Wie viel Freiraum braucht es in einer Beziehung?

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Loslassen oder kontrollieren: Jedes Paar muss selbst herausfinden, wo die Grenze liegt. Foto: Bruce Tuten, Flickr.com

Eine Arbeitskollegin setzte vor kurzem bei einem Apéro DAS Thema des Abends. Sie erzählte von ihren drei Wochen Ferien in Sibirien. Auf die Frage, wer sie dabei begleitet habe, antworte sie: Marco*, ein gemeinsamer Arbeitskollege. Ach, staunten alle, da haben sich wohl zwei gefunden – zwinker, zwinker.

Doch nein – dem sei nicht so, klärte Lara die aufgekratzte Runde auf. Marco und sie seien weder ein Paar, noch hätten sie eine Affäre. Marco sei glücklich mit seiner Frau, und sie sei Single. «Wir sind einfach gemeinsam in die Ferien gefahren; als Kollegen und mittlerweile gute Freunde, die beide von derselben Gegend fasziniert sind», sagte sie. «Ist das denn so schwer zu begreifen?» Er habe schon immer nach Sibirien gewollt, aber seine Frau auf gar keinen Fall, erklärte sie weiter. Lara dagegen war schon mal dort und wünschte wieder hinzufahren mit jemandem, der Russisch spreche – und Marco kann Russisch. Was sei schon dabei. «Es hat einfach gepasst.»

Was dabei sein soll? Wir anderen lachten und begannen, Lara mit Fragen zu löchern. Wobei ein Kollege ihrer Erzählung partout nicht glauben wollte. «Unmöglich, dass da nichts Sexuelles lief», sagte er. Ein anderer meinte, er wüsste gerne, weshalb ein Mann sich so was antue. Ein Kollege und ich dagegen nickten anerkennend und sagten, toll, dass so was möglich sei. Und natürlich wollten wir alle wissen, was die Ehefrau von Marco davon gehalten habe; dass er einfach mal so drei Wochen mit einer attraktiven Single-Frau abhaute. In entlegene Gegenden, einsame Hotelzimmer und ein enges Zelt am Baikalsee…

Lara versuchte zu erklären. Sagte, Marco und sie hätten vor der Reise mehrmals über ihre Vorstellungen von der Reise gesprochen. Es sei für beide klar gewesen, was sie erwarteten, auch seine Frau habe sie einmal getroffen. Und es habe während der ganzen Reise keinen einzigen Moment gegeben, der Marcos Ehe belastet hätte.

Doch je mehr Lara erklärte, desto unangenehmer wurden ihr die Fragen und das Unverständnis über die gemeinsame Reise. Ich jedoch bekam Gefallen an der eher ungewöhnlichen Reisekonstellation und begann, eine Ode an die Freundschaft zu halten: an die Liebe und eine gewisse Freiheit, die sich Paare einander gewähren sollten. Ich bezeichnete eine Paarbeziehung, wie Marco und seine Frau sie offenbar lebten, als erstrebenswert. Es sei doch wunderbar und schön, sagte ich, dass so was möglich sei. Offenbar schaffe es dieses Paar, sich gegenseitig Freiräume zu gönnen. Die Ehefrau sei wohl weniger «naiv und gleichgültig» als die anwesenden Männer glaubten, sondern vertrauensvoll und grosszügig. «Sie steht ihrem Mann nicht im Wege, sondern gönnt es ihm, Ferien nach seinem Gusto zu erleben.» Er könnte ihr nicht vorwerfen, ihn eingeengt zu haben – und umgekehrt sei es wohl dasselbe. Sie würden sich Freiräume eingestehen, und gleichzeitig wüssten beide genau, zu wem und wohin sie gehörten.

Das Gespräch drehte weiter, auch zwei Tage später noch, als sich ein Teil der Gruppe zufällig wieder traf. Das Thema hatte einen Nerv getroffen und beschäftigte uns nach wie vor. Lara sagte, sie sei überrascht gewesen, wie heftig vor allem einzelne Männer reagiert hätten.

*alle Namen geändert

Was denken Sie? Wie viele Freiheiten soll/kann/darf man sich in einer Beziehung nehmen?

193 Kommentare zu «Wie viel Freiraum braucht es in einer Beziehung?»

  • Rodolfo sagt:

    Heutzutage sind wir nicht mehr in fixen Rollenmustern gefangen.
    Das schafft einerseits einige Verwirrungen, ermöglicht aber auch Freundschaften zwischen Frauen und Männern, was in der traditionellen Gesellschaft noch schwer vorstellbar war und immer noch ist.
    Wenn doch etwas „erotisches“ in einer solchen Freundschaft laufen sollte, dann merkt das die Partnerin / die Partnerin sofort, beziehungsweise sie oder er werden von der nicht geplanten Liebe aufgeklärt.

  • Daniel Hauser sagt:

    Niemand redet von der Ehefrau. Die ist jetzt drei Wochen zuhause und hat sturmfrei….:-)

  • Katharina sagt:

    Die Methanseen von Novosibirsk schimmerten immer so romantisch im Meteoritenschauer der Geminiden.

    Als sich die zwei Raumanzüge aneinander rieben, zersprang das gefrorene Halo der Scheinheiligkeit in tausend Splitter.

    Sie nieselten nieder ins Meer des Friedens.

  • Katharina l sagt:

    Ich war auch schon mehrmals mit einem Arbeitskollegen in den Ferien. Aber keusch war das überhaupt nicht. Den anderen Kollegen gegenüber würde ich dann vielleicht auch so eine nette Geschichte erzählen, wenn sie mich danach fragen.

  • Irene feldmann sagt:

    158 Kommentare, Au weiiaaaa dachte ich mir…das Thema sehr interessant, die Kommentare kreisen und kreisen…..bis ich zu Eugen kam, und wenn man ihm die leichte Wut oder angelesenen Frust rausfieltert dann hat man den klarsten und bündigsten Kommentar, ever….auch wenn seine artikulierung nicht für unter 16 jährige passt. :::))))

    • Carolina sagt:

      Echt? Klar und bündig? Hmmmm…….

    • Eugen sagt:

      „Die Geschichte“ geht viel weiter. Einerseits will/möchte Partnerschaft gelebt werden, andererseits unter selbstgebasteltem/ gezimmerten Toleranzgerede auch die Möglichkeit, ungefragt, nichtin Frage gestellt, noch Nebenbeziehungen zu leben. (auf Promiskuität erweitert) Ich nenne es, die Stündeler, und die Frage wäre, wer kommt zu kurz oder wer wird missbraucht, seelisch usw.? Wer macht das mit, aufgrund des Gruppendruckes? Aspekt Selbstachtung, die über Bord geworfen wird. Wieviele Partnerschaften wurden damit auseinandergerissen, Ehescheidungen, Alleinerziehende usw. Ein Vehikel, mit Promiskuvität Ego/ Minderwertigkeitskomplexe Narzissmus zu befriedigen… Letztlich ein gesellschatszersetzendes Modell, jede/r überwacht den anderen. Das mündet in verdeckten sadistischen Totalitarismus.

  • Hanspeter sagt:

    Der Titel könnte auch heissen:
    Eine Beziehung besteht aus Freiraum

  • Eugen sagt:

    Sollen doch die promiskuitiven Schwurbler ihr pseudobeziehungsleben leben, aber andere bitte in Ruhe lassen, die mit Querbumsen durch alle Gärten bis der Pimmel abfällt und die Schnecke wund ist, in Ruhe lassen. Psychosekte, Kirschblütler, Schenkkreisgeschwurbel + Co.

  • lukas Asus sagt:

    Die Geschichte ist suspekt. Da wurden wohl nicht nur Namen. geaendert. Wie die Kommentare bezeugen ist die Provokation gelungen

    • Muttis Liebling sagt:

      Die schlecht gewählte Geschichte ist nur Deko und als solche nicht diskussionsfähig, bzw. -notwendig. Gegenstand des Blogs ist die Frage:

      Wie viel Freiraum braucht es in einer Beziehung?

  • Mike sagt:

    Ich verstehe mal primär nicht, wie man als Mann lautstark der Meinung sein kann, man hätte seinen Pimmel derart nicht im Griff, dass man in so einer Situation zwangsläufig die Frau betrügt, auch wenn man es eigentlich nicht will. Mir ein derart unzivilisiertes Verhalten zu unterstellen würde ich als Beleidigung ansehen, und zu Männern, die finden, das sei normal, kann ich nur sagen, zurück in den Affenkäfig mit euch. Wenn die Genitalien die eigenen Überzeugungen jederzeit übertrumpfen können, ist man nicht zurechnungsfähig.

    • Carolina sagt:

      Danke Mike! Darauf habe ich lange gewartet! Finde es schon ganz erstaunlich, wieviele Männer – die hier sonst durchaus vernunftbasiert argumentieren – von sich selber sagen, dass sie sich kaum unter Kontrolle haben…. Das bedient ja uralte Vorurteile – da wäre ich als Mann auch sauer, wenn Mann mir das unterstellt!
      🙂

    • Blanche Wu sagt:

      Vielen Dank Mike. Sehr treffender und amüsanter Kommentar.

      • Stefan Moser sagt:

        Ja Mike, Sie finden wahrscheinlich eine Erektion auch etwas Antifeministisches und achten den Menschen immer als Gesamtes. Sooooo schön und genauso klischiert, wie wenn Sie alle Männer in einen Topf werfen. Es geht nicht darum, „ihn“ unter Kontrolle zu haben – ich hab schlicht keine Lust, daran dauernd an die eigenen „Überzeugungen“ denken zu müssen, zusammen mit einer attraktiven Frau in einem Zelt. Und ich habe auch genügend Respekt vor meiner Partnerin, es nicht darauf ankommen zu lassen.

    • Sportpapi sagt:

      Was hat das mit zivilisiert zu tun?

  • Petra Vonlanthen sagt:

    Ich bin nur erstaunt über all die negativen Kommentare.
    Warum soll man nicht mit Jemanden anderen als mit seinem Partner verreisen können? Woher dieses Misstrauen?
    Wir sind tage-, wochen-, monatelange getrennt gewesen, ohne dass wir unsere Beziehung hinterfragt hätten. Wieso kann man den Anderen nicht leben lassen „nur“ weil man in einer Beziehung lebt. Mein Partner gehört nicht mir, er hat seine Interessen, seine Arbeit, ich auch, und wir erwarten nicht, dass diese immer kompatibel sind, sonder lassen den Anderen (so weit als möglich mit nun zwei kleinen Kindern) sein.
    Ist Vertrauen und Treue so weltfremd? Eine Beziehung heisst doch nicht 24h zusammen zu sein, sondern sein Leben / Vorstellungen / Ideen zu teilen.

  • Thyl STEINEMANN sagt:

    Meine ausserehelichen Beziehungen stärkten und festigten die Beziehung zwischen meiner Ehefrau und ich. Wichtig war aber immer, dass Sylvia genau weiss mit WEM ich zusammen bin und freute sich nachher, zu spüren, dass unsere Beziehung durch das „Fremgehend“ intensiver wurde.
    Ich bin aber auch der Meinung, dass dieses Verhalten nicht verallgemeinert werden kann. Freiheit in einer festen Beziehung erfordert beidseitig einen festen, guten Charakter und klare Vorstellungen über WAHRE TREUE.
    Auch Sylvia verbrachte gemeinsame Nächte mit einem Mann an einem Therapieseminar in Wien, was ich ihr überhaupt nicht übel nahm. Offenheit über sein Verhalten ist Grundvoraussetzung für eine solide, dauerhafte Beziehung.

  • Malena sagt:

    Wenn der Mann wirklich weiss, wo er hingehört, und die Frau weiss, dass sie ihrem Mann vertrauen kann (analog umgekehrt), sind Freundschaften zwischen Mann und Frau inklusive Sibirientrips tatsächlich eine wundervolle Sache. Es ist aber auch eine Tatsache, dass Betrug und Selbstbetrug („es ist WIRKLICH nur eine Freundin“ – bis sich dann eine Gelegenheit für mehr ergibt) weit verbreitet sind. Die Erwartung, dass eine Beziehung die individuellen Freiheitsgrade überhaupt nirgends beschneidet ist für mich realitätsfremd. Wie gross die Freiheiten sein sollen, muss jedes Paar selber entscheiden.

    • fabian sagt:

      „Wenn der Mann wirklich weiss, wo er hingehört…“
      Ja, das waren noch Zeiten, als die Frau wusste wo sie hingehört…

  • Lila sagt:

    Na, da kann ich ja richtig mitreden. Mein Mann verreist immer wieder allerdings beruflich für mehrere Wochen ins Ausland. Er könnte diese Reisen verhindern, findet sie allerdings super spannend. In seinem Team sind jeweils viele Frauen und Männer und die Abende in der Ferne sind immer wieder mal feuchtfröhlich.
    Klar, mache ich mir manchmal Gedanken, ob ich zu vertrauensvoll sei. Er weiss das auch. Andererseits habe ich auch nette Arbeitskollegen und einen netten Postboten und wenn ich wollte, könnte ich ebenfalls.
    Wir wollen beide nicht, wir lieben uns, wir gönnen uns interessante Projekte und Destinationen. Das sind nicht immer dieselben und darum ist es gut, wie es ist. Jeder soll doch aus seinen Möglichkeiten das Beste machen – so lange es für alle einigermassen stimmt!

