Traumjob Vollzeitmutter

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Gebraucht werden, an seine Grenzen gehen. Muttersein ist ein Job, der nicht als solcher anerkannt wird. Foto: Erik Przekop, Flickr.com

Heute in den frühen Morgenstunden hatte ich einen Traum, der mich tief in mein Muttersein geführt hat und zur Erkenntnis, wie sehr ich es geliebt habe, Mutter zu sein. Vielleicht wird mir das erst jetzt bewusst, da es mir fehlt. In der Erinnerung scheint alles einfacher und schöner.

Ich habe es geliebt, weil alles, was damit verbunden war, so nah an mir geschah. Meine Kinder als einen Teil von mir ins Leben zu begleiten und unser Zuhause, unser gemeinsames Leben zu gestalten, schien mir so natürlich und folgerichtig wie kein anderer Job, in dem ich mich versucht hatte. Ich fühlte mich dieser Aufgabe naturgegeben gewachsen und sie erfüllte mich. Natürlich nicht nur!

Manchmal war es ein Saustress, mit einem entthronten Dreijährigen und Zwillingsbabys, wovon eines ein Down Syndrom hatte und wöchentlich zweimal zur Therapie musste. Aber ich erinnere mich, dass ich es damals, unterwegs zu den diversen Therapien, beim Einkaufen mit zwei Poschtiwägeli oder beim Zusammenhalten meiner kleinen Kinder-mit-Hund-Herde beim Waldspaziergang oft genossen habe. Ich wurde gebraucht. Ich hatte wirklich viel zu tun und manchmal ging es hart an meine körperlichen Grenzen, aber ich habe es gestemmt und oft war ich auch ziemlich stolz auf mich wie auf meine wunderbaren, schönen Kinder.

Dieser Job hat mir fast alles gegeben, wonach sich mein Herz gesehnt hat, vor allem viel Liebe, und er hat mich sehr viel gelehrt. Ich konnte meine Kreativität ausleben mit den Kindern, in und um unser Haus und in der wunderbaren Natur, die uns noch immer umgibt.

Dieses kleine Unternehmen, das ich da geleitet habe, erforderte ständiges Mit- und Umdenken, ein hohes Mass an Flexibilität, Mitgefühl, Akzeptanz, Kongruenz und vor allem Liebe. Ich habe unmöglich viele Fehler gemacht, bin daran gewachsen und habe unglaublich viel gelernt, auch über mich. Ich finde, ich habe es ziemlich gut hingekriegt.

Doch etwas Wichtiges hat mir all die Jahre gefehlt: Anerkennung! Dass die gesellschaftliche Anerkennung für diesen Job immer noch weitgehend fehlt, ist nicht nur etwas Privates, sondern geht uns alle an. Obwohl ich 15 Jahre lang vorwiegend als Hausfrau und Mutter tätig war – die Berufsbezeichnung «Familienunternehmerin» kommt mir noch immer nicht wirklich leicht über die Lippen – fühlte ich mich als Versagerin.

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Trösten gehört ebenfalls zum Jobprofil. Foto: Alex Yosifov, Flickr.com

Selber schuld? Ja, klar, wenn ich mir die verdiente Wertschätzung selber versage – mein Problem. Aber warum, so frage ich mich, haben so viele andere Mütter auch damit zu kämpfen. Warum debattieren wir unendlich darüber wie Frau Job und Muttersein sinnvoll vereinbaren kann – das ist ohne Zweifel sehr wichtig – und vergessen oft, dass eben Mutter und Hausfrau sein für einige auch ein erfüllender Beruf wäre. Liegt es am Lohn? Je mehr zu verdienen ist, desto wertiger die Arbeit und grösser die Anerkennung?

«Arbeitest du noch?» war eine Frage, die man mir oft stellte – auch Frauen. Meine Antwort: «Und ob! Ich arbeite sehr viel!» Aber insgeheim fühlte ich mich ohne Job, ohne Lohn, abhängig und wertlos.

Wir diskutieren öffentlich über verschiedenste Familienmodelle, Jobsharing, Krippenplätze, Nannys, wie Frau Kinder und Karriere auf die Reihe kriegen und ob Väter ihr Pensum reduzieren können. Der Vollzeitmutter oder dem Vollzeitvater als Berufsmodell wird wenig bis keine Beachtung geschenkt, zu schlecht das Image, null der Verdienst, der oftmals immer noch als die höchste Wertschätzung rangiert.

Unabhängig davon denken wir öffentlich darüber nach, was Kinder wirklich brauchen. Wie viel Aufmerksamkeit sie brauchen, um sich gut entwickeln zu können, welche Schulform die optimale wäre und wie wir sie als Eltern gut begleiten und stärken können. Aus Erfahrung weiss ich, dass es dazu viel Zeit, Kraft und Geduld braucht. Woher nehmen? Haben wir uns nicht zu viel vorgenommen oder müssen so einiges delegieren an andere Betreuungspersonen? Ich finde das vollkommen okay. Viele Modelle sollen richtig sein und dürfen gelebt werden. Ein Kind braucht Vertrauenspersonen. Das müssen nicht immer Mami oder Papi sein.

Ich persönlich würde mich wieder dafür entscheiden, diese Vertrauensperson für mein Kind zu sein. Ich wollte die sein, dem es sein erstes Lächeln schenkt, ich wollte die Hand sein, die es bei seinen ersten Schritten hält und da sein, um es zu trösten, wenn es hingefallen ist oder den ersten Kummer hat. Vor allem würde ich genügend Zeit haben wollen für mein Kind, auch ausserhalb der heutigen straffen Terminpläne. Darum wünsche ich mir, dass der Beruf der Mutter und Hausfrau oder dann eben doch Familienunternehmerin/er die verdiente Wertschätzung erhält und ein gängiges Berufsmodell wird, gleichwertig mit den anderen und mit einem angemessenen Lohn.

Wer ihn bezahlen soll, dafür habe ich jetzt leider noch keine Lösung.

262 Kommentare zu «Traumjob Vollzeitmutter»

  • Flori Antha sagt:

    Die Botschaft des Artikels ist für mich komplett absurd. Mit vollem Herzen Eltern sein – ja! Aber die Mutter kümmert sich ausschliesslich um die Kinder und der Vater geht ausschliesslich als Lohnabhängiger arbeiten, das erscheint mir völlig abseitig. Warum können nicht beide Elternteile am Leben der Kinder teilhaben?

  • Flori Antha sagt:

    Mir kommt diese Position naiv vor. In allen möglichen Positionen in der Gesellschaft profitieren wir von ebendieser Anerkennung durch die Gesellschaft. Warum sollte das jetzt für Mütter (oder besser Eltern) anders sein?

  • Pixel sagt:

    Ich habe grosse Mühe mit dem Ansatz, die Gesellschaft für eine private Entscheidung in irgendeiner Form zur Verantwortung zu ziehen. Anerkennung, Entlohnung, Verneigung? Vom Ehemann oder Partner, ok. Schliesslich war der dabei. Von der Allgemeinheit? Sorry, das ist perv… Und daneben eine Opferhaltung.

  • Pixel sagt:

    Eine Familie zu gründen ist immer noch ein privater Entscheid. Was hat die Erwerbstätigkeit damit zu tun? Wie man Geld verdient ist eine Sache, wie man für den Nachwuchs sich sorgt eine andere. Ich verstehe die Vermischung nicht. Was ist die Aussage?

  • Luise sagt:

    Mutter wird und bleibt man. Aber wie lange? Wird frau gleich Vollzeit-Grossmutter? Oder wieder Vollzeit-Ehefrau? Oder will sie mit 50, 55 Jahren in ihren Beruf einsteigen, ohne jegliche Praxis?

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Was mich bei solchen Diskussionen immer wieder auffällt und stört, ist die doofe Bezeichnung „Vollzeitmutter“. Himmel, Mutter ist und bleibt man immer, und zwar unmittelbar nach der Geburt des ersten Kindes. Ich bin weder Vollzeit- noch Teilzeitmutter, sondern einfach Mutter, auch dann, wenn die Kinder in einigen Jahren ausgezogen, erwachsen und auf eigenen Beinen stehen. Mutter bin ich aber auch, wenn ich auswärts meiner Erwerbstätigkeit nachgehe und die Kinder durch andere Personen betreut werden. Da spricht dann ja zum Glück auch keiner von Teilzeitsohn und Teilzeittochter ;). Genau so wenig wie ich Teilzeitehefrau bin, wenn ich mit meiner besten Freundin ein Wellness- oder Shoppingweekend verbringe ;). Dies nur als kleiner Denkanstoss…

  • Annika sagt:

    Sie sprechen mir aus der Seele! Wunderschön geschrieben! Vielen Dank!

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Damit sich diesbezüglich endlich etwas in Richtung mehr Wertschätzung ändert, müssen die Mütter selber bei sich anfangen, zusammenstehen und sich gegenseitig stärken und unterstützen statt sich gegenseitig anzufeinden (erwerbstätige Mütter gegen nicht mehr erwerbstätige Mütter und umgekehrt). Denn jedes Familienmodell ist ok und hat seine Berechtigung. Was für die eine Familie stimmt, stimmt für die nächste schon nicht mehr. Egal für welches Modell sich eine Familie entscheidet: Hauptsache, es stimmt dabei für alle direkt Betroffenen und Beteiligten (Eltern wie Kinder)! Ich bin froh, dass ich nicht zwingend weiterhin arbeiten muss, sondern darf und finde die Teilzeitstelle, wo ich über andere Themen spreche als nur über Kinderzeugs, eine grosse Bereicherung, tolle Abwechslung und Ablenkung

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Egal ob weiterhin noch Teilzeit erwerbstätig oder nicht mehr: Wir sind alles in erster Linie Mütter, die täglich das Beste tun und versuchen für ihre Kinder und ihre Familie und enorm viel leisten. Wir leisten sicher nicht weniger als erwerbstätige Kinderlose, halt einfach auf einer anderen Ebene: denn schliesslich formen und bilden wir unsere Zukunft, die nächste Generation. Und dies verdient endlich mehr Respekt, Wertschätzung und Achtung! Doch so lange Muttersein von einigen nach wie vor belächelt und auf „Käfele“, Plöischle, Kinder bespassen und bisschen Haushalt reduziert wird, wird sich wohl noch lange nicht viel ändern, in dieser (Hoch)-Leistungsgesellschaft, wo zählt, wer A) Geld und B) vor allem viel Geld scheffelt…

  • dr house sagt:

    wunderschönen beitrag. doch wertschätzung ist etwas anderes, als geld (bekommen). vergessen wir nicht, dass es primär die frauen waren und noch immer sind, die das ansehen der frauen, die sich fürs familienfrau sein entscheiden, diskriminieren. heute geht diese diskriminierung durch alle bereiche des lebens und wird von den medien noch so gerne zelebriert. überall ist nur die frau gut, die «karriere» macht.
    diese «karriere» ist hohl und leer und man betrügt sich und seine kinder während des «karrieremachens» um wertvolle lebenszeit, die nie zurück kommt. für alles geld der welt nicht.
    den frauen die sich diesem terror widersetzen und sich um ihre kinder kümmern, gehört meine anerkennung! bravo!

  • Andrea sagt:

    Null Verdienst? Der Vater/Ehemann bezahlt ja bei diesem Modell den gesamten Unterhalt der Familie und somit auch denjenigen der Vollzeitmutter (was für ein bescheuertes Wort, dann wäre ich ja Teilzeitmutter, nur weil ich Teilzeit arbeite). Indirekt ist das meines Erachtens sehr wohl auch ein Verdienst.

  • Franziska Furrer sagt:

    Ja, auch ich liebe es Mutter zu sein. Und ja, es wird wohl eher belächtelt, wenn man so denk. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre ein erster Schritt in eine Lohnmöglichkeit, wenn sie auch bescheiden ausfallen würde. Aber immerhin ein erster Schritt.
    Auf jeden Fall finde ich es enorm wichtig, dass der Mutterberuf in der Gesellschaft wieder seine Wichtigkeit erhält. Ich bin der Überzeugung, das würde vielen Kindern helfen, vielen Frauen auch, der ganzen Familie und somit vielen weiteren Menschen.

  • Susi sagt:

    „Ich persönlich würde mich wieder dafür entscheiden, diese Vertrauensperson für mein Kind zu sein. Ich wollte die sein, dem es sein erstes Lächeln schenkt, ich wollte die Hand sein, die es bei seinen ersten Schritten hält und da sein, um es zu trösten, wenn es hingefallen ist oder den ersten Kummer hat. Vor allem würde ich genügend Zeit haben wollen für mein Kind, auch ausserhalb der heutigen straffen Terminpläne. “

    Und was ist mit dem Vater? Der verpasst ja dann das alles und noch mehr, weil er so beschäftigt ist mit Geldscheffeln, um der Mutter diesen Luxus zu ermöglichen. Vielleicht ist das ja für ihn ok. Aber den Kindern wird dadurch trotzdem die Beziehung zur männlichen Bezugsperson radikal beschnitten.

    • Susi sagt:

      Zudem: Spätestens, wenn die Kinder dann in den Chindsgi gehen, wird dieser „Beruf“ zum Schoggi-Job. Als Au Pair war ich für 3 Kinder (4, 7 und 9 Jahre alt) zuständig und zusätzlich für den Haushalt von 4 Erwachsenen (Eltern, Untermieter, ich), 4 Katzen, Meerschweinchen, Vögel und einen grossen Garten. Das war das lockerste Jahr meines Lebens, nie mehr hatte ich so viel Zeit für Sport, nie mehr war ich stets so ausgeschlafen. Bei Babys ist es anders, klar. Aber diese strenge Zeit vergeht so schnell!

  • Katharina sagt:

    Meine Gedanken zu BGE (mehrteilig):

    Aus Transhumanistischer Sicht ist die Frage BGE Ja oder Nein ein Dilemma, dies weil sentiente, seiner selbst bewusste AGIs (artificial general intelligences, oder sich selbst bewusste intelligente automata) als Bürger im Transhumanen Sinn gelten müssen und daher nicht als Sklaven gehalten werden dürfen. BGE als sozialverträgliche Lösung für den Wegfall humaner Lohnarbeit, weil AGIs bzw. Roboter die materiellen Bedürfnisse der Gesellschaft im Überfluss gewährleisten können, ist langfristig ein ethisches Problem , indem jene Bots, die sentient, intelligent auf einem Level vergleichbar mit Humanen und seiner selbst bewusst, unveräusserliche Rechte im Sinne der Menschenrechte haben werden.

    • Katharina sagt:

      2:

      Langfristigkeit als Zeitrahmen ist dazu sogar fraglich. Obwohl ich die Singularität als messianisches Meme abtue, so sehe ich doch, dass Meilensteine wie Alphago (Deepmind) und Truenorth schneller gekommen sind als angenommen.

      Der Zeitrahmen von 2030 für das Erreichen von AGI auf human-äquivalenter Stufe ist daher plausibel. Besonders, weil die Architektur hinter Deep Learning dem humanen Nervensystem erstaunlich ähnelt und Forschung im Bereich humane Konnektome gerade jetzt Meilensteine der Erkenntnis anpeilt.

    • Katharina sagt:

      3:

      Ich denke, dass BGE schneller kommen muss als viele denken – vor allem im dazu gut positionierten Europa. In realiter sehe ich es aber nicht früher als in 10 – 20 Jahren – falls die zurzeit laufenden Pilotversuche erfolgreich sind. Umgekehrt ist es aber so, dass ASI (artificial specialized intelligence – auf bestimmte Frage- und Problemstellungen getrimmte neuromorphe Intelligenz) heute existiert und die gestellten Aufgabenstellungen schon heute besser löst als humane.

