Brief an Ailan

Ein Gastbeitrag von Nadia Meier*

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«So hätte er heute Nacht liegen sollen (…)», twitterte Sengül Hablemitoglu, Professorin aus Ankara. Die Zeichnung stammt von ihr.

Lieber Ailan

Gestern war ein Foto von dir in der Zeitung. In allen Zeitungen. Du lagst am Strand von Bodrum. Ertrunken im Mittelmeer. Wie dein Bruder Galip. Wie deine Mutter Rehan. Jetzt kennt dich die ganze Welt.

Letztes Jahr bist du mit deiner Familie geflüchtet aus der Stadt Kobane in Syrien. Ihr seid Kurden und musstet von den bösen Männern vom Islamischen Staat fliehen. Ich habe gelesen, dass du eine Tante hast in Kanada. Sie wohnt seit 20 Jahren dort und arbeitet als Coiffeuse. Es gibt keine Bomben. Man muss nicht Angst haben, dass die Männer mit den schwarzen Masken die Mama mitnehmen. Oder den Papa mit dem Gewehr erschiessen.

Deine Eltern wollten mit Galip und dir nach Kanada reisen. Damit ihr in Sicherheit aufwachsen könnt. In die Schule gehen. Fussball spielen, Lesen lernen. Deine Tante hat Geld geschickt, damit ihr in der Türkei wohnen könnt. Aber nur eine Weile. Weil die Türkei kein gutes Land ist für eine kurdische Familie wie deine. Tante Teema hat viele Blätter vollgeschrieben, damit ihr nach Kanada weiterreisen könnt, und Geld gesammelt. Aber Kanada hat Nein gesagt. Wahrscheinlich hatten deine Eltern keine gültigen Pässe. Viele Kurden bekommen in Syrien keine Pässe. Vielleicht hatten deine Eltern Probleme, als Flüchtlinge anerkannt zu werden.

Aber dein Papa hat nicht aufgegeben. Er hatte eine andere Idee. Mit dem Schiff nach Griechenland. Dann eine lange Wanderung, eine Busfahrt. Ein paar Tage warten an einem Bahnhof in Ungarn, am Boden schlafen, wie Camping ohne Zelt. Dann vielleicht im Zug nach Österreich. «Dort fliegen Flugzeuge nach Kanada», hat dein Papa gesagt. Und du flogst in den Himmel, Ailan. Aber nicht mit dem Flugzeug.

Ihr seid zum Strand gegangen, vielleicht war es noch dunkel. Dein Vater hat dich getragen, er ist gerannt. Im Wasser schaukelten zwei Boote, kleine. Viele Leute stiegen ein, es war eng. Deine Mutter nahm dich auf den Schoss und sang leise dein Lieblingslied. «Bald sind wir da», sagte dein Papa. Dein Bruder weinte. Ein Mann schrie ihn an und schlug ihm ins Gesicht. Dein Vater hob schützend die Arme. «Galip», sagte er, «sei schön brav, dann kauft dir Papa morgen Schokolade.» Und dann kamen die Wellen. Plötzlich war alles nass. Du wusstest nicht mehr, wo oben war und wo unten. Deine Mama hast du nicht mehr gesehen. Aber gehört. «Ailan!», hat sie geschrien. «Ailan! Galip! Ailan!»

Dann hat dich das Meer verschluckt. Deinen Bruder, deine Mutter. Andere Kinder, andere Mütter, Männer, Schwestern, Menschen. Aber dein Papa, Abdullah, ein starker Mann, schaffte es ans Ufer. Er rief euch. Er suchte euch. Nichts.

Das Meer gab dich gestern zurück. Die Wellen spülten dich an den Strand, wo sonst die Kinder Sandburgen bauen. Ein Mann hat dich fotografiert. Ein anderer hat dich hochgehoben, weggetragen. Du fliegst nicht nach Kanada.

Dein Vater möchte dich in Kobane begraben. Mit deinem Bruder Galip, mit deiner Mutter Rehan. Und er möchte neben euch liegen, sagen seine Verwandten. Wozu noch leben, wenn einem alles genommen wurde? Ich verstehe das, ich bin auch eine Mutter.

Lieber Ailan. Ich frage mich, was aus dir geworden wäre. Wenn deine Eltern eine sicheren Fluchtweg hätten nehmen können. Wenn sie ein neues Leben hätten anfangen können, bei deiner Tante in Kanada. Oder hier bei uns in der Schweiz.

Deine Eltern wollten dir eine Zukunft bieten. Ein Leben in Sicherheit. Ich würde das für meine Kinder auch tun. Ich würde sie ohne Schwimmweste in ein überfülltes Boot setzen, wenn es nicht anders ginge, und hoffen und beten. Deine Eltern wollten nur das Beste für dich. Wie alle Eltern. Dein Papa hätte diesen Weg niemals gewählt, wenn ein Leben in Syrien für euch möglich gewesen wäre. Er hat seine Heimat verlassen. Das Leben seiner Familie riskiert, um das Leben seiner Familie zu retten. Und alles verloren. Seine Söhne, seine Frau, seinen Lebensmut.

Dein Foto, lieber Ailan, werde ich nie vergessen. Es macht mich ganz fest traurig. Ich bekomme kaum Luft. Ich möchte keine Welt, in der Menschen ertrinken müssen im Meer oder ersticken in einem Lastwagen – weil sie leben wollen. Und ich hoffe, dass alle Leute dein Foto anschauen und sagen: «Das will ich nicht. Bei uns hat es Platz. Wir müssen endlich etwas tun.»

SONY DSC*Nadia Meier ist Texterin und Hörspielautorin. Sie lebt mit ihrer Familie in Bern. Die Hintergrund-Informationen für ihren Brief hat sie aus diesem Artikel im kanadischen «Nationalpost».

Mehr zum Thema: Der «Tages-Anzeiger» hat sich in verschiedenen Artikeln mit dem Bild Ailans am Strand von Bodrum auseinandergesetzt: «Ein Foto erschüttert Europa» etwa beschreibt, wie das Foto um die Welt ging; in «Soll man dieses Bild zeigen?» äussern sich zwei Redaktoren in einem Pro & Contra, und in «Das Unfassbare zeichnen» geht es um die Versuche, der Erschütterung auf zeichnerische Art und Weise Ausdruck zu verleihen.

254 Kommentare zu «Brief an Ailan»

  • Stefanie sagt:

    Danke für diesen Artikel! Ich bin so traurig, wenn ich das lese und wünschte so, es wäre anders. Wir müssen dafür kämpfen, dass so etwas nicht mehr passiert.

  • pedrodesconocido sagt:

    Ich bin ganz fest glücklich über die vielen mitfühlenden Kommentare. Und ich bin auch ganz fest davon überzeugt, dass jeder der Mitfühlenden bereits ein Angebot für die Aufnahme eines Flüchtlings bei sich zuhause gemacht hat …………. oder vielleicht doch lieber den Nachbarn zu selbigem ermuntert?

    • Sportpapi sagt:

      @pedrodesconocido: Ja, bevor Flüchtlinge in der Schweiz im Winter in ungeheizten Zelten oder auf der Strasse schlafen müssen, biete ich Ihnen eine Unterkunft. Aber ich bin sicher, dass man das vermeiden kann. Und logistisch in der Lage ist, innert vernünftiger Zeit Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Meinen Sie nicht?

  • Katharina sagt:

    Empathie ist praktisch gesehen ein Mass für die Distanz von einer Erfahrung zu einer anderen (eigenen), gemessen von einem Stammes Teil des Gehirns.

  • Rolf Müller sagt:

    Liebe Frau Meier,
    vielen Dank für diesen Text! Mir sind beim Lesen die Tränen gekommen.
    Das ist es, was wir zuallererst brauchen, in dieser Flüchtlings-Krise: Mitgefühl!
    Wer mit diesen Flüchtlingen mitfühlt, so wie Sie, der kann sich nicht mehr hinter Paragraphen verstecken, Flüchtlings-Kategorien gegeneinander ausspielen und statistische Zahlen hochrechnen.
    Wer mitfühlt, wie Sie, der wird einfach „etwas tun“.
    Was genau, wird sich im jeweiligen Augenblick wie von selbst ergeben.
    Das Herz weist uns den Weg!
    Und Sie sind in meinem Herzen, denn ich fühle so, wie Sie.

  • Lidija Jametti sagt:

    Man fragt hier: “ Was tun?“ Jawohl, die Frage habe auch der Tschernyschewsky vor 100 Jahren gestellt, im Raum, vor dem Fenster der Verlogenheit dieser Welt.
    Auch ich weinte, wenn ich das Bild sah. Ich verurteile von Anbeginn die verlogene Politik der Saudis, der USA, der EU an diesem Ort der Welt. Seit mehr als Hundert Jahren ist es her, dass die Engländer die Ölquellen in der Saudie-arabischen Wüste entdeckten und die Welt damit beglückten. Bis heute werden für das Petrol in Mittelasien die Kriege geführt und die Menschen gemordet. Auch Religion kommt ins Spiel.
    Stoppt USA und Saudis sofort.

    • Martin Frey sagt:

      „Stoppt USA und Saudis sofort.“
      Die anderen (ISIS, die Nusra-Front oder das Assad-Regime) können wir ja demzufolge getrost machen lassen…

      • Stranger sagt:

        Der IS wurde dank der USA gross. Wenn sie weg sind, dann entsteht wenigstens nicht noch ein IS.

      • Katharina sagt:

        das stimmt nicht, ausser du meinst, dass Obama Sen. John McCains Aufrufe zu einer weiteren ‚grossmassstäblichen internationalen Intervention‘ Folge geleistet hätte…

        Obwohl McCain leider schon lange recht hatte (betreffend IS), aber ausgerechnet das Mittel vorschlug, das nur ginge, wenn Russland und Europa mitziehen würde. Für alle drei Kolonialmächte im Hintergrund (‚Puppenspieler‘) ist der Status quo aber das bessere Geschäft. Auch für DE, das nun nicht mehr als regionale Hegemonie dasteht.

      • Martin Frey sagt:

        Schöne einfache Welt, stranger.

  • Widerspenstige sagt:

    Noch ein paar Überlegungen in Stichworten u als Fazit:
    1. Anfrage beim örtlichen Sozialdienst, ob Hilfe nötig ist
    2. Anfrage bei örtlichen Kirchenvertretern, Katecheten, was geplant ist für Flüchtlingshilfe
    3. Kritisches Hinterfragen beim Konsum, woher das Produkt stammt
    4. NGOs unterstützen, welche klar kommunizieren, was mit Spenden gemacht wird u wohin sie fliessen + Ergebnisse!
    5. An Wahlen teilnehmen u Politiker unterstützen, welche vorallem menschlich politisieren u auch umsetzen
    6. Energiewende nicht länger verurteilen, sondern Umdenken woher kommt Öl!

    Alles fängt im Kleinen an.

  • Felix Nussbaumer sagt:

    Vielen Dank, liebe Nadia, vielen Dank! Ich bin Vater und mir bricht dieses Bild das Herz, Tränen laufen. Dein schöner Brief bringt es auf den Punkt, Gedanken, die ich seit der Veröffentlichung habe, formulierst Du auf sehr schöne Weise. Vielen Dank!

  • Marcel Zufferey sagt:

    Die ganze Flüchtlingskrise überfordert mich vollkommen, wenn ich ehrlich sein will: Hunderttausende sind buchstäblich wie aus dem Nichts aufgetaucht! Wären es „nur“ Zehntausende, die Lage wäre wenigstens noch einigermassen überschaubar. Nun sind sie da, Hunderttausende, wie gesagt, ganz plötzlich. Das ist übrigens ein wesentliches Charakteristikum unserer Zeit: Die Plötzlichkeit und die Unvorhersehbarkeit der Ereignisse: Schon die Finanzkrise tauchte plötzlich wie aus dem Nichts auf, dito die Schuldenkrise, etc. Wir hangeln uns von Krise zu Krise wie die Affen im Dschungel von Liane zu Liane..

    • Brunhild Steiner sagt:

      Die Plötzlichkeit wird uns glaub eher eingeredet, Finanz/Schuldenkrise waren doch absehbar wenn man wirklich hinschauen wollte und nicht die Gierbrille aufhatte.
      Auch diese Entwicklung, wie anders hätte es sich denn angesichts der nie verstecken Vehemenz von ISIS entwickeln sollen?
      Selbst Naturkatastrophen sind nicht immer ganz plötzlich und wir konnten von nichts wissen- ein paar Wochen noch vor dem Schwersterdbeben in Nepal tagten Experten genau dort, ein weiterer Dringlichkeitsapell an die Regierung verhallte im Nichts, bis man vor Tatsachen gestellt ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/selbstverständlich macht es die Ergnisse deswegen nicht weniger tragisch, oder die Hilfslosigkeit weniger gross, aber vielleicht ist man sich dann eher bewusst dass es letztendendes- so wie Carolina weiter oben ausführt- auf das ankommt was wir tun können, plus wir uns vielleicht bemühen rauszufinden wo überall ein Engagement sinnvoll und nachhaltig ist.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Vorhersehbar ist eigentlich heutzutage jede Katastrophe- zumindest für Fatalisten und Kulturpessimisten: Man rechnet immer mit dem Schlimmsten, und, je nach Betrachtungsweise und Weltanschauung, trifft das Meiste auch fortlaufend ein. Der Optimismus der Vergangenheit ist verflogen und hat einer substantiellen Beklemmung, einem Unbehagen in der Kultur Platz gemacht. Im Rückblick zu sagen, selbst die Finanzkrise sei vorhersehbar gewesen ist natürlich einfach, nun, da wir ihre Ursachen kennen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Und dass aus der Konsolidierung der Weltgeschichte (im Nahen Osten) Flüchtlingsströme hervor gehen werden, war eigentlich auch schon lange ansehbar. Im Prinzip war eigentlich jede Katastrophe, jede Krise, die heute ihren beschleunigten Lauf nimmt, absehbar- je nach Standpunkt eben.

        Zu den Flüchtlingen: Mir helfen weder die Anhänger der Willkommenskultur, noch ihre Gegner aus Sachsen („Ihr seid hier nicht willkommen“) weiter. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass wir diesem Ansturm von so vielen Menschen auf Dauer nicht gewachsen sind, politisch nicht und noch weniger organisatorisch.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Und genau hier liegt meiner Ansicht nach die ganze grosse, zentrale Gefahr der gegenwärtigen Flüchtlingskrise: In der Überforderung der Institutionen, der Politik und der Menschen, und zwar sowohl jener, die hier leben, als auch jener, die (noch) kommen!

