja, da der Autor nicht einmal zwischen „fluchen“ und „beschimpfen“ unterscheidet, was komme ich da mit meinen übertriebenen Ansprüchen an eine gepflegte Sprache…

  • ariane sagt:

    Wenn der Fluch aus vollem Herzen, zB wegen eines Missgeschicks aus dem Mund kommt: ja, man muss ja mal Dampf ablassen.
    Aber der Fluch als Alltagsgebrauch, als Gewohnheit, das mag ich gar nicht. Wenn das Wort „scheiss“ für cool steht. Wenn jeder Satz „scheiss“ beinhaltet. Wer weiss, wann der Fluch zur Gewohnheit wird.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Oberflächlich und einseitig.
    Natürlich – da ich selbst auch fluche – besteht kein Generalverbot, und es wird bei uns nichts dramatisiert.
    Aber es einfach herzig finden und nichts sagen….? Oberflächlich.
    Wir sagen unseren Kindern, was jetzt wirklich sehr unanständig ist und man nicht sagen bzw. sich angewöhnen sollte. Meine Frau sagt manchmal auch, dass sie dieser oder jener Ausdruck als Frau beleidigt und ihn deshalb im Haus nicht hören will.
    Ich sage manchmal: von mir aus kannst du auf dem Pausenplatz so mit deinen Kollegen schwatzen, aber hier zu Hause nicht.
    Wir wollen ein Klima von Respekt und Anstand im Haus kultivieren und das Gute ist, dass uns die Kinder auch korrigieren, wenn wir uns selbst nicht dran halten.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Als meine Jungs das Wort „schwul“ als Kraftausdruck gebrauchten, habe ich ihnen erklärt, was das Wort bedeutet. Sie hatten keine Ahnung und waren dementsprechend empört dass die Grossen so dumm schwatzen.

      Im übrigen ist Fluchen nicht nur gut. Es ist eher eine unnütze Gewohnheit.
      Sagt einer der selbst zu viel flucht.
      Aber hört man mal damit auf, merkt man wie unsinnig es ist, sich ständig aufzuregen. Sei es beim Autofahren oder vorm PC. Man sollte lernen, sich nicht wegen jeder Kleinigkeit aufzuregen, dann braucht es auch kein Ventil zum ablassen. Und das ist viel gesünder und die Umwelt dankt es, ein beständig fluchender Rohrspatz kann sehr lästig sein.

      Fazit: kein Generalverbot – aber vernünftige Aufklärung und Erziehung.

      • tststs sagt:

        „habe ich ihnen erklärt, was das Wort bedeutet…“
        Hihi, bei uns galt so was wie der Grundsatz: „Kannst du’s erklären, darfst du’s gebrauchen.“
        Wenn wir mit einem neuen Fluchwort um uns schmissen, mussten wir jeweils den Eltern erklären, was es bedeutet, ansonsten dürften wir es nicht gebrauchen. Und eben, eine 10jährige, die ihren Eltern in die Augen schauen und erklären muss, was figgdi/schwul/hodäsack – vermeintlich – bedeutet, lässt es zu Hause bald einmal 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja so war das zu unserer Zeit.
        Ich finde Aufklärung dennoch besser.
        Denn so wird das Fluchwort zu etwas „Erwachsenem“, das quasi Wissen und Reife benötigt, um es benutzen zu dürfen.
        Die Grossen die reden dann so und die Kleinen sind die Unwissenden (demütigend). Man verklickert so: wenn du gross bist, darfst du so reden. Bzw. wer so redet, ist einer der weiss, wies läuft. – Und nichts ist falscher als das.
        Deshalb: Aufklärung ist besser.

      • tststs sagt:

        Natürlich folgte die Erklärung hintendrein; sehr nüchtern und sachlich beschrieben. Einfach im Sinne von: Sei dir bewusst, was du sagst!

    • Ladybird sagt:

      Zustimm!
      Was bei einem Kleinen noch als „härzig“ anmutet, ist es dann definitiv nicht mehr in der Pubertät.
      Wir handhaben es genauso wie Sie daheim. Zu Hause wollen wir solche Ausdrücke nicht hören. Was dann unter Kollegen abgeht, entzieht sich sowieso der Kenntnis. Und: Mir geht es gleich wie Ihrer Frau. In einem Männerhaushalt kommen Ausdrücke, die ich als Frau einfach nicht hören will, weil verletzend und abwertend. Meine Erfahrung, wenn ich darauf direkt reagiere und Grenzen setze, sind dann manchmal staunende Augen, dass Frau das überhaupt so auffassen kann.

