11 Dinge, die uns keiner gesagt hat

Preschoolers do handicrafts while being instructed by their kindgergarden teacher at kindergarden Aarauerfeld in Suhr, Switzerland, on September 25, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler) Kindergaertner basteln waehrend dem sie von ihrer Kindergaertnerin instruiert werden, aufgenommen im Kindergarten Aarauerfeld am 25. September 2014 in Suhr, Kanton Aargau. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Her mit den Klopapierrollen! Basteln ist jetzt cool. Foto: Christian Beutler (Keystone)

«Schau, dass du noch ein bisschen vorschlafen kannst, bald wird es mit den ruhigen Nächten vorbei sein.» Sätze dieser Art bekommen werdende Eltern täglich zu hören. Bringen tun einem die gut gemeinten Ratschläge allerdings gar nichts. Dabei gäbe es so viele andere Dinge, auf die man werdende Eltern schon mal psychisch vorbereiten könnte. Tut man aber nicht. Und so kommt irgendwann unweigerlich der Moment, in dem man als Mutter oder Vater dasteht und sich fragt:  «Warum bloss hat mir das keiner vorher gesagt?»

Darum hier eine ehrliche Liste mit elf Dingen, die die nächsten Jahre auf Sie zukommen werden:

• Spätestens ab dem Kindergartenalter werden Sie regelmässig winzig kleine Mitbewohner haben. Auf dem Kopf. Ach, Ihnen hat keiner gesagt, dass die Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen fünf und zehn Jahren flächendeckend von Läusen befallen ist? Und dass diese beim Kuscheln liebend gerne vom Kinder- zum Mutterkopf hinüberspazieren? Ich habe es auch erst mitbekommen, als es mich zum ersten Mal gejuckt hat.

• Sie waren früher einmal total individualistisch. Massenevents? Hitparadenmusik? Niemals! Das ändert sich, sobald die Kinder ihren eigenen Musikgeschmack entdecken. Beziehungsweise den der besten Freundin. Denn Kinder sind Herdentiere. Ist eines Fan der Schwiizergoofe, sind es alle anderen im Umkreis von zwei Kilometern bald auch – das Ganze verbreitet sich fast so rasend schnell wie die Läuse. Und so werden auch Sie bald einmal an Ihr erstes Schwiizergoofe-Konzert pilgern, obwohl Sie selber viel lieber an die cooleren Kinderkonzerte im Stall 6 gehen würden – wetten?

• «Wie kann man nur so idiotisch reden!» Dachte ich früher auch. Mittlerweile ist der Kleine auch schon vier Jahre alt, und mir rutscht gelegentlich immer noch ein «S’Mami tuet jetzt …» über die Lippen. Wie lange es wohl dauern wird, bis ich wieder konsequent in der Ich-Form sprechen kann?

• Und dann ist da noch die Sache mit der Wir-Form. «Jetzt ziehen wir die Jacke an» bedeutet ans Kind gerichtet «Jetzt ziehst du die Jacke an.» Verstehen Sie nicht? Das kommt noch, versprochen. Sobald das Baby auf der Welt ist.

• Fast so peinlich wie diese unsäglichen Redeformen ist die Tatsache, dass man sich als Eltern manchmal plötzlich wieder wie ein Teenager verhält. Man raucht heimlich. Und flunkert den Kindern vor, man sei krank, wenn man nach dem Ausgang verkatert im Bett liegt. Aber wie das so ist mit Heimlichtuereien, meist werden sie aufgedeckt. In dem Fall von den Kindern, die sich darüber mindestens genauso empören können wie wir Eltern.

• Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass sie entsetzt sind über unsere Flunkereien, denn im Gegensatz zu uns sind die Kleinen (zumindest die ersten Jahre) grundehrlich. Nicht umsonst heisst es, dass «Kinder und Narren» die Wahrheit sagen. Aber dass die Ehrlichkeit so ungefiltert rauskommt, kann einen manchmal doch umhauen. Beispiele gefällig? «Lueg emal (Zeigefinger aufs Vis-à-vis gerichtet), wie dick de Ma isch!» Oder: «Dörf mer eigentli mit Augering is Büro?»

• Mit der kindlichen Ehrlichkeit hängt es auch zusammen, dass man sich als Mama plötzlich ziemlich alt fühlt. Wenn etwa auf die Frage nach dem mütterlichen Alter ein geschocktes «Waaaaaas, mega alt!» folgt. Oder das Kind einen im vollen Ernst fragt, ob es eigentlich schon Telefone gegeben habe, als man selber Kind gewesen sei.

