Dinge, die ich als Mutter bereue

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Als Kind war es so viel einfacher, Abenteuer zu erleben. Foto: Mypurgatoryyears (iStock)

Nein, ich bereue nichts. Wäre auch sinnlos. Vorbei ist vorbei. Stimmt schon. Aber bedauern tue ich dennoch das eine oder andere.

Letzthin ist mir ein Artikel in die Hände gefallen beziehungsweise über den Bildschirm geflackert. Ein (sehr lesenswertes) philosophisches Loblied auf die Bedeutung der Natur für Kinder und das Bewahren ihrer ureigenen, naturgegebenen «Wildheit». Plötzlich habe ich mich wieder an meine längst vergessene kindliche Sehnsucht erinnert, Pippi Langstrumpf zu sein, oder die Rote Zora, ein Floss zu bauen und damit abzuhauen. Frei zu sein. Und mir ist wieder eingefallen, wie ich damals in unserer Wohnung sass und traurig war, dass wir nicht einmal einen Balkon hatten.

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Die rote Zora war eine Heldin vieler Mädchen (Filmausschnitt). Foto: PD

Von da war es nur ein gedanklicher Katzensprung zur Kindheit meiner eigenen Kinder, und ich habe ihre frühen Jahre hinterfragt wie schon lange nicht mehr. Zum Beispiel, dass auch sie in der Stadt aufgewachsen sind, ohne Balkon. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich hätte ihnen etwas vorenthalten, worauf sie eigentlich ein Recht gehabt hätten: Wildnis, Freiheit und Natur.

Als ich gerade knapp erwachsen war, hatte mein Vater endlich das Geld beisammen, um einen alten Bauernhof zu kaufen und war unsäglich enttäuscht, dass mein Bruder und ich uns einen Deut darum scherten. Seine Träume waren zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr die unseren. Im Gegenteil. Was bitte sollten wir mit einem Bauernhaus am Allerwertesten der Welt anfangen, wenn wir nur noch nach Zürich in den Ausgang wollten?

Doch dann kamen unsere Kinder und mein Vater baute den Enkeln kleine Häuschen aus alten Fenstern, liess sie auf Strohballen den Heubodenlift fahren und im Garten schlafen. Sie hatten ein Gärtchen mit Salat und Erdbeeren. So konnte mein Vater seinen Vatertraum doch noch leben und ich meinen Muttertraum.

Doch auch sonst gibt es offen gestanden Dinge, die ich bedaure:

Dass ich nicht öfter mit ihnen in die Natur gefahren bin. Oder in den Wald.

Dass ich nicht gerne Spiele spiele, egal welcher Art.

Dass ich Sport nicht ausstehen kann und darum mit den Kindern weder jemals Fussball gespielt noch sonst irgendetwas in der Art unternommen habe.

Dass ich sie nicht dazu angehalten habe, ein Instrument zu lernen.

Dass ich …

Wissen Sie was? Eigentlich ist es egal. Denn ich würde es vermutlich wieder so machen.

Also freue ich mich darüber, dass ich meinen Kindern dafür so viele Geschichten erzählt habe, mit ihnen gebastelt, rumgealbert und gebacken, sie geherzt, mit ihnen gelacht und ihnen immer alles verziehen habe, wenn auch manchmal erst nach ein paar Schimpfereien. Ich habe ihnen gezeigt, dass man nicht perfekt sein muss und ihnen immer gesagt, dass nun mal jede Mutter anders ist und jede ihre Stärken hat und man sich ja mehrere Mamis teilen kann. Mit der einen spielen alle Fussball oder Monopoly, bei der anderen basteln sie und bei der dritten dürfen sie vielleicht im Garten zelten oder werden von ihr göttlich bekocht.

Eine Mutter allein reicht vielleicht wirklich nicht aus, um ein Kind glücklich zu machen. Aber das ist auch gar nicht nötig. Was gibt es denn dann noch zu bedauern? Vielleicht nur die Zeit, die verrinnt.

