Elterliche Gymnasialdressur

MAMABLOG-SCHULE-01

«Heute war ich die schnellste, aber das zählt nicht, die Hochbegabten waren ja weg» - Die neue Begabtenförderung betont die Unterschiede.

Kurz vor den Ferien kam meine Viertklässlerin am Mittag nach Hause und sagte mir: «Mama, ich bin nicht begabt!» Als ich sie fragte, wie sie denn um Himmels willen darauf komme, erzählte sie mir, dass die Befö-Lehrerin (Begabtenförderung) ab sofort mit vier Schülerinnen und Schülern an zwei Stunden pro Woche ein Spezialprogramm durchführe: «Die dürfen selber ein Thema auswählen», erzählt sie begeistert und traurig zugleich, «und es ganz alleine erarbeiten. Ich wäre ja so gerne auch dabei!» Meine Tochter ist wie fast alle Kinder dieser Klasse nicht hochbegabt aber auch nicht blöd und deshalb nicht die einzige, die aus der Tatsache, dass ein Elitegrüppli separiert wird und – notabene ausserhalb des Klassenzimmers  – Spezialförderung erhält, Schlussfolgerungen zieht. In ihrem Fall die folgenden:  Ich mache etwas falsch, ich bin nicht gut genug, die andern sind einfach klüger, schneller, besser. Und deshalb darf ich nichts über Vulkane  lernen, obwohl mich das doch auch interessieren würde, und ich mich in der Schule auch oft langweile.

Die Separation einer kleinen ausgewählten Elite ist, neben der Langeweile, über die meine Tochter  in der dritten Klasse nie klagte,  bisher die Massnahme, die sie von der neu eingeführten integrativen Förderung am meisten spürt. Etwas zynisch meinte sie letzthin: «Heute war ich die schnellste, aber das zählt  nicht, die Hochbegabten waren ja weg.» In Zeiten, in denen landauf landab das Hohelied der Integration gepredigt wird, ist eine solche Eliteförderung so paradox wie ärgerlich! Vorab da ich am Elterngespräch letzte Woche erfahren habe, dass weder klare Kriterien bestehen, welche Kinder in den Genuss dieser Förderung kommen sollen, noch die Lehrpersonen selber die Massnahme in jedem Fall nachvollziehen können. Die Selektion ins Befö-Grüppli ist offenbar in einigen Fällen auf Druck von Eltern passiert.

Und genau das hat in unserer Volkschule System: Ehrgeizige Eltern steuern  den Schulalltag ihrer Kinder, wo immer sie können, prüfen Lehrerinnen, wie sie sonst Lebensversicherungen vergleichen, optimieren den Nachwuchs so gezielt wie die Steuern. Das Nachsehen haben vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien. Aber nicht nur: Den Wettbewerb gewinnt, wer Eltern hat, die sich kümmern   u n d  einmischen. Das ist mitnichten eine subjektive Einschätzung, sondern wurde in einer brandneuen Studie zu Schulkarrieren, finanziert  von der Zürcher Bildungsdirektion, der Hochschule Bern und dem Nationalfonds, zum ersten Mal wissenschaftlich belegt:

  • Die Leistungen der Kinder in Deutsch und Mathematik wird zu 30 bis 50 Prozent von den Erwartungen und Verhaltensweisen der Eltern beeinflusst
  • Lehrpersonen haben auf die Schülerleistungen bloss einen Einfluss von 5-15 Prozent und sie
  • benoten die Schüler nicht vorurteilsfrei, sondern geben einem Kind von Eltern mit hohen Bildungserwartungen die besseren Noten
  • Die Eltern beeinflussen auch den Übertritt in Gymnasium, Sek A oder B massiv

Dass Bildung ein Privileg ist, das wussten wir schon immer. Dass Kinder aus bildungsaffinen Elternhäusern von diesem Privileg mehr profitieren, ist bedauerlich aber wohl nicht vollständig aus der Welt zu schaffen.  Dass aber die  Erwartungen der Eltern für den Selektionsprozess entscheidender sind, als das Potenzial eines Kindes, das ist ein Armutszeugnis für eine Schule, die sich noch immer Volksschule nennt. Auch diese Tatsache ist übrigens nicht frei erfunden, sondern einem Interview mit Markus Neuenschwander, dem Leiter der Studie, entnommen.

Nun fordern Politiker Massnahmen: Kathy Riklin, CVP-Nationalrätin, glaubt, mit einer Einschulung der Kinder im dritten Lebensjahr könne das Defizit bildungsferner Elternhäusern am besten ausgeglichen werden. SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer ist der Meinung, die Integration der Benachteiligten sei bloss eine Frage des Willens und der Einstellung der Eltern und Strittmatter vom Dachverband der Schweizer Lehrkräfte setzt auf individualisieren Unterricht. Reicht das, um in der Schweiz Chancengleichheit ins Klassenzimmer zu bringen, die mehr ist als bloss ein Schlagwort? Was meinen Sie?

104 Kommentare zu «Elterliche Gymnasialdressur»

  • bob müller sagt:

    @ jac
    Keineswegs möchte ich bestreiten, dass es überdurchschnittlich intelligente Kinder gibt, die sich in unserem Schulsystem nur schlecht zurechtfinden. Da reden wir aber nicht von einer Prävalenz von 20%. Der Begriff „Hochbegabung“ erfasst erstens das Problem nicht ganz und wird dabei zweitens inflationär verwendet. Ein hoher IQ stellt nicht per se ein Problem für die schulische Integration dar. Leistungsgerechtes Lernen ist in Ordnung. Finden Sie es nun aber notwendig, dass jedem mit einem IQ von über 115 (oder meinetwegen 130 je nach Definition) das Prädikat hochbegabt/ höchstbegabt oder wie auch immer angehängt werden soll. Wenn’s Ihnen weiterhilft, na bitte. Man kann auch darauf verzichten. Die Schule ermöglicht auch soziales Lernen.
    Ihr Link für die Webseite von Erfolgscoaches bestätigt leider nur meine Befürchtung: „Wie setze ich meine Fähigkeiten ein und nutze meine Ressourcen optimal?“ – Irgendwo hab ich das doch schon mal gehört. Auf der Strasse vielleicht? Danke, ich hab einfach klar und sauber den Unterschied gemerkt. Ist das nun „Erfolgsintelligenz“ (Zitat)?

  • Jac sagt:

    http://www.hochbegabte-erwachsene.de/mixedBag/pdf/wiedenkenhi.pdf

    Hier wirds erklärt.. dann muss man als Normalbegabter nicht geifernd herumhässelen sondern merkt einfach klar und sauber den Unterschied.

  • bob sagt:

    @ amélie
    Die ganze Diskussion erscheint mir doch recht lächerlich: In einer Klasse finden sich 4 HB (tolles Label, reiht sich schön ein unter ADS, POS und was sonst noch so unter Müttern getratscht wird). Was sollen 2 Stunden Begabtenförderung pro Woche denn bringen ausser eine Stigmatisierung der Kinder und eine Befriedigung des Eltern-Ego. Besser werden diesen Kindern zuhause 2 Stunden mehr geschenkt – vielleicht vom so erfolgreichen Vater. Der Leidensdruck der „HB“ besteht sehr wohl und zeichnet sich zuhause ab. – Klar doch, das Leiden beginnt ja oftmals mit dem Druck zuhause. Kann mir übrigens jemand ein tolles Uebungsbuch für die Testreihe beim Schulpsychologen empfehlen?
    Aus meiner Erfahrung haben viele der Frühleser uns Power-Einmaleinsler alle irgendwann abgehängt.

  • Selina sagt:

    Diese Beförderungsgruppe gibt es ja schon seit längerem…auch schon als ich in die Primar ging. Auch einige meiner Freunde gingen damals und auch mir war schon bald bewusst, dass viele hohe schulische Erwartungen von den Eltern haben. Als man mit mir dann auch mal so ein Test durchführte freute ich mich zuerst sehr darauf mit den anderen zusammen zu sein, zu den schlauen zu gehören. Hingegen wurde ich zur Legastenie geschickt auf dieses Testergebnis! =P
    -Aber meistens hatte ich mehr schon fast Mittleid mit diesen ‚begahbten‘ Freundinen, denn auch wenn sie immer bessere Noten erlangten als ich fürchteten sie sich jeweils dass sie vielleicht nicht gut genug seien für die Eltern oder nahmen sich selten die Freiheit sich seiner Fantasie zuüberlassen und zu spielen! -Und dies schon von der Primar an!

    Doch genau diese Freundinnen, haben teils später Probleme mit der Schule…sie sind vielleicht immernoch gut, aber nur dank deren grossen Fleiss kommen sie gerade auf ein gutes Ergebins, mit welchem sie sich aber selten auch richtig zufrieden geben können und wenn sie mal was nicht können sind sie verzweifelt. Wärend ich zwar auch in den Genuss kam von intelektuellen Gesprächen zuhause und so weiter wurde ich jedoch nie unter Druck gestellt und es war mir auch frei beliebt mich in meiner Fantasie zu versinken und zu spielen. -Und genau dies ist nun mein bestes Lernmaterial! Dank meiner verspielten und verträumten Kindeheit (die mich damals noch als durchschnittliches und heher schulisches faules Kind prachten) machen mich nun zu einer der besten schülerinen. denn alles mögliche weckt meine Interressen, wie die eines kindes und Lernstoff läst sich leichter hands mit ein wenig fantasie in ein Spiel oder einer Geschichte/Bild verwandeln…und mein gehirn prägt es sich leichterhand ein.
    -diese als kind erlernte Fähigkeit fehlt diesen anderen teilweise…warum sonst kommen sie zu mir um nach eselsbrücken zu fragen und mit mir zu lernen???

  • Stephan sagt:

    Was mir auffällt, ist, dass diese Probleme wohl massgeblich entschärft werden könnten, wenn in der Schweiz überall „homeschooling“ erlaubt wäre – ist es aber oft (und unter Strafandrohung) nicht.

  • Nelsen sagt:

    @ Thomas

    Das die „Liebe“ der Lohnsklavinnen zu Vorgeetzten (auch mit Glatze, Brille, Bart und Bauch) mehr als dreimal oefter aufkeimt als zu Kollegen und rund zehnmal oefter als zu Untergebenen ist wohl kaum von sexfremden Interessen ungetruebte „normale gegenseitige lust aufs vögeln“….

  • Katharina sagt:

    HA! toys! nicht vergessen. die Karte war wohl ein Chippendale-o-gram

  • Franziska sagt:

    @Thomas: Wo kein Schwanz ist, kann auch nicht gevögelt werden! 😉

  • Nelsen sagt:

    @ Amelie

    Wenn klare Regeln schwammigen „Rahmen“gesetzen weichen muessen, die dann nicht nur mit nicht nachvollziehbaren Geheimvorschriften sondern gar persoenlicher Willkuer angereichert werden, ist nicht nur das gerechte Lehren, sondern auch das gerechte Verwalten und Richten passe.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Amélie: Das Grüppchen wurde im ersten Monat nach Schulbeginn in der vierten Klasse konstituiert. Das ist für die LP nicht gerade viel Zeit, Kinder kennenzulernen, ihr Potential einzuschätzen und sie auszuwählen. An unserem Gespräch hat die LP zumindest gesagt, es sei noch zu früh, um die schulischen Leistungen unseres Kindes einzuschätzen. Und ja, die LP haben es heutzutage schwer. Da gebe ich Ihnen Recht.

