Mit vollem Elan ins Patchwork-Desaster

Verwirrende Familienverhältnisse: Til Schweiger und Jasmin Gerat in «Kokowääh». (Warner Bros.)

Verwirrende Familienverhältnisse: Til Schweiger und Jasmin Gerat in «Kokowääh». (Warner Bros.)

Ich bin ein Mensch, der nach dem Motto lebt: Entweder ganz oder gar nicht. Auch wenn ich dieses Motto heute noch als durchaus valide bezeichnen würde, muss ich gestehen, dass ich auf die harte Tour lernen durfte, dass auch der Mittelweg eine wichtige Funktion übernimmt.

Aber zurück zum Anfang!

Vor vielen Jahren lernte ich einen sehr attraktiven und spannenden Mann kennen. Ich war hin und weg. Er hatte bereits drei Töchter, doch das kümmerte mich wenig. Die gehörten einfach zum Paket dazu, und ich habe mich mit voller Hingabe diesem Mann und seinen Kindern gewidmet. Jedes zweite Wochenende waren sie da, und ich habe Stunden damit verbracht, alles vorzubereiten. Platz in der Wohnung zu schaffen, einzurichten, einzukaufen, Programm zu planen. Minutiös, versteht sich. Sie waren Teil dieses spannenden Mannes, und ich wollte alles geben.

Die klare «Kontra Ex-Frau»-Position

Gab es Unstimmigkeiten mit der Mutter der Kinder, habe ich ihn natürlich in seiner Ansicht bestärkt und eine klare «Kontra Ex-Frau»-Position bezogen. Alles, was den Kindern vermeintlich fehlte, wollte ich besser machen, und sei es nur, damit nie das Gefühl aufkommen würde, dass die Kinder zu kurz kämen.

Wir sind 200 Meter neben der Wohnung der Kinder eingezogen, damit sie den Papa nicht vermissen müssen. Ferien wurden ab da selbstverständlich immer mit Kindern gemacht. Und natürlich hatte ich eine klare Erziehungsvorstellung, die sofort in die Tat umgesetzt wurde. Schliesslich wollte ich auch noch Kinder, und da mussten die Regeln von Anfang an klar und gleich sein!

Hatte ich erwähnt, dass ich autoritär erzogen wurde? Das Wort eines Erwachsenen gilt, und sei es noch so leise ausgesprochen. Konsequenzen bei Nichtachtung wurden angesagt und ohne Ausnahme durchgezogen. Waren wir eingeladen, kamen wir natürlich in Vollausstattung. Was andere in die Verzweiflung getrieben hätte, war für mich der Inbegriff der modernen Grossfamilie.

Hatte ich irgendetwas vergessen in diesem perfekten Szenario?

Eine winzige Sache vielleicht. Hätte ich eventuell in Betracht ziehen sollen, dass der Traummann und seine Kinder vielleicht andere Bedürfnisse hatten als die von mir angenommenen?

Und genau diese winzig kleine, vernachlässigte Sache hat mich, meine Beziehung, das Verhältnis zu den Mädchen meines Mannes und auch meine eigene Mutterrolle für meinen Sohn ans Limit gebracht. Die Erwartungen an mich, und auch an die anderen, habe ich selber immer höher geschraubt. Mit meinem überengagierten Ansatz habe ich meinen Mann in eine Zwangslage gebracht, denn er hatte ja gar nicht mehr die Chance, etwas richtig zu machen. Das galt natürlich auch für die Mädchen. Und wenn ich nach meinem Arbeitstag meinen Sohn aus der Tagesschule geholt habe, war ich so erschöpft, dass ich weder Geduld noch Freude hatte.

Bis ich einfach nicht mehr konnte

Das hört sich alles fast schon theatralisch an. Das Schlimme ist nur, es war wirklich so.

Der Wendepunkt kam, als ich realisierte, dass ich einfach nicht mehr konnte. Ich hatte mich so ausgepowert, dass ich mir eingestehen musste, dass es so nicht mehr weitergeht. Und ich habe das Beste gemacht, was man in dieser Situation tun kann: Ich habe mir professionelle Hilfe geholt.

Jetzt sind fast zwei Jahre vergangen, und ich habe noch nie so viel Freude am Leben gehabt wie jetzt. Mein Mann und ich gewinnen Stück für Stück unserer Paarbeziehung zurück. Die Mädchen werden nicht mehr von mir erzogen, denn dafür haben sie eine Mutter. Sie brauchen mich nicht in dieser Rolle. Das Spannende ist, dass sie jetzt von alleine zu mir kommen. Und meine Mutterrolle? Sie ist herrlich! Ich habe Geduld, auch wenn ich immer noch sehr konsequent bin. Und das Beste ist: Ich lache wieder mit meiner Familie!

Sich Zeit nehmen und Raum schaffen, für sich selbst und jedes involvierte Individuum, fünf gerade sein lassen und den Spass am Leben als höchste Priorität setzen, das ist nun mein Lebensmotto. Ich kann es nur empfehlen.

Dieser Text erschien zuerst auf Singlemitkind.ch

102 Kommentare zu «Mit vollem Elan ins Patchwork-Desaster»

  • Jänu sagt:

    Ich würde gerne wissen, ob die Frau freiwillig in die Psychotherapie gegangen ist oder ob der Mann gesagt hat, dass es so nicht weiter geht. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Mensch, der so von sich und seinen Handlungen und Idealen überzeugt ist, dass er alle anderen damit unterdrückt, von sich aus die Erkenntnis erlangt, dass er sich asozial verhält. – Denn als Gund gibt die Frau Erschöpfung an und nicht Beziehungsprobleme, obwohl dies ja offensichtlich ist. Es fehlt im ganzen Text auch nur ein Hinweis auf das Verhalten und die Reaktion des Partners. Auch Auslassungen sagen viel aus. Der Text ist in meinen Augen der Versuch einer Rechtfertigung. Und noch mehr: Man holt sich für das scheinbar mutige Verhalten auch noch den Applaus ab: schon wieder alles richtig gemacht!

  • Random Guy sagt:

    Selbstoffenbarungen von Narzissten, DER Klickgenerator im Mamablog.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Nun, die Geschichte macht auf mich den Eindruck, dass es das einzige Ziel war, die Stiefkinder der Mutter zu entreissen. Reines Machtgehabe und der Vater hält seinen Mund? Traurig.