  • Stefan Moser sagt:

    Drei Wochen mit einer attraktiven Freundin in der Einöde? Das hat doch nichts damit zu tun, dass man seine Triebe nicht im Griff hätte: Mann bleibt Mann (sorry liebe Frauen, ist einfach so; sorry liebe Platoniker, aber da stimmt doch was nicht ganz bei Euch). Was dort gelaufen ist, wissen nur gerade diese zwei Personen. Wär nichts für mich. Übrigens gönnen wir uns in unserer Beziehung jeweils auch eine Woche Ferien, alleine – aber ich für meinen Teil bin dann mit Kumpels unterwegs – was (Achtung Witz) im übrigen meinen Testosteronhaushalt als Teilzeitpapi wieder ins Lot bringt. Es tut mir einfach gut, auch mal wieder mit meinen alten Freunden (alles Familienväter) in der Wildnis rumzuziehen. Auf eine ach so platonische Woche hätte ich also keinen Bock.

    • dres sagt:

      (Achtung Witz)
      Das hat doch mit Witz nichts zu tun. So läuft es nun mal bei allen Nicht-Platonikern. Das ist der Minimalkompromiss zur Aufrechterhaltung des Ehe-/Familienkonstrukts.

    • Christoph Bögli sagt:

      Sprechen Sie für sich, aber bitte vereinnahmen Sie nicht alle Männer für solch einfach gestrickte angebliche Verhaltenszwänge. Auch als Mann hat man durchaus die völlige Willensfreiheit. Die mag zwar in solch einer Situation getestet werden, aber das Resultat obliegt immer noch der eigenen Verantwortung. Man(n) kann durchaus mit einer Person anderen Geschlechts unterwegs sein ohne gleich am zweiten Tag über diese herfallen zu müssen.

      Problematisch finde ich eher, solch wochenlange intime Zweisamkeit mit jemandem anzugehen, den man nicht sonderlich gut kenn. An sowas sind ja schon gute Freundschaften und Beziehungen zerbrochen, entsprechend heikel ists mit irgendeiner oberflächlichen Bekanntschaft.

    • 13 sagt:

      @ Herr Moser
      Das ist vielleicht ein Unterschied zwischen den Menschen. Ich nehme andere Menschen nicht in erster Linie als Frauen oder Männer wahr, sondern eben als Menschen. Sie unterscheiden Sie in Männer und „potentielle Sexualpartnerinnen“ und wenn die Möglichkeit wegfällt, sind sie uninteressant. In der Wildnis mit Frauen herumziehen undenkbar. Wir haben viele Paare im Umfeld und bei einigen, fühlen ich mich den Männern näher, einfach weil wir mehr gemeinsam haben, bei anderen kann ich mit ihnen gar nichts anfangen, mit den Frauen schon. Das Geschlecht ist für die Sympathie unwichtig. Vielleicht versuchen Sie es einfach mal, einen Menschen weiblichen Geschlechts kennenzulernen? Könnte interessant werden 😉

  • Peter sagt:

    Ich war frisch in einer Beziehung (halbes Jahr) und bin, da schon immer ein grosser Wunsch und zeitlich passend, zwei Wochen mit einer langjährigen Single-Kollegin auf eine Aktiv Urlaub Gruppenreise nach Kuba. Meiner neuen Freundin konnte und wollte nicht mit. Und es hat ihr nicht natürlich nicht gepasst (Dass sie kurz davor mit ihrer kleinen Tochter drei Wochen zu einer Kollegin nach Ungarn in die Ferien ging war natürlich was ganz anderes).
    Während der Reise wurde mir duch die Zeit mit der Single-Kollegin bewusst, was eine gute Beziehung ausmacht , und ich nicht bei meiner Freundin vorfand (Das Gegenteil hätte auch passieren können). Kurz nachdem ich von den Ferien zurückkam, habe ich einen Schlussstrich gezogen und mich befreit gefühlt.

  • dres sagt:

    Kommt noch das Thema Kompromiss und Rücksicht dazu: Das ist mir mit der Familie – meistens – wichtig. Bezüglich körperliche Leistungsfähigkeit, Geschwindigkeit, Alkoholkonsum oder was auch immer würde die „Beste-Freundin-Variante“ kaum passen. Für meine Frau organisiere ich die Tampons im äussersten Zipfel Sibiriens, bei einer anderen Frau hätte ich dazu keine Lust. Ich weiss, ich spitze zu und vereinfache, aber mehr lässt die Kommentiererei auch nicht zu.

  • Samira sagt:

    Ich kann die Situation vollkommen verstehen: jemand möchte unbedingt an einen Ort, die Partnerin aber nicht. Also ist klar, das dieser Jemand mit jemandem anders gehen muss.
    Jetzt ist Sibirien halt nicht Mallorca, wo man einfach einen Mitreisenden findet.
    Wenn es da die Möglichkeit gibt, mit jemandem zu reisen, mit dem man sich versteht muss die Gelegenheit ergriffen werden – das war auch der Frau des Kollegen klar.
    Sicher hatte sie etwas Bauchschmerzen dabei – aber sie ist über ihren Schatten gesprungen und hat ihm die Reise gegönnt., die sie niemals antreten will.
    Vielleicht wäre die Reise anders gelaufen, wenn beide Singles gewesen wären – aber so haben beide in vielleicht heiklen Momenten an das ihnen geschenkte Vertrauen gedacht – das ist grossartig!

  • danifee sagt:

    Meiner Erfahrung nach sind die, die lautstark „nein“ zu solchen Plänen sagen, die, die zu 100% mit dem Reisepartner in der Kiste landen würden… (z.B. O-Ton von einer Freundin: „Nein, mein Mann darf nicht alleine in die Ferien, denn wenn ich das machen würde, hätte ich Sex mit einem anderen.“ Nu, da wär ich als Mann jetzt aber beunruhigt…)

    Und wie viel Freiraum braucht eine Beziehung? Genauso viel, wie die einzelnen Partner darin brauchen. Gesteht man sich diesen nicht ein, dann holt einem das früher oder später ein – und meistens tut es dann so richtig weh.

  • 13 sagt:

    Freiräume sind gut und recht. Aber das wäre mir etwas zuviel des Guten. Mich würde es stören. Nicht, weil ich denken würde, dass er mit der Arbeitskollegin im Bett landet, sondern weil es eine schöne Erfahrung ist, die er mit jemand x-beliebigen macht, anstatt mit mir. Niemand hat unzählige Ressourcen an Zeit, Geld und Möglichkeiten und gerade, wenn Kinder da sind und vielleicht beide arbeiten, kommt die Paarzeit oftmals kurz, man muss richtig darum kämpfen, sich da zusammen Freiräume zu schaffen, und nun soll er unsere gemeinsamen Ressourcen (Ferienguthaben, Geld aus dem Familienbudget etc.) dafür brauchen, Erfahrungen mit einer anderen zu machen? Nein, das wäre keine Option, für uns beide nicht. Bei einer langjährigen guten Freundin würde der Fall etwas anders liegen.

    • 13 sagt:

      Und darüber hinaus frage ich mich schon, ob die Lösung des Konflikts von verschiedenen Interessen darin liegen muss, dass halt jeder völlig sein Ding macht. Es gäbe ja auch die Möglichkeit einen Kompromiss zu finden, sich zu etwas überwinden, was man gerade keinen Bock hat oder auf etwas verzichten, weil der andere nicht will. Ich bin nicht sicher, ob uns diese Mentalität der kompromisslosen Durchsetzung seiner Wünsche weiterbringt. Geht es um Kinder, sind die Kommentatoren hier drin, schnell einig, dass ihnen Grenzen im Wünsche erfüllen, gesetzt werden sollten. Vielleicht könnte man das auch bei Erwachsenen bzw. sich selber probieren.

      • dres sagt:

        Sehe ich ähnlich, vor allem wenn dieses Frau-Mann-Dings dazu kommt. Wenn jetzt Mann oder Frau mal Lust hat auf eine Reise, einen Ausflug oder ein Aktivität, die nicht unbedingt Familien kompatibel ist – fair enough. Es gibt bspw. Extremsportler, die jetzt die Familie wirklich nicht in den Himalaya oder die Eigernordwand raufschleppen können. Aber eine Reise durch Sibirien mit der „besten Freundin“? Egal, ich muss es nicht verstehen…

      • mira sagt:

        Aber wenn man ehrlich ist, dann machen einem solche „extremen“ Sachen, wie eine Arktis-Reise doch nur Spass, wenn der andere auch voller Leidenschaft dabei ist. Jemand, der das nur dem anderen zu Liebe macht, der stört doch eher…

      • 13 sagt:

        @ dres
        Wie kommen Sie auf beste Freundin? Sie ist doch eine Arbeitskollegin. Und mich würde auch ein Arbeitskollege stören, darum geht es nicht. Wäre es ein lang erträumter Wunsch mit einem Jugendfreund, der irgendwie zur Familie gehört, dann könnte ich es noch nachvollziehen. Wenn es anscheinend eh nicht wichtig ist, wer mitkommt, dann wäre ich gerne dabei, auch wenn es nicht mein Traum ist.

      • dres sagt:

        @13: Sehe ich noch einmal genau gleich. Ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass der Arbeitskollege ein Topfreund ist. Sonst wird das Ganze noch absurder…

      • 13 sagt:

        @ dres
        Na, wenn die Arbeitskollegin die Ehefrau des Mannes bloss einmal, und zwar bei der Reisevorbereitung, gesehen hat, wird die Freundschaft nicht so eng sein. Also ich kenne die Freunde meines Mannes, wie er auch meine von Geburtstagsfeiern, Apéros, Grillfesten etc., die wirklich engen sowieso und wir sind wirklich kein Paar, das immer alles zusammen unternimmt.

    • Sportpapi sagt:

      Da bin ich ganz bei Ihnen, 13. Ich würde meine Frau begleiten wollen, wenn Sie sich einen Lebenstraum erfüllt.

      • Christoph Mathis sagt:

        Eine Sibirienreise würde ich nicht „kompromisslose Durchsetzung der eigenen Wünsche“ nennen. Ich kann so einen Traum verstehen. Und der Partner muss auch nicht ums Verrecken mitkommen. Es gibt Dinge, die jeder für sich allein tun sollte, wenn der andere Partner dafür absolut kein Bedürfnis hat. Schliesslich ist so eine Reise auch ziemlich teuer, da sollte man nicht ein paar Tausend Franken ausgeben, wenn man eigentlich gar keine Lust hat.

    • fabian sagt:

      „Nicht, weil ich denken würde, dass er mit der Arbeitskollegin im Bett landet, sondern weil es eine schöne Erfahrung ist, die er mit jemand x-beliebigen macht, anstatt mit mir.“
      Äh, Ihr Mann darf keine schöne Erfahrungen machen, wenn Sie nicht dabei sind? Scheint mir recht egoistisch von Ihnen. Wahrscheinlich ist diese bei Frauen verbreitete Haltung mit ein Grund, weshalb viele Männer in längeren Beziehungen ihre sozialen Netze verkümmern lassen: wos Schönes zu erleben gibt, ist entweder die Frau mit dabei oder sie stellt sich gegen diese Aktivitäten des Mannes. Ich könnte nie eine Frau haben, die so denkt, ein Gefängnis für den Mann. Wobei ich denke, dass aktive emanzipierte Frauen dem Mann diesen Freiraum eher lassen, weil Sie selbst den Freiraum auch haben wollen.

      • Blanche Wu sagt:

        @Fabian: ich frage mich auch wie es Menschen gibt die in einer Beziehung nie mehr alleine etwas unternehmen wollen. Warum muss ständig der Partner dabei sein. Ja natürlich in der Anfangszeit klebt man zusammen. Aber nach 10 Jahren Beziehung möchte ich auch gerne einmal eine Woche alleine reisen gehen können. Damit ich eben, ALLEINE bin. Ich möchte dann auch nicht mit Kolleginnen, Familie verreisen, denn dann bin ich ebenfalls nicht alleine.

  • Salomeli sagt:

    Mit zunehmend gemischten Arbeitsteams werden Maenner und Frauen auch haeufiger gemeinsam auf Geschaeftsreisen gehen, was hoffentlich bald in allen Industrien und Berufen selbstverstaendlich wird. Damit werden auch die Partner zuhause leben lernen.