59 Kommentare zu «Dinge, die ich als Mutter bereue»

  • déjà-vu sagt:

    erstaunlicherweise kommentiert hier kein ‚kind‘ wie es die jugendjahre erfahren hat. hier liest man von erfahrungen und rechtfertigungen aus erwachsenensicht. fragt doch die nachkommen, erst dann kann wirklich reflektiert werden. es gibt soviele unterschiedliche perspektiven.

  • Martin sagt:

    Wir hatten zwar einen Balkon und lebten in der Stadt, aber wir waren jeden Samstag in der Pfadi. Da ist man auch draussen, bei jedem Wetter. Es gibt auch für Stadtkinder die Möglichkeit im Freien zu sein, ohne dass man das alles mit den Eltern machen muss. Mir waren dafür die Spielplätze immer ein Graus. Etwas, wo ich nie hinging.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Als Vater war mir von Anbeginn an klar, dass ich nicht perfekt sein werde, dass mir Fehler passieren- und dass ich auch Einiges völlig verkehrt machen werde. Das hat mich sehr entspannt und ganz bewusst eine Familien gründen lassen. Zu hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen, bringt nichts, schon gar nicht im Zusammenhang mit den eigenen Kindern. Ich habe immer mein Bestes gegeben, aber das Beste war sicher nicht immer gut genug- henusode, Schwamm drüber: Die Kleine wächst mehr oder minder pfeifengerade, selbstbewusst und willenstark in die Welt hinein- und manchmal erkenne ich mich selbst in ihr: Was will man mehr?

  • Jerôme sagt:

    Also ich hab’s nie verstanden, wieso man als Kind unbedingt in Wald/Wiese/Natur sein muss, schon als Kind nicht. Ich bin in der Stadt aufgewachsen und hatte nie das Gefühl etwas vermisst zu haben. Klar, ich war auch ab und zu im Wald oder auf der Alp, aber in in der Stadt fand ich’s immer interessanter. Aber das ist, glaube ich mal, so eine Schweizer Eigenart.

    • Martin sagt:

      Tja, ich bin in der Stadt aufgewachsen und kann auch heute noch, mit den wenigsten dieser Stadt-Proleten etwas anfangen! Hässlich gekleidete Frauen mit Tattoos, Drogensüchtige, Verkehr, möchtegern Intellektuellen, Künstlern, Linksautonomen, langweilige Kleidergeschäfte und viele Stressköpfe, die alle „Kickboxen und so“ machen. Draussen ist es spannender, entspannter. Keine Polizei, die hinter jeder Ecke hockt und einem für jeden Mist ein Bussgeld aufdrückt. Schöne Landschaften, saubere Luft usw. Die Stadt ist wirklich nur zum Arbeiten, amüsieren und einkaufen gut.

  • Dreifachpapi sagt:

    Es gibt Mütter, welche zum „gate keeping“ neigen und glauben, nur sie alleine würden alles recht und richtig machen (eine Bekannte von mir). Solche Mütter enthalten ihren Kindern etwas sehr wichtiges vor, nähmlich die Erlebnisse mit dem Vater. Vielleicht würde es ihnen die Augen öffnen, wenn in diesem Blog zuerst von „Vätern“ die rede wäre, statt von „mehreren Mamis.“

    • Alexander der Kleine sagt:

      Das kommt – wie in so einem Kontext mehrheitlich – davon, wenn der Feminismus Emazipation mit Egoismus verwechsel.

  • Dreifachpapi sagt:

    Man kann nur das an die nächste Generation weitergeben, was man selber kann. Und noch besser: was man selber gerne tut. In dem Sinne stimm ich Frau Fischer voll zu, wenn Sie es wieder gleich machen würde. Dass keine Mutter alles abdecken kann versteht sich von selbst. Dafür ist die Welt zu vielfältig. Es reicht, sich dessen bewusst zu sein und den Kindern die Möglichkeit bieten, vom Wissen und Können anderer Bezugspersonen zu profitieren. Warum aber grad „weitere Mamis“ erwähnt werden, Väter aber unerwähnt bleiben, kann ich nicht nachvollziehen.