    • Martin Frey sagt:

      „Ich sage manchmal: von mir aus kannst du auf dem Pausenplatz so mit deinen Kollegen schwatzen, aber hier zu Hause nicht.“
      Absolut einverstanden, Roxy. Kinder müssen auch lernen, wo welche Regeln gelten. Ab Kindergartenalter lernen sie whs. wöchentlich ein Dutzend Kraftausdrücke, und wollen das nicht zuletzt auch an uns austesten. Oft ohne sich eigentlich über die Bedeutung dieser Ausdrücke im Klaren zu sein.
      Wir werden von unseren Kindern gespiegelt, das ist an sich nichts neues. Aber die Dynamik nimmt ab Kindergarten eher noch zu. Einfach mit falsch verstandener Toleranz alles achselzuckend hinzunehmen ist nur vordergründig der einfachere Weg.
      Ist ja sonst im Leben auch so.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich denke das Problem ist folgendes: Wir erkennen, dass die Erziehung in unserer Zeit in vielerlei Hinsicht, sinnlos und nicht zielführend war. Nun tut man einfach das Gegenteil: nicht verbieten.
        Einerseits ist es gut, dass man nicht einfach stupide nach gleichem Schema weitermacht. Aber einfach das Gegenteil zu praktizieren, ist oft nicht viel besser. Man sollte weiterdenken. WARUM war es nicht zielführend?
        Am Ende geht steht Verbot ja oder nein, gar nicht mehr im Zentrum, sondern man entwickelt ein völlig neues Verhalten/Herangehensweise.

    • Hani sagt:

      Da schliesse ich mich absolut an. Wenn mein Credo das eigene Verhalten ist, dann mag dieser Artikel Sinn machen. Ich finde, der Blogger macht es sich etwas zu einfach und verkauft Bequemlichkeit als Tugend.

  • Roland Ruckstuhl sagt:

    Mann müsste den Kindern auch erklären was sie da sagen. Das Gopferdammi, Gott verdamme mich (!!) heisst, zum Beispiel. Nur so können die Kleinen auch lernen, mit der Sprache umzugehen.

    • Susi sagt:

      Hui. Und „gopferdelli“ = „G0tt verdelle mich“?
      Dann ist „gopf“ wohl das andere „dini Muetter“?

    • tststs sagt:

      Gopfertelli (und auch -toori, -deckel, Gopfridstutz etc.) sind Abschwächungen, so dass der eigentlich ziemlich harte und brutale Kern des Fluchs (verdamme mich) nicht zum Tragen kommt.

      • Susi sagt:

        Ok, herzlichen Dank (das nächste Mal schreibe ich dann wohl wieder *Sarkasmus off*… 😉 )

      • Alpöhi sagt:

        Wem die Abschwächung immer noch zu stark ist, kann ja weiter abschwächen. „Pommfritsprutz“ zum Beispiel 🙂

      • tststs sagt:

        @Susi: Neinei, beim Gopf=dini Muetter musste ich auch schmunzeln 😉

        @Alpöhi: Waren wir früher™ nicht viel die kreativeren Flucher? Wer kennt heute noch den FigoBlauarsch? 🙂

      • Peter Lustig sagt:

        @tststs
        Mir kommt da der hetere Beck in den Sinn 🙂

  • Annalavinia sagt:

    Äähm – danke, bitte, grüezi sagen und die Jacke anziehen kommt eigentlich VOR dem Kindergarten. Bei über 20 Kindern kriegt die Kindergärtnerin nämlich sonst Lust ganz laut und unprofessionell zu fluchen.

    • Peter Lustig sagt:

      Wahrscheinlich hat der Autor es auch härzig gefunden, den Kleinen die Jacke selber anzuziehen. Irgenwie habe ich das Gefühl, er stellt seine eigenen Bedürfnisse manchmal über die des Kindes und versucht dies dann irgendwie vernünftig zu rechtfertigen.