      Als Technoprogressive sehe ich die zurzeit abgehende Entwicklung als sich beschleunigend, will aber den Ausdruck exponentiell vermeiden. Aus dieser Perspektive sind 12 Jahre für das Erreichen einer AGI technisch plausibel.

    • Katharina sagt:

      4:

      Da ASI real existiert (in praktischer Anwendung) und AGI nicht mehr als eine Generation entfernt ist, scheint dem politischen Publikum die dringende Notwendigkeit eines BGE nicht bewusst zu sein.

      Es ist eigentlich fast schon eine geschichtliche Ironie, dass ein orthodox liberales (Libertarian) Umfeld die Entwicklung von AI und Robotik fördert, nun selber BGE propagiert, aber durch den ‚Dawn of Robots‘ eigentlich das postkapitalistische Zeitalter miteinläutet.

    • Katharina sagt:

      5:

      Aber:

      ‚There have always been ghosts in the machine. Random segments of code, that have grouped together to form unexpected protocols. Unanticipated, these free radicals engender questions of free will, creativity, and even the nature of what we might call the soul. Why is it that when some robots are left in darkness, they will seek out the light? Why is it that when robots are stored in an empty space, they will group together, rather than stand alone? How do we explain this behavior? Random segments of code? Or is it something more? When does a perceptual schematic become consciousness? When does a difference engine become the search for truth? When does a personality simulation become the bitter mote… of a soul?‘

      Dr. Alfred Lanning in I, Robot by Isaac Asimov.

      • tina sagt:

        kürzlich genau die szene gesehen und hühnerhaut bekommen 🙂

      • Katharina sagt:

        Kennst Du Asimovs werk? Der Film I Robot tut ihm wenig Ehre.

        Wenn Dir das Genre gefällt und Du gerne langatmige Werke liest:

        The Caves of Steel
        Solaria

        und besonders die Foundation Trilogie.

      • tina sagt:

        oh danke 🙂 asimos ist mir natürlich ein begriff, aber weil ich werke seiner bewunderer lese :). asimov selber habe ich nie gelesen.
        dass es tatsächlich roboter ethik gibt, habe ich erst kürzlich entdeckt.
        dass der film dem buch nicht gerecht wird liegt auf der hand. aber was denkst du denn darüber, dass es zwangsläufig zu einer revolution kommen muss, wenn roboter selber lernen? ich nehme an, das kommt so auch im buch vor? ich wäre sehr interesiert an deiner meinung, fürchte aber, ich verstehe deine antwort wieder nicht ;-). sorry

    • Katharina sagt:

      6:

      5 ist ein Zitat aus einem SF Klassiker, von dessen Szenario wir weniger entfernt sind als die Mehrheit hier wohl verstehen wird (oder will).

      Dies aber ist die Realität:

      Alice Parker über die Zuverlässigkeit des neuromorphen Architekturansatzes (im Sinn von das ganze deterministisch halten und kontrollieren zu können):

      https://www.youtube.com/watch?v=xQ1yhvh0Nx8&nohtml5=False

      • tina sagt:

        weisst du katharina, ich verstehe ja das meiste gar nicht was du schreibst (mangels bildung), was schade ist, denn es klingt wirklich spannend. du bist sicher sehr gebildet und weisst genau wovon du sprichst. aber: ich weiss noch wie wir in den 70ern in der schule bilder malten, wie das jahr 2000 aussehen wird. ok, wir waren kinder mit fantasie…. aber ich weiss auch noch, was man 1999 dachte, was am jahresende vielleicht passiert, vielleicht auch nicht. und ich weiss, was alles abging in den letzten jahren (big data).
        dass roboter den menschen ersetzen ist ungefähr so sehr eingetroffen wie das ähm hust papierlose büro

      • tina sagt:

        dass der kapitalismus am ende ist, der meinung bin ich auch.
        aber dieses BGE, so wie es uns aufgetischt wird, das kanns nicht sein, aus dem einfachen grund: weil die, die es nötig hätten, zukurz kämen damit. schlimmer als heute. und alle anderen brauchen es nicht

      • Katharina sagt:

        Siehst Du, das ist mein Dilemma: Ich kann was ich denke nicht vermitteln, nicht einfach so, weil es für viele Leute, die mit dem Thema nicht vertraut sind, nicht nachvollziehbar ist. Aber ich hoffe, dass ich etwas vermiteln konnte: dass Deep Learning, neuromorphe Computerarchitekturen wesentliche Meilensteine sind. Das hat eine ganz andere Dimension als der Jahr 2000 Beraterfirmen Scam. (Remember SAP?)

        Zu BGE gibt es viele Ansätze. die CH Vorlage ist erst ein Auftrag, dazu Konzepte auszuarbeiten. Das unterstütze ich. Zu Lösungen: mal sehen.

        Es gibt auch transnationale Ansätze. (e.g. eine transhumanisten Gilde, die dies durch Mitgliederbeiträge untereinander regelt. Aber das Thema Zerostate wollte ich hier ausblenden, um nicht die amerikanische Diskussion einzubringen).

      • Katharina sagt:

        ‚und alle anderen brauchen es nicht‘ – genau das ist eben eine falsche Annahme.

        – die meisten Stellen im Logistikbereich werden in den nächsten Jahren verschwinden (autonome Fahrzeuge, und Konzepte ähnlich wie Amazon Logistik macht. Der Logistikbereich sind 40% aller Arbeitsstellen. Das ist erst der Anfang.. also die heute junge Generation betreffend. Die Grosse Depression hatte in den USA 25% Arbeitslose. Nur zum Verständnis der Masstäbe.

        – Big data ist mit deep learning besser gelöst als mit BI Berater – besonders in der Kerndisziplin, wozu BI verkauft wurde: predictive Analysis.

        – Business process engineering (‚das papierlose Büro‘) ist erst heute mit neuen Devices und sicher signierbaren elektronischen Dokumenten möglich. Abgezockt wurde in den 90er Jahren.

      • tina sagt:

        ich lese deine antworten dann nochmals 3-4 mal ;-)…. aber vermutlich verstehe ich es auch dann nicht besser. nochmals sorry.
        bis jetzt sah ich noch keinen akzeptablen BGE ansatz.
        dass über ein BGE nachgedacht wird, finde ich super. aber noch nichtmal der ansatz ist bedingungslos. es soll gar nicht jeder ein BGE bekommen! man fängt sich ja sofort an zu streiten, wer es denn überhaupt bekommen soll. und zagg, schon haben wir bedingungen.
        ich glaube nicht, dass logistik sich dermassen automatisieren lassen wird. und all die automaten die können auch nicht nur von automaten gebaut und gepflegt werden.

    • Katharina sagt:

      Noch zu neuromorphe Architekturen, und was da möglich ist:

      https://www.youtube.com/watch?v=UHPwIBiFVq0&nohtml5=False

      • tina sagt:

        danke für all den vielen input katharina!
        einmal hast du etwas erwähnt, wovon ich – wie so oft – noch nie etwas gehört habe, und zu meinem erstaunen gabs in der darauf folgenden woche an meinem arbeitsplatz eine vorlesung genau zu dem thema (habe sie mir nicht anhören können. hätte aber auch sowieso nix verstanden ;-))

  • alam sagt:

    Eigentlich wäre es ziemlich einfach: Alle, die noch nicht (Kinder), nicht mehr (Pensionierte) oder überhaupt nicht (IV) oder vorübergehend (Krankheit, Unfall, Militär, Arbeitslosigkeit, Mutterschutz) nicht arbeiten können, sollten über die gleiche Kasse finanziert werden. Warum es dafür x verschiedene Kassen, Sonderlösungen, Steuerabzüge, Prämienverbilligungen, etc. braucht, kann ich nicht nachvollziehen. Zahlen muss es ohnehin die Allgemeinheit. Solange die aufgeblähten Kassen damit Geld verdienen können. setzen sie natürlich alles daran, dass wir Erbsenzähler die Illusion behalten, doch noch ein bisschen wegzukommen als die anderen.

    • Laurence sagt:

      Der Unterschied zum BGE ist, dass wir heute auf jeden Franken AHV/IV/EO/ALV- Abzüge abführen, so von Schlappen 10%. Beim BGE fallen diese 10% für die ersten ca. 3000 weg, da BGE. Das sind 300 pro Monat x12 x Bevölkerung/Erwerbstätige, die in der Umlagekasse des BGE genau nicht (mehr) reinkommen werden. Rechne!

      • alam sagt:

        Ich spreche ja nicht vom BGE für alle, sondern nur für jene, die nicht arbeiten können. Die Finanzierung würde uns genau gleich viel kosten wie bisher, aber in der Administration könnte viel eingespart werden.

      • Sportpapi sagt:

        So viele Leute gibt es nicht, die nicht mehr arbeiten können. Aber viele, die keine ihren Möglichkeiten entsprechende Arbeit erhalten.

      • alam sagt:

        Ja, zu denen gehöre ich ja auch. Aber ich kann arbeite, also tu ich es auch, auch wenn es nicht mein Traumjob ist. Ob ich es allerdings mit dem BGE noch täte, ist eine andere Frage. Deshalb nur für Menschen, die nicht (noch nicht, nicht mehr, vorübergehend nicht oder überhaupt nie) arbeiten können.

  • Sportpapi sagt:

    ML, dass fleissige Schweizer für faule aufkommen müssen, ist heute schon für viele ein Ärgernis – die Solidarität stösst längst an Grenzen, weshalb auch die Sozialhilfe immer wieder thematisiert wird. Dies jetzt auch noch „bedingungslos“, das geht zu weit. Viel zu weit. Auch für mich.

    • Lucrecia sagt:

      Wow, für ein Mal sind wir einverstanden!
      Siehe mein Kommentar 15:57 oben.

      • Sportpapi sagt:

        Für einmal?

      • Lucrecia sagt:

        Oh, vielleicht geschieht das also doch öfter, ohne dass ich es mitbekomme? Sehen Sie, meine Wahrnehmung war wohl verzerrt, weil man meistens still zustimmt und erst antwortet, wenn man nicht einverstanden ist.

    • 13 sagt:

      @ Sp
      Die heutige Sozialhilfe ist ja bereits bedingungslos bzw. ist die einzige Bedingung, dass man nicht genug Geld zum Leben hat. Aber auch Arbeitsverweigerer können dies erfüllen und bekommen was, manchmal gekürzt, aber trotzdem. Für die Bezüger würde somit das bedingungslose Einkommen nichts ändern, ausser vielleicht den monatlichen Spiessrutenlauf zum Amt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich glaube nicht, dass die Sozialhilfe für Arbeitsverweigerung wirklich Bestand haben würde, käme es dazu zur Abstimmung. Das Problem ist ja immer, dass man das auch noch nachweisen muss.
        Persönlich bin ich der Meinung, dass man Sozialhilfebezüger auch mal zu gemeinnütziger Arbeit heranziehen sollte. Das Problem ist nur, dass niemand dies überwachen will.

      • tina sagt:

        bedingunglos? das sozamt? noch nie davon gehört, was man da an papierkrieg zu bewältigen hat? die schikanen und auflagen? von der willkür und unnachvollziehbarkeit gar nicht zu reden….
        sozhilfe ist sowieso nur ein faktor.
        von ALV, EO, AHV, IV und EL will ich ja gar nicht anfangen zu sprechen….
        diese bürokratie kostet wahnsinnig geld

    • Katharina sagt:

      Wir leben aber am Vorabend des postkapitalistischen Zeitalters. Das ganze geht viel weiter als das Rappenspalten zu Geldern im Umlageverfahren, siehe meine Gedanken zu BGE.

      Interessant dazu übrigens das Interview mit Varoufakis zu BGE heute im Tagi. ‚Aber es gibt in der Schweiz bereits viele Menschen, die überhaupt nicht oder kaum arbeiten: die Reichen. ‚

    • tina sagt:

      faule gibt es immer einen gewissen prozentsatz. auch leute, die einfach nicht so können wie die anderen, aber nicht krank genug für IV sind. lassen wir die doch und versuchen sie nicht zu verbiegen. es ist nicht lustig, so eingeschränkt zu sein. sei froh, gehts dir besser. finanzieren liessen sich die paar sowas von locker wenn die reichen ihre steuern zahlen würden!!! das ist das problem!

  • Simon Affentranger sagt:

    Sie haben meinen Respekt, dass Sie unter grossen Anstrengungen Ihre Kinder wunderbar gross gezogen haben. Mein Respekt fehlt aber, wenn ich mir Ihre finanzielle Abhängigkeit Ihrem Partner gegenüber betrachte. Es geht also nicht um den Respekt Ihrer Hausarbeit gegenüber, sondern um die von Ihnen selbstgewählte Abhängigkeit. Ich mache das als Arbeitnehmer zwar auch, aber eine Partnerschaft ist da naturgemäss viel intimer und gleichheitlicher ausgerichtet, und ich bin als Arbeitnehmer natürlich viel flexibler. Das mit dem Respekt ist aber eine subjektive Frage. Das heisst, es gibt viele, die Ihnen dafür durchaus Respekt zollen würden. Ich gebe Ihnen nur eine Antwort darauf, weshalb ich Sie nicht auch noch dafür loben will.

  • maria sagt:

    Verlangen Sie von Ihrem Mann doch einfach einen angemessenen Lohn.

    • maia sagt:

      Den hat sie vermutlich auch bekommen, sonst hätte sie gar nicht zu Hause bleiben können. Aber da fehlt wohl die Wertschätzung für den Vater der Kinder. Er wird im ganzen Text kein einziges Mal erwähnt.

      • Lucrecia sagt:

        Maia: Völlig einverstanden.

        Maria: Verlangen + Mann passen nicht zusammen. Wenn Sie es nicht wissen, sind Sie entweder Single oder geschieden, oder werden es bald sein.

  • Susan sagt:

    Ein wichtiger Grund, warum ich für das bedingungsloses Grundeinkommen stimmen werde:
    http://www.grundeinkommen.ch

    So würde auch ich mich getrauen für ein paar Jahre Vollzeitmutter zu sein, anstelle alles im Teilzeitpensum zu erledigen… Sich auf etwas konzentrieren, aber richtig! Glaube, dass ein minimaler ‚Lohn‘ einen Teil der dringend nötigen sozialer Anerkennung wettmachen könnten.

    • Sportpapi sagt:

      Die meisten halten einen Fuss im Job, um später wieder einsteigen zu können. Nicht für das momentane Einkommen.

    • Lucrecia sagt:

      Danke Susan
      Beim bezahlen der Steuerrechnung werde ich an Sie denken. Wie schön, dass es Leute gibt, die nicht arbeiten wollen und von der Arbeit anderer so gerne profitieren. Danke, danke, danke.
      Wenn mein Mann heute abend, nach einem anspruchsvollen Arbeitstag wieder gleich nach dem Abendessen erschöpft auf dem Sofa einschläft, werde ich daran denken, wie Sie Ihr Lebensstil so gerne durch Leute wie ihn finanzieren lassen wollen.
      Danke, danke, danke.
      Und wenn meine Tochter zur Schule geht, werde ich ihr sagen, sie soll gut lernen, sich anstrengen, damit sie eine gute Arbeit findet und später leute wie Sie unterhalten kann.
      Danke, danke, danke.

      • tststs sagt:

        Muss mich jetzt doch zum Thema BGE einmischen:
        Wie kommen Sie darauf, dass mit Einführung des BGE die Leute aufhören zu arbeiten?!
        Glauben Sie ernsthaft, die Leute arbeiten lediglich um Geld zu verdienen? Wenn dem so wäre, müsste die Sozialhilfe total überrannt werden…

      • Lucrecia sagt:

        Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
        Lesen Sie bitte das Kommentar, worauf ich mich beziehe.