    • dres sagt:

      Damit hat doch niemand ein Problem?! Auch wenn bei solchen Geschäftsreisen ab und an auch fremd gespielt wird. Aber mit den drei Wochen „Ferien mit der besten Freundin“ hat das jetzt wirklich nichts zu tun. Da muss zumindest der Typ völlig asexuell sein…

      • Blanche Wu sagt:

        Ich frage mich einfach: nur weil Mann u. Frau eine Zeit lang zusammen reisen, muss man doch nicht gleich Sex haben? Für mich klingt das so: es hat eine Frau da, also kann ich absolut nicht anders und muss Sex haben mit ihr. Wer sagt das denn?
        Und umgekehrt? Warum muss immer alles gleich zu Sex führen? Sehe ich absolut nicht so. Selber habe ich einige gute Kollegen und ich habe noch nie an Sex mit diesen gedacht, auch wenn sie sogar attraktiv sind. Denn ich möchte mit einem Freund auch keinen Sex, da Sex in einer Freundschaft nicht wichtig ist. Da zählt eher die tolle gemeinsame Zeit beim Sport, Ausgang, lange Gespräche über Gott und die Welt, aber sicher nicht Sex. Das Leben dreht sich nicht immer nur um Sex, sondern es gibt auch andere Quellen die wertvoll sind.

  • mira sagt:

    Hätten wir keine Kinder (und die damit einhergehenden Ferien-Verpflichtungen), dann wäre so was in unserer Beziehung auch möglich. Weder mein Mann noch ich sind eifersüchtig veranlagt und jeder mag dem anderen seine Freiheiten gönnen. Da ich auf keinen Fall 3 Wochen in der Arktis sein wollte, wäre ich froh, wenn er sein Hobby mit jemand anderem ausleben würde… Bezüglich Treue hätte ich keine Bedenken: weder mein Mann noch ich wären bereit unsere Beziehung durch kurzfristiges Geplänkel in Frage zu stellen. Wir sind beide erwachsen, haben genügend Erfahrungen gemacht und können uns beherrschen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Etwa so könnte ich auch reden mira.
      Aber in der Realität ist es doch so. Es gibt eine sexuelle Attraktion zwischen Mann und Frau. Wer das leugnet, leugnet die Realität.
      Und wenn sich zwei finden „für eine beste Freundschaft“. Dann hat es ja auf irgendeine Weise gefunkt. (Niemand würde in die Ferien gehen wollen mit einer Frau/Mann, die ihm nicht als Mensch und auch als Frau/Mann gefällt.)
      Dann sind gemeinsame Ferien auch kein Geplänkel, sondern eine Art von Beziehung, wenn vielleicht auch ohne Sex. Daraus kann, mindestens bei einem der Beiden, sehr leicht mehr entstehen. Vielleicht nicht in den ersten Ferien, aber in den dritten…
      Da gabs doch mal ein Lied: 1000mal berührt, 1000mal ist nix passiert …. und es hat Boom gemacht.
      Auch das ist schon 1000mal passiert…

      • Carolina sagt:

        Natürlich kann etwas passieren, natürlich gibt es diese Chance. Aber wenn ich zu Eifersucht (oder sagen wir Zweifel) neige, muss ich mir auch eingestehen, dass die Gefahr, dass der Partner fremdgeht, überall lauert. Wenn ich all diesen Gelegenheiten aus dem Weg gehen wollte, müssten wir uns gegenseitig alle unsere Freiheiten beschneiden, ja uns sogar am Arbeitsplatz Sorgen machen und ständig darüber nachhirnen, was da wohl gerade auf der Weihnachtsfeier geschieht…..
        Falls beide so veranlagt sind: ok. Falls aber ein Partner so denkt und fühlt, hat er ein Vetorecht gegen solche Freiheiten und dieses muss ernstgenommen und akzeptiert werden.
        Wenn beide mit solchen Freiheiten umgehen können und wollen, weil unterschiedliche Erfahrungen ihre Beziehung sogar bereichern, ist auch das ok.

      • mira sagt:

        Natürlich kann eine Anziehung da sein. Das ist aber per se kein Grund, mit der Person auch körperlich zu werden. Und sollte es doch irgendwann passieren, dann hatte offensichtlich die Beziehung zum eigenen Mann/Frau keine so hohe Priorität mehr und muss eh neu angeguckt werden. Ich lebe lieber eine Beziehung die lebt, als eine die „umsverecke läbenslang“ sein muss.
        Diese Haltung setzt voraus, dass man sich und seine Triebe einigermassen „beherrschen“ kann. Wer weiss, dass er das nicht kann oder in einer bestimmten Situation nicht kann (nicht wertend gemeint!), der muss konsequenterweise auf solche Erfahrungen verzichten. Wie das auch einige hier angetönt haben.

      • Sportpapi sagt:

        Auch hier noch einmal: Woher kommt diese Idee, dass man(n) immer seine Triebe beherrschen muss, um die Beziehung nicht zu gefährden? Auf der anderen Seite ist mira bereit, wegen ein bisschen „Geplänkel“ eine gute Beziehung über den Haufen zu werfen.

      • Carolina sagt:

        Meine Güte, SP, lies doch einfach mal! Ist doch jetzt oft genug gesagt werden: diese ‚Idee‘ ist doch in der Regel Thema in einer Partnerschaft/Beziehung. Und die gilt es zu thematisieren, wenn es sie dann gibt. Und auszuhandeln…..

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Ich lese ja. Von Männern, die ihre Triebe unterdrücken müssen, um ja ihre Beziehungen nicht zu gefährden. Von Frauen, die das Geplänkel nennen (sonst heisst es jeweils auch: Se x ist doch nicht so wichtig…), aber dennoch bereit sind, deswegen eine gute Beziehung zu beenden. Bei mir geht das nicht auf.

      • Sportpapi sagt:

        Und, ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass alle Paare das so ganz nüchtern aushandeln können/wollen. Ich glaube vielfach ist man auch ganz zufrieden damit, nicht immer alles zu wissen.

      • mira sagt:

        Sportpapi, ich hatte mal ne offene Beziehung. Hat nicht geklappt. Nicht, weil ich eifersüchtig gewesen wäre, sondern weil ich den Respekt vor meinem „Partner“ verloren habe. Und dieser gehört mE zu einer funktionierenden Beziehung dazu. Hinzu käme in der jetzigen Konstellation der Vertrauensbruch. Für andere mag das anders sein. Für mich gehört Treue dazu. Einen untreuen Partner könnte ich nicht respektieren.

      • Sportpapi sagt:

        @mira: Ich stehe auch nicht auf offene Beziehungen. Das funktioniert sicher nicht. Aber wenn meine Frau aus was für Gründen auch immer mal ein sexuelles Abenteuer ohne mich erleben würde, möchte ich das lieber nicht wissen, und wenn doch, würde ich da vermutlich schnell darüber hinwegkommen. Ganz anders wäre es, wenn sie plötzlich Gefühle für einen anderen Mann entwickeln würde.

      • Reincarnation of XY sagt:

        meine Damen – sie missverstehen, was ich sage und zerren es in einen falschen Kontext.
        Wir leben eine sehr offene Beziehung, (wohl offener als viele die hier, die „alles easy“ propagieren) aber es braucht eine gewisse Ehrlichkeit sich selbst und der menschlichen Natur gegenüber.
        1. Meine Frau war immer sehr offen und herzlich gegenüber Männern (und ich nicht die Bohne von Eifersüchtig). Und regelmässig haben die guten „Kollegen“ und „Freunde“ dahinter doch etwas mehr verstanden. Mein Vertrauen zu ihr stand nie in Frage, aber irgendwann hat sie gemerkt, dass freundschaftliche Intimität, eben meistens für einen der Beiden doch mehr bedeutet.
        Seien wir ehrlich: wir halten uns gerne ein oder zwei Hintertürchen offen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        2. ich weiss, dass ich mich durchaus in eine andere Frau verlieben kann, die mir gefällt. (Und sie kann sich auch in mich verlieben! Ist das ihnen egal. Eventuell einen Dritten unglücklich zu machen?) Selbst wenn ich immer noch meine Frau liebe.

        Und ich glaube, das trifft auf die allermeisten aller Männer und Frauen zu. Liebe ist nichts statisches. Wenn ich regelmässig mehr Spass mit einer anderen Frau habe, als mit meiner, wird diese mehr und mehr Platz in meinen Emotionen übernehmen, ob ich das wahrhaben will oder nicht.

        3. Und warum dieses „nicht körperlich werden“ zum Massstab machen? Ist Treue mit dem zu identifizieren? Meine Frau hätte weniger gegen einen ONS meinerseits, als wenn ich eine neue Busenfreundin hätte.

      • Reincarnation of XY sagt:

        @carolina PS
        punkto „gute Musik“ haben sie mich ebenfalls missverstanden – ich habe ihnen dann am nächsten Tag noch geantwortet

      • mira sagt:

        Hier geht es um einen 3-wöchigen Urlaub, und nicht um „regelmässig mehr Spass mit einer anderen Frau haben“. In letzterem Fall würde ich Ihnen zustimmen.
        Wir hatten bisher noch nie den Fall, dass sich jemand in mich oder meinen Mann verliebt hat. Finde die Vorstellung eher befremdlich. Ich stimme ihnen zu, dass man das vermeiden sollte – zum Wohle aller Beteiligten!

      • Reincarnation of XY sagt:

        „Finde die Vorstellung eher befremdlich.“
        Das haben Sie schön gesagt mira. Wir ticken sehr ähnlich ha,ha,ha. So geht es mir auch. Nur hat das nichts mit der Realität zu tun. Ich musste in meiner eifersuchtslosen Naivität feststellen, dass meine Frau sehr wohl auch für andere Männer attraktiv ist und sie sagt mir, dass ich das auch für andere Frauen bin. Realität ist: Die anderen Menschen sehen uns nicht so.

        Ich weiss ja nicht, was Ferien für Sie bedeuten, für mich bedeutet das Szenario, Spass und jede Menge intensive Zweisamkeit.

  • Robert sagt:

    Natürlich ist es *möglich*, dass auf einer solchen 3-wöchigen Reise „nichts passiert“ ist. Aber schmunzeln musste ich schon ob der Vorstellung, dies sei im Sinne eines „erstrebenswerten Freiraums“ doch wohl ganz selbstverständlich. In einem solchen Moment frage ich mich immer, ob Frauen wirklich nach wie vor so wenig über Männer wissen – und komme zur Einsicht, dass es so sein muss und dass es garantiert daran liegt, dass Frauen nach wie vor auch einfach nicht mehr über Männer wissen wollen. Dabei sollte es doch stutzig machen, dass insbesondere die Männer so partout nicht daran glauben wollen, es „habe keinen einzigen Moment gegeben, der seine Ehe belastet habe“. Na ja, es gibt davon ja auch die ältere Version: „Schatz, das hat mit uns überhaupt nichts zu tun…“

    • Robert sagt:

      Unweigerlich kommt mir diese Nummer von Jürgen von der Lippe in den Sinn. Da wo er schildert, wie er mit seiner Frau gerade Sex hatte und diese – typischerweise – währenddessen von ihm wissen wollte, was er gerade denke. Und er sich innerlich überlegt habe, er könne ja wohl nicht sagen: „KENNST DU NICHT.“

    • Carolina sagt:

      Hat das jetzt etwas damit zu tun, dass Frauen Männer nicht kennenlernen wollen? Oder dass sie diese Schw….zgesteuertheit eher für ein Klischee halten (das allerdings hier nur von Männern weitergetragen wird!)? Oder vielleicht auch damit, dass ich meinem Mann Gedankenfreiheit, Träume und sogar ‚Fremddenken‘ zugestehe? Einfach aus dem Grunde, weil ich das von ihm auch verlange – dass nämlich eine Beziehung nicht bedeutet, sich sogar in den Gehirngängen des anderen einnisten zu wollen?

      • Sportpapi sagt:

        Hm, „Schw….zgesteuertheit“. Hm. Du gibt also grosse Freiheiten im Kopf, tun darf er aber nichts. Weshalb eigentlich? Weshalb ist es so selbstverständlich, dass seine Triebe zu unterdrücken sind?

      • Carolina sagt:

        Gedanken sind frei, SP. Immer. Den ‚Trieben nachzugeben‘ untersteht aber, ob wir das wollen oder nicht, einer gewissen sozialen Kontrolle – wenn man in einer Beziehung lebt. Wenn es in dieser Beziehung ok ist, dass jeder sich austoben darf – null Problem. Ansonsten ist es eines…..

      • Sportpapi sagt:

        Seine Triebe, wenn sie denn stark sind, immer zu unterdrücken wird auch ganz schnell eins…

      • mila sagt:

        Tja – dann sollte man sich wohl einen ‚ebenbürtigen‘ Partner suchen, statt jemandem, der ganz anders tickt, die eigene Triebhaftigkeit als quasi unumgängliches (Beziehungs-)Übel unterzuschieben? Respektive zu erwarten, dass er/sich damit zu arragieren hat. Zumal es genug andere ähnlich ‚Gesinnte‘ geben dürfte.

