Baby-Stopp für Mutter Erde?

Mamablog.DieWaltons

Öko-Aktivisten glauben, dass Frauen zum Schutz der Umwelt auf das zweite Baby verzichten sollen. Haben sie womöglich recht? (Im Bild: Die wunderbaren Waltons)

Multiple Mütter, in Amerika nennt man sie auch Breeders, müssen nicht Nadya Suleman heissen und Achtlinge gebären, um der Umweltbelastung bezichtigt zu werden. Sie müssen nicht einmal aus Amerika kommen. Es reicht, wenn sie in diesem Blog gestehen, nach dem zweiten Kind wieder schwanger werden zu wollen, oder gar mit dem Gedanken spielen, sich  künstlich befruchten zu lassen. Und schon sind sie in den Augen einer neuen Generation von Umweltschützern das menschliche Äquivalent eines Hummers: Ressourcenverschleudernde Reproduktionsfanatiker, umweltschädigende Überbevölkerungsvehikel.

«Wer mehr als zwei Kinder in die Welt stellt, handelt schon fast verantwortungslos. Ab zwei Kindern müsste man massiv die Steuern erhöhen, dann würde der hormonelle Schwachsinn auf einmal wieder ganz vernünftig reguliert.»

So die Meinung eines Kommentators zum Blog vom Montag über die neu entdeckte Sucht Babybauch. Sein Gesinnungsgenosse formulierte die Angst vor der drohenden Ressourcenknappheit etwas moderater, er schreibt:

«Babys, wenn auch mit Stoffwindeln gewickelt und später einst  in der Altenpflege tätig, werden ihre Fussabdrücke auf der Erde hinterlassen und das auch in Form von Abfall, verbrauchten Ressourcen etc.»

Die Frage, ob man es noch verantworten kann, Kinder in die Welt zu setzen, ist so alt wie die Antibabypille, mit der die  Fortpflanzung zur Kinderfrage wurde.  Aber sie hat in letzter Zeit eine ganz neue Wende erfahren. Noch in den 70er-Jahren hat man sich im Schneidersitz auf dem Flokati geschworen, niemals ein  Baby dieser bösen, kalten, kriegerischen Welt auszusetzen. Im neuen Jahrtausend ist es umgekehrt. Heute sind es Babys böse Fussabdrücke, welche die arme Welt kaltstellen. Heute muss man offenbar nicht die Kinder vor der Welt schützen, sondern die Welt vor den Kindern – so die Meinung eines globalen Kreises von Ökoaktivisten.

Das Global Footprint Network ist eine von vielen Umweltorganisationen, welche die Überpopulation der Erde anklagt und Geburtenkontrolle als Umweltschutz betrachtet.  Anders als bisher, sind die Schuldigen nicht die üblichen Verdächtigen, nämlich die mittellosen Frauen der Dritten Welt,  sondern weisse Frauen der Mittelklasse. In seinem letztjährigen Bestseller «The World Without Us», schlägt Wissenschaftsjournalist und Autor Alan Weisman vor, für ein paar Generationen die Geburtenrate pro Paar auf ein Kind zu reduzieren.

Fragwürdig ist nicht der Umweltschutz, der in diesem Gedankengut steckt. Fragwürdig ist der Ansatz die Population via Geburtenkontrolle steuern zu wollen. Hat uns die Geschichte doch gelehrt, dass damit höchst unmenschliche Nebenwirkungen verbunden sind: Abtreibungszwang, Sterilisation, Kindermord. Die unbeabsichtigten Folgen der Ein-Kind-Politik Chinas, die Abtreibung weiblicher Föten etwa, sind sattsam bekannt. Die Debatte um Umweltschutz und Kinderabstinenz wirft auch sonst ein paar wichtige Fragen auf: Können wir den Planet Erde tatsächlich retten, indem wir uns weniger fortpflanzen? Ist wirklich die Überpopulation unser Hauptproblem? Oder liegt das Übel nicht viel mehr an unserem Konsumverhalten? Ist diese Öko-Anti-Kinder-Welle einfach eine neue Form von grüngefärbter Eugenik?

In einem allerdings haben die Öko-Aktivisten recht: Mütter oder Väter ziehen keine Kinder gross, um die Rente des Nachbarn zu sichern.  Die Menschheit besteht nicht aus Altruisten. Genauso unglaubwürdig ist es deshalb, zu behaupten, dass man zum Schutze der Umwelt auf Kinder verzichtet. Man tut das im Normalfall aus den gleichen Gründen, aus denen Paare Kinder haben: Weil man sich davon eine Bereicherung des eigenen Lebens verspricht. Das ist auch voll in Ordnung. Aber ist es auch in Ordnung von anderen dasselbe zu verlangen?

115 Kommentare zu «Baby-Stopp für Mutter Erde?»

  • David Schlesinger sagt:

    Liebe Leute

    Scheint, als würden hier besonders gerne radikale Eugeniker ihre Nazi-Gedanken verbreiten. Das gab’s alles schon mal: Zwangssterilisationen, Vernichtung von „lebensunwertem Leben“, Zucht von besonders „hochwertigen Ariern“.

    Heute wird es als Ökopackung angeboten von den Leuten gefressen. Damals sollte die Volksgesundheit gerettet werden, heute die Gesundheit der Weltkugel. Aller nur ein Nachplappern von paar „Weltenlenkern“, die für ihre Belustigung nicht zu viele, dafür willige Sklaven brauchen und Ihr und Eure Kinder sollen diese werden bzw. sind es bereits.

    Kinder als Umweltverschmutzung zu sehen – das wäre nicht mal Hitler eingefallen. Damals hiess es, man müsse die Leistungsfährigkeit des Volkskörpers erhalten und von CO2-Zertifikaten hätte sich keiner getraut zu faseln.

    Bereitet den Faschisten und möchte-gerne-Weltherrschern nicht den Weg, indem ihr auf deren dumme Lügen reinfallt. Ohne künstlich erzeugt Knappheit von Wasser und Essen und massige verbreitung von Waffen gäb’s keine Ernährungsproblem und die Gifte, die Ihr jeden Tag einzunehmen habt, stammen nicht von Einweg-Windeln, sondern werden direkt und vorsätzlich Eurem Essen beigemischt (Natriumglutamat, Aspartam, Fluor…) und die restlichen heissen Euere „Medikamente“…

    All der Klima-Quatsch und Überbevölkerungsschwachsinn ist nur da, damit Ihr Euch nicht den wirklichen Problemen, den kriminellen Herrschaftsstrukturen, den kirchlichen Indoktrinationen und anderen Schweinereien zuwendet.

    Nun gut… .
    Gute Nacht

  • Katharina sagt:

    @gargamel. Danke für die Klarstellung. Ich war wohl etwas konfusioniert wegen uns Affen. Bananen sind nämlich eine gute quelle für Kalium…..

  • sab sagt:

    Schon Entwicklungshelfer haben vor 20 Jahren festgestellt, dass die Geburtenkontrolle nur durch die Frauen möglich ist. Wenn die Frauen eine Ausbildung machen, finanzielle Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, reguliert sich dies auch in den Entwicklungsländern und führt zu tieferen Geburtenraten, ganz ohne Zwangsmassnahmen. Ich sehe eine Parallele in unseren Breiten zu gewissen Familien, die jedes Jahr ein Kind zu Welt bringen, obwohl sie die Verhütungspille auch kostenlos bekommen würden. Solche Familien lassen sich dann von der Allgemeinheit finanzieren, ohne dass sie selbst noch etwas zur Finanzierung der Allgemeinheit beitragen. Deren Kinder sind arm dran, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, so früh wie möglich einen Kindergarten zu besuchen (kostet hier auch zu viel) und unter einen besseren Einfluss zu kommen. Momentan gibts doch hier eher Kindermangel, weil sich Familie und Beruf sehr schlecht vereinbaren lassen und viele Frauen sich ab einem bestimmten Alter nicht mehr in die traditionelle Rolle zurückdrängen lassen wollen. Ein-Kind-Politik führt wie in China zur Abtreibung weiblicher Föten. In Indien werden ausschliesslich weibliche Föten abgetrieben wegen der Heiratsmitgift. Ich bin froh in Europa zu leben.

  • Buenaventura Durruti sagt:

    Die Überbevölkerung beginnt doch dort wo es nicht genügend Nahrungsmittel gibt welche mit minimalem Aufwand zum Konsumenten gebracht werden können. Die Schweiz ist hoffnungslos überbevölkert, GB ist hoffnungslos überbevölkert, ja der grösste Teil Europas ist es wohl. Wir können uns diese Übervölkerung leisten weil wir mit zu billiger Enerige Lebensmittel und andere zum Leben notwendige Güter importieren können. Und dort beginnt ja eigentlich das Problem. Es ist absurd die Übervölkerung rein auf die Geburtenrate zu reduzieren und alle andere Parameter auszuklammern. Interessanter ist es doch über den Carbon Footprint eine einigermassen nachhaltige Bevölkerungszahl zu ermitteln, auch wenn dies wohl erst ein Ansatz ist (http://www.optimumpopulation.org/opt.optimum.html). Wie das aber auf die einzelne Person heruntergebrochen werden kann ist ungleich schwieriger. Ein Ansatz ist ein CO2 Budget pro Person. Ist das Budget aufgebraucht wird alles zig mal teurer. Andererseits können Leute welche ihr Budget nicht aufbrauchen, ihre Anteile verkaufen und so bspw in Technologien investieren welche ihr Verbrauch noch weiter senkt. So würde also jede Person und in dem Fall auch Kind auf die Kosten voll durchschlagen sobald das Budget überschritten ist. Wer nun also seine lieben Kleinen allmorgendlich mit dem 4×4 in die Krippe bringt und danach in die Turn- mit nachfolgender Musikstunde karrt blecht halt für die Blechkarrosse und deren grauer Energie und danach für all die Fahrten damit.

  • Andreas K sagt:

    also so einen schwachfug hab ich selten gelesen was hier an kommentaren vorhanden ist.nicht alles aber vieles.

    um euch mal in eurer schreibwut abzukürzen-wir holen uns afrika-radieren dort alles weg bis auf ein paar lebenswerte,dann gehts auf in den orient,denn die rammeln wie die hasen.auch da räumen wir gründlich auf und schon ist wieder ruh-durch die aufräumerei haben sich natürlich unsere bevölkerungszahlen auch minimiert und dann wählens wir einen oberhäuptling der die erde dann regiert.

    wer blöd in der birne ist,wird gleich nach erreichen von 16 jahren ausradiert und dem rohstoffkreislauf zugeführt.

    eine neverending story………

    also was machen wir nun?