    • tina sagt:

      weil eben doch die meisten väter an den allermeisten tagen von morgens früh bis abends spät ausser haus sind und irgendeiner abstrakten brötchenarbeit mit mässiger begeisterung nachgehen. darum sinds immer noch mehr mütter, die kindern fussballspielen, brettspiele spielen, basteln oder bekochen und das zelten im garten erlauben. eine rein statistische gewichtung

      • Sportpapi sagt:

        Wenn es um das Erlauben geht, ok. Ich habe allerdings noch nicht so viele Mütter mit ihren Kindern Fussball spielen sehen. Das findet dann doch eher abends, am Wochenende mit den Vätern statt.

  • Dani sagt:

    Mütter haben eben auch unterschiedliche Charaktere. So hasst es die eine zu auf dem Spielplatz zu spielen, und die andere hasst es zu backen. Aber dafür hat jede Person andere Talente, und gibt diese an ihr Kind weiter. Dem Kind bleibt genügend Zeit, um Dinge die ihm dann später fehlen, selber für sich zu erleben. So ist das Leben. Eine Mutter die etwas HASST und es dann versucht zu machen, nur weil das alle Mütter auch denken machen zu müssen, könnten dem Kind eher die Freude an etwas rauben, weil die Mütter dann einfach genervt oder gelangweilt sind. Daher mein Aufruf: BLEIBT WIE IHR SEID! MACHT WAS EUCH GEFÄLLT! Ist ja schliesslich keine Checkliste, die das Kind bis alter 18 abgearbeitet haben muss. (Backen, Kochen, Lesen, Fangis Spielen, Fussball blablabla)

    • tststs sagt:

      Uuuund man trägt sicher zum Glücklichsein bei, indem man dem Kind indirekt vermittelt, dass es ganz normal und ok ist, nicht alle Dinge zu mögen/zu machen.

  • tststs sagt:

    Ich weiss, Frau Fischer hat das nicht gemeint, aber ich möchte doch hier ein bisschen Tüpflischi****:
    „Eine Mutter allein reicht vielleicht wirklich nicht aus, um ein Kind glücklich zu machen.“ Ja, und egal ob noch ein weiterer Mensch, oder 7 oder tausend oder 7 Mio. Glücklichsein kommt aus einem selber. Selbstverständlich kann mit anderen zusammen glücklich sein, aber das Glücklichsein von anderen abhängig zu machen, ist fatal. Resp. führt dann zu Kindern, die dauernd nur bespasst und beglückt werden wollen.
    Die Aufgabe der Eltern wäre also ultrakorrekterweise, den Kindern zu zeigen, wie man glücklich wird…

    • Muttis Liebling sagt:

      Muss man glücklich werden und wenn ja, an welcher Position rangiert dieses Ziel? 1 oder 101?

      • tststs sagt:

        Von „Müssen“ kann keine Rede sein, aber ich persönliche halte es da doch mit D. Adams: „I’d far rather be happy than right any day.“
        🙂

        Das Zitat geht übrigens noch weiter:
        „And are you?“
        „No. That’s where it all falls down of course.“
        😉

      • Franz Vontobel sagt:

        Nur sagt das nicht Adams, sondern seine Figur Slartibartfast… nicht ganz dasselbe.

      • tststs sagt:

        Hr. Vontobel, wird das jetzt ein Tüpflischi***wettbewerb?!? 😉

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, können sie natürlich so sehen… ich halte es jedoch für eine sehr kindliche Sichtweise, einen Autor mit seinen Figuren gleichzusetzen (fragen sie mal NL).