  • extraterrestre sagt:

    ich denke, was die autorin beschreibt, ist (wenigstens für mich) nachvollziehbar. in der verliebtheitsphase ist man (frau) für so vieles bereit, und überfordert damit sich selbst manchmal, und manchmal auch andere. man will alles richtig machen, um das glück festzuhalten, und macht doch ohne bösen willen so vieles falsch. ich finde es mutig und es zeugt von gesunder selbstkritik, dass die frau professionelle hilfe in anspruch genommen hat, als sie merkte, dass gar nichts mehr (gut) geht. ein gutes beispiel, dass das leben manchmal ganz ungewollt aus den fugen geraten kann. und auch schön, dass der mann keinen rückzieher gemacht hat und mit der frau zusammen den neuen anfang gemacht hat. ich wünsche der autorin weiterhin viel lachen mit ihrer familie.

    • Alpöhi sagt:

      Zustimm. Es geht im Artikel um Überfordern von sich selber und derer, die mit einem wohnen.

      Das kann man auch in „erster Ehe“.
      Darum hat das mit Patchwork genau nichts zu tun. Der Begriff führt auf ein Nebengleis.

  • Susan sagt:

    Puh, Patchwork wäre nichts für mich. Ich hab meinen Mann und meine Kinder, und sollte der Mann mal weg sein, dann suche ich mir einen neuen Partner – aber keinen Ersatzvater. Entweder ist der Original-Vater noch verfügbar, oder ich manage das halt allein. Alles andere ist mir zu kompliziert.

    • Susan sagt:

      P.s. Das gleiche gilt auch umgekehrt. Die Ersatzmutterrolle würde ich nur unter sehr spezifischen Umständen in Erwägung ziehen, aber in 99% der Fälle, also da, wo die Original-Mutter noch lebt, sicher nicht.

      • dres sagt:

        Word, sehe ich auch so. Aber ich bleibe dabei: Der Typ liess sich ja offenbar gerne auf der Nase herumtanzen. Bei mir würde eine neue Partnerin nicht lange so ein pseudo-perfektionistisch-erzieherisches Gehabe an den Tag legen, bis sie zusammenbricht.

    • Sportpapi sagt:

      Der neue Partner müsste ja nicht Ersatzvater sein. Aber ohne erzieherische Rolle wird er vermutlich nur schlecht im gleichen Haushalt leben können, oder?

    • Christoph Bögli sagt:

      Wie genau würde sich denn der neue Partner und die Kinder vereinbaren lassen? Und was wenn der neue Partner seinerseits Kinder hätte? Patchwork heisst schliesslich nicht, dass jemand Ersatzvater/-mutter werden soll, sondern beschreibt ganz einfach eine Situation, in welcher Kinder (und damit zu einem gewissen Grad auch Ex-Partner) in eine neue Beziehung gebracht werden.

      In solchen Situationen muss man unweigerlich eine Form des Zusammenlebens finden. Der Partner und die Kinder lassen sich ja nicht dauerhaft separieren. Und sobald man teilweise unter einem Dach lebt muss der neue Partner ja fast zwangsweise als Erziehender und Vertrauensperson handeln (können) und alle sich entsprechend arrangieren.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ein Patchwork funktioniert nur dann, wenn man dieselben Vorstellungen von Werten und Regeln des Zusammenlebens hat. Umerziehen ist ein No Go. Bei meinem zukünftigen Mann hat es sofort harmoniert, auch mit meinen Buben, ansonsten hätte ich rs bleiben lassen und die Beziehung beendet.

      • Christoph Bögli sagt:

        Das sicher, aber das gilt ja nicht nur für Patchwork, sondern letztlich jede Partnerschaft oder Familie. Ohne ausreichende Überschneidung punkto Werte und Weltanschauung wird das immer schwierig..

  • Reincarnation of XY sagt:

    Was ist das für eine Welt, wo jemand ehrlich über seine Fehler und Schwächen schreibt, ohne jede Schuldzuweisungen an dritte und anderen Mut macht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, dafür sogar noch von den Kommentierenden zur Schnecke gemacht wird. Echt traurig.

    • Franz Vontobel sagt:

      Ach kommen sie, XY – jede/r, die/der hier schreibt wird von irgend einer Seite auf irgend eine Art „zur Schnecke gemacht“ – manchmal sogar von ihnen.

      Internet-Kommentierer sind ein Mob – wer sich vor sie hinstellt, der muss wissen, mit was er zu rechnen hat.

    • Sportpapi sagt:

      RoXY: Jetzt mal nicht übertreiben, bitte!

    • Widerspenstige sagt:

      Muss man das tatsächlich, Franzl?! Da bin ich dezidiert anderer Meinung, wollen wir als Gesellschaft nicht wieder in die Anarchie abdriften. Das finde ich eine ganz üble Charaktereigenschaft, Bloggende zur Schnecke zu machen und persönlich anzugreifen, statt sich mit dem beschriebenen Sachverhalt näher zu befassen. Diese Ablenkungsmanöver auf die Person zielend sind einfach nur unausgereifte Trotzreaktionen aus der pupertären Phase ins Erwachsenenleben mitgenommen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Wenn ich zur Schnecke gemacht werde für eine pointierte Meinung, eine Kritik ist das eine Sache, wobei ich über primitives Mob verhalten gleich denke wie WS. (Auch Sascha Lobo schrieb kürzlich darüber ). Aber hier hat jemand eben nur über seine Probleme geschrieben und wie er Hilfe bekam. Gegen so etwas Lästerattacken zu starten ist sogar unter Pubertätsniveau. Sorry

      • Franz Vontobel sagt:

        WS, sie sollten unterscheiden lernen zwischen „was ist“ und „was noch schön wäre, wenn es so wäre“…

        Suchen sie mir irgendeinen Blog heraus, bei dem nicht früher oder später auf den/die Bloggenden geschossen wird – durchaus auch von ihnen, btw.

      • Franz Vontobel sagt:

        XY, ich sage nicht, dass das in Ordnung ist – ich sage, dass es unausweichlich passiert, und zwar jedem und jeder, egal, was die geäusserte Meinung ist.

        Das ist weder gut noch schön, aber es ist so.