  • gargamel sagt:

    @katharina

    Tia. Die letzte Szene in Planet der Affen scheint wohl zutreffender zu sein: Der Astronaut zuendet die Kaliumbombe mit den Worten: Du verdammter Affe.

    die szene ist aus „beneath the planet of the apes“ („rückkehr zum planet der affen“), dem ersten sequel von „planet of the apes“ („planet der affen“). und bei der bombe handelt es sich um eine kobalt bombe (eine sogenannte „salted bomb“)… kalium bomben gibt es nicht…

    nur so der genauigkeit halber… 8)

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Katharina: Nach wie vor bestehe ich darauf, dass ein hochkomplexes Thema differenzierte Lösungen braucht. Mit einer global praktizierten Geburtenreduktion (einige befürworten temporären Geburtenstopp) ist niemanden geholfen. Anstatt dass wir im Westen mit Geburtenreduktion unserer Gesellschaft neue Probleme schaffen (für die bis jetzt kein einziger Befürworter überzeugende Lösungsansätze dargelegt hat!) kümmerten wir uns besser um Konsumstopp, diesbezüglich haben wir das Machbare nämlich noch längst nicht erreicht. Sehr wohl müssen wir „us“ alles Machbare unternehmen, und „them“ eben auch. Wobei für „us“ und „them“ die Lösungsansätze unterschiedlich sind und „them“ vermutlich froh um Unterstützung.
    „Them“ werden jedenfalls unsere selbstverschuldeten sozialen Probleme in ein paar Jahrzehnten nicht lösen können.

    @Sonja: ich weiss was Wohnnungssuche in der Stadt bedeutet, ich lebe nämlich in einer Stadt. Unsere Wohnungsnot hat wohl mehr mit Wirtschaftsinteressen zu tun als mit vorhandenen Menschen! Viel Wohnraum ist durch Profitdenken verknappt worden, günstige Familienwohnungen werden durch grosszügige Luxuswohnungen ersetzt usw. Das auf hiesige Überbevölkerung zu schieben unterstützt bloss noch das Gewinnstreben solcher Eigentümer. Und die anderen aufgezählten Probleme können zwar lästig sein, stehen aber doch wohl in keinem Verhältnis zu leben auf der Müllhalde, keine Schulbildung, keine medizinische Versorgung usw. infolge Überbevölkerung in betroffenen Staaten?
    Wir vergessen ob den Ärgernissen unseres Alltages manchmal sehr schnell, dass wir zu einer Promillezahl der Weltbevölkerung gehören denen es sehr gut geht. Immerhin können wir noch auf einen Berg und haben dort gute Luft, wir können Milch kaufen gehen (ohne uns Sorgen um evtl. Verunreinigung derselben machen zu müssen), wir haben eine Wohnung die wir möbilieren können, und ÖV gibt es auch noch. Für Menschen in real überbevölkerten Ländern klingt das wie ein Märchen!!!

  • Sonja sagt:

    @Brunhild Steiner

    ab wann fängt für Sie reale Überbevölkerung an?

    Schon mal versucht eine Wohnung in der Stadt zu finden? Schon mal in einer S-Bahn am Morgen gestanden? Schon mal versucht mit dem Auto den Nordring entlang zu schleichen? Schon mal versucht an einem schönen Wochenende die Ruhe auf einem Berg zu finden? Schon mal versucht nur schnell Milch an einem Samstag zu kaufen? Oder aus einem IKEA Parkhaus rein/rauszukommen? Ein Fahrrad im Zug mitzunehmen? Einem Kind die Rushhour im Tram zuzumuten? Einen Krippenplatz zu finden?

  • Katharina sagt:

    Us Us Us and Them Them Them ist gerade NICHT der Diskussionsansatz, der weiterfuehrt.

    Die letzte Option hier http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/4375/ein-kind-politik-mit-okolabel/comment-page-6/#comment-7106 ist wohl keine, wenn ich mir das anhoere.

    Tia. Die letzte Szene in Planet der Affen scheint wohl zutreffender zu sein: Der Astronaut zuendet die Kaliumbombe mit den Worten: Du verdammter Affe.

  • Ralph Kocher sagt:

    Ein Quasi-Rezept: Pro sagen wir gesundem Kind (vom Aufwand her) wäre möglich eins dazu zu adoptieren, anstelle gleich ein zweites zu produzieren. Gäbe aus einer Ein-Kind-Familie die Vierköpfige als Beispiel. Somit wäre von der Verhältnismässigkeit allen gedient: Den Heimkindern wie auch eigenen Ansprüchen. Daraus resultiert eine wenigstens begrenzte – „Verdoppelung“ der Menschheit – vernunftbedingt. Nach dem Motto: Man nehme doch auch, was bereits geboren ist.

  • Thomas Meyer sagt:

    @bigmama und überhaupt: Die Reproduktionsrate ist eine trügerische Kennzahl. Man muss sie in Bezug zur steigenden Lebenserwartung setzen. So wird klar, dass in den letzten Jahrzehnten in Europa auch bei einer niedrigen Reproduktionsrate eben doch und permanent ein GEBURTENÜBERSCHUSS besteht. Dies ist auch heute noch in der Schweiz der Fall. Die Sterberate ist immer noch geringer als die Geburtenrate. Die Zuwanderung habe ich in einem früheren Kommentar bereits als Faktor gewürdigt. Denken Sie doch mal global, so wie das Katharina tut: Die Menschen, welche zu wenig Ressourcen haben, gehen ganz einfach dahin, wo sie annehmen, leichter zum Futtertrog zu kommen. Die Migration ist ein überwiegend verhaltensbiologisch erklärbares Phänomen.

    Eine Familie mit 5 Kindern in Afghanistan trägt übrigens auch nicht in gleichem Mass zum Verschleiss von begrenzten Ressourcen bei. Ist das so schwer zu verstehen? Diese werden ihr einfaches Leben auf dem Land führen, in einer Hütte mit einer Ziegenherde. Die 5 Kinder einer Schweizer Familie werden mit 18 Jahren alle Auto fahren, mit 20 eine eigene Wohnung haben und ihren Urlaub in Australien, den Malediven oder in Thailand verbringen, etc. etc. Vergleicht doch mal die Ökobilanz, dann wird klar, dass auch ein moderater Geburtenüberschuss bei uns ein PROBLEM darstellt.

    Über die Steuern lässt sich die Frage natürlich nur in einigermassen entwickelten Ländern regulieren. In Ländern wie Mali oder Afghanistan müssten andere Modelle her.

    Aber wenn es schon bei uns nicht möglich ist, wie sollte es dort überhaupt möglich sein? Insofern gehe ich realistischerweise davon aus, dass die menschliche Population weiterhin von Mutter Natur reguliert wird. Ich wünsche dabei allen, vor allem den jungen Menschen viel Glück bei diesem Selektionsprozess… …

  • bigmama sagt:

    @Thomas Meyer: Ab dem dritten Kind müssen Zuschläge bezahlt werden. Wie wollen sie dieses Geld holen bei Working poors und Sozialhilfeempfängern? Weltweite Durchsetzung der Geburtenkontrolle, welche Länder glauben sie würden hier freiwillig mitmachen? Würde ihr Vorschlag hier in der Schweiz angenommen und würde die Rate von 1,47 Geburten pro Frau weiter gesenkt, hätte das auf das weltweite Bevölkerungswachstum keine spürbaren Auswirkungen. Das Wachstum der Bevölkerung in Europa beruht seit längerem auf Zuwanderung und nicht auf der Reproduktionsrate. Sie würden ihre Ideen besser in Ländern wie Afghanistan, Saudiarabien usw. predigen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Thomas Meyer: Geburtenkontrolle in real überbevölkerten Ländern befürworte ich sehr, aber ob Steuererhöhungen pro Kind diesen Ländern wirklich den gewünschten Erfolg bringen? Wohl kaum!
    Und hier in der Schweiz existiert, auch wenn Sie das immer wieder schreiben, keine Überbevölkerung. Es gäbe sehr viel Sinvolleres zu besteuern/höher zu besteuern als Kinder. Ferienflugreisen in exotische Länder zum Beispiel, Autos wo nicht wirklich nötig, grosse Wohnflächen, womöglich noch mit riesen Umschwung wie auf den adretten Einfamilienhauswerbeplakaten, Rauchen, Alkohol
    (schon mal drüber nachgedacht wieviel Spitalinfrastruktur ein Raucher/Alkoholpatient braucht wenn sein gesundheitliches Martyrium ins Rollen kommt?- das betrifft den Herr, der als Argument für den zu vermeidenden footprint die Spitalinfrastruktur/Energieverbrauch für eine Geburt ins Spiel gebracht hat)
    Und eben, die ganzen sozialen Folgen, resp. Vorteile die eine grössere Familie der Gesellschaft bringt dürfen nicht negiert werden, bloss weil es gleichzeitig den footprint vergrössert. Erstens wird es, gerade hier im Wohlstand, immer genug Menschen geben die keine Kinder haben wollen. Und zweitens kann man als Familie sehr wohl nachhaltig leben und nachkommende Generationen diesbezüglich prägen. Ein paar Touristenflüge auf die Malediven streichen bringt mehr als Leuten einzureden, sie sollten höchstens ein Kind haben.
    Ist Ihnen klar wieviel abertausend Stunden Pflegeleistung heute in der Schweiz von Angehörigen geleistet werden? Unser Gesundheitssystem wäre ohne diese Gratisarbeit schon längst am totalen Anschlag. Und in Zukunft wird es nicht besser werden. Gesunde Familienverbände geben einer Gesellschaft wichtigen Halt, viele Sozialleistungen können abgefangen werden. Dies ist für das langfristige Überleben einer Gesellschaft genauso wichtig wie der Umweltfaktor, BEIDES muss als Ziel angepeilt werden.
    Immer wieder ist auch das Argument, „dann übernehmen das Einwanderer aus anderen Länder“ aufgetaucht. Ich will nur den Aspekt der Integration aufgreifen. Grosses Staunen zur Zeit, weshalb sich Ausländerkinder nicht erfolgreich integriert haben, die Durchmischung mit Schweizerkindern offenbar trotz Bemühungen des Staates nicht funktioniert hat. Und diese nicht-integrierten Jugendlichen dann Negativschlagzeilen machen. Ja, wo passiert denn Vermischung? Würden wir auswandern, wären wir dringend drauf angewiesen dass uns die lokale Bevölkerung einlädt, mit uns Beziehung eingeht, ihren Kindern Freundschaften zu unseren Kindern ermöglicht usw.- nur so passiert echte, langfristige Durchmischung. Genau das praktizieren wir heute mit einzelnen Ausländerkindern, und mit mehreren eigenen Kindern geht nun mal auch das sehr viel einfacher und erfolgreicher.
    Alle die so sehr auf die Zuwanderung, welche unseren Geburtenmangel ausgleichen würde, setzen, sollten sich sehr gut überlegen, was denn sie bereit sind in die erfolgreiche Integration dieser Menschen zu investieren!