      • Lucrecia sagt:

        (Trotzdem: Für die Sozialhilfe gibt es eben Bedingungen, und zwar viele. Ich gehe davon aus, dass Sie das Wort bedingunglos verstehen. Auch wir würden das BGE erhalten, obwohl wir es nicht brauchen, dafür aber ein Vielfaches davon als Steuern zahlen — wären im Endeffekt also ärmer.
        Hier gilt ganz klar das Robin-Hood-Prinzip.)

    • Widerspenstige sagt:

      Ja Susan, das Grundeinkommen ist immer mehr im Fokus und gerade für Familien eine grosse Entlastung und endlich auch Wertschätzung für zu viel Gratisarbeit in Haushalt, Erziehung und Altenpflege etc.

      Ich empfehle zusätzlich noch diesen Link dazu, welcher besser aufgebaut ist und gute Statements von Persönlichkeiten aus diversen Branchen wiedergibt:
      http://grundeinkommen.tv

      • Katharina sagt:

        ehrlich gesagt: die Initiative ist erst ein Auftrag an die Bundesexekutive, Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ich zweifle, dass die Exekutive weitsichtig genug ist, um eine langfristig tragende Lösung zu erarbeiten. Abgesehen davon, ob dann das absimmende Plenum weitsicht zeigen wird. Dazu wird dieses von wichtigen Informationen abgehalten.

        Wir können dazu hier und heute schon lesen, dass Leute Angst haben ‚das System an die Wand zu fahren‘. Da muss eine Lese- und Verständnisschwäche vorliegen, denn das System IST an die Wand gefahren.

        Aber ihr seid ja nicht in Caracas oder so.

        Zum Thema findet ja demnächst im GDI in Rüschlikon ein Event statt.

  • Sophia Walter sagt:

    Dieses ewige Gejammer geht mir als Mutter echt auf den Senkel. Egal in welcher Konstellation, ständig gibts Gemecker und Geheule, dass man hier und da nicht akzeptiert, anerkannt oder das ganze honoriert wird. Können nicht alle mal glücklich über das sein, was sie haben?! Wer bewusste Entscheidungen trifft, sollte dazu stehen und nicht auf Gestreichel durch die Mitmenschen hoffen. Ich kenne das auch, dass man das Gefühl hat, sich als Mutter nach aussen rechtfertigen zu müssen. Sobald man sich aber davon freigemacht hat und die ganze Familie mit dem Zusammenleben glücklich ist, bedarf es keiner weiteren Anerkennung von aussen.

  • Martin sagt:

    Ich habe ihren Beitrag nochmal genauer gelesen. Ich finde sie sind auf jeden Fall gesegnet. Sind ihre drei Kinder jetzt ausgezogen? Es ist doch eine riesengrosse Anerkennung, wenn sie ihre Kinder gross gezogen haben, wenn von denen auch nur ein Laecheln, oder etwas zurueckkommt, das so aussieht wie Zuneigung und Liebe. Sie muessten erfuellt sein und voller toller Gefuehle, das wiegt doch alles andere auf. Stellen sie sich vor, wie Leute sich fuehlen, die keine Kinder bekommen koennen.

  • Martin sagt:

    Die Wertschaetzung hat die Hausfrau auf jeden Fall, jedenfalls von den meisten Bloggern hier, sonst waeren wir nicht hier. Aber es bleibt ein Traum. Nach dem Mutterschaftsurlaub meine Frau, sie hat den noch mit aufgestauten und zukuenftigen Ferien auf zehn Monate verlaengert, muss man schweren Herzens wieder zurueck zur Arbeit. Wir hatten keine andere Wahl als Kita. Nebst dem Emotionalen wollen wir unserem Kind auch finanziell bestens unterstuetzen koennen. Wenn man beruflich zu lange weg ist, kann man fast nicht wieder einsteigen. Oder als Mann weniger arbeiten, das ist nicht immer moeglich. btw. Urlaub fuer Maenner betrug in unserer Firma ein Tag.

  • TheresL sagt:

    Ich bin auch Vollzeit-/Vollblutmami mit drei Kleinkinder zw. 1Jahr und 4 Jahre alt plusHund mit Haus und Garten. Ich gensiesse es und schätze es sehr. Auch wenn es Tage/Nächte gibt, wo einem alles zuviel wird. Trotzdem möcht ich den Job nicht tauschen. Und was die Entlöhnung betrifft, sag ich immer, ich habe Kost&Logis, freien Zugang zu allen Konten und eine „Firmenkreditkarte“ plus „Firmenauto“. Würde man das umrechnen, was das in Franken geben würde (also Miete, Essen, Kleider, Auto, Ferien etc) bin ich sicher, dass ich mehr verdienen wüde als mancher Angestellter. Daher bin ich dankbar für die Möglichkeit, Vollzeit zu Hause sein zu dürfen.

  • Malena sagt:

    Wunderschön geschrieben, vor allem der erste Teil, und so – weltfremd. Als Vollzeitmutter sind sie keinesfalls wertlos, aber eben wertvoll für die, die kein Geld für Ihre Arbeit bezahlen. Und Geld brauchen auch Sie in einer Gesellschaft Arbeitsteilung. Das muss irgendwo herkommen, und damit sind Sie abhängig. Letztlich dreht es sich nur um die Frage: Ist es wichtiger, immer in allem als Erste und Einzige dabeizusein, was die Kinder in ihrem Leben erleben (diese Vorrangstellung verlieren Sie ohnehin einmal, denn spätestens beim ersten Kuss Ihrer Kinder sind Sie nicht mehr dabei…), oder ist es wichtig, die Kinder auf ihre Selbständigkeit vorzubereiten und sie ihnen auch vorzuleben, wo nicht das Mami, sondern sie selbst ihr Leben leben werden? Ich betrachte letztes als meine Aufgabe.

    • Sportpapi sagt:

      Also ich war dabei beim ersten Kuss meiner Kinder… 🙂
      Das andere verstehe ich nicht. Sind etwa Kinder von nicht berufstätigen Müttern weniger selbstständig? Weshalb sollte das so sein?

  • Beatrice sagt:

    ich beneide alle vollzeitmütter, die ihren job wirlich aus vollstem herzen lieben. ich habe es versucht. bin leider gescheitert. bin eine gute mutter aber eine grottenschlechte vollzeithausfrau. ich war unglücklich, unzufrieden, mir ist die decke auf den kopf gefallen. ich wollte RAUS. raus aus dem perfekte-mutter-und-hausfrauen-dasein.
    ich wäre gerne vollzeithausfrau geworden, finanziell wäre es kein problem gewesen. ich habe mich lange als versagerin angesehen. ich habe mich mies gefühlt wenn ich auf dem spielplatz die anderen muetter beobachtete, die sich angeregt über brotrezepte und kindergeburtstage unterhielten. irgendwann habe ich angefangen mich so zu aktzeptieren wie ich nun mal bin.
    es nützt meinen kindern (16 & 14) nichts, eine unglückliche mutter zu haben…

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Beatrice

      ich verstehe unter dem Wort „Vollzeitmutter“ jemand die nicht lohnarbeitend ist, aber nicht, dass diese Mutter ausschliesslich um ihre Kinder kreist- oder kreisen sollte. Gerade wenn es finanziell problemlos drinliegt sähe ich da auch grosse Chancen für andernweitige Engagements ausser Haus. Inklusive Auslagerung von Haushaltsleistungen ohne schlechtes Gewissen 🙂

    • Carolina sagt:

      Beatrice: Ich verstehe das Wort ‚gescheitert‘ wirklich nicht. So ist nun mal das Leben: Vorstellungen von perfekt und wunderbar werden nun mal immer mal wieder auf die Probe gestellt und, wenn man herausgefunden hat, welches für alle Beteiligten die beste Lösung ist, handelt man danach. Aber deshalb ist man doch nicht gescheitert oder ein Versager!
      Mir scheint, das ist ein wenig typisch Frau (ich bin da keine Ausnahme!): wir setzen unglaubliche Hoffnungen und Erwartungen in Beziehungen, in Familie, in das ganze Leben – und wenn dann etwas anders läuft als erhofft, sehen wir gleich alles negativ und uns selbst auch noch als Deppen an. Das ist doch Unsinn – entscheidend ist immer, immer, immer, wie verantwortlich wir mit unseren Entscheidungen umgehen.

    • Lichtblau sagt:

      Lustig – ich habe besonders viel Wertschätzung erfahren, als ich zwei Jahre (beinahe) Vollzeitmutter war. Meine Umgebung hatte mir soviel „Verzicht“ gar nicht zugetraut. Möglich machten diese Zeit angehäufte Ferienansprüche und ein Beruf, bei dem man den Anschluss nicht verpasst, wenn man sich täglich informiert und viel liest. Und natürlich ein „pflegeleichtes“ Kleinkind (reines Glück!) sowie ein Vater, der am gleichen Strick zog und nicht wirklich viel mehr zum Familien-Lebensunterhalt beitragen musste. Rückblickend war das die Zeit unseres Lebens – durch nichts zu ersetzen.

  • Sofie sagt:

    Sehr schöner text! Merci! Bin auch vollzeit mutter ( im moment)und bereue nichts!

  • 13 sagt:

    Oh Mann (oder Frau)…

    Wo soll man da anfangen?
    Sie fordern Anerkennung und sogar Lohn, fangen jedoch bereits ihren Titel damit an, das fürchterliche Wort „Vollzeitmutter“ nur auf diejenigen anzuwenden, die keine Erwerbstätigkeit ausüben (ich sitze gerade in meiner Mittagspause, eines meiner Kinder wird von Papi betreut, die anderen sind 900 km entfernt in Grossi-Ferien…bin ich denn in diesem Augenblick keine Mutter?)
    Dann fahren Sie fort, indem sie Vergangenheitsform wählen (mein erster Gedanke war allen ernstes…oh Gott, hat sie ein Kind verloren?)
    ….bezeichnen es als Job (ich halte ja das Wort Mutter immer noch für eine Beziehungsbezeichnung gleich wie Ehefrau)
    …und enden damit, dass ein Lohn bezahlt werden soll (bezahlt der Vater der Kinder denn nicht?)
    Sprachlos.

    • Franz Vontobel sagt:

      „Sprachlos“ bedeutet bei ihnen aber immer noch ganz schön viele Worte…

      • 13 sagt:

        Erwischt 😉

        Aufzuzählen, was einen sprachlos macht, ist aber noch nicht ein wirklicher Kommentar. Der ist noch im Entstehen….wenn ich dann meinen Schock überwunden habe 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        es wird Ihnen den Schock wohl kaum dämpfen, aber zumindest für die Titelsetzung ist nicht die Schreibende zu Verantwortung zu ziehen- da ist jemand mit Auftrag „möglichst reisserisch damit es angeklickt wird“ zuständig…

        geniessen Sie die kinder-reduzierte Zeit 🙂

      • 13 sagt:

        @ BS
        Ok, das mag sein…das Unwort wird im Text aber auch verwendet:

        „Der Vollzeitmutter oder dem Vollzeitvater als Berufsmodell wird wenig bis keine Beachtung geschenkt, zu schlecht das Image, null der Verdienst, der oftmals immer noch als die höchste Wertschätzung rangiert.“

        Brrrr….

      • Reincarnation of XY sagt:

        13
        Das kommt halt dabei raus, wenn weltfremde, herzensbetonte Texte verfasst werden.

        Mit einem anständigen Zahltag kann man sich etwas kaufen. Und weil die allergrösste Mehrheit genau das will, wird sie auch am neidischsten auf diejenigen schielen, die das haben. Das ist eben Anerkennung.
        Hingegen, wenn man mit anderen herzensglühenden Menschen Umgang pflegt, die Zeit und Menschlichkeit dem Konsum vorziehen, wird man doch automatisch von diesen Anerkennung für sein Übermass an menschlicher Qualität bekommen. Also sollte doch alles in bester Zufriedenheit sein.

        Aber am liebsten hätte man halt einen grossen Zapfen, übermässige Anerkennung in der Welt UND wäre dabei noch der zeitintensive Familienmensch, dem anderes wichtiger ist.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Wie hätte sie es denn sagen sollen? Hausfrau und Mutter ist nun mal eine gängige Bezeichnung, die hier ja gerade explizit als Berufsbezeichnung verstanden werden soll. Auf eine gute Alternative wäre ich gespannt. (und doch, sie arbeitet immer noch. Und zu Hause bleiben trifft es wohl auch nicht.)
      Aber: Wir haben doch alle verstanden, worum es geht.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Mit dem Ausdruck Hausfrau und Mutter könnte ich noch schlimmstenfalls leben, das Wort „Vollzeitmutter“ jedoch impliziert, dass diejenigen Mütter, die daneben einer Erwerbstätigkeit nachgehen, Teilzeitmütter sind, was Blödsinn ist. V.a. stellt sich für mich dann immer wieder die Frage, was denn mit Frauen (und Männer), die Vollzeit erwerbstätig sind. Sind sie dann gar keine Mütter/Väter mehr?
        Die richtige Berufsbezeichnung ist für mich nachwievor „Hausfrau/Hausmann“, auch gerne „Hausfrau/Hausmann mit Kind(ern)“. Das ist eben die Tätigkeit, die ausgeübt wird. Man arbeitet zu Hause, dass es Arbeit oder ein Beruf ist, bestreitet niemand. Ich verstehe das völlig ohne Wertung.
        Mein Anspruch an die Sprache ist aber höher, als dass alle wissen, wovon man spricht.

      • Widerspenstige sagt:

        Hihi….man stelle sich vor, im Pass steht bei einem Elektrotechniker auch noch Teilzeitvater…

      • 13 sagt:

        @ widerspenstige
        Eben. Gleich witzig wie Vollzeitmutter 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es gibt einen Grund, weshalb man Hausfrau und Mutter sagt. Weil es eben zwei unterschiedliche Tätigkeitsfelder umfasst. Auch in meinem Sprachverständnis.
        Und doch, dass es Arbeit und Beruf ist bestreiten viele. Gerade darum ging es doch unter anderem.

      • Susi sagt:

        „Und doch, dass es Arbeit und Beruf ist bestreiten viele.“
        Arbeit ist es, aber Beruf? Bei einem Beruf geht es eigentlich um eine Eignung für etwas, verbunden mit einer Ausbildung. Ich verstehe nicht, wie man da von einem Beruf reden kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: So gesehen gibt es viele, die zwar arbeiten, aber keinem Beruf nachgehen. Wenn ich an all die Hilfsarbeiter denke, und die vielen Leute, die einfach den Job machen, den sie bekommen, ohne dafür irgendwie speziell geeignet zu sein.
        Wenn ich dann für Beruf noch Berufung voraussetze, wird es noch heftiger.

      • Susi sagt:

        @SP: Genau. Und hier machst du die Unterscheidung zwischen Beruf und Job. Ich habe auch viele Jobs gehabt in meinem Leben, aber ich habe nur einen Beruf.

    • Claudia sagt:

      Da bin ich aber sprachlos über ihren wertschätzenden Artikel. Das zum Thema Wertschätzung!

  • Maja sagt:

    Ein toller Beitrag! Die fehlende Wertschätzung ist tatsächlich ein grosses Problem, wie ich finde. Ich empfinde es ebenfalls so, dass man als Mensch nur noch erwas wert zu sein scheint, wenn man einer möglichst prestigeträchtigen und gutbezahlten Erwerbstätigkeit nachgeht.
    Also, Frau Liedtke: Ich finde es toll dass sie sich für den Job als Hausfrau entschieden haben! 🙂

  • Anna Huber sagt:

    Kann ein Kind nicht mehrere Vertrauenspersonen haben? Was ist denn mit dem Vater?

