Was ich im Familienworkshop lernte

Group therapy meeting. Two males and three women talking in the psi gabinet.

Der Austausch mit anderen Paaren kann überraschende Erkenntnisse bringen. Foto: Maica (iStock)

«Das hier ist keine Paartherapie», stellte Workshopleiter Philipp Rufer gleich zu Beginn klar. Nach zwei Abenden habe ich aber gemerkt, dass die Übungen und Erkenntnisse durchaus eine sanfte therapeutische Wirkung haben. Aber alles der Reihe nach: Anstatt ins Kino zu gehen, besuchten mein Mann und ich kürzlich mit zwei anderen Paaren einen Familienworkshop. Man kannte einander nicht. Entsprechend hölzern war die Vorstellungsrunde. Auch ich zierte mich: Wie viel sollte ich diesen fremden Leuten von unserer Familie erzählen? Die Fremden, das waren ein frisch verlobtes Paar, noch ohne Kinder, und ein unverheiratetes Paar mit zwei kleinen Kindern. Anstatt viele Worte zu verlieren, schob ich mir faustweise Popcorn in den Mund und war froh, als ich mich für die erste Übung zurückziehen konnte.

Jedes Paar hat Schwächen

Die Aufgabe war, sich Stärken und Schwächen zu überlegen. Die klassische Vorgehensweise in jedem Strategieprozess. Und auch in Bewerbungsgesprächen wird die Frage oft gestellt. Aber hier ging es nicht um meine eigenen Vorzüge und Unzulänglichkeiten, sondern um uns als Paar. Nach zehn Minuten verglichen mein Mann und ich unsere Notizen. Dann stellte jedes Paar eine Stärke und Schwäche vor. Und nun brach das Eis. Alle schmunzelten über die Schwächen der anderen, die den eigenen gar nicht so unähnlich waren. Einzig das Paar ohne Kinder hatte ein Problem, das die Eltern nicht kannten: Es falle ihnen oft schwer, gemeinsam zu entscheiden, wie sie die reichlich vorhandene Freizeit gestalten könnten. «Keine Sorge», lachte der junge Vater, «dieses Problem verschwindet von alleine, sobald ein Baby da ist.»

Mehr verstehen, weniger streiten

Das nächste Thema: Konfliktlösung. Gemäss Philipp Rufer versteckt sich hinter jeder Missstimmung ein Missverständnis. Wenn wir es also als Paar schaffen, einander auf verschiedenen Ebenen besser zu verstehen, gibt es weniger Konflikte. In einer Frauenrunde besprachen wir, welche wiederkehrenden Streitereien es in unseren Beziehungen gibt. Zwei von drei Frauen – ich inklusive – erzählten von Auseinandersetzungen beim Autofahren. Mir fiel mir vor Lachen fast das Popcorn aus dem Mund.

Zur entspannten Stimmung beigetragen hat auch Philipp Rufer, der Workshopleiter. Selbst Vater von zwei kleinen Kindern, erzählte er einige Anekdoten aus seinem Familienalltag.

Am ersten Abend definierten wir noch die Grundwerte für unsere Familie. Zuerst jeder für sich, dann wieder gemeinsam mit dem Partner. Es war ein schönes Gefühl, zu sehen, dass mein Mann und ich praktisch dasselbe aufgeschrieben hatten.

Starkes Familienbild, schwach umgesetzt

Am zweiten Abend ging es weiter mit dem Thema Chancen und Risiken. Zusammen mit den Stärken und Schwächen vom ersten Abend ergab das eine klassische Swot-Analyse. Die Sache fühlte sich aber trotzdem nicht wie Business an, sondern höchstens wie Beziehungsarbeit. Mithilfe von vielen Farben, Bier und Musik visualisierten wir dann unseren Lebensentwurf. Bei uns entstand als Familienbild ein hippiemässiges Schiff. Es sah aus wie eine Arche Noah, gezeichnet von einem Kindergartenkind auf LSD. Ich linste zu den anderen Paaren und sah: eine Palme am Strand und eine sehr bunte Eule.

