10 Beziehungstipps für Teenager

«Hör ihr zu, wenn sie redet. Und lass sie um Himmels willen ausreden.» Foto Ashley Harrigan, Flickr.

Lieber Schwager

Mit 12 Jahren hast du mir ungefragt eine Reihe von Beziehungstipps gegeben. Beklagen will ich mich darüber nicht, sie haben ja gewirkt.

Jetzt bist du 16 und hast seit wenigen Wochen eine Freundin. Nicht die erste zwar, aber nach einer fast zweijährigen Single-Phase dürfte das doch deine erste wirklich ernsthafte Beziehung werden.

Deshalb kriegst du jetzt ebenfalls 10 Beziehungstipps von mir – ungefragt und öffentlich:

  1. Lass dir von niemandem einreden, eure Beziehung sei «nichts Ernstes». Letzten Monat haben Freunde von mir ihren 20. Jahrestag gefeiert. Beide sind 36 Jahre alt. Rechne selber.
  2. Vergiss nie, dass und warum du sie liebst. Denk an die Monate zurück, als du sie noch nicht sicher an deiner Seite hattest. Sei dir aber bewusst, dass die erste Verliebtheit vorbeigeht. Mach dir Gedanken darüber, was Liebe bedeutet.
  3. Zeig ihr, dass du sie liebst. Es gibt ganz viele Arten, das zu tun. Nutze sie vielfältig. Jedes ehrliche Kompliment macht eure Beziehung glücklicher. Geh auf ihre Bedürfnisse ein. Merk dir, was sie mag und was sie nicht mag. Im Zweifel sei irgendwie romantisch.
  4. Streitet euch nicht wegen Differenzen, über die es sich nicht zu streiten lohnt. Es lohnt sich übrigens fast nie. Wenn es doch passiert – und es wird passieren: Sei nicht stolz und nachtragend. Sorge aktiv dafür, dass ihr euch rasch wieder versöhnt.
  5. Redet über alles. Hör ihr zu, wenn sie redet. Und lass sie um Himmels willen ausreden.
  6. Sei immer ehrlich und treu. Deine Freundin verlässt sich auf dich. Wenn du jetzt in jungen Jahren kein aufrichtiger Mensch bist, wann willst du damit anfangen? Wenn du erwachsen bist? Haha.
  7. Eine Beziehung führen bedeutet auch Kompromisse eingehen, Fehler verzeihen und zuerst einmal an sich selbst arbeiten. Natürlich kannst du versuchen, deine Freundin zu verändern. Grossmutters alte Kommode ist aber vermutlich ein besseres Umbauprojekt.
  8. Versteht euch als Team, nicht als Konkurrenten. Es gibt angeblich keine Auszeichnung für den besseren Partner.
  9. Geniesst die gemeinsame Zeit. #yolo #swag
  10. Menschen mit jahrelanger Beziehungserfahrung haben in der Regel auch keinen Plan. Hör dir ihre Tipps an, aber bilde dir deine eigene Meinung.

Bonustipp

Falls du es lieber ganz konkret magst:

Schreibe jeden Tag etwas auf, was du an ihr magst. Lies die Liste mindestens einmal pro Woche durch. Schenk sie ihr zum Halbjahr-Jubiläum. Führe die Liste danach weiter.

Falls die Tipps nicht wie gewünscht funktionieren, kannst du dich jederzeit an mich wenden. Ich erkläre dir gerne, was du falsch gemacht hast.

Alles Gute
Markus

PS.: Künftige Kommunikation gerne wieder via Whatsapp.