• Zum Glück für uns Eltern gibt es heute nicht nur Telefone, sondern sogar Smartphones. Denn ohne den Kalender mit Erinnerungsfunktion wäre wohl so mancher von uns aufgeschmissen. Der Schlafentzug, vor dem uns alle gewarnt haben, wird nämlich tatsächlich Realität und dauert jahrelang, was das Gedächtnis nach einer Weile lahmlegt. Folglich muss alles notiert werden, damit es nicht vergessen geht. Man beginnt sogar, sich mit Terminen daran zu erinnern, dass man einen Termin vereinbaren sollte. Von wegen Stillhirn, Elternhirn trifft es eher.

• Apropos Smartphone: Früher haben wir damit vielleicht Pinterest nach coolen Frisuren oder Schminktipps durchstöbert. Und heute? Suchen wir an verregneten Tagen nach Bastelanleitungen. Vorzugsweise aus Klopapierrollen, weil man die meist vorrätig hat.

Denn als Eltern beginnt man tatsächlich, diesen Abfall zu sammeln. Nicht zu Recyclingzwecken, sondern eben als Kreativmaterial. Die ganz Schlauen geben den Abfall dem Kind in den Kindergarten mit, auf dass er kunstvoll zusammengeklebt in anderen Haushalten lande. Die etwas weniger Schlauen haben in der Folge nicht nur den eigenen Kartonabfall zu Hause herumliegen, sondern auch den fremden.

• Und den wieder loszuwerden, ist fast unmöglich. Kinder haben eine unglaubliche Spürnase, wenn es um ihre Kunstwerke geht. Egal, wie tief im Altpapierstapel man ein Bild vergräbt oder wie viele andere Kartons man auf das Klorollen-Werk legt, sie finden ihr Kunstwerk immer wieder. Üben Sie also am besten schon während der Schwangerschaft, auf Kommando Ihre beste Unschuldsmiene aufzusetzen und sich unwissend zu stellen: «Keine Ahnung, wie das dort gelandet ist …»

Womit ergänzen Sie die Liste?

73 Kommentare zu «11 Dinge, die uns keiner gesagt hat»

  • Catherine sagt:

    Noch ein Ding: Selbstgespräche.
    Drei Kleindkindphasen lang beim Einkaufen alles erklären. «So, dann brauchen wir noch Gurken.» Viel sprechen ist ja gut für den Heranwachsenden Wortschatz. «Und an was muss ich unbedingt noch denken? Ach ja genau, die Abfallsäcke!»
    Unterdessen gehe ich öfters wieder alleine einkaufen, aber die Erklärungen sind geblieben. So laufe ich am Gemüse vorbei und brummle vor mich hin. Echt tragisch.

  • Doris Aerne sagt:

    Lolla
    @Ama : Darvida samt vorgeschnittenem Gemüse im Tupper ist doch eine tolle Art, die Kinder (und sich selbst) bei Heisshungerattacken zu Znünizeiten davor zu bewahren, nach einem Marsriegel zu greifen. Hab mir diese Angewohnheit beibehalten fürs Büro. Und ja, ich erinnere mich bestens an Powernaps zu spätnachmittäglicher Stunde, an Nächte mit Aufweckphasen so alle 2 – 3 Stunden. Aber schön war’s dennoch im Ganzen gesehen, und wenn die „Kinder“ heute zu Besuch kommen und nach dem Abendessen wieder gehen und man ihnen tschüss nachruft durchs Treppenhaus, da wird einem fast ein wenig komisch manchmal. Alles zu seiner Zeit, geniesst eure Kinder, euch wenn sie manchmal richtig nerven und man denkt, das hört ja nie auf.

  • Ziemlich neue Mutter sagt:

    Hihi, genau! Schöner Text. Ich bin immer noch erstaunt, dass ich tatsächlich ebenfalls zu jenen gehöre, die jetzt in der dritten Person von sich sprechen.
    Was ich vorher auch nicht wusste: Wie oft ich plötzlich mit meinem Freund über Bisi und Gaggi reden würde…
    Aber auch nicht: Wie lustig so ein Kind wirklich ist. Und welche Verrenkungen ich mache, um ihm ein Lachen zu entlocken – unbezahlbar.

  • Melanie sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag!
    Musste schmunzeln und habe vieles wiedererkannt.
    Es ist spannend, dass man durch diese Dinge auch sich selber immer mal wieder neu kennenlernt, weil es Situationen sind, die man früher nicht für möglich gehalten hat. Und man erkennt, dass man immer noch lernfähig ist 🙂
    Ganz nach dem Motto: es ist noch keine Mutter vom Himmel gefallen…….

