Leben und Leiden im Wohnwagen

Winterliche Campingidylle: Ein Campingplatz im winterlichen Churwalden. Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

Winterliches Campingidyll: Ein Campingplatz im winterlichen Churwalden. Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

Während manche Familien auf Campingferien schwören, gibt es hierzulande nur wenige, die freiwillig längere Zeit in einem Wohnwagen leben. Wir haben es diesen Winter ausprobiert. Exklusiv für Sie, liebe Leserinnen und Leser.

Das war natürlich gelogen. Wir haben es nicht für Sie gemacht. Wir bauen unsere Wohnung um, und die freistehende Badewanne war so teuer, dass wir uns als Unterkunft nur noch den geliehenen Wohnwagen leisten konnten. Da wir zwischen zwei Wohnorten pendeln, verbringen wir die Umbauzeit nicht komplett im Wohnwagen. Und doch hat sich jetzt nach sechs von neun Monaten schon einiges an Langzeiterfahrung angesammelt.

Das Fazit vorweg: mehr Überlebenskampf als Campingromantik. Für zwei Wochen Ferien in Italien mag ein Wohnwagen toll sein. Als Wohnung im Winter war er eine Herausforderung. Die Kälte nistete sich bei uns ein und brachte ihren mühsamen Kollegen – das Kondenswasser – gleich mit. Der Winter ist zum Glück vorbei, doch andere Probleme bleiben. Zum Beispiel die fehlende Privatsphäre: Toilettengeräusche dringen nicht nur ins «Schlafzimmer» und die «Küche» vor, sondern auch nach draussen bis zu den Nachbarn.

Ich verbringe die Tage damit, Wasser vom Dorfbrunnen anzuschleppen wie ein afrikanisches Klischee. Alle zwei Tage dampft die Kacke so sehr, dass ich sie wegbringen muss. Entschuldigen Sie die deutliche Formulierung, aber so was kann man nicht schönreden. Über die Dusche will ich gar nicht viele Worte verlieren, die hats, glaube ich, mit der Prostata.

Das ist kein Symbolbild, sondern die bittere Realität unseres Papabloggers.

Das ist kein Symbolbild, sondern die bittere Realität unseres Papabloggers.

Am schlimmsten ist der Regen. Er prasselt so laut aufs undichte Dach, dass wir uns nur noch schreiend unterhalten können. Wer sich hinauswagt – üblicherweise ich, um Wasser zu holen –, bringt bei seiner Rückkehr eine Ladung Schlamm mit rein.

Schildere ich jemandem unsere aktuelle Wohnsituation mit obigen Worten, erhalte ich immer dieselbe Antwort: «Aber für euer Kind ist das bestimmt toll!»

Leider nein. Wohnwagen bieten in der Regel viel Stauraum, aber wenig Boden. So stehen wir uns auf der Fläche eines Laufgitters zu dritt im Weg. Platz zum Spielen gibts eigentlich nur in den Hängeschränken. Hinzu kommt, dass Wohnwagen leicht und deshalb wenig stabil gebaut sind. Als erste Amtshandlung hat der Brecht beim Einzug ein Regal zerlegt. Natürlich erfüllt es mich mit Stolz, dass mein kaum zweijähriges Kind den Wohnwagen in Schutt und Asche legen könnte, wenn es wollte. Das Problem: Es will. Deshalb ist unser Alltag geprägt von «Nein, lass das!», «Nicht anfassen!» und «Oh mein Gott, leg das sofort wieder hin!».

Ich weiss, meine Worte klingen negativ. Und sie entsprechen tatsächlich unserer Stimmung während der ersten paar Wintertage. Doch man gewöhnt sich an vieles, auch an fehlenden Komfort.

Noch viel schneller gewöhnt man sich übrigens an üppigen Komfort. Und genau deshalb würden wir in derselben Situation wieder in den Wohnwagen ziehen: Es ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene wichtig, im Leben immer wieder Verzicht zu üben. Verzicht auf Geld, Verzicht auf Süssigkeiten und Verzicht auf Komfort. So ein Wohnwagen kalibriert die Anspruchshaltung ordentlich nach unten.

Wenn wir jeweils in unsere kleine Stadtwohnung in Bochum übersiedeln, kommt sie uns vor wie ein Palast. Und die Wohnung, die wir im Sommer neu beziehen werden, wird sich auch ohne Steamer, Tumbler und Balkon anfühlen wie der pure Luxus. Rückblickend hätten wir gut auf die freistehende Badewanne verzichten können.

153 Kommentare zu «Leben und Leiden im Wohnwagen»

  • Michael sagt:

    Nichts was erwungen wird, kann Spass machen. Entweder man hat das Camper-Gen in sich oder man hat es nicht. Wenn man das nicht weiss, probiert man es aus und kann für sich persönlich feststellen, ob ein Urlaub auf dem Campingplatz ein Model für die Zukunft ist oder nicht. Wie gesagt – es ist eine persönliche Erfahrung mit keinerlei Übertragungsmöglichkeit auf andere Personen. Und wie ein Wohnwagen den Ansprich auf Süssigkeiten kalibrieren soll, bleibt wohl ein ewig Geheimnis des Autors.

  • Paul Schmid sagt:

    Desshalb leben 2/3 der Menscheit in Armut, damit dieser Herr in Komfort wohnen kann. Schöne anspruchshalteung mit designer Badewanne. Er soll froh sein ein dach über dem Kopf zu haben.

    • Franz Vontobel sagt:

      Genau! Tschannen und seine Blut-Badewanne! Sie sind, ganz alleine, Schuld an der weltweiten Armut! Man kann es gar nicht klar genug sagen!

  • Katharina sagt:

    Eine freistehende Badewanne in einem Mies Van der Rohe Haus braucht viel Umschwung.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Und wenn die Badewanne von Michael Graves kommt, muss sie auf dem Empire State Building stehen und neonfarben lackiert sein.

      • Um der inzwischen prominenten Badewanne ein Gesicht zu geben: Es handelt sich um das Modell VAL von Laufen.

      • Freddy sagt:

        Sorry, aber diese VAL ( mit Funktion als Ornament ) , finde ich es jetzt nicht wert , diesen Wohnwagen-Grove mitzumachen . Was natürlich nicht weg nimmt , dass der Mensch sich im „Verzichten “ üben sollte :))

      • Marcel Zufferey sagt:

        Eingebettet in einer Jugendstil-Wohnung, glaube ich vorher gelesen zu haben: Sehr schön, wirklich, Kompliment!

      • Katharina sagt:

        Bei mir ist eine Badewanne eingebaut. Kleine Kacheln (Mexican Tiles). Also eher wie ein römisches Bad und auch gut für zwei.

        In der Master Suite ist es eine freistehende alte. diese Stahl und emaille Dinger aus Frankreich.

        Die Guest Suite hat eine standard Wanne/Dusche Kombination, allerdings aus der Bauzeit meines Hauses (30er Jahre Hollywood), dafür privaten Ein-/Ausgang und draussen steht ein Pool mit View über Hollywood.

        Aus dem öffentlichen Raum und Nachbargrundstücken kein Einblick in die Liegenschaft (sauf die Helikopterplage der Newschannel).

        MZ: kürzlich wurde ich gemassregelt, weil ich Putin als ’so gay‘ verhöhnte. Das ist verboten in der LGBT Orthodoxie. Putin posiert ja gerne homoerotisch lol. Lieblingsarchitekt ist Louis Kahn und Richard Meier.

      • Katharina sagt:

        Die VAL ist aber recht klein.