  • Amélie sagt:

    Bei uns wird auch ein gutes System angewandt, von dem alle profitieren, ohne Sonderzug. Neue Themen in der Mathe werden eingeführt. Das Kind löst dann die erste Hälfte der Aufgaben zum Thema. Die LP korrigiert und entscheidet, ob das Kind für den 2. Teil Vertiefungsaufgaben (es hat den Stoff noch nicht ganz intus und braucht noch mehr Übungen) oder Förderaufgaben kriegt. Jedes Kind hat jedes Mal die Chance darauf, die spannerenderen Förderaufgaben zu ergattern (theoretisch) und es ist alles normal: immer Stütz, immer Förder oder mal so, mal so. Eine total einfache Lösung, mit der einer gewissen Unterforderung begegnet werden kann. Tolles System, weil fliessender Übergang und durchlässig. Und transparent 🙂

  • Amélie sagt:

    Und ja, wahrscheinlich ist es so, dass Eltern einen gewissen Einfluss nehmen und dass auch mal ein Kind auf Wunsch/Druck/Nachhaken der Eltern in so ein Programm rutscht, während ein anderes nicht berücksichtigt wird, weil die Eltern nicht stürmen. Dabei geht es aber nur um die Kinder, die irgendwo um die Kriterien-Grenze rumlümmeln. Die klaren Fälle erkennt die LP ohne elterliche Hilfe und wird sie auch so einteilen.

    Was es für die LP aber enorm unattraktiv macht, ist die Tatsache, dass sie alles begründen muss, dass nicht berücksichtigte versuchen, doch noch reinzukommen oder wenigstens eine Erklärung (Richtlinien) wollen, warum ihr Kind nicht dabei ist. Lehrer sein ist wirklich schwer.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Bigmama: Das finde ich eine gute Lösung, die etwa auch in Schulen in Luzern so gehandhabt wird. Und ein Kriterium ist ja dann auch da: Der Schulstoff muss selbstständig aufgearbeitet werden können. Ausserdem kommt so nicht nur eine kleine Zahl an starken Schülerinnen und Schülern zum Zug. So sähe meiner Meinung nach integratives Fördern aus.

  • bigmama sagt:

    @Nicole Althaus: Nichts desto Trotz finde ich klare Richtlinien in diesem Fall wären kein Luxus.

    Klare Richtlinien gibt es hier wahrscheinlich nicht, weil es sich eben nicht um ein Hochbegabtenförderungsprogramm handelt. Man will einfach die leistungsstärkeren Kinder der Klasse etwas fördern. Eine Forderung, die übrigens immer wieder von Eltern an die Schule herangetragen wurde. In unserer Quartierschule wird das so gehandhabt, dass nicht immer die gleichen Kinder in den Genuss dieser Förderung kommen. Manchmal gibt es klassenübergreifende Förderkurse, die eher für mathematisch begabte Kinder gedacht sind, dann gibt es wieder einen Sprachworkshop, an dem der Mathecrack nicht teilnehmen darf. Kriterium für die Auswahl ist, dass der verpasste „normale“ Schulstoff vom Kind selber wieder aufgeholt werden kann. Mein jüngerer Sohn durfte auch an den Sonderprogrammen „Universikum“ und „Talent Eye“ (für sportliche Begabte) teilnehmen. Platz im Gestell für Sporttrophäen und Nobelpreise habe ich jedoch keinen frei geräumt, ich halte meinen Sohn trotz dieser Kurse für normalbegabt. Der ältere Sohn, der nie an irgendwelchen Förderkurs teilnehmen durfte, hat es trotzdem an ein Gymi geschafft. Schöner als all diese Förderprogramme wäre meiner Meinung nach die Einführung von Wahlfächern schon in der Primarschule. Zwei Stunden pro Woche mal das lernen, was einem wirklich interessiert, täte allen Kindern gut und niemand wäre ausgeschlossen.

  • Amélie sagt:

    Ja, klare Richtlinien wären angebracht. Allerdings scheint es sich noch um die Anfangsphase zu handeln, also werden diese wohl noch ausgefeilt. Bei uns ist die Begabtenförderung seit ein paar Jahren Alltag: Voraussetzung sind eine abgeklärte HB und daneben ein Leidensdruck. Manchmal zeichnet der sich eben auch zu Hause ab, also geht es ohne Elterngespräch gar nicht. Das unabhängige Kriterium ist aber weiterhin die Testreihe beim Schulpsychologen.
    Sie haben in Ihren Kommentaren aber sehr wohl geschrieben, dass einige Kinder in diesem Grüppchen mitnichten hochbegabt sind. Haben Sie die Kinder testen lassen oder woher wollen Sie das so genau wissen? Was wollen sie überhaupt wissen, warum die andern in der Gruppe sind? Sie müssen nur wissen, warum ihre Tochter nicht da ist und that’s it. Oder hinterfragen Sie vielleicht auch die Lega-Stunden oder Psychomotorik-Therapie von anderen Kindern?
    Kinder gehen mit Unterforderung unterschiedlich um. Weder kann man von der Leistung auf die Begabung schliessen, noch von der Begabung auf die Notwendigkeit von spezieller Förderung. Es gibt auch viele Kinder mit Begabung oder Hochbegabung, die ohne spezielle Förderung eine gute Schulzeit haben (mit etwas Langeweile natürlich, aber insgesamt ok).
    Wenn das so für sie stimmt ohne Förderung, sehe ich das Problem eh nicht. Im Schwimmen und im Fussball sind auch nicht alle Kinder in der gleichen Leistungsklasse. Das muss Töchterchen halt einfach lernen.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Amélie: Ihr erster Satz sollten Sie selber auch ernst nehmen. Ich habe bloss nach den Kriterien für die Aufnahme gefragt. Nicht warum das eine oder andere Kind Befö erhält. Ich glaube, es ist mein Recht am Elterngespräch zu erfahren, wie meine Tochter von der Lehrperson eingeschätzt wird und was sie erfüllen müsste, um in den Genuss dieser Sonderförderung zu kommen. Genau das aber konnte mir niemand beantworten. Und das ist es, was ich fragwürdig finde. Nicht das Faktum, das gefördert wird. Wenn das Ihrer Meinung nach reicht, um mich als Hyänen-Mutter zu sehen, tun Sie das. Ich Hyänenmutter habe mich jedenfalls nach diesem Gespräch entschieden, nicht den Weg zu gehen, den andere Eltern offenbar gegangen sind, und ein Standortgespräch zur Sonderförderung zu verlangen.
    Nichts desto Trotz finde ich klare Richtlinien in diesem Fall wären kein Luxus.

  • Amélie sagt:

    Es ist ja immer so einfach festzustellen, was andere Eltern alles falsch machen.

    Hat eigentlich schon mal jemand über diese zwei Sätze aus dem Blogbeitrag sinniert? „Vorab da ich am Elterngespräch letzte Woche erfahren habe, dass weder klare Kriterien bestehen, welche Kinder in den Genuss dieser Förderung kommen sollen, noch die Lehrpersonen selber die Massnahme in jedem Fall nachvollziehen können. Die Selektion ins Befö-Grüppli ist offenbar in einigen Fällen auf Druck von Eltern passiert.“ Hat die Bloggerin ernsthaft beim Elterngespräch mit der Lehrerin darüber diskutiert, warum ANDERE Kinder im Begabtenförderungsprogramm sind? Geht sie das aus irgendeinem Grund irgendetwas an? Dachte ich Einfaltspinsel immer, Elterngespräche seien dazu da, über die Leistungen des eigenen Kindes zu sprechen.
    Aber so ist das: Kriegt ein Kind in der Schule besondere Förderung, muss das gegenüber dem Rest der Klasse begründet werden. Auch das arme Kind muss für den Rest der Schulzeit beweisen, dass es diese Sonderbehandlung auch wirklich, WIRKLICH verdient. Da sitzen die Hyänen-Mütter und warten bloss darauf, dass es denn dereinst stolpert. O-Ton: Ha, wusste ich’s doch, die Eltern haben damals in der 2. Klasse maaassslos übertrieben!

  • Thomas sagt:

    …das ist keine anbiederung. das ist normale gegenseitige lust aufs vögeln.

  • Nelsen sagt:

    @ Thomas

    VorteilsschinderInnen waere praeziser gewesen.

    In der entgewaltigten „freien“ Wildbahn gehts in der Regel nach dem Motto „Halb zog er sie, halb sank sie hin!“

    Bei Vorgesetzten oder anderen „Quellen“: „Halb zog sie ihn, halb sank er hin!‘ Wolfo Witz und „seine“ (immernoch?) „Bank“angestellte lassen gruessen….

  • Thomas sagt:

    @ franziska

    …reine neugier – sind sie die „mundschutz-franziska“ vom pubertätsschübe-blog?

  • gargamel sagt:

    nelsen ist nur der neue schlauch für den selben alten emanzo-trinkessig…

  • Thomas sagt:

    …wer lädt jetzt wen ein ins bett? …mit einer Ferienpostkarte?

  • Nelsen sagt:

    @ Amelie

    Genau das ist eine der Hauptursachen des Problems. Die freiwillige private Anbiederung der Vorteilsschinder. Von der Postkarte aus den gefaelligen Ferien, bis hin zur Einladung des Chefs ins Bett statt berufliche Leistung….

  • Franziska sagt:

    Was die Eltern nicht geschafft haben, soll das Kind erreichen. Und wenn das Kind die Ziele der Eltern nicht erreicht, so sind die Lehrer schuld, die den hochbegabten Sohnemann oder Tochter nicht erkannt und gefördert haben. Schliesslich sind die schlechten Noten ein Indiz für Unterforderung und das auffällige Benehmen ein Zeichen von einem nicht ausleben können der eigenen Kreativität. Jahre später sind die Kinder reif für die Klapse und weil sich das nicht mit der leistungsorientierten Gesellschaft verträgt, lassen sie sich nicht behandeln und so entwickeln sich zahlreiche Neurosen. Als Begleiderscheinung der Wunderkinder, die noch immer nicht gelernt haben auf eigenen Füssen zu stehen und ihren eigenen Charakter zu bilden werden immer einsamer, da es niemand mit ihnen aus hält. Schliesslich enden sie durch Vitamin B und Papas Beziehungen als Manager in einem erfolgreichen Unternehmen und terrorisieren die Untergebenen mit dem gleichen schwachsinnigen Gedankengut wie ihre Eltern. Da es schliesslich keiner mit ihnen aushält, sind sie oft mit einer ebenso kalten und leistungsorientierten Schl…. verheiraten, die wie solle es anders sein, nicht das geben kann was er in Tat und Wahrheit seit der Kindheit dringend braucht. Nicht selten finden sie dann Trost bei Prostituierten, manche bei Transen und lassen ihre Kreativität zum ersten Mal freien Lauf. Zum Nachteil der Prostituierte, Transe oder Lover. Bin ich froh, normal zu sein!