  • Katharina sagt:

    In diesem Thread hat jemand gesagt, dass Planet Erde ein geschlossenes System sei. Genau genommen ist das falsch. Unsere Energie stammt z.b. alle direkt oder indirekt von der Sonne – inkl. fossile Energie, die von abgestorbenen Pflanzen aus Urzeiten stammt. Die komplexeren Atome entstanden aus dem Tod alter Sterne. Wir sind quasi Sternenstaub – dust to dust wie es so heisst. Im Jahrmilliarden dauernden Tanz des Universums sind wir eine von vielen Entwicklungsformen eben dieses Universums. Eine exotische Blume am Kostüm eines kosmischen Tänzers.

    In der Sicht der begrenzten Ressourcen ist es aber sicher richtig, von einem geschlossenen System zu sprechen.

    Sieht man Menschliche Gemeinschaften – Länder – Republiken – Imperien – Die Planetare Gemeinschaft der Menschen und die sie unterstützende Biosphäre – als Superorganismen, dann gibt es vielleicht auch eine Generationenfolge dieser (Teil-) Systeme des Planeten Erde. Der Vorgang der Generationenfolge selbst ist oft schmerzvoll – wohl in Analogie zu Geburtswehen.

    Vor 40 Jahren ging dieses Bild http://nssdc.gsfc.nasa.gov/planetary/lunar/images/as11_44_6552.jpg weltweit durch die Medien. Das erste mal, dass die Menschheit sich als das sehen konnte, was sie ist. In diesen 40 Jahren haben wir es nicht geschafft, dass die Mehrheit der Menschen sich dessen – Die Planetare Gemeinschaft der Menschen und die sie unterstützende Biosphäre – bewusst ist. Und da hat die USA mit ihrem Wissen über und Besitz der Mittel der Medien kläglich versagt. Ausgerechnet das Land, das diese Vision visualisierte.
    Im Gegenteil, das Misstrauen der Anderen ist so gross, dass alles, was nur ein bisschen danach riecht, dass es von dem Land, das wirklich global operieren könnte und dabei etwas gutes bewirken könnte – eben könnte -, instinktiv abgelehnt wird. Wenn das Vertrauen mal futsch ist – Ihr wisst ja.

    Schaffen wir es nicht, die Generationenfolge dahin zu vollziehen, dass die Vision – Die Planetare Gemeinschaft der Menschen und die sie unterstützende Biosphäre – geboren wird…dann wird der versagende Teil des Organismus Erde eben absterben und Homo Sapiens nicht so Sapiens abgelöst.

    Der Gesamtorganismus Erde wird es überleben.

    Schaffen wir es aber, dass sich die Vision in allen Köpfen einnistet, so besteht umgekehrt die Chance, dass sich die anbahnende Katharsis des 21. Jahrhunderts als Urzelle einer neuen Menschheit erweist. Einer Menschheit, die durch den Zwang, den Raubbau vorangegangener Generationen zu korrigieren, Technologien und Ressourcen global erneuerbar verwaltet – und nicht beherrscht.

  • Thomas Meyer sagt:

    Ich wiederhole meinen Vorschlag, die menschliche Reproduktion mit Hilfe steuerlichen Massnahmen zu regulieren.

    Ein mögliches Beispiel der Regulation: Familien mit einem Kind bekommen noch Steuerabzüge, die mit zwei Kindern gehen null zu null auf, ab dem dritten Kind müssen pro Kind Zuschläge berappt werden, deren Höhe einkommensabhängig sein sollte, so dass auch die Reichen sich überlegen, ob sie ihre Gene noch weiter verbreiten wollen.

    Das müsste nicht nur in der Schweiz praktiziert werden, sondern weltweit. Das exponentielle Bevölkerungswachstum würde bald gebremst und zwar zum Wohle aller.

  • Ricardo sagt:

    Ich teile die Ansicht von Markus gerne.

  • Ursi sagt:

    oh, falscher Blog erwischt.

  • Ursi sagt:

    Ich bin jetzt im neunten Monat mit Zwillingen schanger. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie mich diese Last manchmal fast umbringt. Also gönne mir mir halt manchmal ein paar (erwarte ja auch zwei).

    Schliesslich muss man ja irgendwie über die Runden kommen und was sind schon zwei Gläschen Wodka?

  • markus sagt:

    Mich stört die menschenzentrierte Sicht der Frage wieviele Menschen die Erde er(tragen) kann. Ist denn die Erde nur für uns da? Was ist denn mit der Existenzberechtigung von Planzen und Tieren (und auch der Menschen 3. Welt)? Wir Menschen sind biologisch zum grössten Teil immer noch Affen. Kinderwunsch und viele andere Wünsche entspringen unserem biologischen Programm. Da unsere Affenart keine natürlichen Feinde mehr hat, müssen wir uns selber beschränken, was in unserer Biologie nicht vorgesehen ist. Es braucht also eine kulturelle, intellektuelle Anstrengung dazu, wollen wir uns nicht selber ausrotten. Die Reproduktionsfrage (wie viele andere Fragen) muss gestellt werden aber immer unter Berücksichtigung der Menschenrechte.

  • tja, da haben wir die lösung aller probleme: keine kinder mehr in die welt setzen, damit bloss nichts am eigenen konsumverhalten geändert werden muss. und man kann dann auch so schön von sich weg auf alle andern zeigen, die schuld sind.

    würde mich einmal interessieren, wieviele dieser heimlichen befürworter wie wir mit planung des dritten kindes nur schon z.b. das familienauto abgeschafft hätten oder wieviele davon „gott sei dank“ schon erwachsene kinder haben ;o)

  • Thomas Meyer sagt:

    @skammermann: auf so was gibt’s nur eine dumme Antwort. Sie haben also Kinder, damit die für Ihre AHV aufkommen? Armer Nachwuchs in doppeltem Sinn…

  • skammermann sagt:

    ich hoffe bloss, dass all jene, die kinder unnötig finden, selber für ihre ahv aufkommen werden.

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Katharina: was verstehen Sie unter „öffentliches zur Schau tragen des Nachwuchses“? Der Offroader ist tatsächlich unüberschaubar und hat auch schon so einigen überschaubaren Nachwuchs versehentlich überrollt. Jedenfalls haben wir weder Offroader, noch normales Auto, noch Eigenheim (auch nicht für in ferner Zukunft angestrebt), weil es eben sehr gut mit weniger geht.
    Aber weniger Kinder würde ich definitiv nicht wollen!

  • Katharina sagt:

    @adlerauge:
    · Zur Arbeit sind es 35 Minuten (werde mein Geschäft nachziehen und von Zuhause aus arbeiten)
    · Die lieben Kleinen ist der liebe Grosse und volljährig

    PS. Ausbreitung ist auch dieses öffentliche zur Schau tragen von seinem Nachwuchs, seinen Offroader, seinem Eigenheim (jeder muss noch bauen) etc. Wieso geht es nicht mit weniger? Ist viel ehrlicher und macht glücklicher.

  • adlerauge sagt:

    @Katharina: Und zur Arbeit geht’s dann ziemlich weit und mit Auto und die lieben Kleinen haben’s auch zu weit zur Schule für Fahrrad oder zu Fuss. Oder liege ich da komplett falsch?

    Bin voll einverstanden bzgl. brisantes Thema. Die öffentliche Diskussion, wie Logine richtig feststellt, findet tatsächlich nicht oder zuwenig statt, daraus zu schliessen, dass die CO2-Debatte Hysterie ist ein logischer Fehlschluss. Das Problem ist noch nicht gross Thema weil und die Konsequenzen daraus noch zuwenig weh tun.

  • Katharina sagt:

    Sich ausbreiten ist wahnsinnig verbreitet. Es wäre heilsam für die Welt, wenn sich jeder Mensch weniger breit machen würde. Statt sich vermehren, wieder vermehrt Anstand und Abstand. Da ich das Ausbreiten vieler Menschen um mich herum grundsätzlich nicht mehr ertrage und in Frage stelle, habe ich die Konsequenzen gezogen und mich still zurückgezogen (bescheidenes Bauernhaus Toggenburg).

    Ein brisantes Thema. Deswegen ist es wohl in keiner Partei ein Thema.

  • Logine sagt:

    Sam, Al Gore produziert tonnenweise CO2, jettet in der Welt herum die er zu retten vorgibt und Sie lesen oder sehen seine „Werke“ auch, bzw. tragen an den Konsequenzen seiner Ideologie mit. Statt C02 – Hysterie wäre mal eine sachliche Diskussion angesagt, meinen Sie nicht auch? Wieso meinen Sie wird ausser in gelehrten Kreisen das grosse Problem der Ressourcenknappheit durch Überbevölkerung nicht öffentlich diskutiert?

  • Kaufmann Florian sagt:

    Solange die Bevölkerung wächst, gibt es einfach früher oder später ein Problem. Klar, die Welt kann sehr wahrscheinlich noch mehr Menschen beherbergen als jetzt, aber irgendeine Limite gibts garantiert. Und solange die Bevölkerung wächst, wird diese Limite erreicht – garantiert. Wenn nicht, wäre ja kein Wachstum mehr da.

    Habe mal eine Milchbüchlirechnung gemach: Wachsen wir weiter so wie jetzt mit 1.5% Wachstum/Jahr für die nächsten 2000Jahre, dann haben wir dann 8500 Milliarden MAL MEHR Menschen als jetzt. Das würde heissen 370 Millionen Menschen pro Quadratmeter Landfläche. Schon ein bisschen eng, oder? Jaja, exponentielles Wachstum schenkt ein. Und 2000 Jahre sind ja nicht alle Welt. Und gerechnet wurde grosszügig mit der gesammten Landfläche von 150 Mio km2, da ist Wüste, Arktis etc alles dabei.

    Also, früher oder später müssen wir einen Weg finden, wie wir Leben können, ohne das die Bevökerung wächst. Da gibts einfach nichts daran zu rütteln.