        Sie würden ja auch nicht sagen: „wie Bruno Ganz sagte: Morgen schon werden mich Millionen verfluchen! Aber das Schicksal wollte es nicht anders.“, oder? Oder doch?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @ML: „Glück ist im Lebensplan nicht enthalten.“, meinte Freud einmal zu Recht, wenn auch in einem enger gefassten Kontext.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tststs

      damit das Glücklichsein aus sich selbst kommen kann (worin ich mit Ihnen einig gehe) braucht es aber dringend- zumindest wäre es für die Bildung dieses Fundamentes, aus dem das Glück quasi selbstbestimmend gefördert werden, kann von grossem Vorteil-
      geschenktes Glück, im Idealfall als Duo.
      Was ja nicht (vorsicht vor den Umkehrschlüssen!) bedeutet dass es im Uno überhaupt nicht klappte, oder kein erweitertes zugeneigtes Umfeld bräuchte!

    • Sportpapi sagt:

      Hier geht es im Wesentlichen aber nicht um glücklich sein, sondern um Bedürfnisse, Wünsche stillen, die zum Glück beitragen.
      Und natürlich ist man vielleicht eher glücklich, wenn man sich von anderen getragen fühlt, als wenn man allein durchs Leben geht, Verantwortung für das eigene Glück hin oder her. Freunde kann man sich suchen, Eltern eher nicht.
      Und wenn es schon nicht Aufgabe der Eltern ist, für die Kinder da zu sein, ihnen ein glückliches Aufwachsen zu ermöglichen, dann sind sie sicher auch nicht die richtigen, dem Kind zu zeigen, wie man glücklich wird…

      • tststs sagt:

        „…dann sind sie sicher auch nicht die richtigen, dem Kind zu zeigen, wie man glücklich wird…“ Jup, das kann man sicher so sagen.

        Und: Doch, die von mir zitierte Stelle dreht sich ums Glücklichsein. Wobei ich ja schon eingangs geschrieben habe, dass meine weitere Auslegung sicher nicht die von der Autorin angedachte ist. Wahrscheinlich meint sie das, was Sie mit „Bedürfnisse stillen“ ansprechen (quasi das Fundament für Glücklichsein… obwohl, hoppla, kann man nur glücklich sein, wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind? Oder noch philosophischer: Was ist glücklich sein?)

      • Muttis Liebling sagt:

        Glück ist der Grad der prospektiven Übereinstimmung von Realität und Erwartungen. Auch wenn sich derzeit eine Art Wissenschaft ‚Ökonomie des Glücks‘ etablieren will, es bleibt, wie z.B. auch das Phänomen Stress, leicht manipulierbar.

        Glücklich werde ich leichter durch Zurückschrauben von Erwartungen, als durch Lebensrealisierungen. Darauf beruht das Phänomen der Altersmilde.

        Stress wird man analog besser los, durch Aufbau von Resilienz. Nicht durch Manipulation der Stressoren.

    • Martin sagt:

      Meine Meinung dazu: Wer glücklich sein will, der muss etwas finden, was ihn ausfüllt. Sei das der Beruf oder ein Hobby. Das macht glücklich. Natürlich gibt es auch immer Leute, die das zerstören wollen. Wer etwas gefunden hat, was ihm diese Zufriedenheit verschafft, der ist glücklich. So einfach.

  • so ist es... sagt:

    „Eine Mutter allein reicht vielleicht wirklich nicht aus, um ein Kind glücklich zu machen.“

    als verwitwete Mutter erlebe ich das jeden Tag…meine Kinder haben ihren Vater nicht mehr in der gewohnten Form, aber sie haben mehrere Väter, die Väter von befreundeten Kinder, einer fürs Skifahren, einer fürs Fussball, dann der von der Feuerwehr, mein Bruder, mein bester Freund, der beste Freund meines Mannes, etc…und alles sind Bezugspersonen die in einem anderen Bereich wichtig sind für meine Kinder und eine Form Vaterrolle einnehmen…und ich bin den Vätern unglaublich dankbar, dass Sie ihr Herz öffnen und meine Kinder an den kleinen Freuden teilhaben lassen…auch wenn es DEN Vater nicht ersetzen kann, füllt es ein Teil der Leere….DANKE – wir schätzen die Zeit mit Euch sehr!