      • Die VAL ist klein, schön und bezahlbar. (Wenn ich sie noch einmal erwähne, kriege ich sie bestimmt umsonst und kann mir rückwirkend ein nobles Wohnmobil leisten.) Kleine Wannen sparen Wasser und sind die ideale Lösung für Nacheinander-Bader.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Katharina: Putin bedient sich nun einmal einer Ästhetik, die in Russland vielleicht aufgrund des dort immer noch vorherrschenden Männerbildes angebracht zu sein scheint, aber hier im Westen nur noch ganz bestimmte Gay-Clichés zu bedienen vermag, wenn überhaupt 😉

        Herzog & de Meuron in meinem Falle, trotz Elbphilharmonie.

      • Freddy sagt:

        @Katharina
        Steht diese „Mastersuite“ in Airbnb ? :))

  • Petra Vonlanthen sagt:

    Herrlich, eine freistehende Badewanne und der Blog (über)läuft, Gratulation!

  • Juerg. sagt:

    so sitze ich im Wohnwagen oder Zelt, denke ans Überleben wie Flüchtlinge und leide weil ich eine halbe Million Franken in eine Wohnung statt Menschen investiert habe.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Aber Trauben um diese Jahreszeit (Indien), das neue T-Shirt (Bangladesh) oder die neuen Schuhe (China) und die elektrische Zahnbürste (China, Philippinen, Malaysia, EU, USA u.v.a.m) liegen schon noch drinnen, nehme ich an…

      …abgerechnet von einer Schweizer Kassiererin (angestellt auf Abruf im Stundenlohn, <20'000.– p. a. wegen der Beiträge an die zweiten Säule), Einkaufstüte nachhause gebracht mit dem ÖV (Ausbau Züri HB Basistunnel u. a. von Bauarbeitern aus Polen zu netto 14.– / Stunde [obwohl brutto 34.– vertraglich vereinbart gewesen wären] und eigenhändig in die neue Wohnung hoch geschleppt, deren Verschalung (Minergie-P) von Angelernten, dieses Mal aus Rumänien (Stundenlohn wie vereinbart, dafür 15 Stunden-Tage bei jeweils nur 30 Minuten Pause) befestigt worden sind…

  • peter huber sagt:

    Verstehe ich das richtig, ihr Kind heisst Brecht?
    :):):):) ROFL

    • Muttis Liebling sagt:

      Das Mädchen heisst wahlweise Anna Magdalena oder Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, später Katharina die Grosse.

      Sie Huber, nix verstehen? brecht ist schon ein echt schöner Name, nur traue ich dem Vater nicht zu, das zu übersehen.

      Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst

      Das ist ein Name!

      • Franz Vontobel sagt:

        Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst
        Das ist ein Name!

        Yup, da tönen „Inzucht“ und „Hämophilie“ so richtig harmonisch mit…

      • Muttis Liebling sagt:

        Hämophilie wird X-chromosomal-rezessiv vererbt. Betrifft fast nur Männer.

        Vontobel, Sie müssen nicht immer Ihre Lust, zu stören, egal, worum es geht, darstellen.

        Sie wollen nicht über Thema reden, nur stänkern. Arme Sau. Das Unterste vom Unteren.

      • Franz Vontobel sagt:

        Nutti, sie haben die Geschichte nicht kapiert: es geht nicht wirklich um „Inzucht“ und „Hämophilie“, das sind bloss Metaphern!

    • Franz Vontobel sagt:

      „Arme Sau. Das Unterste vom Unteren.“

      Also nicht nur ein Untermensch, sondern sogar ein Unterstmensch… mmmh…

      Aber wenn sie, als Vertreter der selbstdeklarierten Herrenmenschen, das sagen…

  • linus sagt:

    Was für einen Vorteil hat denn eine freistehende Badewanne?

    Aber vielleicht gehören Sie ja zu diesen Menschen, welche Luxus mit „ein bisschen teurer als die Norm“ definieren.
    Und schön sieht eine solche Badewanne nur in einem sehr grossen Raum aus. Ein Raum, welcher nicht als Badezimmer daherkommt. Als abstakter Gegenpunkt z. B. in einer Orangerie.

    • Na gut, fusionieren wir mal Sweet Home und Mamablog: Wir haben sehr grosse Räume aber an vielen Wänden eine Tür oder Fenster. Die Denkmalpflege erschwert es uns, das grundlegend zu ändern. Die Badewanne lässt sich im Gegensatz zu den anderen Badmöbeln leicht von der Wand weg in die Raummitte holen. Wir dachten zuerst an ein freistehendes WC, aber unser Umfeld hat uns davon abgeraten.

      Luxus definiere ich übrigens mit „alles, was nichts mit einem Wohnwagen zu tun hat“.

      • linus sagt:

        Sie haben im Badezimmer eine Toilette stehen? Ach du meine Güte.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @linus: Haben Sie etwa keine Toilette im Badezimmer? Das ist heute Standard! Seit Ausbruch des Immobilenbooms hat man sogar zwei Nasszellen pro Wohnung (ab 3 Zimmern), eine mit Dusche und Toilette und eine mit Badewanne und Toilette. Macht zwar nicht gerade viel Sinn, ist aber so.

      • Sportpapi sagt:

        Macht durchaus Sinn. Nur leisten muss man es sich können.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Vor 6, 7 Jahren konnte man sich das im Grossraum Züri noch leisten. Heute nicht mehr, zumindest aus Sicht des Durchschnitts. Gut, im Aargau hingegen…

      • linus sagt:

        Nein nein, ich habe eine Toilette, einfach abgetrennt im Separé. Von meiner freistehenden Badewanne aus schwingt sich ein kleiner Pfad mit Peruanischen Bachsteinen (die wachsen so schön weich) in einen abgegrenzten Raum. Wer will schon den Duft der Lilien im Badezimmer beinträchtigen.
        Allerdings überlege ich mir gerade, mein Bargeld in den Toilettenraum zu verschieben. Geld stinkt ja schliesslich nicht. Vielleicht könnt ich da einen Trend setzen?

      • Lichtblau sagt:

        Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die meisten Badewannen „freistehend“, gerne im Keller oder gar in der Küche – dann mit Holzabdeckung auch als Esstisch benutzbar. Am Samstag war „Grossbadetag“ und die ganze Familie dümpelte nacheinander im selben Badewasser (Papa zuerst). Der Inbegriff von Luxus bestand aus einem gekachelten Bad mit „Einbauwanne“.

  • Kathrin sagt:

    Herr Tschannen, ich freue mich schon auf Ihren Beitrag hier, wenn Sie und der Brecht in der Badewanne planschen… Bis dahin wünsche ich gutes Durchhalten!

  • dres sagt:

    Das ist schlimm. Wegen egoistischer, badewannophiler Eltern muss ein Kleinkind im Winter fast erfrieren. Free Brecht!

  • 13 sagt:

    Aber je mehr ich die Kommentare lese, desto mehr glaube ich, Herr Tschanen, Sie hätten besser beim „Exklusiv für Sie, lieber Leserinnen und Leser“ einen Punkt gemacht, dann den zweiten Abschnitt und die Badewanne weggelassen und sich dem Leiden des Campers hingegeben. Das hätte etwas poetisches. Der arme, mittellose Autor, der alles für seine Texte auf sich nimmt. Und die liebevolle Familie, die ihm beisteht, in guten und in schlechten Zeiten. Vielleicht wäre das Thema dieser Diskussion dann wirklich Leben im Wohnwagen gewesen, Wer weiss? 😉

    • Muttis Liebling sagt:

      Aber es geht in der Geschichte nicht um das Leben im Wohnwagen.

      • 13 sagt:

        Aber auch nicht um die Badewanne, oder?

      • Den zweiten Abschnitt weglassen? Meine geliebte Badewanne und damit mich verleugnen. Niemals!