  • Ama sagt:

    Bereiten Sie sich auf kulinarische Scheusslichkeiten vor, welche Sie schon bald in aller Öffentlichkeit mit den Kindern verspeisen: Kleingeschnittenes Gemüse aus der Tupperware und dazu Darvida und Tee ohne Zucker.

  • Max Herre sagt:

    Also die 2 letzten Tipps sind ja Gold Wert. Da ich noch keine Kinder habe werde ich es mir nicht aufschreiben. Aber merken tu ich’s mir 100%-ig.

  • ALRAUNA sagt:

    Schön bei der Wahrheit bleiben – diesbezüglich bin ich ganz mit ‚Reincarnation of XY‘
    …man muss nicht lügen, es geht auch anders:
    „Mami, ich suche das gebastelte Ding?“ … „Ouu Du Liebes, das hab ich schon lange nicht mehr gesehen.“ (was nämlich auch stimmt, man hat es ja vor vielen Wochen aus dem Haus getragen 😉

  • diva sagt:

    was ich noch auf die liste setzen würde (aber nicht so lustig ist), ist die tatsache, dass man spätestens ab dem chindsgi-eintritt, die ganze welt bei sich zu hause hat. leider nicht als nette gäste, sondern als etwas, was nervt! angefangen von lehrern, die einem bis ins tiefeste familienleben dreinquatschen wollen („aber alle fahren doch im winter ski“), bis zu all den familien, wo die kinder (angeblich) alles dürfen und haben („warum machen wir nur in der schweiz ferien? die x und y fliegen nach mauritius…). oder wo die kinder nur das essen, was sie gerne haben, bis zur wahl des fernsehprogramm oder andere schlechte angewohnheiten.

    • Alpöhi sagt:

      Meine Eltern antworteten mir damals schon: „Wir sind aber nicht x und y“ und damit war der Fall erledigt. Heute hab‘ ich’s auch so, wenn es mal nötig ist… Merke: Eine Familie ist keine Demokratie 😉

      Gegen die Wahl eines schlechten Fernsehprogramms würde ich vorschlagen, den Fernseher gleich ganz abzuschaffen. Oder wenigstens auf den Estrich zu verbannen (dort darf er, wenn es gar nicht anders geht, eingesteckt sein). Das Leben ist zu kurz um fern zu sehen.

  • Martin sagt:

    Schöner Beitrag, danke! Kann als Vater von zwei (1, 4) das meiste voll bestätigen – und mit einem Schmunzeln sogar akzeptieren 🙂

    Doch ich wundere mich schon über viele Kommentar-Schreiber: Scheinbar sind sie alle über solche Unvollkommenheiten erhaben. „Bei mir passiert so was nie“ oder „Da macht man halt etwas falsch“. Ich glaube, uns Schweizern würde ein relaxter Umgang mit dem Anspruch an Perfektion ganz gut tun…
    Es läuft nicht immer alles super-duper und trotzdem kann man ein guter Elterteil sein.

    • 13 sagt:

      Danke, Martin.

    • Alpöhi sagt:

      „uns Schweizern würde ein relaxter Umgang mit dem Anspruch an Perfektion ganz gut tun“

      Eben. Und darum finde ich den heutigen Blog-Beitrag sowas von gesucht.

      Abgesehen davon: Kinder fragen nicht, ob es „früher“ (TM) auch schon Telefone gab. Kinder kennen gar kein Festnetztelefon mehr 😉 Die Frage wäre also eher, ob es früher auch schon Handys gab. Und Internet. Und Wikipedia.

    • Lucrecia sagt:

      Ich fand den Artikel auch gut und lustig. Hat die harschen Kritiken nicht verdient.

  • Impala sagt:

    Haha, lustiger Artikel! Vorschlag für Nr 12: warum hat uns niemand gesagt, dass der ganz normale, kurze Besuch eines Supermarktes (kein Shoppingtrip, wohlverstanden, nur das Allernotwendigste schnell einkaufen) in einen Horrortrip ausarten kann, der einem ans Ende seiner Nerven bringt…

  • Älmhult Sweden sagt:

    Verstanden werden die Ratschläge trotzdem erst, wenn man eigene
    Kinder hat. Vorher ist das unmöglich. Dafür gibt es dann so einige Aha-Momente.
    … interessant ist auch, wie sich mit den eigenen Kindern die Sicht auf die Eltern (Oma&Opa) ändert. Die sassen damals nämlich auch nächtelang an unseren Betten, liessen sich ihre Nerven von uns strapazieren und räumten uns jahrelang hinterher. Und plötzlich weiss man genau, was sie da durchgemacht haben.

