Best of: Was das Znüni über die Eltern verrät

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während einer Woche einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Gastbeitrag von Nadia Meier* erschien erstmals am 9. April 2015.

Der Znüni gehört zum Kindergarten wie der Leuchtgürtel. Täglich werden Tausende davon von Eltern wie Ihnen und mir eingepackt. Mit viel Liebe. Und manchmal voll im Stress. Gefüllt wird das Znüniböxli mit einer mehr oder weniger gesunden Zwischenmahlzeit. Und so ein Znüni – das muss man sich mal vor Augen führen – ist ja auch ein Statement. Man kann nicht nicht kommunizieren: Auch ein Znüni sagt etwas. Nämlich über die Eltern.

Traditionsznueni

Traditions-Znüni

Inhalt: kleiner Apfel
Wer hats eingepackt: Hier war sehr wahrscheinlich ein Vater am Werk. Er packt das ein, was ihm schon vor 40 Jahren sein Mami ins Kindergartentäschli gesteckt hat.
Das Kind isst: Einmal rundherum. Oder den ganzen Apfel, falls die Kindergärtnerin daraus zwei Kronen schnitzt.

Buffetznueni

Buffet-Znüni

Inhalt: 1/2 Rüebli (geschält), 2 Gurkenrädli, 2 Cherry-Tomätli, 4 Cashew-Nüsse, 4 Haselnüsse, 4 Weizenvollkornschrot(t)cracker (2 davon mit Kräuterfrischkäse zu einem Sandwich zusammengeklebt)
Wer hats eingepackt: Eine überfürsorgliche Mutter, die es ihrem Töchterli gerne recht macht. Deshalb – und zur Förderung der kindlichen Autonomie – gibt es täglich eine Znüniauswahl. Das arme Meitschi muss schliesslich irgendetwas Gescheites essen! Sonst kann es sich beim Basteln nicht konzentrieren und leimt daneben. Oder es hat nachmittags in der Harfenstunde wieder ganz müde Finger.
Das Kind isst: Von allem ein bisschen.

Hochhausznueni_mitLogo

Hochhaus-Znüni

Inhalt: eine Milchschnitte
Wer hats eingepackt: Das Kind selber. Wenn es um 7 Uhr in der subventionierten Wohnung im 17. Stock selbstständig aufsteht, sind die Eltern schon am Arbeiten. Wenn es mittags nach Hause kommt, immer noch. Dann kocht die grosse Schwester; es gibt Teigwaren mit TV.
Das Kind isst: Die halbe Milchschnitte – unter den neidischen Blicken der anderen Kinder.

Naturznueni1

Natur-Znüni

Inhalt: ein ungewaschenes Demeter-Rüebli
Wer hats eingepackt: In diesem klarsichtfolienfreien Haushalt leben vegane Atomkraftgegner. Das Kind geht morgens barfuss in den genossenschaftlichen Gemüsegarten und zieht seinen Znüni eigenhändig aus der warmen Erde. Verpackt wird das Rüebli natürlich nicht in einer Plastikbox, sondern im Leinensäckli.
Das Kind isst: Das Rüebli und die halbe Milchschnitte von seinem Gspänli aus dem Hochhaus.

Prinzenznueni_mitLogo

Prinzen-Znüni

Inhalt: Salzfische, zwei Babybel-Käslein
Wer hats eingepackt: Ein Einzelprinz-Mami, deren Goof jeden Mittag einen Lätsch macht, wenn er etwas im Znüniböxli hatte, was auch sein Meerschweinchen essen würde. Dem Frieden zuliebe gibt es deshalb ab sofort täglich Salzfischli. Um die gute Position des Sohnes in der Kindergarten-Hackordnung zu festigen, packt dieses Mami immer einen Extrakäse zum Verschenken ein.
Das Kind isst: Die Hälfte der Salzfische und ein Käsli.

Foodbloggerznueni

Foodblogger-Znüni

Inhalt: Toastbrot in Herzform, dazu Rüebli-Herzli und Gürkli-Sternli
Wer hats eingepackt: Dieses Mami arbeitet grösstenteils zu Hause. Es ist Frühaufsteherin und betreibt einen Food-Blog. Weil sie die liebevoll zubereitete Bento-Box vor dem Einpacken mit der Instagram-App fotografieren will, kommt die Tochter zweimal pro Woche zu spät in den Kindergarten.
Das Kind isst: Natürlich alles.