      • mila sagt:

        Allgemeiner gesagt: es scheint irgendwie mittlerweile zum ‚guten‘, aufgeschlossenen Ton zu gehören, dass man Treue nicht mehr (buchstäblich) körperlich beziffert. Sehen es alle Beteiligten so – wunderbar. Denen, die es nicht so sehen mögen, zu unterstellen, sie wären kleinlich, oder nicht ‚offen‘ genug, ist hingegen ein Kleinlichkeitszeugnis für sich. Denn es geht ja am Ende vor allem darum, die eigenen ‚Interessen‘ zu wahren. Und egal, für wie ‚offen‘ ich mich selbst halten mag (in der konkreten Situation könnte sich dies doch noch etwas anders anfühlen als im Vorab-Kopfkino): gewichte ich meine ‚Triebe‘ im Zweifelsfall stärker als die (verletzten) Gefühle des anderen, dann bin ich einfach nur egoistisch. Obwohl ich das noch so gerne – umgekehrt – dem anderen unterstellen würde.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: kleinlich, nicht offen genug haben Sie bei mir nicht gelesen. Wenn schon geht es um realistisch (und in diesem Zusammenhang glaube ich im Gegensatz zu Ihren Ausführungen, dass man das früher viel pragmatischer sah).
        Meine Fragen waren aber eher, weshalb eigentlich das Fremdgehen gerade bei denen verletzte Gefühle auslösen, die sonst gerne mal betonen, dass „Se x sowieso überbewertet ist“. Und weshalb die Gefühle des einen immer wichtiger sind als die Bedürfnisse des anderen. Wie kann man glücklich sein in der Beziehung, wenn man immer weiss, dass man die Partnerin/den Partner einschränkt, diese/r konstant seine Triebe unterdrücken muss?

      • Carolina sagt:

        Mila: 🙂
        SP: Jedes Mal, wenn wir dieses Thema auch nur ansatzweise diskutieren, stellst Du diese Fragen! Die Antwort ist immer dieselbe: die Kunst einer Beziehung ist es, sie so zu gestalten, dass man selber sich darin verwirklichen kann, ohne den anderen einzuschränken bzw zu verletzen. Jeder ist für seine Triebe selber verantwortlich – wenn die Beziehung ihn in einem Masse einschränkt, die ihn unglücklich macht, ist er dafür verantwortlich, das zu benennen und zu handeln, niemand sonst. Und wie jedes andere Problem, das sich in einer Partnerschaft auftut, sind auch unterschiedliche Prioritäten beim Sex etwas, das man addressieren muss – wie Mila oben schrieb: Eigenverantwortung übernehmen.

      • Sportpapi sagt:

        „Jedes Mal, wenn wir dieses Thema auch nur ansatzweise diskutieren, stellst Du diese Fragen!“ Das erscheint mir logisch, wenn es immer wieder das gleiche Thema ist. Und die Antworten, die jeweils darauf kommen, sind für mich nicht so, dass sich die Fragen erübrigen. Meine Verwunderung über die Widersprüchlichkeiten bleibt.

      • Carolina sagt:

        SP, noch zu Deinem 12:08: Ich habe davon gesprochen, dass wir uns absolute Gedankenfreiheit zu gewähren haben, dass Menschen das Recht darauf haben, nicht ständig vom anderen durchleuchtet zu werden. ‚Triebe ausleben‘ sind etwas anderes – wir beide (warum redest Du nur von ‚er‘ – haben Frauen bei Dir keine zu haben?) und wohl die meisten Paare haben eine (vielleicht unausgesprochene) Vereinbarung, welche Formen in der Beziehung akzeptabel sind oder nicht…. Das nimmt ganz unterschiedliche Formen an, liegt aber in der Verantwortung des Paares – und kann von aussen meistens überhaupt nicht durchschaut werden.

      • mila sagt:

        Die Frage lässt sich auch umgekehrt stellen, SP: wie kann man ‚glücklich‘ seinen Trieben frei nach Gusto und Laune nachgehen, wenn man weiss, dass man den anderen konstant damit verletzt (potenziell oder reell)? So sehr ich einen gewissen Pragmatismus in Beziehungen befürworte, so wenig halte ich von der ‚alten‘ Vorstellung davon. Sie scheint mit gutem Grund ausgedient zu haben, denn Menschen scheinen in der Lage zu sein, andere, vielfältiger-individuellere (und ehrlichere) Wege zu finden, wie auch Carolina es beschreibt. Zumindest die, die auch nach Jahren glücklich miteinander sind – und nicht nur der Form halber noch zusammen, wie das in den ‚guten alten‘ Zeiten noch die Norm war.

      • tina sagt:

        sportpapi: in einer zivilisierten kultur unterdrückt man tagtäglich seine triebe. so schlimm kann das gar nicht sein. ein erwachsener mensch kann sich im gegensatz zu einem 2jährigen ja ganz gut unter kontrolle halten. seis, ob ich meinem chef gern mal eine runterhauen würde, oder lieber im warmen bett bleiben morgens. sogar den fluchtreflex beim zahnarzt haben wir im griff. und wir essen nicht nur fettige süsse sachen.
        tatsache ist: jeder mensch möchte gerne jemandes lieblingsmensch sein (so wie jeder mensch anerkennung anstrebt und gewärmt und satt sein möchte) und sowohl abenteuer (-reisen. beispielsweise) wie auch sex lösen ausschüttungen des „bindungshormons“ aus.
        wir können nicht alles kontrollieren und vorausplanen, aber es gibt vermeidbare risiken

      • tina sagt:

        ah weiter unten steht ja, dass auch sportpapi eine offene beziehung als nicht auslebbar für sich hält. dann verstehe ich nicht, was die frage soll („Weshalb ist es so selbstverständlich, dass seine Triebe zu unterdrücken sind?“)

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        „… in einer zivilisierten kultur unterdrückt man tagtäglich seine triebe. so schlimm kann das gar nicht sein. ein erwachsener mensch kann sich im gegensatz zu einem 2jährigen ja ganz gut unter kontrolle halten. seis, ob ich meinem chef gern mal eine runterhauen würde, oder lieber im warmen bett bleiben morgens. sogar den fluchtreflex beim zahnarzt haben wir im griff. und wir essen nicht nur fettige süsse sachen. …“

        🙂

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Das mit den fettigen, süssen Sachen gelingt vermutlich auch nicht immer, oder? Ausserdem fällt es vermutlich einfacher, wenn man selber das Gefühl hat, man müsste sich hier etwas beschränken, und nicht etwa der Partner diesen Auftrag erteilt (quasi: Achte etwas auf dein Gewicht, mit einer Übergewichtigen möchte ich dann nicht zusammen sein).

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Es ist sicher ideal, wenn zwei Partner sämtliche möglichen Problemfelder ausdiskutiert haben und überall, im Sinne eines Kompromis`, einen gemeinsamen Nenner gefunden haben. Realistischer scheint mir aber, dass die Diskussion gerade in diesem Gebiet vielfach nicht geführt oder ergebnislos abgebrochen wird. Die vermutlich doch grössere Zahl von Fremdgänger/innen spricht hier eine klare Sprache. Die Alternative wäre vermutlich, dass ganz viele, heute eigentlich glückliche Paare gar nicht zusammengekommen wären. Und noch einmal: Weshalb soll ein einzelner Aspekt diese grosse Bedeutung haben? (und das meine ich jetzt eher philosophisch).

      • Sportpapi sagt:

        Und ja, mila, die Frage lässt sich auch umgekehrt stellen. Gerade das ist ja der Punkt.

      • mila sagt:

        Eben – es gibt kein allgemeines oder objektives ‚Urteil‘ darüber, wer ‚mehr‘ recht hat: der, der sich Freiheiten nehmen will für etwas, dem er (angeblich) keine Bedeutung zuschreibt, oder der, der solche nicht freigeben möchte. Bei beidem fragt man sich (zumindest ich tue das), weshalb das (scheinbar) Unbedeutende am Ende doch eine Rolle spielt. Denn auf Unbedeutendes könnte man ja – egal aus welcher Position argumentierend – gut und gerne verzichten.

        Für mich ist klar: ich möchte nicht belogen oder im Unklaren gelassen werden. Oder anders gesagt, ich möchte nicht der Affe sein, der im Zweifelsfall nichts hört, nichts sieht, nichts sagt. Aber das ist meine persönliche Beziehungsphilosophie, und jeder hat das Recht, seine eigene zu haben.

      • tina sagt:

        ja, natürlich soll das nicht verordnet sondern freiwillig sein. es geht ja um verletzungen und nicht nur um den eigenen fun. es geht darum, dass man sich auch etwas im zaume halten kann, wenn es einem wichtig ist. ich habe meinem chef noch nie eine runtergehauen 😉 und so weit wirds auch nie kommen. im bett bleiben morgens kann man sich ab und zu ja erlauben, aber auch nicht ohne rücksichtsname. und süss und fettig ist durchaus erlaubt, hingegen knoblauch zu manchen gelegenheiten eher rücksichtslos.
        kurzum: natürlich hast du deine triebe im griff. wenn du sie permanent schmerzhaft im zaume halten musst, läuft etwas falsch

  • Mars204 sagt:

    Eine Ehe bedeutet doch hoffentlich, dass man sich sehr gut kennt. Und wenn es für beide passt (Was wir in diesem Fall nicht wissen) ist es doch in Ordnung. Freiräume zu geben und deren Grenzen zu kennen ist ganz wichtig. Ich könnte meiner Frau diese Reise (schweren Herzens) zugestehen, weil sie sehr diszipliniert ist und ich ihr da vertrauen kann. Ich selbst würde eine derartige Reise nicht planen, weil ich im Zweifel mit der Frau im Bett landen würde. Und so gut wie meine Frau mich kennt, würde sie die Reise auch nicht billigen. Wir sind seit langer Zeit ein glückliches und (soweit ich weiß) unbetrogenes Paar. Solange man seine Schwächen kennt und sie nicht derart eklatant sind, dass sie eine Beziehung verunmöglichen, passt es doch.

  • Hannes Müller sagt:

    Ja, das gibt’s. Kenne ich selber. Aber ich habe auch begriffen, dass viele das einfach nicht glauben können. Jenu.

  • santa sagt:

    Gelegenheit macht Diebe – oder wie war das nochmal?
    Ich finde das eine ziemliche Unterstellung, dass (vorwiegend) Männern nachgesagt wird jede Gelegenheit zu nutzen sich sexuell auszuleben.
    Wenn mein Mann weg ist, egal ob mit weiblichen oder männlichen Freunden, ist mein erster Gedanke sicher nicht, dass er fremdgehen könnte. Wir haben nämlich die gleiche Einstellung zu Liebe, Treue und Vertrauen und wissen was es leiden mag. Etwas anderes wäre zu viel Stress und Unsicherheit für mich.

    • Carolina sagt:

      Das geht mir ebenso. Aber dann wird es oben von Männern wird Dres bestätigt……
      Für mich stellt sich die Sache so dar: wer wirklich fremdgehen will, muss nicht mit einer Freundin in die Ferien fahren – er/sie findet die Gelegenheit. Wenn ich meinem Mann die ganze Zeit unterstellen würde, er wäre komplett schw….zgesteuert, wäre für mich die Beziehung sowieso auf der Kippe. Und ich würde es mir verbitten, dass er mir unterstellt, ich würde sozusagen sanktionierten Sex suchen, wenn ich mit Freunden in die Ferien fahre….. Er ist nicht mein Vater, sondern mein Mann – und ich bin nicht das Mami, dass Bubi vor Blödsinn bewahren muss. Sollte etwas passieren, kümmern wir uns dann darum.

      • dres sagt:

        Ja, ich bestätige es noch einmal. Um so mehr als es sich hier nicht um einen Wochenendausflug handelt, sondern um drei Wochen gemeinsame Ferien. So etwas würde ich höchstens mit dem besten Kumpel machen – oder eben noch eher mit der Familie. Im Übrigen kenne ich keinen halbwegs attraktiven Mann, der eine halbwegs attraktive Frau als platonische Freundin hat. Und nein, ich bin alles andere als konservativ – nur realistisch.

      • Carolina sagt:

        Solange Sie sich dessen bewusst sind, dass Sie u.U. Ihre Triebe nicht unter Kontrolle halten können, ist es ja gut – dann können Sie ja auf das Risiko verzichten. Aber unterstellen Sie doch nicht jedem Ihrer Geschlechtsgenossen, dass es bei ihnen genauso ist.
        Ich kenne ziemlich viele Männer, die platonische Freundinnen haben – meinen eigenen z.B. Und auch ich habe Freunde, die ich sehr mag, mit denen ich aber ganz sicher keine sexuelle Beziehung haben will. Das kommt wohl sehr auf die eigene Wahrnehmung an…..

      • Sportpapi sagt:

        Es ist schon ein Unterschied, ob man seine Triebe im Griff haben muss, oder ob man kein Interesse an irgendwelchen sexuellen Beziehungen zu anderne Männern/Frauen hat.