      • tina sagt:

        roxy: nunja, nachdem die probleme auf lustige art beschrieben wurden, endete die selbstdeklaration ja aber damit, dass nun wirklich alles perfekt ist, weil schliesslich therapiert.
        alle 2 wochen besuchsweekend nenne ich nunmal wirklich nicht patchwork

      • Widerspenstige sagt:

        Jetzt werden XY und ich angegangen, weil wir die Gastautorin in Schutz nehmen oder mindestens es schäbig finden, dass sie so attackiert wird und wie es passiert. Was um alles in der Welt ist heute für eine astrologische Konstellation im Marsjahr?

        Ich gebe mir echt Mühe, es nicht zu tun, Franz!

      • tina sagt:

        das ist der neumond. da wird man auf seine vergangenheit zurückgeworfen und jammert gern

      • Sportpapi sagt:

        Irgendwie stelle ich mir unter „zur Schnecke machen“ etwas anderes vor. Und unter primitivem Mob ebenfalls.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich wurde hier nicht angegangen WS, man hat mir widersprochen, das ist ok.

        SP – sie waren heute nicht der schlimmste, aber leider auch etwas in dieses Horn gestossen. Ich finds wirklich nicht nachvollziehbar, sorry.
        Viele Menschen sind froh, wenn sie so etwas lesen, es ermutigt sie vielleicht Hilfe zu suchen.
        Und wer schreibt schon von Problemen und sucht mal nicht die Schuld bei den anderen? Nein, da kann eine solche kritisiererei echt nicht mehr verstehen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ach ja und es ging mir mit meiner Aussage nicht um die Kritik an ihrer unsinnigen berufsliste. Sondern um den artikel selbst.

      • Franz Vontobel sagt:

        Nun, SP, sie dürfen sich unter „primitivem Mob“ auch vorstellen, was immer sie wollen – die Gedanken sind frei.
        Nicht so schön ist es allerdings zu insinuieren, ich hätte den „primitivem Mob“ im Zusammenhang mit den heutigen Kommentaren in die Runde geworfen…

        Ich schrob a) allgemein vom gemeinen Internet-Kommentierer und b) nur von „Mob“, gemäss Duden ein Synonym zu „Pöbel“.

      • Sportpapi sagt:

        Ich habe gar nichts „insinuiert“. Sondern Bezeichnungen aufgegriffen, die hier gefallen sind. Und die ich heute für masslos übertrieben halte.
        Dass Mob gleich Pöbel sein soll nehme ich zur Kenntnis, auch wenn es nicht meinem Sprachgefühl entspricht. „englisch mob, eigentlich = aufgewiegelte Volksmenge, gekürzt aus lateinisch mobile vulgus“

    • Susi sagt:

      Zum Thema „Kommentieren im Internet“ gibt es ein erwähnenswertes Buch von Arno Frank: „Meute mit Meinung“

      😀

  • Markus Baumann sagt:

    Marketingexpertin, Yoga-Therapeutin, Studentin, Mutter, Ehefrau und Stiefmutter: ein ambitioniertes Programm! Diese Frau muss mindestens 86 Stundentage haben. Mir fällt auf, wie heute viele Menschen eine ganze Liste von „Leistungsfeldern“ als „Verdienstorden“ vor sich her tragen. Alles tun, aber nichts in die Tiefe? Immerhin: Die Stiefmutter und Ehefrau scheint sie jetzt hingekriegt zu haben. Vorläufig. Ich hab selber vier Kinder allein gross gezogen und 100% gearbeitet. Ich weiss, wovon ich rede.

    • Widerspenstige sagt:

      Sie sind ein Hero, Markus Baumann, und gehören ins Guinessbuch der Rekorde! Sie haben auch vier Schwangerschaften mit entsprechendem Kräfteverschleiss des Körpers selber mitgemacht und alles in Perfektion gegeben! Wie alt waren denn diese vier Kinder und waren Töchter dabei, welche früh mit angepackt haben? Wer hat sie denn betreut während Ihrer 100% ausser Haus Tätigkeit?

      Die Gastautorin beschreibt ja anschaulich, wie sie diesen ‚MutterMarathonlauf‘ erlebt und wie sie ihn auf ein vernünftiges Mass durch fachliche Hilfe gebracht hat. Das nennt sich übrigens Psychohygiene.

      • Sportpapi sagt:

        WS, deine Antworten lassen wie immer tief blicken! Weshalb sollten nur Töchter früh anpacken? Wer betreut Kinder, wenn die Eltern arbeiten?
        Und nein, es geht heute nicht um den „Mutter/Marathonlauf“. Sondern um eine Frau, die alle zwei Wochen am Wochenende die Kinder ihres Mannes zu Gast hat. Keine grosse Geschichte eigentlich, sollte man meinen.

      • Widerspenstige sagt:

        Sportpaps, oha, meine Beiträge gehen in die Tiefe, wobei Deine Beiträge zum jeweiligen Thema an der Oberfläche kreisen. Das ist Erfahrungssache, wie weit man sich einfühlen kann, weisst Du. Im übrigen denke ich, dass Herr Baumann alt genug ist, um seine Meinung mir selber geben zu können – wenn er es denn will.

      • Sportpapi sagt:

        Oh ja, in die Tiefe. In sexistische Abgründe, wieder einmal.

    • maia sagt:

      @Widerspengstige: Warum sollen nur die Töchter angepackt haben? In der Regel packen doch Söhne und Töchter gleichermassen mit an! Oder habe ich da eine zu konservative Haltung? Früher war das auf jeden Fall so.

      • Franz Vontobel sagt:

        Sie missverstehen, maia. In der Welt von WS gibt es nur zwei Arten von Menschen: Frauen/Mädchen, die sich aufopfern und Männer/Knaben, die sich als Paschas bedienen lassen.

        Alles, was sie schreibt, müssen sie vor diesem Hintergrund interpretieren.

      • Widerspenstige sagt:

        maia, lassen Sie doch Markus Baumann das Wort ergreifen, damit das klarer ersichtlich wird. Wo Töchter in einem Haushalt sind, wird von ihnen eher Hausarbeit zugemutet als es von Söhnen gefordert wird. Das kann ich weit in meinem Umfeld ersehen und wird immer wieder erwähnt, wenn von jungen Männern in neuen Beziehungen die Rede ist. Das sind leider immer noch keine Einzelfälle, sondern gelebter Alltag und von Müttern so gelenkt – bewusst oder unbewusst sei dahingestellt.