Verlegenheitsznueni

Verlegenheits-Znüni

Inhalt: eine Handvoll getrocknete Mangostreifen, 2 gedörrte Aprikosen, Cracker
Wer hat’s eingepackt: Wahrscheinlich eine Mutter wie ich, die gestern den Einkauf vergessen und heute verschlafen hat. (Und ich könnte schwören, dass gestern Abend noch ein Apfel in der Früchteschale lag!)
Das Kind isst: Das Extrakäsli des Prinzen.

Und welchen Znüni haben Sie heute eingepackt?

SONY DSC*Nadia Meier arbeitet Teilzeit im Kommunikationsbereich und schreibt Kasperli-Hörspiele. Sie lebt mit ihrem Freund und zwei gemeinsamen Kindern in Bern.

46 Kommentare zu «Best of: Was das Znüni über die Eltern verrät»

  • Gerber Peter sagt:

    Dieser Text ist zu klischeehaft und primitiv geschrieben! Ich persönlich habe selbstgeerntete Rüebli und Tomaten zum Znüni geliebt. Mein Hobby ist es Harfe zu spielen und ich bin KEIN veganer Hippie!

  • peter sagt:

    Und im Winter folgt dann eine Artikel über die Mikrowelle im Kindergarten um den Znüni (Pizza) zu wärmen

  • Mathias sagt:

    Und welches Znüni packt eine vorurteilstreuende Bloggerin ihren Kindern ein? Mir übrigens haben die Eltern nie ein Znüni eingepackt. Ich hatte schlicht keinen Bedarf! Ein Kind, welches ordentlich frühstückt, kommt locker bis zum Mittagessen durch.

  • Stefan Meier sagt:

    Ich habe nie was zum Znüni gegessen, fand das albern, und finde es heute noch.

  • Marianne sagt:

    Habe mich gerade mit meinen Töchtern (12 und 14) über den Beitrag amüsiert! Die Milchschnitte gab es bei uns NIE und prompt hätten beide die immer so gerne gehabt! Vergessen gegangen gingen die vermeintlich gesunden Farmer-Riegel von Eltern eingepackt, die der Werbung glauben. Man lernt im Verlaufe eines Mami-Daseins znünimässig auch dazu. Anfänglich habe ich immer Früchte mitgegeben, auch in der Waldspielgruppe. Bis es Winter wurde und mir die Leiterin sagte, die Manderindli wären dann immer beinhart gefroren und ich solle doch auch mal ein Schoggistängeli mit Brot einpacken.

  • Widerspenstige sagt:

    Also auch beim zweiten Durchlauf hier musste ich wieder Tränen lachen! Hammer! Ein Psychogramm der Befindlichkeit Schweizer Lebensart für eine Studie at it’s best! Unbezahlbar gut beobachtet wie geschrieben, Nadia Meier, und biitteeee mehr solche Vergleiche ins so amüsanter Form. 😆

    • Franz Vontobel sagt:

      it’s oder its, das isst hier die Frage… miam

      • maggie1944 sagt:

        at its best, natürlich. aber diesen fehler machen viele aus der „inglisch is iisy“-fraktion.

    • Widerspenstige sagt:

      Aha, nicht schlecht gekontert und jetzt zu Ihnen: welchem Typus Papa würden Sie sich zuordnen beim zNüniböxli, Franz? Ich tippe auf ….

      • Franz Vontobel sagt:

        Na, worauf tippen sie denn? Gut, ich helfe ihnen: Ich gehöre der „in den vier Stunden bis zum Mittagessen wirst Du kaum verhungern, auch ohne permanente Nahrungszufuhr“-Fraktion an.

        Das werden sie nun käumlich verstehen, da sie vermutlich eine dieser Frauen sind, die aus Angst vor dem plötzlichen Verdursten nie ohne Wasserflasche aus dem Haus gehen…

      • Widerspenstige sagt:

        Nein, verstehe ich echt nicht. Sie lassen Ihren Nachwuchs einfach ohne zNüniböxli in die freie Wildbahn und wundern sich dann noch, wenn Ihre Kinder quängelnd nach Hause kommen? Hoffentlich gibt es etwas Vernünftiges zum zMittag oder auch nur Brot und Wurst und TV im 19. Stock?

        P.S. Wie ich aus dem Haus gehe – ob mit oder ohne ‚Feigling‘ in der Handtasche – hat Sie nicht zu interessieren. Es geht um Kinder, Franz! Schon gecheckt?