59 Kommentare zu «10 Beziehungstipps für Teenager»

  • Rémy sagt:

    „Im Zweifel sei irgendwie romantisch“
    Dieser Tipp kann, an einen männlichen Teenager gerichtet (überhaupt generell an einen Mann) mächtig nach hinten losgehen.
    „Irgendwie“ muss UMBEDINGT präzisiert werden: ich würde also eher sagen: „Mach dich Schlau darüber, was Frauen romantisch finden, und richte Dich danach“

  • Michael sagt:

    Unsinnig so eine Liste – am besten lernt man doch, wenn man seine Erfahrungen selbst macht. Sinnigerweise ist es der Punkt 6 der hier besagt, üb‘ immer Treu und Redlichkeit. Wann wenn nicht jetzt kann man ausprobieren was passiert, wenn man nicht treu ist / bleibt ? Unter dem Strich muss Untreue ja auch nicht bös enden.
    Ich hab meinen Mädels nur mitgegeben, das sie den anderen respektieren sollen und das man niemanden zu einer anderen Person umdrehen kann. Sie haben sich blutende Nasen und Herzen geholt, aber wissen jetzt mehr als genau, worauf es ihnen in einer Partnerschaft ankommt.

  • Susi sagt:

    Ich wäre übrigens froh gewesen, hätte ich als Teenie ein paar Tipps bekommen. Ich benahm mich mit meinem ersten Freund nämlich unmöglich, ich wundere mich heute doch sehr, dass er mich, nachdem ich Schluss gemacht hatte, trotzdem noch zurückhaben wollte. Und anstatt Tipps von meiner Mutter zu kriegen, wie ich mich besser verhalten könnte, sagte sie wie eine alte Gebetsmühle: „So findsch nie en Maa.“ (Abwechselnd zu: „Mir bliibt au nüt erspart.“)

    Tipps sind super, solange man sie freiwillig befolgen darf!

  • Murmeli sagt:

    Interessant wäre es, zu erfahren, welche Tipps Sie von Ihrem Schwager bekommen haben! 🙂

    Mein Vater gab mir damals mit 15 nur einen Tipp, und der war: Egal, wie toll er ist, heirate auf keinen Fall Nr. 1, es sei denn, Nr. 1 = Nr. 3. im Nachhinein finde ich, er hatte Recht. Man weiss nur, was eine Beziehung ausmacht bzw. was gut/schlecht funktioniert, wenn man mindestens eine Vergleichsmöglichkeit hat.

    Ich bin dann bei Nr. 2 geblieben 😉 und würde sagen, wir leben ziemlich nach Ihren Tipps, die ich ebenfalls befürworte.

  • tststs sagt:

    Mein Tipp Numero uno wäre kein eigentlicher Ratschlag, sondern ein wichtiger Hinweis: Alli andere händ au de Hosegagg!
    (Im Sinne von: alle sind verunsichert und wissen nicht, was sie tun…sollen…; die einen können es einfach besser verstecken/überspielen)

  • Sportpapi sagt:

    Mir würden ja 4 und 7 vollauf reichen.

  • Sabine sagt:

    Ich glaube kaum, dass Teenager Beziehungstipps brauchen. Lasst die doch einfach selbst ihre Beziehung erforschen.

  • Susi sagt:

    /1: Markus Tschannen, erst mal ein Kompliment vorweg: Sie sind mein Lieblingsblogger, keine anderen Texte lese ich so gern wie Ihre, die sind (meistens) klug und ich liebe Ihren Sinn für Humor! Die heutige Liste gefällt mir eigentlich sehr gut, die allermeisten Punkte halten mein Mann und ich genau so (darum funktioniert es wohl auch bestens).
    Jetzt komme ich zum voraussehbaren Aber: Sie kennen ja mittlerweile meinen Standpunkt zu Punkt 6. und zu Ihrer Treue-Ode, wobei es ja Ihr Entscheid ist, ob sie sowas publik machen möchten oder nicht. Aber hier geben Sie ihrem Neffen nicht einen Tipp, sondern auferlegen ihm ein Verbot.

    • Susi sagt:

      /2 Verlinkt mit dem Treue-Text kann der kleine Schwager (äxgüsi, nicht Neffe) dann lesen, dass er es nicht nur mit seiner Partnerin verbocken würde, sondern auch mit Ihnen. Das ist doch schon etwas starker Tobak, nicht? Warum lassen sie ihn nicht selbst entscheiden, ob er sein Karma-Konto in die roten Zahlen bringen möchte, ohne dass er dann grad noch die Sympathien seines Umfelds verliert?