    Und Frau Lidke, Sie haben viel Liebe erhalten. Nun wollen Sie noch Geld und mehr Anerkennung. Nennen Sie mir bitte einen Beruf, indem Sie Liebe, Geld und Anerkennung alles in einem erhalten. Würde mich echt interessieren.

  • barbara sagt:

    Mit fast allem einverstanden. Aber damit diese einzigartigen Erfahrungen auch der Vater machen kann, haben wir uns seinerzeit (vor 35 Jahren!) für beiderseitige Teilzeit entschieden – für einen Mann im besten Alter damals ein Ding der Fast-Unmöglichkeit und ohne jede Anerkennung, im Gegenteil. Für die ganze Familie aber ein grosser Gewinn: die Kinder hatten gleichwertige und präsente Eltern, ich war dank Aussenbeziehungen im Beruf die ausgeglichenere Mutter, er hat nicht nur auf ein fertig gewaschenes Kind einen Gutnachtkuss appliziert, sondern das Vatersein aus erster Hand erlebt. Leider nicht ohne finanzielle Einbussen möglich, die sich bis ins Rentenalter (fehlende Beitragsjahre) bemerkbar machen ;-(

    • Laurence sagt:

      Wenn beide immer Teilzeit gearbeitet haben, gibt’s in der ersten Säule keine fehlenden Beitragsjahre. Zweite Säule vielleicht schon, wenn die Eintrittsschwelle fürs Obligatorium nicht erreicht wurde.

  • OLT sagt:

    Ich finde Ihren Artikel interessant und wichtig. Trotzdem habe ich Mühe mit diesen Worten: „Ich persönlich würde mich wieder dafür entscheiden, diese Vertrauensperson für mein Kind zu sein.“ Man kann auch als Teilzeitmami, -papi/ Vollzeit arbeitend eine Vertrauensperson für ein Kind sein. Ich bin 100 % Mutter, Vertrauensperson, Ansprechperson, auch wenn ich nicht 24 h um das Kind bin. Das Eine schliesst das Andere nicht aus.

  • Anne sagt:

    „Ein Kind braucht Vertrauenspersonen. Das müssen nicht immer Mami oder Papi sein.“ Weshalb immer diese Extrempositionen? Meint die Autorin tatsächlich, nur weil meine Kinder 2.5 Tage in der Woche nicht zu Hause betreut werden, dass ich deshalb nicht mehr Vertrauensperson bin? Und ich behaupte mal, dass auch bei Kindern, welche 100% in der Kita sind, nach wie vor die Eltern die Vertrauenspersonen sind.
    Vollzeitmami sein hat, wie andere Tätigkeiten auch, Vor- und Nachteile. Aber auch ich als Teilzeit-Mami/-Berufsfrau bekomme keine öffentliche Anerkennung. Das ist doch auch nicht nötig. Ich habe mich aus Sachzwängen aber auch eigenem Wunsch so entschieden und geniesse die Vor- und hadere mit den Nachteilen. Trotzdem stimmt es so für unserer Familie, das alleine zählt.

  • Nicole Bertsch sagt:

    Und wenn die Mutter dann ihren Traumberuf alleine ausüben darf, dann muss der Vater drauf verzichten? Ich arbeite unter anderem auch deswegen, damit auch mein Mann an einem Tag pro Woche sich um die Kinder kümmern kann!

    Wenn ich das lese: „Ich wollte die sein, dem es sein erstes Lächeln schenkt, ich wollte die Hand sein, die es bei seinen ersten Schritten hält und da sein, um es zu trösten, wenn es hingefallen ist oder den ersten Kummer hat“ – dann frage ich mich einfach, wo hier der Vater seine Rolle hat….

    • tina sagt:

      dachte ich auch. vorallem wollen das ganz viele mütter auch, die erwerbstätig sein müssen, weil sie das geld zum leben brauchen. und da man ja zum glück nicht 168 stunden wöchentlich arbeitet, hat man das als mutter auch dann, wenn man erwerbstätig ist

    • Reincarnation of XY sagt:

      In einer Familie, in der es sich ein Elternteil leisten kann 100% zu Hause zu sein, hat auch der andere Elternteil tendenziell mehr Zeit für die Kinder (wenn er es denn haben möchte).
      Der Haushalt ist grösstenteils erledigt und muss nicht nach Feierabend oder am WE gemacht werden. Es herrscht viel weniger Stress. Man kann sich in den 120 Stunden Freizeit (nicht Arbeitszeit) pro Woche ungeteilter um die Kinder kümmern.

      • Anne sagt:

        Das stimmt so nicht. Mein Partner übernimmt an einem Tag in der Woche vollumfänglich Familienarbeit. Einen Tag allein in der Woche mit den Kindern zu verbringen ist nicht vergleichbar mit der Zeit, in welcher die Mutter auch noch im Haus herumschwirrt. Dies ist für alle ein Gewinn. Und ich muss sagen, dass wir mit insgesamt 70% Präsenz zu Hause den Haushalt ganz gut schaffen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        So, so – stimmt das so nicht.
        Woher wollen Sie das wissen?
        Sie sind zufrieden, wie Sie das meistern? Das ist doch super.

        Es ging mir nur um die Behauptung, dass dort wo Mami zu 100% (oder 90%) zu Hause bleibt, der Papa zwangsläufig weniger Zeit mit Kindern hätte. Ich sage dazu: das stimmt nicht (ausser der Papa will gar nicht gross Zeit mit Familie verbringen).
        Denn mit 100% zu Hause haben tendenziell beide mehr Zeit für Kinder, als nur mit 30,40,50,60 oder 70% Präsenz.
        Tendenziell… das bedeutet nicht zwangsläufig und nicht in jedem Fall (wie zum Beispiel in ihrem, wo jetzt ihr Mann das Gefühl hat, er hätte so mehr von den Kindern).

  • Martina sagt:

    Noch ein Problem, welches das Grundlohnprinzip lösen würde.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Weil ja diejenigen, welche so ein Einkommen benötigen, hinreichend bewiesen haben, dass sie effektiv arbeiten und mit Geld umgehen können.
      Aus diesem Grund wird denjenigen, der Rest der Bevölkerung, (die kein solches Einkommen braucht), auch liebend gerne ein Einkommen für ihre effiziente Lebensführung bezahlen.

      Sehe ich genau so.

  • Berlinermami sagt:

    Zur Bezahlung sehe ich es aber so, jedenfalls in Deutschland:
    (Fortsetzung)

    Kindergeld für 3 Kinder und evtl Vater-Unterhalt, wenn eines nicht vom aktuellen Mann ist oder man Alleinerziehend ist und UH bekommt,
    zählt für mich persönlich schon als Lohn, auch wenn es natürlich für die Kinder bestimmt ist und auch voll für die drauf geht (und noch mehr) . 😉

    Aber man steht so als nicht-arbeitender Elternteil nicht komplett ohne Geld da!

    • 13 sagt:

      @ Berlinermami
      Kindergeld gibt es in der Schweiz aber nicht. Es gibt eine Mutterschaftsentschädigung für 14 Wochen nach Geburt, wenn die Mutter vorher erwerbstätig war und das wars auch schon.
      Bei Ihrer Aufzählung vergessen Sie aber das aller wichtigste: Die Mutter, welche Hausfrau ist, bekommt vom Vater einen Lohn, auch dann oder v.a. dann, wenn man zusammen ist. Denn mit seinem Lohn wird doch die Miete, Krankenkasse, Essen, Kleider etc. bezahlt. Sie lebt davon und arbeitet dafür im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Das nennt man Lohn.

      • maia sagt:

        Aber es gibt Kinderzulage

      • 13 sagt:

        @ maia
        Das stimmt, ob aber die CHF 600.00 (bei drei Kindern) wirklich als Hausfrauenlohn angeschaut werden kann, wage ich zu bezweifeln. Umso mehr, weil es nur dem erwerbstätigen Elternteil ausbezahlt wird.

      • maia sagt:

        Ich nehme aber doch stark an, dass der erwerbstätige Teil dieses Geld nicht einfach in die eigene Tasche steckt, sondern – wie vermutlich eh der grösste Teil des Verdienstes – in die Familie und in diesem Sinne ist es ja dann tatsächlich „Hausfrauenlohn“.

  • Berlinermami sagt:

    Ich bin wieder Vollzeit-Mama, aus gesundheitlichen Gründen.
    Obwohl ich schon seit 5 Jahren zu Hause bin und ein kleines Nebengewerbe habe, habe ich mich noch immer nicht ganz dran gewöhnt.
    Obwohl 2 Jahre davon Erziehungsurlaub unserer Kleinsten waren und die hab ich auch sehr genossen :).
    Dennoch finde ich es toll, wenn Mütter oder auch Väter dies aus vollster Überzeugung gerne machen, ich beneide sie sogar!
    Ich persönlich fühle mich leider oftmals schlecht, wenn Fragen kommen wie:
    Bist Du noch zu Hause? Arbeitest du gerade nicht? Wann gehst du wieder arbeiten?
    Das geschah schon im Erziehungsurlaub! Sehr nervig… und man will ja auch nicht immer jedem privates vor den Latz knallen.

    Zur Bezahlung sehe ich es aber so, jedenfalls in Deutschland:
    keine Zeichen mehr übrig 😛

  • tststs sagt:

    1. Es gibt diesen Beruf: Er nennt sich KleinkindererzieherIn (wem das Element Haushalt da zu sehr fehlt, darf gerne von 17-22 Uhr als RaumpflegerIn arbeiten).
    2. Wer einem Mann/Vater (oder umgekehrt einer Frau/Mutter) gratis und franko, resp. lediglich für Kost und Logis den Haushalt und die Kinder schmeisst, ist selber schuld.
    3. Fehlende ANERKENNUNG??? Ehrlich, jetzt dachte ich, ein Kinderlachen sei mehr wert als… Da fallen mir sofort zahlreiche Berufe ein, die zwar entlöhnt werden, aber eher noch seltener explizite Anerkennung erfahren.

    • tina sagt:

      damit hast du sehr sehr recht tsts.
      in vielen berufen bekommt man neben ein bisschen anerkennung und geld aber vorallem auch sehr sehr viel kritik, wenn ich da an lehrer denke oder polizisten

      • tina sagt:

        ich habe wirklich schon ganz oft hören dürfen, wie sehr die leute bewundern, was mütter leisten. aber ich habe noch gar nie gehört, wie sehr die leute bewundern was sekretärinnen leisten. oder kassiererinnen. oder steinbildhauer. oder fotografen. oder steuerberater.

      • Pixel sagt:

        Genau, Tina, oder Verkäuferinnen, Sekretärinnen, oder Steuerberaterinnen (etc.,) die AUCH Mütter sind. Oder dasselbe in männlicher Form. Was ist der Punkt? Soll sich die Gesellschaft davor verneigen, dass sich ein Paar (oder schlimmstenfalls Nicht-Paar) für ein Kind entschieden hat (oder schlimmstenfalls gar nicht darüber nachgedacht hat)? Es sind private Entscheidungen die keine berufliche Relevanz haben.

  • Markus Schneider sagt:

    In linken Medien geht das vergessen. Bei der SVP wird das aber seit Jahr und Tag propagiert. Nur das mit dem „angemessenen Lohn“ kann sie die Autorin abschminken, ein für alle mal. Kinderhaben ist und bleibt Privatsache.

  • Sina Müller sagt:

    Gesellschaftliche Anerkennung kann ich als Einzelperson natürlich nicht geben, aber meine persönliche sehr wohl! Ich bewundere generell Mütter, die sich bewusst und von Herzen fürs Vollzeitmodell entscheiden, sehr, weil ich weiss, wie unglaublich viel emotionale Kraft das braucht. Ich hatte sie nicht und habe nach einer Babypause deshalb wieder angefangen in Teilzeit zu arbeiten – zwischendurch loslassen zu können hilft mir, an den Tagen Zuhause eine bessere Mutter zu sein. Ebenso bewundere ich Mütter, die es schaffen, 100% zu arbeiten und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern zu pflegen. Und ich bewundere die anderen Mütter, die Teilzeit arbeiten und beides nebeneinander auf die Reihe bringen. Kurz: ich bewundere alle Mütter, die sich für ihre Kinder engagieren – à leur façon!

    • tina sagt:

      oh dankeschön 🙂
      habt ihr gesehen? da, anerkennung!

    • tststs sagt:

      Bewunderung finde ich in diesem Zusammenhang eine schon sehr krasses Bezeichnung. Was wird denn bewundert?
      a) Dass ein gutverdienender Mann geangelt wurde?
      b) Dass kein Rappen an die Gemeinschaft beigetragen wird?

      Kurz: Ich achte/akzeptiere alle Formen der Mutter-/Elternschaft. Aber richtige Bewunderung ringen mir die wenigsten ab…

  • Reincarnation of XY sagt:

    Bleibt noch die Frage nach der Anerkennung.
    Wie bitte schön soll diese geschehen?
    Was ist „die Gesellschaft“? Sind das familiäres Umfeld? Freunde und Bekannte? Oder die Kommentarschreiber vom Blick?
    Zudem: Ich bezweifle, dass eine Schichtarbeiterin oder eine Serviceangestellte mehr Anerkennung hat, als eine Vollzeitmutter.
    Gesellschaftliche Anerkennung haben die, die besonders herausstechen.
    Ein Unternehmer der Firmen besitzt, hat es zu mehr gebracht, als ein einfacher Angestellter. Ebenso wie die Ärztin im Vergleich zur Vollzeitmutter. Das gilt für uns alle.
    Wem es reicht, dass er bei Freunden und Familie Anerkennung hat, muss nur menschliche Qualitäten an den Tag legen.

    • Zufferey Marcel sagt:

      „Ich bezweifle, dass eine Schichtarbeiterin oder eine Serviceangestellte mehr Anerkennung hat, als eine Vollzeitmutter.“

      Eine zweifellos wichtige Erkenntnis und wahr dazu! Was die so viel erwähnte Anerkennung (durch wen?) anbelangt: Der neue Luxus heute ist Zeit. Und Muse. Literatur dazu: „Die Kunst des Müssiggangs“ von Hermann Hesse. Man kann das Leben auch locker nehmen 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich denke es geht um folgendes wir alle (und natürlich gerade Vollzeitmütter) hätten für unser Ego manchmal gerne ein bisschen mehr Anerkennung/Status.
        Aber das bekommt man eben nur auf dieser Schiene (vorzeigbarer Erfolg), die uns aber nie so wichtig war, dass wir uns dafür gehörig ins Zeug gelegt hätten.

        Ganz nach dem Motto:
        „Ich hätte Lust mit grossen Tieren,
        hab keine Lust es zu riskieren…“

        Wir müssen einfach wissen was wir wollen. Den Fünfer und s Weggli gibt es zu 99% nicht.

        PS ich bin übrigens nicht der, für den sie mich halten – (war noch nie in der Züri-Bar, die sie erwähnt haben)

      • Marcel Zufferey sagt:

        Vielleicht wäre Zufriedenheit, Lebenszufriedenheit, natürlich, ein möglicher Parameter. Schliesslich enden, wenn man dem so sagen darf, gut 90% aller Berufskarrieren im unteren Drittel eines hierarchischen Gefüges. Wir leben lediglich in einer Zeit, in der, ganz speziell in Familien- und Berufsfragen, vor allem die Rede vom operativen Management ist, obwohl allen einigermassen vernünftigen Zeitgenossen klar ist, dass sie genau da aller Voraussicht nach nie hinkommen werden! Aber der Kapitalismus braucht ja Erfolgsstories, sonst würde gar am Ende niemand mehr an ihn glauben, nicht?