      • Franz Vontobel sagt:

        Hö? Wie kommen sie darauf, dass meine Kinder „quengelnd“ nach Hause kommen? Wieso sollten sie, sie haben ja ausgiebig gefrühstückt. Sie kennen das schon auch, oder? Frühstück?

        Mittagessen ist bei uns gemeinsam am Familientisch, Nachtessen auch. Haben sie auch schon davon gehört, oder? Gemeinsames Essen?

        Sie irren, mich interessiert das nicht wirklich, es liegt einfach auf der Hand. Wirklich interessant sind allerdings ihre Vorurteile und ihre Verachtung gegenüber minderbegüterten (Brot & Wurst, TV, 19. Stock…). Aber so richtig wundern tun mich auch die nicht, die passen gut ins Bild…

      • Roger Fankhauser sagt:

        Man kann davon ausgehen, dass die Widerspenstige ihre Morgenstunden im Starbucks verbringt, bei einem Latte. Mit gutem Gewissen, denn die Kinder sind in der KiTa bis um 15 Uhr. Deswegen muss ihr Mann auch 3 Stunden mehr arbeiten, jeden Tag, damit die KiTa bezahlt werden kann. Und die Kinder kommen dann quengelnd heim, weil sie ihre Zeit lieber mit Mami verbringen möchten. Aber deswegen hat sie ja nicht geheiratet, damit sie sich dann mit Kids auseinandersetzen muss, oder?

  • Venty sagt:

    Meine Mutter hat mir am Anfang im Kindergarten Gumfibrote geschmiert. Die hab ich aber jeweils herumverschenkt oder eingetauscht. Dann kam meiner Mutter die Idee. Fortan bekam ich einfach ein 3 dl Flaeschli (von Biotta, aus Glas!) mit Milch fuer den Znueni, weil sie genau wusste, dass ich die auf jeden Fall selber trinken werde. Manchmal wars Milch, manchmal Kakao, und zum Namenstag gabs sogar mal Erdbeermilch. Meine Mutter ist die beste Mutter der Welt! Immer noch!

  • Tobi sagt:

    Was ist „Znüni“? Frühstück?

    LG aus D 😉

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Nein, eine kleine Zwischenmahlzeit, die in der Regel um ca 9 Uhr gegessen wird ;). Daher der schweizerdeutsche Ausdruck Znüni = Nüni heisst neun :). Analog dem Zvieri, der Nachmittags-Zwischenverpflegung um +/- 16.00 ;). Ä Guete :D!

    • Sama sagt:

      Das Znüni wird meist gegen Zähni gegessen und ist das, was in D (zumindest früher, ich bin nicht auf dem neuesten Stand) „Pausenbrot“ heisst.

    • Franz Vontobel sagt:

      Das, was man um 9.00 ist – eine Zwischenverpflegung. Es gibt auch den „Z’vieri“…

    • Franz Vontobel sagt:

      Tja, das war jetzt fast im Chor. 😀

  • Christine Steffen sagt:

    Bei mir gibt es normalerweise ein Käsesandwich, 2 getoastete Vollkorntoastscheiben eine davon mit Mayonnaise, die andere mit Senf oder herzhaftem Peperoniaufstrich bestrichen, auf den Senf kommen 6 dünne Tomatenscheiben, eine Scheibe Luzerner Rahmkäse und ein paar Blätter Eisbergsalat. Für den einfachen Verzehr das Sandwich diagonal durchschneiden, in Frischhaltefolie einpacken und im Rucksack ungefähr eine Stunde gären lassen. Zum Dessert dann ein DarVida mit dunkler Schokolade oder eine Ecke dunkle Schokolade mit Chili. Danach ein Kaugummi für die Zahnhygiene.

    • Stranger sagt:

      Damit wäre der Vormittag auch schon belegt.

    • Christine Steffen sagt:

      Sorry, aber für die Herstellung des Sandwiches brauche ich gerade mal 3 Minuten. Genauso lange, wie das Brot zum Toasten braucht. Wer sich und seinem Körper morgens nicht so viel Zeit gönnen will, der soll es halt bleiben lassen. Ich kenne Menschen, die gehen morgens zum Joggen, vor der Arbeit. Sowas würde mir den Vormittag ausfüllen und Nachmittags müsste ich dann ausruhen. Frühstück gibt es übrigens vor der Sandwichfertigung, mit frischem Brot, Butter und Marmelade um 6.15 Uhr, denn danach müssen Normalbürger zur Arbeit oder in die Schule.