      • 13 sagt:

        Na, in Ordnung, wenn Sie darauf bestehen, müssen Sie wohl damit leben, dass wahre Künstler nicht von allen verstanden werden 😉

        @ Sp
        Ich hätte auf beides getippt, wie m.E. Herr Tschannen das auch bestätigte. Das eine, wichtige und tiefgründige ist die Frage, ob uns etwas Bescheidenheit nicht mal gut tun würde. Und dann als ein Nebenthema, dass der Wohnwagen, der ja u.a. für Freiheit und Unabhängigkeit steht, eben doch nicht so toll ist, wie man es sich vorstellt. Nicht einmal für Kleinkinder. Aber vielleicht gehöre auch ich zu denjenigen, die es eben nicht verstanden haben…

      • Muttis Liebling sagt:

        Es geht nicht um Badewanne und Wohnmobil.

        Ich habe als gelegentlicher Poet Regeln gelernt. Man interpretiert sich nicht selbst. Ein Autor darf keine Hinweise auf seine Grundintention geben.

        T. macht hier eine relativ banale Nummer und es ist traurig, die so an den Lesern vorbei fliegen zu sehen.

        Aber es steht auch nicht an, lebende Autoren zu tief zu kritisieren. Das macht man nicht und es ist wichtig, dass man das nicht macht.

        Autoren sind Geschichtenerzähler und niemand käme auf die Idee, die Gebrüder Grimm als mordlüstern zu bezeichnen, nur weil es in allen ihren Märchen Tote gibt.

      • Um den Diskussionen ein Ende zu setzen: Es geht im Text ganz eindeutig und ausschliesslich um die freistehende Badewanne. Sie steht sinnbildlich für den Geist des Ich-Erzählers, der sich nicht durch wandbefestigte Armaturen seinen Platz im Raum zuweisen lässt. Der Wohnwagen und der Brecht sind lediglich metaphorische Antagonisten, die dem Ich-Erzähler den Weg zu seiner Badewanne … und damit einer neuen, aufklärerischen Bewusstseinsebene versperren wollen. (Aus „Königs Erläuterungen – Die Papablogsen des jungen Tschannen“)

      • Muttis Liebling sagt:

        Womit bewiesen wäre, das selbst Autoren ihre eigenen Texte nicht verstehen. Oder bewusst falsche Spuren legen.

        Wir können das nicht klären, genau das liegt in der Natur der Sache. Sollten Sie vor mir sterben. kann ich Ihre Texte analysieren. Vorher nicht. Sie werden mir immer widersprechen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Also zusammenfassend: der einzige, der den Text richtig verstanden hat, ist Nuttis Liebling. Noch nicht mal der Autor selber hat kapiert, was er da geschrieben hat…

      • 13 sagt:

        Also, ein bisschen enttäuscht bin ich nun schon. Da war ich mir trotz Ihrer Kritik am spartanischen Lebensstil sicher, dass es der Wohnwagen ist, mit dem man da immerhin um die Welt reisen könnte, für die Unabhängigkeit und Abenteuerlust steht. Und nun outen Sie sich als einer, der Freiheit darin sieht, in der eigenen Badewanne ohne direkten Wandkontakt zu baden. Das macht Sie irgendwie etwas langweilig. Immerhin ist bei der zweijährigen, die einen Wohnwagen demoliert noch nicht alles an Abenteuerlust verloren. Die Hoffnung bleibt also bestehen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Zumindest hätte man sich mit dem Wohnwagen den zweiten Wohnsitz auch gleich sparen können. Zumindest solange er noch Räder hat.

    • Sportpapi sagt:

      Ah, es ging um Leben im Wohnwagen? Nicht um Pendeln zwischen zwei unterschiedlich luxeriösen Wohnsitzen? 🙂

  • 13 sagt:

    Sehr schöner Beitrag und soviel Wahres dran. Ich merke jeweils schon in den Ferien, dass man, wenn man mit 10% dessen auskommen muss, was man zu Hause hat, eigentlich gar nichts vermisst. Ich bin dann immer voller Tatendrang, zu Hause mal richtig auszumisten und sich zu beschränken und tue es dann doch nicht. Ich habe als Kind zu viert in einer 36 qm grossen Wohnung gelebt. Dass es uns an irgendetwas gefehlt hat, könnte ich mich nicht erinnern. Und heute hilft mir das immer noch die Relationen zu sehen, wenn der Wunsch nach mehr aufkommt.

  • Carlita sagt:

    Ich denke an die Flüchtlingsfamiluen in Idoneni. Auf sie wartet am Ende des “Abenteuers“ keine freistehende Badewanne.

    • Michu sagt:

      …und auch kein Porsche, kein eigenes Haus, kein …

      Und trotzdem erfreuen sich andere Personen daran.

      Aber ich werde jetzt bei jedem Apfel, den ich kaufe, an die Flüchtlingsfamilien in Idoneni denken. Oder an die armen Leute in Syren, oder im Irak. Was wollte ich schon wieder kaufen?

      • Jo Mooth sagt:

        Aha, Sie beissen also gleichgültig in einen Apfel, während andere in der jämmerlichen Kälte auf eine frei stehende Badewanne warten müssen?

      • Carlita sagt:

        Ich bringe die äpfel dort vorbei.

      • Michu sagt:

        @Carlita: Sicher doch. Und nebenbei haben Sie noch Zeit, um am PC Blogbeiträge zu kommentieren.

        Moment: Ein PC? Sie Unmensch!
        Die da unten haben nichts und Sie haben einen PC?
        Oder sind Sie gerade auf dem Weg und bringen den Laptop vorbei?
        Dann entschuldige ich mich.

    • Felix Stern sagt:

      Carlita: Wenn Ihnen die Geschichte hilft, sich vorzustellen, wie es den Leuten in Idoneni geht, dann war es schon einmal nicht schlecht.

      • Carlita sagt:

        @Michu, ich habe ja gesagt, ich bringe Äpfel.
        @Frlix Stern, die Situation ist wohl kaum vergleichbar. Ich willnicht wegsehen und meine “Äpfel“ sind ein Tropfen auf dem heissen Stein.

  • Jo Mooth sagt:

    Einmal mehr ein Superbeitrag von Brechts Vater. Lese ich immer mit grossem Vergnügen, obschon mir das Mamathema mit seinem – hier glücklicherweise abwesenden – Berufmitprivatlebenzuvereinbaren-Gejammer allmählich auf den Geist geht.

  • Mara sagt:

    Na ja Herr Tschannen, Sie waren bestimmt der falsche Mann für den Wohnwagen, und das erst noch im Winter mit einem kleinen Kind. Wie kann man nur so naiv sein…wir haben viele Jahre Camping gemacht, zuerst mit dem Zelt, später mit dem Wohnwagen, so schöne Ferien am Meer hätten wir uns sonst gar nicht leisten können, ausser eben mit Camping. Natürlich ***** ist es nicht, aber es ist immerhin das eigene Bett, das eigene Geschirr und die eigene Toilette…die man halt ab und zu leeren muss. Bleibt noch zu erwähnen, die vielen Kontakte mit Leuten aus aller Herren Länder, das gibt es im ***** nicht, das hat man eben nur auf dem Campingplatz. Und das Meer oder der See sind allemal tausendmal besser als die freistehende Badewanne.

    • Naiv ist mein zweiter Vorname. Aber machen Sie mir jetzt nicht die freistehende Badewanne ranzig. Das wird mein Meer!

      • Mara sagt:

        Nein Herr Tschannen, ich gönne Ihnen die Badewanne von ganzem Herzen, geben Sie eine Handvoll Meersalz ins Wasser, aus der Konserve kommt Merresrauschen, schliessen Sie die Augen und geniessen Sie das Meerbad… nur was mich nicht wundert ist, dass genau diese Badewanne die Leute so auf die Palme bringt, und kein Mensch hat Erbarmen mit Ihnen und der Brechti, dass Sie im Wohnwagen darben müssen, ist das etwa doch Neid??

      • Noch schlimmer: Niemand bedauert uns dafür, dass wir keinen Steamer, keinen Tumbler und keinen Balkon haben. Die Gesellschaft ist abgestumpft.