  • Martin Frey sagt:

    „Ich bin der festen Überzeugung, dass nutzlose Verbote viel zu schnell zu Einladungen werden, etwas erst recht zu tun.“
    Sagen Sie das dannzumal auch, wenn Drogen zum Thema werden? Oder Ladendiebstähle u.ä.?
    Man kann nicht alles weglächeln. Eltern haben v.a. anderem eine Vorbildsfunktion. Natürlich ist Fluchen nicht zwingend etwas schlimmes, und wir tun das alle ab und an auch. Aber wie sollen die Kinder eine einigermassen gepflegtes Auftreten mit der Situation angemessener Wortwahl erlernen, wenn wir das nicht mit einer gewissen Haltung vorleben? Spätestens, wenn der Sohn beim ersten Date oder bei einem Vorstellungsgespräch redet wie auf der Zürcher Südtribüne, und selber nichts dabei findet, wird er es Ihnen „verdanken“.

    • Susi sagt:

      Ja, das mit dem gepflegten Auftreten stimmt. Darum gab es auch bei mir mal eine Wende, nämlich als unsere damals 18
      Monate alte Tochter von hinten im Auto „Scheische“ durch den Nuggi quetschte, als uns jemand den Parkplatz wegschnappte. Heute flucht sie äusserst selten, wahrscheinlich weil ich auch weniger vor ihr fluche. (Mein Mann flucht praktisch nicht. Nur auf dem Tennisplatz. Und das zähle nicht, sagt er.)

      • Martin Frey sagt:

        Tennisplatz zählt wirklich nicht, da hört es (ausser vielleicht dem Gegenspieler) auch niemand 😉
        Seit ich selber Vater bin, bemühe ich mich noch mehr, die in der Kindheit „antrainierten“ Fluchunsitten nicht mehr Oberhand zu lassen. Das ist mühsam (was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr…), aber es lohnt sich, finde ich.
        Der Weg des Autors ist meines Erachtens in vielerlei Hinsicht völlig inkonsequent.

      • Susi sagt:

        @Martin: „Tennisplatz zählt wirklich nicht, da hört es (ausser vielleicht dem Gegenspieler) auch niemand“
        Hmm, mein Mann spielt immer noch Nati B, zwar Senioren, aber das Tennis ist gut genug, dass da bei den Interclub Turnieren meistens Zuschauer anwesend sind… Schläger wegschmeissen und Fluchen kommt nicht bei allen gut an. Wenigstens beschädigt er seit etwa 10 Jahren die Infrastruktur nicht mehr 😀

        Zum anderen, ja, ist oft ein Automatismus, ich habe schon oft geflucht, ohne es zu merken, bzw. merkte es erst, wenn ich darauf hingewiesen wurde.

      • Martin Frey sagt:

        Nati B? Chapeaux, aber er ist ja auch nicht ohne Grund ein Muskelprotz wie wir kürzlich gelernt haben.. 😉 Und Tennis ist halt eben auch nicht die Südkurve. Noblesse oblige! 😀
        Das schöne ist ja, dass jedesmal, wenn mir noch ein Fluch herausflutscht (Klassiker: beim Autofahren), umgehend vom Rücksitz die Ermahnung (Aber hallo, Papi!) kommt. Hat alles sein gutes.

      • Susi sagt:

        Haha, Martin! Nein, mein Mann ist gar kein Muskelprotz, er spielt einfach gut Tennis! Aber eben, man muss ja beim Partner nicht JEDEN Fetisch haben.
        😀

    • Karl von Bruck sagt:

      Bingo!

  • Susi sagt:

    Ich fluche viel und gern, aber meiner Meinung nach besteht ein sehr grosser Unterschied zwischen für sich selbst Fluchen als Ventil („huerägopferdelliinomal“) oder Fluchen als Angriff, indem man austeilt. Niemals sage ich zu jemanden „Du A-loch“ oder ähnliches, auch „figg di“ gehört in diese Kategorie. Und ich vermittle den respektvollen Umgang mit anderen auch meiner Tochter.

    Zum Thema Verbote: Natürlich hat ein „blast nicht in den Sirup“ den gegenteiligen Effekt. Das Hirn arbeitet mit Bildern, bei einem solchen Satz bekomme sogar ich Lust, zu blasen. (pun intended)
    Viel wirkungsvoller sind positiv formulierte Anweisungen oder Verhaltensvorschläge, die gezielt das gewünschte Bild evozieren.

    • Sportpapi sagt:

      Wie wäre denn in diesem Fall die positive Anweisung?
      Und ja, es hat den gegenteiligen Effekt, man muss ja auch mal ausprobieren, was es leiden mag. Aber in unserem Fall ist das Röhrli dann weg…

      • Susi sagt:

        Für positive Anweisungen muss man halt etwas erfinderisch sein. Zum Beispiel: „Bitte nur saugen am Röhrli.“
        🙂

      • tststs sagt:

        Ich frage mich sowieso, wieso jemand zu einem Kind sagt „nicht ins Röhrli blasen“????!?
        Wenn man einem Kind etwas nicht erkären muss, dann ist es der Saugreflex…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Gewisse Dinge sind reizvoll ob sie verboten sind oder nicht.
        Verbote – die die Lust auf Übertretung steigern, sind schlecht kommunizierte oder nicht genügend erklärte Verbote.