      • 13 sagt:

        @ dres
        Ich war vor den Kindern auch schon mit einem guten Freund zwei Wochen zelten inkl. Übernachtung im gemeinsamen Zelt. Wir waren damals sogar beide Singles, und doch ist nichts passiert. Warum sollte es? Wir waren Freunde, hatten es gut, das war alles. Und wir waren beide nicht von der Sorte, denen es sonst an Gelegenheiten mangelte (dies zum Thema Attraktivität).

      • Sportpapi sagt:

        @13: Warum ist nichts passiert? Keine Lust? Angst um die Freundschaft? Wie auch immer: Das ist noch kein Beweis, dass dies nicht doch in vielen Fällen anders verlaufen könnte.

      • Carolina sagt:

        Du wirst wohl hier keine Beweise finden, SP. Aber wenn es denn sein soll, wird die Gelegenheit zum Fremdgehen sich überall bieten – z.B. am Arbeitsplatz, im Verein etc. Und natürlich ist innerhalb einer Beziehung all das Verhandlungssache – und zwar nicht nur einmal am Anfang, sondern sollte, wenn möglich, immer mal wieder diskutiert und ggfs neu ausgehandelt werden.

      • dres sagt:

        @13: Das glaube ich ja gerne. Die Ausnahme bestätigt die Regel. Normalerweise läuft das anders, wenn Männlein und Weiblein sich gut verstehen und attraktiv finden. Selbst zuhauf erlebt mit Verheirateten oder in Beziehung stehenden Damen. Insofern muss man den Schwarzen Peter nicht nur uns zuschieben… 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Es ist ein Unterschied, ob man die Gelegenheit zum Fremdgehen aktiv suchen muss (was hoffentlich die wenigsten tun), oder ob sie quasi auf dem Silbertablett serviert wird.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Kein Interesse. Er war nicht mein Typ. Ich nicht seiner. Ich sage nicht, dass es nie passieren kann, nur dass es durchaus möglich ist, dass nichts passiert. Ich bin sicher, mit dem einen anderen wäre es vielleicht anders gelaufen.

      • 13 sagt:

        @ dres
        Nein, das nur einer „schuld“ ist, würde ich nie behaupten. Es braucht ja immer zwei dazu, sofern es kein Übergriff ist. Aber dass „normalerweise“ nehme ich Ihnen nicht ab…es gibt es und dann gibt es auch noch die anderen…Menschen sind vielfältig und bestehen nicht nur auf ihren se*uellen Bedürfnissen…

      • Carolina sagt:

        Da sagen Sie etwas sehr Wahres, 13. SP und andere gehen ständig davon aus, dass Menschen alle dieselben Prioritäten setzen, hier Sex. Warum eigentlich? Nur weil ständig ein Filmchen im Kopf abläuft, dass gängige Klischees bestätigt, im Sinne von: Männer und Frauen können keine Freunde sein oder: Männer nutzen jede Gelegenheit zu Sex, jede!
        Ist doch Unsinn. Es gibt genügend Paare, die andere Gewichtungen treffen, die unterschiedliche Interessen haben, glücklich sind, wenn es ihrem Partner gut geht und er oder sie seinen, in diesem Fall, Reiseinteressen nachgeht. Wenn man sich dann wieder trifft und austauscht, kann das bereichernder für die Beziehung sein als alles zusammen zu machen. Gemeinsame Erfahrungen hat man ja dann immer noch…..

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ich weiss nicht, ob es dabei um Prioritäten geht. Schliesslich will man hier ja in erster Linie ein spannendes Land kennenlernen, etwas anderes würde ich gar nicht unterstellen. Und nicht in erster Linie eine Gelegenheit suchen um Fremdzugehen. Dennoch wäre ich mir bei vielen Männer wie Frauen nicht sicher was passiert, wenn man sich über die Wochen näherkommt (und das scheint mir wahrscheinlich) und der attraktive Single-Reisepartner dann auch noch zugänglich/interessiert erscheint.

  • dres sagt:

    Die einzige Frage, die sich für mich bei dieser Reisekonstellation stellt: Wie kann man sich das als Mann antun… 24 Stunden auf engstem Raum mit einer Freundin, die man nicht anfassen darf. Entweder haben die beiden die 80 überschritten oder ich glaube von der Geschichte nur die Hälfte. Oder sie wird harmonischer verkauft als erlebt. Henusode.

    • Widerspenstige sagt:

      Das kann genau der Reiz dabei sein, dass da nicht mehr abgeht zwischen den beiden. Diese prickelnde Spannung ist unbezahlbar und kann sehr bereichernd sein. Wer sich solchen Tests nicht immer mal wieder stellt, verpasst es, sich immer besser wahrnehmen zu können. Bei sehr vielen Dingen funktionieren wir einfach nach einem Schema, einem Klischee, einem Dogma gar. Wer u.a. beruflich viel mit interessanten und dazu noch attraktiven Menschen zu tun hat, kommt ziemlich schnell zu Versuchungen und diesen zu widerstehen, eine Lebenskunst. Ich weiss, wovon ich spreche. Ich gestehe aber: ich hätte viel mehr Einladungen annehmen sollen, als ich ausgeschlagen habe, aber das ist eine andere Story.

      • Carolina sagt:

        WS: Bravo, da bin ich völlig auf Ihrer Schiene. Ich will damit nicht sagen, dass nicht auch eine Partnerschaft, die sich aus welchen Gründen auch immer weniger öffnet, ihre Berechtigung haben kann – ich weiss, dass es so ist.
        Aber für solche Menschen, denen persönliche Freiheit wichtig ist, die daran wachsen, ihre Grenzen auszuloten und diese mit dem Partner zu teilen und sie auch ihm/ihr zuzugestehen, sind diese freiwilligen Einschränkungen (auch gerne mal notwendige Kompromisse genannt) nicht zuträglich. Voraussetzung ist allerdings, dass beide Partner dieses Bedürfnis verspüren – wenn nicht, gilt es neu zu verhandeln.
        Der grösste Beweis von wirklicher Liebe ist für mich, den anderen wachsen zu lassen und ihm das Vertrauen in dieses Wachstum zu vermitteln.

  • Gerber sagt:

    Ich finde das absolut toll, das das möglich ist. Weshalb sollte immer etwas dahinter sein?
    Freiräume sind sehr wichtig in einer Beziehung und fördern sie.

  • Anna Meier sagt:

    Interessant…. Die Männer, die das nicht glauben konnten sind wohl die, die es auf jeden Fall versuchen würden, wenn die Partnerin nicht dabei ist… Da haben die dazugehörenden Frauen wohl den Jackpot gezogen 🙂 Ich habe einige Kollegen (auch verheiratete) mit denen ich ohne mit der Wimper zu zucken in die Ferien fahren würde – ohne das sich die jeweilige Freundin oder Ehefrau auch nur die geringsten Sorgen machen müsste. Freunde sind Freunde, unabhängig vom Geschlecht.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das wurde ja schon von Anfang an gesagt:
      Menschen sind verschieden und deshalb gibt es keine Regel die für alle gilt.

      Allerdings bringt Mathis einen wichtigen Punkt. Gemeinsam verbrachte Zeit bringt Nähe und verändert einen.

    • Matt sagt:

      Ganz ehrlich Anna, du hast recht!
      Ich würde aus Angst einen „Scheiss“ zu machen nicht mit einer Frau 3 Wochen in einem Zelt schlafen wollen!
      Und deshalb traue ich auch keinem Mann über den Weg.
      Das ist auch nicht böse gemeint. Aber ich halte es da gleich mit dem Sprichwort „Gelegenheit macht Diebe“

      • Reincarnation of XY sagt:

        Es gibt noch einen weiteren Punkt, der überhaupt noch nicht ins Gespräch gebracht wurde.
        Es geht ja nicht nur um den Mann.
        Wer leugnet, dass (bei Heteros) eine sexuelle Attraktion zwischen Mann und Frau besteht, ist einfach nicht ehrlich. Und wenn zwei einfach „nur befreundet“ sind, ist es in vielen Fällen so, dass wenigstens bei einem doch irgendwo ein Bedürfnis ist, dass da einst mehr sein könnte. Für den einen ist es nur Freundschaft, der/die andere würde eigentlich mehr wollen, gibt das aber nie zu.
        Aber wie gesagt: jeder muss das selbst wissen.
        Diejenigen, die nach x Jahren Beziehung glücklich miteinander sind. Die machen es bestimmt richtig.

      • Anna Meier sagt:

        @Matt: Wäre es dann nicht wahrscheinlicher, dass Monogamie nicht das Lebensmodell ist, das Ihnen eigentlich vorschwebt? Weil Sie haben nur ein Leben, das sollten Sie so leben wie Sie wollen, nicht wie jemand anderes es gerne hätte 😉 Das gleiche gilt natürlich auch für das Bezahlen der Sachen im Laden… in beiden Fällen muss man sich einfach fragen, ob man auch bereit ist die Konsequenzen zu tragen 🙂 nicht jedes Lebensmodell eignet sich für alle.

      • Anna Meier sagt:

        @Reincarnation of XY: falsch, nicht zwischen jeder Frau und jedem Mann besteht eine sexuelle Anziehung. Da spielt ganz viel Chemie mit, die darüber entscheidet, ob man den anderen attraktiv findet oder nicht. Meine männlichen Kollegen sind für mich aus sexueller Sicht alle absolut unattraktiv – und für die andere Seite gilt das auch, weil sich das ja anfühlen würde, als würde man mit seinem Bruder/seiner Schwester ins Bett – und danach verlangt es die Mehrheit ja nun wirklich nicht 🙂

      • Reincarnation of XY sagt:

        @Anna Meier – ja ich weiss, zwischen mir und meiner Schwester besteht keine solche Attraktion, obwohl sie sehr gutaussehend ist.

        Und es gibt einige Frauen …. ja, null. Aber mit einer Frau die für mich 0% Attraktion hat, wollte ich nie allein in die Ferien gehen. Und ich sage mal für 97% aller Männer und den grössten Teil aller Frauen ist das auch so.
        Mir fehlt in dieser Diskussion etwas die Ehrlichkeit zu sich selbst.
        Die Diskussion ist sowieso sehr theoretisch. Die wenigsten, die hier so lautstark das supertoll finden, haben neben ihrer glücklichen Ehe gerade auch noch einen besten Freund mit dem sie 3 Wochen in die Ferien gehen, bzw. haben einen Partner der das macht.
        Viel Theorie heute – in der Praxis (fast) nie gesehen.

      • Gerber 2 sagt:

        Anna Meier: RoXY ist näher an der Wirklichkeit. Bis vor 8 Jahren hatte ich zwei sehr gute Kolleginnen. Ich verstand mich mit beiden super, offene und tiefgehende Gespräche, tolle Ausflüge bzw. Ferien etc. es wurde viel unternommen. Ihre Mütter wollten mich sogar mit ihren Töchtern verkuppeln. Da beide attraktive Frauen sind , war der Reiz bei mir die Grenze der körperlichen Nähe zu überschreiten zwischendurch da. Ich wusste nur eines, egal was nach dem intimen Abenteuer kommt, es wird niemals mehr so sein wie vorher. Mir war die Freundschaft der Beiden wichtiger als ein kurzes Abenteuer. Wir Drei sind nun mit ihrem Partner verheiratet, wir sehen uns zwischendurch bei einem Café oder Anlass. Aber heute zusammen in die Ferien? Nein, das funktioniert nicht mehr, alles ändert sich, auch wir.

      • Carolina sagt:

        RoXy: ‚….Mir fehlt in dieser Diskussion die Ehrlichkeit zu sich selbst….‘ ‚viel Theorie heute, in der Praxis (fast) nie gesehen….‘
        Ist das nicht ein wenig arrogant, einfach über die Kommentierenden hier hinwegzuwischen, die vielleicht wirklich Erfahrungen damit haben?
        Ich z.B. habe genau diese Erfahrungen gemacht – durchwegs positiv. In der Praxis sehe ich, dass die Paare, die sich – mit zunehmendem Alter – mehr Freiheiten zugestehen, auch das Recht, eigenen Interessen nachzugehen, oft besser wieder zusammenraufen als die, die auf einer sehr engen Zweisamkeit bestehen, die längst vom Alltag eingeholt worden ist.
        Für mich heisst in diesem Zusammenhang ehrlich mit sich selber sein eher das Gegenteil als der von Ihnen erwähnte Verzicht auf jegliche Versuchung: nur dann, wenn ich mich

      • Carolina sagt:

        /2 auch mal aus der Komfortzone hinausbewege, lerne ich mich wirklich kennen, verstehe ich, dass ich genau so ein fehlbarer Mensch bin wie jeder andere auch – und wenn ich das dann auch meinem Partner zugestehen kann, ist das für mich die aufrichtigste Form von Liebe, die ich kenne.