    • Christoph Bögli sagt:

      Der Artikel macht doch gerade klar, dass es eben zwei ganz verschiedene Paar Schuhe sind, ob man für zwei, drei Wochen irgendwo unter der Sonne Italiens campiert und sich jeden Abend mit reichlich Vino in den Schlaf wiegen kann, oder ob man den winterlichen Alltag im Wohnwagen verbringen „muss“.

      Dass im Urlaub Lebensformen toll sind, die man sich ohne zeitliche Beschränkung und Vorzugsbedingungen sonst nie im Leben antun würde, ist eigentlich eine Binsenweisheit..

    • Habig Regula sagt:

      Herr Tschannen: ich habe gerade einen Lachkrampf wegen des Gestürms, das Sie mit Ihrem heutigen Beitrag auslösen. Ihre Badewanne bringt mich auch nicht auf die Palme, ich gönne Sie Ihnen von Herzen. Aber aus Neugier möchte ich doch gerne wissen, warum Sie denn mit soviel Umtrieb und Entbehrungen Ihre Wohnung umbauen, anstatt einfach umzuziehen, vielleicht sogar in eine Wohnung mit Balkon? (Muttis Liebling braucht gar nicht zu antworten, ich kann mir denken, was er schreiben würde).

      • Ich mag das Gestürm ja fast etwas lieber als die ernsten Diskussionen.

        Der Umbau ist ein Wunschkind und mit keinem Umzug zu ersetzen. Die Entbehrungen (Balkon, Steamer) sind natürlich freiwilliger Natur und der Wohnwagen wie geschrieben eine Tortur, die ich in derselben Situation wiederholen würde.

  • Mamivon4 sagt:

    Wir wohnen seit Jahren zu sechst in einer Drei-Zimmer-Wohnung…und ja, es ist übel. Zumal die Kinder immer grösser werden und die Wohnung immer kleiner.

    • Anh Toàn sagt:

      @Mamivon4 „…seit Jahren zu sechst in einer Drei-Zimmer-Wohnung….“

      Das muss aber nicht sein in der Schweiz. Oder ich habe etwas verpasst.

      • Mamivon4 sagt:

        Naja, müsste nicht, aber Papi will hier nicht raus.

      • Anh Toàn sagt:

        @mamivon4

        Solange man Optionen hat, ist nichts schlimm. Schlimm ist, keine Optionen zu haben.

        Und für die Mittelklasse eines Schwellenlandes sind 70m2 für 2 Erwachsene und 4 Kinder nur insofern ungewöhnlich, dass es eher mindestens 3 Erwachsene wären, zwei die arbeiten und einer, der auf die Kinder und die Wohnung aufpasst und ein Teil der Kinder Cousins wären, so viele Kinder kann sich die Mittelklasse nicht leisten. Die Armen kosten Kinder nichts, die Reichen können sich Kinder leisten. Der Mitte fressen viele Kinder die Haare vom Kopf.

  • Anh Toàn sagt:

    Was mir sehr gefällt: „So ein Wohnwagen kalibriert die Anspruchshaltung ordentlich nach unten.“ und „Noch viel schneller gewöhnt man sich übrigens an üppigen Komfort.“

    Was mir fehlt: Man merkt, dass man sich plötzlich wieder über ganz einfache Dinge freuen kann, wie ein paar Sonnenstrahlen welche das Kondenswasser bekämpfen. Zu spüren, wie Enge auch Nähe, Zusammengehörigkeit und Sicherheit, kurz Geborgenheit fühlen lässt. Kaum ein Geräusch, ausser Meeresbrandung oder ein Bach) so beruhigend wirkt, wie aufs Dach prasselnder Regen (solange die Hütte trocken bleibt). Man kann erkennen, wie wenig es braucht, damit wir ein Lachen oder ein Lächeln im Gesicht haben.

  • Stella sagt:

    Für mich tönt das nach Jammern auf hohem Niveau. Die freistehende Badewanne war so teuer, das ihr euch nur noch den geliehenen Wohnwagen leisten konntet? Eine freihstehende Badewanne kostet in der Schweiz 5000 Franken und in Deutschland etwas weniger. Das kann ja wohl nicht der Ausschlag gegeben sein:) (Immerhin hat man einBudget zur Verfügung, wenn man am Bauen ist) Das Problem an diesem Artikel, die Passagen, welche nicht ganz ernst gemeint sind, finde ich nicht witzig, sorry! Und alles ist etwas lustig konstruiert oder eben nicht. Ich habe vom Ihnen schon besseres gelesen.

    • Es tut mir leid, Sie enttäuscht zu haben. Wie immer gilt: Ich bin offen für Themenvorschläge und Sie dürfen sogar wählen, ob ich das Thema ernst oder konstruiert lustig abhandle.

      Jetzt zum wichtigen Teil: Eine Auswahl an schönen freistehenden Markenbadewannen gibt es im Schweizer Fachhandel ab ca. 3’000.- (Acryl) bzw. 4’000.- (Mineralguss). Ihr Sanitärinstallateur erhält auf diesen Listenpreis einen saftigen Rabatt, den er Ihnen gerne weitergibt.

      Unter uns Pfarrerstöchtern: Die Badewanne hat nicht wirklich den Ausschlag für den Wohnwagen gegeben. So viel künstlerische Freiheit müssen Sie mir dann doch zugestehen.

    • Hotel Papa sagt:

      Das Konzept von ironischer Überspitzung ist Ihnen geläufig?
      Die Badewanne musste als Sündenbock für sämtliche Luxuswünsche im Budget herhalten.

    • Muttis Liebling sagt:

      Sehen Sie Herr T., ob Stella, Mara, Carlita und das nächste Dutzend. Alle verstehen Ihre Geschichte nicht. Ironie wird nicht mal dann verstanden, wenn die aus jedem Satz nur so heraus tropft. Die Damen wollen jeden Satz wortwörtlich lesen.

      • Und trotzdem ist es keine Option, auf Ironie zu verzichten. Ironie ist etwas wunderschönes. Fast so schön, wie das Wunder der Geburt.

      • Sportpapi sagt:

        Ich verstehe die Geschichte auch nicht. Obwohl ich nicht jeden Satz wörtlich nehme.

      • Suchen Sie weiter, lesen Sie den Text noch ein paar Mal. Die Geschichte hat eine ganz wichtige aber raffiniert versteckte Botschaft.

      • Muttis Liebling sagt:

        Raffiniert versteckt ist in dieser Geschichte rein Garnichts. Die Geschichte ist so einfach, dass ich mir den Proll- Vergleich Bochum nicht ersparen konnte.

        Interessant ist nur, dass SP, Stella und Mara und was weiss ich wer noch, die anders lesen, als ich. Ironie allein ist das nicht.

    • Stella sagt:

      @Hotel Papa ja Ironie ist mir geläufig, sehr sogar, aber ich habe es schon mal geschrieben, ich fands nicht witzig, vielleicht bin ich total humorlos, das könnte ihr Vorwurf sein.
      @Muttis Liebling nein stimmt nicht, dass es voll Ironie tropfen muss, ich finde es zu sehr konstruiert, das ist nun mal meine Meinung.
      @Markus Tschannen ich bleibe dabei, sie können das besser, viel besser sogar. Vielleicht ist das nicht ein aufbauendes Kompliment, aber es ist eines.

      • Danke, ich nehme es auf jeden Fall als Kompliment. Übrigens: Auch ich mag – aus verschiedenen Gründen – nicht jeden meiner Blogbeiträge gleich. Allerdings habe ich auch nicht den Anspruch, jeden perfekt zu finden. Der Blog als Textform lebt m.E. eher von den persönlichen als von den geschliffenen Texten. Und was Sie als konstruiert wahrnehmen, ist vielleicht einfach mein Leben. 🙂

      • tina sagt:

        ich fands lustig zu lesen, wie immer :). tiefere botschaft fand ich nicht, suchte ich aber auch nicht. kann bestätigen, dass auch ich auf anhieb behauptet hätte, die kinder hätten wohnwagen sicher toll gefunden, aber nun sehe ich: quatsch. zu eng. ich selber mag campingplätze aber zelten nicht. wohnwagen waren mir zu klein, ich mietete aber öfter mobilhomes. aber nur im sommer im süden.