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Thomas Meyer: also gerechte Verteilung ist unmöglich herzustellen, gerechte Geburtenkontrolle aber schon?
    Wie soll das denn gehen? Übrigens schwebt mir kein Nahrungstransfer vor, sondern Länder die heute zu Nahrungsmittelexport gezwungen werden, sollen als erste Priorität ihre eigene Bevölkerung versorgen dürfen.
    Plus Unterstützung im Agrarbau etc etc. Und gerade weil ich eben nicht ums tägliche Brot kämpfen muss, kann und soll ich mir Gedanken machen, In diesem Fall zwar keine die das global footprint network unterstützt…,
    Sie sprechen ganz richtig die Natur des Menschen an, aber die verbessert sich auch nicht automatisch, bloss weil weniger von ihnen rumlaufen.
    Da ist gelebte und nachhaltige Bescheidenheit in einer grösseren Familie über mehr Generationen vielleicht doch wirkungsvoller als über Generationen unreflektiertes Konsumverhalten einer gutgestellten Kleinfamilie! Natürlich gibts auch den umgekehrten Fall, aber ich finde Ihre Argumentation trifft nur teilweise ins Schwarze (Doch wo sie das Schwarze trifft bin ich einer Meinung!).
    Was in dieser ganzen Diskussion gänzlich untergeht ist die Frage, was neben den Ressourcen vielleicht sonst noch die Gesellschaft zusammenhält, zudammenhalten muss. Und da denke ich schon, dass diejenigen, die in einem gut ausgebauten und gut funktionierenden Familienverbund leben dürfen, bessere Bedingungen haben und weniger auf staatliche Unterstützungsprogramme angewiesen sein könnten, also solche die eher isoliert sind. Dass 1 Kind zu kranken/alten Eltern schauen soll wird sehr schnell zu einer kompletten Überforderung.
    Im Gegensatz zum Tier sind wir eben nicht dem Grundgesetz der Biologie unterworfen, wir hätten die Wahl zwischen Rücksicht und Eigennutz- und die Familie bietet diesbezüglich eine nachhaltige Lernplattform an.

  • Thomas Meyer sagt:

    @Brunhild Steiner: Nicht nur Sie argumentieren, dass die ungerechte Verteilung der Ressourcen das Hauptproblem seien und nicht die Überbevölkerung. Eine gerechte Verteilung wird es aber nie geben. Hingegen wird die Menschenbevölkerung der Erde zwangsläufig wieder abnehmen, ob einigermassen geordnet und gelenkt oder dann aber ziemlich unschön, wenn wir weiterhin nichts tun in dieser Frage.

    Mit den Ressourcen ist es so: Nur schon die Nahrungsmittel, bis die in alle Ecken der Welt bzw. wirklich bei den Hungernden angelangt sind, ist 15% verdorben. Das ist einfach so. Das Problem hat auch die Migros. Und überall wo noch nicht Verdorbenes rumsteht, greift die Korruption um sich. Ressourcen werden gestohlen, gehortet und möglichst teuer verkauft, so dass immer ein Teil der Leute zu kurz kommt. Der Privatbesitz an Produktionsmitteln besorgt den grossen Rest. So wird aus der Landwirtschaft das Gewinnbringendste herausgepresst. Also die Leute sollen Filetfleisch kaufen, statt Weizen oder Reis. Getreide wird dafür in grossen Mengen an Nutztiere verfuttert. Theoretisch könnte man – würden alle aufs Fleischessen verzichten – einige Leutchen mehr ernähren (Aus ca. 7 Kalorien Futter resultiert 1 Kalorie Fleisch). Aber dies wird nicht stattfinden. Schliesslich haben ganz Schlaue den „Biosprit“ lanciert und lassen Kalorien statt im Menschenmagen in deren geliebten Automotoren verbrennen. All dies verschärft den Verteilungskampf zurzeit massiv. Deshalb ist es schon fast naiv, anzunehmen, man könnte eine gerechte Verteilung nur schon von Nahrungsmitteln erreichen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Hungertoten nehmen weltweit zu. Ist nur kein Medienthema. Da ist Knut der Eisbär einträglicher.

    Karl Marx und andere Schlaumeier meinten diese Ungerechtigkeit beseitigen zu können. Weitestgehend sind diese Utopisten gescheitert. Woran? An der Natur des Menschen und somit an den Grundgesetzen der Biologie. Dies wollen auch im Darwinjubiläumsjahr die viele schöngeistige Soziologen, Politiker und Journalisten nicht wahrhaben. Aber es ist so: Wir sind Tiere, die ums überleben kämpfen. Wir in der reichen Schweiz sind wie BigMac richtig schreibt “on the top of the food chain”. Deshalb all die Flausen in unseren Köpfen. Müssten Sie wie Hunderte von Millionen Menschen in Indien, Pakistan, Haiti, Brasilien, in Afrika schauen, wie Sie nur schon den nächsten Tag überleben, dann würden Sie nie von einer gerechten Verteilung träumen, sondern ganz einfach diesen verdammten Überlebenskampf führen oder aber den Löffel abgeben.

    Und was Sie auch noch loswerden wollten: Dass nicht die Grossfamilien sich Konsumluxus leisten würden, ist wie ich weiter oben schon geschrieben habe, wieder mal kurzsichtiges Querschnittsdenken. Machen Sie doch mal die gleiche Hochrechnung für einen Zeitraum von hundert Jahren und gehen Sie mal davon aus, dass sich die Grossfamilie (A) auch in kommenden Generationen so fruchtbar verhält im Vergleich zu einer Kleinfamilie (B). Wer konsumiert denn jetzt mehr: Clan A oder Clan B?

    @BigMac: Eben ist es definitiv kein lokales Problem, das der Überbevölkerung. Sie sagen es ja selbst: Dort wo die Ressourcen zu knapp werden, wird das Bündel geschnürt und auf geht’s zu den hot spots der Ressourcen. Dorthin, wo man sich den leichtesten Zugang zu den Ressourcen erwartet. Millionen in Afrika sind auf dem Weg nach Europa. Am liebsten will „man“ in die reiche Schweiz. Klar, würde ich doch auch so machen, wenn ich vor die Wahl gestellt wäre, in Afrika zu verhungern oder eine wenn auch kleine Chance in Europa zu packen. In der Abwehrschlacht dieser Einwanderungswelle zeigt sich der brutale Kampf um die Ressourcen. Das ist unsere Welt. Im Mittelmeer versaufen jährlich tausend afrikanische „Flüchtlinge“. Fröhliches Baden im Mittelmeer, kann ich da nur sagen. Der Horror beginnt gleich neben dem Strandhotel. Insofern ist es völlig wurscht, wo auf der Welt, das Bevölkerungswachstum eingedämmt wird, wenn es denn nur getan würde. Den Rest besorgt die Migration.

  • BigMac sagt:

    Wir – d.h. die Bewohner der westlichen Welt – sind derzeit (noch) quasi „on the top of the food chain“. D.h. wir leben im Vergleich zum Rest der Welt und teilweise auch auf Kosten derer in relativem Luxus. So what? Wir haben realistisch gesehen nur 2 Möglichkeiten, unsere Zukunft zu gestalten:
    1. Wir freuen uns über unser Glück, sind unseren Vorfahren für die guten Startbedingungen dankbar und tun unser Möglichstes, dass auch unsere Nachkommen sich dereinst derselben Privilegien erfreuen dürfen. Dies kann zwangsläufig gegenüber den weniger Privilegierten durchaus auch mal ungerecht sein, führt aber zumindest manchmal bei objektiver Betrachtung auch zu einer Verbesserung der lokalen Lebensbedingungen.
    2. Wir üben uns in gegenseitiger Beweihräucherung unserer hehren Ideale, schämen uns ständig unserer Erfolge und sorgen dafür, dass unsere Nachkommen möglichst bald diejenigen am unteren Ende der Nahrungskette sind.

    Die Welt ist nicht fair! Sie schert sich keinen Deut um Gerechtigkeit und Fairness! Es gibt Milliarden Menschen auf dieser Welt, die ALLES dafür tun würden, unseren Lebensstandard zu haben! Das ist die Realität! All die Weltverbesserer seien aber beruhigt – eine Zeit mit umgekehrten Verhältnissen – die heute Reichen arm und die heute Armen reich – wird kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Um das zu wissen, muss man nur ein wenig durch die Geschichtsbücher blättern – die Dekadenz folgt zwangsläufig auf zu hohen Wohlstand und anschliessend die Verdrängung in die Bedeutungslosigkeit.

    Was die Überbevölkerung angeht, ist das nun definitv ein lokales Problem. Jeder der hier herumposaunt, wir sollten zu Gunsten des Planeten auf Nachwuchs verzichten, der soll doch selber mit gutem Beispiel vorangehen und Platz machen! Natürlich wird der Druck aus den Bevölkerungsreichen Gebieten steigen. Dem einfach nachzugeben wäre aber keine Lösung, da wir in nullkommanix „ersetzt“ sind. Das Bevölkerungswachstum in Indien liegt derzeit (2008) bei 1.57% bei 1.14 Mia. Menschen, d.h. rund 18 Mio. pro Jahr. Nicht mal ein halbes Jahr und die Inder hätten alle Schweizer ersetzt, wenn wir ab sofort alle zu Gunsten des Planeten auf Kinder verzichten.