Es ist eben jede Familie anders. Oder wie Philipp Rufer sagt: «Jede Familie hat ihre eigene Familienkultur.» Er selbst hat für seine Familie einen Baum als Bild gewählt. Die Werte bilden die Wurzeln, die Äste die verschiedenen Lebensbereiche. Wo ein neues Ziel auftaucht oder sich etwas verändern soll, wächst ein hellgrünes Blättchen.

Am besten gefiel mir die Übung, in der wir Lebensträume aufgeschrieben haben. Nicht die eigenen, sondern die des Partners. Es war erstaunlich, was da alles zum Vorschein kam. Spannendes, Rührendes und auch Lustiges. Eben wirklich wie im Kino.

Man muss natürlich keinen Workshop besuchen, um als Familie gut unterwegs zu sein. Aber schaden tut es bestimmt auch nicht. Um ein bisschen businessmässig zu schliessen, hier meine drei Learnings.

  1. Wir haben zwar als Paar Schwächen, aber die Stärken überwiegen bei weitem.
  2. Es ist wichtig, dass man die Träume seines Partners kennt. Und die eigenen Wünsche mitteilt. Also sofort das Smartphone weglegen und reden, reden, reden.
  3. Wir können echt schlecht zeichnen. Aber das macht nichts (siehe Punkt 1).

Lesen Sie auch den ersten Teil von Nadia Meiers Workshopbesuch: «Businessplan für Familien?».

*****

pushDie neusten Mamablog-Beiträge können Sie sich auch aufs Handy pushen lassen. So einfach gehts: Die App des «Tages-Anzeigers» aufs Smartphone laden, «Einstellungen/Allgemein» anwählen, danach «Push» und «Mamablog» – fertig. Die App finden Sie im App Store (Apple) oder im Play Store (Android).

44 Kommentare zu «Was ich im Familienworkshop lernte»

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Lustiger Workshop, aber was bringt so etwas, wenn man in totaler Harmonie lebt?

    Wenn wir nicht so wenig Freizeit hätten, würde ich das ausprobieren.

    • 13 sagt:

      Vielleicht sehr viel. Mir sind grundsätzlich Paare, die in völliger Harmonie leben etwas suspekt. Ich werde jeweils einfach das Gefühl nicht los, dass sie sich nur hüten, unter der Oberfläche zu kratzen. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu emotional und impulsiv, um mir vorzustellen, dass eine Beziehung ohne Streit funktioniert.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Mein ganzes Leben erlebte ich Streit innerhalb meiner Familie und später in der Beziehung zu meinem Ex und ich hasste es. Wenn ich reklamierte wurde ich immer darauf hingewiesen, dass dies normal ist. Ich bin sehr emotional, aber wenn das ganze Leben nur aus Tränen und Streit besteht………?

        Ich bin jetzt 2 Jahre mit meinem Partner zusammen, davon schon 15 Monate im selben Haushalt und noch nie gab es ein lautes Wort. Wir sind uns fast immer einig und wenn nicht, dann darf jeder seinen Standpunkt vetreten. Auch innerhalb seiner Familie mit 5 Kindern gibt es keinen Streit und meine Schwiegereltern sind ein Traum, obwohl sie nur 25 Meter von uns entfernt wohnen.

        Ich bin selber sehr hibbelig und nervös, dachte immer, ich brauche einen Partner, der mir ähnlich ist.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        In meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die mir diese Harmonie nicht gönnen bzw dieser suspekt gegenüber stehen und komischerweise leben diese alle ohne Ausnahme in Beziehungen, wo Streit und anschreien alltäglich ist und als normal empfunden wird oder sind gerade in Scheidung. So frage ich mich, wie Ihre Aussage zu deuten ist, Ihre eigene Beziehung betreffend. Ich jedenfalls würde das nucht mehr dulden und auch meinen Kindern nie mehr zumuten.

        Ja, meine Vergangenheit hat mich misstrauisch gemacht und ich suche nach dem Haken bei meinem Partner, aber ich finde keinen und wenn sich das gewisse Personen noch so wünschen.

  • Katharina sagt:

    Naja, eigentlich gäbe es schon einiges über die Beraterindustrie zu lästern. Und deren berüchtigte Powerpoint Präsentationen.

    Und systemisches Coaching, wird bei missionskritischen Projekten oft angewandt. Teure Sache, 5 stellige Summen für eine Woche. SWOT Quadranten Schemas sind oft auch misleading.