    • Andi sagt:

      Zum Glück gibt es in der Schweiz nicht soviele Waisenkinder.
      Übringens, ein Psychologe sagte mal, dass für die meisten Kinder die Trennung der Eltern traumatischer sei, als der Tod eines Elternteils.
      Ich denke, dass Kinder vor allem konstante Bezugspersonen brauchen. Sicher, gute Freunde, enge Onkel und Tanten, Grosseltern, Lehrer sind wichtige Personen im Leben der Kinder – aber sie können den echten Papi nicht ersetzen. Schlimm finde ich, wenn eine Mutter den Kindern den fünften Papi vorstellt…

  • Muttis Liebling sagt:

    Philosophisch betrachtet existiert die Frage nicht: Jede Biographie ist eine verschwindend kleine Realisierung unendlicher vieler Möglichkeiten. Von groben Entgleisungen abgesehen, existiert kein Regelwerk, eine Variante der anderen vorzuziehen.

    Die Frage der Integration von Natur lässt sich auch erst beantworten, wenn wie uns darauf einigen, was darunter zu verstehen ist. Die Geschichte von Hänsel und Gretel liesse sich heute nicht mehr nachspielen. Die Wälder sind überschaubar und bewirtschaftet. Da gibt es statt Dickicht beschriftete Wanderwege und wenn man an einen Baum pinkelt, kommt der Förster.

    Meine Natur, die meiner Kinder war und ist die Stadt. Nicht jede Stadt und nicht jeder Teil.

    • Muttis Liebling sagt:

      Aber in den seit der Gründerzeit gewachsenen Viertel, unberührt noch von allen stadtplanerischen Bemühungen, kann man sich, im Gegensatz zum Wald, noch verlaufen.

  • 13 sagt:

    „Eine Mutter allein reicht vielleicht wirklich nicht aus, um ein Kind glücklich zu machen.“

    Nein, es braucht im Idealfall ein Elternpaar und daneben ein Dorf, auch wenn nun viele aufschreien werden. Dieses Dorf muss nicht die Hütte nebendran sein, sondern in unserem modernen Verständnis einfach weitere Menschen, die Beziehungen zum Kind aufbauen wie Geschwister, Grosseltern, Tanten/Onkel, Gotte/Götti, Freunde und Lehr-/Betreuungspersonen. Jeder bringt etwas anderes rein und die Vielfalt tut den Kindern gut. Dafür müssen die Eltern das aber zulassen und die „unser Kind, unsere Sache“-Attitüde etwas ablegen. Es würde nicht schaden.

  • Fabian sagt:

    Es gibt Frauen, die propagieren, dass das Kind keinen Vater brauche. Auch hier wurde diese Haltung in Beiträgen wiederhoIt gepriesen: Frauen, die willentlich ein Kind ohne Vater zeugen und grossziehen, wurden als feministische Vorkämpferinnen bejubelt.
    „Habe ich meinen Kindern etwas vorenthalten?“

    • Zufferey Marcel sagt:

      „Habe ich meinen Kindern etwas vorenthalten?“

      Nein, natürlich nicht: Sie (Drittperson) haben einfach Ihren Kinderwunsch erfüllt. Was das Kind dann daraus macht, ist ja sein Problem…

  • Flo sagt:

    Nein, ich bereue nichts. Wäre auch sinnlos. Vorbei ist vorbei. Stimmt schon. Aber bedauern tue ich dennoch das eine oder andere – genau so geht es mir. Aendern kann ich heute leider nichts mehr was ich „versäumt“ habe, aber daraus lernen und meine Konsequenzen ziehen sollte man schon. daz gehört für mich auch, seinen Kindern einzugestehen das man Fehler/falsche Entscheidungen gemacht hat/entschieden hat.
    Bei meinem Enkel sehe ich einiges was ich damals bei meinen Sohn als richtig empfunden habe, überdenkenswert ist. Aus damaliger Sicht und in der damaligen Zeit war es allerdings oft richtig und das relativiert viele „meiner Fehler“.