      • maia sagt:

        @Widerspengstige: Ich kann nur sagen, seltsames Umfeld in dem Sie leben. Ich kenne das aus meinem eigenen gar nicht. Aber eben, ich bin nicht mehr die Jüngste und deshalb vielleicht etwas konservativ. Finde es aber sehr schade, wenn das in der heutigen Zeit tatsächlich so ist, wie sie beschreiben.

      • Sportpapi sagt:

        maia, ich glaube eher die WS ist nicht mehr die Jüngste. Schon zu meiner Jugend haben wir uns im Obli gewundert, dass die Jungs in vielen Belangen eher besser Bescheid wussten als die Mädchen. Und das hat kaum entscheidend geändert seither. Wenn, dann werden beide Geschlechter zunehmend weniger in den Haushalt eingebunden. Auch keine gute Entwicklung.

      • Lichtblau sagt:

        Vier Kinder allein aufgezogen und gleichzeitig 100 Pro auswärts gearbeitet? Selbstverständlich ist Markus Baumann ein „Hero“. Von mir erhält er jedenfalls grössten Respekt. Den würde man ja wohl auch jeder Mutter in derselben Situation zollen.

      • Sportpapi sagt:

        Richtig. Vor allem wenn er es noch geschafft haben sollte, dass die Kinder/Jugendlichen frühzeitig zu Hause angepackt haben sollten und so zu selbstständigen Menschen geworden sind.

    • Christoph Bögli sagt:

      Was ist daran ambitioniert? Die meisten dieser Punkte in der Selbstbeschreibung sind doch weitgehend leistungsfrei und benötigen je nach Ausprägung wenig bis gar keine Zeit. „Marketingexpertin“ oder „Yoga-Therapeutin“ etwa sind relativ nichtssagende, ungeschützte Begriffe, für die es reicht, mal irgendeinen Kurs absolviert zu haben. Praktizieren muss ja dafür ja nichts.
      Neu ist an sowas auch nicht, gerade öffentlich präsente Personen haben ja seit je her ihren Lebenslauf gerne in bunten Farben ausgeschmückt, gerade mit scheinbar wichtigen, aber tatsächlich weitgehend redundanten oder irrelevanten Tätigkeiten. Generell gilt da in der Geschäftswelt: je mehr wichtige Tätigkeiten jemand aufführt, desto weniger macht er/sie in Wahrheit.

  • Linus sagt:

    und schon wieder gerät die Autorin in dasselbe Muster.
    Manisch teilt sie der Welt mit, wie schön und aufregend die Welt nun ist. Wie reibungslos die Räder der Familie drehen. Und macht auch nicht Halt davor, den Menschen zu erklären, dass ihr System so gut funktioniert, dass sich doch alle anderen aufmachen sollen, diesen goldenen Weg auch zu beschreiten.

  • Vaterunser sagt:

    Die Stiefmutterrolle ist eine undankbare. Aber „jedes zweite Wochenende“ tönt jetzt nicht grad nach einer wahnsinnig grossen Herausforderung.

  • maia sagt:

    „…….brachten sie zum Blog-Schreiben. Daneben ist sie Marketingexpertin, Yoga-Therapeutin, Studentin, Mutter, Ehefrau und Stiefmutter.“ – wow!?!? wirklich jetzt! Ist es wirklich wichtig, jedes noch so kleine (Freizeit-)Vergnügen als „Beruf“ auszugeben?

    • Widerspenstige sagt:

      Sie ist eine Frau und darf solche totgeschwiegenen Care-Arbeiten ruhig erwähnen in so einem Blogleben. Es wird Zeit dazu.

      Bei einem Mann stänkert man ja auch nicht, wenn er seine Mitgliedschaften/Vorstand/Verein/Militärischer Grad XY auflistet.

      Massgebend ist aber immer noch, was auf einer Steuererklärung steht im kapitalistischen Land.

      Frage an maia: wieso kritisieren Sie hier vor allem Frauen in stoischer Regelmässigkeit?

      • Sportpapi sagt:

        Ich stelle mir gerade vor, wie sich ein Mann in der Lage beschreibt als Do it-Yourself-Spezialist, Fussballtrainer, Student, Vater, Ehemann und Stiefvater (und von mir aus noch Korporal…).
        Und in beiden Fällen ist unklar, womit die Person eigentlich ihr Geld verdient.
        Man sendet eine Botschaft aus, und sie kommt entsprechend an. Aber dürfen darf man alles.

      • Malena sagt:

        @Widerspenstige: Frauen dürfen doch auch andere Frauen kritisch betrachten, oder ist das für Sie ein Verrat an der Solidarität unter Frauen? Ich versuche auch, gerade in „meinem Team“ besonders genau und ohne Scheuklappen hinzuschauen und kritische Fragen zu stellen, sei es in meiner Firma, meinem Land, meinem Geschlecht, meiner sozialen Schicht und bei meinen politischen GesinnungsgenossInnen. Selbstkritik ist ausdrücklich erlaubt.

      • Sportpapi sagt:

        Abgesehen davon: „Marketingexpertin, Yoga-Therapeutin, Studentin, Mutter, Ehefrau und Stiefmutter.“ Da sehe ich noch keine Care-Arbeit darin versteckt, die beim Ehemann und Vater nicht auch auftaucht.

      • Widerspenstige sagt:

        Malena, falls es sich um konstruktive Kritik handelt, ist das selbstverständlich erlaubt. Wird aber leider zu oft mit Beleidigung auf ziemlich tiefem Niveau gesehen. Ich rege mich zB auf, wenn Aktivistinnen eine Diskussionsrunde massiv stören, weil die Podiumsteilnehmerinnen ihnen nicht in den Kram passen. So geschehen am Wochenende im Kaufleuten, als Alice Schwarzer und Saïda Keller-Messahli dazu eingeladen wurden, über Islam und Frauenrechte zu diskutieren. Ich war zum Glück nicht anwesend, sonst hätte ich für nichts garantieren können. Auch wenn meine Ansichten über Frauenrechte sich nicht immer decken, finde ich gerade dies ein Paradebeispiel von sexistischer Pöbelei gegen eigene Interessen. Da reibe nicht nur ich mir die Augen über soviel Unwissen/Undankbarkeit jenen gegenüber!