    • Ärgerlich, Sie haben mich entlarvt. Aber tun Sie sich einen Gefallen und besuchen Sie mal wieder Bochum.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich bin wahrscheinlich einer der ganz wenigen Ostdeutschen, die Bochum schon vor 30 Jahren kannten. Als ich den Westen schon am Geruch und nach den ersten drei Wörtern an der Sprache erkannte.

        Wie schon mal heute erwähnt, vielleicht kann man wirklich so eine Art ernst zu nehmende Proll- Kultur aufbauen. Gabi ist nicht nur doof, sie ist Gabi.

        Bochum ist nicht umsonst Kultur- Hauptstadt geworden. Düsseldorf würde eher keiner mit Kultur in Zusammenhang bringen.

    • lichtblau sagt:

      Herr Tschannen als (der beliebteste?) Papablogger hat uns schon einigen Einblick in sein Leben mit dem kleinen Brecht gewährt und damit viele amüsiert. Die heutige Geschichte ist eine Fortsetzung davon. Die Familie hat mit dem winterlichen Camping etwas Besonderes erlebt, was offenbar nur bedingt zur Nachahmung empfohlen wird. Das ist doch durchaus erzählenswert? Was gibt’s hier zu kritteln?

  • Habig Regula sagt:

    Zwei Fragen beschäftigen mich gerade: was kann an einer freistehenden Badewanne so toll sein, dass man solche Qualen auf sich nimmt, und wie kann der Umbau eines Badezimmers neun Monate dauern? Warum nimmt man „Wohnen“ in so einem Wohnwagen im Winter freiwillig auf sich? Dass es keine Alternative gab, kann ich nicht glauben.

    • Muttis Liebling sagt:

      Eine Frage beschäftigt mich: Ist es so schwer, eine Geschichte zu verstehen?

      Herr T. erzählt als Lohnschreiber eine Geschichte, in welcher eine freistehende Badewanne und ein Wohnwagen vorkommen. Ob es die auch in der Wirklichkeit gibt, darüber sagt die Geschichte nichts. Es ist nicht Sinn und Zweck einer Geschichte, etwas aus der Wirklichkeit nachzuerzählen.

      • Leider fallen mir immer nur Geschichten ein, die ich auch erlebt habe. In dem Sinne: Ja, die freistehende Badewanne gibt es (hoffentlich bald), den Wohnwagen auch (noch). Um die Fragen von Frau Habig zu beantworten: Eine freistehende Badewanne ist selbstverständlich unnötiger Luxus, sieht aber schön aus. Der Umbau des Badezimmers dauert nicht neun Monate, aber der Umbau des Hauses. Es gab Alternativen, aber der Wohnwagen hat logistische Vorteile, weil wir damit nahe bei der Baustelle wohnen können. Das gesparte Geld ist ein sehr willkommener Nebeneffekt.

      • Habig Regula sagt:

        Irgendeinen Sinn sollte die Geschichte aber haben, sonst langweilt sie oder ist sogar wie im vorliegenden Fall ärgerlich. Ich finde es geradezu pervers, mit so einem Erlebnis anzugeben in einer Welt, in der viele Menschen liebend gerne auf solche Lebensumstände verzichten würden – nur haben sie leider keine Wahl. Es ist nicht gerade sensibel, herauszuposaunen, was für einen Luxus (?) man sich zuhause dann leistet, und dass man dafür doch gerne ein wenig leidet. Ich empfinde das nun einmal als Hohn gegenüber Menschen, die aus Not so wohnen müssen. Jetzt bin ich gespannt, ob Sie meinen Gedankengang verstehen, das kann ja nicht so schwer sein.

      • Luxus ist jetzt doch etwas übertrieben. Nach der Badewanne hört’s dann nämlich auch schon auf.

        Ich sehe Ihren Punkt, verstehe die Empörung aber nicht ganz. Ich gebe doch nicht „mit meinem Erlebnis an“ und richte mich schon gar nicht gegen mittellose Menschen. Wäre es sensibler, wenn wir während dem Umbau in einem Luxushotel nächtigen würde?

      • Muttis Liebling sagt:

        Frau Habig, trotz Hilfestellung verstehen Sie die Geschichte nicht. Die Badewanne ist nur die Deko, gehört aber nicht zur Geschichte. Die Geschichte kann man in einem Satz erzählen, auch ohne Wohnwagen, der ist auch nur Metapher.

        Herr T. da sehen Sie, was passiert, wenn man dem Leser gestattet, Ich- Erzähler mit Autor zu identifizieren. Dann verpufft die Geschichte und plötzlich werden Sie, der Autor, zum Gegenstand. Rollenwechsel von erzählerischen Subjekt zum Objekt.

        Ich nehme nicht an, Sie hätten beabsichtigt, sich als charakterbehaftete Person darzustellen und dafür, nicht für die Geschichte, kritisiert zu werden.

      • Ach wissen Sie, wenn ich wirklich zwischen literarischer Figur und meiner Person abgrenzen möchte, müsste ich das ja viel entschiedener tun.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich glaube, das ist die Facette, welche ich nicht verstehe. Das Kokettieren mit der Verwechslung. Sie beabsichtigen, fehlinterpretiert zu werden.

        Ist für einen Autor auch eine bequeme Haltung. Man bedient in zwei Richtungen und kann sich ggf. in die eine zurückziehen.

      • Ich beabsichte nicht, mich irgendwohin zurückzuziehen. Ich will diese Abgrenzung schlicht nicht machen und mir die Freiheit bewahren innerhalb eines Satzes zwischen persönlicher Erzählung und literarischer Rolle zu springen. Wer mir vorwerfen will, ich würde mir auf Kosten von Flüchtlingsfamilien in Idomeni eine freistehende Badewanne leisten, soll das ruhig tun. Ist ja auch eine Form von Kunst.

      • Michu sagt:

        „auf Kosten von Flüchtlingsfamilien in Idomeni eine freistehende Badewanne leisten“

        An Ihrer freistehenden Badewanne klebt Blut!

        Ihre freistehende Badewanne ist mit Blut unschuldiger gefüllt!

        LOL!

        Früher waren es Blutdiamenten, heute ist es die freistehende Blutbadewanne.

        An Wand grenzende Badewannen sind klar davon ausgenommen. Die wurden alle Fair-Traid hergestellt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Mag sein, Ihre Haltung ist eine Form von Kunst. Wenn ich mir die jüngst verstorbenen Musiker anschaue, ist das immer auch das Spiel zwischen der Identität und der Maske.

        Ich bin in der Brecht’schen Kultur erzogen.

        ‚Glotzt nicht so blöd, das ist nur Theater!‘

        Der Künstler distanziert sich von seinen Figuren.

    • Habig Regula sagt:

      Ich bin gar nicht empört, und begriffsstutzig ist hier einzig und allein Muttis Liebling. Also nochmal: ich habe absolut nichts gegen Luxus, geniesse ihn auch gerne, wenn er mir begegnet, nur habe ich die Einstellung, dass man es aus Taktgefühl heraus vermeiden sollte, mit dem Gegenteil, dem Elend, zu spielen und sozusagen zu kokettieren. Kälte, Feuchtigkeit (und Hunger) sind nun einmal einfach nicht komisch. Nein, ich denke auch nicht beständig an Flüchtlinge in Idomeni, aber ein wenig Feingefühl mit bestimmten Themen schadet doch auch nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Herrn T.’s Geschichte handelt nicht von

        ‚dem Elend, zu spielen und sozusagen zu kokettieren. Kälte, Feuchtigkeit (und Hunger)‘

        die Geschichte handelt überhaupt nicht von Menschen. Sie handelt von besonderen Subjekt- Objekt- Verhältnissen. Sie verstehen die Geschichte selbst nach mehrmaliger Hilfestellung nicht.