        Mein Herz sagt: Helfen, sofort! Mein Verstand hingegen zweifelt- und zwar nicht an der Hilfsbereitschaft, sondern an der Gesamtsituation. Und dann habe ich noch ein paar Frage an all jene, die (mehr) Engagement fordern: a) Was tun sie selber gegenwärtig und b) was soll man richtiges tun, ganz konkret und pragmatisch?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel Zufferey

        klingt für mich ein bisschen als ob Du nun alle Hinterfragenden in den Topf „Fatalisten&Kulturpessimisten“ wirfst. Dass die Wachstumseuphorie, die Idee es könnte ewig so weitergehen was unsren Konsum uä betrifft unsrem Planeten auf Dauer schaden wird, hinterfragt wurde, hat doch nichts mit Fatalismus, sondern eher mit einer gesunden Portion Nüchternheit zu tun. Bezüglich ISIS wüsste man doch auch schon genug über Finanz/Waffenströme im Hintergrund, aber der Druck/Wille auch auf unsrer Komfortseite Einschnitte in Kauf zu nehmen ist wohl noch zu klein.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Was ich sehe, ist eine Abfolge von Ereignissen, die ich nur noch schwer zuordnen kann. Unsere Zivilisation scheint gerade den Aggregatszustand zu wechseln: Von fest zu gasförmig, würde ich sagen. Albert Hofmann, der Entdecker von LSD, hat in einem seiner letzten Interviews kurz vor seinem Tode gesagt, dass unsere gesamte Denk- und Geisteskultur voraussichtlich kollabieren wird, wenn die tiefgreifenden Umwälzungen und Entwicklungen unserer Zeit weiter so schnell und vor allem gleichzeitig vonstatten gehen. Da hat er recht: Wir stossen langsam an die Grenzen unserer intellektuellen Kapazitäten.

    • Carolina sagt:

      MZ: Mir gefällt Ihre Ehrlichkeit und ich teile sie in vielem. Aber ich glaube eher, dass wir mit plötzlichen und unerwarteten Ereignissen anders umgehen als frühere Generationen. Durch die unablässige Berichterstattung, die ständige Begleitung und Präsenz von Medien aller Art werden wir derart von Bildern überflutet, dass ein ‚Das-hat-es-immer-gegeben‘ nicht mehr stattfinden kann – wir glauben tatsächlich, nur unsere Zeit befallen Katastrophen und Krisen, weil wir ja praktisch immer ‚live‘ dabei sind. Und so wird eine Einschätzung der Lage immer schwieriger: da scheint es bei manchen

      • Carolina sagt:

        /2 Flüchtlingstreks mehr Journalisten als Flüchtlinge zu geben (scheint!); da wird mit Zahlen und Orten jongliert, von denen niemand die geringste Ahnung hat, woher sie überhaupt kommen, immer unterlegt mit den ‚passenden‘ Bildern. Kein Wunder, sind wir überfordert.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ja, diese LiveFeed-Kultur: Die hohe Bild- und Informationsdichte befördert doch höchstens Affekte und bewirkt auf Dauer nur noch Ratlosigkeit oder Abstumpfung. Oder Empörung und Euphorie. Oder, im schlimmsten Falle, Abwehrreflexe, wie man an den Sachsen sieht. Der Flüchtling ist zum Medienspektakel geworden und alle fiebern mit: Kommen jetzt doch noch ein paar krakeelende Rechte in Springerstiefeln hinzu? Noch mehr Endzeitbilder von ungarischen Autobahnen und Bahnhöfen? Ein Meer von Flüchtlingen, live und in Echtzeit, Updates alle fünf Minuten: Alles ein bischen World War Z-mässig, nicht..?

      • Marcel Zufferey sagt:

        „(…) Wir beschäftigen uns mit Bruchstücken von Ereignissen aus aller Welt, weil wir über eine Vielzahl von Medien verfügen, die sich ihrer Form nach zum Austausch bruchstückhafter Botschaften eignen.

        Bestimmte Formen von Medien begünstigen ganz bestimmte Inhalte und vermögen dadurch eine Kultur ganz entscheidend zu prägen (…)

        Die Nachrichten entlocken uns eine Vielfalt von Meinungen, mit denen wir nur eines tun können- sie wiederum als Stoff für weitere Nachrichten anbieten, mit denen wir ebenfalls nichts anfangen können.“

        Neil Postman (1931- 2003)

      • Alpöhi sagt:

        @MZ: Wenn Sie Neil Postman zitieren („Wir amüsieren uns zu Tode“), dann schlage ich vor, dass wir als Erstes das verd… Fernsehen abschaffen. Und alle 24/7 Instantmedien gleich mit. Dann haben wir nämlich nicht mehr ständig-schon-alles-gesehen-und-trotzdem-nichts-begriffen. Sondern wenn dann die Flüchtlinge tatsächlich vor unserer Tür stehen, dann sind wir wirklich betroffen und helfen ihnen. Es wäre eine Chance für mehr Menschlichkeit. Die paar arbeitslosen Journalisten sind als Kollateralschaden in Kauf zu nehmen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Carolina: Vielleicht noch etwas zu den Hintergründen des toten Aylan:

        http://www.wsj.com/articles/image-of-syrian-boy-washed-up-on-beach-hits-hard-1441282847

        Das macht diese traurige Geschichte nicht weniger tragisch. Aber dass ausgerechnet sie zum Aufhänger für das Flüchtlingselend genommen worden ist, zeigt viel über die Funktionsweise der Medien und wie sie die Welt sehen…

        Wir sollten uns mit dieser Kriese rationaler auseinandersetzen: Helfen ja- aber besonnen und effizient! Mit hektischem Aktionismus ist längerfristig niemandem geholfen, schon gar nicht den Flüchtlingen selbst!

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: „Helfen ja- aber besonnen und effizient!“ Was meinen Sie damit genau? Tatsache ist doch, dass ohne die aktuelle Berichterstattung schlicht weiterhin schlicht gar nichts passieren würde. Weil die besonnenen Politiker und ihre Wähler ganz froh sind, sich nicht mit dem Thema beschäftigen zu müssen. Oder wie sah denn die besonnene (und vor allem effiziente!) Hilfe vor einem Monat aus? Was haben die Schweiz und die Schweizer, was die Europäer getan?

      • Carolina sagt:

        Niemand hat hier irgendetwas gegen Berichterstattung gesagt. Aber die in unseren Zeiten allgegenwärtige Teilnahme an allem, die damit verbundene meistens sehr kurzfristige Betroffenheitswellen, die natürlich auch mit der Multiplikation ein und derselben Problematik einhergehen (wenn ein und dieselbe Katastrophe von allen unterschiedlichen Medien behandelt wird und das mehrfach, stellt es irgendwann dem Geduldigsten und Interessiertesten ab und es bleibt nur das vage Gefühl, das wieder mal alles versagt habe), führt letztlich zum Gegenteil von Einsicht und wirklicher Information, sondern zu

      • Carolina sagt:

        /2 hoher Emotionalisierung und macht damit auch offen für Manipulation – wobei dann die, die zur Vorsicht, zur Achtsamkeit aufrufen, sofort in die Unmensch-Ecke gestellt werden, keine Ahnung hätten etc. Letztlich führt uns alles zu der uralten Frage, ob der Mensch aus Geschichte lernt, ob er in der Lage (oder willens ist), langfristige Konsequenzen seines Handels zu bedenken. Die Welt ist – so glaube ich – nicht komplexer geworden. Sie scheint komplexer, da Nachrichten, Katastrophen, eigentlich alles, heute von allen Seiten ständig ‚live‘ beäugt und beurteilt werden. Und ja, nachher ist man

      • Carolina sagt:

        /3 immer schlauer! Noch etwas, SP: Du gehörst ja hier immer wieder zu denen, die durch ein Denken auffallen, das jede Sicht nach aussen, jedes Abklopfen auf Relevanz bei uns eines Themas abwürgst, in dem Du darauf hinweist, dass Du nichts gesehen hast/in Deiner Umgebung nichts zu sehen ist. Da halte ich ein Eingestehen von Hilflosigkeit für wesentlich ehrlicher – denn niemand, absolut niemand kann für sich in Anspruch nehmen, alle Zielkonflikte, alle bisher verdeckten Aspekte des Themas Flüchtlinge zu durchschauen und deshalb eine Lösung zu haben. Es ist alles sehr viel komplizierter!

      • Carolina sagt:

        /4 Insofern ist Politik – vor allem angesichts der Flüchtlingsproblematik – eigentlich fast immer relativ kurzfristig, sie muss versuchen, den Mist, der von vielen über viele Jahre angehäuft worden ist, aus welchen Gründen auch immer, zu korrigieren und schnelle Lösungen zu finden. In Deutschland ist es auch ein Teil ‚….die Geister, die ich rief….‘, aber eben auch nicht nur. Besonnenheit und Nachdenken darüber, wie es weitergehen soll, welche Riesenproblematik sich hier aufzeigt, fangen erst ganz langsam an und lösen die hohe Emotionalität ab – und das ist das Problem!

      • Sportpapi sagt:

        „Besonnenheit und Nachdenken darüber, wie es weitergehen soll, welche Riesenproblematik sich hier aufzeigt, fangen erst ganz langsam an und lösen die hohe Emotionalität ab.“ Eben. Die Politik bewegt sich erst, wenn sie nicht mehr anders kann. Solange diese Flüchtlinge nicht vor unserer Haustüre stehen, solange nicht durchaus reisserische Artikel und emotionale Bilder/Reportagen ein Umdenken und einen Druck erzeugen, solange passiert gerade gar nichts.
        Natürlich ist nicht hektische Aktivität gefordert. Aber auch nicht die verbreitete Verweigerungshaltung nach dem Motto „geht uns nichts an“.

      • Sportpapi sagt:

        „Du gehörst ja hier immer wieder zu denen, die durch ein Denken auffallen, das jede Sicht nach aussen, jedes Abklopfen auf Relevanz bei uns eines Themas abwürgst, in dem Du darauf hinweist, dass Du nichts gesehen hast/in Deiner Umgebung nichts zu sehen ist.“ Gerade das Gegenteil ist richtig. Es werden zu viele Themen für wichtig, bedeutsam, Trend, Tabu, was auch immer erklärt. Ohne dass es dafür wirklich eine (Daten-) Basis gibt. Sondern meist Hörensagen, persönliche, durchaus auch verzerrte Wahrnehmungen, usw. Die aber dann als Wahrheiten, und eben nicht persönliche Eindrücke verkauft werden

      • Sportpapi sagt:

        Zuletzt: Mir ging es eigentlich nur darum zu erklären, dass ich es nicht für zulässig halte, angesichts der Komplexität, angesichts vieler anderer Akteure, die sich auch nicht immer (aus unserer Sicht) korrekt verhalten haben, uns nun einfach zurückzuziehen in unsere Ratlosigkeit. Wenn es internationale Bestrebungen gibt, einzugreifen, sollten wir unseren Teil beitragen. Das ersetzt aber nicht das persönliche Engagement in seinem eigenen Lebenskreis.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Gut, Sportpapi: Was haben Sie persönlich bislang ganz konkret gemacht, um das Elend der Menschen in den Flüchtlingstreks zu lindern? Sonald Sie mir diese Frage beantwortet haben, können wir gerne weiter diskutieren!

      • Sportpapi sagt:

        Nichts, Zufferey. Zumindest nichts Konkretes. Aber inwiefern ist das Thema, wenn es um die politische Dimension geht?

      • Marcel Zufferey sagt:

        Sehen Sie, sportpapi: Ich mache auch nichts. Was die politische Dimension anbelangt: Ja, diesen Menschen muss geholfen werden, es ist unsere humanitäre Pflicht, Flüchtlingen in unserem Land Schutz und Asyl zu gewähren, daran hege ich keinen Zweifel! Den hektischen Aktionismus der deutschen Regierung halte ich trotzdem für problematisch.

      • Sportpapi sagt:

        Was meinen Sie mir hektischem Aktionismus der deutschen Regierung? Ich finde es persönlich stark, dass Sie die Tore öffnet und die Menschen aufnimmt, trotz der innenpolitischen Widerstände, die es ja durchaus gibt (wenn auch die allgemeine Stimmung offensichtlich positiv ist, erstaunlicherweise). Und genauso angemessen finde ich es, wenn auch andere Länder gemahnt werden, ihren Beitrag zu leisten.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Darum halte ich die gegenwärtige deutsche Flüchtlingspolitik für problematisch (Absatz „Deutschland erscheint Syrern als Paradies“):

        http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/flucht-aus-syrien-warum-gerade-jetzt-13788596.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

        Es werden falsche Hoffnungen geschürt.

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Hektischen Aktionismus kann ich trotzdem nicht ausmachen. Aber es ist natürlich richtig, wenn viele Länder die Grenzen dicht machen, und wenige nicht, dann sind die letztlich die Dummen. Und das versteht dann am Schluss die eigene Bevölkerung auch nicht mehr. Gerade deshalb sind die Bemühungen um einen Verteilschlüssel ja so wichtig.
        Aber dennoch finde ich es erstaunlich, wenn ich deutsche Nachrichten höre. Wie etwa in Kommentaren die Regierung noch kritisiert wird, zu wenig schnell vorwärts zu machen. Und daneben sehe ich die Diskussionen in der Schweiz.

    • Katharina sagt:

      Und hier stürzt das beitragen ab. Wörter, Ländernamen vielleicht.

      • Katharina sagt:

        jedenfalls stimmt es nicht, dass das ganze so plötzlich sei und diese Menschen aus dem nichts auftauchten.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Hier ein brillianter Artikel zu den absolut nachvollziehbaren Gründen für die Plötzlichkeit:

        http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/europa-ist-fuer-viele-fluechtlinge-die-letzte-chance-13787519.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

        Zum Glück gibt es noch besonnene, rationale Stimmen in dieser Krise: Ein Lob auf die Vernunft!! Wenn alle so idealistisch-abgehoben daher schreiben würden wie z. B. die ZEIT, dann läge eine Meinungsbildung, die auf objektivierbaren Fakten beruht, völlig undenkbar!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel Zufferey

        dieser Bericht erklärt Zusammenhänge, aber ich finde nach wie vor nicht dass wir nun so dermassen überrascht sein sollten- dass die Aufnahme/Überlebensbedinungen in den Nachbarländern alles andere als genügend sind war zu wissen. Dass die Zerstörung weitergeht ebenfalls. Man musste nur einigermassen eins und eins zusammenzählen um zu realisieren was sich daraus ergeben können wird. Ich hab echt Mühe mit dem „das konnten wir doch alle nicht ahnen, was? So schlimm ist es nun?“.

      • Sportpapi sagt:

        Danke für den Link!
        Zu befürchten ist einfach, dass viele Länder nun aus dieser Kenntnis den einzigen Schluss ziehen: Die Grenzen dicht machen, so dass die Ströme in ein anderes Land fliessen.

      • Katharina sagt:

        FAZ sagt ja nur, dass es für Deutschland plötzlich sei, was nur stimmt, wenn Meldungen über die Zahlen in den Ländern um den Konfliktherd herum nie gelesen wurden. Besonne ist es jedenfalls nicht, dem UNHCR das Geld nicht zu geben, um vor Ort zu wirken.