    Die einzige Lösung des Problems wäre, dafür zu sorgen, dass die Vermehrung dort eingedämmt wird, wo das Problem effektiv akut ist. Da die zu einer freiwilligen Reduktion der Geburtenzahl notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen aber auch im idealsten Fall Generationen dauern würden, ist es für diesen Weg realistisch gesehen schon zu spät (habe „die neuen natürlichen Grenzen des Wachstums“ auch gelesen). Welche Methoden bleiben noch? Die Auswahl ist relativ überschaubar und fängt bei einer Lösung à la China an, d.h. der Versuch, eine 1-Kind-Regel von aussen durch den Staat durchzusetzen, und geht über die „natürliche Selektion“ durch Seuchen und Krankheiten bis zu den allseits bekannten „ethnischen Säuberungen“ durch die lokalen Machthaber oder lokale Kriege. Wir sehen, alle realistischen Varianten sind äusserst unerfreulich, vor allem sind unsere Möglichkeiten zur Einflussnahme realistisch gesehen äusserst gering. Also wird nichts unternommen oder es werden Lösungen vorgegaukelt, die gar keine sind und Fortuna übernimmt die Zügel.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Überbevölkerung (exakt gesagt:lokale!) existiert durchaus, das gröbere Problem- und schon längst behoben werden könnendes Problem ist aber die ungleiche Verteilung der Güter. Und ich habe nicht den Eindruck dass es an den 3. und 4.Weltländern liegt, dass eine gerechte Verteilung immer noch nicht stattfindet.
    Die industrialisierten Länder profitieren enorm von der lokalen Überbevölkerung, man denke an all die billigen Verbrauchsgüter von Kleidern bis zu Maschinenbestandteilen, dank Billigarbeitern (auch Kindern) hergestellt. Und wenn wieder mal eine Fabrik abfackelt ist das ja nicht so schlimm, denn Ersatzarbeiter sind schnell gefunden. Die paar fair-trade Firmen sind immer noch Minderheit. Klar, die Gesetze jener Länder strotzen nicht vor Arbeiterschutz, aber das entledigt uns nicht unserer Konsumverantwortung. Und genau da geht die Rechnung „lieber kein Kind, dafür ökofreundlich“ nicht auf, ausser all die bewusst-keine-Kinder-habenden lebten dann wirklich ökologisch vorbildlich, Urlaub nur noch im Heimatland, bescheidene Wohnfläche auch wenn man sich eine Loft leisten könnte, kein nonstop technisches Geräteauswechseln bloss weils wieder ein neues Modell gibt usw. Mit einem bescheidenen Lebensstil hilft man der Umwelt wohl immer noch am allerbesten, ob ohne oder mit Kindern. Ich finde es sehr ungesund wenn das in gewissen Blogeinträgen fast schon gegeneinander ausgespielt wird.
    Und, dass muss ich doch noch loswerden, in meinem Bekanntenkreis sind es nicht die „Grossfamilien“ die sich Konsumluxus leisten (können) und eifrig dran sind den footstep zu vergrössern… .

  • Adrian sagt:

    Ich kann nicht glauben was für hier für ein blödsinn gschrieben wird. Überbevölkerung??? Wo leben all diese Schreiber??? Haben sich diejenigen schon einmal unseren Planeten angeschaut??? Ich glaube er ist sehr, gross genug für alle und alle die noch kommen werden. Wenn euch die „Überbevölkerung“ zuviel wird, so gibt es noch ganz viele Plätze auf der Erde wo man leben kann. Tja, leider ist dann der Luxus dahin. Darauf möchtet ihr natürlich auch nicht verzichten. Wer gibt euch Schreibern das Recht über Tod und Leben zu entscheiden?? Wer eine Familie gründen will, sollte das auch können ohne verurteilt zu werden. Und dieser Kommentar „auf Kinder zu verzichten für eine besser Welt“. Naja, vielleicht ist es besser so.
    Fazit: Anstatt zu verurteilen, konstruktive Lösungen bieten.

    In diesem Sinne, möchte ich mich bei allen entschuldigen die ich mit diesem Kommentar verurteilt habe.

  • Thomas Kobler sagt:

    Wieviele Menschen kann die Erde vertragen? Überbevölkerung ist ein Problem das – weil nicht politisch korrekt – im Normalfall totgeschwiegen wird.

    Wir sollten etwas verantwortungsbewusster mit unserem Planeten umgehen. Dazu zählt auch, die Masse an uns in einem gesunden Rahmen zu halten.

  • Ulla sagt:

    @Tim

    Jo, knapp, aber auf den Punkt gebracht.

    Sag es zwar ungern, aber kann man tatsächlich so sehen.

  • Tim sagt:

    Ist imho ganz einfach, ist es wirklich.
    Wer seine Freiheit liebt, hat keine Frau
    wer Tiere liebt, hat keinen Hund
    und wer KInder liebt, verzichtet erst recht darauf
    (ausser man/frau ist ein Sadist, um welche in DIESE Welt zu setzen).
    Schon mal daran gedacht?

  • Thomas Meyer sagt:

    @pappa5: Das eine tun und das andere nicht lassen, ist die Devise. Wir müss(t)en tatsächlich unsere Intelligenz nutzen, um alles technologisch Machbare zu tun, um Klima- und Umweltschutz zu optimieren. Und zugleich müssen wir weltweit aufhören mit unserem Bevölkerungswachstum, sonst schlägt die Selektion bald noch brutaler zurück. Auch heute schon verhungern zu viele Menschen.

    Nur, was Sie mit unserem Wasser im Sinn haben, bleibt mir ein Rätsel. Im Jura herrscht übrigens zurzeit Wassermangel… oder besser anders rum: Es gibt im Verhältnis zur Ressource Wasser zu viele Leute dort, die zu viel Wasser verschwenden.

  • Sam Lenakovski sagt:

    @Logine (bzgl „grünschwätzer.ch“): Ich soll ein Buch kaufen damit sich der Autor (gemäss Angaben auf seiner Homepage) wieder mal einen Flug nach Australien leisten kann? Nein Danke.

  • pappa5 sagt:

    Ich gebe Sacha völlig Recht. Da wird am Ziel vorbei diskutiert. Wer wirklich das Gefühl hat, die Schweizer würden der Welt einen Gefallen tun, wenn sie weniger Kinder kriegen, weil damit weniger Fussabdrücke auf der Welt zu finden sind, denkt nicht in den richtigen Dimensionen. Die Schweiz hat eine Fertilitaetsrate von 1.48 (2008), die der Schweizerinnen liegt sogar noch tiefer. Alt und älter werden ist ein Menschenrecht. Sich vermehren jedoch anscheinend nicht! Die Schweiz trägt wie fast alle anderen reichen Länder bereits erheblich zur Bevölkerungsverminderung bei, was im Übrigen weitere Probleme mit sich bringt (Alterung der Bevölkerung), welche interessanterweise in diesen Beiträgen kaum genannt wurden. (Vermutlich wird es als gegeben angesehen, dass dann nette arme Ausländer ins Land kommen, um sich die wachsenden Kosten unserer Alten (UNS!) mit uns zu teilen. Die sind ja froh, wenn sie hierher kommen dürfen, oder… Ob dieser Gedanke ethisch vertretbar ist, wenn ich daran denke wie wir mit Zugewanderten hierzulande umgehen? Ich bin mir da nicht so sicher, aber das soll an anderer Stelle diskutiert werden.) Die paar Freaks wie wir mit unseren 5 Kindern ändern diese Zahlen auch nicht und es ist nicht abzusehen, dass es hier eine Trendwende geben wird. (Das Bundesamt für Statistik stellt zu Bevölkerungsprognosen in der Schweiz interessantes Material zur Verfügung http://www.bfs.admin.ch)
    Wenn Menschen hierzulande keine Kinder mehr haben weil sie dabei das Gefühl haben ökologisch verantwortungsvoll zu handeln finde ich das zwar schade (um nicht zu sagen verantwortungslos) aber jaenu… Steigerung des persönlichen Glücks ist ja auch etwas Positives.
    Aber nun mal ehrlich und realistisch: was können wir kleinen Schweizer denn dazu beitragen, dass die Welt unserer vielen oder wenigen Kinder nicht so schlecht wird wie von vielen prognostiziert. Mit kommen da 2 Dinge in den Sinn: Technologie und
    Wasser, die beiden wichtigsten Ressourcen unseres Landes. Wir verfügen über eine hervorragende universitäre und privatwirtschaftliche Infrastruktur, die noch viel mehr zur Forschung in verschiedenen ökologisch relevanten Bereichen eingesetzt werden könnte (z.B. Energieeffizienz, billigere Isolationsmaterialien etc.) Wir könnten zum Beispiel unseren Politikern vermitteln, dass wir gerne bereit sind ein wenig mehr Steuern zu bezahlen, um solche Forschungsprojekte von staatlicher Seite zu sponsern. Das andere Ding ist das Wasser. Wir sind eines der wasserreichsten kleinen Länder der Welt und Wasser wird noch viel mehr als fossile Brennstoffe, ein rares Gut werden (man lese die diversen Studien von Peter Rogers von Harvard zu dem Thema). Vielleicht macht es mehr Sinn, sich zu fragen, ob es effiziente Möglichkeiten gibt, andere Regionen dieser Welt an diesen beiden äusserst wertvollen Schweizer Ressourcen teilhaben zu lassen, als der Versuch die Schweizer Fertilitaetsrate von 1,48 auf 1,4 zu senken und dabei unser Land noch weniger kinderfreundlich zu machen.

  • Thomas Meyer sagt:

    Die Frage wäre, wie bringt man das Tabuthema „Regulation des Bevölkerungswachstums“ nachhaltig in die politische Landschaft? Ich weiss es leider nicht. Wahrscheinlich bräuchte es, wie so oft, ein politisches Alphatier, das trotz allem hoffen würde, sich damit profilieren zu können.

    Mir graut nur schon beim Gedanken an einen möglichen zweiten CVP-Bundesrat. Diese Sorte „familienfreundlicher“ Umverteilungs-Politik braucht die Welt zuletzt, scheint aber immer noch relativ mehrheitsfähig zu sein. Diese Verblödungspolitik wird höchstens noch durch Herrn Ratzingers Verein mit seinem Verhütungsverbot getoppt…

  • Sacha sagt:

    Sehr interessante Diskussion. Ich glaube aber hier wird der Esel vom Schwanz her aufgezäumt! In der Schweiz haben wir sicher keine durch zu hohe Geburtenraten erzeugte Überbevölkerung. Das Problem ist die gesteigerte Lebensdauer der Menschen. So wäre es wohl sinnvoller z.B. Menschen ab 65 Jahren keine medizinische Versorgung (ausser Schmerzminderung) zu gewähren.
    Das ist natürlich ein idiotischer Vorschlag, ich weiss. Zu glauben das Problem liesse sich noch weitgehend „demokratisch“ zu lösen ist meines Erachtens „fantastisch“. Ich vermute eines Tages in hoffentlich ferner Zukunft wird das Motto lauten: „Die oder wir“ und natürlich werden wir uns für uns entscheiden. Es wird zu einem Kampf um Resourcen kommen und die Schwachen werden ihn verlieren, wobei jetzt noch nicht klar ist wer die Schwachen sein werden.

  • Buenaventura Durruti sagt:

    Interessante Diskussion. Hier noch ein Denkanstoss aus dem Guardian:

    We still believe in “progress”, as lazily defined by western liberalism. We still believe that we will be able to continue living more or less the same comfortable lives (albeit with more windfarms and better lightbulbs) if we can only embrace “sustainable development” rapidly enough; and that we can then extend it to the extra 3 billion people who will shortly join us on this already gasping planet.

    Wir haben ein Kind. Wir sagen es ist genug oder schon fast zu viel. Ich bereue es nicht und liebe mein Kind über alles. Vielleicht werde es aber vielleicht in 20 – 30 Jahre bereuen wenn ich auf dem Sterbebett liege und sich mein dann erwachsenes Geschöpf um die noch verbliebenen Ressources prügelt.