        Die Geschichte ist abstrakt erzählt, nicht gegenständlich. Selbst wenn tatsächlich etwas passiert wäre, was in der Geschichte erzählt wird: Es ist bedeutungslos.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Wie kommen Sie auf die Idee, dass Sie jeweils als einziger die Geschichte richtig sehen?

      • Sportpapi sagt:

        Mich erinnert das an den Geisterfahrer, der sich wundert, dass alle anderen…

      • Muttis Liebling sagt:

        SP, nicht als Einziger und Herr T. widerspricht nicht.

      • Ganz im Gegenteil, der guckt auch noch geheimnisvoll.

      • Muttis Liebling sagt:

        T. Sie können nicht geheimnisvoll gucken.

      • Felix Stern sagt:

        Regula: Was halten Sie von Günter Wallraff? Das ist doch ein Deutscher Author, der sich immer wieder freiwillig in die Situation prekärer Menschen begeben und darüber berichtet hat. Seine Bücher waren vor allem in linken Kreisen sehr beliebt, weil er das Leben im Präkariat geschildert hat. Man bekommt konkret mit, wie es so ist, wenn man ein schlichtes Leben führt. War das nun ein Angeber? Hätte er das aus Taktgefühl heraus sein lassen sollen? Ich finde: Nein. Ist es „spannend“ zu lesen, wie es sich im Winter in einem Wohnwagen lebt? Es geht. Für mich aber etwas Neues, weil ich es nie tat, nie tun werde und mich nie mit dem Gedanken beschäftigt habe, wie das konkret sein könnte.

    • Habig Regula sagt:

      Felix Stern: Von Günter Wallraff kenne ich nur „Ganz unten“ und habe es mit gemischten Gefühlen gelesen. Ohne Not in so ein Leben einsteigen, von aussen, und dann aus der eigenen Sicht und in einem Stil darüber berichten, wie es ein echt Betroffener gar nicht könnte, kommt mir eben ein wenig effekthascherisch vor. Man kann so herrlich „anprangern“, man gehört zu den „Guten“ – und was hilft es eigentlich irgendwem (ausser dem Verlag, der das Buch verkauft). Das bezieht sich jetzt auf Günter Wallraff, natürlich, nicht auf die freistehende Badewanne.)

      • extraterrestre sagt:

        @Habig Regula: ich verstehe Ihre gedanken und habe ähnliches gedacht beim lesen.wieviele menschen auf dieser welt gäbe es wohl, die liebend gerne mit familie tschannen tauschen würden. mehr als solche, die es nicht möchten, denn bei allem regen, den sie ertragen mussten, hatten sie immer noch zu essen, eine krankenversicherung, arbeit, etc., das ist der wahre luxus, nur wissen das die wenigsten leute zu schätzen, weil es selbstverständlich geworden ist (ist es aber für die meisten menschen dieser welt nicht). die idee, dass verzicht auf „sogenannten“ luxus (viel platz, etc.) gut tun kann hätte man vielleicht auch sonst irgendwie beschreiben können.

      • Felix Stern sagt:

        Regula: Es ist effekthascherisch und es hat etwas voyeuristisches an sich. Aber es hat auch etwas Gutes an sich. Man illustriert die Situation der Betroffenen aus der eigenen Erfahrungswelt heraus. Wie Sie ja sagen, der Betroffene selbst kann es oft nicht. Zum einen muss man das Handwerk der Schriftsteller beherrschen und zum anderen kann man als Betroffener seine eigene Situation nicht aus Sicht eines Mitglieds der Mittelschicht beobachten. Es fehlt die Perspektive. Ich denke, solche Texte bewirken aber etwas. Ich denke, Walraff hat auf Missstände aufmerksam gemacht, die sonst nicht zur Sprache gekommen wären. Das ist ein erster Schritt, um etwas zu bewegen. Und vor dem Hintergrund finde ich diesen Text gar nicht so schlecht.

      • Felix Stern sagt:

        Sie haben sicher von Harriett Beecher Stowe gehört, die „Onkel Tom’s Hütte“ geschrieben hat. Lincoln ist ihr zu Beginn des Bürgerkrieges begegnet und hat ihr (sinngemäss) gesagt: Sie sind also die kleine Frau, die diesen Krieg ausgelöst hat. Anders ausgedrückt: Die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei in den USA wurde durch „Onkel Tom’s Hütte“ massgeblich beeinflusst, weil es den Zeitgenossen erlaubt hat, die Welt aus den Augen der Sklaven zu sehen. Das ist oft wirkungsvoller als mit irgendwelchen ethischen Argumenten abstrakt darzustellen, warum ein Verhalten oder eine Situation nicht tragbar ist.

  • Lucrecia sagt:

    Freiwillig temporär so zu leben, als wäre man unter der Armutsschwelle, ist tatsächlich eine sehr gute Übung. Dann weiss man, was wirklich zählt und ist man im Endeffekt freier, weil man weiss, worauf man verzichten kann. Ob man campt, als armer Backpacker reist oder so was tut, was Sie getan haben, ob man seine Ausgaben freiwillig und zeitweise maximal einschränkt, weil man das Geld für andere Zwecke einsetzen will, alles kann bereichernd wirken.

    Auch aus zu viel Luxus, Comfort, Geld kann man lernen. Denn wenn man es alles schon hatte und die Erfahrung machte, wie unwichtig es alles ist, wie wenig es im Endeffekt zum Glück beiträgt, begehrt man es nicht mehr. Dann ist man auch freier.

  • Reto sagt:

    Brecht…

  • Anh Toàn sagt:

    Der Wohnwagen ist nicht das Problem, der Winter ist das Problem. Wohnwagen sind nicht geeignet, sich darin aufzuhalten, ausser zum schlafen. Sie sind Wohninfrastruktur transportierbar gemacht, aber halt kein bzw. kaum Raum zum wohnen. Wenn man nicht draussen unter einem Vorzelt Kochen, Essen, Spielen, Sein kann, ist der fehlende Raum kaum zu ertragen. Im Sommer wird’s darin zu heiss zum schlafen, draussen, geht nur wenig über eine gute Hängematte.

    Boote haben den Vorteil, dass die Temperatur in Ihnen vom umgebenden Wasser zumindest gemässigt wird: Ist die Luft kalt, wärmt das Wasser, ist sie heiss, kühlt es. Aber auch Boote sind nur lustig, wenn man die meiste Zeit draussen sein kann.

    • Martin sagt:

      Auf dem Boot, da muss man einen festen Magen mitbringen.

      • Anh Toàn sagt:

        Nirgendwo schläft man besser, als auf einem leicht schwankenden Boot mit nicht zu lautem Brandungsgeräusch.

        Nicht umsonst wiegen wir Kinder in den Schlaf.

      • Muttis Liebling sagt:

        Im Nachtzug.

      • Anh Toàn sagt:

        @ML: Wir tanzen zum Takt von Maschinen, vielleicht kann man damit auch am besten schlafen, ich jedenfalls nicht. Einen Nachtzug vergleiche ich damit, mit einem kleinen Boot in einem Industriehafen an der Hafenmauer zu liegen. Harte Schläge helfen mir nicht beim Schlafen, da hilft deren Regelmässigkeit nicht wirklich. Genauso wenig wie das quietschende Geräusch von an Metall reibendem Metall.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Anh Toàn da sind Sie lange nicht Nachtzug gefahren. Ich verbringe meine Feriennächte mehr in Nachtzügen, als in Hotels.

        Die fahren so langsam, da merkt man keine technischen Geräusche. Probieren Sie mal die Strecke Hanoi – Ho Chi Min Stadt (Saigon) aus. Theoretisch könnte man die in 8h fahren. Es ist aber viel schöner, ganz langsam durch Vietnam zu reisen.