      • Jänu sagt:

        @WS: Sie machen es immer gleich: Sie wehren sich für andere gegen die von Ihnen so wahrgenommen Abwertungen, Anwürfe, ungerechte Kritik, etc. Aber Sie sind nicht ehrlich: Sie benutzen das als Waffe, als Mittel gegen andere Forenteilnehmer: Sie massregeln diese, unterstellen ihnen Niedertracht. Und wenn Sie eine gute Antwort erhalten, wie von Malena, dann lenken sie auf einen anderen Fall, der wie hier exemplarisch, nicht das Geringste mit dem momentanen Forum zu tun hat. Das ist dann Ihre Rechtfertigung, um weiter vom Leder gegen andere zu ziehen: Sie fordern Fairness, sind aber selber unfair in Ihrer künstlichen Empörung. Man könnte das auch einfach Mobbing nennen, was Sie betreiben. Das ist eklig!

    • Nina B. sagt:

      Und Cousine, Schwester, Tochter, Nachbarin, etc pp… Echt übertrieben!

    • maia sagt:

      @Widerspengstige: Das tun aber Männer in der Regel eben nur dann, wenn es auch wichtig ist. In meinem Bekanntenkreis gab es ein Paar, wo beide für ein politisches Amt kandidierten. Auf seiner Wahlwerbung stand: selbst. Malermeister; bei ihr: Angestellte im öffentlichen Dienst, Ehefrau, Mutter, Familienmanagerin, freiwillige Mitarbeit bei: x, y und z. Er arbeitete übrigens Teilzeit und erledigte dafür den ganzen Haushalt und alles was mit den Kinder zu tun hatte.

  • dres sagt:

    Was für ein Waschlappen muss dieser Mann sein… Diese Übung hätte ich dann rasch in eine andere Richtung gelenkt oder ganz gestoppt.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Jetzt meine ganz böse Gegenthese, weil Sie im Mann einen Waschlappen sehen wollen (liebe Autorin, bitte nicht ganz ernst nehmen): dieser Mann ist der Frau in die Falle gegangen! Was sie eigentlich wollte, war ein eigenes Kind mit ihm (er muss also seine Qualitäten haben)- sie tat nur so zuvorkommend, damit er mit ihr nochmsls ein Kind zeugt (nach 3 Kindern, würde ich als Mann so schnell such keines mehr wollen!). Als sie dann ihr Ziel errreicht hatte, kann man ja wieder einen Gang hetunterschalten…

      „Er hatte bereits drei Töchter, doch das kümmerte mich wenig. Die gehörten einfach zum Paket dazu, … Schliesslich wollte ich auch noch Kinder“

      • Hans Hintermeier sagt:

        Der Mann hat wahrscheinlich ihr zuliebe nochmals ein Kind gezeugt. Ich sehe nicht weshalb er ein Waschlappen ist.

  • Alpöhi sagt:

    Mit Patchwork hat der Artikel eigentlich nichst zu tun. Sondern damit, alles unter Kontrolle haben zu wollen und damit überfordert zu sein.

    Vom Perfektionismus wegzukommen auf ein „gesundes Mass“ ist schwierig. Ich lernte auch mit meinen Kindern und der riesigen Menge an Dingen, die da abgeht, dass alles was ich mich nicht drum kümmern muss, mich entlastet.

  • Mia sagt:

    @ Jänu
    Warum so herablassend und vernichtend? Jemand beschreibt ohne Beschönigung seine bzw. ihre Fehler und wie sie durch Selbsterkenntnis zu einer besseren Situation kam. Man könnte dies als Anstoss nehmen, sein eigenes Handeln zu hinterfragen (auch wenn man selbst in einer andern Situation steckt).
    Ich finde den Artikel mutig, ehrlich und gut!

    • Sportpapi sagt:

      Ich frage mich, warum jemand solche Artikel schreibt, einen passenden Blog betreibt, usw.
      War nicht gerade die Fixierung auf das Thema das Problem? Statt einfach Familie zu sein?

    • Jänu sagt:

      Welche Selbsterkenntnis? Ja, der Artikel ist mutig und ehrlich. Er zeigt ganz ehrlich die Selbstgerechtigkeit und die fehlende Einsicht, dass das Verhalten der Frau einfach eine Charakterfrage ist und nichts mit Erschöpfung zu tun hat. Die Erschöpfung ist nur Konsequenz. Ist der Artikel aber erschöpfend ehrlich? Ich glaube nicht, denn es fehlt der Teil, der die anderen betrifft. Es geht, wie vorher, der Frau nur um sich selber. Ich, ich, ich, mein, meine…
      Was aber fehlt ist Mitleid mit den Opfern, denen man Jahre lang das Leben zur Hölle gemacht hat. Die Kinder hat man in einen schweren Loyalitätskonflikt gebracht, den Mann ebenso. Hauptsache, die Frau ist jetzt glücklich.

  • Jänu sagt:

    Ist es nicht bezeichnend, wie Frauen sich so der Verantwortung für ihr eigenes Handeln entledigen? Es kann geschehen, was will, der Mann ist immer (zumindest mit) dafür verantwortlich. Die Frau hingegen hat nun den besten Weg gewählt. Aber statt einfach hinzustehen und zu sagen, dass man einen aggressiven Egoismus und eine totale Vereinnahmung betrieben hat, ist Frau erschöpft und wählt den besten Weg. Kein Wort der Selbstreflexion, dafür die Schuld den eigenen autoritären Eltern zuschieben. – Nein, der Text ist Zeugnis, wie ein Mensch anderen Menschen das Leben zur Hölle machen kann unter dem Vorwand, besonders fleissig und engagiert zu sein. Dem Mann kann man nur vorwerfen, nicht rechtzeitig zum Schutze seiner selbst, der Kinder und der Exfrau, das Weite gesucht zu haben.