    Aber ein zwei Abende in einer solchen Veranstaltung mit Leuten sich strukturiert austauschen, mit denen man sonst nichts oder wenig zu tun hat, warum nicht? Drei Augen sehen mehr als das mit sich selbst beschäftigte und auf oft auf fixen kognitiven Mustern fahrende halbblinde Paar.

  • Alpöhi sagt:

    Jetzt mal ernsthaft: Bin ich eigentlich der Einzige, der den Ton hier generell eher „gehässig“ findet? Auch im Vergleich zu anderen anonymen Internet-Tummel- und Tumult-Gemeinschaften?

    Und nein, damit meine ich nicht die „Forenpolizei“, obschon die nervig ist.

    • Ka sagt:

      nein, sie haben schon recht Alpöhi, muss am Vollmond liegen, oder an den nicht so gehaltvollen Beiträgen in letzter Zeit???

      • Carolina sagt:

        Ka: eigentlich kann man aus jedem Beitrag hier einen Gehalt ziehen – man muss sich ja nicht strikt an die gegebenen Vorlagen halten. Und gerade in letzter Zeit hat es ab und zu durchaus lebhafte Diskussionen gegeben. Es besteht immer auch die Möglichkeit, es sein zu lassen – aber sich über die angeblichen ‚Gehässigkeiten‘ zu beklagen, gleichzeitig aber selber herablassend alle, die die ‚Coaching-Industrie‘ füttern, implizit als Deppen hinzustellen (wenn man doch ein schönes Wanderwochenende verbringen könnte…..!) – finde ich nicht gerade diskussionsfördernd.

      • Ka sagt:

        ja, da haben sie schon recht Carolina, und ich fühle mich ertappt :(, aber sie sind nun auch in dieselbe Falle getappt. Ich hatte nicht beabsichtigt, alle als Deppen hinzustellen, meine Aussage war: jedem das seine! Für mich persönlich ist es das Wandern, könnte aber auch Tanzen oder Segeln oder…. sein. Es geht doch im Prinzip aber immer ums Reden miteinander, und um das wirkliche intensive Zuhören. Gerade das geschieht hier in den Kommentaren aber gerade nicht, war oft auch schon anders. Im Moment scheinen alle von ihren Lösungen, Meinungen so überzeugt, dass kein Zuhören geschieht. Da nehme ich mich nicht davon aus! Danke des Hinweises

    • Carolina sagt:

      Wer ist denn die Forenpolizei?

    • Sportpapi sagt:

      „Jetzt mal ernsthaft: Bin ich eigentlich der Einzige, der den Ton hier generell eher „gehässig“ findet?“
      Fällt mit nicht so auf. Allerdings gibt es Themen, bei denen weniger diskutiert und mehr gepredigt wird. Und dann kann es schon mal intensiver werden, wenn andere das anders sehen.

  • Sven Örensohn sagt:

    Wenn man solche Kurse wirklich braucht, läuft dann nicht etwas falsch?

    • Reincarnation of XY sagt:

      Sven man braucht nur 2 Dinge im Leben:
      Nahrung und Bedeckung

      Dann gibt es aber Menschen, die tun Dinge, die sie nicht unbedingt brauchen.
      Einige gehen in die Sauna, andere in den Wald Joggen, andere ins Kino und andere besuchen halt so einen Workshop und sagen dann, das hat uns jetzt noch mehr gebracht als ins Kino zu gehen.

      Und dann gibt es noch diejenigen, die so verunsichert sind durch Menschen, die etwas anderes tun als sie selbst, dass sie das sofort schlecht machen müssen.

      • Sven Örensohn sagt:

        Wer als Erwachsener solche Kurse braucht ist wohl unsicher.

      • Brunhild Steiner sagt:

        … im Gegenteil, genug in sich selbst sicher dass es für ihn kein fürchterlicher Gesichtsverlust darstellt sich auch in Beziehungsfragen- und nicht nur fürs Auto, Garten, und Informatikkram- Hilfe zu suchen wenn er alleine nicht weiterkommt, die zündende Idee nicht anspringt, die Lösung weit weg scheint… .