        Es gibt kaum Kinder oder Menschen, die zu Fuss über die Autobahn gehen, obwohl das verboten ist. Warum? Weil es jedem einleuchtet, dass es gefährlich ist.
        Es geht also nicht darum, ob man etwas einfach NICHT verbietet, sondern darum, dass man etwas hinreichend erklärt.

      • Susi sagt:

        @RoXY: Klar erklärt man die Dinge. Aber auch da muss man aufpassen mit Bildern, die man in den Kopf der Kinder setzt. Beispiel: Mein Gottimädchen (Teenie) sagte mal zu ihrem kleinen Bruder und meiner Tochter (beide etwa 5 jährig damals): „Kommt ja nicht auf die Idee, von dieser Mauer zu springen, das ist im Fall extrem gefährlich.“ Nach etwa 10 Minuten machte der Junge eine Bauchlandung ab 3 Metern Höhe. Wir waren zuvor schon jahrelang an diesem Ort gewesen und nie kam jemand auf die Idee, da runter zu springen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Für mich schwer vorstellbar. Aber ok – es gibt Kinder die haben ein Stuntman-Gen. Wird vielleicht mal ein Base-Jumper.
        Unsere Familie besitzt dieses Gen glücklicherweise nicht.

        Natürlich muss Aufklärung kindgerecht geschehen. Deshalb nutze ich die Alltagssituationen. Es geht ums VERSTEHEN.
        Wenn ich den Sinn einer Regel wirklich verstehe (und die Regel hat einen guten Sinn), dann werde ich mich auch daran halten. Das gilt im Grundsatz, nicht in jedem Einzelfall.

        Manche Wörter kann man noch nicht erklären. Man sagt dann „es ist unanständig“, „ich höre es nicht gerne“, „es regt mich auf“, „damit kannst du andere verletzen“, „andere können dann schlecht von dir denken“ etc.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Früher war Erziehung v.a. auf Gehorsam ausgelegt.
        War ja auch jahrtausendelang wichtig: Als zukünftiger Soldat, Untertan, Leibeigener, hing oft das Leben davon ab, dass man gehorchen lernte, ohne allzu viele Fragen zu stellen.

        In der heutigen Zeit ist es sinnvoll, wenn die Kinder so früh als möglich lernen, zu verstehen. Warum ist etwas sinnvoll, warum nicht. Warum tue ich gewisse Dinge oder eben nicht.

      • Susi sagt:

        RoXY: „Aber ok – es gibt Kinder die haben ein Stuntman-Gen. Wird vielleicht mal ein Base-Jumper.“

        Ja, ich war auch völlig geschockt, fragte mich sogar, ob er innere Verletzungen haben könnte. Aber die Mutter reagierte ziemlich locker. Sie klopfte ihr Kind sauber und sagte: „Typisch Männchen, musste wohl dem Weibchen (meiner Tochter) imponieren und einen auf Superheld machen.“

        Unsere Tochter ist diesbezüglich eben ähnlich gestrickt. Ging vor ein paar Monaten heimlich durch ein Loch der Absperrung auf eine Baustelle und kletterte auf Zementröhren rum, neben denen ist knappe 10 Meter senkrecht in die zukünftige Tiefgarage ging. Natürlich wusste sie , dass das verboten ist. Nachdem ich ihr die Kappe gewaschen hatte, verstand sie auch, warum…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Susi – Kinder sind sehr verschieden (haben ja auch sehr verschiedene Eltern). Darum gibt es keine Pauschalregeln: macht man so und so, sagt man so und so.
        Aber ich denke das Grundprinzip: VERSTEHEN ist immer richtig.
        In diesem Fall verstehen, wie mein Kind tickt und im 2. Schritt, was in ihm vor geht, warum es das tut.
        Dann kann man einen Weg finden ihm zu verklickern, dass es selbstschädigendes Verhalten vermeidet. Bzw. vernünftige Alternativen für seinen Drang finden.
        Ich kann das Kind ja nur verstehen lehren, wenn ich es selbst verstanden habe.