  • Lia sagt:

    Man sieht seine Kinder im Sommer nur zum Essen und schlafen, weil sie den Rest des Tages draussen verbringen (soviel zum Thema, die Eltern seien die wichtigsten Bezugspersonen – das sind ganz klar die Freunde), und im Winter hat man immer mindestens 4 Kinder in der Wohnung, von denen nur 2 die eigenen sind.

  • Stefan W. sagt:

    In der dritten Person haben wir nie mit unseren Kindern gesprochen. Die haben eigentlich immer verstanden, wen ich meine, wenn ich „ich“ sage.
    Dafür gibt es den Aufforderungs-Plural bei uns auch zwischen Erwachsenen: Wenn meine Frau sagt: „Wir sollten jetzt so langsam, die Steuererklärung machen“. dann meint sie damit keineswegs, dass sie sich daran beteiligen will

    Und als Ergänzung Ihrer Liste: Wo man uns auch nie vorgewarnt hat: Diese entsetzlichen Ängste, die man aussteht. Zuerst, ob das Baby noch atmet, dann, ob das Fieber gefährlich ist, dann, ob es von der Schaukel fällt, dann, warum es 10 Minuten zu spät von der Schule heim kommt, dann, wann es endlich vom Ausgang zurück kommt.

    • Lucrecia sagt:

      Sehr schön

    • Lichtblau sagt:

      @Stefan:wichtige Ergänzung. Wir hatten so ein sonniges Baby und Kleinkind, das früh durchschlief. Die durchwachten Nächte in dieser Zeit können wir wohl an einer (Schreiner-)Hand abzählen. Reines Glück, denn in der Teenagerzeit haben wir alles nachgeholt. Nach dem Ausgang Handy nicht abgenommen („hatte keinen Akku mehr“), seltsame Freundschaften … Da habe ich dann manche Nacht auf dem Balkon gewacht und Ausschau gehalten – und kannte mich selbst nicht mehr.

  • maja sagt:

    Wer über jahrelangen Schlafentzug jammert macht definitiv etwas falsch.
    Es gibt Ausnahmen Krankheiten etc.

    • sonic sagt:

      Was denn? ich bin gespannt..

    • Enrico sagt:

      Das mit dem Schlafentzug war ja schon vor den Kindern

    • Älmhult Sweden sagt:

      Vermutlich haben Sie das Glück, Kinder mit einem guten Schlaf zu haben. Da dies aber eher die Ausnahme ist, haben Sie sich vielleicht auch mit Schlafmitteln geholfen, die Kinder bei den Grosseltern ausgelagert oder die Kinder in einen schalldichten Raum gesteckt. Ohrstöpsel plus Pamir? Einen Papa der die Nachtschicht übernimmt? Ja, sowas muss es sein… An alle Eltern mit Schlafdefizit: Alles ganz normal.

    • Aber Hallo sagt:

      Ja liebe Maja, so hat meine ehemalige Nachbarin auch gesprochen…bis ihr drittes Kind auf die Welt kam. Da merkte sie, das Schlafentzug nichts mit den Eltern zu tun hat. Glückspilz Sie.

  • Rolf Bombach sagt:

    „Jetzt ziehen wir die Jacke an“, das ist ja korrekt, solange der Knirps das nicht alleine kann. Später heisst es dann „wie geht es uns denn heute?“. Das ist der Chefärzte-Plural und ein Ärgernis nicht nur für Kinder.

    • Reincarnation of XY sagt:

      ich glaube auch, dass wir diesen Plural nur so lange gebrauchen, wie er eben der Realität entspricht (und daher auch völlig angebracht ist).
      Ich höre weder mich noch andere ihrem 9 Jährigen das im Plural zu befehlen. Da heisst es überall: „Zieh noch die Jacke an.“
      Ein weiteres Indiz, dass diese Liste nur vermeintlich „Peinlichkeiten“ sammelt.

    • 13 sagt:

      Deutsch ist ja nicht meine Muttersprache, aber unter „Jetzt ziehen wir die Jacke an“ verstehe ich immer noch „Ich ziehe meine Jacke an, das Kind seine“. Somit halte ich das Plural für richtig.

      • Caro sagt:

        Dann hiesse es korrekt „Jetzt ziehen wir die JackeN an“.