  • Eleanor sagt:

    Ich glaube es wäre viel besser, wenn in der Schule die begabteren Kinder lernen würden, den anderen Kindern zu helfen. Ich war selber während meiner Schulzeit immer unter den Besten. Vor einigen Jahren hat mir dann eine frühere Schulfreundin gestanden, dass sie während unserer Schulzeit immer neidisch war, weil ich alles so schnell verstand. Ich war schockiert, weil sie 1. keineswegs dumm ist und 2. weil ich in der Primarschule nie realisiert hatte, wie viel Mühe andere Kinder hatten den Stoff zu verstehen.

    Vor einem Jahr habe ich als Studentin als Nebenjob Mathematik im 10. Schuljahr unterrichtet. In meinen Klassen forderte ich oft die schnelleren Schüler auf, den anderen Schülern die Aufgaben zu erklären, wenn diese sie nicht verstanden. Das hat wunderbar funktioniert. Viele Schüler mussten eine Erklärung nur einmal aus dem Mund einer anderen Person hören um sie zu verstehen und für die begabteren Schüler war erklären eine enorme Herausforderung. Die weniger begabten Schüler sahen so auch, dass die besseren Schüler nicht perfekt waren, weil es oft auch Sachen gab, die sogar „die Guten“ nicht erklären konnten. So entstanden manchmal regelrechte Diskussionen, wie man z.B. eine Aufgabe am besten löst. Dieses System erlaubte mir auch genug Zeit zu haben Aufgaben individuell zu erklären und die Schüler fingen an sowohl mir wie auch den Mitschülern immer häufiger Fragen zu stellen.

    Ich glaube ich hätte selber als Schülerin enorm profitieren können, wenn ich in der Klasse gelernt hätte, meinen Mitschülern mit schwierigen Aufgaben zu helfen. Deshalb halte ich absolut nichts von einem Schulsystem wo alle separat gefördert werden. Man muss ja schliesslich später im Leben auch mit allen möglichen Menschen kommunizieren können und auch ein Nobelpreisträger ist nichts wert, wenn er sein Wissen nicht weitergeben kann.

    Und noch ein Tipp nebenbei an alle Eltern zum Thema Förderung:
    Das schlimmste was ihr machen könnt, egal ob euer Kind Mathematik mag oder nicht, ist zu erzählen Mathematik sei ein Überflüssiges Fach.
    1. stimmt das für die obligatorische Schule ganz sicher nicht.
    2. auch wenn es für einige Themen stimmt, hat das eine absolut demotivierende Wirkung (meine schlechtesten Schüler waren nicht diejenigen, die keine Mathematikbegabung hatten, sondern diejenigen, die mir erzählten „de papi/s’mami hät gseit das bruchi nie meh“). Wenn ein Kind so denkt ist jede einzelne Mathematikstunde FÜR DAS KIND eine Qual.
    3. schränkt eine solche Einstellung die Berufswahl beträchtlich ein.

  • Amélie sagt:

    Nelsen, so weit würde ich nicht gehen. Was gestern war, war gestern. Heute mache ich mit meinen Kindern andere Erfahrungen an der Schule. Wir haben gute Lehrer, die versuchen, allen gerecht zu werden. Aber im Endeffekt ist das eben nicht ganz möglich, so sehr man sich auch um Gerechtigkeit bemüht. Ich wollte mit meinem Beitrag nicht die LP anprangern, sondern darauf hinweisen, dass keiner werteneutral ist, auch LP nicht, und dass sie in ihren Handlungen wie alle Menschen in allen Bereichen auch von Sympathie und Antipathie beeinflusst werden, ob sie das wollen oder nicht. LP sind Menschen, die eine Geschichte mitbringen, eigene Erfahrungen. Die LP sucht in den Schülern die eigene Geschichte wieder, die eigenen Werte, und findet die dann natürlich sympathischer als das Fremde, Unbekannte. Da der Lehrkörper sich aber weit weniger heterogen präsentiert als die Schülerschaft, haben eben gewisse Kinder einen Wettbewerbsvorteil. Wieviel einfacher ist es, ein fleissiges, hübsches, höfliches Kind nett zu finden, das den Unterricht nicht stört, mit grosser Sorgfalt farbige Titel gestaltet und der Lehrerin in den Ferien eine Postkarte von der Bettmeralp schickt?

  • Nelsen sagt:

    @ Amelie

    Also wo, wie und mit wem die Kinder oder die Lohnsklaven die Freizeit oder gar die Ferien verbringen, geht sowohl die LP oder gar den Lohnsklavenhalter einen feuchten Kehricht an. Die Disziplinargewalt beschraenkt sich (theoretisch) auf den Schul- oder Arbeitsbereich.

    Stadtluft macht frei war frueher nicht ganz aus der Luft gegriffen. Dort konnte sich ein – im Gegensatz zum Couponschneidergeldadel aber sehr bescheidener – Bildungsmittelstand etablieren.

    In den Bezirksschulen von Landkantonen war Deine Beschreibung jedoch schon zuzeiten des Mangels an zu allem willigen und billigen Personal sehr traef. Kinder und Kuckucke von Geschiedenen oder Kegel von Ledigen gabs kaum. Lohnsklavenkinder aus Musterfamilien hatten nur bei einer hohen Intelligenz und Schickaneresistenz insbesondere gegen Sprachlehrer eine Chance, insbesondere in den exakten Faechern,wo ein in Zahlen richtiges Ergebnis insbesondere bei Pruefungen nicht wegdiskutiert werden konnte.

    Der Loewenanteil der Bezirksschueler gehoerte der buergerlichen Geldelite des Bezirkshauptortes an. Nebst Millionaerssoehnchen und vor allem -toechterchen (Milliardaere waren da noch duenner gesaet) von Grossaktionaeren aus Hochfinanz und Realwirtschaft mit grossen Nachhilfebedar aller Art zur Klassenzielerreichung, die ehelichen Kinder von Klerikern, Gerichtspraesidenten, Bezirksamtmaennern, Rechtsanwaelten, Zahnaerzten und anderen schon damals nicht nur goldenen Boden aufweisenden Privilegiertenberufen.

    Die wahre Intelligenz, insbesondere der kleinen Landgemeinden figurierte da unter ferner liefen, zumal es statt einen Schulbus nur eine Veloabstellbewilligung (fuer Tagesfahrleistungen bis ueber 40 km!) gab. Da laut Bundesgericht ein armer Schweizer Vater sogar sein am Munde der Familie abgespartes Heuschen verkaufen muss, um seine Schweizer Kinder studieren lassen zu koennen (Stipendien ohne Ruecksicht auf das Vermoegen der Eltern gibts nur fuer privilegierte Auslaenderkasten), wurden auch die intelligentesten Armenkindern in die Leersklaverei verdingt. Ein Kind, das Jahrzehntelang fast nur Kohl gefressen hatte, damit die Familie die Hypothekenzinsknechtschaft ueberleben konnte, bestand selten auf der seinem IQ anemessenen Bildung, welche die Restfamilie vom bescheidenen Heuschen wieder in einen Karnickelstall zurueckbefoerdert haette.

  • Amélie sagt:

    Die schlimmsten Eltern sind meiner Meinung nach nicht die, welche sich dafür einsetzen, dass ihr Kind seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert wird. Die schlimmsten sind die, welche neidisch auf die Kinder der anderen schauen und hinter vorgehaltener Hand der Nachbarin zuflüstern: „Also meine Kleine ist ja mindestens so begabt wie das Kind von XY und wenn wir wollten, könnte sie auch in dem Programm sein. Aber dieser überzogene Ehrgeiz der XY-Eltern – tz tz tz, wenn das mal kein Eigentor gibt…“ DAS ist das Problem, denn dieses Verhalten scheuert Neid und Missgunst, nicht selten überträgt sich das leider auf die Kinder.

    Dass das Elternhaus Einfluss hat auf den Schulerfolg und der sich bei weitem nicht nur auf die unterschiedliche Vererbung und Förderung beschränkt, ist nichts Neues. Lehrpersonen sind auch nur Menschen und werden von ihrem eigenen Wertebild geprägt. Es geht nicht nur um die Beurteilung in Zeugnissen, auch um die Aufmerksamkeit, die Anerkennung, die Ermunterung, die die Kinder kriegen und die entscheidend sind für ihre Anstrengungen. Am meisten Sympathie bei der LP weckt ein Kind, das aus ähnlichen Verhältnissen kommt wie die LP selber, also meistens oberer Bildungsmittelstand. Nicht zu intelligent, nicht zu innivativ, eher brav und angepasst, aber an allem interessiert und fleissig. Hübsch angezogen, jedoch nicht zu trendy, nicht zu protzig. In den Ferien bevorzugt mit dem Rad im Jura unterwegs oder Wanderferien in den Bergen, viel besser als Karibik oder Florida. Eltern, die beide zu Gesprächen und Elternabenden erscheinen, nette, freundliche Eltern, eine intakte Familie. Gelegentliche Mitarbeit bei Schulanlässen oder im Elternrat erhöht die Chancen der Kinder zusätzlich.
    Ja, so ist die Welt, nicht nur in der Schule.

  • adlerauge sagt:

    Und zuletzt bleib ja immer noch die Möglichkeit der elterliche Intervention per anwältlichem Vorschlaghammer: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Gymipruefung-nicht-bestanden-Schueler-blitzte-mit-Beschwerde-vor-Gericht-ab/story/25413963

  • Nelsen sagt:

    „Hören wir doch auf, das Leben als ständigen Wettbewerb anzusehen, wichtig ist, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, und dazu sollten wir unsere Kinder anleiten.“

    @ Vogel

    Schon vor Jahrzehnten war der Besuch einer Firma des Konglomerates der von Arbeiterorganisationen (als diese noch den Arbeitern dienten) „sozialen“ Selbsthilfegenossenschaft aufschlussreicher. Die warfen ihren Metzgern zwar ein paar Raeppli mehr Stundenlohn als die kleinen Metzgermeister aus. Aber der Tarif wurde auch den Besuchern erleutert. Die Besten bleiben. Die Mittelmaessigen bessern sich entweder zu Besten oder gehen, wie die Schwachen!

    Dieses Rezept gilt inzwischen fast fuer die ganze mit Lohndoempern uebersaettigte Lohnsklaverei, einschliesslich der „geistig“ pausenlos Papier statt wenige, dafuer aber nachhaltige Projekte bruenzelnden Pseudoelite….

  • gabi sagt:

    @ Anna: genau das frage ich mich auch schon sehr lange..

    Allerdings was alle, die etwas gegen Begabtenförderung haben, vergessen ist, dass auch das Lernen gelernt werden muss. Begabten Kindern „fliegt“ das Wissen in der Unter- und Mittelstufe meist einfach zu. Das bedeutet sie hängen rum und hören so mit einem Ohr zu was da wohl abgeht und nach der x-ten Wiederholung (bis es auch der fast letzte begriffen hat) haben sie es nicht mehr nötig zu lernen. Es ist ihnen ja schon so oft vorgekaut worden.
    Aus dieser Sicht sind solche Förderstunden für Begabte eigentlich wie normale integrative Förderung zu sehen. Die Begabten lernen da ganz einfach zu lernen!
    Soll ihnen die Möglichkeit dazu genommen werden, sollen sie warten bis sie ihre Begabung in einer teuren Zweitausbildung ausleben können?