        Haben Sie erlebt wie sich so ein Kursbesuch negativ ausgewirkt hat dass Sie zu dieser Einschätzung gelangen?
        Und was wäre Ihre Idee um die Trennungs-/Scheidungsraten abzufedern, für besseres Gelingen von Partnerschaften/Familien zu sorgen?
        So ein dermassen gesellschaftszersetzendes Vorhaben scheint mir das nicht zu sein, im Gegenteil; eher interessant wenn man dagegen schiesst… .

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sven Örensohn

      falsch läuft es eher wenn man davon ausgeht das lässt sich alles problemlos von alleine schaukeln.
      Nicht alle haben das Glück selbst als Kind in einer gut funktionierenden Familiengemeinschaft aufgewachsen zu sein und fähig, die vorgelebten Selbstverständlichkeiten ins eigene Leben übersetzt haben; oder diese Fertigkeiten „aus dem Nichts“ selbst erlernt zu haben.

  • Dreifachpapi sagt:

    Ich finde den Beitrag konstruktiv und animierend. Damit hebt er sich wohltuend von den vielen provokativen Schuldzuweisungs und ach-mein-böser-Partner-macht-nicht-was-ich-will Texten ab. Die Aussage „Hinter jeder Missstimmung steckt ein Missverständnis“ kommt dem, was in Partnerschaften abläuft viel näher. In dem Frau Meier beschreibt, wie in einem Paarworkshop vorgegangen wird, generiert Sie zwar keine grosse kontroverse Bloggerwelle, dafür bietet sie Einsicht wie Paare präventiv an einer guten Beziehung arbeiten können. Bravo.

  • Christoph Mathis sagt:

    Ich denke auch, dass die Ergebnisse des Workshops sehr dürftig waren. Fällt eher in die Rubrik „Freizeitgestaltung“.
    Und was war eigentlich das Motiv, den Workshop zu besuchen? Damit man ein Thema für den Blog hat?

  • Anh Toàn sagt:

    „Familienworkshop“ aber ohne Kinder? Haben denn die keine Wünsche und Ziele, Stärken und Schwächen, gibt es keine Missverständnisse, die zu Konflikten führen? Oft steht hier „Familie“ aber teilgenommen am workshop haben Paare, keine Familien.

    • Ka sagt:

      habe ich mich auch gefragt, und weshalb nimmt man als Paar ohne Kinder an einem Familienworkshop teil? Das ist wohl eher für Paare gedacht. Ich persönlich ziehe ein Wanderweekend nur mit meinem Mann solchen Kursen vor, was bringt mir das Wissen über die Schwächen anderer Paare? „Misstimmung entsteht durch Missverständnis“, na ja, keine allzu grosse Erkenntnis. Aber jedem das seine, die Coaching-Industrie ist dankbar. Schlussendlich geht es immer um echte Empathie und offenes Interesse an seinem Nächsten.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ja, jetzt melden sich die Lästerer.
    Die, die das selbst natürlich auch könnten.
    Und natürlich ML, der letzthin drolligerweise behauptet hat, dass sein eigenes Eheleben exakt nach der (einzig wahren!) (wissenschaftlichen?) Tatsache über Sex und Liebe gestaltet worden ist: Man bleibt zusammen zur Kinderaufzucht und dann ist Schluss, weil es (wissenschaftlich?) erwiesen ist, dass es danach einfach nichts geben kann.

    Natürlich kann man an solchen Veranstaltungen rummäkeln, aber es würde vielen Familien guttun, wenn sie sich gemeinsam mit Drittpersonen mit solchen wichtigen Themen auseinandersetzen würden.
    Glückwunsch Frau Meier. Ich wünsche Ihnen, dass ihr Schiff erfolgreich durch die See steuern.

    • Jänu sagt:

      Was ist eigentlich Ihre Aufgabe? Sind Sie Aufseher*in über die Foren? Von Ihnen lese ich oft persönliche Angriffe auf andere Forenteilnehmer. Sie fühlen sich bemüssigt, die Autoren in Schutz zu nehmen, egal, wie berechtigt die Kritik anderer ist. Lassen Sie doch ML in Ruhe und tragen Sie selber etwas zum Thema bei ausser Glückwünsche und Ehrerbietungen.