      Da muss ich etwas den Kopf schütteln. Und finde Sie etwas weniger sexy. (Humor wirkt auf mich sehr attraktiv!) Wahrscheinlich ist Ihnen das mehr oder weniger egal, aber wer verzichtet schon gerne auf ein wenig narzisstische Zufuhr, auch von einer Frau, deren Haltung man eigentlich unmöglich findet?

      😀

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Etwas guten Humor auf unsere Kosten findest du heute bei meinem Favoriten, Peter Schneider: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/von-freundinnen-die-keine-mehr-sind/story/26249548

      • Bitte finden Sie mich nicht attraktiv, Susi. Ich kann damit nicht umgehen und habe es nicht verdient.

        Die Treue-Sache wird mich ewig verfolgen und ja, ich hätte sie heute vielleicht besser weggelassen (die Verlinkung ist hingegen nicht von mir). Vielleicht schreibe ich gelegentlich darüber, wie ich alle Menschen liebe, auch die untreuen. Aber dann wird man mir wieder Frömmigkeit vorwerfen. Ehrlich, ich komme aus der Geschichte nicht mehr raus.

      • Susi sagt:

        Hihi, Herr Tschannen, damit müssen Sie jetzt wohl einfach leben; jedes Mal, wenn Sie wieder etwas Lustiges schreiben, denke ich (und wahrscheinlich noch einige andere): „Hmmm, der Tschannen ist eben schon ein geiler Typ!“ (Ganz ehrlich gemeint, ohne Ironie!)

        Und zur Treue-Sache, stimmt, die haftet Ihnen jetzt ewig an. 🙂
        Aber somit sind Sie facettenreicher, Sie können ja tatsächlich demnächst den ich-liebe-euch-alle-Frömmigkeitstrumpf ausspielen, dann verwirren Sie die Leserschaft noch mehr.

      • Susi sagt:

        @S.P.: Habe grad den Schneider-Text gelesen, ha, der macht sich tatsächlich über uns lustig!
        Ich mag ihn (trotzdem) sehr gern, ich habe mal im Rahmen eines Psychoanalyse-Projekts mit ihm telefoniert, sehr sympathischer Typ!

  • Jan Holler sagt:

    Ist das Ihr Ernst? Ich sehe nur Allgemeinplätze als Ratschläge. Man muss nicht unbedingt einen Text produzieren, nur damit einer produziert ist. Und der letzte Tipp ist einfach irgendeine Behauptung, die wohl dazu dient, die eigene Legitimation zu erhöhen.
    Meint jemand im Ernst, ein männlicher Jugendlicher würde auf solches Gesülze hören? Das haben ihm schon all die Lehrer*innen in den 9 Primarschuljahren eingebleut: Sei lieb, streite nicht, hör zu, sei fair, sei anständig. Das ist nicht für junge Männer geschrieben, das ist für die Mamas als Leserinnen geschrieben. Ein Feel-good-Text.

    • Herr Holler, es mag Sie erstaunen, aber ich teile weitgehend Ihre Meinung: Ich war selber verblüfft, wie allgemeinplätzig meine 10 mühsam durchdachten Tipps klingen.

      Auch Ihnen würde ich allerdings raten, Ihr Bild von „männlichen Jugendlichen“ etwas breiter zu fassen. Manche stehen auf Feel-good.

      • Michael sagt:

        Ich glaube, der Herr Holler sieht das schon richtig. Das Bild der Jugendlichen lieber Herr Tschannen hat sich doch seit den 90igern, wo Sie ein solcher waren, deutlich gewandelt. Ob Sie es vielleicht sind, der sein Bild anpassen muss ?

      • Ich nehme mich ja nicht als Massstab. Natürlich verändert sich die Jugend über die Generationen hinweg. Ich behaupte aber, dass es nicht einfach „die Jugend“ gibt. Jugendliche sind genauso divers wie Erwachsene.