      • Widerspenstige sagt:

        Da pflichte ich aus eigener Erfahrung bei und sehe es ganz ähnlich, Carolina. Erst wenn man sich Herausforderungen stellt, lernt man sich selber besser kennen. Wer diese ständig umschifft und somit kaum aus seiner Komfortzone kommt (sehr guter Begriff dafür!), kann gar nicht Schiffbruch erleiden. Bleibt aber in seiner Komfortzone stecken und wird ungemütlich vom Schicksal eines Tages überrannt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        @caro – man muss sich manchmal etwas drastisch ausdrücken, um herauszufinden was wirklich Sache ist. Mir wird ja auch unterstellt, dass ich in einer verengten Beziehung ohne Freiheit lebe… (seufz wenn ich das nur schon höre…)
        Sie haben also neben ihrem Mann einen „besten Freund“ mit dem sie in die Ferien gehen. Schön. Ehrlich gesagt, ich kenne (fast) niemanden, wo das so ist. Und die ich kenne, sagen bei Nachhaken plötzlich „ja früher war mal was“ und ich weiss auch dass es in der Ehe nicht so super läuft.
        Hier im Blog hingegen leben gefühlte 50% so. Hmm – diese Diskrepanz ist mir zu gross.
        Und ich sagte von Anfang an: keine Regel trifft für jeden zu. Jeder so, wie alle Beteiligten glücklich werden. Dann passts.

      • Carolina sagt:

        RoXY: Dass wir uns hier in einem, sagen wir mal, Mittelklasse-Biotop bewegen, wissen wir alle. Die Tatsache, dass dieses Thema relativ viele – und bewegte – Wortmeldungen bringt, zeigt, dass es in irgendeiner Form einen Nerv getroffen hat. Ich glaube, der liegt darin, dass wir alle unsere Beziehungen von Zeit zu Zeit überdenken – leider oft erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Das Thema ‚Freiheit‘ ist essentiell für Beziehungen und man muss sich einfach darüber im klaren sein, dass sie für jeden Menschen etwas anderes bedeutet und – auch wenn das in neuen Beziehungen noch nicht so klar ist – immer wieder neu oder zumindest nach-verhandelt werden muss.
        Daher finde ich es auch nicht die feine Art, die Menschen, die zumindest darüber nachgedacht haben, wieviel

      • Carolina sagt:

        /2 Freiheit und welcher Art ihre Beziehungen vertragen können, als unehrlich oder weltfremd zu betiteln. Ich würde auch Ihnen nicht unterstellen wollen, dass Sie in ‚einer verengten Beziehung ohne Freiheit leben…‘ (hat das jemand hier getan?).
        Zweifel haben alle Menschen, ein Risiko geht man immer ein, aber seine Bedürfnisse und Handlungen muss man selber vor sich und seinem Partner vertreten können, nicht vor uns.
        Uebrigens: ich habe mich falsch ausgedrückt: ich wollte von ‚meiner Praxis‘ sprechen. Gerade Paare in der Lebensmitte, die in einer Krise sind, finden durch neue Freiheiten, die vielleicht vorher undenkbar gewesen wären, eine ganz neue Verbindung zueinander – und Vertrauen!

      • Carolina sagt:

        /3 Ich reise übrigens regelmässig mit Arbeitskollegen zu Kongressen und Weiterbildungen – und dort geht es manchmal abends hoch her. Und ja, ich bin schon in Versuchung gekommen, habe ihr aber nicht nachgegeben, weil ich ein erwachsener Mensch bin und verantwortliche Entscheidungen treffen kann und will. Genau dasselbe nehme ich von meinem Mann an, der ein etwas exzentrisches Hobby hat und mindestens einmal im Jahr längere Zeit mit langjährigen Freundinnen und Freunden unterwegs ist. Sozusagen vorsorglich allen Risiken für eine Versuchung aus dem Weg zu gehen ist für mich undenkbar und hat mit autonomem Leben nichts zu tun.

      • Blanche Wu sagt:

        Für Sex benötigt es immer zwei. Wer sagt denn wenn der Mann möchte, die Frau ebenfalls Lust hat? Ansonsten müsste er ja Gewalt anwenden…

        @Reincarnation of XY: eine sexuelle Attraktion besteht aber auch nur dann, wenn man den anderen attraktiv findet. Wenn der Mann einfach nicht mein Typ ist, dann kann er noch so lange baggern wie er will, er bleibt für mich „gruusig“. Umgekehrt gibt es auch Frauen die Mann wohl nie nackt sehen möchte.

  • Roland sagt:

    Das scheint das Wichtigste zu sein: Zwischen den beiden Reisenden kann sich eine tiefe Freundschaft entwickeln, die weit über die gemeinsamen Interessen hinausgeht, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, Hingabe und platonische Liebe – solange nicht zusammen geschflafen wird, ist die Ehe gerettet.

    Dass soviele Leute Treue über Sexualität definieren erstaunt mich jeden Tag aufs Neue; ich kann’s einfach nicht glauben, wie ein so weltfremdes pseudochristliches Bourgeoisiekonzept immer noch so erfolgreich sein kann.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Aber Roland – jetzt sagen sie das ja gerade selbst: „solange nicht zusammen geschlafen wird, Ehe gerettet“ – Das ist Treue über Sexualität definiert. Und natürlich sehr oberflächlich.

      Meine Frau hätte mehr Mühe, wenn eine andere Frau einen grösseren Platz in meinem Herzen hätte, als wenn ich mal aus lauter Spass irgendwo mit irgendwem sexuelle Handlungen hatte.

    • Gerber sagt:

      Bin absolut mit Ihnen einig.

    • Sportpapi sagt:

      Ich glaube, RoXY, Roland hat das ironisch gemeint. Und er hat recht.

  • Erwin Schmäh sagt:

    Wir wollen nicht glauben, dass die Liebe kein Exklusivrecht ist. Freundschaft ist auch eine Form von Liebe. Niemand hat ein Anrecht auf einen Partner oder gar die Liebe. Deshalb ist jeder mit sich allein – auch in einer Ehe oder langjährigen Partnerschaft.

    Jeder muss mit seiner Wahrnehmung gehen. Vereinbarungen in einer Beziehung gelten solange, bis sie neu verhandelt werden. Jedes Paar muss das für sich klären und natürlich entstehen für den Einzelnen Grenzen durch die bestehende Partnerschaft.

    Als Mann, seit 20 Jahre verheiratet, glaube ich, dass eine Paarbeziehung nur lebendig bleibt, wenn man sich auch in einer Partnerschaft weiterhin als selbstständiger Mensch versteht. Die Freundschaften, Beziehung und Erlebnisse meiner Frau bereichern ihr Leben und somit unsere Partnerschaft.

    • Widerspenstige sagt:

      @ Erwin Schmäh
      Das sehe ich ziemlich ähnlich, dass dieses ‚eins werden‘ selten gut gehen kann auf längere Sicht. Besser ist es, wie Sie sagen, weiterhin als selbständiger Mensch seinen Interessen nachzugehen, sich mit seinen Freunden zu treffen und sich Freiraum bewusst zu schaffen. Klar, das geht besser, wenn man nicht gemeinsam ein eigenes Geschäft führt und so, wie wir in unserer langjährigen Beziehung, dadurch sehr eng miteinander verbandelt sind. Immer wieder neu verhandeln finde ich etwas ganz Wichtiges, denn wir sind nun mal keine Wachsfiguren, die immer gleich denken, gleich handeln, gleich bleiben. Das wäre dann eine selber verpasste Zwangsjacke, aus der sich selber befreien ziemlich mühsam werden kann.

  • Schmidt Heiner sagt:

    Mich interessiert jetzt einmal ein anderer Aspekt. Wieviel Ferien hat der Mann ? 10 oder gar 12 Wochen – ja dann wieso nicht. Hat er aber ein normales Ferienguthaben von 4 – 5 Wochen, würde ich es schon komische finden, mit einer anderen Person 3 Wochen zu verreisen (ob Mann oder Frau) und die restlichen, kläglichen 1-2 Wochen der eigenen Frau zu „opfern“.

    • Rage sagt:

      Good point! Mein Mann und ich (zwei Kinder, 8 und 10) sind beide Lehrer. Ich verbringe rund fünf Wochen pro Jahr ohne Familie, mein Mann zwei bis drei. Hätten wir beide ein übliches Ferienbudget, wäre dies nicht möglich.

      Grundsätzlich bin ich ganz bei Lara. Auch mich wundert immer wieder, wie mein Umfeld darauf reagiert, wenn mein Mann ohne mich in die Ferien geht, oder ich ohne ihn…

    • Sportpapi sagt:

      Voila. Für mich ist das die wichtigste Frage. Neben dem, warum man sich nicht auch überwinden kann, eine Reise mitzumachen, die der Partnerin wichtig ist.

  • Christoph Mathis sagt:

    Hier steht oft „jeder muss für sich selbst wissen …“ oder „man muss wissen, wohin man gehört“, dabei sagt das gar nichts aus.
    Was die Leute nicht zur Kenntnis nehmen wollen, ist, dass gemeinsame Erlebnisse (hier die Sibirienreise) Menschen miteinander verbindet. Die Reise wird nicht spurlos an dem Verhältnis zwischen Mann und Arbeitskollegin vorbeigehen.
    Zeit, die man miteinander verbringt, verändert einen. Das muss nicht zwingend zu einem Liebesverhältnis führen, könnte den Mann aber von seiner Frau entfremden.
    Dennoch sage ich nicht, dass es richtig wäre, wenn die Ehefrau ihrem Mann die Reise verbietet. Denn dies würde bei ihm zu Unzufriedenheit und dem Gefühl, etwas verpasst zu haben, führen.

    • Gerber sagt:

      Ich glaube nicht, dass eine Reise mit einer Arbeitskollegin den Mann von seiner Frau mehr entfremdet, als wie fremd er seiner Frau schon vor der Reise war.

    • Flo sagt:

      dass gemeinsame Erlebnisse (hier die Sibirienreise) Menschen miteinander verbindet.
      Gemeinsame Reisen können verbinden. Vorausetzung; beide gehen mit dem gleichen Interesse und denselben Wünschen daran. Wenn eine/r nur mit geht um einfach dabei zu sein und den anderen nicht allein oder mit jemandem anderen das erelben zu lassen, kann das auch zu einem abgrundtiefen Graben führen.

    • Carolina sagt:

      Ihr Post sagt auch nicht allzu viel aus, CM. Es ist nämlich exakt so: jede Paarbeziehung ist anders, entscheidend ist, dass beide am gleichen Strang ziehen. Ich kenne Paare, die kämen nicht im Traum auf die Idee, mit einem Freund so eine Reise zu machen; ich kenne andere, die regelmässig allein oder mit anderen Trips machen. Beziehungen können durch neue Erfahrungen, die einer der Partner macht, auch bereichert werden – wenn allerdings solche Freiheiten vom Misstrauen und nicht Vertrauen des anderen begleitet wird, muss das Paar wahrscheinlich mal über die Bücher……

  • Frau Meier sagt:

    Interessant, davon hatten wir’s gestern auch am Weihnachtsapéro – ich fahre auch mit meinem besten Freund 3 Wochen in den Urlaub im Januar, egal ob ich in einer Beziehung bin oder nicht…meine Arbeitskollegen waren auch sehr erstaunt. Nur weil man eine ‚Beziehung‘ hat, heisst das doch nicht, dass man von seinem Partner ‚abonniert‘ ist und nicht auch noch andere Dinge mit anderen Menschen unternimmt. Freunde bleiben fürs Leben – Beziehungen oft nicht, nicht wahr? Eine Beziehung, die das nicht aushält, ist es gar nicht wert, geführt zu werden.

    • Matt sagt:

      Freunde bleiben genau so wenig fürs Leben wie eine Beziehung nicht ein Leben lang hält!
      Zudem ist die Dosis der Freiheit ein nicht ganz unwichtiger Faktor.
      Ein Städte Trip mit einem Freund (oder einer ganzen Gruppe) den ich auch kenne und das Verhältnis einigermassen einschätzen kann ist für mich was anderes als drei Wochen im Zweimannzelt mit einem Arbeitskollegen den ich 1 mal gesehen habe.
      Von mir gäbe es ein „no-go“ und ich käme selbst auch nicht auf die Idee bei sowas den Zuspruch von meiner Partenerin zu erwarten.
      Wir haben im übrigen sehr unterschiedliche Interessen was die Freizeit- / Feriengestaltung betrifft und haben trotzdem noch immer einen Konsens gefunden mit dem wir beide sehr gut leben konnten.

    • Flo sagt:

      auf den Punkt gebracht!
      Ohne Vertrauen funktioniert keine Bezieheung; egal zwischen welchen Geschlechter auch immer; Mann/Mann, Frau/Frau, mann Frau/Mann, ob das nun eine Liebesbeziehung oder eine Freundschft sei.

    • Sportpapi sagt:

      „Freunde bleiben fürs Leben – Beziehungen oft nicht.“ Hätte mir eine Freundin eine solche Weisheit auf den Weg gegeben, wäre ich tatsächlich schnell weg gewesen. Denn es ist eine klare Botschaft, wie viel die Beziehung wert ist.

  • roy sagt:

    Wow. Was für ein Armutszeugnis diese Reaktionen doch sind. Wo kein Vertrauen ist, ist die Beziehung doch schon ziemlich angefault. Wo Liebe ist muss doch nicht gleich mit der attraktiven Kollegin gebumst werden, oder??