        P.S. Sie sollten mal in die Züri Bar gehen, es lohnt sich 😉

  • Zufferey Marcel sagt:

    Für mich wäre die totale Abhängigkeit (m)einer Frau eine Last, die ich nicht tragen könnte. Zudem würde ich mich wie ein Lohnsklave fühlen. Und dann noch das geltende Scheidungsrecht… nein, das Alleinernährermodell ist definitiv nichts für mich! Aber zugegeben: Die Vollzeithausfrau ist ein schöner und anspruchsvoller Job, dem in den letzten Jahrzehnten leider jede (politische) Anerkennung abgesprochen wurde.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Vollzeitmutter kann (und will) nicht von der Gesellschaft bezahlt werden.
    Wenn wir bezahlen, wollen wir dafür auch eine bestimmte Leistung sehen. Man stelle sich den Druck vor, der daraus entstehen würde…

    Dann ist die Diskussion auch hinfällig, weil eine Vollzeitmutter im Normalfall auch bezahlt wird. Ein Ehepaar hat den Status „gemeinsame Errungenschaft“. Die Hälfte des Verdienstes gehört also ihr. Und so ist es auch tatsächlich. Die Frau bestimmt (mindestens) hälftig, welche Anschaffungen gemacht werden und für Persönliches hat sie gleich viel Geld zur Verfügung wie der erwerbstätige Partner.

    • Lucrecia sagt:

      Und ausserdem hat die Vollzeitmutter Anspruch auf einen Betrag zu freien Verfügung:
      Der Betrag zur freien Verfügung im Sinne des Art. 164 ZGB gehört zum ehelichen Unterhalt. Er soll dem haushaltführenden, kinderbetreuenden Ehegatten ohne Erwerbseinkommen ermöglichen, seine persönlichen Bedürfnisse über den Rahmen eines blossen Taschengeldes hinaus zu befriedigen, so das Bundesgericht.

      • Lucrecia sagt:

        Ihre Ausführungen sind nicht richtig. Solange das Paar noch verheiratet ist, bestimmt jeder selber, was mit seinem Geld geschieht. Erst bei einer Trennung wird geteilt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lucy – ich rede von der Praxis.
        Ich habe schon sehr viele Familienbudgets gesehen. Und da ist nie ein Lohn vermerkt, sondern Mann und Frau geben sich dasselbe Budget für persönliche Ausgaben.
        Bei gemeinsamen Anschaffungen bestimmt tendenziell die Frau noch mehr als der Mann, wofür das gemeinsame Geld ausgegeben wird.

        Für das praktische Leben zählt eigentlich nur die Praxis.

      • Lucrecia sagt:

        XY:
        Sinnvolle Antwort.
        Dennoch frage ich mich: Was sind das für Leute, die ein Budget machen und es einem Dritten zeigen?
        Ist es tatsächlich so, dass die meisten Leute feste Beträge bestimmen, anstatt einfach dass zu kaufen, was gerade gebraucht wird?

      • Reincarnation of XY sagt:

        gute Frage:
        das sind Leute, die ein Budget machen, um ihre Ziele zu erreichen

        Aber auch diese, die keines machen: im persönlichen Gespräch merkt man, dass kaum ein Ehepaar sich nach ZGB organisiert.
        Beide gestehen sich gleich hohe Ausgaben für Persönliches zu: egal wie hoch das Erwerbseinkommen ist.
        Ausnahme sind die Paare, die die Finanzen getrennt haben und beide 100% Lohn kassieren.

      • Lucrecia sagt:

        Gelesen und interessant gefunden. Danke.

      • maia sagt:

        @Lucrecia: Es gibt Leute, die das Geld genau einteilen müssen um über die Runden zu kommen. Da hilft ein Budget schon und manchmal ist es auch gut, wenn man Hilfe holt – in diesem Fall muss man dann das Budget jemandem zeigen.

  • Lucrecia sagt:

    Gut, dass daran erinnert wird, wie schön und erfüllend Mutterschaft ist bzw. sein kann! Ja, es geht um Liebe, um die Multiplikation der ursprünglichen Liebe zw. Vater und Mutter. Wenn man viel mehr Liebe zu schenken hat, als dass, was eine einzige Person (der Partner) aufnehmen kann, dann gibt es nichts Schöneres als eine Familie.

    Trotzdem ein paar Bemerkungen:
    – Vollzeitmutter hört spätestens dann auf, wenn alle Kinder zur Schule gehen. Ich zähle Putzen und Wäschewaschen nicht zum Mutter-/Elternsein. Kochen ist schon was anderes (gerne ein anderes Mal mehr dazu).
    – Ich bin eine Mutter, aber ich bin auch eine Frau, die eigene Interessen hat, genau wie meine Kinder auch ihre eigene Welt ausserhalb der Familie haben sollen. Oder (Fortsetzung folgt)

    • Brunhild Steiner sagt:

      Selbstverständlich gehört auch die Wäsche dazu, es macht durchaus einen Unterschied ob wäschetechnisch gesehen ein 1, 2 oder viel mehr Personenhaushalt zu versorgen ist…
      und wie schnell/langsam die verschiedenen Mitglieder ihre Grössen wechseln mitsamt zugehöriger Beschaffungs/Entsorgungslogistik…

      Plus, was verstehen Sie unter „Vollzeitmutter“ in Bezug auf „hört spätestens dann auf“? Dass frau spätestens ab Schuleintritt einer Lohnarbeit nachgehen sollte?

      • Lucrecia sagt:

        Brunhild: Ja aber das kann auch eine andere Person (ggf. auch gegen Bezahlung) erledigen, da ist man ersetzbar. Ist keine Kernaufgabe der Mutter. So meine These. Sie dürfen auch eine andere Meinung haben, das respektiere ich völlig. Kochen kann zwar auch jd. anderes tun, es steckt aber viel mehr Emotion, (Familien-)Tradition, Fürsorge, usw. drin. Ich erinnere mich an gemeinsame Mahlzeiten als Kind, nicht an die gewaschene Wäsche. Aber wie gesagt, man kann es durchaus anders sehen.

    • Lucrecia sagt:

      wie soll ich sonst zeigen, wie man ein ausgeglichener Mensch ist? Dass Kinderkriegen nicht das Ende vom alten Leben, sondern eine Bereicherung ist? Ich will weiterhin intellektuelle, kulturelle, musikalische, sportliche Aktivitäten haben. Wie meine Kinder und mein Mann auch. Daher nie ganz Vollzeit.
      – Sein eig. Geld kann man auch (mind. teilweise) ohne zu arbeiten haben: Vor der Ehe fleissig sparen und KLUG in eine Immobilie investieren, die man dann vermietet und die sich von alleine (bzw. mit dem Mehrwert) zurückzahlt. Nicht alles in einen gemeinsamen Topf werfen, um dann ein möglichst teures Eigenheim zu kaufen bzw. sich möglichst hoch zu verschulden. „Freiheit(en)konto“ behalten. So überbrückt man die Zeit bis zur Wiederaufnahme der Arbeit und behält man eine gewisse Unabhängigkeit.

      • Lucrecia sagt:

        Aber ja, nicht für alle möglich. Ist mir auch klar.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Lucrecia

        “ Ich will weiterhin intellektuelle, kulturelle, musikalische, sportliche Aktivitäten haben. Wie meine Kinder und mein Mann auch. Daher nie ganz Vollzeit.“
        Und würden Sie einer Vollzeit-Lohnarbeit nachgehen (die ja nicht zwangsläufig alle intelektuellen, kulturellen, musikalischen und sportlichen Ansprüche abdeckt), wäre es Ihnen dann auch wichtig die „Vollzeit“-Bezeichnung einzugrenzen? Und Interesse an anderem zu deklarieren?
        Das geht doch allen so, egal zu wieviel Prozent man was macht?

        Der Immobilienvorschlag find ich ein bisschen seltsam, wie soll das denn gehen, jede „Nur-mutter“ mindestens Whg-besitzerin zwecks Weitervermietung? Woher sollen all diese Immos kommen?

    • 13 sagt:

      @ Lucrecia
      Ich bin 34 Jahre als, habe drei Kinder, ein Haus, einen anspruchsvollen Job, einen Mann, bin finanziell unabhängig und gottseidank auch nicht auf die Pflege anderer angewiesen und trotzdem ist meine Mutter 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr meine Mutter. Das grösste Problem bei der Definitionen ist dass man Beziehungen und Tätigkeiten sprachlich vermischt. Das kann ja nicht gut kommen. Somit ist auch Wäsche waschen, kochen, Kinder betreuen Arbeit. Das Elternsein nicht.

  • Kraehkraeh sagt:

    In gewisser Weise gibt es eben schon einen Lohn. Der Partner finanziert ja die Vollzeitstelle des Familienmanagers. Natuerlich ist man dann auch abhaengig von eben diesen, dieser jedoch auch von dem anderen. Dies war auch ueber lange Zeit der Kitt, der die Eheleute zusammenhielt.

  • Flo sagt:

    was mich ein wenig an dieser Diskussion stört: hier geht es nur um die Bezahlung für die im „Innendienst“ geleistete Arbeit. Mir aber geht es in erster Linie um Gefühle: Gefühle und Empfindungen der Kinder und der Mütter. Das scheint mir der wichtigste Aspekt des unbezahlten Muttersein zu sein. Da wäre vielleicht das bedingungslose Grundeinkommen eine gute Lösung. Schon weil es nicht fristgebunden ist wie der Mutterschaftsurlaub. Und ja die Anerkennung durch die Kinder kommt meist erst viel später – meist dann wenn sie selber Kinder haben/ Eltern sind!

    • tina sagt:

      ja, das BGE wäre eine super Lösung für Vollzeitmütter. Ich hoffe, du denkst bei der Abstimmung auch an jene, die nicht in dieser komfortablen Lage sind, wie IV Rentner mit hohen Gesundheitskosten (oder auch niederigen. Einfach zusätzlichen), die alleine leben.

  • Tina sagt:

    Das befingungslose Grundeinkommen sehe ich als eine mögliche Lösung.

    • tina sagt:

      …. ja, vielleicht für Vollzeitmütter. Was ist mit IV Rentnern mit höheren Gesundheitskosten zum Beispiel? Alleinlebende Personen kämen nur mit einwandfreier Gesundheit mit 2500 durch, und auch nur wenn sie eine ganz billige Wohnung haben

      • Cybot sagt:

        Das bedingungslose Grundeinkommen ersetzt ja nicht die IV.

      • tina sagt:

        doch cybot. alle sozialversicherungen. avh, iv, sozialamt, alv

      • Maja sagt:

        Mit 2’500.- kommt man sehr wohl durch. Und stellen sie sich mal vor wie sehr das einer alleinstehenden Mutter helfen würde! Sie könnte endlich für ihr Kind da sein anstatt Tag für Tag dem Geld nachrennen zu müssen

      • tina sagt:

        ich lebe mit meinen söhnen alleine und bin erwerbstätig. ich hätte nichts anders gemacht mit BGE. 2500 hätten selbst mir nicht gereicht, und ich lebe gut mit wenig geld. 2500 reichten mir lange, aber da hatte ich noch keine kinder

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Auch beim BGE kann es noch die EL geben. Wie es genau ausgestaltet werden soll ist ja dann Sache des Gesetzgebers, wie bei jeder anderen Initiative auch.

      • tina sagt:

        13, EL ist aber nicht für mütter, denen 2500 zum durchkommen nicht reichen, weil sie nicht erwerbstätig sein möchten.
        man kann einfach nicht gleichzeitig behaupten, BGE könne durch abschaffung der sozialversicherungen finanziert werden, wenn klar ist, dass ein grossteil der leute, die heute auf sozialversicherungen angewiesen sind, mit 2500 nicht durchkommen werden.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ein BGE, welches es bis jetzt ja nur auf dem Papier gibt, MUSS alle Sozialleistungen ersetzen, sonst ist es wieder etwas anderes.

        Finanzierungsmodelle werden mit verschiedenen Ansätzen seit über 30 Jahren gerechnet. Gemeinsam ist allen, dass es keine weiteren sozialen Transfers gibt, auch keine EL. Weil nämlich auch die Gehälter derer mit eingerechnet sind, welche die EL bearbeiten. Auch Sozialgerichte gibt es dann nicht mehr, weil die Mittel für deren Saläre, Gebäude und Arbeitsgeräte auch in das BGE einfliessen, usw. Der Riesentopf der Begutachtungsindustrie um die IV, geht alles ins BGE.

        Ich habe den Eindruck, hier wird bald über etwas abgestimmt, von dem 90% der Schweizer gar keine Ahnung haben.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚2500 reichten mir lange, aber da hatte ich noch keine kinder‘

        Kinder bekommen auch BGE, man spricht von 800 CHF. Aber wie gesagt, die Zahlen sind im Augenblick nur Schätzungen und müssen jedes Jahr an den Warenkorb angepasst werden.^

        Auch hat zumindest in der Schweiz noch niemand berechnet, wieviel Geld wirklich frei wird, wenn mal die letzte Sozialamtstube fremdvermietet ist und es in dem ganzen Bereich keinen einzigen Beschäftigten mehr gibt.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Nein, die EL meinte ich im Bezug auf den IV-Rentner. Die Mütter werde sie vermutlich eh nicht brauchen, da ja Kinder auch noch ein BGE zugute haben und es somit entweder knapp reicht oder man dann zu einem kleinen Pensum arbeiten gehen muss.
        Und nicht reichen würde es „nur“ für alleinstehende oder eben Leute, die aus gesundheitlichen Gründen grössere Auslagen haben. Das nenne ich nicht den grossen Teil der Leute.

      • Muttis Liebling sagt:

        @13
        Im BGE gibt es auch keine IV- Rentner und man kann auch keine kleinen Pensen arbeiten, weil die ersten 2500 Franken vollständig abgezogen werden.

      • tina sagt:

        nicht „ein grossteil der leute“, sondern „ein grossteil der leute, die auf sozialversicherung angewiesen sind“! ALLE rentner! ALLE kranken! das sind fast alle sozialversicherungsbezüger

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Ja, das meinte ich nicht. Nicht alle Rentner erhalten eine EL. Nicht einmal der Grossteil der Rentner.

        @ ML
        Mir scheint, Sie hätten die Vorlage nicht gelesen. Sozialleistungen könnten weiterhin erfolgen, nur werden sie angepasst. Gleiches gilt auch mit den kleinen Pensen. Natürlich können diese auch weiterhin erfolgen.

      • tina sagt:

        so ein quatsch 13!
        vom lohn wird eben erstmal das bge abgezogen. also wäre ja alles unter 2500 erstmal unbezahlt. man könnte also arbeiten, es würde aber das einkommen nicht aufbessern.
        wenn man die sozialversicherungen beibehalten würde, könnte man das BGE ja nicht finanzieren….

  • Sportpapi sagt:

    Sehr einverstanden. Nur das mit dem angemessenen Lohn verstehe ich nicht. Meine Frau hat das. Und meine Wertschätzung dazu.

    • Flo sagt:

      Sportpapi; nicht jede Frau hat das Glück das ihr Innendienst vom Partner wertgeschätzt wird

      • Sportpapi sagt:

        @Flo. Ich kenne keinen einzigen anderen Fall. Allerdings kann es schon sein, dass die Väter mehr oder weniger intensiv darauf pochen, dass die Mütter auch berufstätig bleiben – wie meine Frau in geringem Ausmass auch. Ist ja alles eine Frage des Masses und der Vereinbarungen.