  • Michael Finley sagt:

    Aus meinen leidvollen Erfahrungen kann ich auch über Unmengen von Choleräbli (Kohlrabi) und Rüebli – alles aus dem innig geliebten eigenen Garten (Vorischt, Ironie) – sowie den obligaten Apfel berichten. Vielleicht ab und zu noch ein furztrockenes DarVida dazu. Und die Anderen brachten Brot und Schoggi und sonstige Leckereien mit. Was für eine ungerechte Welt das damals war…

    Und heute gibts sogar Verbote, Süssses, Cola, und sogar Bananen mitzugeben. Was für eine kranke Welt! 🙂

    • Muttis Liebling sagt:

      Süchte wie Rauchen kommen über die Oberschicht in die Bevölkerung und verlassen sie über die Unterschicht. Der Hunger oder die nicht mehr der Ernährung dienende Nahrung (Energiegehalt/ Futtermenge geht asymptotisch gegen Null) hingegen beginnt in der Unterschicht und zieht dann aufwärts in die Oberschicht. Warten wir auf den Austritt.

      • Michael Finley sagt:

        Tut mir leid, aber ich kann in Ihrem Kommentar so gar nicht mit dem Meinen und der behandelten Thematik an sich in Verbindung bringen?

    • Stranger sagt:

      Frischer Kohlrabi und frische Rüebli sind etwas vom Feinsten wo gibt’s.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚wo‘ ist eine Ortsbestimmung, wie ‚unter‘. Grammatikalisch korrekt würde es heissen ‚welche es gibt‘.
        Inhaltlich ist die Aussage auch zweiwertig daneben. Fein ist nur dreifach gefiltertes Püree. Die empfohlenen Fast- Nahrungsmittel sind zumindest im Urzustand eher grob. Sehr grob.
        Zweitens kann man mir nie verständlich machen, warum man geringe Mengen Nahrung von hohem Nährwert, und dazu zählen die genannt Produkte ja nun wirklich nicht, durch grosse Mengen unverdaulicher Zellulose ersetzen sollte.

    • Oeel sagt:

      Banana ist ok, du muss nacher Zahn putzen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Um den Zucker erst richtig breit zu schmieren.

      • hannekeh sagt:

        Banana is besser als Apfel, weil es weniger Früchtsäure enthallt. Und nicht den Zucker, sondern die Früchtsäure sind Zahnschädlich. Mund gut spühlen nach putzen entfernt alle Zucker.

  • Evelin Camponovo sagt:

    Es verrät null über die Ernährung in der Familie, mein Kind hat nur im Kindergarten ein Schokobrot mitgenommen, den Schokoaufstrich macht er schon eine Weile selber, isst er sonst zu Hause aber sehr selten. Ich finde, da werden wieder Eltern und Kinder in Schubladen gesteckt.

  • Stranger sagt:

    Hm, also, dass der Einpacker zwei Babybels einpackt, hat ja auch eine wichtige soziale Funktion: Das Teilen üben, Dass eine Milchschnitte ernährungspysiologisch nicht gescheit ist, wissen hier zum Glück die meisten (und nicht mal fein ist sie, aber das ist Geschmackssache), hin und wieder mal so eine bringt aber weder Kevin noch Schantall um.

    Abgesehen davon liebe ich Mangoschnitze. Davon gönnt isch me toodfresse.

  • Reto sagt:

    Lustiger Beitrag und zum Glück mal etwas, wo die üblichen Wichtigmacher hier, hoffentlich nicht unbedingt ihren Senf dazu geben müssen, da es einfach zur Unterhaltung gemeint ist.

    • Jeanclaude sagt:

      Reto: zu Ihrer Mayonnaise: Ich habe meinen Senf schon dazu gegeben, als der Artikel das erste Mal erschienen ist. Aber als Unterhaltung während der Hundstage darf das Znüni zur Abwechslung auch mal aufgewärmt serviert werden. Der Beitrag ist übrigens nicht nur lustig, sondern auch ein Denkanstoss (Hochhausznüni).

  • mira sagt:

    Ja, das war ein lustiger Beitrag! Bei uns gab es heute 2 Scheiben Vollkorntoast mit Margarine, dazu eine Handvoll Heidelbeeren. Die Gurken-/Peperoni-Scheiben von gestern liefen leider nicht so gut….

  • Peter Waldner sagt:

    Wie sich doch die Welt verändert hat. Beim Lesen des Titels hatte ich ja noch gedacht, dass die Unterschiede sich mehrheitlich auf den Inhalt zwischen den zwei Brotscheiben beschränkt. Und jetzt ist „Brot“ schon gar nicht mehr dabei.

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