      • Katharina sagt:

        da fragt sich eben, wer alles diese Geschichte benutzt. Diejenigen, die diese Menschen als Waffe nutzen, um Druck auszuüben. Diejenigen, die auf Grenzen schliessen pochen. Diejenigen, die das ganze monetarisieren. sei dies durch Klicks oder Geldspendenaufrufe.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Plötzlich aus dem Nichts… Sie glauben aber nicht ernsthaft, dass solche Menschenströme einfach ohne Organisation entstehen? Wer will hinter die Flüchtlinge schauen? Wer hat da ein Business aufgebaut? Wer profitiert? Wer streicht die Einnahmen ein? Wer hält die schützende Hand darüber? Wer toleriert das ganze? Journalismus scheint abhanden gekommen zu sein, es geht um Betroffenheit, den Event, Gleichschaltung („Willkommenskultur“) und Propaganda. Sollte der IS nicht nur bluffen, sondern mit 3’000-4’000 eigenen Leuten auf der Welle reiten, wird der Zeitgeist drehen. Vielleicht dann zu heftig.

  • Anh Toàn sagt:

    Was zu tun ist:

    Zumindest in jedem, der zu uns kommt, das Gute zu suchen, statt von Beginn weg das Böse in ihm zu wissen:

    Auch für Flüchtlinge gilt die Unschuldsvermutung: Vielleicht sind sie ja wirklich verfolgt, vielleicht ist ihre persönliche Situation in ihrer Heimat ja tatsächlich aus anderen Gründen derart lebensbedrohlich, dass sie unserer Hilfe bedürfen. So viele in der Schweiz „wissen“ jedoch, das sind nur illegale Wirtschaftsflüchtlinge in der Hoffnung auf unsere soziale Hängematte.

    Der Reiche fragt den Fremden: „Was willst Du mir wegnehmen?“ Der Arme: „Was bringst Du mir mit?“

  • gabi sagt:

    Nein, Sportpapi.

    In dieser Situation habe ich keinen guten Vorschlag (mehr), was jetzt zu tun ist.

    Dennoch wäscht uns das noch nicht davor rein, dass die Entwicklung absehbar gewesen ist. Wie so manche Andere. Dabei jeweils nur zu finden „Jetzt warten wir doch mal ab, bis es wirklich so schlimm kommt und dann können wir immer noch weiter sehen…“ hat doch gerade dazu geführt!

    Zur Flüchtlingskatastrophe springt die Parallele zu den Fluchtbewegungen nach den 1880er Pogromen in Russland schmerzhaft ins Auge. (Interessierten sollten mal „Hitler Wien“ von B. Hamann studieren)

    • Sportpapi sagt:

      Obwohl ich Hitlers Wien vor Jahren gelesen habe, sehe ich jetzt nicht, worauf du hinaus willst.

      • gabi sagt:

        Und trotz X Versuchen hier, ist es mir leider nie ermöglich worden, es Dir zu erklären.

        Mal sehen, ob wenigstens das heute durch geht.

      • gabi sagt:

        Oh?! Schau an. Und sogar direkt.

        Hm. Ich muss mich selbst senzieren, denn sonst filtert es das wieder raus. Wohl aufgrund desjenigen, um den´s in der Biographie ging und der Worte, die man daher für die Beschreibung der Situation nach den Pogromen im Zarenreich von 1881 benutzt.

        Die Fluchtbewegung nach Wien, die einsetzte, ist tatsächlich in Vielem vergleichbar. Die Folgen leider auch. Guck´s nach, wenn Du magst. Ich hab´s hier schon so oft versucht. Fliegt immer raus.

  • Andreas von Salis sagt:

    Unsere Emotionalität tötet.
    Würden wir – statt über zufällig hochmedialisierte EINZELSCHICKSALE zu trauern, uns vermehrt mit den globalen Zusammenhängen auseinandersetzen und das zu tun was die Ursachen bekämpft, statt uns nur über die Symptome zu profilieren, trügen wir auch Verantwortung.
    Wenn die Krise aber erst dann an die Nieren geht, wenn es als herzzerreisend beweinter Wandposter in der Stube hängt, ist es nicht nur zu spät, sondern auch ein Zeichen dafür, dass wir dank unserer Unfähigkeit logisch und in Zusammenhängen zu denken am Toten alle mitschuldig sind.

  • mila sagt:

    Etwas tun, ja. Aber was? Wenn wir das Problem an der Wurzel packen wollen, stellen wir fest, dass unsere ganze Entwicklungshilfe und Politik seit Jahrzehnten versagen. Erinnern Sie sich noch an die Hungersnot in der Sahelzone, an den Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien? Falls nicht, schauen Sie ‚Das Salz der Erde‘. Alle paar Jahre suchen uns dieselben furchtbaren Bilder heim, und es ändert sich – nichts. Grosshilfswerke unterstütze ich seit langem nicht mehr, nur noch kleine private Initiativen. Bei denen ich halbwegs sicher sein kann, dass das Geld wirklich dorthin fliesst, wo es hin sollte.

    • mila sagt:

      Und nicht dazu dient, nebenbei korrupte Politiker zu schmieren, um Projekte durchzusetzen, oder Hunger zu lindern, als verpuffender Tropfen auf dem heissen Stein, während ein Regime durchaus vorhandene eigene Gelder in Waffenkäufe investiert. Die Frage ist die der Nachhaltigkeit vor Ort, zum einen. Und zum anderen, was hier getan werden kann, wenn es zum nächsten grossen Exodus kommt, wie jetzt gerade wieder. Ich bin reichlich skeptisch, dass wir viel anderes ausrichten können, als unsere eigene Menschlichkeit auszuleben. Das beginnt bereits beim Billig(st)kleiderstück aus einem Sweatshop

      • Carolina sagt:

        Danke mila. Das unterschreibe ich völlig. Möchte aber noch hinzufügen, dass ich (leider zynischerweise) überzeugt davon bin, dass auch diese Szene in ein paar Tagen, spätestens Wochen, nur noch eine dunkle Erinnerung ist. Denn wir scheinen, immer schön mediengesteuert (zumindest habe ich diesen Eindruck) hin- und herzuschwanken zwischen Nichtwissen und Fehlinformationen einerseits und riesiger Betroffenheit andererseits – all das mündet dann in eine Betroffenheitskultur, mit der wir uns quasi selber freisprechen können. Wäre es nicht viel ehrlicher, uns unsere Hilflosigkeit einzugestehen? Ist

      • Carolina sagt:

        /2 es nicht, abgesehen von wenigen, die wirklich ‚an der Front‘ helfen, nicht unsere Pflicht, zu überlegen, wie wir in unseren eigenen Leben anständig (im Sinne von human, nicht ständig wertend, ideologisch verblendet) mit unseren Mitmenschen umgehen können anstatt uns zu empören, was böse Politiker/die USA/IS/etc angeblich angerichtet haben? Diese Empörung schmeckt nämlich immer auch nach ‚da kann ich ja sowieso nichts machen‘. Ist klar, die wenigsten von uns können direkt helfen, aber wir alle können im Kleinen dazu beitragen, dass wir unserer Demokratie Sorge tragen, dass wir in unserem

      • Carolina sagt:

        /3 Umfeld helfen, wo Hilfe angesagt ist, dass wirklich ein Klima der Nächstenliebe und nicht Bewertung herrscht.
        Nur dann, wenn wir alle uns bewusst sind, dass wir im Kleinen Verantwortung tragen, können wir auch wieder die Zwischentöne sehen, erkennen, dass wir heutzutage in ganz vielem Meinungs- und Stimmungsmache ausgesetzt sind. Wenn das so wäre, könnte man auch mit Schweigen auf die schrecklichen Fotos reagieren, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, man sei ein Unmensch oder emotional verkümmert. Wirkliche Betroffenheit und Trauer spielt sich nicht in Blogs ab!

      • Sportpapi sagt:

        Im Grossen oder im Kleinen? Für mich reicht es, wenn eine Mehrheit in der Schweiz einverstanden ist, und die Politik entsprechend unter Druck setzt, dass wir in der Schweiz jetzt sofort bereit sind, unseren Teil zu leisten, um die Menschen, die bereits in Europa sind, vernünftig unterzubringen. Und wir nicht dieses unwürdige Spiel mitspielen, zuerst einmal Taten von anderen zu verlangen.
        In einem nächsten Schritt können wir uns dann immer noch Gedanken machen, wie wir solche Flüchtlingsströme künftig eindämmen können. Aber wohl kaum damit, die Entwicklungshilfe zu reduzieren…

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi: Ok, gehen wir mal davon aus, die CH hat nun mal problemlos dafür gesorgt, „um die Menschen, die bereits in Europa sind, vernünftig unterzubringen.“ Was dann, Sportpapi? Wie geht es weiter?
        „In einem nächsten Schritt können wir uns dann immer noch Gedanken machen, wie wir solche Flüchtlingsströme künftig eindämmen können.“ Da wird es doch richtig spannend, nicht? Wie gedenken Sie das zu tun? Bitte ganz konkret. Und weshalb kann man nicht das eine tun und das andere nicht lassen?

      • Sportpapi sagt:

        @MF: Was heute zu tun ist, liegt auf der Hand. Beim anderen: Wäre es so einfach, wäre es längst getan. Offensichtlich ist aber auch ein grosses Wohlstandsgefälle noch nicht Auslöser genug, um eine grosse Völkerwanderung auszulösen. Dafür braucht es meist noch einen (Bürger-)Krieg. Und da wäre ich durchaus dafür, dass die internationale Gemeinschaft, mit der Schweiz, viel schneller eingreift, im Sinne einer Weltpolizei. Mir ist genauso klar, dass da strategische Überlegungen (was geht das uns an, das können doch auch andere lösen) dagegen sprechen.

      • mila sagt:

        @SP: Sie Vertrauen nach der Katastrophe in Rwanda, nach dem Versagen im Kosovo, wo notabene die Menschen dieses Jahr ebenfalls in Scharen ihre Heimat verlassen haben, nach diversen Prostitutionsskandalen, wo immer Uno-Truppen stationiert waren, sowie nach zahlreichen anderen Debakeln ‚weltpolizeilichen‘ Eingreifens immer noch auf solche ‚Mittel‘? Sie haben sich dabei nicht überlegt, dass solches ‚Handeln‘ grundlegend partikulären und geopolitischen Interessen unterliegt. Das ‚Wohl‘ einer bestimmten Bevölkerung ist nie das primäre Ziel einer ‚Allianz‘ – entsprechend liegt darin mE keine Lösung.

      • mila sagt:

        Bin insofern auf ganzer Linie bei Carolina. Mehr als sein eigenes Leben anständig leben kann man als Einzelner nicht, aber darin läge bereits, konsequent umgesetzt, eine wesentliche Signalwirkung. Nur ist der Mensch als solcher ein herrlich inkonsequentes Wesen; er predigt Mitmenschlichkeit und lässt sich zu medial gesteuerten Shitstoms hinreissen (als wäre damit schon irgend etwas ‚getan‘). Er redet von nachhaltiger Produktion, braucht aber dennoch jedes Jahr die neuestes ‚Must-haves‘ aus der asiatischen Billigproduktion, ob Kleider oder technologische Gadgets, spielt keine Rolle.

      • mila sagt:

        Tut mir leid, aber solange sich unser Denken nicht fundamental ändert (und das tut es erfahrungsgemäss höchstens angesichts enormer Krisen, und auch dann in der Regel nur zeitweise, bis wir wieder satt und träge werden), und wir mit den immergleichen Konzepten politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Missständen begegnen, die mit ihren Lösungen oft genug gleich viele neue Folge-Probleme schaffen, wie sie allenfalls lösen: solange kann ich Ihre Zuversicht nicht teilen, und bleibe zutiefst ratlos. Das empfinde ich als zumal ehrlicher, als mich in demonstrativer Betroffenheit,

      • mila sagt:

        die in wenigen Wochen wieder wirkungslos verpuffen wird, zu ergehen. Ich müsste sonst, in der Tat, Dauer-Betroffenheit demonstrieren. Denn irgendwo brennt es immer, irgendwo sterben immer Kinder (und Erwachsene), und erhalten nicht die Hilfe, die sie brauchen. Und schon gar nicht unsere echte Solidarität.

      • mila sagt:

        Das beste Beispiel, das ich für die Art von Inkonsequenz kenne, die ich hier zu beschreiben versuche, ist übrigens nach wie vor Penelope Longstreet aus ‚Der Gott des Gemetzels‘. All ihre heren Ideale und ethischen Grundsätze werden im klein(st)en persönlichen Konfliktfall über Bord geworfen. Und was genau sollen sie denn eigentlich nützen, wenn man sie lediglich als Orden vor der Brust hertragen kann, um sich anderen, weniger ‚bewussten‘, überlegen zu fühlen? Hauptsache, sie beruhigen das Gewissen – mag die gelebte Realität sich noch so nachdrücklich dagegen sträuben. Kehren wir doch endlich,

      • mila sagt:

        gründlich, vor unseren eigenen Türen. Damit ‚täten‘ wir zumal mehr, als wir hier tun, wenn wir uns kollektiv unseres intakten Mitgefühls und unserer humanen ‚Werte‘ rückversichern.

      • Martin Frey sagt:

        @mila: Bin sehr einverstanden. Oder wie es Carolina gestern beschrieb: „Es herrscht bei uns längst eine Betroffenheitskultur, in der es manchmal wichtiger zu sein scheint, seine persönliche Trauer wie ein Schild vor sich her zu tragen und jedem, der das nicht zu würdigen weiss, zu unterstellen, er sei ein Unmensch.“
        Ich frage mich, ob dieser (social) medial aufgeheitzte Betroffenheitskult nicht eine neue Form von Beichtstuhl und Ablasshandel darstellt. Wir fühlen uns pauschal irgendwo mitschuldig, wissen zwar nicht genau weshalb, wollen uns aber doch davon reinwaschen und zu den Guten gehören.