  • Nadia sagt:

    Ich finde es schade, dass über dieses Thema in diesem reisserischen Stil geschrieben wird. Der Artikel wird all jenen Kindern nicht gerecht, die ohne elterlichen Druck in einem solchen Förderprogramm sind – und auch den Lehrern nicht, welche sich um die „richtige“ Selektion bemühen.

    Sagen Sie, Frau Althaus, hätten Sie den gleichen Artikel geschrieben, wenn Ihre Tochter in diesem Förderprogramm wäre?

  • sab sagt:

    Das hängt sicher auch von den sozialen Unterschieden in einem Jahrgang ab. Je geringer die sozialen Unterschiede zwischen den Schülern sind, umso einfacher ist das Fördern und Fordern. Wenn man den Eltern tatsächlich glauben soll, gibt es heute mehrheitlich hochbegabte Schüler (Was sagt dieser Begriff aus?). Diese Schüler langweilen sich angeblich so, wenn mal ein anderer Mitschüler beim Lesen umherstottert. In meinem Jahrgang (kein Problemquartier) mit 70 Schülern gab es 3 Schüler, welche das Prädikat hochbegabt erhalten haben, ohne Hochbegabtenförderprogramm zu durchlaufen. Diese Mitschüler sind ihren Weg gegangen und haben etwas aus ihrem Leben gemacht.

  • Vogel sagt:

    Liebe Frau Althaus
    Ich begreife Ihren Ärger und den Ihrer Tochter und stimme im mit Ihnen überein, wobei ich nichts gegen eine Föderung von Begabten habe, solange sie fair abläuft.
    Aus einer etwas entfernteren Perspektive aber scheinen mir die superengagierten Eltern (siehe Studie) irgendwie paranoid zu sein, besessen von einer Angst, ihr Kind könnte womöglich irgendeinen Zug im Leben verpassen. Vielleicht schaffen es diese Leute, ihr Kind ins Gymi zu lupfen, obwohl es da nicht hingehört, nur weil sie den 6. Klasse-Lehrer oft genug am Sontagabend angerufen haben, aber selbst wenn das Kind die Matura irgendwie hinkriegt, wer sagt, dass es im Berufsleben dereinst Erfolg haben wird, haben sie dem Kind wirklich einen Gefallen getan? Und für mich heisst Erfolg nicht Karriere, sondern z.B. auch, dass man seinen Beruf gerne ausübt. Die Planbarkeit des Lebens wird überschätzt, die Aussagekraft von Studien ebenfalls. (Im Interview sagt der Leiter der genannten Studie auch, dass die Gene bei der Intelliigenz einen sehr wichtigen Anteil ausmachen, allerdings lasse sich der Effekt nicht in Zahlen ausdrücken, nur fragt sich dann, wie man dann bei einer so grossen Unbekannten die andern Einflüsse (Eltern, Lehrer) zuverlässig beziffern kann!?)
    Hören wir doch auf, das Leben als ständigen Wettbewerb anzusehen, wichtig ist, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, und dazu sollten wir unsere Kinder anleiten.

    Für jene, die sich doch genre an Studien halten: Die ARD-Sendung „Hart aber fair“ untersuchte in einem Bundesland jene Abiturienten, welche Ihr Abitur mit der Durchschnittsnote 1 (in CH wäre das Durchschnitt 6.0) abslovierten. Fazit: Von den 20 jungen Leuten wurde nur einer speziell frühgefördert, alle andern sind hundsnormal aufgewachsen. Oder anders gesagt: Das Gras wächst eben nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • karin sagt:

    Wir lebten eine Zeit lang in England und hatten bessere Erfahrungen mit der Grundschule.
    Es gab dort die Bemuehung, Kinder zu identifizieren, die in irgendeinem Fach besonders begabt
    sind. Das kann Mathematik sein, Kunst, Sport. Besonders begabt hiess dort, unter den besten 5 Prozent
    eines Jahrgangs. Und: diese Kinder erhielten in kleinem Rahmen Foerderung in diesem Fach. Das
    war zum Beispiel so, dass diese Kinder einmal die Woche zusammen etwas lernen konnten (sofern die
    Schule genuegend Geld hatte – dies war natuerlich nicht immer der Fall…).
    Auch die Schwaecheren Kinder erhielten Foerderung, teilweise Betreuungspersonen, die sich voll nur um
    ein Kind kuemmerten.
    Ich erlebte die Schulen in diesen Aspekten der Foerderung (Schwache, Begabte) viel unkomplizierter als die
    Deutsch-Schweizer Schulen. Und war erstaunt, wie oft man sich in Zuerich ueber die Qualitaet der Schule
    beklagt. Im Vergleich scheinen mir die englischen Schulen mit weniger Mittel und mehr Kindern pro Klasse
    positiver eingestellt.
    (Zugegeben, ich gehe von einem Erlebnis mit einer einzigen oeffentlichen Schule in einer unauffaelligen
    englischen Stadt aus).

  • Susanne sagt:

    ich bin nun wirklich einfach froh dass mich das ganze nichts mehr angeht. meine kinder sind raus aus dem ganzen stress. und ich auch. es ist zermürbend und depremierend die ganze chose durchmachen zu müssen. irgendwie realitäts-fern. da sind eltern die weissdergeier was für ansprüche haben (woher haben die das bloss?) und auf der anderen seite die lehrer die einfach nicht begreifen was die eltern schon wieder wollen. (wieso wissen die das nicht?).
    schön dass es im tessin anderst ist.
    liebe laura, gerade eben weil die deutschweizer frauen darum kämpfen müssen sind sie so gut! und nein, es werden nicht alle deutschschweizerkinder vernachlässigt. es ist so wie im tessin, es gibt schon vereinzelte.

  • Laura sagt:

    Ich sehe immer wieder, dass das Schulsystem zu hinken anfängt, sobald die Eltern zu viel Einfluss darauf haben. Bei uns im Tessin gibt es keinen Förderunterricht, dafür sehr gute Lehrmittel, die ein individuelles Lernen ermöglichen und auch individuelle Aufgaben je nach Leistung des einzelnen Kindes. Mich stimmt es nachdenklich, dass ich als Mutter mich nebst meinem Job, dem Haushalt und der Erziehung der Kinder auch noch um eine gerechte Förderung meiner Kinder innerhalb der Schule einsetzen sollte,. Was passiert mit Eltern, die keine Zeit haben, sich mit den Lehrkräften stundenlang auseinander zu setzen und ihre Kinder in den Förderunterricht zu drücken? Deren Kinder werden also in der Deutschschweiz vernachlässigt?

  • Nicole Althaus sagt:

    @ Regina. Ganau: Es geht nich um Hochbegabte, sondern um die Förderung der Begabten. Und die Kriterien, die für die Selektion in diese Förderung entwickelt werden. Und darum, dass die Tatsache Eltern zu haben, die sich kümmern und einmischen wohl das wichtigste Kriterieum ist – aber eigentlich nicht sein sollte.

    Oder sind wir heute soweit, dass ich als Mutter alle Hebel in Bewegung setzen muss, damit mein Kind in der Schule die gleiche Aufmerksamkeit bekommt wie das Nachbarskind, das bis dato exakt die gleichen Leistungen bei exakt der gleichen Lehrkraf erbracht hat.?

  • Lina sagt:

    Höchste Zeit, Begabte zu fördern!

    Wenn die Kinder mit einem IQ von 50 mitgeschleppt werden, darf ein Kind mit einem IQ von 150 (gleiche Abweichung von der Norm) auch auf Förderung hoffen.

    In der Schweiz ist alles Elitäre suspekt. Damit muss jetzt Schluss sein!

  • Regina sagt:

    Ich glaube, es ging um Begabtenförderung, nicht um Hochbegabte?
    Hochbegabte können in spezielle Schulen, zum Beispiel die Talenta in Zürich.
    Dort kommen nur „wirklich“ Hochbegabte hin, und das ist auch gut so.

  • Adrian sagt:

    Das wichtigste was man in der Schule lernen sollte, ist lernen und denken!! Denn gelerntes ist unnuetzt, wenn man selbst nichts dazu lernen kann. Noch viel unnuetzter wird es, wenn das gelernte nicht angewendet werden kann bzw. wenn damit nicht gedacht werden kann. Schliesslich muss man im Leben noch und noch Probleme loesen (siehe Popper) und das tut man am besten, indem man Probleme analysiert, dann Schlussfolgerungen zieht und schliesslich eine Loesung erarbeitet. Wissen benoetigt man fuer den ersten und letzten Schritt. Die Analyse bzw. das Schlussfolgern ist ein Logik-basierender Prozess und hat mit Wissen nicht viel am Hut. Fuer die Analyse kann man sich Hilfsmittel wie Bibliotheken oder das Internet zur Hand nehmen. Im letzten Schritt, dem Erarbeiten der Loesung, ist dies nicht moeglich, da die Loesung durch Anwenden des vorhandenen Wissens zustande kommt. Natuerlich kann man auch Loesungen basierend auf Hypothesen erarbeiten. Dies funktionier jedoch nur zu einem bestimmten Grad und erfordert Erfahrungswerte.

    Es liegt auf der Hand, dass Wissen nur eine von drei Voraussetzungen ist um ein Problem zu loesen. Hinzu kommt, dass das vorhandene Wissen meist nicht ausreicht, um ein Problem zu analysieren. Kreatives und logisches Denken ist genauso eine Voraussetzung, das jedoch meist in der Schule vernachlaessigt wird. Aus meiner Erfahrung aus der Forschung liegt hier oft die Schwachstelle der Schweizer Studenten. Denn das enge Korsett der Schule erlaubt kaum ein individuelles, scharfsinniges, ueberraschendes Denken. Doch auch das kann man lernen.

  • Stefan sagt:

    Hochbegabtenförderung ist (bei echter Chancengleichheit) ja gut und schön.. aber erlaubt mir die Frage: Worin hochbegabt? Hochbegabt in mathematisch-naturwissenschaftlichen, linguistischen, musisch-kreativen oder anderen Bereichen? Jedes Kind sollte dort gefördert werden, wo es eine spezielle Beganung hat – also im Prinzip nicht integrativ, sondern individuell lernen.

    Das Problem ist m.E. ja nicht, dass einige besser sind als andere (ich war im Sport immer eine Flasche…) , sondern dass aus diesem besser sein ein Mehr-Wert-Sein (und sei es noch so unterschwellig) abgeleitet wird.

  • D. Wunderli sagt:

    Sehr gut (dass es Befö-Gruppen gibt)! Ich habe mich ehrlich gesagt in der Volksschule (auch noch im Gymi) oftmals gelangweilt. Im Nachhinein hätte ich ganz klar mehr gefördert werden wollen, bzw. ein einer Elite-Gruppe mit einem hohen Lerntempo sein und nicht immer von den anderen Schülern gebremst werden. Das muss es auch mehr an Gymis und Universitäten geben. Wichtig ist überall nicht die effektive Gleichheit, sondern die CHANCENGLEICHHEIT!!!