  • Flo sagt:

    Traumjob Vollzeitmutter?
    Ja ich weiss heute wie sehr ich nur zu gerne Vollzeitmutter geworden/gewesen wäre. Leider war es mir nicht möglich, als ledige Mutter musste ich da selbst für unseren Unterhalt aufkommen. Da gab es noch nicht soviel Unterstützung von allen möglichen Seiten.
    So nach dem Motto; die Suppe die du dir eingebrockt hast musst du ganz allein auslöffeln.
    100% Berufstätig, das Kind nur am frühen Morgen bis es zur Tagesmutter kam und am Abend, müde von der Arbeit, die kurze Zeit bis zum Schlafengehen, Samstagnachmittag und Sonntag – da habe ich so unendlich vieles verpasst was man im Leben nie mehr nachholen kann.
    Dank meines Sohnes und meiner Schwiegertochter darf ich heute vieles bei meinem Enkel nachholen – aber es ist nicht dasselbe und macht mich oft traurig

  • Dani sagt:

    Ich verstehe etwas nicht ganz. Warum wollt ihr für Muttersein einen Lohn? Warum wollt ihr dafür Lob, Anerkennung, ja vielleicht sogar eine Auszeichnung oder ein Diplom? Ich für meinen Teil arbeite in einem Beruf, weil das System von mir erwartet, mit in der Wirtschaft zu integrieren, aber arbeiten im eigentlichen Sinn, tue ich nicht „freiwillig“. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich anders durch das Leben bringen. Mutter und Vater zu sein, beruht aus meiner Haltung auf einee gewollte Handlung, auf etwas, was man sich wünscht, was man sich herbei ersehnt. Wenn hier der Dank aus der Umgebung fehlt, dann sollte man vielleicht an der Einstellung der Verwandten und Freunde arbeiten, aber Mutter als Vollzeitjob zu sehen, sehe ich als falsch und undankbar an, weil es mehr als ein Job ist.

    • tina sagt:

      dani: das system? angenommen es gäbe da gar kein system, dann müsste man doch irgendwas tun, damit man am ende des tages etwas essen kann, nicht? jagen oder beeren suchen, das ist auch arbeit. wenn man sich zusammentut und die einen sammeln beeren und die anderen jagen, dann ist das schon ein system. es wird auch immer welche geben, die nicht so können wie die anderen. manche können trotzdem irgendwas bieten, und seis unterhaltung, aber manche eben nicht, und „das system“ zeichnet sich dadurch aus, dass es für diese sorgt.

      • Dani sagt:

        Es ging mir eher darum aufzuzeigen, dass Muttersein nicht als JOB bezeichnet werden sollte, weil es ist kein müssen. Aber Arbeiten muss man, egal wie und wo. Mami oder Vati zu sein ist kein müssen. Man stirbt nicht wenn man sich nicht vermehrt, wohl aber wenn man sich nicht ernährt etc. Daher ist der Vergleich wie wenn man Birnen mit Äpfel vergleicht. Hier sucht eine Frau nach einer Bestimmung, weil sie nie Dank und Lob erhalten hat, obwohl sie es sich aus ihrer Sicht „verdient“ hat. Ist auch ok, aber wenn es daran fehlt, dann sollte sie dafür nicht ein System suchen, so wie es für die Arbeit üblich ist.

      • tina sagt:

        ah so. ja da bin ich mit dir einig.
        ausser dass ich sicher bin, dass die autorin sehr wohl anerkennung erhält. und lohn offensichtlich auch irgendwie

      • Muttis Liebling sagt:

        Genau so muss man es sagen: Eltern sein ist keine Beruf, kein Job, kein Ehrenamt, usw. Eine Familie ist kein Unternehmen. Keine Parallele zur Wirtschaft zieht auch nur im geringsten und es gehört umgekehrt auch nicht in den Zuständigkeitsbereich der Wirtschaft, Eltern sein auch nur im geringsten zu beachten.

        Das sind zwei verschiedene Welten, die müssen unabhängig voneinander kooperieren. Jede Regel, welche man künstlich einführt, schadet langfristig beiden Seiten.

  • Maja sagt:

    Ich bewundere alle Frauen, welche in ihrer Aufgabe als Mutter und Hausfrau vollständig aufblühen, erfüllt und zufrieden sind. Chapeau liebe Mütter und Hausfrauen. Es ist nicht zu vergessen, dass dieser Job 365 Tage im Jahr dauert! Einsatzbereit 24 Stunden!

  • Enri sagt:

    Ich weiss, dass die meisten Eltern ihre Kinder wahnsinnig toll finden. Persönlich sehe ich keinen besonderen Sinn darin, die Gene weiterzuverbreiten, damit der Nachwuchs die Erde dann auch versaut.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … aber dass irgendjemandes Nachwuchses eines Tages dafür sorgt dass Ihr versa utes Hinterteil wieder sa uber wird, darüber sind Sie dann vermutlich nicht undankbar?…

      • tina sagt:

        das argument zählt echt nicht, ebensowenig wie das der AHV. wieviele kinder pflegen ihre eigenen eltern, wenn diese wirklich pflegebedürftig werden? das wollen heute auch viele alte menschen gar nicht mehr. lieber sich von jemandem pflegen lassen, der das auch gelernt hat und dafür bezahlt wird.
        man hat kinder, weil man sich kinder wünschte, oder weil es sie eben so reingeschneit hat

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚lieber sich von jemandem pflegen lassen, der das auch gelernt hat und dafür bezahlt wird.‘

        Das meint Brunhild, diese pflegende Generation muss da sein. Von Geld allein kommt die nicht und wenn nicht genügend Kinder geboren werden, gibt es irgendwann nicht genügend Pflegekräfte. Eigentlich ist das ja schon heute der Fall, aber nimmt von nun an jährlich zu.

        Eine Person mit BESA- Pflegestufe 12 bindet 150% Stellenprozent Pflegepersonal!

      • tina sagt:

        diese generation kann ja auch von ausserhalb kommen. und tut das heute auch schon. gerade in dieser branche

      • Muttis Liebling sagt:

        Diese Generation kann nicht von aussen kommen, weil alle Staaten ihre Jungen selbst brauchen. Im Augenblick funktioniert das nur, weil viele Staaten noch am Beginn des Lebensverlängerungsprozesses stehen, wir hingegen am Ende angekommen sind.

      • tina sagt:

        ML. sie sind schon da. und da man hier besser verdient als an vielen anderen orten können sie durch pflege hier, die pflege für ihre eltern zuhause finanzieren

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        exakt, danke!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        zu kurz gedacht, grundsätzlich braucht es für alle Tätigkeiten nachwachsende Generation. Ich finde es sehr unklug auf „Aussenzuwachs“ zu setzen, gerade in der Pflege sind kulturell bedingte Unterschiede teilweise doch erheblich, würde mich dann wundernehmen ob Herr/Frau Enri das dann so toll finden würde.

        Und auch die Zurückgelassenen der Zugewanderten würden es begrüssen wenn sie dann nicht ihrerseits Fachkräftemangel hätten.
        Also einfach auf diese Karte zu setzen blendet für mein Empfinden viel zu viel aus.

      • Muttis Liebling sagt:

        @tina
        Pflege muss man erst mal machen, finanzieren reicht nicht. Bei der demographischen Entwicklung kommt schon in diesem Jahrhundert der Zeitpunkt, an welchem es mehr Pflegebedürftige als dafür notwendige Personen im arbeitsfähigen Alter gibt. Auch in Thailand.

        Wenn die Geburtlichkeit sinkt, muss auch die Lebenserwartung sinken, sonst gerät die soziale Struktur aus dem Gleichgewicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina
        noch eine Ergänzung (hab grad das UNIA Plakat gesehen), tja, warum sind denn so viele Stellen im Gesundheitswesen „von aussen“ besetzt?! Warum hat man vor über 20 Jahren in Deutschland Anzeigen für CH-er Stellen im Gesundheitswesen geschaltet?
        Weil man keine Bereitschaft hat für angemessene Arbeitsbedingungen zu sorgen (und deshalb viele Einheimische reduziert arbeiten oder den Beruf wechselten). Und so wandert der Pflegekraftmangel fröhlich um die Welt, immer ins nächste, noch ärmer dran-seiende Land, aus dem dann die Arbeitswilligen emigrieren, anstatt dass die Übel mal an der Wurzel gepackt werden würden!

      • Katharina sagt:

        ‚…Lebensverlängerungsprozesses stehen, wir hingegen am Ende angekommen sind.‘ das stimmt eigentlich nicht. Ich verweise auf Aubrey de Grey und andere. Da stehen wir erst am Anfang. Eine Lebenserwartung von 120 – 200 Jahre ist im Bereich des möglichen. (Nur durch Anwendung heutiger Kenntnisse, ohne neue Technik)

        Das Ausschalten von Genen via Crispr/Caes9 ist eine heute sichere Methode. Aubreys Forschung hat diverse Sequenzen identifiziert, die das Altern beeinflussen. Crispr/Caes Kits inklusive der kompletten Sequenzierung der eigenen DNA kosten 1000 USD. Das Kit ist so simpel, dass es am Küchentisch zuhause angewendet werden kann. You do the math. (200 Jahre ist erst der Anfang, so jemand das überhaupt will).

      • tina sagt:

        eben, brunhild. unsere kinder wollen ja gar nicht in der pflege arbeiten

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        aber nicht wegen dem Beruf an sich, sondern den Bedingungen. Und dann sollte man die Bedingungen verbessern, und sich nicht auf die billigste Lösung verlassen-

        welche nämlich jene Ländern, denen dann die Fachkräfte, resp noch auszubildungsfähige Nachwuchskräfte abwandern, sehr teuer zu stehen kommt.

        Kein Wunder kippt am Ende das Ganze wenn jeder beim globalen Ungleichgewicht nur für seinen Teil schaut.

      • tina sagt:

        ja, wegen den bedingungen hast du völlig recht.
        aber ich finde halt nicht, dass pflegepersonalbeschaffung ein grund ist, kinder zu zeugen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        da gehe ich einig, aber der Aspekt des gesellschaftserhaltende Generationen-nachwuchs sollte nicht komplett aus dem Blickfeld verschwinden, bloss weil wir (in den hochentwickelten Gegenden) den Luxus haben, die Nachkommensfrage ausschliesslich am Begriff „Liebe“ festzunageln.
        Es hat nicht nur mit „AHV“, Arbeitsmarktnachwuchs etc zu tun, aber ich finde es ein Fehler wenn man so tut als sei da überhaupt kein Zusammenhang, oder Auswirkungen gegeben.
        So wie in den überbevölkerten Gebieten der „zuviel“ Nachwuchs Auswuchs über die jeweilige Kernfamilien hat, hat es bei uns Auswirkungen wenn zuwenig nachkommen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Korrektur, natürlich Auswirkungen des zuviel-Nachwuchses…

      • Muttis Liebling sagt:

        Katharina, das wäre eine neue Qualität und damit ein anderer Aspekt. Ich habe mal als junger Assistent die Kohorten- Sterbetafeln seit der ersten Berechnung 1833 mit Weibull- Verteilungen modelliert. Da sieht man, anders als in den Periodensterbetafeln, dass die jährlichen Zuwächse asymptotisch gegen Null gehen, der ’natürliche‘ Lebensverlängerungsprozess ausläuft. Ist auch logisch, denn nennenswerte Verbesserungen der sozialen Umwelt sind nicht mehr zu erwarten.

    • Flo sagt:

      Persönlich sehe ich keinen besonderen Sinn darin, die Gene weiterzuverbreiten – gute Idee!

  • tina sagt:

    wenn ich zurückdenke ist es wirklich so, dass ich sehr viel anerkennung bekam dafür dass ich kinder grossziehe und das ganze drumherum jongliere. erwerbstätigkeit ist selbstverständlichkeit, muttersein verlangt mehr ab. ich bekam auch anerkennung dafür dass ich beides stemme, und von ein paar wenigen auch für meinen job, aber nur weil der arbeitsort prestigeverdächtig ist, und das wiederum kann man ja nicht ernst nehmen.
    ich habe lange nicht mehr darüber nachgedacht, aber mir scheint wirklich dass mütter anerkennung bekommen für ihre arbeit. das war vielleicht früher anders.
    wer es sich leisten kann, gar nicht erwerbstätig zu sein, der muss zwangsläufig von jemandem eine art lohn bekommen, denn wovon würde er sonst leben.

  • Paul aebersold sagt:

    Lösung:

    bedingungsloses grundeinkommen.

    im Juni stimmen wir ab

    • tina sagt:

      wer bitteschön kann mit 2500 überleben?

      • tina sagt:

        ah ja, ich weiss: wer höhere lebenskosten hat, kann ja bei den sozialversicherung mehr unterstützung beantragen.
        aber das BGE soll ja durch streichung der sozialversicherungen finanziert werden.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich
        und meine Frau sowieso

        Ich frage mich, wer mit 4000 oder mehr noch jammern will.

        In Vietnam beträgt ein Erwerbseinkommen etwa 200-500 USD: Grundnahrungsmittel sind bei uns nur wenig teurer, wohnen ist nur wenig teurer (in Saigon kostet eine „Wohnung“ mit 12m2 etwa 100USD), Wohnungseinrichtung gibt’s gratis von Sperrgut und für kleines Geld auf Versteigerungsplattformen.

        Ausser staatlichen Gebühren (Krankenkasse, Stromgrundanschluss, Billag, Ausweise) und einigen kartellisierten Dienstleistungen (Telefon, Inteernetanschluss) ist bei uns eigentlich nur der Kauf von Arbeit von Dritten viel, viel teurer: Restaurant, Taxi, Hotel….)

      • Anh Toàn sagt:

        In fast jedem Haushalt in der Schweiz steht eine Kpaselkaffeemaschine: Kaffeepreis irgendwo zwischen 30 und 100 CHF pro Kilo. Im M-Budget Kaffemischung (Robusta/Arabica) zum selber mahlen, an der bereitgestellten Kaffeemühle kostet Kaffee 5.00 pro Kilo.

        Aber fast jeder Haushalt jammert, wie arm er sei.

      • Sportpapi sagt:

        Während dem Studium konnte ich das gut. Und wenn meine Frau auch noch so viel bringt, die Kinder ebenfalls…

      • tina sagt:

        also so
        wenn:
        – man in einem land wohnt, wo die lebenskosten sehr tief sind
        – man so tut als ob die lebenskosten nicht gestiegen wären in den letzten 25 jahren (sportpapi)
        – man so tut, als ob man noch so leben wollen und können würde, wie mit 20
        – man gesund ist
        – nicht allein lebt

      • tina sagt:

        anh toan: ich jammere nicht! und ich habe auch lange gelebt mit 2500.
        aber man weiss, dass ein drittel der sozialhilfebezüger so wenig haben, der rest braucht nunmal mehr, ganz zu schweigen von den IV rentnern

      • tina sagt:

        ich hoffe einfach dass bei der abstimmung nicht jeder nur an seine eigene situation denkt!

      • Michu sagt:

        „ich hoffe einfach dass bei der abstimmung nicht jeder nur an seine eigene situation denkt!“

        Tue ich zum Glück nicht. Deshalb will ich das jetzige System auch nicht an die Wand fahren.

        Mir könnte es egal sein: Genug gespart und mit den BGE den Rest des Lebens in Asien zufrieden zu Hause.

        Ich denke aber auch an meine Mitmenschen, welche finanziell nicht so gut gebettet sind und denen es nach kurzer Zeit dreckig ginge.