      • Martin Frey sagt:

        Diese gefühlte Mitschuld dünkt mich immer sehr diffus, das Gefühl ist aber bei vielen sehr real, wohl weil es auch uns so gut geht und all das Leid, diese Schicksale uns darum so fremd und entsetzlich dünken. Wir werden uns dabei wohl erst richtig bewusst, wie gut es uns geht, und mit welchen „Problemen“ wir uns herumschlagen im Vergleich zu anderen Menschen auf dem Planeten. Daher wohl auch der Wunsch, „etwas zu tun“, auch wenn es nur Einkäufe im 3. Welt-Laden sind. Wir können uns dann der Illusion hingeben, dass wir in unserem Rahmen dazu beigetragen haben, diese Welt zu verbessern.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich bin da keineswegs optimistisch. Aber ich halte ein konsequentes Eingreifen einer internationalen Gemeinschaft, wie auch immer die organisiert ist, für alternativlos. Sie würden ja auch nicht die Polizei abschaffen, nur weil sie sich irgendwo als korrupt erwiesen hat? Sind Sie der Meinung, die Uno sollte sich besser raushalten? Richtig ist, dass die Uno heute nicht die Power hat, ihre Funktion in der Friedensförderung/erzwingung ausreichend einzunehmen. Aber wer dann? Und nein, einfach nur beobachten, aber schlimmste Menschenrechtsverletzungen hinnehmen, das geht nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Insofern: Gut, im eigenen Umfeld zu tun, was möglich ist. Das ersetzt aber nicht die politische Aktion, die doch auch nötig ist. Und besser nicht erst dann, wenn es zu grossen Katastrophen kommt. Es reicht auch nicht, aus der überlegenen Meta-Ebene die Betroffenheitskultur zu beschreiben und sich zu distanzieren. Nicht, wenn auf der anderen Seite, das was Zufferey unten nüchtern und effizient nannte, ausbliebt. Und man die Menschen und Völker in ihrem Elend einfach hocken lässt – geht uns ja nichts an, sollen halt aufhören zu streiten…

      • S.Wang sagt:

        es ist traurig,dass Ailan sein Leben lassen musste-warum?Wo ist die Verantwortung des Vaters,der in Istambul in Sicherheit war?ER konnte nicht nach Canada,aber seine Schwester schickte ihm immer wieder GEld.Wie kommte es,das am Montag das Bild seines Sohnes am Strand durch die Weltpresse ging, und am Freitag war er zurück in Kobane, wo er angeblich verfolgt wurde,anscheinend mit Hilfe von 2 Fahrzeugen aus Deutschland Amulance und gelbes Rettungsfahrzeug???Fragen über Fragen, er hatte „gehört“gemäss seiner Schwester,dass in D die Zähne gratis gemacht werden und anscheinend keine eigenen mehr hatte.Nun wird bekannt,dass er selber zu den Schleppern gehört hatte,und das Boot gesteuert.Warum ist den Journalisten nicht aufgefallen,dass die Photos die er herumzeigte keine Schäden von Wasser hatten???Warum glaubt man den Flüchtlingen alles,auch ihre übertriebenen Summen die sie anscheinend bezahlen würden von tausenden von $ und Euros.Land kostet in Syrien 0.5cents/m2,sie müssten ja Ha verkaufen-wer soll dieses Land in einem Kriegsverwüstetenland schon kaufen????Mehr gesunder Menschenverstand wäre angebracht und eine gewisse Logik.

    • Martin Frey sagt:

      In der Tat wird jetzt überall gefordert, zu „handeln“ und „endlich etwas zu tun“. Aber auch hier im MB bleiben die Leute, die dies am lautesten fordern, konkrete Antworten schuldig was sinnvollerweise zu tun wäre. Ganz zu schweigen davon, was ebendiese Leute bis dato bereits getan haben, um diese Probleme lösen zu helfen.
      Persönlich bin ich genauso hilf- und ratlos, was „zu tun“ wäre. Einfach noch mehr NGO’s zu unterstützen wie BS das fordert ist wohl nicht die Lösung. Denn nach über 50J. Entwicklungshilfe mit Hunderten von Milliarden die von N nach S geflossen sind, ist die Bilanz zwiespältig

      • Brunhild Steiner sagt:

        @M artin Fr ey

        moment mal, NGO’s Ihres Vertrauens, resp sonstige Organisationen/Initiativen Ihres Vertrauens, und ich habe das global gemeint. Plus unser Streben nach Wohlstandsartikeln kritisch hinterfragen und den Konsum runterschrauben- was wir seit Jahren leben, über was wir uns seit Jahrzehnten informieren (und deshalb auch nicht dermassen erschüttert sind weil uns das nun ja sowas von überraschend neu ist, bisschen markant formuliert).

    • Martin Frey sagt:

      Persönlich meide ich auch die grossen Hilfswerke, habe aber in den letzten Jahren syrische Flüchlinge wenigstens dort zu unterstützen versucht wo es Hilfe wirklich akut braucht, nämlich in den grossen Flüchtlingslagern in der Türkei und im Libanon, wo man im Ggs. zu der CH auch mit weniger Geld relativ viel bewirken kann. Das ist aber ein reiner Akt der Humanität und keine Lösung.
      Paradoxerweise weiss man ja mittlerweile auch, dass die Migrationsströme mit steigendem Lebensstandard in der 3. Welt eher zunehmen, obwohl man immer etwas dogmatisch von einer gegenteiligen Annahme ausgegangen ist.

      • Sportpapi sagt:

        „Paradoxerweise weiss man ja mittlerweile auch, dass die Migrationsströme mit steigendem Lebensstandard in der 3. Welt eher zunehmen, obwohl man immer etwas dogmatisch von einer gegenteiligen Annahme ausgegangen ist.“
        Das mag durchaus sein, schliesslich müssen die Schlepper bezahlt werden. Denn auf legale Weise kommt man ja kaum mehr nach Europa. Aber die Syrer haben vermutlich auch noch andere Gründe zu flüchten, oder?

    • Muttis Liebling sagt:

      Wer die Frage stellt, was kann ich tun, beweist nur, politische Probleme nicht im Ansatz zu verstehen. Wer NGO‘ s unterstützt, schadet global sowohl den betroffenen Menschen, aber erst recht den Staaten der 3. Welt

      Politik macht man nicht menschlich, nur politisch. Solange die Wirtschaft des Westens den Nahen Osten, Nord- und Zentralafrika ausraubt, die Politiker korrumpiert, fliesst der Geld nach Nordwesten und die Menschen folgen ihrem Geld.

      Hilfe wäre es, internationalen Rohstoff- und Nahrungsmittelkonzernen das Handwerk zu legen und ihre Manager in Den Haag anzuklagen und zu verurteilen.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Bespiel von heute, Schlagzeile TA: ‚Die Regierung plant ein Freihandelsabkommen mit Indonesien und Malaysia. Streitpunkt ist das Palmöl.‘

        Das führt zu materiellen Schäden in Indonesien und Malaysia für wirtschaftliche Gewinne in CH. Konsequenz, die Menschen der Länder verelenden und machen sich auf den Weg zu uns. Denn ihr Geld ist ja hier, sie haben über das Freihandelsabkommen Vorkasse geleistet.

        Freihandelsabkommen sind eine typischen Quelle für Massenelend.

      • Muttis Liebling sagt:

        .tiekmastla3/ Prävention gegen alle zukünftigen Völkerwanderungen wäre das unterbinden ALLER Beziehungen zwischen USA, Europa und der 3. Welt. Und wirkliche aller Hilfen, auch die mit sozialen Denkmäntelchen. Europa ist ohne Hilfe gross geworden. Voraussetzung war nur, das keiner, der mitverdienen wollte, gestört hat. Auch Entwicklungshilfe, NGO’s sind ausschliesslich Störfaktoren.
        Nur dann muss man sich 100 Jahre Zeit nehmen, den Erfolg abzuwarten. In biographischen Zeiträumen passiert nichts, schon deshalb können physische Menschen gar nichts helfen. Nur politische Vernunft.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        „Europa ist ohne grosse Hilfe grossgeworden“,
        und um den heutigen sozialen Standart zu erreichen haben doch Einige ziemliche Opfer gebracht, denn soziale Errungenschaften, Arbeitsschutz etc usw sind nicht vom Himmel gefallen sondern mussten teilweise hart erkämpft werden. Inklusive blutiger Konfrontationen… .

      • Katharina sagt:

        Selbstredend unternimmt China nichts dergleichen um an Rohstoffe zu kommen…

  • Elia sagt:

    Das Kind heisst Alan und nicht Ailan oder Aylan.

    Der Spiegel schreibt dazu:

    Anmerkung der Redaktion: Der Name des dreijährigen Alan wurde zunächst in seiner türkischen Variante „Aylan“ bekannt. Nachdem die Tante des Jungen der BBC gesagt hatte, sein kurdischer Name sei Alan, verwenden wir von jetzt an auch die kurdische Version des Namens.

    http://www.spiegel.de/panorama/aylan-kurdi-vater-mit-saergen-in-kobane-eingetroffen-a-1051433.html

  • Bermudez sagt:

    Dieses Bild ist unerträglich . Ich bin selbst Vater und habe Kinder , ein Bub selbst in diesem Alter. Ich hab ad diesem Bild weinen müssen. Ich habe diesen Bub und seine Familie ganz fest in meinem Gebet eingeschlossen. Möge der Herr den Bub und seine Familie in seiner Barmherzigkeit aufnehmen. Dieses Bild werde ich nie vergessen können. Dem Vater wünsche ich viel Kraft und Mut zu seinem neuem Leben.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Bermudez

      ich vermute dem „Herrn“ läge viel mehr daran dass wir das in unsrer Möglichkeit stehende auch tun.

  • Hans Koller sagt:

    Wohl die falsche Sparte, Politblog ist der richtige. Toll wenn man sich im Leid der anderen suhlen kann nicht? Und alle haben Schuld nur nicht die Verantwortungslosen Eltern, weil du zu feige bist die Wahrheit zu sagen.

    • Serge de la Rey sagt:

      Wohl die falsche Zeitung. SVP Parteiblatt wäre das richtige.

    • Stranger sagt:

      Die verantwortungslosen Eltern? Selten so einen zynischen, fiesen Kommentar gelesen. Die Frau ist ob ihrer Verantwortungslosigkeit ertrunken, der Mann hat dank ihr seine ganze Familie verloren und will sterben. Der Mann hat, und ich glaube ihm das, alles versucht, seine Familie zu retten, aber es gelang ihm nicht, weil er halt keine Superpowers hat.

    • Anh Toàn sagt:

      @Hans Koller

      Niemandes Wahrheit ist die Wahrheit aller.

      Ihre Selbstgerechtigkeit zeigt Ihre Feigheit, Ihre Angst davor, Ihre Gewissheiten zu verlieren. Ich habe mit Ihnen Mitleid, denn Sie wissen gar nicht, was sie da über sich preisgeben.

  • marie sagt:

    traurig, dass menschen sterben, die ihr vertrautes umfeld verlassen müssen für die hoffnung auf ein besseres leben. und unerträglich trauriger, wenn kinder dabei sterben, oder sterben, weil sie bleiben müssen.

  • maurena salzmann sagt:

    Liebe Eltern und alle die helfen wollen

    Simone Maurer hat mit „MINI DECKI“ ein tolles Projekt lanciert. Wir nähen Kinderdecken für Flüchtlingskinder in Schweizer Asylheimen damit sie in ihrer Decke etwas Schutz finden mögen. Wir suchen dauernd Näherinnen und Näher, besucht den Blog wenn ihr Lust habt zu helfen. Danke!

  • Hans-Ulrich Abt sagt:

    Liebe Welt,
    Fragen wir uns nicht WARUM? sondern WOFÜR ist Ailan gestorben.
    Ruhe in Frieden.

  • Hausfrau sagt:

    Schuldig ist der IS und seinesgleichen. Dieselben müsste man eliminieren. Aber selbst wenn das gelänge, befürchte ich, dass damit nur Platz für ein neues Monster geschaffen wird.
    Ich glaube es bedarf einer neuen und unorthodoxen Betrachtung um den kommenden Flüchtlingsströmen zu begegnen. Mit Nächstenliebe und Mitleid ist es nicht getan.

    • maia sagt:

      Ist der IS auch schuldig am Ansteigen des Meeresspiegel? Da werden Milliobnen von Menschen ihre Heimat verlieren. Ist der IS auch schuldig an den Flüchtlichen aus Eritrea, Nigeria (wo Shell ganze Landstriche zerstörte) und und und… an allem der IS? Wer hat den IS grossgemacht? Was denken Sie, wo das Geld des IS lagert?

      • Hausfrau sagt:

        Fast vergessen. Die Schweizer Banken tragen schuld an allem. Und jeder der in einem sicheren Land lebt.
        Trauen Sie Menschen und Gesellschaften tatsächlich nicht zu, dass sie sich mit der eigenen Verbohrtheit und Verblendung nicht ohne unser Zutun ins eigene Unglück manövrieren können? Das wäre in meinen Augen äußerst überheblich und selbstgefällig.

  • maia sagt:

    Seit Jahr und Tag verfolgen uns solche Nachricten. Ich brauche dazu keine Bilder – schon nur der Gedanke an die vielen Toten im Meer, an die Toten in dem Auto in Österreich und und und – lassen mich nicht mehr los. Die Tragödien haben sich schon lange abgezeichnet und es macht mich immer wieder fassungslos, dass es kaum jemanden interessiert!

  • Nando sagt:

    Es gibt tatsächlich Menschen, denen beim Anblick dieses Bildes in Atemnot geraten. Lasst diesen Menschen ihre Trauer und ihre Betroffenheit. Ich sehe dieses Bild, ich möchte es nicht ansehen aber ich muss immer wieder, weil es mir bewusst macht, dass ich für meine eigenen Kinder alles tun würde, um ihnen ein gutes Leben zu schenken. Dieses Bild raubt mir die Luft zum atmen.

  • Echt berührt sagt:

    Brutal berührend beschrieben 🙁 Grosses Kompliment!

  • marco sagt:

    ich kann nur noch weinen

  • suizaloca sagt:

    Und die Interpretation das man weint weil man sich als guter Mensch präsentieren will erschliesst sich mir auch nicht wirklich. Vielleicht weinen Sie ja wenn Sie weinen damit die Anderen Sie in einem bestimmten Licht sehen. Ich weine wenn mich etwas traurig stimmt, betroffen macht. Klar ist da manchmal auch ein Teil Selbstmitleid dabei, aber ich versuch diesen Teil eigentlich so gering wie möglich zu halten. Und als Mutter weint man im Falle des armen toten Jungen glaube ich einfach weil es einem wirklich erschüttert und man halt nicht tagtäglich mit solchen Bildern konfrontiert wird.

  • Elfi sagt:

    Ich mag generell keine Instrumentalisierung von Toten.
    Traurig dass ein Kind sterben musste, sicherlich.
    Aber der Tod begleitet uns und der Tod dieses Kindes ist nichts besonderes, er wird auch keine
    Kriege verhindern oder die Einstellung von gewissen Leuten Flüchtlingen gegenüber.
    Im Gegenteil nährt es nur noch den Boden, dass uns nicht mal mehr so ein Bild betroffen macht.

    • Jorge Furger sagt:

      Wie ging das: …..der Tod dieses Kindes ist nichts besonderes…. sowas von Dummheit und unueberlegte Aeusserungen, Sie haetten wohl zu denjenigen gehoert die im zweiten Weltkrieg die These vertrat, dass das Boot in der Schweiz VOLL war…. Ich hoffe das Ihre Aesserungen nicht VON HERZEN KAMEN. Diese Bilder vom toten Knaben mit Namen und Geschichte braucht es, vielleicht um einigen der Fremdenhasser in der Schweiz ein bisschen ihren „Horizont“ zu erweitern. Die uneinsichtigen Fremdenhasser wuerden sich ihre Vorurteile nicht nehmen lassen, unwichtig in welchem Land sie leben wuerden.