    Ich stimme voll und ganz mit dem Beitrag von Thomas Meyer überein. Wir können uns innerhalb von unseren mehr oder weniger demokratischen Systemen neue Wege suchen oder es entgleitet aus unserer Hand. Lest mal Song of Stone von Iain Banks. Etwa so stell ich mir die nicht allzu ferne Zukunft vor. Nur weil Kinderkriegen Tabu ist und nicht in unser krankhaftes Wirtschaftssystem von ungebremsten Wachstum passt.

  • Logine sagt:

    Noch druckfrisch, kompakt und während einer Zugfahrt Zürich-Bern retour lesbar: http://www.gruenschwaetzer.ch

  • C. Capacity sagt:

    Wie beim Auto, sollte auch bei den Kindern das Verursacherprinzip angewendet werden, deshalb also vom Staat besteuert werden. D.h., die Eltern werden für jedes Kind zur Kasse gebeten, um Kosten von medizinischer Betreuung, über Schulkosten, bis zur Abfallentsorgung voll zu tragen.

    Es ist ebenso problematisch den Hummer zu verbieten, wie Kinderzahl direkt zu reglementieren, aber man kann beides teuer machen, deshalb dessen Atraktivität veringern. Das sind die guten alten Lenkungsabgaben. Die Zeit Aludeckeli zu sammeln, Solarzellen zu montieren, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln herum zu fahren sind vorbei. Nun gehts ans Grundübel: schlichte Überbevölkerung.

    Weshalb ich als kinderfreie Vernunftsperson auch noch für die von den breeders/Brütern verursachten Kosten wie Kindergarten etc. gerade stehen soll, begreiffe ich hinten und vorne nicht. Vor allem, weil ja Kinder den Eltern so viel Freude bereiten, und man damit auch die eigenen-persönlichen Gene weitergibt (Lest mal R. Dawkins The Selfish Gene). Wenn das nicht so wäre, käme niemand auf den Gedanken Kinder zu bekommen. Dies zeigt sich ja auch bei der Adoptionsproblematik (nicht die eigenen Gene). Also, bitte berappt auch die Kinder-Rechnung ganz. Sonst bleiben Eltern Parasiten der Gesellschaft. Danke.

    Wie die Erderwärmung, so ist die global etwa 30% Überbevölkerung eine wissenschaftliche Tatsache, ob man sie mag oder nicht. In der Schweiz ist es sogar etwas mehr, das global footprint network hat das schön zusammengestellt. Die Warnzeichen der Überbevökerung gibt es zu Hauf:

    – Allgemeine Umweltverschmutzung.
    – Verlust von Habitat/Urward/Regenwald. (in der Schweiz schon seit Jahrhunderten abgeholzt).
    – Kollaps von weltweiten Fischereien: Kabeljau, die berüchtigten Südlichen Sardellen, sogar Tiefseefische wie Macouriden sind nach IUCN Kriterien „critically endangered“ [95-98% Populationsschwund].
    – Absenkung des Grundwasserspiegels in Australien, wie auch Afrika.; Trinkwasserknappheit in Kalifornien.
    – Neue Infektionskrankheiten und deren schnellere Verbreitung.
    – Klare Rechenmodelle zur maximalen Traggrösse der Erdbevölkerung (sog. carrying capacity = K).

    Wenn das zu schwierig ist zu überblicken, kann ich den Film „Soilant Green“ empfehlen, nur so ein Vorgeschmack auf die Zukunft. Um eines müssen wir uns aber sicherlich nicht sorgen, und das ist das Wohl der Erde. Sie wird uns auch alleine los. Die Frage ist also nicht, OB wir die Zahl der Menschen veringern wollen, sondern, WIE und wie SCHNELL. Entweder können wir mitentscheiden, wie die Weltbevökerung veringert wird, oder die Welt veringert die Zahl von Homo s. auch ohne unsere Meinung zu berücksichtigen. Die zweite Variante wird um einiges unangenehmer.

  • Logine sagt:

    Ueber Sinn und Unsinn der Familienplanung lässt sich streiten. Wieso aber den Bürgern in vielen Belangen ungehemmt von staatlicher Seite dreingeredet wird, den Rauchern wird das Rauchen vergällt, SUV Fahrer werden zu Öko-Kriminellen, Lenkungsabgaben, staatl. Förderprogramme suchen unser Verhalten zu beeinflussen. Wieso ausgerechnet eine Entscheidung, die das Gemeinwesen im Positiven wie im Negativen stark beglückt bzw. belastet plötzlich zur sakrosanten Privatsache erklärt wird kann mir keiner schlüssig erklären.

    Schliesslich propagiert die Kirche durch ihre Politik des gehet hin und vermehret euch auch ein Modell, das zu hinterfragen wäre. Dann setzt die Steuerpolitik Zeichen…Die Ueberbevölkerung ist seit den 70er Jahren ein immer akuter werdendes Problem, es en bloc aus der ideologisierten Klimadebatte auszuklammern ist m.E. eine sträfliche Unterlassung. Ebenso verkennt dieses Schweigen die Tatsache, dass die Ressourcenknappheit bei weitem nicht mehr nur durch eine Konsumdrosselung gelindert werden kann. Die UNO betreibt ja seit Jahren Aufklärungsprogramme, die Frauen aufklären und sensibilisieren wollen. Umgekehrt ist es schon auch so, dass die Grossfamiile auch zum Statussymbol geworden sind. Adels-häuser, Industriellenfamilien waren dann meist mit vielen Kindern gesegnet, um den Fortbestand der Dynastie zu sichern. Das Problem ist psychologich doch recht komplex und die 1 Kindpolitik hat China in den letzten Jahrzehnten doch vor den jährlichen Hungerskatastrophen bewahrt. Dass der Westen befürchtet „auszusterben“ während andere Länder aus allen Nähten platzt zeugt von einer extremen Nabelschau, die in Zeiten der weltweiten Vernetzung anachronistisch anmutet.

  • Sam Lenakovski sagt:

    interssiert vielleicht noch ein paar leute hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Happy_Planet_Index

  • Nicole Althaus sagt:

    @Thomas Meyer: Gleichfalls Danke, dass Sie den Anstoss für ein Thema gegeben habe. Hatte ich auf der Themenliste. Und ich habe nicht Sie in die Nähe von Abtreibungszwang gestellt ;-)) Ich finde bloss, dass staatliche Geburtenkontrolle bisher in der Geschichte der Menschheit. keinen positiven Auftritt hatte. Es gibt meiner Meinung nach Dinge, die man dem Menschen nicht vorschreiben kann. Dazu gehört die Fortpflanzung. Die Familiengrösse lässt sich durch andere Massnahmen als Geburtenkontrolle sinnvoller steuern. Ohne mögliche Eethisch fragwürdige Folgen.

    Übrigens: Das Leben der Mutter war nicht immer wertvoller als das des Kindes. Es sind eben letztlich die gesellschaftlichen Werte und Normen, die durchschlagen, sobald Entscheidungen über Leben oder Nichtleben gefällt werden müssen. Und das ist bei einer Geburtenkontrolle auch der Fall.

  • Thomas Meyer sagt:

    @Pipi Langstrumpf: Mit latentem Rassismus hat es durchaus zu tun. Ich habe absichtlich einen nur grenzwertig rassistischen Beitrag gewählt. Gibt ja hier genug andere. Rassismus ist, wenn man ohne zu differenzieren Menschen anderer Länder („Nordafrika“) pauschal als problematisch, weil nicht umweltbewusst bezeichnet. Es gibt viele SchweizerInnen, die schliesslich genau so wenig umweltbewusst sind. Klarer wird das, würde man „Nordafrika“ etwa durch „Israel“ oder „Juden“ ersetzen.

    @Herman: In einem Punkt geb ich Ihnen natürlich Recht. Mir ist im Nebensatz zu Chinas Ein-Kind-Politik ein Fehler unterlaufen, den sie verdankenswerterweise korrigiert haben. Die enorm gesteigerte Lebenserwartung macht die Zunahme der Bevölkerung aus. Schade nur, dass Sie Ihre Intelligenz nicht dazu benützen, sich zu fragen, was denn heute auf dem Planeten los wäre, hätte China diese Politik nicht verfolgt. Davon profitieren wir indirekt, auch wenn das nun viele wieder nicht verstehen (wollen), weil sie meinen auf einer isolierten Insel namens Schweiz im Ozean der Selbstgerechtigkeit zu leben. Im übrigen befürworte ich die Ein-Kind-Politik nicht.

    Dann zu Ihrer „Ethik“: Natürlich bin ich nicht der Meinung mein Leben sei mehr wert als das eines Neugeborenen. Woher leiten Sie diese Unterstellung denn ab? Mein Leben und Ihres sind aber – konventionell durch medizinische Praxis bedingt – ein bisschen wertvoller als Ungeborenes. Ein Arzt wird sich im Zweifel für das bedrohte Leben der Mutter und nicht für das des Ungeborenen entscheiden. Das ist Konvention. Und was mir wichtig ist: Mein Leben und auch Ihres ist viel wertvoller als dasjenige der noch gar nicht Gezeugten. Und allein diese Unterscheidung können Sie mir meinetwegen „ethisch“ vorwerfen.

    Zum Label Ökofaschist: Es macht ja schon Spass, im Internet anonym Dampf abzulassen und so könnte ich’s stehen lassen. Die Tragik ist jedoch folgende: Ich und andere haben hier liberale Massnahmen zur Dämpfung der Bevölkerungsexplosion vorgeschlagen und enttabuisiert. Nicht wir sind die Ökofaschisten. Das werden jene sein, die zum Zuge kommen, wenn wir auf anständige und demokratische Weise es nicht zustande bringen, unsere Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu steuern. Dann kommt die Diktatur, ob man die nun Öko nennen will… Sobald die Spassgesellschaft durch ihr eigenes kopfloses Tun nicht mehr zurande kommt, wird der Ruf nach dem starken Mann (oder Frau) unüberhörbar werden. Dies hat eben auch mit den natürlichen Grenzen des Wachstums zu tun. Es wird in Zukunft weniger pro Kopf geben, der Verteilungskampf wird härter werden.

    @Frau Althaus: Danke, dass Sie dieses Thema lanciert haben. Um dieses Tabu zu brechen, lass ich mich – wenn’s denn sein muss – auch in die Nähe von „Abtreibungszwang…“ etc. stellen. 🙂

  • Pete Sollberger sagt:

    Hoppla, kaum ist man mal einen Tag nicht im Mama-Blog schon verpasst man eine spannende Diskussion. 🙂

    Wer schon mal in China war, der weiss was es heisst, wenn Selbstverständliches nicht mehr vorhanden ist.