    • Carolina sagt:

      RoXy: Das sehe ich ähnlich wie Sie, auch wenn ich hin und wieder selber beklage, dass die Coaching- und Beratungsindustrie das gute alte Reden abgelöst zu haben scheint. Aber seien wir ehrlich: war es in früheren Zeiten so viel besser? Haben unsere Eltern oder wir, als wir jünger waren, die Kunst der Kommunikation, das Sich-Einlassen auf jemanden auf jeder Ebene wirklich beherrscht? Ist wohl eher ein klares Nein! Und deshalb finde ich es eigentlich sehr schön, dass viele Menschen heute diesen Hilfsangeboten (und mehr ist Coaching jeder Art nicht) aufgeschlossener gegenüber stehen. Muss nicht jeder machen, muss man aber auch nicht lächerlich machen und sich überheblich wie ML äussern.

      • Reincarnation of XY sagt:

        genau so ist es doch, Carolina
        genau so
        Man kann sich über das Coaching ärgern und da es von Menschen ausgeübt und „gebucht“ wird, wird man auch immer wieder genug finden, dass man kritisieren kann.
        Aber echt jetzt, es ist einfach viel besser, wenn man sich angewöhnt zu reflektieren und kommunizieren. Und wer einmal so ein Coaching besucht hat, entwickelt vielleicht eine Antenne dafür.
        Und sie haben schon recht, ob früher solche Freunde gab, die den Therapeuten/Coach ersetzten ist sehr zweifelhaft. Das einzige Pendant war der Priester/Beichtvater und ob der mehr Gutes bewirkt hat, darf ernsthaft bezweifelt werden. (Und bezahlen musste man den auch ML, gell!)

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Priester gehört in definitiv in den Bereich der Daseinsfürsorge und er wird leistungsabhängig bezahlt. So wie der Polizist, der Richter, der Lehrer, alles anständige Berufe.

        Aber die private Kindereinrichtung, das private Altersheim, der private Berater/ Coach, der Pharmakonzern, das ist alles Kommerz jenseits der Anständigkeit. Tendenziell muss das alles weg und das schaffen wir, wie man neudeutsch sagt.

      • Anh Toàn sagt:

        @Carolina und RoXY

        „Und wer einmal so ein Coaching besucht hat, entwickelt vielleicht eine Antenne dafür.“

        Der Satz von RoXY fasst für mich Eure Sicht zusammen, entsprechend der Coaching Industrie. Ich denke, die Antenne entsteht aus der Wertschätzung des Gegenübers, als Partner. Aus dem Bedürfnis, ihn zu verstehen, zu kennen. In Kursen lernt man, so tun als ob. Im Kurs beschäftigt man sich mit dem Kurs, das lenkt ab vom Partner, die Partnerschaft würde mehr gewinnen, wenn man mit dem Partner mal redet, ohne TV, Blogs, mails oder sich Zeit nimmt für guten Sex.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – entschuldigen Sie, ich habe ihre Aussagen vermischt. Da es hier um Ehe/Familie geht, bezog ich mich auf ihre steten Wiederholungen, dass ihr eigenes Modell, das einzig richtige sein kann. … dort geben sie ihrer Meinung immer diesen absolutistischen Ausdruck, mit dem Hinweis, dass es ja ERWIESEN ist, dass langfristig Liebe und Sex….

        Hier haben sie einfach wieder mal gesagt, dass alles was Privat ist, per se schlecht ist. Ganz egal, ob Menschen glücklicher sind oder ihnen besser geholfen wird, als von den „anständigen Priestern“ Und ganz egal ob nun so die finanzielle Transparenz sogar höher ist. Schön, dass sie wenigstens hier nicht der Meinung sind, dies sei lediglich ihre Überzeugung und nicht einzige Wahrheit.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Anh toin – für sie gibt es offenbar nur schwarz und weiss. Sowohl Carolina, wie ich haben das ganze auch relativiert. Aber bei ihnen ist es so: da gibt es diejenigen die echte Beziehungen leben – und dort solche die Kurse besuchen und so tun als ob.
        Alles was Sie über Beziehungen sagen ist gut und richtig. Und ich lebe das – (evt. mehr als Sie, immerhin ist meine Wertschätzung so gross, dass meine Frau immer noch meine Frau ist).
        Aber warum sollten solche Kurse nun ein Gegensatz sein? Warum sollte man da nur lernen „so tun als ob?“. Wie kommen Sie auf diese Idee?
        Ich war nie in einem Familien-Seminar. Habe aber schon sonst Seminare besucht und die waren immer Gedankenanstoss, eine Chance sich weiterzuentwickeln. Nicht mehr und nicht weniger.