      • Stranger sagt:

        Ein Mann, der einer Frau mangelnde Empathie vorwirft. Verkerte Welt.

      • Hitz sagt:

        Furrer, wenn Sie vor lauter Aufgeregtheit über Elfis Worte wirklich nachdenken würden, könnten Sie erkennen, dass sie Recht hat damit. Sowohl damit, dass dieser Tod in dieser unserer Welt nichts Besonderes ist als auch damit, dass solche Bilder lediglich Abstumpfung bewirken und nichts weiter.
        Was wir alle in Westeuropa verlernt haben, ist, dass abseits von unserer Latte-Macchiato- und Hipster-Welt das Leben noch immer gross und gefährlich ist. Und der Tod ereilt einem nicht nur im Strassenverkehr oder wegen hoher Cholesterinwerte, sondern wegen allem, was dem Schicksal gerade gefällt.

  • Mel sagt:

    Dieser Brief hat mich zu Tränen gerührt… seit diesem Bild kann ich keine Nacht mehr schlafen ohne an diesen Jungen zu denken. Die ganze Zeit kommen mir Tränen, ich muss dabei immer an meine Tochter denken und dass wir so viel Glück haben, dass sie bei uns geboren wurde. Und wie viel Unglück andere Kinder haben, die am falschen Ort zur falschen Zeit geboren werden. Was für ein Tod, was für eine Tragödie, und nichts tut man dagegen! Dieser Krieg muss endlich aufhören! Die Welt muss dort einschreiten und etwas tun, das ist einfach nicht tragbar als zivilisierte Gesellschaft! Schäm dich Europa!!

    • Alpöhi sagt:

      Falsch! Solche Tragödien gab es immer und wird es immer geben. Das „chrisliche“ Abendland (aka USA) begeht einen schweren Fehler, wenn es im „islamischen“ Morgenland aufräumt. Die im Morgenland müssen das selber regeln.

      Was WIR tun sollten (und auch tun könten, wenn wir wirklich wollten): Das was vor unserer eigenen Tür liegt in Ordnung bringen. Will heissen: den Menschen, die uns um Hilfe fragen, Hilfe gewähren. Mit Anstand und Respekt.

      • Matthias M. sagt:

        Schön, dass Sie es auf den Punkt bringen.
        Hoffentlich reicht das intellektuelle Vermögen unserer Politiker aus, um selber darauf zu kommen.

        Ich glaube ja an die Dreifaltigkeit und das Paradies, über die unbefleckte Empfängnis könnte man noch diskutieren.

        Aber an zwischenmenschliches, nicht auf Profit ausgerichtetes Verhalten bei unseren Politkern? Da habe ich Zweifel…

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Mel:

      Auch hier, lassen Sie sich nicht entmutigen sondern lassen Sie zu,
      dass aus der Dankbarkeit hier leben zu dürfen, Gutes für Andere erwächst.
      Jeden Tag (!!!) sterben über den ganzen Planeten (ganzen!!!) verteilt junge und weniger junge Menschen unter grässlichsten Umständen- schlaflose Nächte bringen weder ihnen, noch Ihnen und Ihrer Familie was-
      sehen was man im Rahmen seiner Möglichkeiten tun kann hingegen schon!

  • Hitz sagt:

    Ich mag diese Texte von ganz fest betroffenen Mamis und Papis nicht, die jetzt durch alle Medien geistern. Betroffenheitspornographie ist das, nichts weiter. Damit man sich im Angesicht des Furchtbaren (das so und anders jeden Tag überall auf der Welt geschieht übrigens) ein Bisschen besser fühlt und ein Bisschen gerechtfertigt. Dafür müsste sich niemand von uns hier für irgendwas rechtfertigen. Warum denn auch? Und was den armen toten Jungen betrifft: Was man nicht sagen kann, darüber muss man schweigen.

    • suizaloca sagt:

      haben sie Kinder? Ich bin vor fünf Monaten Mutter geworden und die Geburt des eigenen Kindes ändert das Leben fundamental. Und was mein Mann und ich unabhängig voneinander festgestellt haben ist das man plötzlich anders auf fremde Kinder (und auch Eltern) reagiert als vorher, wo man selbst noch keins hatte. Weil man plötzlich um diese tiefe Liebe weiss, weil man plötzlich weiss wie Kinder in diesem Alter sind, was für Ängste und Freude Sie haben, und wie sehr sie Liebe und Geborgenheit brauchen. Diese (Mit)Gefühle kommen automatisch, das hat nichts mit besser fühlen oder Rechtfertigung zu tun.

    • maia sagt:

      Dann hoffe ich, dass Sie alles in ihrer Macht stehende tun werden, damit sich solche Tragödien nicht ständig wiederholen!

      • Hitz sagt:

        maia: Das ist die reine Hybris, die dieser Tage in unseren Breitengraden durchschlägt. Was sollten wir denn alle ganz genau tun, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen? Glauben Sie dieser Junge an diesem Strand war der einzige unschuldige kleine Junge, der an diesem Tag starb? WIe sollten wir die ganze Welt beschützen und vor Unbill bewahren können und mittels welcher Massnahmen? Was steht denn in unserer Macht, um z.B. die anonymen Kinder zu retten, die vermutlich im selben Zeitraum irgendwo im Kongo niedergemetzelt wurden? Beschützen wir unsere Eigenen und üben uns ansonsten in Demut.

      • maia sagt:

        @Hitz: WIr habe geschrieben, „alles was in unserer Macht steht“. Wir können dies sicher nicht alles verhindern. Aber wir wissen z.B. dass wir mit unserem Verhalten wesentlich dazu beitragen, dass der Meerespiegel steigt. Das führt dazu dass Millionen von Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Hier könnten wir unser Verhalten sicherändern. Wir sind ausserdem in der Schweiz in der privilegierten Lage zu wählen und Gesetze mitzubestimmen. Was wir einkaufen können wir hier auch selber bestimmen.

      • maia sagt:

        Es heisst natürlich am Anfang „Ich“ habe geschrieben….

    • Matthias M. sagt:

      Hallo Hitz,

      im Rahmen der freien Meinungsäußerung respektiere ich Ihren Kommentar.
      Dennoch – auch wenn der kleine Mann auf dem Foto mir fremd ist und ich nichts für ihn tun konnte: Ich trauere mit seinem Vater.
      Das nennt man Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen.
      Dies hat nichts mit Selbstdarstellung oder dergleichen zu tun, sondern einfach mit völlig menschlichen Emotionen.

      Ich wünschte aber lieber, dass wir hierfür keinen Anlass hätten.

      • Hitz sagt:

        Nun, meine zitieren von Wittgenstein war durchaus als die Emotionalität gemeint, die ich in diesem Rahmen noch als angemessen empfinde. Im Gegensatz zu den meisten hier finde ich nämlich das plakative herumwedeln mit der eigenen Gefühligkeit nicht als Ausdruck von einer besonders tiefen Menschlichkeit, sondern lediglich als pietätlos.

      • Thomas Staub sagt:

        Vielen Dank für ihre Worte. Ich trauere auch, ganz einfach weil es menschlich ist bei einem solchen tragischen Tot zu trauern. Wie ich mich auch freue wenn es eine gepeinigten Familie bis zu uns schafft. Und ich weiss darum ganz genau, welches Risiko diese Menschen auf sich nehmen, weil es keine andere Alternative gibt.

    • Lisa sagt:

      yeah, wittgenstein. Na klar, darum die nüchterne Anschauungsweise. Da würde auch Baby nix helfen, einmal philosophy of mind, immer philosophy of mind.

      • Lisa sagt:

        und Herr Hitz, ich zweifle daran, dass Leute, die Wittgenstein nicht kennen, die durchaus wahrnehmbare Emotionalität in diesem Zitat als solches erkennen.

      • Carolina sagt:

        Na und, Lisa? Und wenn sie es nicht tun? Mit jedem Ihrer Worte beweisen Sie ja das, was H gesagt hat. Es herrscht bei uns längst eine Betroffenheitskultur, in der es manchmal wichtiger zu sein scheint, seine persönliche Trauer wie ein Schild vor sich her zu tragen und jedem, der das nicht zu würdigen weiss, zu unterstellen, er sei ein Unmensch. Für mich persönlich war das Foto schockierend, aber meine Konsequenz ist es eher zu schweigen und nicht, anderen eine Form der Trauer und Emotionalität aufzuzwingen, die man selber für die richtige hält. Richtig gibt es nämlich nicht!

      • Hitz sagt:

        @Carolina: Danke.

  • Markus Niemeier sagt:

    Frau Meier. Danke für diesen wertvollen Beitrag zu den aktuellen tragischen Geschehnissen. Jeder und jede, den dieses grausame Schicksal des kleinen unschuldigen Ailan nicht tief berührt, hat ein Herz aus Stein und ist sowieso komplett verloren. Und wer jetzt noch weiterhin nach billigen Ausreden sucht, weshalb wir alle leider nichts tun können und sogar derartige menschenerachtende Fotos wie ein gewisser Mörgeli postet, der wird sich eines Tages für sein Verhalten vor einer höheren – nicht weltlichen – Macht verantworten müssen.

  • lang sagt:

    Man soll sich nicht in allgemeiner Polemik verlieren. Das ist arrogant und sehr typisch für die aufgeklärte Welt. Es ist einfach traurig und daran sollte man denken. Nur traurig!
    Danke für den Beitrag, denn als ich heute morgen meinen schlafenden 4-jährigen Sohn im Bett sah, dachte ich nur: Wie gut, dass er hier in einem sicheren, warmen Bett liegt. Was für ein Glück!

    • Simone sagt:

      ja, was für ein Glück.
      danke, dass unsere
      Kinder in Sicherheit aufwachsen und aufwachen können.
      was nützt es unseren Kindern, die gleichwertig sind, wie all die Kinder auf der Flucht, wenn wir vor dem Fernseher oder vor dem compi weinen?
      ich rede liebevoll über die 200 eritrer in der Nachbarschaft und sage, dass wir zum Glück genug haben und in Sicherheit sind und drum teilen und anbieten können. vielleicht ist die Generation unserer Kinder mal weniger amgstbesessen und kann selbstverständlicher
      die Türen und Herzen öffnen.

  • gabriela mühlemann sagt:

    Liebe Frau Meier, Sie sprechen mir aus dem Herzen aber leider ist diese Welt nicht so, wie sie sein sollte. In ein paar Tagen werden wir Ailan vergessen haben und zum Tagesgeschäft übergehen. Manchmal schäme ich mich, ein Teil unserer heutigen Gesellschaft zu sein.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Liebe Frau Mühlemann

      Sie müssen sich nicht schämen wenn Sie die im Rahmen Ihrer Möglichkeiten liegenden Chancen anpacken;
      freuen Sie sich darüber hier und heute leben zu dürfen, teilen, verschenken und sich-einsetzen können wir alle, und wissen wollen wie es andernorts (auch an Orten ohne „Nachrichtenwert“) aussieht ebenso.

  • Toj sagt:

    Dass es Bilder von ertrunkenen Kleinkindern braucht, damit sich unsere abgestumpfte Gesellschaft noch einen Tropfen Empathie abringen kann, entsetzt mich und widert mich an.

    • Matthias M. sagt:

      Hallo Toj,

      ich könnte jetzt einfach sagen „willkommen in der Realität“ – aber so einfach ist es leider nicht.
      Unsere Zeit wird immer schnelllebiger, der Gesellschaft werden Trends „vorgegeben“, Leistung und Effizienz sind die Devise.
      Menschlichkeit und Nächstenliebe sind nur noch für die praktizierbar, die Zeit und Geld hierfür haben.
      Der Rest ist genötigt, sich erstmal um sich selber zu kümmern, damit er in unserem sozialen und wirtschaftlichen Wettbewerb nicht vor die Hunde geht.
      Wir diskutieren, ob der Islam zu Deutschland gehört – aber vergessen, dass das Christentum mal dazu gehörte…

    • Daniel Schütz sagt:

      Sehr treffender Kommentar. Für ein paar Tage sieht man weniger dekandente Selbstdarstellung auf Facebook, dafür wird umso heftiger Bestürzung geäussert und gegen die ach so pietätlosen und egoistischen Europäer schwadroniert, die den Flüchtlingen nicht helffn wollen. Nach ein paar Tagen kehrt Ruhe ein. Diejenigen, die sich wirklich kümmern und helfen sind ruhig auf Facebook und in den Kommentarspalten und tun ihr Möglichstes ohne aufzufallen. Solche Leute braucht es, und keine Polterer am Facebook Stammtisch.

  • mamma sagt:

    Wären Wellen Worte, sängen sie dir jetzt ein Lied.
    Wären Wellen Decken, hättest tu jetzt warm
    Wären Wellen Kinder, könntest du jetzt spielen
    Wären Wellen Wiegen, schliefest du jetzt sanft.

    Für Aylan und alle Kinder, die die Reise nicht überlebt haben.

  • the man sagt:

    Frau Meier,
    „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ – Adorno
    Geniessen Sie Ihre Betroffenheit, suhlen Sie sich im (Selbst)mitleid, und ziehen Sie makabren Gewinn in Form von Zuspruch und Bestätigung aus dieser Tragödie.

    • plop sagt:

      Ja, ich empfinde solches auch grenzwertig – aber wenn so (durch unsere emotional hochaufgeladenen Medien) die Leute wirklich angesprochen und berührt werden (das Bild hat mich sehr berührt, sehr! Aber alle vorherigen auch schon) und sich einige Dinge mal wieder überdenken und hoffentlich auch demnach handeln und menschlicher werden, dann kann etwas erreicht werden und das ist gut.

    • Ninon sagt:

      Danke, the man. Ich befürchtete schon, ich sei die einzige, die es so sieht.

      Dieser Brief ist nichts weiter als narzisstische Befriedigung. Auf dem Rücken des toten Buben, wollen sich die Leute der ganzen Welt als «gute Menschen» präsentieren. Sie sagen: ich weinte, also bin ich ein guter Mensch. Und sie tun es so, dass es jeder sehen und hören kann.

      Den Leuten ist die Vernunft offensichtlich völlig abhanden gekommen.

      • suizaloca sagt:

        Ich verstehe die Kritik an Frau Meier’s Zeilen wirklich nicht so ganz. Das Bild wühlt einem nun mal auf, und irgendwie versucht man das zu verarbeiten, dem ganzen Ausdruck zu verleihen. Frau Meier machts auf Ihre Weise, in dem Sie dem Jungen einen Brief schreibt. Klar hilft das nicht viel, aber zumindest Ihr. Und dass Sie das öffentlich tut find ich in Zeiten von Facebook, Twitter & Co. auch nicht weiter tragisch.