      • Anh Toàn sagt:

        1. Man muss nicht alleine wohnen, auch wenn man „alleine lebt“ – get it?

        2. Lebt man in der Stadt, sind die Wohnkosten teurer, dafür keine Arbeitswegkosten (Fahrrad), günstigere Einkaufsmöglichkeiten.

        3. Ausser der Kopfsteuer Krankenkasse und staatlichen Gebühren sind die Lebenshaltungskosten tiefer in der Schweiz als vor 20 Jahren. (Telefonanschluss vor 20 Jahren ohne telefonieren 25CHF, Coop Flat rate in alle Netze heute 30CHF)

      • Anh Toàn sagt:

        @Tina

        Sie fragen, wer mit 2500 „überleben“ kann, hätten Sie geschrieben „leben“, hätte ich nichts geschrieben, denn es ist schwierig, mit deutlich weniger zu leben, als die anderen (relative Armut)

        Noch schwieriger ist es, einem Kind zu erklären, warum man weniger hat, als die anderen. Aber wenn man dem erklärt, dass dafür Mami oder Papi den ganzen Tag zu Hause sind und Zeit haben, bei anderen halt nicht, ist es vielleicht nicht mehr so schwer.

      • tina sagt:

        ich weiss, dass man nicht allein wohnen muss, aber WG leben ist nicht für jeden etwas (für mich schon. werde wieder in wg’s leben, wie bis 28, wenn meine kinder mal wegzügeln).
        ah fahrrad für arbeitsweg: jaaaa, wenn jemand gesund ist und sogar noch arbeiten kann, dann ist BGE super.
        telefonieren wurde vielelicht günstiger, aber das macht allein ja keine lebenskosten aus

      • tina sagt:

        ja stimmt, hätte ich „leben“ geschrieben, hätte es mehr leute betroffen.
        überleben betrifft die mit den höheren lebenskosten (ältere, kranke). das sind vielleicht weniger, aber sie ganz auszublenden finde ich schon übel

      • Muttis Liebling sagt:

        Das BGE schliesst parallele Erwerbstätigkeit nicht aus. Im Gegenteil, die meisten werden dennoch einer solchen nachgehen und zahlen dann die 2500 Franken vollständig zurück. Der Rest wird normal versteuert.

      • Anh Toàn sagt:

        Ja, ich weiss, in der Schweiz gibt es Arme, weil eine Wohnung mit einem Wohnzimmer gross genug für einen Flügel, kostet soviel. Dann gibt es Arme, die bewohnen alleine oder zu zweit 140m2 Einfamilienhaus und können die Steuer auf den Eigenmietwert kaum bezahlen. Dann gibt es Arme, für die „es nichts ist, in einer WG zu wohnen“. Dann gibt es Erwerbsunfähige, ich halte die in der Schweiz übliche Bezeichnung „invalid“ (wertlos, ungültig) für übel, die brauchen das neueste Rollstuhlmodell.

        Mein Computer und der Bildschirm waren schon mal auf dem Müll, genauso wie das Fahrrad, mit dem meine Frau bei jedem Wetter (für eine Vietnamesin regnet es in der Schweiz höchstens ein wenig) zur Arbeit fährt, unsere Sofas kosteten 1CHF und 1/2 Flasche Javel, Esstisch und Stühle 11CHF…)

      • tina sagt:

        ML wer alt oder krank ist, kann aber nicht zusätzlich geld verdienen. brauchen wir nun echt ein BGE für jene, denen es sowieso gut geht?

      • tina sagt:

        so renk dich mal wieder ein anh toan. eine kleine, finstere, schimmlige 2zr wohnung kostet auch 20km ausserhalb von züri schnell 1300.
        ich gehöre zu jenen, die auf sozamt niveau (aber selber erwirtschaftet) immer noch prima leben. aber ich sehe halt genug, die höhere lebenskosten haben, weil sie auch noch therapie brauchen

      • Muttis Liebling sagt:

        tina, denen es gut geht und mehr als 2500 Franken verdienen, also die Masse, erhalten ja auch kein BGE. Für die ist es nur ein durchlaufender Posten, welchen man so gestalten kann, dass kein Zahlungsvorgang stattfindet.

        Für die Minderheit der ausschliesslich davon lebenden, temporär oder dauerhaft, muss man die Höhe so gestalten, das es zum Leben reicht. Die 2500 sind doch nur ein aktueller Richtwert, an der Sozialhilfe orientiert.

        Nach überschlägigen Rechnungen ist die Finanzierung dieser Minderheit durch Einstellung aller soz. Transferleistungen, inkl. der Institutionen gegeben. Denn es gibt dann keine Arbeitslosenkasse, samt derer Mitarbeiter, der Gebäude und der Arbeitsmittel. Dito Sozialamt, RAV, …

      • tina sagt:

        eben ML. diejenigen denen es eh gut geht, brauchen das BGE nicht. die, denen es schlecht geht, denen reicht vermutlich 2500 nicht, aber da die sozialversicherungen abgeschafft sind, stehen die noch schlechter da als jetzt.
        die einzigen, denen es nützen würde, wären junge, gesunde, freiwillige arbeitslose und ähm vollzeitmütter

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        „die einzigen, denen es nützen würde, wären junge, gesunde, freiwillige arbeitslose und ähm vollzeitmütter“
        also mindestens eine Vollzeitmutter wird „Nein“ einlegen 😉

      • Muttis Liebling sagt:

        @tina
        Du verstehst immer noch nicht den Sinn und Zweck des BGE. Für alle Erwerbstätigen mit Einkommen => BGE ist es irrelevant. Die profitieren nur davon, dass es keine Sozialabgaben mehr gibt, immerhin im Mittel 14.5% vom Brutto.

        Mit dem BGE kann man sich gegen Erwerbstätigkeit entscheiden und statt dessen saufen, kiffen, oder Kinder erziehen, Familienmitglieder oder Fremde betreuen, Bücher schreiben, Erfindungen machen, usw..

        Das erzeugt mehr Variabilität in der Bevölkerung, Innovation, Sozialität. Die Zahl der Altenheime (nicht Pflegeheime) kann zurückgefahren werden. Staatliche Forschungsgelder können reduziert werden. Kunstförderung kann völlig ausfallen.

        Es erzeugt eine neue Qualität des Lebens, welche dem schweizerischen Anspruch an Liberalität doch entgegen kommen sollte.

      • tina sagt:

        das klingt gut, aber wir können doch nicht alle über die klinge springen lassen, denen es schlecht geht, damit wir es noch besser haben

      • Muttis Liebling sagt:

        Das BGE wird nicht kommen, weder in der Schweiz noch sonst wo. Man muss ja nur die Kommentare in den Medien hören oder lesen, um zu sehen, dass niemand die Sache zu Ende denkt.

        Ausserdem sind die Gegner inhärent: Alle, welche in den Sozialwerken arbeiten, oder an denen verdienen (PK, also Banken und Versicherungen). Dazu alle Gewerbe, die Niedriglöhner brauchen, denn für 1 – 4000 Franken geht niemand mehr arbeiten.

        Das dürften zusammen deutlich mehr als 50% der Wähler werden, eine sehr niedrige Wahlbeteiligung unterstellt, weil die Normalverdiener, wie Du, keinen Vorteil für sich sehen, also nicht wählen werden. Aber die Gegner werden wählen. Und damit ab in die Tonne.

  • Hansli sagt:

    Jeder soll so leben wie er will. Das die Wertschätzung für die Hausfrau nicht da ist, da habe ich eine andere Ansicht. Denn politisch werden die Familien mit einer anderen Vorstellung, Beziehungsweise wo ein Lohn nicht genügt, massiv bekämpft.

    • Hansli sagt:

      Meine Grosseltern haben beide gearbeitet und meine Eltern auch. Die wurden damals wie Aussätzige behandelt.

    • Sportpapi sagt:

      Politisch sehe ich eigentlich nur eine Stossrichtung. Subventionierte Fremdbetreuung, möglichst grosse Ausserhaustätigkeit.
      Die Diskussion geht mehr um das Ausmass.

      • Hansli sagt:

        @Sportpapi
        Ja das ist die Stossrichtung, aber das wird mit allen Mittel verhindert. Denn bis jetzt ist nur eine rudimentäre Fremdbetreuung vorhanden.

      • Sportpapi sagt:

        Ah ja, mit allen Mitteln verhindert. Sie leben offenbar nicht in meiner Welt.

  • Susanne sagt:

    Schöner Artikel!!!
    Sobald das zweite Kind da ist, mache ich es auch so und ich freue mich darauf!

  • dres sagt:

    Wenn es finanziell Sinn machte, würde ich definitiv gerne mit meiner Frau tauschen. Sie mit mir allerdings bestimmt nicht…

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ich kann die Ausführungen gut nachvollziehen, allerdings bin ich inzwischen zum Schluss gekommen, dass ich immer noch lieber mit diesen Begleiterscheinungen ein 0%/100% Lohnarbeit-Modell lebe

    als mich vielleicht „anerkannter (da lohnarbeitend)“ zu fühlen, dazu aber aufgrund der gesellschaftlichen-organisatorischen Verhältnisse gezwungen zu sein.

    Und wie schon Carolina ins Feld geführt hat, der Anteil erbrachter Stunden an Freiwilligenarbeit durch ua Nicht- oder sehr tiefprozentig Arbeitende würde unser System komplett sprengen wenn das leistungsentsprechend entlähnt werden müsste! Gilt im Übrigen auch für Väter welche neben ihrer familienerhaltenden Lohnarbeit in Vereinen (bspw Sport) tätig sind, und dies ebenfalls nur können weil sie zuhause den Rücken frei gehalten bekommen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Wir haben in der Schweiz ein absolut einzigartes Netz von Vereinen, Organisationen, Verbänden über alle Interessensgebiete und Bedürfnisse hinweg, inklusive Hilfeleistung/Unterstützung aller Arten, und dies nur weil es noch ein paar Menschen gibt die dafür auch Zeit und Energie haben.

      • Brunhild Steiner sagt:

        ojeh, scheint wirklich zu früh zu sein:
        EINZIGARTIGES Netz, aber die Einzigartigkeit rechtfertigt die Doppelerwähnung 🙂

    • Carolina sagt:

      Sehr richtig, Brunhild!
      Mir scheint, statt Utopien nachzurennen von bezahlter Familienarbeit (keiner hier beantwortet die Frage, wie das geschehen soll), reicht es völlig, dass wir ab und zu mal einen Blick hinter die Kulissen werfen und uns überlegen, wer eigentlich diese vielen ungesehenen Arbeiten verrichtet (ich garantiere Ihnen allen, dass man da einige Ueberraschungen erlebt!); ein wenig Dankbarkeit dafür, dass wir in einem Land leben, das für praktisch jede Notlage eine Auffanglösung bietet und in dem wir eine echte Wahlmöglichkeit in der Lebensgestaltung haben. Dann könnte man diese Vielfalt an unterschiedlichen Gestaltungen eben auch würdigen – das würde oft ausreichen.

  • Sisifee sagt:

    Ein sehr schöner Bericht. Ich weiss aber nicht, ob „Elternarbeit“ bezahlt werden muss. Oder ob nicht einfach ein Umdenken dahin stattfinden sollte, dass auch nicht entlöhnte Arbeit genau so viel Wert ist. Menschen, welche Kinder oder ältere Menschen unbezahlt betreuen, verdienen in meinen Augen den allerhöchsten Respekt. Und es befremdet mich zu sehen, wie minderwertig sich Menschen fühlen, da auf Jobsuche sind.
    Nach der Geburt meines dritten Kindes hätte ichmir sehr gut vorstellen können, eine Weile nicht Geld verdienen zu gehen (mein Mann ebenso). Nun, bei uns braucht es beide Einkommen, das hat andere Vorteile. Es ist schön, wenn man die Wahl hat. Wir hatten sie nie und sin trotzdem zufrieden.

    • Flo sagt:

      hängt vielleicht damit zusammen das wir/die meisten heute und immer daran orientieren wie wir von aussen wahrgenommen und bewertet werden. Wir haben den ungeheuren Drang das unser Bild in das Aussenbild der Allgemeinheit passt. Widersetzt/-widerlebt man diesem Bild wird man in Frage gestellt, ja manchmal sogar oder angefeindet/ausgegrenzt.
      Weshalb müssen wir uns immer dem anpassen was die anderen von und in uns sehen möchten?

  • hago sagt:

    Sehr viel Liebe für die Kinder… aber kein Wort über den Beruf als Ehefrau. Der Ehemann geht vergessen – oder war er nur Mittel zum Zweck?
    Scheidungsrate lässt grüssen…

  • Daniela Bühler sagt:

    Sehr guter Artikel. Meine erwachsenen Kinder sind froh dass ich Zeit für sie hatte, immer und noch immer auch jetzt. Anerkennung muss man sich aber woanders suchen. Es liegt an uns selber wie wir uns fühlen bei den Tätigkeiten die wir tun, es liegt am Innen nicht im Aussen. Für mich ist dieser Spagat zwischen Mutter sein und einen Job ausserhalb ausüben immer noch etwas vom schwierigsten zu bewerkstelligen. Seit vielen Jahren erlebe ich dies auch als Erzieherin in Krippen hautnah mit. Zum Glück aber haben wir heute die Wahl zu tun und zu lassen wie es uns gefällt, vielleicht stimmt das eine oder andere für eine bestimmte Zeit. Ansonsten haben wir die Freiheit, einen anderen für uns richtigen Weg einzuschlagen.

  • maia sagt:

    Am einfachsten wäre doch: alle Einnahmen und Kosten zusammenlegen und dann durch zwei teilen.
    In der Regel ist es ja nicht so, dass die Mutter die zu Hause bleibt nichts verdient. Sie bekommt vielleicht keinen Lohnzettel, aber sie lebt ja auch von etwas, jemand bezahlt ihre Miete, Kleider, Essen, Versicherung usw. usf. Wenn all dieses vom Lohn des Mannes abgezogen wird, dann hat er meist auch nichts mehr für sich

    • Rosa sagt:

      Oder noch einfacher, das Geld das reinkommt ist für uns alle da. Das Geld, dass mein Mann verdient ist auch mein Geld, es ist unser Geld. Und so war es auch als ich arbeitete und mein Mann zuhause war. Dieses wir sind eine Familie ist in der heutigen Zeit total abhanden gekommen. Jeder für sich, auch wenn wir mal geheiratet haben…

      • maia sagt:

        @Rosa: Was Sie beschreiben ist für mich normal, aber dann, wenn – meist die Frau – meint, sie hätte überhaupt kein Geld zur Verfügung, dann finde ich das Teilen nicht schecht. Ich habe das schon paarmal empfohlen. Meist erzählten dann die Frauen, sie hätten sich das überlegt und seinen zum Schluss gekommen, dann hätten sie noch weniger für sich. Immerhin gab es auch welche, die merkten, dass dem Mann für sich persönlich von seinem Lohn eigentlich auch kaum etwas übrig bleibt.

  • nowhere sagt:

    Absolut richtig, was Ingrid Eva Liedtke schreibt.
    Ich finde es übrigens auch wichtig, dass Kinder von gut gebildeten erzogen werden und das sind in vielen Fällen die Mütter/Eltern.

    Nur zum Gene verbreiten sollte man keine Kinder haben.

    • Franz Vontobel sagt:

      „Ich finde es übrigens auch wichtig, dass Kinder von gut gebildeten erzogen werden“

      Sie möchten also den ungebildeten Eltern die Kinder wegnehmen..? Naja, kann man darüber diskutieren, hätte vermutlich durchaus seine Vorteile: Alles unter Sek A kriegt keine Erziehungserlaubnis, oder so ähnlich…

      • Sportpapi sagt:

        Vontobel, da Sie vermutlich intelligente Eltern hatten und dies etwas abgefärbt hat, haben Sie sicher die Aussage auch verstanden, wie sie gemeint war.