    • Valentina sagt:

      roy: Klare Worte und gut gesagt.

    • Carolina sagt:

      Mir persönlich geht es genauso wie Ihnen, roy. Aber ich habe gelernt, dass es tatsächlich Paare gibt, die sehr symbiotisch leben- und das geht keinesfalls nur immer von der Frau aus! Ich weiss heute, dass das völlig ok ist, solange es die Bedürfnisse beider erfüllt, würde aber trotzdem dazu raten, gerade am Anfang einer Beziehung die rosarote Wolke ab und zu mal für einen Reality Check zu verlassen – denn etwas, was am Anfang wunderbar und erstrebenswert ist, kann sich dann eben nach einer Weile doch als Problem herausstellen – und je mehr man die Anfangssituation verherrlicht, desto schwieriger wird es vielleicht, mit dem Partner diese geänderten Wünsche zu besprechen.
      Das gilt übrigens für alle Formen und Ausprägungen von Beziehungen!

    • Sportpapi sagt:

      @roy: Wo Liebe ist, erträgte es vielleicht auch mal einen Ausrutscher mit der attraktiven Kollegin ode dem attraktiven Kollegen. Ehrlich gesagt wäre das nun nicht meine grösste Sorge.

    • Blanche Wu sagt:

      Vor allem wer sagt, dass die Kollegin attraktiv ist oder der Mann? Wenn die Reisepartner vom Typ nicht passen, dann wird auch nicht geb…

  • Reincarnation of XY sagt:

    Wie es Dieter Neth sagt: Menschen sind verschieden.
    Nur, in der grossen Mehrheit aller Fälle funktioniert das nicht.

    Am Ende muss es jeder für sich selbst wissen, wie viel Freiheiten er sich rausnehmen will. Eine Beziehung besteht ja langfristig nur dann, wenn beide Partner das wirklich wollen und beide sich im klaren sind, was gut für sie selbst, den Partner und die Beziehung ist.
    Auch wenn meine Partnerin mir Freiheiten gewährt, muss ich mir überlegen, wie weit ich diese nutzen will. Fehlt dieses Verständnis, dann ist jetzt schon der Wurm drin.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ach ja, kannte ein Paar, da hat die liebe Frau ihrem Mann auch immer grosse Freiheiten gewährt. Monatelange Reisen dahin und dorthin.

      Nach etwa 20 Jahren hat sie dann mal rumgeheult, wie schlimm das wäre, wie wenig Verständnis er für sie hätte… etc.
      Darum Regel Nr. 2 – es muss auf Gegenseitigkeit beruhen. Wenn sie sich dann nicht die Freiheit nimmt ebenfalls 3 Wochen Ferien mit einem Single zu machen, dann entsteht ein Ungleichgewicht – und das könnte sich irgendwann man rächen…

  • Melody sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, so etwas je zu tun. Eine so intime Reise an einem abgelegenen Ort würde ich nur höchstens mit meinem besten Freund machen. Und wie es der Zufall so will, ist mein bester Freund auch gleichzeitig mein Ehemann. 🙂 Heute können sich die Menschen einfach nicht richtig binden – oder wollen sich nicht festlegen oder einem Menschen richtig hingeben. Nichts gegen die Singlefrau in der Geschichte, aber der Mann… er hat eine Frau zuhause und geht wochenlang mit einer anderen weg. Das könnte ich so nicht akzeptieren. Aber so sind die Leute heutzutags. Für mich heisst Ehe durch dick und dünn zu gehen. Klar braucht man Freiräume, aber da geht man halt mal einen Abend weg oder mit Freundinnen ins Kino. Urlaub ist hier nicht Freiraum sondern ein Freischein.

    • Ylene sagt:

      Sehr geistreich, aus einem Bsp. und der eigenen Beziehung (?) gleich ableiten zu wollen, wie heute alle ticken (sollen). Wenn Sie (verständlicherweise) nicht wollen, dass Ihr Typ 3 Wochen mit einer anderen verreist, dann sagen Sie einfach nein und gut ist. Jedem das seine. Auch interessant wäre, was Ihr Mann von Ihnen und der gemeinsamen Ehe so hält.

      • Melody sagt:

        Uiui, da ist jemand aber sauer. Tja, in Beziehungsfragen spreche ich natürlich von meiner Erfahrung aus oder von Beispielen, die ich von anderen höre. Ich bin keine Beziehungstherapeutin, deshalb möge man mir mein subjektives Urteil verzeihen. Und wegen meinem Mann: Sie sollten ihn selbst fragen. Wir haben vor einem Jahr eine Tochter bekommen und planen nächstes Jahr vielleicht noch eins. Wir sagen uns jeden Tag, wie sehr wir uns lieben. Und wenn wir irgendwohin verreisen, dann gemeinsam. Das verstehen wir zumindest unter Liebe / Familie. Das mag kitschig erscheinen,aber bei uns „lebt“ die Liebe noch. Und ich schäme mich auch nicht, das öffentlich zuzugeben. Ich sage ja nicht, andere würden sich weniger lieben. Aber wenn man die Liebe nicht zeigt/teilt, wozu ist sie dann gut.

      • Carolina sagt:

        Mir gingen genau dieselben Gedanken wie Y durch den Kopf, M! Und zwar nicht, weil ich sauer wäre (auf wen), sondern weil ich praktisch tagtäglich diese Paare therapiere, die ihr Lebensmodell für das einzig richtige halte; die gerade am Anfang einer Beziehung vergessen, dass die Dinge sich ändern; dass Menschen sich verändern, Umstände etc.
        Ich habe keinerlei Problem mit Ihrer Art des Paarlebens, aber ich wäre sehr, sehr vorsichtig damit, diese für allgemeingültig zu halten und dann auch noch ein Wehklagen über die gute alte, verlorene Zeit anzustimmen…..

      • Blanche Wu sagt:

        Jeden Tag „wie sehr wir uns lieben“. Für mich wäre das der Horror. Ich würde mich eher in die Ecke gedrängt und kontrolliert fühlen. Kontrolliert ob ich wirklich liebe. Wenn mein Partner dies täglich sagen würde, bekäme ich Panik. Wir wissen dass wir uns lieben und müssen es auch nicht immer sagen, denn es ist so wie es ist. Die Bestätigung benötige ich nicht in Worten, ich sehe es am Lächeln, am Blick, an der Laune, etc. Aber bitte keine grossen, mühsam zubereiteten Liebesbotschaften…das ist mir zu gekünstelt, nicht echt. Dann lieber Hilfeleistungen im täglichen Leben (bsp. ein paar Putzschwämme mitnehmen ohne dass man etwas gesagt hat), etc.

      • Nala Rubischon sagt:

        @Melody:
        Wenn jemand so betont, dass er glücklich ist, krieg ich in meinem Arsch Zuckungen. (Zitat Luc aus French Kiss)
        Bei uns lebt die Liebe auch – trotz getrenntem Urlaub. Man kann die Liebe doch auch zeigen, wenn man 3 Wochen pro Jahr nicht am selben Ort ist.

    • Michu sagt:

      Kamen bei Ihrer Ehe die Ketten gleich mit?

      • Melody sagt:

        Absolut nicht 😀 Ich war immer freiheitsliebend, mein Mann hat mich zu dem gemacht und sich fest an mich gekettet. 😉

    • Gerber sagt:

      Es spielt doch keine Rolle, ob der Ort nun abgelegen ist oder nicht. Wichtig ist, sich den Freiraum zu gewähren. Das hat doch nichts zu tun mit Bindung oder nicht.

    • Markus sagt:

      Na ja, zugegeben, 3 Wochen Sibirien ist schon aussergewöhnlich. Aber wer Freiräume als einen „Abend weg oder mit Freundinnen ins Kino“ definiert, tendiert wohl zum anderen Extrem. Zumindest ein paar Tage Wandern oder ein Wochenende in einer anderen Stadt sollten es für mich schon sein.

      • Melody sagt:

        Ich sage ja „das könnte ICH nicht“. Ich gebe Ihnen ein paar Beispiele.
        Mein Mann wurde mal vom Büro auf eine Weiterbildung nach Schweden für 3 Wochen beordert. Er hat sich fix geweigert so lange weg zu sein und wurde deswegen vom Projekt ausgeschlossen (war aber auch nicht so schlimm). Wir ticken hier vielleicht ein wenig anders. Ich vermisse die beiden bereits, wenn ich abends an ein Apero muss. Vielleicht liegt das alles ja daran, dass wir „erst“ drei Jahre verheiratet sind. Was mich erstaunt und meine These auch fast belegt, sind die Kommentare hier auf mein Posting. Wenn so viele das zu eng finden, dann ist die heutige Gesellschaft wirklich viel weniger gebunden an den Partner als früher.Meine Eltern haben auch schon so gelebt – ich fand das immer erstrebenswert u. schön…

      • mira sagt:

        Das ist ja auch in Ordnung, wenn es für Sie und Ihren Partner passt. Die grosse Kunst bei der Partnersuche ist doch, dass sich zwei finden, die ähnliche Vorstellungen haben. Bei Ihnen scheint das in dieser Hinsicht geklappt zu haben. Also alles ok für Sie.
        Mein Mann und ich sind da anders, Erlebnisse ausserhalb der Beziehung empfinden wir als bereichernd und nicht als Bedrohung für die Beziehung. Ich käme niemals auf die Idee, meinem Mann so was verbieten zu wollen (ich bin doch nicht seine Mama). Und, das Vertrauen meines Mannes in mich ist (für mich) einer der grössten Liebesbeweise und mir viel mehr Wert, als tägliche Lippenbekenntnisse. Aber wie gesagt: das ist für jeden Anders!

      • mira sagt:

        Meine Eltern klebten übrigens auch nie aneinander – ich fand genau das immer schön und erstrebenswert 😉

      • Carolina sagt:

        Mira: 🙂 Sehr schön ausgeführt!

      • Blanche Wu sagt:

        @Melody: und wie war es früher zu Seefahrerzeit? Dort waren die Männer auch für Monate auf hoher See und man hatte keine Ahnung ob der Mann jemals wieder zurück kehrt. Liebten diese Frauen/Männer sich dann nicht? Wie haben es die Menschen dazumal ausgestanden? Oder viele Naturvölker wo die Männer für Wochen auf die Jagd gingen…da waren die Frauen auch alleine, aber sie wurden sicher auch geliebt. Ich würde Liebe und eine Beziehung nicht an der Intensität messen wie oft man sich sieht.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Melody

      was genau ist für Sie das Schwierigere, dass er mit einer anderen Frau dahin ging, die Abgelegenheit des Ortes, die Dauer?

      Wäre er mit seinem besten Freund, seinem Bruder, seinem Vater gegangen, was würden Sie dann am ehesten schwierig finden, grundsätzlich „tiefere Erlebnisse“ mit einer anderen Person, Abgelegenheit, die Dauer?

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/respektive, angenommen Ihr Mann hätte mal das Bedürfnis nach mehrere Tage unterwegs mit Freund, Bruder, Vater oä- wäre das für Sie ebenso unvorstellbar? Und bedenken Sie, bloss weil es sich Ihr Mann heute nicht in seinen wildesten Träumen wünschen würde bedeutet ja nicht, dass er das eines Tages anders empfinden könnte.

      • Melody sagt:

        Mit Kollegen/Vater könnte er selbstverständlich ohne Probleme weg. Wenn es eine Frau ist, dann würde ich einfach meine Schlüsse daraus ziehen.

        Aber am obigen Szenario finde ich alle Faktoren störend. Dauer. Abgeschiedenheit des Ortes. Und Begleitung.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Melody
        merci fürs antworten.

      • Anna Meier sagt:

        @Melody: „Wenn es eine Frau ist, dann würde ich einfach meine Schlüsse daraus ziehen. “ hahaha , da schein aber bei aller ach so toller super Liebe das Vertrauen ja nicht all zu gross zu sein 😀 Oder ist Ihr Mann eine willenlose Puppe, die nicht in der Lage ist nein zu sagen? Das würde nämlich auch das Anketten erklären 😉

      • Melody sagt:

        Anna Meier, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär… 😉 Er würde so etwas nie wollen und auch nicht tun. Zumindest so, wie er heute ist. Ich weiss natürlich nicht, wie es in 10, 20 Jahren aussieht… Ich kette ihn nirgends an, er kann das heut auf morgen machen wenns ihn gelüstet. Aber das tut er nicht, und ich bin froh darüber. Das (freiwillige) „Anketten“ (oder die Bindung an einen Menschen) ist vielmehr durch Verliebtheit zu erklären. Aber was das ist, scheinen hier viele vergessen zu haben mit der Zeit. Wenn man seinen Mann liebt und immer noch verliebt ist, geht man nicht mit einem anderen Mann drei Wochen in die Ferien. Meine Meinung.