      • 13 sagt:

        Es zieht aber jeder eine Jacke an. Ich kann mich an ein ähnliches Beispiel im gymnasialen Deutschunterricht erinnern und dass das eben nicht ganz so klar ist 😉

  • nando widmer sagt:

    Ich hab etwas völlig anderes erwartet. Diese Aufzählung gehört noch zu den chillout Momenten mit Kindern. Ich wüsste da ein paar wirklich nervende und anstrengende Dinge wie:
    – Kinder fangen schier grundlos an zu heulen und zwar immer laut
    – 3 Mal staubsaugen und 5 Mal aufräumen am Tag ist Durchschnitt
    – Wehe man schneidet das Würstchen nicht genau so, wie es sich das Kind vorstellt
    – Die neuen Schuhe, die neue Sonnenbrille, das neue Hemd…verwüstet, verkratzt, befleckt
    – der zeitkritische Moment, wenn man mit der Familie los muss und die Kinder nicht mitmachen
    – …

    • Rudi Buchmann sagt:

      Dem Älteren, dem man kaum etwas schenken kann, weil der Jüngere immer alles durcheinander bringt und am Schluss mit Sicherheit irgend ein Teil fehlt. Am besten wirft man dann das Spiel in den Abfall, weil es nur noch unbrauchbar herumliegt.

    • Jane Bissig sagt:

      Schliesse mich Ihnen an von wegen Chill-Momente. aber drei Mal Staubsaugen am Tag? Weniger zu tun gäbe es, die vor-Kindlichen Sauberkeitsvorstellungen anzupassen. Ich zum Beispiel denke vielleicht drei Mal am Tag zu: „Ou, staubsaugen müsste man auch wieder mal“, Unt tue es dann aber höchstens einmal pro Woche.

      • Reincarnation of XY sagt:

        danke NW – das ist der richtige Ansatz

        – noch zu erwähnen, dass das nerventötende Geschrei, dazu führt, dass man bald selbst in diese Tonart verfällt (obwohl man weiss, dass es kontraproduktiv und unwürdig ist)

    • 13 sagt:

      „Die neuen Schuhe, die neue Sonnenbrille, das neue Hemd…verwüstet, verkratzt, befleckt“

      Völlig richtig und zwar nicht nur die neuen Schuhe/Sonnenbrille/Hemd des Kindes…..

      Und ich ergänze
      Einschlafen im Auto um 17.30 Uhr!

      • nando widmer sagt:

        Sehr schön, wirklich 😉
        Wir sollten das Staubsaugen wirklich reduzieren hehe.
        Erst gestern gingen 2-3 Teile eines brandneuen (ca. 2 Stunden) kleinen Playmobil-Sets verloren.
        Wenn ich 2-3 Stunden lang mit hysterisch hoher Stimme gegen den Lärmpegel meiner Kinder angekämpft habe, muss ich mich ins Bad zurück ziehen, um meine eigene Stimmlage wieder zu finden (Ooooohhmmmm…)
        Und ja, ich rede natürlich von MEINEN Schuhen, MEINER Sonnenbrille und MEINEM Hemd!!! Die Kleider der Kinder interessieren mich schon lange nicht mehr, da sie von kurzer Lebensdauer sind.

      • nando widmer sagt:

        ach ja, wie ich es hasse, wenn sie am späten Nachmittag im Auto einen Powernap einlegen und uns Abends topfit und ausgeruht auf Trab halten.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Oh ja, das Einschlafen kurz vor dem Znacht. Geht auch im Veloanhänger übrigens. Oder im Bus, noch toller, dann muss man das Kind nachher auch noch nach Hause schleppen.

      • dres sagt:

        Abspritzen mit dem Gartenschlauch hilft gegen das Einschlafen zu unpassenden Zeiten…

    • Habig Regula sagt:

      nando widmer: Ich hasse das Wort „erziehen“ wirklich, aber wie soll man es in diesem Zusammenhang anders sagen:) wie erziehen Sie Ihre Kinder denn? Ich bin sehr entspannt mit Kindern und sie dürfen viel, aber Grenzen setzen à la NEIN, mit MEINER Sonnenbrille wird NICHT gespielt, gehört doch selbstredend auch dazu, und zwar gerade schon mit kleinen Kindern. Das ev. folgende laute Geheul muss man dann halt aushalten, so stark sind wir doch als Erwachsene.

      • sonic sagt:

        @Habig Regula: Soso das klingt immer so schön und einfach, gellen Sie, und bei Ihren Kindern klappt es auch ganz bestimmt beim ersten mal. In meiner Erfahrung werden die gesetzten Grenzen aber durchaus gefühlte 100x überschritten, bis sich dann der erwünschte Erziehungseffekt einstellt (vielleicht). Aber Sie können mir sicher auch erkären, was ich falsch mache.