    • Jänu sagt:

      war @ Brundhild gedacht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jänu

        ehm, Sie scheinen wirklich einen anderen Text gelesen zu haben als ich- was Sie da alles rauslesen, da kann Ihnen fabian grad knapp das Wasser reichen…

      • Jänu sagt:

        Texte sind zum Interpretieren da. Ich lese wenig Selbstkritik, aber sehr viel Situationsbeschrieb. Die winzig kleine Sache oder was zum Paket einfach dazu gehört wird an den Rand geschrieben, die eigene autoritäre Erziehung betont, konterkariert mit „nebenbei“. Es wird gleich eingangs festgelegt, dass ‚Entweder ganz oder gar nicht‘ weiter durchaus valide ist. Statt eines mea culpa in der Form: Ich war selbstbezogen, herrisch, intolerant, dominant, bestimmend, intrigierend (ja, das alles passt zum Text oder etwa nicht?) am Schluss dann der messianische Ratschlag: Folget mir, macht es so wie ich.
        Und schon wieder wurde ein Gewinn aus einer Situation gezogen! Ist das Reflexion?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Brunhilde Steiner

        Ich sehe das ähnlich wie Jänu. Die Schreiberin hat ihre ganze Energie darauf verwendet, sich Vater und Kinder passend zu machen. Nur ihre Vorstellungen waren wichtig und der Mann dumm oder faul genug den Mund aufzutun.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Tamar von Siebenthal

        bin noch immer überhaupt nicht überzeugt von dieser Sichtweise, ist es nicht wenigstens nachvollziehbar, dass eine Frau alles daran setzen will in den Augen ihres Traummannes möglichst keinen Anstoss zu geben, was den Umgang mit seinen Kindern betrifft? Aus lauter Angst ihn zu verlieren, nicht genug attraktiv zu sein?

        Und da sie sich offenbar nicht ausreichend selbst, samt ihrem Hintergrund/Herkunfstfamiliengepäck, reflektiert hat, ging der Schuss ziemlich nach hinten los- ABER, sie hat den Fehler bei SICH gesucht (und nicht den Mann in Therapie geschickt!!!), sie hat sich auch nicht verabschiedet, was ja sehr wohl auch eine Variante gewesen wäre!
        Nee, also da böswillige Absichten reinzulesen, ich staune immer noch… .

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Brunhilde Steiner

        Was ich lese ist gsnz klar: da sie ja noch eigene Kinder wollte, hat sie ihre Erziehungsvorstellungen in die Kinder ihres Traummannes reingepresst um bei ihren etwaigen eigenen Kindern eine Gleichheit zu erzielen. Ich aber bin der Meinung, dass Patchwork nur dann funktionieren kann, wenn beide Partner dieselben Vorstellungen von Regeln des Zusammenlebens haben und das war bei Frau Dessler eben nicht so.

        Ich jedenfalls hätte nie geduldet, dass ein neuer Mann meine Werte und Vorstellungen bez meiner Buben umkrempelt.

      • Sportpapi sagt:

        „Ich jedenfalls hätte nie geduldet, dass ein neuer Mann meine Werte und Vorstellungen bez. meiner Buben umkrempelt.“
        Hm. Aber wenn da ein neuer Mann bei Ihnen zu Hause einzieht, ist es völlig logisch, dass auch er etwas am Haushalt verändert. Und da er mit den Kindern zusammenlebt, wird er sie auch (mit-) erziehen.
        Aber ich habe letztens auch eine Mutter erlebt, die im Zweifelsfall den neuen Partner immer wieder darauf hingewiesen hat, dass sie allein bei ihren Kindern zu entscheiden hat (z.B. bezüglich Tischmanieren, usw.) – das wird vermutlich nicht lange gut gehen…

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi

        Wie immer besteht Ihr Sport daraus, mich absichtlich falsch zu verstehen.

        Ich muss meinen Mann nicht darauf hinweisen, weil wir in Kinderfragen dieselben Vorstellungen haben. Ausserdem, wenn meine 17 und 14 jährigen Kinder der Erziehung noch bedürfen würden, hätte ich wohl durchs Band versagt.

        Selbstverständlich darf mein Mann auf Regeln des Zusammenlebens hinweisen (Geschirr abräumen oä), wenn diese „vergessen“ gehen, aber um Manieren und Bettgehzeiten braucht man nicht zu diskutieren, dies habe ich meinen Kindern mit Vorleben beigebracht. Übrigens ohne Schläge, Klapse, Haare ziehen und mit wenig schimpfen oder Strafen, im Gegensatz zur Schlägerfraktion.

        Übrigens: meine Beziehung ist harmonisch, eifersüchtig?

      • Sportpapi sagt:

        Ich habe Sie kaum falsch verstanden. Freut mich für Sie, wenn Ihr neuer Partner mit Ihnen immer gleicher Meinung ist.
        Und nein, ich bin nicht eifersüchtig. Ich mag es Ihnen gönnen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Und Sie tun es schon wieder! Ich habe nirgens geschrieben, das wir IMMER einer Meinung sind, sondern dass wir dieselben Vorstellungen von einem funktionierendem und schönen Zusammenleben haben. Da muss nichts passend gemacht werden, weil es vom 1. Augenblick an passte. Mein Mann muss nicht umerzogen werden und ich hätte schlicht auch keine Lust mehr dazu. Wenn ich mich mit dem nächstbesten Halbschuh von der nächsten Ecke zufrieden gegeben hätte, hätte ich meinen „Alten“ behalten können und mir die Mühe von Scheidungskampf ersparen können, oder ich wäre nur ein paar Tage Single gewesen.

  • Jänu sagt:

    Alles bestimmen, alles kontrollieren, alles planen, kein Raum für andere und am Schluss noch „Opfer“ der Erschöpfung – aber kein Wort der Entschuldigung und des Mitleides gegenüber den wahren Opfern dieser Tyrannei. Da wurde eine gesamte andere andere Familie dominiert und die Ex-Frau dieses armen Mannes auch noch von den Kindern entfremdet (alles falsch Position). Das ist eben auch typisch Frau und sehr aggressiv. Ausgepowert? Ach was: Gegen die Wand gelaufen! Selbsterkenntnis war nicht der Grund, sondern Erschöpfung, die eigene Dominanz gegenüber der Mitwelt hoch zu halten.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jänu

      sind Sie sicher dass Sie den Artikel nicht sehr voreingenommen gelesen haben? Manchmal kommt die Bereitschaft zur Selbsterkenntnis eben erst wenn es nicht mehr geht;
      selbst da hätte man aber immer noch andere Szenarien zur Verfügung und die Autorin hat den besten Weg gewählt.
      Zumal nicht nur die Frau, sondern auch der Vater seinen Teil beigetragen hat; dass der Mann aus lauter Freude und Begeisterung über eine neue Partnerin Wichtiges übersehen hat, können Sie wohl schlecht nur ihr anlasten!