      • Jan Holler sagt:

        Eben, und diesen „diversen“ Jugendlichen dann Allgemeinplätze vor die Füsse zu legen, wird ihnen sicher nicht gerecht. – Der Text richtet sich an Mamis. Die hören sich selber reden, wenn sie ihn lesen: Sei doch bitte lieb. – Ja, Mama.
        Und männliche Jugendliche, die auf Feel-good stehen, brauchen den Text gar nicht. Die sind ja schon John Boys.

  • 13 sagt:

    Ihre Ratschläge in Ehren und für eine Hochzeitsrede ganz hübsch, aber es handelt sich hier um eine bisher wenige Wochen dauernde Beziehung von Teenagern. Das letzte, was man in diesem Moment voller Euphorie braucht, sind Gedanken an das halbjährige Jubiläum, den 20. Hochzeitstag, das Vergehen des Verliebtseins oder Streit. Das ist alles Zukunftsmusik, sofern diese überhaupt kommt. Jetzt ist aber die Zeit des Kennenlernens, Ausprobierens und der rosa Schmetterlinge. Da braucht es auch keine Kompromisse, weil man eh alles am anderen anbetungswürdig findet. Daher sind eigentlich nur die Punkte 3 und 9 relevant. Alles andere wird sich zeigen.

    • Natürlich wird sich alles andere zeigen, aber man kann ja trotzdem mal drüber reden.

      Ich verstehe Ihre Kritik schon. Meist braucht es die Veröffentlichung, um zu merken, wo ich mich inhaltlich verrannt habe. In diesem Fall hätte ich mehr Kontext geben müssen oder meine Annahmen offen legen: Wenn Sie als Teenager sehr verliebt sind, und die Beziehung tatsächlich zustande kommt, dann wünschen Sie sich erst mal die ewige Liebe. Ich persönlich hätte mir damals durchaus ein paar frühe Tipps gewünscht, wie ich meinen Teil zum andauernden Glück beitragen kann. Simple Dinge, die ich heute weiss: Was bedeutet „Beziehung“? Wie gehe ich mit Konflikten um? Wie spreche ich Themen an?

      • Carolina sagt:

        Herr T, bei Buben kann ich (noch) nicht mitreden, aber mein befragter Mann meinte, er hätte, wenn er als 16jähriger so eine Liste erhalten hätte, nur den Kopf geschüttelt. Worauf ich ihm sagte, dass unsere Tochter zwar zum Zeitpunkt meines Gesprächs mit ihr (das Ihrer Liste ziemlich ähnlich war, soweit ich mich erinnere) genervt war, aber heute sagt, sie hätte es toll gefunden, dass ich ihre erste richtige Beziehung (die dann auch nur kurz war) ernst genommen und nicht heruntergespielt hätte. Dass Sie Ihrem Neffen Aufrichtigkeit empfehlen, finde ich gut – sehr wichtig war mir noch, meiner Tochter mitzugeben, dass ein Freund kein Projekt ist, an dem man herumschraubt, bis er einem passt (die Mama war da auch etwas, äh, anfällig), dass man aber die Kommunikation auch über Unangenehmes

      • Carolina sagt:

        /2 aufrechterhält und versucht, früh ein Gespür dafür zu entwickeln, ob es der andere gut mit einem meint oder nur mit sich selbst.
        (Hat übrigens bei dem anderen Kind überhaupt nicht funktioniert – sie wollte von keinem von uns Beziehungstipps! So ist halt jeder anders…..)