    • 13 sagt:

      „Bei meinem Enkel sehe ich einiges was ich damals bei meinen Sohn als richtig empfunden habe, überdenkenswert ist. Aus damaliger Sicht und in der damaligen Zeit war es allerdings oft richtig und das relativiert viele „meiner Fehler“.“

      Ich danke Ihnen von Herzen für diese Worte. Immer wieder bekomme ich im Umfeld Konflikte zwischen der Eltern- und der Grosselterngeneration, weil häufig die Tatsache, dass die heutigen Eltern anders erziehen als Angriff auf die Erziehung ihrer Eltern verstanden wird und zwar von beiden Seiten. Dabei tut einfach jede Generation das, was sie angesichts des Wissens und der Überzeugung als das Beste erachtet. Auch wenn dieses „Beste“ heute und vor 30 Jahren nicht das Gleiche ist.

      • Sportpapi sagt:

        Letztlich ist – in einem gewissen ethischen Rahmen – das Resultat entscheidend. Meine Mutter hat sich auch mal für das eine oder andere ihres Erziehungsstils entschuldigt, weil sie es bei uns so ganz anders sieht (was sie toll findet). Ich habe dann nachgefragt, ob sie denn der Meinung sei, ich oder mein Bruder seien schlecht herausgekommen… (und wie das bei meinen Kindern aussieht, werden wir ja erst noch sehen – ein Experiment mit ungewissem Ausgang)

      • 13 sagt:

        @ Sp
        „Letztlich ist – in einem gewissen ethischen Rahmen – das Resultat entscheidend.“

        Nein, nein und nochmals nein!
        Es geht nicht immer ums Resultat und erst recht ist die Kindheit nur so etwas wie eine Vorbereitung auf das Erwachsenenleben, also dafür da, dass man „gut herauskommt“. Ich kenne auch misshandelte Kinder aus denen tolle Menschen geworden sind, das rechtfertigt die Misshandlung überhaupt nicht. Und ich habe mal einen ganzen Nachmittag der Mutter eines Mörders und Vergewaltigers zugehört und kam zum Schluss, dass sie nichts falsch gemacht hat, auch wenn das Resultat furchtbar ist. Richtig ist der Umgang mit Kindern, wenn es den Beteiligten gut damit geht. In erster Linie den Kindern, aber auch den anderen. Dafür gibt es aber nicht nur eine Art und Weise.

      • 13 sagt:

        Auch ist der Ausgang Ihres Erziehungs-Experiment nicht ungewiss. Geht es Ihren Kindern gut? Sind sie glücklich? Sind Sie ein Teil der Gesellschaft, an dem sich auch andere erfreuen? Geht es Ihnen/Ihrer Frau in der Beziehung mit den Kindern gut? Dann ist das momentane Ergebnis bereits ersichtlich.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Eben, in einem gewissen ethischen Rahmen. Dazu gehört Misshandlung nicht. Ausserdem ist der Kehrschluss nicht erlaubt – nein, nicht jedes Kind, das schlecht herauskommt, wurde schlecht erzogen. Und nicht jedes Kind, das gut herauskommt, zwingend gut. Aber einen gewissen Zusammenhang gibt es hoffentlich. Ich halte Erziehung aber auf jeden Fall für eine rollende Planung. Eingreifen, wenn es ausufert, laufen lassen, wenn es läuft.
        Was ich aber nicht ausstehen kann sind Eltern, die noch grosse Erziehungsvorträge halten, wenn bereits offensichtlich ist, dass sie längst gescheitert sind, das Kind auf Abwegen. Und die (Nach-) Erziehung durch andere Instanzen, z.B. Schule, laufen muss.

      • Sportpapi sagt:

        Ausserdem bin ich nicht der Meinung, dass ich zwingend von aktuellen Wohlbefinden auf die Zukunft schliessen kann. Es geht allen Beteiligten auch gut, wenn man das Kind hütet und behütet und in Watte packt. Bis es dann auf eigenen Füssen stehen sollte.