    Klar wollen alle im Elite-Grüppli sein. Wichtig ist nicht, dass alle darin sind (das ist schädlich und nur Leute mit einem diffusen ‚Gerechtigkeits’empfinden fordern das. Gegenüber den Schneller lernenden ist das höchst ungerecht!), sondern, dass alle die gleichen Chancen haben, da rein zu kommen. Und wenn gewisse SchülerInnen auf Druck der Eltern da rein kommen ist das eine SCHWEINEREI, wie die Autorin dieses Artikels richtig schreibt. Es darf nicht sein, dass durchschnittliche Schüler zu ‚hochbegabten‘ stilisiert werden, nur weil die Eltern Druck auf die Lehrer ausüben. Sonst haben wir bald ein in dieser Hinsicht ungerechtes Bildungssystem à la USA.

  • Anna sagt:

    Ist es denn gerecht, dass ich mich in der Schule langweilte, währenddem die schwächeren Mitschülern auf allen Ebenen gefördert und gefordert wurden?

  • Blume sagt:

    @Mira: ja, da hast du natürlich Recht. Damit dieses System funktioniert, braucht es eine sehr grosse Einsatzbereitschaft der Lehrer. Sie arbeiten oft unbezahlte und unkompensierte Überstunden, weil ihnen immer mehr Lektionen gestrichen werden, während in der kürzer werdenden Zeit der gleiche Stoff vermittelt werden soll (Sparen in der Bildung ist sehr angesagt). Das geht mit der Zeit tatsächlich in Richtung Burnout, vorallem, weil immer wieder die finanziellen und zeitlichen Ressourcen fehlen, um allen Schülern gerecht zu werden. Ich halte das System für zukunftsweisend, aber es bräuchte halt mehr handfeste Unterstützung seitens Politik, um die Lehrkräfte zu entlasten…

  • gargamel sagt:

    @katharina: ich habe niemanden als Fascho bezeichnet.

    na, dann lesen sie mal ihre beiträge im modethread durch… over and out.

  • Pizza Hut sagt:

    @adlerauge
    Ironischerweise bin ich auf einer Bank und ausgebildeter Ökonom.
    Ich sehe einfach, dass es besser ist so früh wie möglich eine Firma aufzubauen (egal worin) als möglichst lange zu studieren. Sonst endet alles mal darin, den Kindern noch mehr Druck aufsetzen zu wollen um am nächsten Tag wieder dasselbe triste Programm abzuspulen: Metro, boulot, dodo!

  • adlerauge sagt:

    @Katharina: http://www.wired.com/culture/geekipedia/magazine/geekipedia/godwins_law

    Ansonsten stimme ich mit Vorbehalt zu. Allerdings würde ich nicht alle Hochschulabsolventen so abstempeln. Schliesslich steuern die ja auch nicht alle eine Bänker-Karriere an und verbrennen das durch die produktive (sprich reale) Wirtschaft sauer erarbeitete Geld 🙂

  • Pizza Hut sagt:

    @Yves…
    Du hast recht, daran ist nichts falsch. Aber wie unsere Mittelschicht denkt… daran stimmt wohl so einiges nicht.

  • Katharina sagt:

    @gargamel: Zumindest kann mein Beitrag als unernst wahrgenommen werden so jemand will. Ihr buchstaben-sammelsurium andererseits wohl nicht. Aber nun denn: ich habe niemanden als Fascho bezeichnet. Nur auf eine tendenz hingewiesen, die ich als schleichenden Faschismus bezeichne. Dieser stammt ja gerade aus den mediokren Schichten. Die Anglizismen sind keine, nur Neudeutsch (Zumindest nach der eingeschalteten Rechtschreibhilfe, die es nicht rot unterstreicht. Nur ist das Programm wohl rücksichtsvoll und hat gemerkt dass rot nicht meine Lieblingsfarbe ist….

    Dumm ist nur, dass der schleichende Faschismus Tatsache ist. Als beispiel die Notstandserklaerung der hiesigen Regierung wegen h1n1.

    Hailing frequencies are closed.

  • Yves sagt:

    @Pizza Hut: Stimmt. Aber daran ist sicherlich nichts falsches 😉

  • Pizza Hut sagt:

    Es kommt nicht darauf an im Spiel des Lebens die besten Karten in der Hand zu halten, sondern es kommt drauf an mit den gegebenen Karten das bestmögliche Spiel zu spielen und Spass daran zu haben.

    Der Mythos, dass es erstrebenswert ist ein „Hochbegabtes“ Kind zu haben ist lächerlich. Fredy Hiestand bspw. baute als Bäcker ein Imperium auf. Dennoch fährt er wohl mit seinem Rolls Royce an den Paradeplatz wo er sich von „Hochbegabten“ Anlageberatern, die mit dem Tram zur Arbeit fahren beraten lässt.

    Unsere Volksschule gefolgt von der Universität konnten vor 50 bis 30 Jahren noch ein privilegiertes Leben garantieren. Heute ist sieht die Welt anders aus, denn diese Leute werden häufig nur gut bezahlte Angestellte, die sich alle paar Jahre um den Joberhalt sorgen müssen.

    An unserer Welt ist bestimmt was falsch…

  • Yves sagt:

    @Katharina: Im Kern hat deine Aussage etwas richtiges. Sogenante Experten, hochwichtige Studien und Erkentnisse aus statistischen Erhebungen (fehl-) leiten unser Schulsystem. Schleichender Faschismus oder sozialistisch? Nein. Schlicht und ergreifend lassen die Verantwortlichen Pragmatismus und gesunden Menschenverstand vermissen.

  • Yves sagt:

    Ist der IQ das alleinige Kriterium, ob jemand Hochbegabt ist?

    @Lara: Ich kann mich an die „alten“ Tests noch gut erinnern. Im Gymi haben wir ein paar Serien gelöst und siehe da, durch das mehrfache lösen wurden wir alle bis zu 15 Punkte gescheiter. 😉

  • gargamel sagt:

    @katharina: jemanden, der jeden, der nicht in sein begrenztes weltbild passt als fascho bezeichnet, den kann ich nicht wirklich ernst nehmen… da helfen nicht mal die freigibigst gestreuten anglizismen…

  • gargamel sagt:

    @mia: mit fleiss und ohne echte hochbegabung spricht man mit 8 jahren nicht 11 sprachen fliessend und komponiert… no way.

    @mara: damit bewegen sie sich ja im erlauchten kreise von z.b. judith polgar, bobby fischer und stephen hawking… ich frage mich, warum sie ihre zeit hier im blog vertrödeln…

  • Katharina sagt:

    das Sondergrüppli im Kindergarten ist genau der schleichende Faschismus den ich immer wieder ankreide.

    man macht eine Aufnahme Prüfung ans Gymie. Jedes kann sich anmelden. Fliegt man durch darf man einmal wiederholen. so einfach ist die Lösung.

    halt. so war es als ich ans Gymie ging.

    das war im letzten Jahrhundert. dann kam der Ausbruch der Schule ohne Noten, Begabungsatteste von ‚Experten‘ (also Brown-nosing des Experten statt Eigenbestimmung) und anderes sozio-ismisch inspiriertes Social Engineering.

    es erstaunt mich überhaupt nicht, wenn ich den zustand der in den letzten zehn Jahren von den Hochschulen Graduierenden anschaue. Das soll die Elite sein, die uns in die Kuhzunft führen soll?. Brownnosing macht süchtig und extrem kurzsichtig.

    zu IQ. die meisten Gymnasiasten sind im durchschnittlichen Spektrum, (also 99 – 120). 130 sind die wenigsten, ausser man modifiziert die statistische Erhebung, in dem man den Durchschnitt (=100) wegen der voranschreitenden Idiokratie nach unten korrigiert. das darf man aber nur, wenn man dazu durch Diplom der HSG lizenziert ist.

  • habakuk sagt:

    Ein anscheinend hochbegabtes Kind kann sich auch ausserhalb der Schule Wissen aneignen. Wie wär’s mit einer Projektarbeit im nahen Wald (früher hat man dem Pfadi gesagt)? Lesenachmittag in der Ortsbibliothek? Ansonsten muss wohl jeder Heranwachsende einmal im Leben erkennen, wo seine Grenzen liegen und somit mit einer nichterfolgten Befröderung klarkommen. Frustrationen im Leben gibt’s noch manche mehr.

  • Yves sagt:

    @gargamel: Richtig. Wobei sich ja nicht mal Experten einig sind, wie Hochbegabung definiert oder gemessen werden kann.

  • Lara sagt:

    @Anmerkung an Mara..Testresultate über 145 waren nur in ‚alten‘ Testverfahren möglich…die 170 scheinen mir da sehr hoch gegriffen. dennoch Gratulation

  • Mara sagt:

    @Mia und Paula
    ich finde eure Beiträge sehr spannend.
    Meine Tochter ist abgeklärt hochbegabt, sie wird die Matura im nächsten Sommer machen, drei Jahre früher als die Kinder, die mit ihr in den Kindergarten gingen, trotzdem war ihre Begabung nie eine Belastung für uns, sie hat in der Volksschule von der Lehrein die Erlaubnis erhalten, ihren Mitschülern zu helfen, was sie denn auch wunderbar gemacht hat, sie auf einer anderen Ebene abgeholt hat.
    Daheim haben wir ihr ihren Wissensdurst gestillt (zugegeben, das war oft anstrengend), haben ihr Bücher und bald einmal ein Notebook gekauft, damit sie selber ihren Wissensdurst stillen kann, sie hatte das grosse Glück, dass ein befreundetes Paar Gymnasiallehrer sind und dort hat sie ihre Arbeiten zeigen können (damals war sie wohl knapp 10, als sie ihre erste „Maturaarbeit“ wie sie es nannte abgab :-)). Ich selber habe auch eine IQ über 170, trotzdem hab ich nie darunter gelitten, dass ich schnell lerne und dass ich nichts vergesse, im Gegenteil, ich konnte mich als Ausgleich auf Sport konzentrieren, etwas, was mit „Denken“ wenig zu tun hatte.

    Ich glaube, dass wir auch keine Chancengleichheit erreichen werden, es wird immer solche geben, die besser sind, wir wollen doch auch keinen „Einheitsbrei “ aus unseren Kindern machen, die einen sind gut im Malen und Zeichnen, andere im Singen andere im Rechnen.

  • Patrick sagt:

    @Kathy Riklin CVP-Nationalrätin: Und in der Babywiege am besten bereits Weltliteratur statt Kindermärchen, und kaum nach dem ersten Wort mit min. 3 Fremdsprachen beginnen. Und dann fragen wir uns alle Jahre wieder weshalb wir so viele Kinder mit Ritalin behandeln „möchten“. Tja, der Erfolg hat halt seine Kosten.

  • Mia sagt:

    @gargamel: das heisst gar nichts. Man kann Kinder zu allen Leistungen bringen, mit dem nötigen Druck. Hochbegabt alleine bringt noch lange keine Leistung, dazu gehört noch der nötige Fleiss. Mit Fleiss und ohne Hochbegabung kommt man sehr viel weiter, als umgekehrt!

  • Pizza Hut sagt:

    @gargamel
    Danke für deinen Kommentar.
    @tamtam
    Wenn im Blog steht, dass in einer Klasse 4 Kinder speziell gefördert werden ergäbe das bei einer Klassengrösse von 24 Schülern mehr als Ihre 2%. ;-). Aber verstehen Sie mich nicht falsch. Ich wollte Ihrem Stolz nicht zu nahe gehen.