  • Brunhild Steiner sagt:

    Super!
    Ein Beitrag der mal die Seite des „es kann funktionieren/Fachhilfe in Anspruch nehmen kann zu konstruktiven Wendungen führen“ aufzeigt.
    Das macht Mut und ist sehr erfrischend.

    Interessieren würde mich, ob der Traummann denn auch immer seine Kinder mit dabeihaben wollte, oder er ganz froh gewesen wäre, mal nur mit Ihnen bspw an Einladungen/Ferien unterwegs zu sein?

    @fabian
    haben Sie’s bemerkt, kein einzig böses Wort über den Mann?…

    • Sportpapi sagt:

      Obwohl ein Wort zum Mann durchaus angebracht gewesen wäre. Hätte er sich mal klar geäussert, wäre die externe Beratung nämlich wohl nicht nötig gewesen.

      • Alpöhi sagt:

        Aufgrund der Beschreibung kann ich mir gut vorstellen, dass die Frau eine übergenaue Perfektionistin ist und der Mann das Gegenteil – lockeres Laissez-faire. Gegensätze ziehen sich an und faszinieren.
        Ist aber nur eine Annahme.

      • Martial sagt:

        Was Sie immer hinein interpretieren müssen ist unglaublich. Die Frau hat sich professionelle Hilfe geholt und es hat funktioniert. Oder lassen Sie sich in Versicherungsfragen, Autoreparatur, Schädlingsbekämpfung und unerklärlichen Schmerzen im Oberbauch auch nur von Ihrer Frau beraten?

      • Franz Vontobel sagt:

        Wahrscheinlich ist der Mann ein „konfliktunfähiger Freak“, meinen sie nicht, SP?

      • Sportpapi sagt:

        Ach Martial, Thema verfehlt. Das ist etwa so, wie wenn ich für regelmässiges Ölen der Fahrradkette wäre (Auto habe ich keines..), um damit eine aufwändige Reparatur zu vermeiden, und Sie würden mir vorwerfen, ich hätte etwas gegen Velomechs…
        @Vontobel: Wenn Sie das normal finden, bitte.

      • Franz Vontobel sagt:

        SP: Wenn ich was normal finde?

      • Sportpapi sagt:

        „Hätte ich eventuell in Betracht ziehen sollen, dass der Traummann und seine Kinder vielleicht andere Bedürfnisse hatten als die von mir angenommenen?“
        „Mit meinem überengagierten Ansatz habe ich meinen Mann in eine Zwangslage gebracht, denn er hatte ja gar nicht mehr die Chance, etwas richtig zu machen.“
        Er hätte schlicht und einfach mal ein klares Wort sagen können. Müssen!

      • Alpöhi sagt:

        Hat er ja vielleicht. Es ist einfach nicht erwähnt im Artikel.

      • Susi sagt:

        @SP: Sie schreibt nicht von „externer Beratung“, sondern von „professioneller Hilfe“. Tönt eigentlich eher nach Psychotherapie. Dabei geht es nicht darum, Ratschläge zu bekommen, sondern das eigene Verhalten bzw. die eigene Psychodynamik zu analysieren und aufgrund dieser Erkenntnis zu ändern. Dazu braucht es einen Profi, nicht den Ehepartner!

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich bin bei einer Psychotherapeutin aufgewachsen, ich weiss, wie das läuft.
        Ändert nichts daran, dass es hier um Paar- und Familienfragen geht, und dass diese angesprochene Psychodynamik andere Personen massiv beeinträchtigt, hier insbesondere den Ehemann. Folglich kann der auch mal korrigierend eingreifen und Grenzen abstecken.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ich bin bei einer Psychotherapeutin aufgewachsen, ich weiss, wie das läuft.

        Genau – kennt man eine Psychotherapeutin, kennt man alle (warum das aber dann bei den Turnlehrern nicht gelten soll, das wird wohl ihr Geheimnis bleiben…).

        Immer wieder verblüffend, wie sie aus den spärlichen Informationen aus einem subjektiven 50-Zeilen Text eine doch relativ komplexe Situation glasklar analysieren können, wissen, wer was falsch macht und wie die ganze Sache gelöst werden muss…

      • Sportpapi sagt:

        Vontobel, wären Sie Sohn eines Sportlehrers, würde ich auch davon ausgehen, dass Sie vom Sport und vor allem von den Aufgaben eines Sportlehrers eine Ahnung hätten. Und nein, dafür müssten Sie keine statistisch relevante Anzahl Sportlehrer als Eltern haben…
        Und ja, wir müssen mit den Informationen auskommen, die wir haben. Aber vielleicht haben Sie recht, und ich sollte mich an Ihr Vorbild halten und gar nie selber etwas kommentieren. Wäre mir allerdings etwas zu doof, immer nur sich in die Kommentare anderer zu verbeissen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, ich hatte Unterricht bei verschiedenen Turnlehrern, ich kenne deren Psychostruktur.

        Und ja, wir müssen mit den Informationen auskommen, die wir haben.
        Und was sie nicht haben, das erfinden sie dann halt dazu. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob dieses Vorgehen zu wesentlich wertvolleren Beiträgen führt, als meine „Kommentarkritik“.

      • Susi sagt:

        @SP: Ich habe auch nicht gesagt, der Partner solle sich zurückhalten. Nur, dass er nicht die Therapie ersetzen kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich gehe ja in meiner Fernbetrachtung nicht so weit, hier gleich Therapiebedarf zu sehen – da hätte ich ja dann noch mehr Ärger mit Blogpolizist Vontobel.

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha, SP, dass gerade sie mich „Blogpolizist“ nennen… entbehrt nicht einer gewissen Ironie. 😀

      • Sportpapi sagt:

        Hm, Vontobel, happert es mit der Selbstreflexion? Und „Naja, ich hatte Unterricht bei verschiedenen Turnlehrern, ich kenne deren Psychostruktur.“ Da bin ich ja mal gespannt. Klären Sie uns auf!