      • nando widmer sagt:

        Hoi Regula, sie sind eine von den Supercool Mamas! Stimmts? Ich bin übrigens auch ein Supercool Daddy. Meine Kinder jedenfalls lieben mich und das nicht nur, weil ich der Vater bin. Sie wissen schon nach meinen paar Zeilen, wie ich meine Kinder erziehe? Hellseherin und Supercool Mama! Als ich meine Zeilen geschrieben habe, musste ich stark schmunzeln, weil sie Tatsache sind, weil ich den Kids meistens nicht böse bin und weil ich weiss, dass das auf die meisten Eltern zutrifft. Gefühlte 1’000 mal habe ich meinem Kleinen verboten meine Schlüssel, mein Handy, meine Brille, meine Brieftasche in die Hand zu nehmen und ich lege sie auch stets fort, wenn ich dran denke, aber eben…manchmal erwischt er sie dennoch. Klar, nun bin ich selber schuld, stimmts? Bin halt nicht so lässig wie sie. 🙂

    • Habig Regula sagt:

      sonic: Sie machen gar nichts falsch, aber haben Sie als Kind damals jede Regel sofort und für immer und schweigend befolgt? Weder ich als Mutter noch meine Kinder sind perfekt, aber mit (Esels-) Geduld komme ich besser zurecht, vor allem weil ich mich daran erinnere, dass ich im Arbeitsleben auch nicht so bald „nervlich an meine Grenzen kommen“ oder bei Widerstand einfach losjammern kann. Gerade wenn man sich bemüht, locker und entspannt mit den Kindern zu sein, fällt es umso leichter, wichtige Dinge mit Energie durchzusetzen, finde ich.

      • sonic sagt:

        HR: Das seh ich natürlich auch so. Aber wieso denn Ihr Kommentar im ‚erziehen-sie-ihre-Kinder-denn-eigentlich-nicht‘-Ton? Auch wenn sie die Sonnenbrille nicht haben dürfen (und das auch wissen) , passiert es hin und wieder, dass die lieben Kinderchen die Sonnenbrille in die nicht immer ganz sorgfältigen Pfötchen kriegen. Passiert in den besten Familen. Echt.

    • Habig Regula sagt:

      sonic: ich meinte eigentlich eher, dass nando widmer (und Sie vielleicht auch?) zu streng mit sich selber ist und zu hohe Erwartungen setzt: man verwandelt sich nun mal in einen Papagei, wiederholt alles 100 x, gibt sich Mühe (beim Würstchenschneiden), muss bei kleinen Kindern tatsächlich ständig auf sein Hab und Gut achten – aber eigentlich ist es doch trotzdem mit die beste Zeit des Lebens, so schnell vorbei, und ehrlich: müssen Sie bei der 200. Wiederholung von „lass das liegen, habe ich gesagt“ nicht selber das Lachen verbeissen? Und gerade deshalb darf man doch auch einmal richtig energisch (aber ohne hysterischen Unterton) werden, wenn man zB. seine neue Sonnenbrille verteidigt, so habe ich das gemeint.

      • nando widmer sagt:

        Hey Regula, ich dachte, man dürfe in diesem Blog über das reden, was vielen Menschen (wie sie es sind) ein Tabu ist. Ich dachte, ich könnte mich hier auf ironischer Weise über das Elternsein auslassen. Und dann kommen Sie mit der Predigt. Sie interpretieren meine Worte falsch. Ich denke, Frau Kuster gibt mir Recht. Sie, Regula, Sie sind hier die strenge. Nicht mit sich selber, nicht mit den Kindern aber mit uns, wir, die uns nur über das geteilte „Leiden“ amüsieren wollen. Gänsefüsschen bemerkt? Nur um sicher zu gehen, dass Leiden nicht als Pein und Qual verstanden wird. Also, locker bleiben, Regula. Cheers

      • nando widmer sagt:

        Ach Regula, ich weiss gar nicht, was sie wollen. Sie scheinen ein wenig frustriert zu sein, denn Sie haben es nötig, sich als Anwältin aller Kinder zu sehen. Woher wollen Sie wissen, wie ich mit meinen Kindern umgehe? Woher wollen Sie wissen, dass ich nicht lache, wenn ich meinen Sohn dabei erwische, wie er nach dem Zähneputzen abends sich im Flur unter der Treppe versteckt, um eine ganze Tafel Schokolade zu verzehren statt zu schlafen? wieso denken Sie, dass Sie meine Erziehung und meine Haltung zum Elternsein beurteilen können? Sind sie mit ihren Kindern schon spät Abends nochmals in den Wald gegangen, um Rehe zu sichten, nur weil sie es wollten? Ich mache solche Sachen jedenfalls, weil ich Ihnen eine tolle Kindheit schenken will. Muss ich mich hier wirklich erklären und rechtfertigen?