      • tina sagt:

        ein kind kann aber im leben auch an anderen dingen scheitern, als an der erziehung seiner eltern. meine schwester und ich könnte man nicht unbedingt als gelungenes ergebnis bezeichnen, aber ich würde nicht behaupten, dass meine eltern daran schuld sind. wir wuchsen eben auch in einem umfeld auf und hatten unseren charakter. abgesehen davon laufen die dinge verdammt schnell aus dem ruder manchmal

      • Sportpapi sagt:

        Ja, Tina, Garantieren gibt es nie. Soll ich daraus nun schliessen, dass es gar nicht darauf ankommt, was und wie wir es tun? Was wir vorleben, was wir anstreben?

      • tina sagt:

        ja auch hier klappt der umkehrschluss halt nicht. natürlich ist es extrem wichtig, wie eltern sich verhalten, welches weltbild sie haben, natürlich hat das einfluss. aber trotz allem einfluss den eltern haben, ist es eben nicht der einzige, und darum kann man nicht vom ergebnis auf elternqualitäten rückschliessen

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ich bin mit vielen Brettspielen oder sonstigen Kartonverpackt-Spielen grossgeworden und hab das meiste davon für unsere übernehmen können (braucht ziemlich Platz das Zeug…)- allerdings war meine Lieblingsspielvariante: die Sachen sind im Angebot, aber ich nicht involviert, daher alles Verständnis meinerseits und Sie machten das mit Geschichtenerzählen um Welten wett, ich kann nicht mal das… .

    Allerdings: „Eine Mutter allein reicht vielleicht wirklich nicht aus,
    um ein Kind glücklich zu machen.“
    Ja logisch nicht, im Duo entsteht das Kind, warum sollten die Väter da so unbedeutend sein?

    • Tina sagt:

      Also werde ich als Alleinerziehnende mein Kind sowieso nicht glücklich machen können, da auch der Vater nicht present ist, ist das nicht unfair gegenüber uns Alleinerziehenden? Aber ich habe meine persönliche Meinung und darf mich nicht von solchen Aussagen beeinflussen lassen oder traurig werden, denn auch wenn ein Kind nur mit einem Elternteil aufwächst, kann es zufrieden sein. Die Natur ist gerecht, also kann auch jemand der Alleinerziehend ist, sein Kind glücklich machen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Tina

        der Artikel ist aus der Sicht einer Doppelerziehenden geschrieben und ich beziehe mich auf diese Konstellation, nicht immer funktionieren die Umkehrschlüsse und nicht immer sollten Umkehrschlüsse abgeleitet, resp dem Schreibenden unterstellt werden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/

        was Sie mit „Natur ist gerecht“ meinen würde mich allerdings interessieren, was genau meinen Sie damit?

      • Tina sagt:

        @BS: Ich meine damit, dass auch wenn eine Frau das Kind alleine grosszieht, es glücklich sein kann, es ist nicht „zwingend“ ein Vater nötig, sonst wären ja soviele Kinder unglücklich, nur weil sie keinen Vater haben. Umgekehrt gesehen gilt dasselbe. Es können auch andere Menschen ein Kind glücklich machen zum Glück, die nicht Blutverwandt sind. Das meine ich mit der Aussage, dass die Natur gerecht ist.

    • Tina sagt:

      Also werde ich als Alleinerziehnende mein Kind sowieso nicht glücklich machen können, da auch der Vater nicht present ist, ist das nicht unfair gegenüber uns Alleinerziehenden? Aber ich habe meine persönliche Meinung und darf mich nicht von solchen Aussagen beeinflussen lassen oder traurig werden, denn auch wenn ein Kind nur mit einem Elternteil aufwächst, kann es zufrieden sein. Die Natur ist gerecht, also kann auch jemand der Alleinerziehend ist, sein Kind glücklich machen. Seid doch bitte nicht so egoistisch und gefühlslos!