    Wenn wir das ganze ein bisschen leichter nehmen würden, die Kinder Kinders sein liessen und dann graduell den akademischen level erhöhen. Eine selektion schon vor der eigentlichen Selektion in der 6 Klasse finde ich viel zu früh und lehne diese Art der Kinderförderung kategorisch ab. Am Schluss kommts sowieso so wie es kommen muss und jeder geht seinen Weg. Wichtiger als die ganze „Hochbegabten“ Sache wäre eine Durchlässigkeit für Kinder die später reif werden (Ausbau von Fachhochschulen eventuell auch für aktuell ausschliesslich den Gymnasiasten vorbehaltenen Studien: Bspw. Medizin, Jura).

  • Mia sagt:

    @Nicole: Mir scheint, es wird immer in die eine oder andere Richtung übertrieben. Hier in Basel ist man integrativ, möglichst alle in eine Klasse, möglichst lange Gesamtschule. Das Resultat davon ist, dass gerade das mittlere Feld so gefördert wird, wie es sollte, die andern werden über- oder unterfordert und leiden entsprechend. Die Folge davon ist, dass sie sogenannt auffällig werden. Das Gegenstück sind diejenigen, die ihre Kinder immer als besonders hinstellen, sei es der IQ, der Sport, die Musik, die Sprachen und sie damit unter Druck setzen. Liebe gegen Leistung. Richtig ist jedes Kind in seiner Art zu fördern, die einen brauchen mehr Zeit, die andern weniger. Aber zu Ihrer Bemerkung: Sie glauben ja gar nicht, was ich alles hören muss zur „eingebildeten“ Hochbegabung meiner Tochter. Ich bin die Schickimicki-Zicke mit den ehrgeizigen Zielen, dabei habe ich nie gepusht. Meine Tochter hätte schon laut Kindergärtnerin früher eingeschult werden sollen, damals haben wir den IQ-Test verweigert und auf zwei Jahren Kindergarten beharrt, also immer gebremst, nie gepusht. Zum Glück, sonst wäre sie jetzt noch jünger, im Vergleich zu den Klassenkameraden. Was Ihre Tochter betrifft: vielleicht zeigen sie ihr auf, wie belastend das für diese Kinder (die ja nichts dafür können) ist, immer bei den Besten sein zu müssen, besonders wenn sie eben nicht wirklich schneller sind, als die andern. Es ist besser, der Beste unter den Schlechteren zu sein, als der Schlechteste unter den Guten ;).

  • gargamel sagt:

    die 8jährige amerikano-vietnamesin wendy vo spricht 11 sprachen fliessend, spielt virtuos klavier, komponiert und ist ausserdem jüngstes mitglied der ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers).

    das ist ein hochbegabtes kind. alles hier diskutierte ist doch in der normalen bandbreite der menschlichen intelligenz…

  • Lara sagt:

    Einschulung mit 5 Jahren (bzw. 3 Jahren inkl. Kindergarten/obligatorische Krippe) fände ich persönlich super! Das würde unser Leben massiv einfacher machen, so müssten wir uns bei der Einschulung des ersten Kindes nicht für oder gegen die Schweiz als Heimatland entscheiden (für die nächsten 15 Jahre) sondern könnten wenn wir wollten/müssten ins Ausland ziehen.

  • mira sagt:

    @Blume
    Das tönt sehr spannend. Das wären dann 10 Kinder pro Lehrkraft.
    Ich könnte mir aber vorstellen, dass das immer noch einen immensen Einsatz der Lehrkräfte verlangt, was längerfristig natürlich nachteilig ist (Burnout etc). Oder was sind Deine Erfahrungen?

  • Manuel Walker sagt:

    Im drittuntersten Abschnitt sollte es glaube ich „Die Lehrer benoten die Kinder…“ statt „Die Schüler benoten die Kinder“ heissen.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Mia: Ich wollte mit diesem Beitrag nicht gegen Hochbegabte polemisieren. Ich weiss, dass es solche gibt und dass die kein einfaches Leben haben. Im Elitegrüppli in der Klasse meiner Tochter sind die meisten nicht abgeklärt und auch nicht hochbegabt. Wenn sogar die Lehrkräfte die Sonderförderung ohne klare Kriterien für fragwürdig halten und die Kinder drankkommen, deren Eltern die Aufnahme in die Gruppe fordern, dann läuft etwas falsch.
    Nur zu Ihrer Information: Als ich nach den Kriterien fragte, hiess es, man sei noch am ausprobieren. Wenn ich glaube, meine Tochter müsse da rein, solle ich ein Standortgespräch verlangen. Das habe ich nicht gemacht. So viel zum Verdacht, der überehrgeizigen Mutter mit minderschlauen Tochter.

  • Susanna sagt:

    Per definitionem sind ca. 1-3% der Kinder hochbegabt. Aber 100% der Eltern in meinem Umfeld haben das Gefühl, dass ihre Kinder hochbegabt seien……

  • Paula sagt:

    @Mia und Werner Müller: wie wahr! Ich finde beide Kommentare sehr fundiert und zutreffend. Früher war es für hochbegabte Kinder oft sehr schwierig in der Schule. Niemand verstand ihre Schwierigkeiten, oft wurden sie Aussenseiter oder sogar Opfer von Mobbing (nicht nur durch Mitschüler, auch durch Lehrer). Nach 20 Jahren Fehldiagnosen (u.a. auf Soziale Phobie und Depressionen) habe ich schliesslich meine eigene Hochbegabung entdeckt. Ich hätte mir gewünscht, der Schulpsychologe, den ich mit 13 Jahren konsultiert habe, hätte das herausgefunden, aber das war damals kein Thema. Mittlerweilen habe ich zwar einen Uniabschluss, aber hart erkämpft (bin zuerst in einer Lehre gelandet). Ich bin manchmal schlicht wütend auf diese Gesellschaft, die die hellsten Köpfe dieses Landes statt zu fördern ins Abseits befördert hat. Meine Geschichte ist erst 15 Jahre her – da gabs Förderung von Hochbegabten in anderen Ländern (USA, Deutschland) schon längst.

  • Blume sagt:

    @mira: Hm, bei uns gibt es eine Schule (eine öffentliche Schule), in der dreissig Schüler (kleiner Kindergarten bis vierte Klasse), darunter Hochbegabte, Lernbehinderte, körperlich Behinderte, ganz Normale, Legastheniker und was es halt noch alles gibt von drei Lehrpersonen alle auf ihrem Niveau unterrichtet werden. Mit Wochenplänen für alle Klassen, die je nach Bedarf individuell angepasst sind. Es ist nicht unmöglich. Nur fehlt natürlich das Geld, der Wille, die Einsicht und schlichtweg die Lehrer, die nicht nach wenigen Jahren wieder vergrault werden, die gut sind in ihrem Beruf und sich für die Schüler einsetzen.
    Das Konzept von einem Lehrer für eine Klasse halte ich ohnehin für überholt. Aber eben, es gibt schon heute viel zu wenig Lehrkräfte.

  • gargamel sagt:

    mit diesen hochbegabten kindern ist’s anscheinend ein wenig wie mit den alkoholikern: jeder hat einen irgendwo in der familie… 8)

  • juni sagt:

    Ich verstehe den Ärger – unter dem Label „integrativ“ verstehe ich auch was anderes als das Aussondern von sogenannt Hochbegabten. Nicht dass ich hinter die pädagogischen Entwicklungen der vergangenen dreissig Jahre zurück möchte. Aber dass ich als eine, die immer schneller war als die andern (und also unterforderungsgefährdet), von meinen Lehrerinnen und Lehrern dazu angehalten wurde, denen zu helfen, die es nicht so schnell begreifen, das find ich im Rückblick auf meine Schulkindheit in den 70er Jahren ganz vernünftig. Und „integrativ“. (Und ich hab sicher was gelernt dabei, wenn auch weder Chinesisch, noch Projektmanagement. ) Übrigens: geschadet hat es meiner Berufsbiographie ganz offensichtlich nicht, „Zugpferd für den Durchschnitt“ (wie Werner Müller solche Formen der Zuwendung nennt) zu spielen. Im Gegenteil.

  • mira sagt:

    @Blume
    Natürlich ist das eine Utopie. Ein solcher Unterricht würde einen immensen Bedarf an neuen Lehrern erfordern. Denn ein Lehrer kann nicht 20 Kinder in 20 unterschiedlichen Niveaus unterrichten. Das geht einfach nicht. Ein solches Unterrichten ist vielleicht in 5er Gruppen möglich, doch dann fehlt wiederum der soziale und eben integrative Charakter eine Klasse…
    Vielleicht sollte man sich auch in Erinnerung rufen, dass es in der Schule nicht nur um das individuelle Erfolgserlebnis geht, sondern auch um Rücksichtnahme (auf die Langsameren, und warum nicht auch auf die Schnelleren?). So ist es ja später im Leben auch…

  • Nelsen sagt:

    @Nicole

    Bingo!

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/4539/die-zweiklassen-schule/#comments

    Es kommt wieder die vornapoleonische Kastengesellschaft. Der aufgezwungene Schulkreis und die „Motivations“moeglichkeiten der Eltern einflussreicher Kasten auf den Lehrer und bei zu thumben Moechtegernkadern Privatleher werden fuer den Bildungs- und spaeteren Lohnsklavereierfolg viel wichtiger als Intelligenz und Fleiss!

  • lambada sagt:

    Es gibt seit Ewigkeiten ein Auffangbecken für alle Schüler, die im normalen Schulalltag nicht mithalten können, aber für die Schnellsten soll es so etwas nicht geben dürfen??
    Ich war immer gut in der Schule, hatte super Noten und mich im Unterricht tödlich gelangweilt. Aber damals gab es solche Sachen wie Begabtenförderung oder Klasse überspringen noch nicht. Ich finde es toll, dass heute jedes Kind (eher) seinem Niveau entsprechend gefördert werden kann. Klar fühlen sich die anderen Kinder dadurch vielleicht etwas vernachlässigt. Aber dafür hat die Lehrperson ja dann für diese Kinder mehr Zeit, was ihnen auch zu Gute kommt.
    Übrigens, wie haben sich wohl früher die Kinder in Einschulungs- und Kleinklassen gefühlt? Nicht genau so wie oben beschrieben, als ob sie etwas falsch machen würde? Und da wurde ja auch nicht gemotzt… Wie man es macht ist es nicht gut, oder?
    Und zu guter Letzt: Wenn sich ihre Tochter im Unterricht oft langweilt, und sie nie selber Themen wählen und selber erarbeiten dürfen, dann ist der Unterricht einfach schlecht geplant. Geben sie doch der Lehrperson mal den Hinweis, dass die „normalen“ Kinder so etwas auch gerne ausprobieren würden…

  • Mia sagt:

    Eine meiner Töchter IST hochbegabt, und das wünsche ich keinen Eltern. Konkret hiess dies: permanente, tödliche Langeweile, Schulverweigerung, Depressionen, psychologische Abklärungen, Klasse überspringen, das selbe von vorne nach kurzer Zeit…. Diese Kinder sind dauernd auf der Kippe, wenn sie nicht ebenso gefördert werden, wie die andern, nämlich so, dass sie an ihre Grenzen kommen. Vorzeitiger Schulabbruch, Alkoholprobleme: so sah früher das Leben vieler IQ-Tiger aus. Die Reaktion der Umgebung (siehe die Ausführungen von Nicole Althaus – so typisch!) kommen dann noch dazu. Man soll doch froh sein, ein so schlaues Kind zu haben, wenn es denn überhaupt so schlau ist, und man nicht eine überehrgeizige Mutter. Sorry, aber das ist extrem mühsam. Seit alle froh, dass ihr Kinder habt, die so schön in ein Schublädchen passen und weder „Elite“ sind noch Schwanzspitze!