    • Habig Regula sagt:

      nando widmer: Warum so gehässig? Ich Aermste wurde missverstanden, schnief: tatsächlich habe ich mich in Ihrer Liste ein wenig wiedererkannt, weil leicht daraus abzulesen ist, dass Sie Ihren Kindern eine Kindheit bieten möchten, an die sie sich gerne erinnern werden! An einem gewissem Punkt müssen Sie einfach aufpassen (sorry, ich gebe sonst NIE Ratschläge, ehrlich!), dass Sie bei diesem Stil nicht „aufgefressen“ werden und sich selbst verlieren; ich erlaube mir diesen Tip, weil ich aus Erfahrung rede. Nehmen Sie es doch nicht gleich so übel! Frieden mit der Hellseherin?

      • nando widmer sagt:

        Nein keinen Frieden. Ich brauche ihre Tips nicht, bei Gott. Die braucht niemand. Eine Entschuldigung für ihre Fehlinterpretation und falsche Einschätzung wäre statt dessen angemessen. Denn ich weiss beim besten Willen nicht, von welchem STIL Sie da reden? Aufgefressen? Meine Erziehung? Was wissen Sie über meine Erziehung? Sind Sie Psychologin? Hellseherin, Erziehungsberaterin, Supercool Mama und Psychologin. Multitalent. Aber ein Talent haben Sie nicht: Textinterpretation. Da könnte ich Ihnen ein paar Ratschläge geben. Thema, Kontext, Rahmen, Redefigur etc. Weiss ich aus meinem Studium, ja genau, meinem Studium. Leben sie wohl.

    • Habig Regula sagt:

      Was immer Sie in Ihrem Studium gelernt haben, lesen und verstehen war wohl nicht darunter. Was ich nicht brauche, ist, von einem Rüpel wie Ihnen so angegangen zu werden. Blasen Sie mir doch in die Schuhe. Aber Redeverbot erteilen lasse ich mich auch von Ihnen nicht, für was oder wen immer Sie sich auch halten mögen.

      • nando widmer sagt:

        Sehen Sie? Schon wieder…
        Niemand hat Ihnen Redeverbot erteilt. Was sagten Sie gerade von Lesen und Verstehen? Gute Nacht…

    • Habig Regula sagt:

      nando widmer: Sie haben geschrieben, wehe, man schneidet ein Würstchen nicht ganz genau so, wie das Kind es will. Daraus habe ich geschlossen, dass SIE jemand sind, der auf solche Sachen eingeht und Sie es zuhause lustig haben: täusche ich mich da wirklich so sehr? Damit, dass Sie Ihren Kindern eine fröhliche, vergnügte Kindheit bieten wollen? DAS habe ich gemeint, nichts anderes; ich habe es genau so gehalten und dann hat es BEI UNS manchmal eben angefangen zu überborden. Darauf wollte ich hinweisen und auf keinen Fall Ihr Ego ankratzen. Meiner Meinung nach darf man hier seine Ansicht, welche auch immer, äussern, und zu keinem Moment habe ich versucht, die grosse Spezialistin herauszukehren oder Ihnen zu nahezutreten. Falls Sie das jetzt immer noch nicht verstehen, ist es Ihr Problem.

      • nando widmer sagt:

        Sie täuschen sich wirklich so sehr! 🙂

      • nando widmer sagt:

        Sie wissen doch rein gar nichts von mir. Nur weil sie ein paar ironische Zeilen von mir gelesen haben, dürfen sie sich nicht dazu berufen fühlen, mir Ratschläge geben und Schlüsse über mich zu ziehen. Und das haben sie getan. Erstens kenne sie mich nicht, sie wissen nicht, wie es bei uns tatsächlich zugeht und zweitens hat sie niemand um Hilfe gebeten. Ich brauche keine Hilfe von aussen, mir geht es prächtig und wir haben in unserer Familie keine Sorgen. Also wenn sie so nett wären und ihre Anmassungen irgendwo anders platzieren, danke.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Wenn Sie ihre Kinder anflunkern müssen, dann waren Sie schon vorher ein Mensch, der die Fassade wahren will.
    Heimlich zu rauchen – so etwas von do of. Was soll das nützen? Wohin soll das führen? Warum kann man den Kindern nicht sagen, dass man zu wenig geschlafen hat, zu lange gefeiert? Kindern hilft es mehr, wenn sie sehen, dass wir im gleichen Boot sitzen wie sie. Dass wir auch kämpfen müssen, um unserer Verantwortung nachzukommen, anstatt dass wir ihnen vorgaukeln, wir seien die makellosen Saubermänner/Frauen.
    Ehrlichkeit erzeugt Ehrlichkeit. Heuchelei erzeugt Heuchelei.