      • 13 sagt:

        Ich bin ganz ehrlich: Ich glaube, ich wäre mit 16 schreiend davon gerannt und hätte nur noch Panik von der Beziehung. Trotz der rosa Wölkchen war und bin ich ein sehr freiheitsliebender Mensch und die Vorstellung, dass man nach kurzer Zeit von etwas Ernsten spricht, hat mich in Angst und Schrecken versetzt. Dass man es aber von Aussen, als Elternteil, Familienmitglied etc. ernst nehmen sollte und nicht einfach auf eine Jugendliebe schieben, sehe ich auch so. Ich erinnere mich gut an so manche Freundin, die heulend dasass, weil es ihre Eltern runterspielten und sie doch davon überzeugt war, den Mann fürs Leben gefunden zu haben, es gibt also noch mehr Romantiker wie Sie, Herr Tschannen. 😉

      • Carolina sagt:

        Ja, verstehe, was Sie meinen. Bei mir kam es drauf an: von meiner Mutter habe ich gar nichts akzeptiert, sie war mMn beziehungsunfähig (mit 16 war ich ja so was von schlau!), aber bei meinem sehr geliebten Vater und meiner einen Grossmutter habe ich genau hingehört – hätte es aber nie zugegeben.
        Wie gesagt, der Ton macht die Musik und jedes ‚Kind‘ ist anders. Aber eben, ein Kind vollzunehmen und gesprächsbereit zu bleiben, dürfte die halbe Miete sein.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Die sexuelle Komponente fehlt komplett: Führt Ihr Sohn vorwiegend platonische Beziehungen, Herr Tschannen? Gerade hier können wir Väter diskrete, aber praktische Tips geben. Wohl verstanden: Nicht Aufklärung undso! Und schon gar nicht ungefragt. Aber einfach Tips, die beispielsweise zur Entspannung beitragen können.

    • Ich habe keinen Sohn, es geht um meinen Schwager. Anyway, die sexuelle Komponente habe ich hier bewusst ausgeklammert. Natürlich ist sie nicht unwichtig, aber man muss ein Thema manchmal auch begrenzen.

      • Marion sagt:

        Aber … der Brecht …?

      • Katja sagt:

        @Marion: Der Brecht ist weiblich …. Über Spitznamen für das eigene Kind kann man ja allgemein vortrefflich streiten. Ob nun Mausebärchen, Würmeli, Schneggli oder eben „Brecht“. Jeder nach seiner Façon.

  • Lukas Benz sagt:

    Wir vermissen noch die Ermahnung, die teuflische Autoerotik gefälligst zu unterlassen und Droschkenkutschern angemessenes Trinkgeld zu geben.

    • Sabine sagt:

      Wir vermissen die Empfehlung, dass die Frau für ihre Altersvorsorge vorsorgen solle, auch als Ehefrau. Und dass der Mann den Scheidungsfall frühzeitig miteinkalkulieren solle.

  • Tom sagt:

    Schrecklich traditionell und klischeebehaftet.

    Ganz bestimmt sollen Teens nicht mit wohlfeilen Ratschlägen in ein Beziehungskorsett gedrängt werden, das selbst viele Grosseltern längst verlassen haben.

    „Sei immer ehrlich und treu. Deine Freundin verlässt sich auf dich.“ Genau – als ob Frauen stest ehrlich und treu sind.

    Teenager sollen sich austoben, Gutes tun, Fehler machen, verletzen und verletzt werden – und damit Erfahrungen sammeln. Viele Erfahrungen, aus denen sie für ihr weiteres Leben ableiten können, was ihnen passt.

    • Ja, zugegeben, ich klinge in Beziehungsthemen mitunter traditionell. Dabei nehme ich mich einfach nur eines Aspekts im breiten Beziehungsspektrum an.

      Ich habe selbstverständlich kein Problem damit, wenn sich Leute austoben möchten, aber sie verallgemeinern, Tom. Unterschätzen Sie nicht, dass auch Teenager ernsthafte, tiefgründige und langjährige Beziehungen führen möchten. Ihre Unterteilung in „traditionell“ und „Junge Leute toben sich aus“ scheint mir jetzt auch etwas klischeebehaftet.

      • Tom sagt:

        So möchte ich nicht verstanden werden, Herr Tschannen. Selbstverständlich ist Austoben nicht das Privileg der Jugend.