    Da wäre die Luft zum Atmen. Wer durch eine chinesische Stadt geht und kaum mehr atmen kann, auch mit Mundschutz, wer dann die Kinder anschaut, die auf Auspuff Höhe mit einem komplett ungenügenden Mundschutz husten und husten, dem wird vielleicht klar, wohin auch unsere Schweizer Zukunft gehen könnte.

    Wer in der chinesischen Stadt steht und Panik bekommt, weil er keinen Platz mehr hat, die Menschenmassen auf dem Weg zum Bahnhof nur noch eines kennen, bloss den Zug erwischen, ohne Rücksicht auf die Mitmenschen, Polizisten mit Schlagstöcken versuchen die Rushhour in den Bahnhöfen zu kontrollieren, der realisiert plötzlich den Begriff Lebensraum.

    Natürlich ist China weit weg und interessiert uns nicht sonderlich. Aber wenn ich vergleiche wieviele Kommentare ein Beitrag zur Libyen Affaire auslöst und dann sehe, dass ein Bericht zu den Staus aufgrund der vielen Baustellen oder der Beitrag zum fehlenden Platz in den öffentlichen Verkehrsmitteln, das Vielfache an Kommentaren auslöst, dann frage ich mich doch, ob wir alle noch das Gefühl haben, dass unser Lebensraum noch ausreicht.

    Ich bin überzeugt, dass eine Einkind Politik mehr als nur problematisch und auch nicht sinnvoll ist, aber sich Gedanken darüber zu machen, wieviel Kinder man will und ob zwei vielleicht nicht genügen, das sollte möglich sein, ohne einen solch extremen Beitrag wie loyalbushie zu produzieren.

  • loyalbushie sagt:

    Wenn sich die Ökofaschisten nicht vermehren, ist das nur zu begrüßen. Hoffentlich stirbt ihr Gedankengut mit ihnen aus. Bis dahin sollte alles getan werden, um zu verhindern, dass diese Leute eine Diktatur errichten. Ich möchte in einem Staat leben, in dem jeder Vater seine Kinder abends ins Bett bringen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass sie eines Tages für irgendeine Wahnidee über die Klinge springen müssen. Und deshalb heißt es nicht nur gegen Nazis, Kommunisten und Islamisten wachsam zu sein, sondern auch gegen grüne „Weltenretter“.

  • Bionic Hobbit sagt:

    Ich moechte mich bei all denen bedanken, die der Umwelt zuliebe auf Kinder verzichten und so meinen Kindern eine schoenere Welt hinterlassen. Ehrlich. Danke.

  • Jo Mooth sagt:

    @Herman: Nur ist es natürlich ethisch problemloser, neues Leben erst gar nicht entstehen zu lassen, als bestehendes zu verkürzen. Dein Hinweis auf die steigende Lebenserwartung als Grund für die Bevölkerungsexplosion ist daher selbst dann nicht hilfreich, wenn er stimmt.

  • Adi sagt:

    @Herman: Ich verstehe diese ewige „Recht auf Leben“ Debatte nicht. Ihr Vergleich hinkt doch offensichtlich. Schliesslich nimmt man dem ungezeugten „Kind“ ja nichts weg, wenn man es gar nicht erst „erzeugt“. Es ist ja gar niemand da, dem man etwas wegnehmen kann…

  • Adi sagt:

    @Thomas Meyer (langer Post): Sie bringen es auf den Punkt.

  • Rolf sagt:

    @ mami mit beruf

    Wenn das Kinderkriegen aus rechtlicher Sicht ein Menschenrecht ist, wo kann ich das einklagen?
    Welches Gericht teilt mir dann einen geeigneten Partner zu, damit das klappt?
    Wie sieht es aus mit der Sorgepflicht der Eltern? Kann man für beliebig viele Kinder sorgen (auch wenn das finanzielle Problem ausgeklammert wird)?

  • Herman sagt:

    Sehr geehrter Herr Thomas Meyer,

    Ignoranz befreit nicht von der Pflicht, Fragen zu beantworten, bevor mann ausruft. Wenn Sie sich nur geringfügig mit Demografie beschäftigt hätten, dann wäre Ihnen bewusst, dass Bevolkerungswachstum kurzfristig mehr mit Lebenserwartung zu tun hat, als mit Geburterate. Die Lebenserwartung in China hat sich von 42 in 1950 auf 73 in 2007 gesteigert. Bereits dies sorgt für ein höhere Bevölkerung von 570 Mio Personen. Die 1 Kind Politiek wirkt erst ab ca. 2020-2030.

    Ethisch gesprochen muss mann auch die Frage beantworten warum Sie für sich ein Recht auf Leben beanspruchen, es andere aber absprechen. Ist ihr Leben mehr wert oder mehr berechtigt, dann das Leben von Neugeborenen? Ich hab noch kein „ökologe“ gehört der Selbstmord machte mit dem Argument „ich mochte den Umwelt schonen“. Werden hier nicht Sonderrechte für den heutige Bevölkerung verlangt, die mann die ungeborene nicht zugesteht. Das recht auf Leben.

  • Jo Mooth sagt:

    Wie gesagt, ich bin für den freien Entscheid, ob und wie viele Kinder jede und jeder machen wollen. Was mich ärgert ist die nun auch in der Schweiz deutlich sichtbare Tendenz, das Kinderhaben staatlich mit allen Mitteln fördern zu wollen, weil sonst die Schweiz aussterbe und niemand mehr für die Alten aufkomme. Das ist einfach Augenwischerei. Jeder noch so ökologisch lebende Mensch ist eine ökologische Belastung. Diese Erkenntnis muss, wenn auch noch Tabu (wie Thomas meyer zu Recht moniert), endlich wie hier thematisiert werden. Linksmitte-Parteien wollen bzw. können das nicht sehen.

  • Staunemann sagt:

    Aussage von Nicole: Genauso unglaubwürdig ist es deshalb, zu behaupten, dass man zum Schutze der Umwelt auf Kinder verzichtet. Man tut das im Normalfall aus den gleichen Gründen, aus denen Paare Kinder haben: Weil man sich davon eine Bereicherung des eigenen Lebens verspricht.

    Kein Wunder können sich Egoisten nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die auf Rücksicht gegenüber einer besseren Zukunft auf Kinder verzichten.

  • Pipi Langstrumpf sagt:

    Thomas Meyer: Was hat das Benennen von Tatsachen, von Beobachtungen, wie es Mira getan hat, mit Rassismus zu tun??? Natürlich ist in den Entwicklungsländern das ökologische Bewusstsein weniger verbreitet, die Menschen dort wollen vor allem ihre ökonomische Misere beenden, “zuerst kommt das Fressen, dann die Moral”. Wenn man solche Tatsachen nicht mehr erwähnen darf, kommt das einem Maulkorb gleich. Es ist auffallend, wie gerade “die Guten” immer versuchen, die Meinungsfreiheit mit moralischen Argumenten zu beschneiden. Merkt Euch, Ihr Moraltanten allüberall, Meinungsfreiheit ist zentral für jede Demokratie, auch die Meinungsfreiheit meines Gegners. Lest Voltaire! Die Errungenschaften der Aufklärung sind so aktuell wie eh’, gerade in Zeiten wie unsern.

  • mira sagt:

    @Maja
    Sollte Ihr Posting sich auf meines Beziehen: Ich habe nicht behauptet, dass Entwicklungsländer mehr Dreck machen. Sondern: Würde man die Bevölkerung von Entwicklungsländern in die komfortable Position eines Schweizers (Deutschen/Italieners/Schweden) setzen, dann gäbe es sicherlich mehr Dreck, weil ein Umweltbewusstsein (noch) kaum vorhanden ist. Diese Einstellung hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern ist das Resultat von vielen persönlichen Beobachtungen.

  • Peter sagt:

    @Maja
    Das scheint mir jetzt etwas gar vereinfacht. Indien, etc produzieren auich ziemlich viel Dreck. Zugegebenermassen auch im Auftrage des Westens (billige Herstellung von Gütern). Wenn mans pro Person runterrechnet ist der Westen natürlich eine Zumutung… Nur scheint das Ziel aller auf der Welt unser ziemlich resourcenverschleudernde Lebensstil. Da sehe ich schwarz.

    Und der direkte Zusammenhang von Pille und tiefer Geburtenrate stimmt leider nicht ganz. Hauptsächlich sinken die Geburtenraten, wenn allen Schichten (Frauen, untere Kasten, etc) Zugang zu Aus- und Weiterbildung ermöglicht wird. Dann sind die Kinder nicht mehr die einzige Vorsorgemöglichkeit und die Geburtenraten sinken auch ohne Einkindpolitik und Zuganz zu Pille. Bessere Bildung hat den Nebeneffekt, dass dann auch offener und korrekter über Verhütungsmittel informiert werden kann und das verstärkt den Effekt.

  • Maja sagt:

    So viel ich weiss machen die Industriestaaten die seit der Pille auf 2 Kindfamilien reduziert wurden den grössten Dreck.
    Kinderreiche Familien wie in Indien etc. leiden an Hunger, Krankheiten und Armut aber sie verschmutzen die Umwelt nicht.

  • mami mit beruf sagt:

    @Jeannette: Selbstverständlich ist die Vermehrung triebgesteuert. In rechtlicher Hinsicht ist das Kinderkriegen jedoch – aus meiner Warte – ein Menschenrecht. Die Begrenzung der Anzahl Kinder pro Familie (oder Frau?) wird deshalb schwierig. Und es darf doch auch einmal gefragt werden, wie denn dieses Ziel erreicht werden darf? Zwangsabtreibungen wie in China?
    Kinder zu kriegen, sie zu haben, für sie zu sorgen und sie zu lieben hat aber gar nichts damit zu tun, ob eine Frau einer bezahlten Arbeit nachgeht. Aber ich glaube, dieses Thema wurde hier schon ausführlich behandelt.

  • Thomas Meyer sagt:

    @Katharina: Rassismus lauert überall, auch da, wo man ihn nicht erwartet, siehe z.B. Kommentar oben von mira. Rassismus ist ein Folgeproblem oberflächlichen Denkens. Gibt immer noch Leute, die meinen die Schweiz sei eine Insel im Ozean der Selbstgerechtigkeit und der Rest der Welt sei schuld an allem Übel.