      • Carolina sagt:

        Jänu: kleiner Namenswechsel?

      • Anh Toàn sagt:

        @RoXY „Wie kommen Sie auf diese Idee?“

        Meine Erfahrungen in Kursen für kundenorientiertes Verhalten, mitarbeiterorientierte Führung und meine Erfahrungen mit Leuten, die in solchen Kursen erlerntes Verhalten versuchten umzusetzen, brachte mich auf die Idee, dass man da lernt, zu tun als ob.

        P.s: Alles was ich sage ist „gut und richtig“, sonst würde ich es ja nicht sagen. Selbstverständlich ist jeder frei, etwas anderes für „gut und richtig“ zu befinden, oder halt ein bisschen richtig und gut, wenn nicht zu viel davon oder so. Ich halte mich nicht für wichtig genug zu äussern, dass ich zu was auch immer keine Meinung habe.

    • Muttis Liebling sagt:

      Was hat meine grundsätzliche Ablehnung kommerzieller Angebote im Bereich der Daseinsfürsorge, welche ich ja auch gegenüber der Pharmabranche äussere (und zwar in den Fachzeitschriften) mit Wissenschaftlichkeit oder Überheblichkeit zu tun.

      Ich möchte einfach alle diese Angebote ausschliessen, egal von wem, wofür, oder wogegen.

    • Alpöhi sagt:

      Ich finde, der Artikel regt inhaltlich durchaus zum Denken an: Was sind meine (unsere) Stärken / Schwächen / Chancen / Gefahren / Träume? Das finde ich gut.

      Das mit den Gefahren ist vielleicht am Schwierigsten. Mir half die Frage: „Was möchtest du nach dem Auszug der Kinder (bzw. auf dem Sterbebett) keinesfalls bereuen müssen?“

  • Stephan sagt:

    @ Mascha: Was haben Sie den für einen ach-so-tollen Beruf, der offenbar kein „Chabis“ ist? Schade, dass man andere Berufe so abkanzeln muss….

    @ Nadia Meier: Ich finde es gut und mutig, dass man als Paar mal so etwas wagt und ausprobiert. Coole Sache!

  • Muttis Liebling sagt:

    Natürlich schadet der Workshop allein dadurch, dass es ein kommerzielles Angebot ist.

  • Mascha sagt:

    Für diese drei Learnings hats nun einen Familenworkshop mit Herrn Rufer gebraucht? Ich habe meine Beruf verfehlt und sollte auch Coach / Lebensberater oder sonst irgendeinen Chabis praktizieren, bei dem ich Bäumli zeichnen lassen kann und noch Kohle dafür verlangen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Dann machen sie es doch Mascha.
      Dann machen sie doch.

    • Marco sagt:

      Mit dieser negativen Einstellung und Griesgrämigkeit hätten Sie wohl kaum die Voraussetzungen für diesen Beruf…. 😉

    • Carolina sagt:

      Ja, Mascha, und wenn ich in einer Kunstgalerie stehe und sehe, was da an der Wand hängt, sage ich auch immer: das hätte ich auch hingekriegt…….
      Frau Meier zeigt hier nicht nur, dass es diese Option gibt (sie aber nicht für jedermann richtig ist), sondern dass es auch immens hilft, wenn man mit einer Portion Humor durch den Alltag geht! Während man als miesepetrige und humorlose Mascha eher niemanden erreicht…….

      • Brunhild Steiner sagt:

        Carolina 🙂
        oder wenn ich in einer super-brillanter-Architekt-Schöpfung stehe, und gesunden Menschenverstand der an die eigentlichen Nutzer und deren echt-Leben-Bedürfnisse für die sein Werk ua auch gedacht gewesen wäre, schmerzlich vermisse…

  • Jänu sagt:

    Und jetzt?
    Der Text ist schon sehr einfach gehalten. Baum und Arche Noah. Die Erkenntnise aus dem Kurs sind schon sehr trivial. Als nächstes grünes Blättchen vielleicht doch besser eine Paartherapie.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.