        Als Vater von Twens (und früheren Teens) ist es mir wichtig, ihnen, wenn ich gefragt werde, meine Einschätzung zu ihrem Liebes- und Beziehungsleben zu vermitteln. Dabei versuche ich, gänzlich wertfrei zu sein und keine Beziehungsform über eine andere zu stellen.

      • Ich will auch keine Beziehungsform über die andere stellen. Ich will meinem Schwager für seinen konkreten Fall aber nicht Tipps geben, wie er sich „ausleben kann“ sondern wie er sein Ziel erreichen kann, lange in seiner neuen Beziehung glücklich zu bleiben. Bei einer anderen Ausgangslage gebe ich ihm dann gerne auch andere Tipps.

    • Cybot sagt:

      Was soll er denn stattdessen schreiben? Die Frauen sind eh nicht treu, also musst du dir auch keine Mühe geben? Das ist wohl kaum ein Tipp für eine erfolgreiche Beziehung. Allerdings bezweifle ich sowieso, dass jemand, der „die Frauen“ schon generell so beurteilt überhaupt jemals eine erfolgreiche Beziehung haben kann.

      • Tom sagt:

        Und „Treue“ sei das Zaubermittel jeder Beziehung oder was wollten Sie schreiben, Cybot?

        Und was ist schon „Treue“?

        Was verstehen Sie darunter? Was zehn beliebige Leute, die Sie spontan fragen?

        Reflektieren Sie breiter und zitieren Sie korrekter, bevor Sie hier austeilen.

  • Karl von Bruck sagt:

    Tschannens List koennte – wahrscheinlich auch nur von sehr begrenztem Nutzen – sein, wenn eine bereits mit einem Kind in den Brunnen gefallene Ehe solange durchgeseucht werden soll, bis eine helftige Teilung des persoenlichen und finanziellen Kindesaufwandes praktikabel ist. Wenn die sexunmuendige „Freundin“ nur noch beim ebenfalls sexunmuendigen und nur deshalb straffreien „Freund“ kleben bleibt, weil ihr dieser ein Ipodkabel noch nicht zurueckgegeben und dies jeweils nach der naechsten Nummer versprochen hat.

    Jugend“lieben“ beziehen ihre Hauptattraktion auf der erstmals erlebten Befriedigung, die ein – in der Regel andersgeschlechtlicher – Partner bieten kann. Da ist noch die einzige Heilung, dass sich die Nahkampfsanfaenger ohne Betrugsbalz rechtzeitig geben wie sie sind

  • Muttis Liebling sagt:

    Das zentrale Moment dieser wieder durchnummerierten Auflistung besteht in Konfliktscheue. Es gibt keinen Punkt, den ich unterstützen würde, wohl aber 5 (4 – 8), die ich explizit ablehnen würde.

    Nur mal als Beispiel, es heisst nicht ohne Grund, Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Es wird nicht nur ein wenig, es wird viel zu viel geredet. Und wer immer ehrlich ist, ist entweder behandlungsbedürftig oder extrem unreif. Die qualifizierte und bewusst angewandte Lüge ist eine zentrale Lebensstrategie. Jeden Tag unverzichtbar. Ich gehe auch davon aus, dass es Personen, welche sich selbst als ehrlich begreifen, an Selbstkritik und Abstand zum Ich mangelt.

    • Natürlich ist meine Liste angreifbar, ich bin mir ja selbst nicht in allen Punkten ganz sicher. Wie immer freue ich mich auf die Diskussion heute.

      Soviel aber vorweg, Liebling: Beziehungen wie Menschen sind sehr unterschiedlich. Deshalb passen auch nicht alle zusammen. Wir beide zum Beispiel würden wohl nie ein glückliches Pärchen abgeben. Zumindest bin ich von Ihrer Ansicht so wenig überzeugt wie Sie von meiner.

    • Karl von Bruck sagt:

      Bingo!