      • Tina sagt:

        Es ist wirklich so, dass wenn man Eltern wird, immer wieder und ständig kritisiert wird, alle anderen wissen es immer besser usw. Hauptzutat für das Grossziehen eines Kindes meiner Meinung nach: „Liebe!“. Liebe kann auch ein einzelner Mensch geben. Und wohlverstanden: Liebe ist nicht Materielles geben, sondern das Kind umarmen, knuddeln, küssen, die Liebe vorleben und geben! Das Materielle ist auch wichtig, aber nicht Lebenswichtig wie die unsichtbare Liebe, die man nicht kaufen kann!

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Natürlich können auch Alleinerziehende die Kinder glücklich machen. Das Ideal ist ein Elternpaar, aber wenn das aus welchem Grund auch immer nicht da ist, dann geht es auch anders. Die Frage ist trotzdem, reicht eine einzelne Person und das würde ich verneinen. Allerdings muss die zweite, dritte etc. Person nicht zwangsläufig der Vater sein, wie auch die erste nicht zwangsläufig die Mutter sein muss. Es gibt ein rund 8 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Da hoffe ich doch für jedes Kind, dass es mehr als eine Person hat, von der es geliebt wird.

      • tststs sagt:

        Natürlich, Tina, ein einziger liebender Mensch ist ausreichend!
        Es ist nämlich auch möglich, dass zwei Menschen (auch Mama und Papa) ein Kind wirklichwirklich unglücklich machen können!

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Vieles im Leben ist unfair. Aber wenn es so wäre, wie hier behauptet, liegt es ja nicht an Ihnen, sondern am Elternteil, das sich entzogen hat. Dass es schwieriger ist, dass dem Kind etwas fehlen kann, wenn ein Elternteil fehlt, ist aber auch meine Meinung.
        @tststs: Das ist nun nicht wirklich sachdienlich. Und hat nichts miteinander zu tun.

      • tststs sagt:

        Es sollte auch nicht einer Sache, sondern Tina dienen 😉

      • Sportpapi sagt:

        Ihr hilft die Erkenntnis, dass zwei Elternteile ein Kind auch unglücklich machen können? Ah ja.

      • tina sagt:

        darum gehts doch im text oben: einer allein reicht nicht. aber sogar im blogtext werden andere mütter erwähnt und nicht der vater. dein kind wird schon den einen oder anderen menschen kennenlernen 🙂

      • tina sagt:

        ah ähm. da ich auch im richtigen leben einen allerweltsnamen habe, habe ich kein problem damit, dass es hier eine Tina gibt. ich hoffe, sonst auch niemand

    • Muttis Liebling sagt:

      Die im MamaBlog gebastelte Mutter- Figur hat viel Freudianisches und meint wohl eher ein abstraktes Elternverhältnis, welche die verschiedenen Autoren recht verschieden sehen.

      N.P. fällt eher unter klassische Mutter, während Frau F. die Vater- Rolle bewusst auf Distanz hält. Ich gehe aber davon aus, dass dies ausschliesslich dramaturgischen Überlegungen geschuldet ist.

      • Tina sagt:

        @13: Da gehe ich absolut mit Ihnen einig. Ein guter Freund ist bei uns präsent, meine Tochter liebt ihn und sie ihn, so ist regelmässig eine männliche Präsenz bei ihr da. Auch die Kita ist eine grosse Hilfe hinsichtlich diesem Thema, seit Baby hat sie nebst Mama die Erzieherinnen und die kleinen „Freunde“, die gemeinsam gross werden. So hat sie nicht nur Mama um sich, was für sie und für mich nicht gut wäre. Arbeiten tut mir nämlich sehr gut, da habe ich die Abwechslung und den Ausgleich.

  • Malena sagt:

    „Eine Mutter allein reicht vielleicht wirklich nicht aus, um ein Kind glücklich zu machen.“ Ja wahrscheinlich. Aber eine Mutter allein kann ausreichen, um ein Kind unglücklich zu machen. Ach was red ich wieder nur von Müttern, ein Elternteil mein ich.

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