      • suizaloca sagt:

        Aber es ist ja schön können Sie das so vernünftig sehen.

      • the man sagt:

        Sehen Sie, suizaloca, darum geht es:
        Adorno warnt vor der Gefahr einer ästhetischen Stilisierung hin zu einem Genuss: „es wird verklärt, etwas von dem Grauen weggenommen; damit allein schon widerfährt den Opfern Unrecht.“
        Frau Meier schreibt den Text eben nicht für sich, denn sie publiziert ihn ja. Sie heischt damit Beachtung, Zustimmung, Anerkennung – sie profitiert also vom Schrecken und macht sich damit mitschuldig.

    • Widerspenstige sagt:

      the man, Mitleiden in Form eines öffentlichen Briefes an ein tragisch zu Tode gekommenes Kind im Kontext einer Diskussion zu einem verheerenden Flüchtlingsdrama sozusagen vor unseren Augen soll ein ’sich suhlen im (Selbst)mitleid..‘ sein?

      Woher ziehen Sie solche Schlüsse u zitieren dabei Adorno, welcher ziemlich umstrittene ‚Weisheiten‘ niederschrieb? Jede anteilnehmende Gefühlsregung ist mE besser nachvollziehbar als solche kaltschnäuzigen Aussagen wie von Ihnen u Ihresgleichen. Da bekomme ich das Würgen..

      • the man sagt:

        Ja, der Herr Adorno erschliesst sich einem nicht bei oberflächlicher Lektüre…

      • gabi sagt:

        Mir sind derart „kaltschnäuzige“ Aussagen immer noch lieber, wie derart unbedacht dahergeschwafelter Blödsinn, wie die Isolierung von Frauen in eigenen Frauenstädten, zur Überwindung von deren Unterdrückung!

  • magerius sagt:

    Der Mensch – das grausamste und brutalste Individuum dieser Kugel. Solche Bilder dürfen nicht nur unseren Kern berühren, nein, es soll uns verfolgen auf Schritt und Tritt bis ans Ende unser Tage.

  • soswald sagt:

    Meine 9-jährige Tochter hat mich während einer Echo der Zeit Sendung über den „Alltag“ in Syrien gefragt, welches nun die Bösen und die Guten sind. Gehören wir zu den Guten weil wir zufälligerweise in der Schweiz leben?

    • Teilzeitpapi sagt:

      Sie erziehen Ihre Tochter anscheinend nicht modern. Es gibt kein Gut und Böse mehr, nur noch gleichwertig anders. Köpfen, wer einem nicht passt, Hände abhacken, versklaven ist nicht böse, nur anders, auf anderen, gleichberechtigten Werten basierend. Das gilt auch für Werte, denen der Wert innewohnt, dass sie die Werte für alle sein sollen, bei Uneinsichtigkeit notfalls mit Gewalt. Auch nur anders und zukünftig noch sehr beschäftigend.

      • soswald sagt:

        Es geht nicht primär um die FRAGE nach den Guten und Bösen. Aber Sie zählen sich selbst ganz sicher zu den Guten und fühlen sich so auch befugt über andere zu urteilen. Wie würden Sie handeln, wenn Sie in Syrien geboren wären? Wie wäre Ihre Einstellung? Für welche politische/religiöse Entwicklungen dürfte man Sie verantwortlich machen?

    • Alpöhi sagt:

      Volker Pispers sagt: „Wir sind die Guten!“ 🙂

  • gabi sagt:

    Die Bilder des Kleinen haben mich berührt.

    Zugleich schäme ich mich etwas dafür, weil die Lebendigen unser Mitgefühl wesentlich nötiger haben.

    Und unser Verantwortungsgefühl sollte sowieso nicht erst an diesem Punkt geweckt werden, sondern eben zum Zeitpunkt, BEVOR die absehbare Eskalation stattfand.

    Hätte geheissen, sich vor ein paar Jahren schon etwas intensiver mit Syrien zu auseinander zu setzen. Also sich damit zu befassen, wozu das immergleiche Njet der Russen wohl führen muss, wenn deren Statthalter Islamisten frei lässt, um nur ja keine Zivilgesellschaft hochkommen zu lassen.

    • gabi sagt:

      Das war und ist ebenso bekannt, wie die Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine, von welcher die Nachbarn mit gutem Grund eine weitere Flüchtlingskatastrophe befürchten.

      Aber das wäre viel zu anstrengend. Müsste man sich gar tiefer damit beschäftigen…

      Da finde ich dann derartig sinnfreies Phrasengeschwafel à la „seht Ihr, was das Patriarchat anrichtet“, unter einem solchen Bild ungefähr so beklemmend peinlich, wie wenn man zur Befreiung der Frauen in Saudiarabien deren Isolierung in eigenen Städten beklatscht.

      Die Opfer verdienen etwas mehr Würde (=Ernsthaftigkeit) !

      • Sportpapi sagt:

        Das ist toll, wie du dich tiefer beschäftigst und den Durchblick hast. Überhaupt sind darin die Schweizer ja sehr gut. Im Beobachten, Bewerten. Und Zuschauen. Und manchmal muss man sich auch mit Phrasengeschwafel behelfen, wenn man die eigene Ohnmacht spürt.
        Oder hast du einen guten Vorschlag, was denn nun zu tun ist?

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Beschäftigung mit Syrien muss spätestens mit WKI beginnen und u.a. die Frage beantworten, warum gibt es diesen Staat, während es das historische Kurdistan nicht gibt.

        Und die Fragen aller Fragen, wer, wie, was ist IS. Die gibt es ja erst seit überschaubarer Zeit und könnte, den üblichen militärischen Aufwand in der Gegend seit Jahrzehnten vorausgesetzt, locker vernichtet werden. Wird aber nicht, warum?

        Die Russen sind übrigens bereit, Bodentruppen gegen den IS zu schicken, aber nicht allein. Wenigstens die Ausrüster und Ziehväter der Bärtigen sollten sich da etwas bemühen.

      • gabi sagt:

        Pfh… Glaube ich sofort.

        Wie in ExJugoslawien. Erst mal ordentlich einheizen und dann auch noch – ohne jede falsche Scham – als Friedensbringer feiern lassen.

      • gabi sagt:

        Oh ja… Und da haben wir nun die Nachricht:

        Putin plant zusammen mit Assad eine gemeinsame Allianz gegen die Terroristen.

        Also gegen genau jene Irren, welche Assad gerade eben noch völlig unbehelligt walten liess und sogar Allianzen mit ihnen schmiedete, wenn sie nur ja die Aufständischen, die in Richtung Zivilgesellschaft tendieren, nicht hoch kommen lassen.

        Lieber den Terror fördern, als seine Macht in Frage zu stellen, um dann auch noch als Bollwerk gegen ebendiesen Terror auftreten zu können.

        Da haben sich zwei wahre Freunde gefunden.

      • gabi sagt:

        Aha – Nachtrag hier noch:

        Putin bombardiert natürlich nicht den IS, sondern genau jene ursprünglich zivilgesellschaftlich inspirierten Gruppen. Und behauptet natürlich das Gegenteil.
        Genauso, wie das Assad selber schon seit Jahren tut. Und Fassbomben abwerfen, hat er übrigens auch bei den Russen in Tschetschenien abgucken können!

        Wer hätte das gedacht?!

        PS: IS-Deserteure sind nach den Gründen ihrer „Schwarzfahnenflucht“ gefragt worden. Als Hauptgrund ganz, ganz vorne: „Der IS kämpft überhaupt nicht gegen Assad.“ (was die sunnitischen IS-Kämpfer ursprünglich zum Kampf motiviert hatte!)

        Und Putin macht jetzt den Luftraumdeckel drüber zu. IS, Assad, und nun noch Putin gehen die Bevölkerung… Na, dann lasst uns mal Platz machen. Da kommen noch Einige!

  • Alpöhi sagt:

    Ich kann mit dieser Pseudo-Betroffenheit nichts anfangen. Die Geschichte von Ailan ist lediglich die dreckige Realität eines Einzelschicksals. Aber sind wir ehrlich: Wir (als Volk) sind offensichtlich froh, dass die Geschichte weit weg passiert ist und wir uns nicht mit Einzelschicksalen herumplagen müssen. Auch hier nicht, wir haben das erfolgreich an die Asylbehörde delegiert.

    • Alpöhi sagt:

      /2 Die Unterteilung in „echte“ und „unechte“ Flüchtlinge ist Schwachfug. Alle die herkommen, kommen deshalb, weil sie zu Hause keine Zukunft mehr sehen. Und wir haben Angst, dass sie uns etwas wegnehmen würden.

      Was würden sie uns denn wegnehmen? Den Zweitwagen? Den Dritt- und Viertfernseher? Die Ferien 2x jährlich in der Karibik???

      • Alpöhi sagt:

        /3 Nur eines dürfen wir (bzw. der „Westen“) nicht tun: Uns in den Krieg dort unten einmischen. Das müssen die Araber selber aufräumen. Stellt euch mal vor: Als im 18. Jahrhundert in der Schweiz Bürgerkrieg war, wie wäre das gewesen, wenn die Saudis mit den Krummsäbeln uns eine „moderne Staatsform“ gebracht hätten? Das hätten wir unter keinen Umständen gewollt. Eben darum. Und dann kam Napoleon und räumte auf. „Nachbarschaftshilfe“ sozusagen, das war grad noch akzeptabel.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die kerzengraden Grenzen belegen, dass der Westen sich schon eingemischt hat, seit mindestens 1914, als die Araber als Alliierte gegen die Türkei angeworben und dabei um ihr Land betrogen wurden.

        Dass es IS ohne den Irak- Krieg nie gegeben hätte bestreiten inzwischen nicht mal die US- Republikaner. Wer den Dreck macht, muss auch aufräumen.

      • Alpöhi sagt:

        Wenn die Amis in Arabien aufräumen, dann ist das, wie wenn die Taliban im Vatikan aufräumen würden: anmassend inakzeptabel. Darum kann Einmischung nicht funktionieren.

      • Martin Frey sagt:

        „Dass es IS ohne den Irak- Krieg nie gegeben hätte bestreiten inzwischen nicht mal die US- Republikaner. Wer den Dreck macht, muss auch aufräumen.“
        Mit dieser Aussage beweisen Sie lediglich, dass Sie sich noch nie vertieft mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Weder mit der ISIS, der Vision des Kalifats noch mit der ideellen Basis des Salafismus. Aber gerade weil es so schön einfach tönt, werden Sie dafür Beifall ernten.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Nie gegeben ist etwas sehr hypothetisch, aber die Gefangenenlager haben gleich und gleich zusammengebracht. Aber es ist ein Symptom von vielen. Die Muslimbruderschaft wird in Europa seit dem Ende von WK II aufgebaut.

      • Muttis Liebling sagt:

        MF, ich kenne mich mit der Geschichte des Islam ganz gut aus und im Irak und in Libyen war ich beruflich schon 1985/86, zu Friedenszeiten. Da frage ich mich, wo Sie den Zusammenhang von IS und Salafismus sehen, ausser dass der IS für Salafisten und Wahhabiten attraktiv ist. Aber zu sagen haben die da nichts. Es ist eine primär politische und nur sekundär religiöse Struktur, gewachsen aus der irakischen Baath- Partei.

        Religion spielt in jedem kriegerischen Konflikt immer nur die Rolle des Rekrutierters. (Bürger-) Kriege führt man aus anderen Gründen..

      • Muttis Liebling sagt:

        @Alpöhi ‚Wenn die Amis in Arabien aufräumen, dann ist das, wie wenn die Taliban im Vatikan aufräumen würden‘

        Mit dem kleinen Unterschied, dass die Taliban sich weder im Einem noch im Anderen um den Vatikan scheren, Arabien aber in seiner jetzigen Form ist zu 98% ein Produkt US- amerikanischer Hegemonial- Politik ist. Ohne USA gäbe es keine IS, kein Al Qaida, keine Flüchtlingswelle mit allen Konsequenzen. Iran wäre eine 60 Jahre alte Demokratie.

      • Alpöhi sagt:

        @ML: Eben. Das ist obszöne daran. 🙁

      • Martin Frey sagt:

        Keinen Zusammenhang zwischen Kalifat und Salafismus zu sehen würde bedeuten, auch einen Zusammenhang zwischen Vatikan und Katholizismus zu negieren. Die Wurzeln des politischen Islamismus sunnitischer Prägung sind älter als die Grenzziehung der aktuellen Nationalstaaten im Rahmen der postkolonialen Zeit und somit auch älter als jeder Irakkrieg. Sie reichen zurück ins 19. Jahrhundert, für den Salafismus wichtige Schriften stammen noch aus sehr viel früherer Zeit. Dort und nirgends sonst liegt die ideologische Basis des Kalifats auch wenn es natürlich im ISIS auch eine Menge Baathisten hat.

  • Katia Lanz sagt:

    Ja, wir müssen endlich etwas tun! Die grosse und kontroverse Frage ist nur, was? Es ist schon seltsam, dass wir immer von Nächstenliebe sprechen und die Religion, die genau das bietet, nicht weiter verbreiten wollen, sondern uns sogar manchmal dafür schämen, Christen zu sein. Die Religion, die uns sagt: Liebe deine Feinde! Ausgerechnet die wollen wir nicht in die islamischen Staaten tragen. So könnte der Krieg doch beendet werden. Und sagen Sie mir nicht, ich wäre naiv. Was Nadia Meier schreibet, das ist wirklich naiv. Aber halt auch rührend. Doch ihr Text wird nicht viel helfen.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Versuchen sie mal, ihre Liebesreligion nach Saudi Arabien oder anderswo zu bringen. Nur so ein Tipp am Rande: Nehmen Sie besser keine Bibel mit ins Gepäck… Noch ein Tipp: Reden Sie unbedingt vorher mit den Christen vor Ort, falls es noch welche gibt… Und sehen Sie noch was? Warum nehmen die erdölreichen islamischen Länder kaum welche ihrer Brüder auf? Hm, warum wohl nur…

      • Katia Lanz sagt:

        Herr Teilzeitpapi, das weiss ich natürlich. Vielleicht habe ich auch bewusst einen naiven Ton gewählt. Hm, warum wohl nur… 🙂

      • Muttis Liebling sagt:

        Welche Funktion hat Saudi Arabien und wer hat die Funktion zugewiesen?

      • Alpöhi sagt:

        Saudi Arabien ist das eine Machtzentrum (und unterstützt den IS finanziell), das andere Machtzentrum ist Iran (und unterstützt die Muslimbrüderschaft finanziell). DIe beiden Machtzentren bekriegen sich, und die USA zünseln zusätzlich daran herum.

        Genau deshalb sollten wir uns da raushalten.

      • Muttis Liebling sagt:

        Und Saudi Arabien bekommt von der NATO die modernste Kampftechnik. Zufall ist das nicht und Heraushalten auch nicht.