  • Werner Müller sagt:

    Mag sein, dass die Auswahl der „Hochbegabten“ nicht immer glücklich ist.

    Dies ändert aber nichts daran, dass die Förderung der „guten“ Schüler in der Schweiz über Jahrzehnte völlig vernachlässigt wurde. Der Fokus war immer auf den Durchschnitt ausgerichtet. Lernschwache Schüler wurden zusätzlich gefördert, begabtere im Zweifelsfall eher zurückgebunden, allenfalls als „Zugpferde“ für den Durchschnitt eingespannt. Ausserordentliche Leistungen werden in den USA gefeiert und gefördert. In der Schweiz wirkt man damit suspekt, verbissen und unsympathisch und weckt den Neid der Mitmenschen. Mit Ausnahme von Roger Federer kommt mir kaum ein Schweizer in den Sinn, der international absolut erfolgreich und zudem bei der Bevölkerung beliebt ist.

    Bei aller unbestrittenen Wichtigkeit von Integration und sozialer Gerechtigkeit braucht unser Land auch herausragende Persönlichkeiten in Lehre, Forschung und Praxis, wenn wir im internationalen Vergleich mithalten können wollen. Und das gelingt nun mal nicht mit durchschnittlichen Leistungen. Wenn wir das bei begabten und lernwilligen Kindern vorhandene Potential nicht fördern, müssen wir uns nicht beklagen, wenn Lehrstüle an Universitäten, Führungsjobs in Unternehmen und ähnliche Stellen immer mehr von Ausländern übernommen werden.

  • tamtam sagt:

    @gargamel: blödsinn, klar ist man stolz aber es ist ein unterschied ob dem so ist oder nicht. ich wäre manchmal einfach froh gewesen sie wäre es nicht. wissenhunger ist immer schön und das sehe ich beim jüngeren kind und es ist keine hochbegabung vorhanden. und ich bin stolz darauf das es ein ganz normales kind ist, denn die erziehung ist dann weniger kompliziert und anstrengend. hochleistung und hochbegabung ist nun mal nicht das gleiche!!! und ja es gibt ganz normale kinder die einfach einen immensen wissendurst haben. das ist gut so.

  • Thomas sagt:

    …die nobelpreise werden in zukunft fest in hiesigen händen sein. hurra!

  • Blume sagt:

    Schwierig. Hochbegabung war früher fast ein Tabuthema, wer sagte, sein Kind sei hochbegabt, wurde schnell für arrogant gehalten. Das Tabu ist weitgehend gebrochen und mittlerweile halten immer mehr Eltern ihre Kinder für überdurchschnittlich begabt, ohne zu wissen, wie belastend so eine Situation für das betroffene Kind und seine Familie sein kann. Echte Hochbegabung ist in den meisten Fällen in den Regelklassen, wie wir sie heute noch haben, ein grosses Problem, die dauernde Unterforderung kann zu schweren psychischen Problemen führen und die optimale Entwicklung und Entfaltung eines jungen Menschen sehr erschweren. Deshalb ist eine individuelle Förderung sicherlich sinnvoll. Mit der Art und Weise, wie das gemacht wird, bin ich aber nicht einverstanden.
    Man spricht ja heutzutage von Integration in der Schule: Integration von Schülern, die sonst in Kleinklassen wären, Integration bald sogar von behinderten Kindern. Die Idee finde ich gut (die Umsetzung nicht, da die entsprechenden Ressourcen fehlen, aber das steht auf einem anderen Blatt). Doch wenn man, wie in diesem Fall geschildert, dann die „besonders begabten“ Kinder von der Klasse trennt, oder, wie das zum Beispiel in unserer Gemeinde geschieht, die leistungsschwachen Schüler für Deutsch, Mathematik und Mensch und Umwelt in ein „Förderzentrum“ abschiebt, so dass sie nur noch wenige Stunden in der Stammklasse verbringen, dann hat das mit Integration nichts zu tun. Ich träume von einer Schule, in der es niemanden mehr interessiert, ob man nun „hochbegabt“, durschnittlich begabt, nur mathematisch begabt oder was auch immer ist. Denn jeder Mensch ist anders, jeder lernt anders, hat ein anderes Lerntempo und all diese Faktoren sollten für jedes Kind berücktsichgt werden. Ein hochbegabtes Kind soll seine Förderungen seinen Möglichkeiten entsprechend bekommen, genau wie jedes andere Kind auch, und zwar im Rahmen einer Klasse. Eine Schule also, die alle Schüler im gleichen Sinne fördert, nämlich da, wo sie stehen, ohne zu selektionieren oder Gruppen zu bilden. Eine Schule, in der es weder Hochbegabte, noch Normalos, noch Minderbegabte gibt, sondern einfach nur Kinder. Wahrscheinlich eine Utopie.

    @Maria: Damit, dass alle Kinder im selben Alter eingeschult werden, ist keine Chancengleichheit erreicht. Kinder sind im Alter des Schuleintritts nicht alle gleich weit entwickelt. Die einen sind voraus, die anderen sind noch nicht so weit. Mit Chancengleichheit hat das nur von Weitem betrachtet etwas zu tun.

  • E. Vogt-Steffen sagt:

    Was jammert ihr alle? Mein Sohn wird durch richterliche Anordnung Dieldorf 2008 der Zwangsverdummung zugeführt. Der FDP Richter sagte wortwörtlich, dass es die Aufgabe der Schule ist meinen Sohn zu schulen!!! Obwohl nachgewiesen ist, dass meine Ex-Frau nicht in der Lage meinem Sohn die notwendige Unterstützung zuzugestehen. Mein Sohn bleibt per richterlichen Beschluss bei der Mutter. Na dann Prost mit euren Luxusproblemen. grins

  • gargamel sagt:

    mein gott, all diese hochbegabten kinder, die da in den letzten jahren plötzlich aufgetaucht sind! die menschheit (oder zumindest der schweizerische mittelstand) scheint einen evolutiven sprung gemacht zu haben… muss wohl an den mobilfunkantennen liegen…

    @tamtam: meine 5jährige tochter jongliert auch völlig nonchalant mit all‘ den lateinischen dinosauriernamen und kann einem naseweis den unterschied zwischen einem meteor und einem meteoriten erklären. ist sie deshalb hochbegabt? nö, sie ist einfach wissensdurstig und interessiert, wie viele andere kinder auch.

    sehe das wie pizza hut: ich halte „hochbegabung“ bis auf einige ganz wenige ausnahmefälle für einen mythos bzw. ausser rand und band geratenen elternstolz.

  • Weber sagt:

    Es ist richtig das Kinder die in der Schule fleissig sind und sich am Unterricht beteiligen bessere Abschlüsse machen. Eine Sendung in der ARD oder ZDF hat div. Gymnasien verglichen und da schau her wer besser Integriet ist Eltern die ihre Kinder unterstützen haben bessere Abschlüsse geschrieben als andere. Türkische Kinder haben ganz schlecht abgeschnitten Asiatische haben 5 x mehr Abschlüsse. Es zeigt wer will und fleissig ist hat die besseren Karten.

  • Yves sagt:

    @Laura: Ich bezweifle, dass sich hochbegabte immer durchsetzen. Spannend dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabt#Unterforderung.

    Wirklich hochbegabte Menschen sind eher selten. Der grosse Anteil der Schüler hat einen normalen IQ, der bei entsprechender Lernbereitschaft und Motivation für ein Studium an der Universität ausreichend ist. An der Uni sind nicht alles Menschen mit IQ 130 oder besser.

  • tamtam sagt:

    @pizza hut: es gibt kriterien(nicht von eltern fest gelegt), wenn sie sich des themas konsequent angenommen hätten, wüssten sie das von 100 kindern maximal 2 kinder in diese kategorie fallen. und diese können sich dann im club der genies anmelden(aufnahmebedingung einen IQ von mindestens 130). ach ja das muss man nicht, aber lustig zu wissen.
    mein grosses hat auch talente aber nicht alle wollen einen walzer komponieren, manche spielen einfach und bleiben primär mal kind. und das ist gut so

  • tweety sagt:

    Liebe Frau Autorin – woran stören Sie sich nun eigentlich? Daran, dass es Programme für Hochbegabte gibt, oder daran, dass die Selektion für diese Programme „willkürlich“ geschieht, oder gar daran, dass Ihre eigene Tochter nicht daran teilnehmen konnte? Ist es nicht eine Tatsache, dass verschiedene Kinder einfach verschiedene Bedürfnisse und eben auch Begabungen haben? Dieser Tatsache kann man noch nicht einfach damit begegnen, dass man jede Begabtenförderung von vornherein als Elternlobbying abstempelt. Man hätte sich in einem Blatt wie dem Ihren zu einem so vielschichtigen Thema wie Hochintegration und Begabtenförderung einen etwas differenzierteren Beitrag gewünscht.

  • Yves sagt:

    Hochbegate Kinder MÜSSEN speziell gefördert und gefordert werden. Ob es dazu separaten Unterricht braucht, kann ich nicht sagen. Mein ehemaliger Klassenlehrer im Gymi hat den Schülern, die in einem Fach halt bessere waren, als der Schnitt immer extra Aufgaben organisiert. Die Klasse hatte so immer 2 oder sogar 3 Leistungsniveaus in der selben Stunde. In gewissen Fächern geht das wohl nicht, aber in den naturwissenschaftlichen Fächern geht das ohne Probleme. Und für die „weniger“ Begrabten gab es die Möglichkeit, sich auch mal an den schwierigen Aufgaben zu probieren ;-).

    Wie wird eigentlich in den einzelnen Schulen definiert, wer hochbegabt ist? Gut im Rechnen und Lesen? Meiner Meinung nach bringt eigentlich jedes Kinde mindestens eine Begabung mit. Sei es Musisch, der IQ, Sport etc. Wäre es nicht einfach toll, wenn wir alle Kinder entlang der Begabungen fördern könnten? Denn, wenn die Kinder merken, dass sie spezielle Fähigkeiten haben, bringt das einen enormen Schub Selbstbewusstsein und Motivation!

  • Laura sagt:

    Die Spreu wird sich immer irgendwann vom Weizen trennen, unterdurchschnittlich begabte Kinder werden trotz Förderung und „pushen“ der Eltern irgendwann nicht mehr mithalten können, genau so wie überdurchschnittlich begabte sich durchsetzen werden, ob mit oder ohne Förderung. Kinder müssen auch lernen mit Niederlagen umzugehen, sei es in der Schule oder im Sport, damit sie ein gestärktes Selbstbewusstsein entwickeln können. Wir Eltern haben immer das Gefühl, dass wir den Kindern jedes Hindernis aus dem Weg räumen müssen, aber Kinder müssen lernen zu stolpern und selber wieder aufzustehen. Ich finde es bedenklich, wie viele Eltern einen ungeheuren Druck auf ihre Kinder ausüben, damit sie schulisch bessere Leistungen erbringen.