      • Anh Toàn sagt:

        8h von Hanoi nach Saigon? Wo haben Sie das her? Das sind 713 Luft- oder nautische Meilen, (1.852 Kilometer), Luftlinie. In etwas weniger als 8 Std schafft der TGV Mailand – Paris, das ist halb so weit.

        Ich halte mich an die Verkehrsmittel, welche die Einwohner verwenden, in den meisten Schwellenländern sind das vor allem Überland Busse. Die Busse sind oft hervorragend organisiert, gemessen an lokalen Standards nahezu luxoriös, Taxidienst von der Bushaltestelle zur Unterkunft ist inklusive. Aber von Hanoi nach Saigon würde jeder Vietnamese, der das Geld auftreiben kann, fliegen.

        Bereits die Angst, vor dem panischen Aufwachen, wenn ein anderer Zug im Gegenverkehr vorbeidonnert, verhindert guten Schlaf.

      • Franz Vontobel sagt:

        Zitat Nuttis Liebling: Um es mal anspruchslos zu machen. Wenn ich schreibe, ich bin schwul, heisst das nicht, dass ich schwul bin. Es heisst nur, das ich gesagt habe, dass ich schwul bin. Diesen gravierenden Unterschied zwischen Realität und Darstellungsebene muss man verinnerlichen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Und nun Vontobel?

        Wenn ich schreibe, ich bin ein Alien, dann besagt das nur, dass ich das schreibe. Es besagt nicht, dass ich das bin.

        Ist das so schwer?

      • Franz Vontobel sagt:

        Nö, ich habs schon kapiert, ich wollte bloss Anh Toan helfen, sie zu verstehen.

        Wenn sie schreiben „Ich verbringe meine Feriennächte mehr in Nachtzügen, als in Hotels.“, dann besagt das nur, dass sie das schreiben. Nicht mehr.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Erinnert an Karl May. Der wusste auch die tollsten Geschichten zu erzählen von Ländern, die er nur aus Büchern kannte.

      • maia sagt:

        Zitat Franz Vontobel „Zitat Nuttis Liebling“ 🙂 – Honi soit qui mal y pense….

      • Anh Toàn sagt:

        @FV: Danke, jetzt habe ich geglaubt, Muttis Liebling verbringt einen Tag in Hanoi und einen Saigon und wohnt dazwischen im Schlafwagen.
        Schlafen kann ich/man auch auf dem Rücksitz eines Mopeds. Sogar auf dem Fahrersitz sind mit kleinem Moped Fahrten auf langen geraden Strassen mit unter dem Hintern vibrierendem Motor, ausreichend monoton, um leicht einzuschlafen, aber weitgehend unbestritten ist der Schlaf zumindest auf dem Fahrersitz nur sehr kurz und man wacht nicht, falls überhaupt, erholt auf.

        In Zügen schläft man auch gerne ein, der Vorteil zum Motorrad ist, man kann das Einschlafen die ganze Nacht wiederholen. Bis um 05:30 mit Getöse Rettung in Form von Kaffee aus dem Thermos der Schaffners oder Instantkaffee kommt. So lernt man den Wohnwagen schätzen.

      • Anh Toàn sagt:

        @ML „Wenn ich schreibe, ich bin ein Alien, dann besagt das nur, dass ich das schreibe. Es besagt nicht, dass ich das bin.“

        Es beweist nicht, dass Sie ein Alien sind. Sie sagen aber, Sie seien ein Alien. Das Gesagte sagt, sie sind ein Alien. Es besagt nicht, dass es wahr ist, das Gesagte. Wahr ist aber immerhin, das es sehr wohl besagt, Sie sind ein Alien. Wollen Sie schreiben, dass Sie nur sagen, ein Alien zu sein, müssen Sie eben schreiben: „Ich sage, ich bin ein Alien.“ Dann hätten Sie aber gesagt, dass Sie in echt gar kein Alien sind, was aber wiederum nicht beweist, dass Sie nicht doch ein Alien sind.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich finde das noch einen spannenden Text. Auch ich habe schon einmal mit dem Gedanken gespielt, in einen Wohnwagen zu ziehen. Es gibt ja Menschen, die dauerhaft in Wohnwagen leben, nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Doch Sozialromantik ist da wohl fehl am Platz: Das sind überwiegend verarmte, an den sozialen Rand getriebene Menschen. Dann habe ich da noch einen Kollegen, dem nach einer Scheidung buchstäblich nichts anderes mehr übrig blieb, als in einen Wohnwagen zu ziehen.

    • Temporär geht’s ja (Scheidung, Umbau, Ferien), aber langfristig muss man wohl entweder der Typ dafür sein oder wirklich keine Alternative haben. Letzteres dürfte in der Schweiz zum Glück selten sein.

      • tina sagt:

        der knackpunkt ist doch das wetter. wenn man im süden draussen lebt, ist wohnwagen nett. bei regenwetter oder kälte ists ein graus

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Knackpunkt ist, dass Herr T. den Wohnwagen nur als Metapher für Anspruchsreduktion benutzt. Herrn T.’s Wohnwagen existiert nur in der Geschichte, selbst wenn er tatsächlich darin ein paar Tage gelebt hätte.

        Um es mal anspruchslos zu machen. Wenn ich schreibe, ich bin schwul, heisst das nicht, dass ich schwul bin. Es heisst nur, das ich gesagt habe, dass ich schwul bin. Diesen gravierenden Unterschied zwischen Realität und Darstellungsebene muss man verinnerlichen.

        Jeder Satz, den ich schreibe, hat einen Sinn. Aber selten den, welchen man im Satz zu lesen meint. So sollte es jeder Schreiber halten. Wenn nicht, wird man verschlissen, wie es der Gründerin dieses Blogs passierte.

        Ganz kurz: ‚Ich‘ bin nicht Ich.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Bei den meisten Beiträgen hier bleibt nicht mehr viel, wenn man die persönliche Erfahrung und die darauf basierende Meinung weglässt.

      • tina sagt:

        wenn du schreibst dass du schwul bist, dann glaube ich dir das, weil es egal ist ob es stimmt, sondern ich finde interessant was du loswerden willst.
        ich bilde mir sowieso nicht ein, die leute zu kennen nur weil ich etwas lese das sie schreiben.
        ich sehe aber nicht was dir zu schaffen macht wenn ich schreibe, der knackpunkt beim wohnwagenbewohnen sei das wetter, denn das ist nunmal so. egal ob die geschichte hier um den wohnwagen so stimmt oder nicht

      • Muttis Liebling sagt:

        SP, das stimmt nicht. Der Mama Blog hat eine klare strategische Ausrichtung. Man kann alle Beiträge auf jeweils einen Satz reduzieren. Es ändert an der Aussage nichts.

        Schau mal von oben, nicht von daneben. Das Subjekt ist klar beschrieben, deren Handlungsvorrat, immer deutlich am Möglichen vorbei und das Objekt ist immer fehlalloziert.

        Das politische Ziel des MB besteht darin, Frauen auf ihrer Fehlposition zu belassen und zu ermutigen, auf bedeutungslosen Nebengleisen sich engagiert zu fühlen.

        So schreibt der MB Zeitgeschichte und das fasziniert mich.

      • Muttis Liebling sagt:

        tina, es mag ja richtig sein, dass Wohnwagen und Wetter korrespondieren. Aber darum geht es nicht. Herr T. hätte auch schreiben können, in einem UFO auf die Renovierung seines Hauses zu warten. Es wäre die gleiche Geschichte, nur mit UFO statt Wohnmobil.

      • Oh Mist, habe ich wieder das Autorenbriefing offen rumliegen lassen?