    • Alpöhi sagt:

      Wir sind, gemäss Statistik, längst keine Christen mehr. Darum schämen wir uns auch unseres christlichen Erbes.

      „Der Westen“ ist ein Christentum ohne Christus geworden. Die Geburtenrate zeigt, dass „Christentum ohne Christus“ ausstirbt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Geschichte verläuft leider etwas asynchron. Die neuen Bewohner Europas kommen schon, bevor die alten ausgestorben sind. Die hätten noch 200 Jahre warten müssen, aber die Zeit haben ihnen die alten Bewohner nicht gelassen.

    • suizaloca sagt:

      Ich denke es ist einfach Frau Meier’s Versuch das Ganze zu verarbeiten, und dieser Text hat zumindest Ihr geholfen. Irgendwie muss man ja damit umgehen, jedem das seine.

  • extraterrestre sagt:

    wer,wie ich,das gefühl hat,dass irgendetwas in dieser welt ganz falsch läuft,der sollte sich den film „zeitgeist addendum“ anschauen. geld und das damit verbundende system ist die wurzel des übels. wir sollten anfangen, weniger anzuhäufen und mehr zu teilen. einzelschicksale wie das des kleinen jungen machen betroffen, auch ich weine über das elend, welches ihm und so vielen anderen widerfährt, und man fühlt sich so machtlos. in einer welt wo täglich hunderte kinder verhungern oder an -behandelbaren- krankheiten sterben, ist schon lange vieles nicht so wie es sein sollte. der ball ist bei uns.

  • Karin sagt:

    Das Foto von Ailan hat mich zutiefst erschüttert, kann seither kaum atmen. Danke Nadia Meier für diesen Brief, nun können auch die Tränen kullern.

  • Teilzeitpapi sagt:

    aufschreien… Was sollen wir tun? Luftbrücken überall hin lancieren und alle, die dort verständlicherweise weg wollen, aufnehmen? Wie weit gehen wir damit? So weit bis es bei uns so chaotisch aussieht wie in diesen Ländern (ja, ja, alle Flüchtlinge aus FGM-Kulturen haben sofort damit aufgehört, als sie in Europa Asyl bekamen…) und wir keine Entwicklungshilfe mehr leisten können, weil wir nur noch mit uns beschäftigt sind? Spätestens dann werden die Menschenströme versiegen, weil wir genauso unattraktiv geworden sind wie die Heimatländer.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Jede Entwicklungshilfe ist Sisyphusarbeit, wenn sie nicht Sicherheit schafft. Auch wenn wir das irgendwie verdrängen und Polizei und Armee bei uns belächelt bis feindlich betrachtet werden und kaum mehr einer dafür dankbar ist, dass sie ihre Gesundheit und Leben zu riskieren bereit sind, damit wir ruhig schlafen können.

    • Vollzeitpapi sagt:

      @Teilzeitpapi: Du solltest Dich schämen. Woher nehmen wir uns das Recht, darauf zu bestehen, dass es uns besser geht, wenn das bedeutet, dass die geliebten Kinder der Anderen dafür sterben müssen?

      • Andreas von Salis sagt:

        @Vollzeit Papi:
        Ich habe selber Jahre in Krisengebieten verbracht. Für mich ist der Schutz meiner Kinder nicht (mehr) selbstverständlich. Ich bin deshalb bereit den Schutz den wir momentan in der Schweiz geniessen, gegen alles und alle zu verteidigen.
        Solange Flüchtlinge diesen Schutz nicht gefährden, werde ich auch weiterhin gegenüber Flüchtlingen offen sein. Ist die Sicherheit MEINER Kinder aber gefährdet, werde ich mich gegen weitere Zuwanderung wehren, bis die damit verbundenen Probleme gelöst sind und der Status Quo wieder zur Zufriedenheit hergestellt ist.
        Verantwortung macht ego!

      • Stranger sagt:

        Ja, Vollzeitpapi. Früher sagte ich: „Ihnen geht es schlecht, uns geht es gut.“ Und heute sage ich: „Ihnen geht es schlecht, WEIL es uns gut geht.“

      • Martin Frey sagt:

        Welcher Satz stimmt nun, stranger? Und worin genau liegt nun der kausale Zusammenhang zwischen dem Schicksal unserer Kinder mit dem Schicksal anderer Kinder?

      • pixel sagt:

        Kolonialismus, künstlich geschaffene Grenzen und ethische Trennungen dürften durchaus für die rückständige Entwicklung der betroffenen Länder mitverantwortlich sein. Rückstand nicht nur im wirtschaftlichen Sinne, sondern auch im kulturellen Sinne.

      • Brunhild Steiner sagt:

        … dabei sollten wir aber nicht den Fehler machen zu denken dass es vor Kolonialismus und späterer Ausbeutung durch Rohstoffgiganten friedlich und in unserem Verständnis gerecht zugegangen sei.
        Ausgebeutet wurde einfach in viel kleinerem Stil.
        Und wird in grossem Stil in afrikanischen Ländern welche sich von den Kolonialisten „emanzipiert“ haben. Sind die betreffenden Herrscher einfach unheilbar „westlich infiziert“ dass sie ihre Macht nicht zum Wohle aller einsetzen?

      • pixel sagt:

        Mag sein, BS, da geb ich ehrlich zu, weiss ich zuwenig, wie es vor der Kolonialisierung war. Ich möchte es auch nicht zu einfach sehen und behaupten, dass der Kolonialismus an allem Schuld trägt. Aber gewissermassen mitverantwortlich sollte man sich schon fühlen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Demokratisch gewählte Politiker setzen Ihre Macht niemals zum Wohle aller ein. Das dürfen sie nicht, weil sie dann niemals wieder gewählt werden.

    • Astrid Meier sagt:

      Nein, aber für die zweite Generation wird FGM ein Unding. Und sicher, ganz ganz sicher wird keine Schweizer Mutter, kei Schweizer Vater je durch Migranten und deren Einfluss je dazu gebracht, ihre Töchter beschneiden zu lassen. Mal abgesehen davon dass weder Syrer noch Kurden FGM praktizieren.

    • Anh Toàn sagt:

      @Teilzeitpapi: Warum nicht mit etwas mehr Hoffnung: Spätestens dann werden die Menschenströme versiegen, wenn es in den Heimatländern genauso attraktiv wie bei uns ist.

      Was können wir dafür tun, dass es dort so attraktiv wie bei uns ist? Wo tragen wir dazu bei, dass es dort weniger attraktiv als bei uns ist?

      Mauern um uns leisten keinerlei Betrag gegen FGM. Mauern um „FGM-Kulturen“ leisten einen Beitrag zu FGM innerhalb dieser Mauern. Die Mauern beginnen, mit dem „Wir“, dem „uns“: Das Wir grenzt die Anderen aus. Wäre Ailan einer von uns, hätte er eine Chance gehabt.

  • Manuela Brand sagt:

    Nein ich habe auch alle anderen nicht vergessen oder Blende sie aus. Auch nicht alle Kinder in Afrika, Asien , Südamerika usw

    Aber es ist nun mal so jede Katastrophe hat ein sinnbildliches Bild das uns aufrütteln soll, beschäftigen soll zum Umdenken bewegen soll.

    Es gab auch tausenden andere Anne Franks , aber sie steht als sinnbild dieser aller.

    Lg

  • jürg. sagt:

    das Mitleid den Toten, den Lebenden keine Hilfe,
    dem Vater keinen Brief..

  • Widerspenstige sagt:

    Herzlichen Dank für diese aufwühlenden Zeilen, Nadia Meier. Es wird ein Umdenken stattfinden, weil die täglichen Bilder und Nachrichten uns nicht länger kalt lassen werden. Endlich regen sich auch kirchliche Vertreter und leisten Hilfe mit Unterkünften, Mittagstischen. Das ist ihre Aufgabe und deshalb erhält sie Steuern. Wir haben (noch!) keine Trennung von Kirche und Staat auf der Steuerabrechnung! Das darf in diesem Zusammenhang doch wieder einmal in Erinnerung gerufen werden. Also darf insistiert werden von den Bewohnern eines jeden Dorfes mit einer Anfrage beim örtlichen Kirchenvertreter.

  • DB sagt:

    Ein unglaublich trauriges Ereignis, ohne Frage. Aber wo ist der Unterschied zu den tausenden von Kindern, die jeden Tag irgendwo auf der Welt sterben? An Hunger, wegen ungenügender Hygiene, wegen fehlender Medikamente… Wer weint um die?

    • dres sagt:

      Solche Geschichten bewegen Leute dazu, beim Thema Migration ein wenig umzudenken. Seit auch noch das Boulevardblatt darüber schreibt – und das erstaunlich differenziert – verlaufen Stammtisch-Diskussionen doch schon ein wenig menschlicher als noch vor ein paar Wochen.

  • the man sagt:

    3.1 Millionen Kinder sterben jedes Jahr als Folge von Mangelernährung. Wir schreiben ihnen keine Briefe, weil sie uns egal sind. Wir sind Heuchler.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Nein, wir sind überfordert. Wir möchten uns gerne für alles Leid der Welt verantwortlich fühlen (auch eine Form von Allmachtsfantasie, Grössenwahn und Kolonialismus resp. Entmündigung der Restmenschheit), aber sind wir das? Ja, natürlich, die USA und die Kolonialzeiten sind an allem schuld. So einfach ist es… Werden Diktatoren gestützt ist es nicht Recht, wenn sie gestürzt werden auch nicht („wir resp. USA/F/GB drücken ihnen unsere Werte auf“).

      • Alpöhi sagt:

        Überfordert, ja. Aber ich muss ja nicht die ganze Welt retten. Der Prediger Salomo sagt: „Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.“ Das genügt.

  • Irene sagt:

    Nur sehr selten bringt mich ein Text zum Weinen.

    Ihrer tut es. Vielen Dank.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … das ist ja genau der Punkt,
      es klingt so schön, wer will da schon Einspruch erheben,
      die Gefühle der Weinenden, sich-betroffen-Fühlenden, Traurigen anzweifeln?
      Doch wenn es uns nur zum weinen bringt war es vergebens,
      es muss uns zum handeln bringen,
      respektive gut wenn wir schon lange, im Bereich unserer Möglichkeiten, am handeln sind!

      • Teilzeitpapi sagt:

        Aber wie handeln? Alle Guten zu uns holen bis dort nur noch Böse sind, die sich gegenseitig meucheln? Das werden viele, viele Millionen sein… Es genügen ja wenige (auch wahrscheinlich bei uns, auch wenn wir das vermutlich verdrängen), um ein ganzes Volk einzuschüchtern. Viele Menschen sind ängstlich. Oder was würden Sie noch tun, wenn Ihre Familie bedroht wird? Würden Sie die Steuer der Unterdrücker bezahlen oder nicht? Würden Sie den Sohn rekrutieren lassen oder nicht? Fragen, die wir nicht kennen, aber leider viele andere.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Teilzeitpapi

        ich bin davon überzeugt dass wir, aufs grössere Bild gesehen, sehr viel tun können/könnten.
        Auf unser Land bezogen den Wohlstandsidealen/Endloskonsum absagen,
        könnte/kann man seit Jahren praktizieren.
        Teilen, verschenken, sich einsetzen mit seiner Zeit&Kraft.
        Aufs Ausland bezogen NGO’s unterstützen, finanziell, persönlich, je nach Möglichkeiten.
        Findet man keine NGO’s seines Vertrauens lassen sich unzählige Privatinitiativen finden.
        Tut man das ist man sich der Schrecklichkeiten dieser Erde schon lange bewusst und es „braucht“ kein Aufgerütteltwerden, weil man es schon ist… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Diese Entwicklungen waren absehbar, und solange nicht an den wirklichen Hebeln eingegriffen wird befürchte ich Schlimmeres. Was die Finanzströme, Versorgung mit Waffen etc betrifft, da können wir als Einzelperson tatsächlich nicht viel tun, da gehe ich mit Ihnen einig.

        Sobald wir resignieren und aufhören auch andernorts Basisstrukturen aufzubauen/stärken, wenn wir aufgeben weil es bloss scheinbare Tropfen auf viel zu heisse Steine sind, dann ist ein wirklich kritischer Punkt erreicht wo ich mich frage, wie lange die „Menschlichkeit“ dann bei uns noch halten wird.

      • Teilzeitpapi sagt:

        NGOs, die dann die Bevölkerung durchfüttern und der Diktator sich freut, weil das Volk nicht aufmuckt und weil er so mehr Geld für Luxus und Waffen hat, weil er nicht soviel Geld für Brot und Spiele für das Volk ausgeben muss? NGOs, die Geld an Strassenkinder verteilen, die es dann ihren Besitzern abgeben müssen (welche die Kinder angeblich teilweise extra verkrüppeln, damit sie bei Touristen mehr Eindruck machen und mehr Geld bringen)? Gut handeln erscheint mir oft nicht einfach und ohne gewährleistete Sicherheit noch schwerer.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Die wirklichen Hebel: Lesen Sie von Gunnar Heinsohn zum „Jungenüberschuss“. Ich denke, der Treiber erklärt sehr vieles. Wenn für jeden abtretenden Pensionierten 5-10 Junge nachkommen ist das auch mit Wirtschaftswachstum bewältigbar. Und in ruralen Gegenden gibt auch das gleiche Land nicht plötzlich soviel mehr Ernte her.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Teilzeitpapi

        “des Vertrauens” nicht übersehen…, aber um Ihrer düsterer Sicht etwas Gutes abzugewinnen,
        die zynische Bemerkung,
        immer noch das kleinere Übel sie werden “durchgefüttert”
        als dass sie im Mittelmeer ers aufen gehen… .
        Am Diktator kann ich nicht ansetzen, das ist nicht gleichbedeutend mit
        “kann gar nichts machen”.

  • Axel sagt:

    Man sollte die grausame Realität nicht so verkitschen

  • Karen sagt:

    Taten statt Worte. Darum sammle ich Winterkleider für Gross und Klein, Bücher auf Englisch, Spielsachen etc und bringe sie in Asylzentren.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Nett. Die wirklichen Fragen werden aber sein: Wieviel sind Sie zu sparen bereit bei den Strassen, der Schule, usw. oder wieviel mehr Steuern sind Sie zu zahlen bereit um die Betreuung der Flüchtlinge zu finanzieren, wenn immer mehr kommen? Darf die Klassengrösse Ihrer Kinder vergrössert werden, um Geld frei zu machen? Das sind Fragen, die kommen werden, wenn es im gleichen Stil weitergeht.