      • Ingrid Hauenstein sagt:

        An Melody: „Mit Kollegen/Vater könnte er selbstverständlich ohne Probleme weg.“…. und wenn der/die Kollege/n schwul sind?…. und während der Reise daraus was sich ergeben würde?… Wo beginnt Vertrauen/ Freiheit/ Toleranz? Was bedeutet Liebe ohne Fesseln?…

    • Sportpapi sagt:

      @Melody: Sie verwechseln da etwas. Es ist natürlich schön, wenn man möglichst viel Zeit mit dem Partner verbringen will und kann. Und wenn man sich einlässt, ausliefert, zu einer Gemeinschaft wird in guten wie in schlechten Zeiten, wie man so schön sagt.
      Es ist aber sicher kein gutes Zeichen für die „richtige Bindung“, wenn man den Partner nur halten kann, wenn man ihn stetig kontrolliert. Ich für meinen Teil würde mich schön bedanken – und die Fesseln abwerfen.

      • Marco sagt:

        @Melody
        Ich wäre ja mal gespannt wie es dann in 10 Jahren aussieht mit Ihrer Beziehung.
        Eine Frau, welche mir so wenig Freiraum gibt….? Nein, danke!

      • Widerspenstige sagt:

        Ich kann Melody’s Verneinung völlig nachvollziehen in einer erst 3-jährigen Beziehung. Wenn man da eine 0 dranhängt, sieht das wieder alles anders aus. Mit nur 3 Jahren Beziehungszeit wäre ich ebenso nicht einverstanden gewesen und hätte an der Liebe meines Partners gezweifelt, hätte er mir so einen Vorschlag gemacht mit ähnlichen Bedenken. Denn man kennt sich einfach noch zuwenig und zweifelt schneller, hört zuviel von Dritten, den Medien etc. Das verunsichert enorm, wenn man nicht bereits einige Beziehungen hinter sich hat oder über eine unbestechliche Menschenkenntnis gepaart mit starkem Selbstbewusstsein verfügt. Wer kann das schon von sich behaupten, ohne sich zu überschätzen.

      • Melody sagt:

        Sportpapi, wie kommen Sie denn auf Kontrolle? Ich kontrolliere meinen Mann überhaupt nicht, er mich auch nicht. Wir möchten einfach nur zusammen Dinge erleben, und nicht getrennt voneinander. Aber das ist anscheinend so eine absurde Idee, wenn so viele Kommentare dazu geschrieben werden und solche Vermutungen kommen. Ist das denn so unvorstellbar? Dass man gern schöne Dinge unternimmt, aber halt am liebsten mit dem wichtigsten Menschen zusammen, und nicht mit irgendwelchen Bekanntschaften, die kommen und gehen? Ich schreibe ihm ja nichts vor… es ist einfach so bei uns.

      • Lichtblau sagt:

        Ach, diese betonte „Aufgeschlossenheit“ allenthalben. Und dies Hochhalten von Freiheit, die die meisten von uns weder haben noch leben. Ich denke, Melodys Art von Beziehung ist das, was sich viele insgeheim wünschen (von Klammern hab ich da nichts rausgelesen). Mir erscheint sie um Längen weniger bieder, als das, was heute mainstream ist: das politisch Korrekte, alles Ausdiskutierende, Leidenschaftslose.

      • Carolina sagt:

        Wieso ‚betonte Aufgeschlossenheit‘? In meiner Erfahrung und der meiner Klienten wird der Wunsch nach grösserer Freiheit, Selbstständigkeit und Nach-Aussen-Wenden grösser, je länger die Beziehung dauert. Und das zu erreichen, dabei die Wünsche beider Partner zu synchronisieren, ist harte Arbeit und manchmal nicht möglich, denn die alten Haltungen und Angewohnheiten sind sehr stark.
        PC ist völlig fehl am Platz, ganz im Gegenteil: meistens braucht es, um eine Partnerschaft am Leben zu erhalten, die Auflösung von gesellschaftlich scheinbar vorgeschriebenen und vorgegebenen Erwartungen und Haltungen. Nur durch Reibung, Widerstand und in-der-Beziehung-kämpfen, völlig ohne PC, kann wieder etwas entstehen, was für beide tragbar ist.
        Das kann durchaus auch Melody’s Methode sein,

      • Carolina sagt:

        /2 wenn sie für beide stimmt. Wogegen ich mich wehre ist, eine Methode, eine Form der Partnerschaft für allgemeingültig zu erklären und dann auch noch Vergangenheitsverklärung zu betreiben, weil früher angeblich alles besser war. Das ist PC der übelsten Sorte und, wenn eine Beziehung strauchelt, überhaupt nicht hilfreich.

  • Flo sagt:

    Mein Sohn und meine Shwiegertochter haben da einen guten Weg gefunden – er geht für eine Woche allein, oder mit einem Kollegen in die Berge – meine Schwiegetochter geht mit meinem Enkel für eine Woche zu ihren Eltern an’s Meer.

  • eyereh sagt:

    wir wissen ja nicht, wie es der ehefrau ergangen ist. vielleicht liegt ihr ja auch nicht mehr viel an der ehe und sie hat sich insgeheim erhofft, dass ihr mann sich in die kollegin verliebt. ich jedenfalls würde meine ferien lieber mit meinem eigenen partner verbringen wollen, als mit einem kollegen. aber jedem das seine. es gibt kein richtig oder falsch.

    • Gerber sagt:

      Natürlich lieber mit dem Partner. Aber wenn die Interessen eben unterschiedlich sind, ist es wichtig, sich den Freiraum zu gönnen.

  • Flo sagt:

    Wie viel Freiraum braucht es in einer Beziehung?
    Ich denke jedem seinen Freiraum ist das A und O einer gut funtkionierenden und auf augenhöhe gelebten Beziehung.
    Ich denke, wenn einer der Beiden diesen Freiraum ausnützt, dann hätte er immer eine Gelegenheit gefunden und die Beziehung ist eh schon gefährdet.
    Was mir, in meiner ganzen Umgebung auffällt: sobald ein Paar zusammen ist, ändert sich das Beziehungsumfeld des Mannes, dajenige der Frau bleibt konstant und so kann ich oft feststellen das Freunde, Kollegen der Männer weniger werden, ja gänzlich „verschwinden“. Das ist sehr schade, wie es zustande kommt – das kann ich mir nicht erklären.

    • der Sachverständige sagt:

      Hallo Flo
      Hochinteressante Beobachtung.
      Kann ich bestätigen. 22 Jahre mit m. Partnerin zusammen, inzw. 2 kids.
      Zu Beginn noch einzeln wohnhaft.
      Zuzug zur Freundin, andere Gemeinde an d. Goldküste. Vor 20 Jahren kannte ich alle wichtigen Türsteher, massgebliche Gallerien und die neuesten illegalen Clubs.
      Nachtagesichter, die man nie mehr vergisst..legendäre Gespräche um 4:30 in fremden Treppenhäusern.
      Ein, zwei Telefonate am Freitagnachmittag, und Mann wusste, wo der Bär steppt….
      die Frau ist in ihrer JugendGemeinde geblieben, hat dort Arbeit gefunden.
      Mann hat sich für Hausarbeit entschieden, Kinder, kochen, Küche..
      Und Mann fragt sich zuweilen, wenn wiedermal Samstag ist….wo sind alle die Verrückten, vertanzten und absurden Menschen geblieben, die mein Leben so bereicherten.?

    • Lionel sagt:

      Weil sich das Single-Leben des Mannes stärker von einem Leben in Partnerschaft unterscheidet als dies bei einer Frau der Fall ist. Als Singlemann pflegst du Kontakt zu anderen Singles, gehst Saufen, Party machen, Mädels abschleppen, vielleicht ins Puff ect., alles Dinge, von denen zu dich in einer Partnerschaft distanzieren musst/willst.

      • 13 sagt:

        @ Lionel
        Waren das reine Männerpartys? Und welche Mädels haben Sie abgeschleppt? Diejenigen, die sich als Teenager, junge Frauen, aber auch Ehefrauen, Mütter und vielleicht sogar Grossmütter in den Bars tummeln, weil sich ja das Leben einer Frau mit einer Partnerschaft und Familie überhaupt nicht verändert?

        Der Sachverständige hat es gut gesagt: Das Leben verändert sich extrem aufgrund Wohnortwechsel, kann bei Mann oder Frau liegen, und auch durch Aufgabe des Berufes wegen der Familie (im Normalfall die Frau).

        Wenn ich mein Leben von heute mit demjenigen vor 10 Jahren (vor Kinder) oder 15 Jahren (vor Beziehung) vergleiche, ist das wie Tag und Nacht und vom sozialen Umfeld sind vielleicht 1-2 geblieben….

    • Brunhild Steiner sagt:

      @der Sachverständige

      „wo sind alle die Verrückten, vertanzten und absurden Menschen geblieben, die mein Leben so bereicherten.?“

      naja, Ihre Nachbarschaft ist vermutlich jedenfalls ganz erleichtert dass all diese super-absurden und deswegen so endlos Bereichernden mit Sicherheit wenigstens nicht nachts um 4.30h in Ihrem Treppenhaus legendäre Gespräche führen… .

  • Täschle Iris sagt:

    Nach bald 20 Jahren Ehe kann ich sagen, dass das Einzige, was zusammenhält, das Gewähren von Freiheit ist. Das Leben ist zu kostbar, um sich unterordnen zu müssen. Wenn mir etwas ganz wichtig ist, muss ich es tun. Ich möchte meinem Partner auch niemals im Weg stehen. Ein unabhängiger Geist bleibt interessant und spannend.

    • Blanche Wu sagt:

      Absolut korrekt.
      Am Anfang meiner Beziehung machte ich meinem Partner klar, dass ich irgendwann sicher 3-6 Monate reisen gehen will und ob ihm das etwas ausmachen würde. Hätte er nein gesagt, wäre ich nicht mit ihm zusammen. Ich habe nämlich keine Lust gewisse Träume nur wegen dem Partner nicht durchführen zu können, geschweige denn mich in eine Zwangsjacke stecken zu lassen. Man ist immer noch ein eigenständiger Mensch und möchte hie und da auch mal wirklich alleine sein!

  • Luise sagt:

    Jedes Paar entscheidet selber, wieviel Risiko und wieviel Freiheit die Beziehung erträgt. Ein Problem könnte sein, dass wir uns selber mehr Freiraum zugestehen als dem Partner, der Partnerin.

  • Dieter Neth sagt:

    An diesem Beispiel kann man vor allem eines sehen. Es ist eigentlich sinnlos, anderen Leuten Ratschläge erteilen zu wollen. Und noch viel sinnloser, auf andere zu hören, wenn es ums eigene Leben geht. Das schliesst Ratgeber, Psychologen und Bücher ein! Darin liegt eines der Hauptprobleme der hiesigen Gesellschaft. „Was sollen denn die Leute sagen?“ Aber für uns wär das nichts. Mir haben damals die wochenlangen Geschäftsreisen gereicht. zwar nicht nach Sibirien, aber für meine Frau mit viel zuvielen Frauen. Sie wurde derweil von ihren Freundinnen darüber aufgeklärt, wie es bei diesen Reisen zugehen soll. Aber es geht durchaus, mal 2, 3 Wochen im Zölibat zu leben. Wir machen aber auch jetzt nach 25 Jahren noch fast alles zusammen, sonst wird es sehr schnell ziemlich langweilig.

  • Miss Imperfect sagt:

    Das kann aber auch schief gehen. Mein Freund ist in seinen letzten Ferien ohne mich mit einer anderen im Bett gelandet. Offenbar verträgt nicht jeder gleich viel Freiraum, was schade ist, denn uch hätte ihm dies gern gegönnt, nur ist das Vertrauen jetzt natürlich weg.

    • Flo sagt:

      Könnte es aber nicht auch sein, dass er auch ohne diese Ferien eine Gelegenheit zu einem Seitensprung gefunden hätte?

    • Markus sagt:

      Das war dann eher eine lange Leine als tatsächlicher Freiraum, was sie ihrem Freund gegeben haben, nicht?

    • Sportpapi sagt:

      Aber das haben Sie ihm dann nicht gegönnt…

    • mila sagt:

      Nun ja: es mag sein, dass man selbst dem anderen einen ‚Ausrutscher‘ nachsehen oder sogar ‚gönnen‘ mag. Es wäre jedoch falsch, oder vermessen, dies vom anderen selbstredend/stillsschweigend ebenfalls zu erwarten – Menschen sind unterschiedlich gestrickt (natürlich könnte man solche Dinge auch ganz grundsätzlich ausdiskutieren, ebenso wie man sie bewusst in einer Grauzone belassen kann). Bevor ich mir jedoch Gedanken über meinen Partner mache, setze ich erst mal ehrlich bei mir selbst an. Und mit jemandem, der aussieht wie Taylor Kitsch, würde ich für meinen Teil keine drei Wochen in sibirischer Einöde verbringen – egal wie ‚gut‘ meine Beziehung aktuell sein mag… 😉 Soviel, einmal mehr, zum Thema Eigenverantwortung, die in meinen Augen immer an erster Stelle stehen sollte.

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