      • Franz Vontobel sagt:

        Vontobel, happert es mit der Selbstreflexion?
        Ach, kommen sie, SP, wir anerkennen doch alle, dass sie der inoffizielle Blogwart sind – nur schon, weil so viel Zeit im Blog verbringen wie sonst wohl niemand – sie wohnen ja quasi hier!

        Was alle „meine“ Turnlehrer verband: eine gute Portion Sadismus, Parteilichkeit sowie die Unfähigkeit, auch einmal verlieren zu können. – Durchs Band ziemlich unangenehme und unsympathische Gestalten.

  • Samichlous sagt:

    Auch wenn einem beim Lesen alle leid tun- schön, dass Sie den Mut gefunden haben darüber so ehrlich zu schreiben. Da sieht man einmal mehr, wie sehr die noch heute zu oft gelobte autoritäre Erziehung („eine Ohrfeige im richtigen Moment hilft“) schadet. Es schadet dem Kind und dem Umfeld, dass dieses autoritär ver/erzogene Kind und schon bald sich ebenso autoritär benehmende Mitglied der Gesellschaft ertragen muss.
    Toll, dass Sie den Weg aus dem Teufelkreis geschafft haben! Und zudem den Mut haben darüber zu berichten. Bitte weiter so. Danke und noch viele gelassene Familienjahre!

    • Brunhild Steiner sagt:

      Entschuldigung, aber die Hauptschwierigkeit lag da wohl eher im nicht-reden, denn Erziehungsunstimmigkeiten gibt es bei jedem Stil, und Konflikte darüber, resp ungleiche Ausgangslagen.
      Zum Desaster wirds dann, wenn man nicht gemeinsam über Muster, Prägungen, Werte und den gemeinsamen Weg austauscht- vermuten Sie tatsächlich bei allen wo’s genau auf diesem Gebiet hapert, sei eine „autoritäre“ Erziehung der Verursacher? Und das sei immer mit „Ohrfeigen“ verbunden? Die Autorin hat davon jedenfalls nichts gesagt.

      • Samichlous sagt:

        Die Autorin beschreibt sich als jemand, der gemäß dem elterlichen Vorbild, genauso autoritär mit ihrem Umfeld umgegangen ist. Ihr Wort galt, da würde keiner gefragt, was er davon hält. Da Gaby keine Chance zur Widerrede. Sie bestimmte autoritär. Außerdem auch typisch für autoritär und oft auf Erfolg getrimmte Kinder. Sie verlangen auch von sich selbst viel zu viel, so viel bis sie eines Tages zusammenklappen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Samichlous
        das klingt für mich so, als gäbe es bei anderen Erziehungsstilen keinerlei massive Probleme, und Erschöpfung/dekonstruktive Leistungsbereitschaft bis man zusammenklappt, würde nur „autoritär“ Erzogene treffen.
        Beides finde ich ziemlich an der Realität vorbeigezielt.
        Es ist ein Puzzleteil, ja, aber eben nur eines von einigen/vielen; und jemandes Schicksal nicht gleich besiegelt.

    • Sportpapi sagt:

      Mit antiautoritärer Beziehung hat das gerade gar nichts zu tun. Sondern mit einer Frau, die völlig überbordet, und die offenbar von ihrem Mann nicht gestoppt wurde/werden konnte.
      Jetzt ist sie irgendwie auf schmerzhafte Art zur Besinnung gekommen – durch Erschöpfung, fremde Ratschläge, die offenbar verinnerlicht wurden, nicht Einsicht! – und doch kann sie nun nicht einfach geniessen, was in der Familie passiert, sondern muss daraus einen Blog machen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Antiautoritäre Beziehung vs autoritäre Erziehung?
        Gefällt mir 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Der Schreibfehler? Aber in diesem Zusammenhang ist das doch wirklich unwesentlich.

      • 13 sagt:

        Ja. Auch wenn ich davon ausging, dass es nicht beabsichtigt war, finde ich es sehr zutreffend gesagt.
        Die Relevanz würde ich nicht ganz verneinen, wenn ich sie auch etwas anders interpretieren würde als Samichlous das tut: Oftmals sind es Anhänger des autoritären Erziehungsstils, die den Befürwortern des antiautoritären Beziehungsstils 😉 direkt oder unschwellig vorwerfen, nicht zu erziehen und das Bedürfnis haben, es nachzuholen, weil die Kinder ja sonst ganz sicher zu verzogenen Tyrannen werden, selbst dann, wenn man Kinder vor Augen hat, auf die das klarerweise nicht zutrifft. Habe diese Erfahrung auch selber öfters gemacht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Oftmals sind es Anhänger des autoritären Erziehungsstils, die den Befürwortern des antiautoritären Beziehungsstils direkt oder unschwellig vorwerfen, nicht zu erziehen und das Bedürfnis haben, es nachzuholen, weil die Kinder ja sonst ganz sicher zu verzogenen Tyrannen werden.“ Bis da einverstanden. „Selbst dann, wenn man Kinder vor Augen hat, auf die das klarerweise nicht zutrifft.“ Da gehe ich nicht mehr mit.
        Meine Erfahrung ist ja, dass Eltern mit antiautoritärem Erziehungsstil gerne die Augen davor verschliessen, wie ihre Kinder im Moment auftreten. Plötzlich ist z.B. der Lehrer schuld, dass sich das Kind in der Schule so daneben benimmt, dass die ganze Klasse gestört wird…

      • Sportpapi sagt:

        Aber noch einmal: Sich für die Familie aufopfern, äufwendig Wochenenden organisieren, die so gar nicht erwünscht sind, „alles geben“, um dem Mann zu gefallen, all das hat nichts mit Erziehungsstil zu tun.
        Dass autoritäre Erziehung anstrengender ist, als eine gleichwertige andere, die nicht „laissez-faire“ ist, glaube ich hingegen nicht. Im Gegenteil.

  • Ann sagt:

    Wir haben hier das totale Patchwork mit div. Grosseltern, Eltern, Kindern, Stiefkindern. Altersgruppe 2-87. Ja, es ist kompliziert, aber auch schön. Die Kinder haben das Alter 2, 6, 9, 13, 17. Uff.

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