        Viele bemühen sich leider nicht einmal (wirklich) zu verstehen.

      • Susi sagt:

        @RoXY: “ Darum gibt es keine Pauschalregeln: macht man so und so, sagt man so und so.“

        Doch, gibt es schon. Zum Beispiel was Baustellen betrifft.

        Zum Rest, „sagt man so und so“, sowas propagiere ich eigentlich nirgends…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Susi – ich meinte doch nicht Sie.
        Ich meinte das allgemein. Dass ich ganz allgemein mit pauschalrezepten wenig anfangen kann.
        Ich hatte Sie noch nie im geringsten Verdacht, dass Sie zu dieser Fraktion gehören. Also das war zu 0% auf Sie gemünzt, nicht in der aller- allergeringsten Andeutung. Es war mehr so – wie Sie und ich ja meinen…

      • Susi sagt:

        @RoXY: Ah, ich dachte, Sie sagten das zu mir! 🙂

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie gehören doch hier immer noch zu meinen Lieblingen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        und Sie haben natürlich Recht: schimpfen und fluchen ist dasselbe.
        Man könnte evt. sagen: fluchen ist schimpfen mit derben Worten.
        Jetzt kann man einfach für sich ein bisschen rumsüdderä – oder eben jemanden anschimpfen:
        das hast du schlecht gemacht
        das hast du huerä schlecht macht
        das hast du heurä Tubel scheisse gemacht
        war einfach Scheisse von dir
        du bist ein Scheiss

        Wie auch immer, ganz egal, es ist immer auch schimpfen.

        Ein Auto oder ein PC anschimpfen ist übrigens erwiesenermassen ziemlich sinnlos.
        Schimpfen ist meist auch ein Zeichen von Schwäche und Überforderung. Wir sollten einfach etwas ruhiger werden. Steht uns besser und tut uns besser. (Ja, wem sag ich das…)

      • Susi sagt:

        @RoXY: Was, ich, trotz unseres Disputs?
        🙂 😀 😀

        (Ja, eh Schwamm drüber)

      • Susi sagt:

        Ich habe übrigens heute beim Memory-Spiel gegen meine Tochter – nachdem ich zum X-ten Mal verloren hatte und schon wieder schlimm am Abluschen war – ganz übel geflucht. („Huerägopferdellisiechnomal, huerä Kackchartä!!!“) Und meine Tochter so mit hochgezogenen Augenbrauen, im ruhigen Ton: „Aso, Mami, das isch dich kein Grund zum Fluechä, so öppis.“ Und nach einer bedeutungsvollen Pause: „Eigentlich sött mer ja sowieso überhaupt nöd fluechä.“ Und ich, im lauten Ton: „Jaaaa, isch scho guet!!!“

    • Peter Lustig sagt:

      A-loch etc. sind ja auch Beschimpfungen und keine Fluchwörter. Da sollte man mMn schon unterscheiden können.

  • Stephan sagt:

    Übers Fluchen kann ich auch nur Lachen, bis sie das so drauf haben wie ich, müssen sie noch lange üben.
    Aber das mit dem Röhrchen in den Sirup Blasen, das ist tabu, wenn ich dabei bin. Wenn ich nicht da bin, komplett egal, das ist dann so, wie alleine im Raum Nasenbohren. Die Kinder kennen dieses Verbot und halten sich daran, finden es inzwischen auch eklig, wenn es jemand macht. Funktioniert, kein Problem.
    Die Kinder sollen von mir nicht hohle Regeln lernen, sie lernen, dass amn grundsätzlich davon ausgeht, dass das Gegenüber Respekt verdient hat, sie lernen aber auch zu erkennen, wenn das nicht so ist und, dass man dann sein Verhalten auch anpassen kann.

  • Jo sagt:

    Fluchen finde ich grundsätzlich auch nicht so schlimm. Man kann „etwas“ so viel verfluchen wie man will… bei mir hört es aber bei Menschen auf. Auch wenn’s der kleine herzige 5 Jährige macht.
    Die Oma ist keine fette Kuh, die Mutter schon gar kein A *piiips* und wenn er oder sie mir „f *piiips* di“ sagt – sage ich ihm/ihr dann auch was. 😉
    Es tut ja selber auch gut, die Kraftausdrücke ein bisschen zu reflektieren.

    Mein Montagsnotebook bleibt aber auf Existenzzeiten das v*piips* b*piips* *piiips* m*piiiips*, das *piiips* nie funktioniert wenn es drauf an kommt.

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