      • tina sagt:

        ML. das musst du mir jetzt mal ganz genau erklären.
        für mich ist aber zum beispiel sehr interessant, dass du es total nötig hast, dich xfach als denjenigen anzupreisen, der die geschichte richtig verstanden hat, im gegensatz zu allen anderen. passt so gar nicht ins bild. macht nichts. wenns immer passen würde, wärs langweilig. und diese zwischentöne, das sind die, die nicht erfunden sind. da mänschelets

      • tina sagt:

        ah, erklärs mir ganz simpel bitte, sonst ist die mühe umsonst

      • tina sagt:

        kann man nicht alle geschichten auf einen satz reduzieren? aber ich für meinen teil mag gut erzählte geschichten nunmal lieber. ich esse auch lieber gut, als ein konzentrat in pillenform zu schlucken, auch wenn die pille alles notwendige drin hat

    • 13 sagt:

      @ Z M
      Welches Gericht berechnet beim Existenzminimum des Mannes, welches ja geschützt werden muss nur einen Wohnwagen? Das ist sind doch irgendwelche Räubergeschichten, die weitergegeben werden, aber mit der Wahrheit wenig zu tun haben….

      • Zufferey Marcel sagt:

        @13: Nein, das war ein Kollege von mir ganz persönlich. Allerdings ist das 20 Jahre her. In der Zwischenzeit wurde zum Glück einiges geändert.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Wobei: Ginge es nach BR Somaruga, hätte man die Männer ruhig unter den Tisch fallen lassen können, was das Existenzminimum anbelangt:

        http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Maennerlobby-ruestet-gegen-Sommaruga-/story/26956428

        So weit kam es dann allerdings nicht.

      • 13 sagt:

        Lustigerweise galt doch vor 20 Jahren genau jenes Verschuldensscheidungrecht, welches sich heute viele Männer zurückwünschen. Aber ok, ob da auf das Existenzminimum geschaut wurde, kann ich nicht beantworten. Zur BR Sommaruga: Auch sie wollte keinen Eingriff ins Minimum. Einfach eine Zusammenlegung der beiden Vorlagen, die ja eh kommen. Nun einfach 2,5 Jahre nacheinander.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Gut, stimmt. Aber ein Zückerli sprang für uns Männer ja trotzdem raus: Das gemeinsame Sorgerecht (auch wenn’s genau genommen völlig wertlos ist). Verkündet wurde jenes kurz vorher- aus taktischen Gründen, nehme ich an. Damit die Peitsche danach nicht so schmerzt.

        Dafür ist wieder nix mit dem Vaterschaftsurlaub (zweite Peitsche, aber nur ein Zückerli). Als Mann und Vater blicke ich trotzdem weiterhin zuversichtlich in die Zukunft..!

      • 13 sagt:

        @ ZM
        Schön bleiben Sie optimistisch. Meiner als Frau und Mutter ist etwas gesunken, denn die Gleichberechtigung ist immer ein zweischneidiges Schwert.

      • Sportpapi sagt:

        Meiner?
        Dass es zusätzlich ärgert, wenn zur vermeintlichen Benachteiligung nach Trennung auch noch Verschulden des Ex-Partners dazukommt, liegt auf der Hand.
        Ansonsten wäre eine korrekte Umsetzung der Sorgerechtsregelung sehr viel wichtiger als ein paar Tage Vaterschaftsurlaub.

    • Digitaler Nomade sagt:

      Wohl zuviel SRF-Dok „Heimat Campingplatz“ geguckt? Ich wohne seit über einem Jahr als Digitaler Nomade auf eben jenem Campingplatz. Die überwältigende Mehrheit der DauermieterInnen geht einer Arbeit nach und haben sich entweder a.) für diese alternative Lebensform entschieden oder b.) sind nicht bereit, den Mietpreis-Irrsinn der Städte mitzumachen. BTW: Wenn Markus Tschannen und Familie in einen anständigen Wohnwagen oder Wohnmobil statt in die freistehende Badewanne investiert hätten, würden sie die Vorzüge des Wintercampings durchaus zu schätzen wissen.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Können Sie mir mehr über das Leben auf dem Campingplatz erzählen, digital bohemian? Das würde mich echt interessieren!

  • Sportpapi sagt:

    Was nur will uns dieser Text sagen? Dass es keinen Spass macht, wenn man sich nur eine sehr kleine Wohnung/Wohnwagen leisten kann, zumal wenn diese auch noch ständig defekt ist. Und man noch Kinder hat? Das ist nun mal keine Überraschung. Dennoch hätte mich interessiert, was Kinder davon halten.
    Die zweite Wohnung passt allerdings schlecht dazu. Da kommt unweigerlich der Gedanke auf, dass es ja offensichtlich Alternativen gäbe. Alternativen, die viele Menschen, auch in der Schweiz, so nicht haben.

    • Der Autor wollte dezent andeuten, dass entgegen der Volksmeinung auch Kleinkinder im Winter keinen riesigen Spass im Wohnwagen haben. Botschaft 2: Es tut ganz gut, sich mal selber im Komfort einzuschränken, gerade wenn man sich Alternativen leisten könnte.

      Sie dürfen natürlich gerne das Thema Armut in die Diskussion einbringen. Ich stelle mal eine Anfangsthese auf: Man kann als Familie in einer sehr kleinen Wohnung glücklich sein. Dauerhaft in einem Wohnwagen zu wohnen ist dagegen nicht wünschenswert. Es sei denn, man steht auf dieses Survival-Feeling.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Da bietet sich ein neuer Trend in der Architektur an: Mini-Häuser- sehr spannend! Das ist Architektur auf kleinstem Raum, alles drinnen, alles dran und das z. T. auf höchstem Niveau!

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Es ist noch nicht lange her, da haben wir zu fünft in der Dreizimmerwohnung gelebt, die ich eigentlich mal für mich allein gemietet hatte. Schon drei Jahre später kann ich mir das kaum mehr vorstellen. Die Kleinkinder hatte es allerdings damals kaum gestört. Meine Frau hat längere Zeit im Wohnwagen gelebt – das war eigentlich noch spannend. Man merkt dann wieder mal, wie wenig man eigentlich wirklich zum Leben braucht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Es ist schon lange her, da habe ich mit Frau und zwei Kindern in einem Zimmer in einem Schwesternwohnheim gelebt. Küche, Bad, Toilette nur zur Mitbenutzung. Die Enge erzeugt Missempfindungen. Die beiden kinderlosen Mitbewohner sabotieren die Familie, vor allem die Kinder.

        Eine erste richtige Wohnung haben wir bekommen, als ich eine Mitbewohnerin mit dem Messer angegriffen habe und die Staatsanwaltschaft den Zusammenhang zu den Wohnbedingungen sah. Da waren die Kinder 3 und 4 Jahre alt, sprich wir lebten 4 Jahre so.

        Es war eine Gründerzeit Mietskaserne, Ofenheizung, ohne Bad. Toilette war 1/2 Treppe tiefer, für alle Mieter der Etage.

        Eine wirkliche Wohnung, Bad, Toilette, Zentralheizung hatte wir erst als Thea eingeschult wurde. 6 Jahre haben wir eher campiert, als gewohnt.

      • tina sagt:

        sportpapi: eine 3 zimmer wohnung mit 3 kleinkindern geht doch gut. wir haben lange zu viert in einer 3zimmer wohnung gelebt. ein 3. kleines kind hätte es platzmässig gut vertragen. der haken am wohnwagen ist dass die kleinkinder – wie von markus tschannen ja auch betont – am boden zu wenig freiraum haben und alles so unstabil ist.
        allein im wohnwagen: ähm warst du schonmal campen mit kleinkindern? es ist kein vergleich, ob man nur für sich schaut oder eben…

      • Sportpapi sagt:

        Tina, ich gehe jedes Jahr campen. Allerdings muss ich zugeben, nicht mehr so spartanisch wie früher, als ich jedes Jahr Wochen im Zelt verbrachte.

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