      Leider wird in der germanofonen (mit Ausnahme der oesterreichischen) Kultur die qualifizierte Luege Generaelen und Politikern, und gegenueber dem Feind auch nur Offizieren andressiert, waehrend sie von Kindern und Ungradierten begangen mit Existenzentzug bestraft wird. Bis ein in der Schweiz oder Deutschland ohne Ofausbildung oder Politikerfahrung merkt, dass auch sein System vor allem politisch, und immer weniger juristisch korrekt funktioniert, ist er leider schon ein machtloser Greis. Unter latinofoner Sprachherrschaft funktionieren die Systeme nur noch, weil auch der kleinste Buerger begriffen hat, dass Recht haben und Recht bekommen immer weniger das Gleiche sein sollten….

    • tststs sagt:

      Ich gebe Ihnen recht, ML, es wird viel zu viel geredet! ABER es wird auch viel zu wenig (miteinander) GESPROCHEN!
      Ausserdem würde ich auch noch einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen der Unwahrheit („Wie geht es Dir?“, unwahre Antwort: „Jaja, es geht gut.“) und einer Lüge („Warst du mit jemand anderem im Bett?“, gelogene Antwort: „Nein!“

  • Herbert Peter sagt:

    Kann man über Whatsapp kommunizieren, ich meine: so richtig?

    • Medial halt. Etwas besser als über’s Telefon. Ersetzt das persönliche Gespräch nicht gerade komplett, aber kommt ihm wahrscheinlich am nächsten.

      • Sportpapi sagt:

        Und ich dachte ja, wenn schon bitte Telefon, oder sogar Skype. Weil es dem persönlichsten Gespräch am nächsten kommt. Aber es gab schon früher Leute, die im Zweifelsfall lieber Briefe schrieben, als persönlich zu kommunizieren.

      • Sportpapi, WhatsApp kann Chat, Sprachnachrichten, Bilder, Videos und tadaaa … klassische Telefonie. Selbst der Chat, die schriftlichste dieser Formen hat sprachlich mehr mit einen Gespräch zu tun als mit einem Brief.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus Tschannen: Ok, wenn Sie Whatsapp wie ein Telefon oder wie Skype nutzen, dann ist das natürlich vergleichbar…

      • Bruno Menzi sagt:

        „Aber es gab schon früher Leute, die im Zweifelsfall lieber Briefe schrieben, als persönlich zu kommunizieren.“ Es gab auch mal eine, zwar lange zurückliegende, Zeit, da war die Art der Kommunikation auch eine Frage der Kosten. Auch tut es manchmal gut, seine Gedanken mal niederzuschreiben und sich beim Durchlesen Gedanken darüber zu machen, ob das die Gegenseite auch verstehen könnte. Statt immer nur wirres Geschwafel auf Grund von irgendwelchen Hirngespinsten zu verbreiten.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Künftige Kommunikation gerne wieder via Whatsapp.“

    dabei würde es doch jetzt erst so richtig spannend und aus dem vollen Leben gegriffen werden- und das wollen Sie uns wirklich vorenthalten?
    Vielleicht liesse sich ja eine Art familiäres Projekt zur allgemeinen Förderung von Partnerschaftskompetenz draus basteln 🙂

    • Mal schauen. Vielleicht bricht mein Schwager ja auch den Kontakt mit mir ab. Manche Menschen sind etwas heikel, wenn man über die Medien mit ihnen kommuniziert.

      • Carolina sagt:

        Wenn der Schwager Sie zur Rede stellt, könnten Sie ja den vor allen bei jungen Leuten sehr, sehr beliebten Satz sagen: ich meine es ja nur gut….. 😉

      • Carolina sagt:

        Ach, und an den Schwager: Auch wenn er Sie manchmal nervt: er ist ein guter Typ, unser MT! Den Humor werden Sie wahrscheinlich bei den wenigsten Eltern finden, daher ist so ein Schwager schon gut…..

      • Der Schwager hat inzwischen gesagt, dass er die Tipps gut findet. Ich bin sehr erleichtert. Puh.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.