    2. Hören Sie bessere Musik. Dann werden ihre Kinder ebenfalls bessere Musik hören. Schieben sie nicht alles auf das Umfeld ab. Man wird nur vom Umfeld übertüncht, wenn man selbst nichts besseres zu bieten hat.

    • Alpöhi sagt:

      RoxXY, bin heute ganz mit Ihnen.

      Heute ist scheinbar wieder so ein Tag, wo auf der Redaktion einfach keine g’scheite Idee kommen wollte um die vielen noch leeren Zeilen zu füllen. 🙁

    • 13 sagt:

      Nein, nein heute ist ein ganz normaler MB-Tag….da ist eine Autorin, die sich wagt, auch nur ein kleines bisschen anzudeuten, dass irgendetwas was mit der Elternschaft zu tun hat, nicht einfach nur toll und aufregend, sondern eben nervig und anstrengend ist und dann haben wir da einen ganzen Haufen Kommentatoren, die darauf hinweisen, dass sie selber schuld ist, wenn sie es so empfindet, weil sie einfach kompliziert tut und sowieso alles falsch macht, während sie selber sind ja immer sooooo cool, dass das Elternsein immer mit links stemmen. Etwas überspitzt gesagt, versteht sich.

    • Lucrecia sagt:

      RoXY:
      1 und 2 Absolut einverstanden.

      Ausserdem: Kinderkunst heimlich wegwerfen? Anstatt dem Kind beizubringen, wie man sich von etwas trennt, um Platz für Neues zu machen. Und die schönsten Werke aufzubewahren.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Ach RoXY, Sie sind heute aber ziemlich humorfrei. Und haben sich genau den Punkt herausgepickt, den eine andere Mutter beigesteuert hat. Ich selber rauche nämlich nicht, habs noch nie getan und werde es nie tun. Ach ja, und ich habe übrigens einen unglaublich grossartigen Musikgeschmack. Im Fall. Meine Kinder hören manchmal ebenfalls tolle Musik. Aber daneben eben auch Schrott. 🙂

      • Reincarnation of XY sagt:

        Frau Kuster – etwa 3 Punkte waren schummeln, Rauchen / Kater / „keine Ahnung wie die Kunst im Müll landete“

        Da denk ich mir: die Leute machen das wirklich… sie schummeln/heucheln und erziehen zum heucheln …. ja das meine ich ernst.

        Das zweite war dann eher Humor mit einem Körnchen ernst darin. Jetzt könnte ich ihnen auch sagen „ach wie humorlos“.
        Aber sie sagten das schon mal mit der Musik.

        13 – bitte beachten Sie, dass ich weiter unten NW recht gab und gleich noch mein eigenes Fehlverhalten beisteuerte. Ihr Urteil trifft also nicht genau ins Schwarze.
        Ich bin der erste der an seine Grenzen kommt und sie übertritt. Aber schummeln halte ich fundamental für falsch und es sollte erlaubt sein, das auch mal ganz ernst zu sagen

      • 13 sagt:

        @ Roxy
        Ok, akzeptiert, wobei meine Bemerkung nicht einmal aufgrund ihres Kommentars erfolgte, sondern x anderer, da passte es einfach gerade.
        Ich gehöre eigentlich auch nicht zu den Schummlern, v.a. rauchen (ok, tue ich eh nicht) und trinken würde ich auch vor den Kindern, ich verstelle mich da nicht. Aber ganz ausschliessen könnte ich es dann doch nicht. So gebe ich zu, meiner damals 2-jährigen erklärt zu haben, dass ihr Traktor leider kaputt ist und nun zwar fahren, aber nicht mehr singen kann. So leid es mir tut, jeder hat eine Obergrenze für „Old McDonalds has a farm“ 😉 Perfekt ist leider niemand.

  • mascha sagt:

    Hahahahaha, danke für diesen tollen Beitrag :-)!!!!! Super Start in die Woche!!

    • Rudi Buchmann sagt:

      Besser mit den Kindern Abfall verbasteln, als den ganzen Tag auf Ipad, Smartphone und Kinderkanal „Mascha und der Bär“ schauen.

  • Honeybee sagt:

    Man merkt erst nach 10 Minuten ALLEINE autofahren, dass man „Mir gönd in Zoo“ hört… :))

  • Martin sagt:

    Eigentlich schade, dass diese Phase so schnell vorbei ist.

  • Vivienne Pfefferkorn sagt:

    Kann ich alles nicht bestätigen.
    Insbesondere so blöd habe ich nie geredet.
    Es ist was man draus macht – man kann mit Kindern auch entspannt umgehen und sie können sich auch meinem Alltag anpassen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Heute mal 11 … Wie originell.

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