      • 13 sagt:

        @ Teilzeitpapi
        In welchem Stil? Wegen den paar Flüchtlingen, die in die Schweiz kommen? Und warum sollte, um sie zu unterstützen erneut bei den Schwächsten gespart werden? Sämtliche Sparprogramme der letzten Jahre trafen den Sozialbereich (Schule, Krankenversorgung, Sozialhilfe etc.). Wie wäre es an anderen Orten? Und ja, eine Steuererhöhung für die Menschlichkeit könnte die Schweiz verkraften.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ich meine nicht die paar Flüchtlinge. Gemäss Studien geht es global und auch in den Entwicklungsländern immer mehr Menschen besser. Damit haben immer mehr Menschen die Ressourcen, sich auf die Flucht zu machen (die kostet ja sehr viel… die Ärmsten können sich das einträgliche Geschäft dieser Mafia gar nicht leisten). Andererseits dürften die Auswirkungen des arabischen Win.. äh Frühlings erst begonnen haben. Und die USA sind entweder nicht gewillt oder nicht fähig oder beides, einzugreifen. Und Europa können wir da eh vergessen, liegt aber geografisch näher dran.

      • Frank Bst sagt:

        Hallo Teilzeitpapi,
        wieviel Personen stellen denn in der Schweiz einen Asylantrag/kommen als Flüchtlinge her? 2014 wurden 23800 Erstanträge gestellt, insgesamt waren knapp 50000 Verfahren offen. Bei einer Bevölkerung von über 8 Millionen.
        Schon traurig, wie tief bei manchen Leuten die Schwelle zur Panik liegt.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Werter Frank Bst, wenn Sie meinen, die Schweiz sei eine Insel und werde auch nicht indirekt von Entwicklungen in Europa betroffen sein, so dürfen Sie das gerne so sehen.

  • fabian sagt:

    „musstet von den bösen Männern vom Islamischen Staat fliehen.“
    Es ist unterdessen kein Geheimnis mehr, dass beim IS auch eine grosse Menge Frauen mitmacht.

    • Martin Frey sagt:

      … und zwar mit sehr viel Enthusiasmus. Für mich eines der großen Mysterien des weiblichen Geschlechts.
      Guter Punkt, Fabian.

      • Sportpapi sagt:

        Ich nehme an, diese Frauen haben Sie bei den mordenden Bartträgern auch irgendwie mitgedacht. Aber eigentlich ist die Frage nach dem Geschlecht von Tätern und Opfern nicht wirklich relevant. Obwohl es natürlich nach wie vor eine andere Reaktion hervorruft, wenn Frauen und Kinder betroffen sind.

      • Stranger sagt:

        Ich halte diese Frage auch für wenig interessant. Warum Sie nicht? DIESE Frage ist hingegen interessant.

    • DB sagt:

      Angesichts der tragischen Situation der Flüchtlinge ist die Geschlechter-Diskussion zwar absolut vernachlässigbar. Recht haben Sie trotzdem.

    • Widerspenstige sagt:

      Es ist die Folge des patriarchalen Systems weltweit.

      Aber ich stimme zu: jedes Kind, jede Frau, jeder Mann darf so nicht länger entsetzliche Todesqualen erleiden! Wer zum Flüchtling werden muss, ist geschlechtslos und bedingungslos aufzunehmen, bis die Lebensgefahr vorüber ist. Deshalb nennen wir uns Menschen mit Herz und Verstand.

      • DB sagt:

        Es geht hier gerade um die TäterInnen, nicht die Opfer…

      • Widerspenstige sagt:

        Es steht ja da: es = das Morden auf solch bestialische Art und Weise von Männern wie zunehmend auch von Frauen ist die Folge eines verfehlten patriarchalen Systems, DB. Was missverstehen Sie da noch?

      • Teilzeitpapi sagt:

        Bis die Lebensgefahr vorüber ist. Ähm, der IS ist keine selbst vorübergehende Krankheit, sondern hat Expansionspläne.

      • Widerspenstige sagt:

        Teilzeitpapi, ja, sie haben Expansionspläne seitdem sie überfallen wurden vom Westen. Schon vergessen, was da los war zuerst in Afghanistan durch die Russen? Diese konnten die Widerstandskämpfer in den zahlreichen Schlupflöchern in den Bergen nicht besiegen, um Öl zu holen u ans Schwarze Meer zu gelangen. Da wurden Foltermethoden mithilfe der USA gelernt, um die Russen zur Kapitulation zu zwingen. Das Desaster begann u der Auswuchs ist heute in Form von IS-Kämpfern am Wüten. Aber die Brandherdverursacher waschen ihre Hände in Unschuld. Und wir heizen immer noch mit Heizöl aus Russland/Arabien!

    • Alpöhi sagt:

      Nöö, das blenden wir aus. Die Bösen, das sind immer die Männer. Das ist politisch korrekt. 🙁

    • 13 sagt:

      @ fabian
      Gestern haben Sie doch von erste Hilfe Problemen gesprochen. Nun, welches Geschlecht die Täter haben, sollte nicht einmal in der ersten Welt eine Rolle spielen. Es ist schlicht belanglos, gegenüber dem, was sie tatsächlich anrichten. Und wie bei praktisch allen Geschlechterdiskussionen, egal ob Frauendiskriminierung oder Männerpauschalverurteilungen bin ich der Meinung: Hört endlich auf, über das Geschlecht zu sprechen und macht Euch Gedanken darüber, wie das tatsächliche Problem gelöst werden kann!!!

      • Martin Frey sagt:

        @13: Es ist schon eine interessante Frage, worin genau die Faszination für soviele Menschen, darunter auch Millionen Frauen, liegen kann, ihr Leben, ihre Freiheiten und oft auch alle Angehörigen hinter sich zu lassen, um sich einem derart patriarchalen System zu unterwerfen, welches letztendlich auf einer Rollenverteilung beruht die sich seit der Steinzeit nur wenig verändert hat.
        Mit anderen Worten, gerade die Frauen sind nicht Produkt eines solchen patriarchalen Systems, sie suchen es aber offenbar. Und das, finde ich, ist letztendlich keine Genderdiskussion sondern eine spannende Frage.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @M artin F rey

        also „Millionen“ welche sich da freiwillig in die Steinzeit katapultieren sind es glaub zu unser aller Glück noch nicht…

      • Martin Frey sagt:

        Die Basis der ISIS besteht, nebst den beträchtlichen finanziellen Möglichkeiten, im unerschöpflich scheinenden Zustrom von Menschen die ins Kalifat auswandern oder sich sonstwie der ISIS anschließen wollen. Dies ist ihr eigentliches Kapital, ansonsten gäbe es die Organisation nicht mehr. Geschätzt 30 % davon sind Frauen die für das Kalifat eine eminent wichtige Bedeutung haben.
        In der nahezu einzigen halbwegs freien Wahl im bevölkerungsreichsten arab. Land (Ägypten 2011) haben die Salafisten hinter der MB als zweitstärkste Partei 27 % geholt. Millionen sind also durchaus konservativ geschätzt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @M artin F rey

        ich hab Sie total falsch verstanden, ich dachte an die westlichen Frauen die bezüglich Kampfunterstützung auswandern.
        Das Andere ist allerdings auch immer wieder beklemmend.

      • Martin Frey sagt:

        Die westlichen Frauen sind sozusagen mitgemeint, Frau Steiner. 😉
        Auch eine beträchtliche Zahl, die ständig größer wird. Und die verstehe ich noch weniger.
        Aber einige Leute finden diesen Umstand offenbar nicht mal der Diskussion würdig.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Fast unmöglich nicht uneingeschränkt einverstanden zu sein, und doch…,
    seit Jahren frage ich mich bei allen „exklusiv-Bildern“ ob sie zu einer Verhaltensänderung führen werden.
    Seit Jahrzehnten sterben täglich ungezählte Kinder, nicht spektakulär in den Wellen,
    sondern ganz marginal weil es einfach an sauberem- oder überhaupt an Wasser fehlt,
    an Essen, an medizinischer Versorgung.
    Wie sehr treffen uns jene, viel zu kurze, Menschenleben?
    Wie sehr weckt es in uns die Bereitschaft auf Verzicht zugunsten weniger Beglückten?
    Verzicht den wir in unsrem Geldbeutel spüren?

    • maia sagt:

      Das ging mir auch durch den Kopf. Wir sollten doch verhindern, dass die Menschen überhaupt flüchten müssen. Leider sehe ich hier sehr wenig Bereitschaft, das eigene Verhalten zu ändern. Das wäre offenbar dann doch zu viel verlangt. Auch mir fällt das immer wieder schwer und bei vielem kann ich mich ja kaum entziehen. – Ich hoffe sehr, es findet endlich ein Umdenken statt!

      • Teilzeitpapi sagt:

        Mit welchem geänderten eigenen Verhalten wollen Sie den IS vom Morden, Vergewaltigen und Versklaven abhalten? Eine militärische Ausbildung absolvieren und bei den Ausländereinheiten der YPG anheuern? Oder ein paar Kerzen für die Opfer des IS anzünden, damit der IS davon beeindruckt aufhört?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Teilzeitpapi

        ich habe geschrieben „seit Jahren frage ich mich…“, das bezieht ganz viele Jahre lange vor ISIS mit ein, und übrigens auch viele andere Weltgegenden; in denen durch Aufbauarbeit vor Ort immerhin die Möglichkeit zu einer anderen Entwicklung gelegt werden kann.

    • fabian sagt:

      ich würde hier noch etwas kritischer draufschauen: seit jahren sterben zu hunderten männer im mittelmeer (die flüchtlinge sind zu 90% oder mehr junge männer). ohne foto, ohne begräbnis. und da habe ich von vielen kommentierenden die statements die sie jetzt bringen, vermisst. hat es sie kalt gelassen? nicht gekümmert? waren diese menschen weniger wert und weniger bemitleidenswert als ein kleiner junge? ps. habe das foto des jungen nicht gesehen. und auch nicht gesucht. ich weiss auch ohne um das leid der flüchtlinge.

  • babuschka miro sagt:

    Ihr Beitrag hat mich sehr berührt.Wie natürlich auch die tragischen Bilder und Berichte,welche seit langem in der Zeitung zu lesen und zu sehen sind.Doch Sie haben mich bei den Emotionen getroffen,dort wo es schon so angekratzt ist.Aber was nützt mein Weinen?Ich fühle mich hilflos diesem Elend gegenüber.Am liebsten nicht mehr Zeitungen lesen.Aber auch das hilft natürlich nicht.So werde ich offen bleiben und tun,was ich kann.Vielen Dank für Ihren Brief an Ailan…ich denke an ihn und an alle anderen Menschen,die dieses tragische Schicksal erleiden.

  • Martin Frey sagt:

    Das Schicksal Ailans und seine Bilder sind sehr berührend und werden die meisten von uns noch lange beschäftigen. Die nun losgetretene Diskussion dünkt mich aber irgendwie seltsam. Denn Ailans Leben ist, bei allem Respekt, nicht mehr wert als das Tausender anderer Menschen die auf ihrem Trip in ein vermeintlich besseres Leben dieses bereits verloren haben. Und wir wissen schon lange dass unsere Migrationspolitik in Europa ein Debakel ist. Und auch die Bartträger können seit Jahren nach Herzenslust weiter morden und vergewaltigen ohne dass relevante Anstrengungen dagegen unternommen werden.

    • Brunhild Steiner sagt:

      „…und werden die meisten von uns noch lange beschäftigen.“

      wenn es dazu bewegt uns zu Veränderungen bewegen zu lassen,
      was in unseren Möglichkeiten, die begrenzt sind, liegt zu tun;
      dann ist diese Beschäftigung, das sich-betreffen-lassen sinnvoll.
      Wenn es uns Antrieb wird an unsrem Ort mit unseren Möglichkeiten zu einer besseren Welt beizutragen.
      Und wir nicht übersehen, dass es bei uns Menschen gibt deren ganze Energie für das überleben ihrer eigenen Familie investiert werden muss.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ja, komischerweise gibt es nur wenig Demos gegen die Bartträger. Und irgendwie scheinen sich die Bartträger nicht davon beeindrucken zu lassen. Warum bloss geht diese so gefühlsvolle Strategie der Linken und Netten nicht auf? Warum schlafen die meisten von uns nachts sicher, ohne dass einer am Feuer Wache hält? Hm, wegen der Demos am Tag? Wegen Lichterketten und Mahnwachen? Hm…

      • Sportpapi sagt:

        Ich glaube das liegt daran, dass wir die beste Armee der Welt haben, die uns beschützt. Vielleicht sollten wir die mal zu den Bartträgern schicken?

      • Teilzeitpapi sagt:

        Meinen Sie ernsthaft, dass es bei uns soviel anders aussehen würde, wenn unser Staat die Sicherheit (wozu Nationalstaaten ursprünglich geschaffen wurden) nur noch so gewährleisten könnte wie in diesen „Staaten“ (failed und halb failed)? Befassen Sie sich mal damit, was passierte, als Ex-Jugoslawien zusammenbrach… Der nette Lehrer von nebenan wurde innerhalb kurzer Zeit ganz anders… Auch bei uns reichte in Brienz eine Überschwemmung des Sees und es gab schon Plünderungen (und Soldaten wurden zur Sicherung eingesetzt). Dünne Zivilisation…

      • Sportpapi sagt:

        @Teilzeitpapi: Ich sehe von Ihnen heute viele Beiträge, in denen Sie darlegen, was alles nicht funktioniert und nichts bringt. Machen Sie doch mal einen Vorschlag, was zu tun wäre. Gerne dürfen Sie dabei auch unsere Armee in die Überlegungen einbeziehen…

      • Teilzeitpapi sagt:

        Wir werden in 10-20 Jahren sehen, wer erfolgreicher war. Australien oder Europa. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dann osteuropäische Länder einen Standortvorteil haben, wenn westeuropäische Länder in Integrationskonflikten versumpfen. Ich bezweifle, dass viele Westeuropäer eine Anschlagskadenz als normal hinnehmen, wie sie anderswo in der Welt „Normalität“ ist. Es werden neue Parteien entstehen, die das nicht hinnehmen und gewählt werden. Es wird rauh werden, weil es um Menschenleben, Freiheiten und hohe Kosten gehen wird. Der Sozialstaat wie heute wird möglicherweise auch nicht überleben.

      • Sportpapi sagt:

        Wieder so eine düstere Prognose, aber keinen handfesten Vorschlag. Sehe ich das richtig: Die Armee an die Grenzen, dicht machen?

    • Martin sagt:

      @Martin: ja, das stimmt, es gibt noch tausend andere Kinder (und Erwachsene), die auf der Flucht gestorben sind… ich sehe jedoch Aylan als Sinnbild für die menschlichen Tragödie in Syrien und das Versagen der europäischen Migrationspolitik, genauso wie Anne Frank als Sinnbild für die Verfolgung der Juden steht. Auch das Leiden der Zivilbevölkerung im VIetnamkrieg summiert sich in einem berühmten Foto. Vielleicht können wir mit diesem Foto die Bartträger nicht aufhalten, aber ich hoffe ganz fest, dass es mehr Solidarität gegenüber den Flüchtlingen gibt. Und das ist ja auch schon etwas.

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