  • tamtam sagt:

    hochbegabung heisst nicht zwangsweise dass das kind auf die uni „muss“, sondern es soll den weg für die eigene zukunft gehen. wenn es dann kein arzt, physiker, anwalt oder sonst werden will, sondern eine ganz normale berufsausbildung machen will, dann sollte man als eltern das schlicht und einfach akzeptieren. und mein grosses kind hat sich so entschieden, und die anderen die meinen es solle doch auf die uni und ….., die sollen sich zum teufel scherren. was fällt diesen ein, ein kind in jungen jahren einem druck auf zu setzen dem es irgendwann dann nicht mehr standhalten kann und sich dann auch noch als versager fühlt. als meines mit 8 jahren war und wissen wollte was die heisenbergsche unschärfe relation sei, hat mir das auch spass gemacht es zu erklären. für was sie das braucht? keine ahnung. ob sie das wissen MUSS? nö nicht wirklich. aber wenn sie will dann soll sie. und etwas was noch wichtig ist, hochbegabung und hochleister sind zwei ganz verschiedene paar schuhe. nur das wird mehrheitlich in den gleichen topf geworfen, bedauerlicherweise.

  • mira sagt:

    Diese ganze Diskussion geht davon aus, dass die intelligenteren Kinder irgendwann in akademischen Berufen landen, die weniger intelligenten in anderen Berufen. Nun frage ich mich, ob diese Aufteilung überhaupt sinnvoll ist. Natürlich sollte kein unterdurchschnittlich begabter Mensch ein Kernphysiker mit Verantwortung werden. Aber ist es wirklich so schlimm, wenn ein Mensch mit mehr Potential ein Coiffeur wird?

    Würde man es tatsächlich schaffen, sämtliche begabten Kinder an die Uni zu bringen, dann würde ein erheblicher Intelligenzmangel in den anderen Berufen herrschen. Denn auch ein Coiffeur-Geschäft muss geführt werden. Und auch Restaurants/Schmuckläden/Kindertagesstätten brauchen einen kompetente Geschäftsführer. Diese Posten werden von ehemals „weniger-begabten“ Kindern ausgeführt, obwohl sie eine beträchtliche Begabung erfordern! Würde man alle diese Leute an die Uni abziehen, wer bleibt dann übrig? Oder würden dann diese Posten von Uni-Abgängern ausgeführt, welchen jedoch die ganze praktische Erfahrung für den Beruf fehlt?

  • Pizza Hut sagt:

    Hoppla, Korrektur: Es war Ravel, der als Kind schon einen Walzer komponierte (vielleicht war er dabei auch etwas älter als 3 Jahre).

  • Pizza Hut sagt:

    @ tamtam.
    Hochbegabung… Das hört sich an, als wären heutzutage in jeder Klasse zwei bis drei Hochbegabte zu finden. Vielleicht könnte man die Latte für das Prädikat Hochbegabung etwas höher legen (Bspw. einen Walzer komponieren wie das Mozart noch im frühkindlichen Alter von 3 oder 4 Jahren gemacht hat). Dann hätte sich diese Diskussion erledigt und alle wären wieder normal, wie das vor 20 Jahren war. Die einen haben ihre Hausaufgaben schneller gelöst als die anderen und hatten auch ein bisschen mehr Zeit um ihre Kindheit zu geniessen. Danach konnte man immernoch ins Gymi und dort sein leben weiter geniessen.
    Wenn ich solche Blogs lese habe ich das Gefühl, dass jeder der den Vorschlag für die Gymiprüfung erhält hochbegabt ist. Muss man denn heute in der Volksschule bereits als hochbegabt gelten um später ein normaler Anwalt, Ingenieur oder Arzt zu werden?
    Hochbegabt:: ein lächerliches Label!

  • Nicole Althaus sagt:

    @Martin. Ja! Wenn offenbar vorab die Kinder in der Schule sondergefördert werden, die auffällig sind, weil sie schlecht sind oder weil deren Eltern ehrgeizig sind und in der Schule ihren Einfluss spielen lassen, dann auf jeden Fall.
    @tamtam. Stimme Ihnen voll und ganz zu. Nur: Es sind eben gerade nicht nur die abgeklärten Hochbegabten, die in dieser Gruppe rausgepickt werden, sondern auch andere —- und für diese selektion gibt es keine Kriterien. Ich habe überhaupt nichts gegen Sondermasshnahmen für abgeklärte Hochbegabte – ich habe bloss etwas gegen Willkür in der Auswahl. Und ich finde Fördermassnahmen sollten nicht primär von der Einmischung der Eltern abhängen, sondern vom Potential des Kindes.

  • Martin sagt:

    „Dass aber die Erwartungen der Eltern für den Selektionsprozess entscheidender sind, als das Potenzial eines Kindes, das ist ein Armutszeugnis für eine Schule, die sich noch immer Volksschule nennt.“

    Das soll ein Aufreger sein? Ein Armutszeugnis ist höchstens, wenn Eltern ihre Kinder nicht fördern und z.B. den ganzen Tag vor den Fernseher setzen. Eltern werden die Kinder immer unterschiedlich fördern. Die Merheit fördert sie „normal“. Diese Kinder haben im Normalfall auch ausgezeichnete Bildungs- und Berufchancen. Und einige Fördern halt noch mehr.
    Wer gleiche Bildungschancen will, müsste die Kinder konsequent in Internate stecken. Und auch dann ist Internat a anders als Internat b.
    Insgeamt hat unsere Volksschule einen sehr hohen Standard und es wäre gut den Lehrern die Kompetenz zuzusprechen, entscheiden zu können, wer förderungswürdig ist und wer nicht. Wer als Eltern da nachhelfen will, der soll das dürfen.

  • tamtam sagt:

    @papa: wenn aber die eltern von dem nichts wissen, nur staunen können wie ein kind wissen in sich rein saugt und dann die primarlehrerin meint das kind sollte abgeklärt werden und es sich dann auch rausstellt das dem so ist. ja dann wird es zu einem fluch, vor allem von menschen die einem primär unterstellen wollen das man als elternteil das so haben wolle. sorry hochbegabung ist mehrheitlich ein fluch, vor allem wenn die mehrheit meint das existiere nur in den köpfen der eltern? ach ja das jüngere ist nicht hochbegabt aber lernen will es trotzdem, und das ist der schöne unterschied. hochbegabte sind nicht besser, sie können aber vieles wesentlich einfacher und schneller lernen. das ist ein fakt der nun mal nicht negiert werden kann.

  • Mike sagt:

    @Roman: Genau das ist das Gymnasium auch. Ich hab diesen Sommer mit einem enttäuschten Jugendlichen gesprochen der es „nur“ in die Sek A geschafft hat. Ein massiver Dämpfer für das Selbstvertrauen dieses Jungen.

    Indem man einige Kinder oder Jugendliche als „gut“, „begabt“ klassifiziert stuft man andere als ungenügend, unbegabt herab. Aber anscheinend geht es in unserem Schulsystem nicht um Chancengleichheit sondern darum den Kindern möglichst schnell beizubringen wie unser gesellschaftliches Mehrklassensystem mit Unter-, Mittel- und Oberschicht funktioniert.

  • Papa sagt:

    Und einmal mehr frage ich mich, ob es nicht bisweilen ein Fluch ist, ein hochbegabtes Kind zu haben oder gar zu sein. Vor allem dann, wenn die Hochbegabung primär in den Köpfen der Eltern existiert.

  • tamtam sagt:

    chancengleichheit, schönes wort das ist wie immer auch das einzige. tja ein kind mit hochbegabung zu haben ist keine leichte sache, und wenn dann noch lehrer herumirren die meinen es werden keine extrawürste gemacht(bis zu einem gewissen grad verständlich) dann ist das nur noch ärgerlich. und wenn dann der pädagoge meint die leistung sei nicht ausreichend für sek A dann auch noch eine persöhnlichen abneigung des lehrers dazu kommt, dann könnte man kochen vor wut!! chancengleichheit wo bist du, objektivität wo hast du dich versteckt? unser kind wurde dann halt für ein jahr in eine privatschule angemeldet um dieser idiotie eine grenze zu setzen. komme nicht aus einer priviliegierten schicht und habe am kredit für die privatschule immer noch zu knabbern. aber das kind fühlt sich wohl im A und wenn es wollte dann könnte es auch aufs gymi. am ende entscheidet aber das kind was für einen leistungsdruck es sich auferlegen will, so viel freiheit muss es bekommen. und einen zweiten bildungsweg gibt es auch noch wenn das kind es sich am schluss doch anders überlegt. aber es darf sich ja auch früher umentscheiden.

  • tschortsch sagt:

    Ich bin voll Ihrer Meinung. Habe die selben Probleme. Dazu kommen noch die Integrativen die auch eine spezial Behandlung brauchen. Wehe wenn es mal strenger wird und es doch mal zu einer „Lernkontrolle“ kommt, stehen die Eltern in Reihen in der Schule und reklamieren. Was ist mit den Kindern die weder Hochbegabt noch Minderbegabt sind sondern einfach nur gerne etwas lernen wollen. In unserer Gemeinde im Kanton Aargau, haben wir leider wenige „normal begabte“ Kinder. Die welche nicht in die Beförderung dürfen sind gezwungen im Schulzimmer zu verblöden da ja die meisten Lehrer/innen überfordert sind mit der neuen Ingegrativen Situation. Bei uns gibt es weder Prüfungen noch Aufgaben oder sonst irgend eine Möglichkeit herauszufinden wo unsere Kinder stehen. Leider müssen ja die meisten „Minderbegabten“ das Lernziel nicht erreichen somit kann es ja auch gar keine Prüfungen mit Durchschnitt geben. Die „Hochbegabten“ betrifft das ja nicht, die sind ja sowieso besser und werden separiert. Wir geben nun unser Kind in einen privaten Nachhilfe unterricht, damit er wenigstens mal auf das schulische Niveau eines „nomal begabten“ Kindes kommt, das ist nämlich abhanden gekommen mit sovielen „Integrativen“

  • Roman sagt:

    Ein interessanter Artikel. Ich erteile selber „Begafö-Stunden“ und mache dort gute Erfahrungen mit begabten Kindern. Dass sich ein Kind schlecht fühlt, wenn es nicht für diese Förderstunden berücksichtigt wird ist sehr verständlich. Unser Schulsystem ist ein selektives. Wie erklären Sie einem 6.-Klässler, dass er nicht für das Gymnasium geeignet ist? Mit Ihrem Argument, könnte man auch das Gymnasium als „ärgerliche und paradoxe“ Eliteförderung bezeichnen. Wir stehen in der Schweiz noch am Anfang einer sinnvollen Begabtenförderung, die jetzigen Modelle müssen verbessert werden.

  • Maria sagt:

    Eine Chancengleichheit haben wir doch schon, alle gehen im gleichen Alter zur Schule. Was alle daraus machen, die Kinder und die Eltern, hat mit Chancengleichheit nichts mehr zu tun. Das hängt dann von Inteligenz, Fleiss und Willen und der Unterstützung der Eltern ab. Das weiss jeder, auch bildunsferne Schichten. Man kann ja nicht jeden Kind einen Lehrer beistellen.

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