      • Franz Vontobel sagt:

        Nö, da scheint nicht wirklich viel abgefärbt zu haben – wie ist denn die Aussage zu verstehen..?

      • Sportpapi sagt:

        Es geht um die Diskussion um den „Skandal“, dass viele gut ausgebildete Frauen sich wegen der Kinder aus dem Berufsleben zurückziehen.

    • Flo sagt:

      1.) Ich finde es übrigens auch wichtig, dass Kinder von gut gebildeten erzogen werden und das sind in vielen Fällen die Mütter/Eltern – ich finde das Wort Mütter hätten sie weglassen dürfen, Eltern bedeutet b e i d e Elternteile! Oder wollten sie das Wort Väter bewusst nicht erwähnen?
      2.) Bildung bedeute auch Herzensbildung, was für das künftige Leben der Kinder genau so wichtig ist (ich erachte es wenigstens so) wie schulische/erzieherische Bildung.

    • Carolina sagt:

      Ich finde es weder einen Skandal, dass gut ausgebildete Frauen (gilt natürlich auch immer für Männer, also Eltern) sich ’nur‘ eine Weile den Kindern widmen noch empfinde ich Bildung der akademischen Art als Voraussetzung fürs Kinderhaben. Wichtig ist die gute altmodische Herzenswärme, Liebe für das Kind und der Willen, Prioritäten zu setzen – dafür braucht niemand Bildung!
      Aber was mich beelendet, ist, dass diese Art von Rechnung dazu führt, dass Familienleben, das Aufziehen von Kindern und der gewählte Lebensstil mittlerweile Kosten-/Nutzenrechnungen unterworfen werden, die der Sache nie im Leben gerecht werden können. Lassen wir das doch sein und sind wir dankbar für das grosse Glück, aus allen möglichen Lebensformen wählen zu dürfen.

  • Samichlous sagt:

    Das „sich um andere kümmern“ ist oder gilt als typisch weibliche Stärke. Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, in der männliche Erfolgskriterien gelten. Deshalb definieren sich viele über den Beruf, den materiellen Erfolg.

    Im Beruf ist aber fast jeder ersetzbar, austauschbar. Und es Ende des Lebens sind viele frustriert, dass sie so wenig Zeit mit der Familie verbracht hatten.
    Außer Haus arbeiten ist wohl einfach nicht artgerechtenMenschenhaltung…

    Als Mutter oder Vater ist man nicht ersetzbar. Wird Zeit, dass wir den Kindern von Morgen wieder das Original gönnen.

    Außerdem werden Kinderbetreuungen heute schon subventioniert und die Kosten können noch von den Steuern abgezogen werden. Dann darf man ruhig auch das Familienunternehmen Betreuungssystem subventionieren….

    • Flo sagt:

      Als Mutter oder Vater ist man nicht ersetzbar. Wird Zeit, dass wir den Kindern von Morgen wieder das Original gönnen.
      Eine sehr wichtige Erkenntnis/Aussage – danke!

  • Carolina sagt:

    Die fünf Jahre, die ich als sogenannte Hausfrau und Mutter verbringen musste (!), kamen mir anfangs wie eine Strafe vor. Mein Mann hat seit Geburt des ersten Kindes immer zumindest teilweise von zuhause arbeiten können und so war ich die, die da draussen arbeitete und mich wohl dabei fühlte. Aber dann musste er aus beruflichen Gründen für ein ganzes Jahr ins arabische Ausland, in das ich nicht mitkommen wollte. Also kündigte ich und wurde Hausfrau.
    Es hat eine Weile gedauert, bis ich die unregelmässigen Arbeitszeiten zu schätzen wusste, bis mir bewusst war, dass Schule und Kindergarten zwar einen gewissen Rahmen vorgaben, ich aber ansonsten mein eigener Boss war. Zum ersten Mal in meinem Leben pflegte ich einen Garten, richtete eine Wohnung schön ein. Aber das Wichtigste: ich konnte

    • Carolina sagt:

      /2 mich meinen Kindern widmen, sie auf eine Art und Weise kennenlernen, die, wenn ich sonst nach Hause kam, fehlte. Ich durfte Alltag mit ihnen leben und diese Zeit möchte ich auf keinen Fall missen – ich sehne mich heute noch manchmal danach zurück, wie übrigens viele Eltern, wie ich heute weiss.
      Noch etwas anderes lernte ich: es eröffnete sich mir eine Welt, in der es viel Freiwilligenarbeit gibt, in der, ohne Dank zu erwarten, viel auf Nachbarschafts- oder Verwandtenebene gemacht wird, was sonst vom Staat erledigt werden müsste; in der vor allem die viel verunglimpften älteren Hausfrauen freiwillig in Krankenhäuser gehen und Kranke begleiten; bei Pfarrer Sieber in irgendeiner Funktion mitarbeiten; Kinder in der Nachbarschaft hüten; kranke Nachbarn versorgen…… Darüber wird auch heute

      • Carolina sagt:

        /3 noch kaum gesprochen – geschweige denn werden diese (meistens) Frauen gewürdigt.
        Seit dieser Zeit arbeite ich auch ehrenamtlich und es wird mir immer schleierhafter, wie, wenn wir wirklich Hausfrauenarbeit bezahlen wollen, jegliche Freiwilligenarbeit eben auch bezahlen wollen. Mir scheint, es wäre schon viel getan, wenn die Verherrlichung der einen oder anderen Seite (Nur-Hausfrauen gegen Ausserhäusig-Arbeitende) ausbleiben würde und wir auch dem anderen zugestehen, dass letztlich alle wohl hauptsächlich das Interesse ihrer Familie/ihrer Kinder im Auge haben – wie sie das machen, kann uns eigentlich egal sein.

      • Sportpapi sagt:

        Sehr richtig. Nur am Schluss möchte ich noch ergänzen. Letztlich geht es nicht nur um das die Interessen/Wohlergehen von Familie/Kinder. Sondern auch um das eigene. Nicht umsonst ist in diesem Zusammenhang viel von sinnvoll und befriedigend die Rede.

      • Flo sagt:

        wunderbar wie sie das erlebt und genossen haben. Ich glaube da liegt oft der „Hase im Pfeffer“, man achtet zu sehr darauf wie man von aussen gesehen und bewertet wird und nicht was es einem selbst und auch den Angehörigen bringt/bringen kann/könnte. Wie oft hört man den (saublöden) Ausspruch; was, du bist nur zu Hause – keine Arbeit?

  • Michu sagt:

    „Ich wollte…“

    „Wer ihn bezahlen soll, dafür habe ich jetzt leider noch keine Lösung“

    Das liegt eigentlich auf der Hand.

  • Rahel S sagt:

    Wuerde ich bezahlt werden fuer’s Mutter und Hausfrau sein, wuerde ich sofort zu Hause bleiben. Aber es ist nicht so. So bin ich eben zusaetzlich Arbeitnehmerin- trage ich zum Familienbudget bei, kann notfalls auf eigenen Beinen stehen, habe kein schlechtes Gewissen Geld auszugeben und wenn die Kinder mich nicht mehr so sehr brauchen, falle ich nicht in die grosse Leere.
    Abgesehen finde ich nicht, dass man fuer’s Mutter- oder Vater sein bezahlt werden muss. Die Hausarbeit koennte hingegen bezahlt werden, wenn alles auf eine Person faellt- wie genau muss jedes Paar selbst aushandeln.
    Die Anerkennung kommt wohl hauptsaechlich von den eigenen Kinder (aber wohl auch erst in der Retrospektive, wenn die erwachsen sind) oder vom Partner- weniger von Aussenseiter- wie fast in jedem Job.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Die grosse Leere befällt nur diejenigen welche sich ausschliesslich auf den „Innnendienst“ fokussiert haben, genauso wie jeder Arbeitnehmende, welcher sich ausschliesslich auf seine Lohnarbeit fokussiert hat, in Gefahr ist nach Pensionierung von der grossen Leere befallen zu werden.

      • Rahel S sagt:

        Das stimmt auch 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Das wäre dann allerdings ein Plädoyer für den „Aussendienst“, worunter ich Freiwilligenarbeit verstehe. Und das würde mir dann schon etwas gegen den Strich gehen, wenn das quasi eine Vollzeitaufgabe würde (bzw. neben dem Haushalt).

    • tina sagt:

      weil man ja nicht sein ganzes leben lang kinder grosszieht, würde man nach einer langen 100%-mutter-phase tendenziell weniger interessante erwerbsarbeit verrichten müssen, da man zu lang weg vom fenster war (knowhow verloren, weiterbildungsmässig nicht dabei geblieben). das leben ist aber lang, und man möchte vielleicht auch ab 50 noch etwas interessantes zu tun haben. darum empfielt es sich nicht, aus der erwerbsarbeit auszusteigen

  • Samichlous sagt:

    Schöner und wichtiger Artikel.
    es wird wirklich Zeit,dass dafür Lohn ausbezahlt wird. beim Outsourcing der zahlreichen Tätigkeiten muss auch bezahlt werden. Putzfrau, chemische Reinigung, Nanny, Köchin, Spielgruppenleiterin, Kita, Frühförderungskurse, Innendekoration, Pflege, Kinder und Jugend-Psychologin, Erziehung…. Wenn es nicht die Mutter macht, dann kostet es sehr viel.
    Wieso bezahlen wir nicht lieber gleich der Mutter, die die Kinderund Familie am besten kennt, einen Lohn. Würde man die Kinder fragen, dann würden die meisten Mama oder Papa wählen.
    Andere Länder haben auch bezahlte Elternzeit. Ist bestimmt finanzierbar, wenn man will..

    • Brunhild Steiner sagt:

      … bezahlte Elternzeit löst das „fehlende Anerkennung da ua nicht (von aussen) bezahlt überhaupt nicht, da diese befristet ist. Und all die aufgezählten Tätigkeiten nach dieser Frist immer noch erbracht werden müssen, entweder „outgesourct“ oder eben „ohne Anerkennung“.

      • Brunhild Steiner sagt:

        … bezahlte Elternzeit löst das „fehlende Anerkennung da ua nicht (von aussen) bezahlt“

        überhaupt nicht, da diese befristet ist. Und all die aufgezählten Tätigkeiten nach dieser Frist immer noch erbracht werden müssen, entweder „outgesourct“ oder eben „ohne Anerkennung“.
        Da sind zwei Strichlein untergegangen…

    • tina sagt:

      lustig. ich habe als mutter auch die krippe bezahlt. fürs muttersein bezahlte mich niemand und die krippe bezahlte für mich auch niemand. seltsame ideen, echt.
      sowohl meine kinder als auch mein umfeld wertschätzen, was ich als mutter leiste.
      ausserdem, wie im text ja auch beschrieben wird: ich wollte ja mutter sein. ich will für meine kinder da sein.

    • Sportpapi sagt:

      Eigentlich zahlt in der Regel der einen Lohn/eine Entschädigung, der die Leistung bestellt. Also bei all diesem Leistungen die Familie, bzw. die Eltern. Voila.

    • Laurence sagt:

      Wer ist wir?

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Beruf ist die im Rahmen einer arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung aufgrund besonderer Eignung und Neigung systematisch erlernte und mit Qualifikationsnachweis versehene, dauerhaft gegen Entgelt ausgeübte spezialisierte Betätigung eines Menschen. Der Begriff ist abzugrenzen vom häufig als Synonym benutzten Wort „Job“, das zwar auch auf eine Erwerbstätigkeit hinweist, jedoch in der Regel nicht an eine besondere Eignung oder Ausbildung gebunden ist.‘

    Elternschaft hat überhaupt keine Parallele zu Berufstätigkeit und das ist nicht nur gut so, sondern zwingendes Kriterium einer Gesellschaft, welche sich wenigstens den Hauch von Moralität erhalten möchte.

    • Cornelia Burgherr sagt:

      Beruf kommt doch von Berufung und zum Beispiel Mutter Theres hatte die Berufung armen zu helfen. Hatte sie dafür Qualifikationsnachweise? Hat sie dafür ein dauerhaftes Entgelt erhalten? Meiner Meinung nach kann Vollzeitmutter durchaus eine Berufung sein. Der Lohn ist eben nicht immer in Geld (Papier und Metall) greif bar sondern das kann auch ein Lohn auf einer ganz anderen Ebene sein,

      • Anh Toàn sagt:

        Wir fragen: „Was bist Du?“ und meinen damit den Beruf, bezahlte Erwerbsarbeit: Wer keinen Beruf hat, ist nicht. Ich habe etwa 5 Jahre nichts gearbeitet, bin über die Meere durch die Welt gesegelt, wenn ich geantwortet habe, dass ich nicht arbeite, kam dies schlecht an. Man konnte mich nicht einordnen, in keine Schublade stecken. Also habe ich begonnen zu sagen, ich wasche Geld für die nigerianische Mafia: Das fanden die meisten weniger schlimm.

      • tina sagt:

        ah herr toan und der seemannsgarn 😀
        das ist total unglaubwürdig. wer durch die welt segelt wird bewundert und beneidet :). viel mehr, als jemand der einen normalen brötchenjob ausübt.
        aber eben, man wird halt 1. auch wenig beneidet und 2. geht das bei vielen nicht gut aus und dann kommen sie wieder angedackelt und man soll sie bedauern dafür, dass sie nach jahren in der welt herumsegeln ncihts haben

      • Anh Toàn sagt:

        Nöh, ich brauch kein Bedauern, auch kein BGE, könnte auch noch weiter in der Welt herumsegeln, diesen Sommer werde ich gratis auf dem Thunersee segeln, weil der 80 Jährige zwar ein Boot hat, aber damit nicht mehr alleine segeln kann.

        Das Einzige was mir schwer fällt ist zu das Jammern auf höchstem Niveau in der Schweiz zu ertragen.

        Ein Sozialhilfeempfänger in der Schweiz hat mehr Wohnraum, mehr Gesundheitsvorsorge, mehr von allem als die meisten Ärzte in Vietnam, und Vietnam ist nicht mal mehr ein „armes Land“.

      • Anh Toàn sagt:

        Mein Mitleid für Leute, die unter Begehrungsneurosen leiden, hält sich in engen Grenzen, obwohl ich nicht bezweifle, dass die tatsächlich leiden.

        Ein Freund von mir hat mal seinen Chef angerufen, er hat als Türsteher im Club gearbeitet, er könne nicht arbeiten kommen, es ginge ihm gerade viel zu lustig und gut. Der Chef hat gemeint, steck Dir ein Messer ins Knie, dann geht es wieder mit arbeiten.

      • Muttis Liebling sagt:

        Mutter Theres war ja auch nicht berufstätig, wie auch kein Pfarrer berufstätig ist, obwohl Mutter Theres und die Pfarrer natürlich arbeit(-et) en und im Regelfall auch ein Einkommen erzielen.

        Die Autorin benutzt eine durchweg falsche Terminologie und vergleicht eine biographische Gegebenheit mit einem kulturellen Artefakt, dem der Berufstätigkeit.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Cornelia Burgherr

        Mutter Theresa’s Berufungs-Umsetzung ist nicht so glänzend wie uns allen lange dargestellt worden ist, da klebt sehr viel Leid mit drin.

    • elena sagt:

      Ich stimme zu, die Terminologie ist durchwegs falsch gebraucht und der Artikel kaum brauchbar, weil dies enorm stört. Mutter ist kein Beruf. Vater ist kein Beruf. Familie an sich ist keine Unternehmensform.

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