    Andererseits ist es eine üble Unterstellung, Menschen die sich dafür einsetzen, nicht alles planlos der Intelligenz von Geschlechtshormonen zu überlassen, Faschismus vorzuwerfen.

  • Jeannette sagt:

    @mami mit beruf: Kinderkriegen ist kein Menschenrecht, sonder von ihren Genen gesteuert. Die „wollen“ sich vermehren. Wie Bakterien, Kaninchen und Katzen. Nur wir Menschen denken, dass wir etwas besonderes sind. Bakterien lehren uns aber auch, dass es eine Limite der Vermehrung gibt. Das endet dann mit Massensterben. Ich rede nimandem drein, wieviele Kinder sie wollen. Aber die Zahl der Menschen wird bald einmal eine Schwelle ueberschreiten, die das Leben ihrer naechsten Generation etwas schwieriger gestalten duerfte. Global warming ist nicht mehr aufzuhalten (sorry Stoffwindeln) und es wird deshalb Kriege geben ueber Rohstoffe und Wasser. Ich hoffe, sie bereiten ihre Kinder darauf vor. Und noch etwas: Wenn sich Frau auf das Wesentliche konzentrieren soll, warum arbeiten sie denn?

  • Katharina sagt:

    auch wenn frueher in diesem thread argumentiert wurde, dass die einschraenkung der anzahl kinder von aussrhalb einer familie nichts mit eugenik und faschismus zu tun habe, zeigt der weitere verlauf, dass solche massnahmen sehr schnell in richtung faschismus gehen. als beispiel der post oben http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/4375/ein-kind-politik-mit-okolabel/comment-page-3/#comment-6467

    q.e.d.

  • Markus Schmidli sagt:

    Wenn schon ökologisch, warum nicht so:

    Jede in der Schweiz legal wohnhafte Person erhält einen Kindergutschein (z. B. für 0.9 oder 1.2 Kinder, je nachdem wie es die Verhältnisse erfordern). Diesen kann sie entweder mit einem geeigneten Partner in ein reales Kind umsetzen oder aber zeugungswilligen anderen Personen verkaufen. Der Wert dieser Gutscheine würde sich ganz nach Angebot und Nachfrage ergeben wie bei einer Aktie. Wer seinen Gutschein verkauft, muss sich allerdings zur Sterilisation verpflichten. Wer KInder herstellt, ohne im Besitz eines Gutscheins zu sein, wird hart bestraft und zwangssterilisiert. Gleichzeitig würde bei Einlösung des Gutscheins eine landesweit einheitliche und angemessene Kinderzulage fällig.

    So würde zum einen nicht jeder (männliche oder weibliche) Nichtsnutz unbeschränkt Kinder auf die Welt stellen können, für die er weder aufzukommen noch sie zu erziehen fähig ist. Zum anderen würde die Bevölkerung nicht einfach unkontrolliert zunehmen und weiter zunehmen. Die Überbevölkerung findet ja nicht nur in Indien oder Afrika statt, sondern auch bei uns: noch 1920 hatte die Schweiz 3.9 Millionen Einwohner, seither hat sich diese Zahl auf 7.7 Millionen verdoppelt.

    Damit sind wir sind allein schon der Nahrung wegen vom Ausland abhängiger denn je und verlassen uns immer mehr auf die Erträge dubioser Bankpraktiken. So werden wir jährlich erpressbarer und sind inzwischen nicht mal mehr fähig, das Geld für eine sinnvolle Landesverteidigung aufzubringen, stattdessen wächst der sogenannte Sozialstaat – Nichtstuer und Kranke (anderswo „Gratisbürger“ genannt) sowie die sie Verwaltenden nehmen immer mehr zu. Da steigen dann nicht nur die Krankenkassenprämien und die Mehrwertsteuer, sondern auch der Ärger der Bezahler.

  • bigmama sagt:

    Jo Mooth: Auf der Welt gibt es zurzeit mehr als genug Kinder. Viele kommen auch hierher, weil es ihnen in ihrer Heimat an vielem mangelt. Sie werden die kinderlosen Greise dereinst pflegen.

    Dass sie vielleicht andere Träume haben, spielt für dich anscheinend keine Rolle. In deinen Augen müssen sie offenbar dankbar sein, dass sie dich irgendwann pflegen dürfen. Und dass die Ausbildung als Altenpflegerinen/Krankenschwester/Arzt von einem armen Staat bezahlt wurde und du als Schweizer Steuerzahler nichts dafür zahlen musstest, freut dich wahrscheinlich auch.

  • mira sagt:

    Wenn man das Umweltbewusstsein von Menschen aus unterentwickelten Staaten anschaut, dann wird schnell klar, dass diese keine Lösung bringen werden! Im Gegenteil, unserer Umwelt geht es schlechter, je mehr Einwohner aus solchen Ländern einwandern.

    Ich habe letztes Jahr ein paar Monate in einem nordafrikanischen Land gelebt und habe die gedankenlose Ressourcen-Verschwendung von den Leuten, die es sich leisten können, miterlebt. Importieren wir zu viele solcher Leute in die Schweiz, dann haben wir ein weitaus grösseres Problem.

    Der Umwelt zuliebe also lieber eigene Kinder erzeugen und diese auf Umweltthemen sensibilisieren!

  • Thomas Meyer sagt:

    Da ich als einer der Auslöser dieser Diskussion um die politisch korrekte Kinderzahl zitiert werde, erlaube ich mir, mich nochmals zu Wort zu melden. Ich habe nichts gegen polemische Darstellungen, schliesslich habe ich diese Form selber gewählt, vielleicht unbewusst in der Hoffnung, diese weiterführende Diskussion hier führen zu können.

    Dass niemand in diesem Zusammenhang von Eugenik gesprochen hat, wurde von Mike Brügger schon richtig gestellt. Auch der Vergleich mit einer restriktiven Ein-Kind-Politik, wie sie China angeblich betreibt, was sich jedoch merkwürdigerweise bevölkerungsstatistisch kaum auswirkt, ist ja nun auch völlig übertrieben und führt in der Sache nicht weiter. Ich habe lediglich von einer Einflussnahme über die Steuern gesprochen, um Familien, die im Begriff sind, sich mehr als zwei Kinder (eben nicht eines) anzuschaffen, Gelegenheit zu geben, dies kritisch zu überdenken.

    Um nicht missverstanden zu werden. Ich bin sehr dafür, dass das Solidaritätsprinzip erhalten bleibt, sprich: bin dafür, dass auch zurzeit Gesunde Krankenkassebeiträge bezahlen und natürlich auch, dass kinderlose Leute Beiträge an die Schulgemeinden zahlen. Aber alles hat seine Grenzen. Angesichts der tatsächlichen ökologischen Bedrohung des ganzen Planeten – welche man im reichen Zürich vielleicht nur punktuell und zeitverzögert wahrnehmen will – sind hormon-, bauch- oder zufallgesteuerte Nachwuchs-Exzesse fragwürdig. Ebenso die steuerliche Begünstigung von Grossfamillien, inklusive Kindergeld, etc.

    Ich plädiere ganz einfach dafür, in dieser Frage mit steuerlichen Mitteln eben steuernd einzugreifen und zwar in dem Sinne, dass bis auf weiteres bald kein positives Bevölkerungswachstum mehr resultiert. Natürlich ist das (noch) ein Tabuthema. Keine Partei macht sich dafür stark, weil jede Partei primär nichts anderes im Sinn hat, als mehr Wähleranteile zu gewinnen. Deshalb werden Tabuthemen, die als nicht mehrheitsfähig angesehen werden, gar nie aufgegriffen. Das ist ein anderes Thema, aber das ist die Tragik unserer Zeit. Eigentlich erstaunt mich auch die Stellungnahme des Herrn vom WWF nicht wirklich, will er doch auch keine potenziellen Geldspender vergraulen. Auch hier wieder Gefahr des Missverstehens. Darum: Ich schätze und unterstütze im Allgemeinen die professionelle Arbeit des WWF in ökologischen Fragen sehr. Doch mit dieser Wischiwaschi-Aussage, die es allen Recht machen will, ist niemandem gedient.

    Die Ökobilanz von Familien ist noch mal eine ganz andere Frage. Die kann man nicht im Querschnitt, also quasi statisch machen und dann feststellen, dass sich eine vielköpfige Familie gleich viele Ressourcen teilt, wie ein kinderloses Paar. Sorry, das ist Sonderschulmathematik. Zwanzig Jahre später haben die – sagen wir mal: vier Kinder – eigene Wohnungen, eigene Autos, etc. etc.; das kinderlose Paar hingegen hat keine vergleichbaren Multiplikatoren des Verbrauchs. Und wer’s angesichts des eignen süssen Nachwuchses nicht glaubt, gehe mal kurz runter auf die Strasse und schaue, was die heute 17-jährigen so tun: Das Handy läuft heiss, täglich neue Modeklamotten, der Diesel dröhnt und die nächsten Ferien werden in Australien gemacht. Was liegt schliesslich näher?

    Abgesehen von der Polemik: Wer glaubt, Bevölkerungswachstum und Umweltprobleme hätten kaum einen Zusammenhang, soll sich mal beim IKRK schlau machen: Bereits heute sind die meisten bewaffneten Konflikte dieser Welt, Kämpfe um immer knappere Rohstoffressourcen. Auch dies merkt man wohl im reichen Zürich zuletzt… Der Mensch, bevor und wenn überhaupt er sich Gedanken über Nachhaltigkeit macht, ist ein Wesen, das den Hals nicht vollkriegt. Evolutionär bedingt ist das verständlich. Und insofern muss die Politik früher (besser) oder später (wird sehr unangenehm!) dagegen steuern.

  • Yves sagt:

    @Opa Meier: Stimme ich zu.

  • Yves sagt:

    @Jo Mooth: Stimmt nur zum Teil. Damit das für alle erträglich funktioniert, müssten die vielen globalen Kinder halt zwecks Integration schon in der Kindheit hier hinkommen und nicht erst als Erwachsene und mit Fischerbooten über das Mittelmeer.

  • the man sagt:

    Wie definiert man eigentlich Überbevölkerung? Wenn nicht mehr alle Menschen ernährt werden können (nicht der Fall!) oder wenn nicht alle Menschen ernährt werden sollen? Ist unser Land überbevölkert weil nicht mehr jeder seinen Einfamilienhaus-mit-umschwung-traum ausleben kann oder weil nicht genügend Arbeitsplätze für alle Doppelverdiener zur Verfügung stehen?
    @ mami mit beruf: du kannst was-auch-immer zum Menschenrecht erklären, solange du dein Recht nicht einklagen kannst ist’s sowieso für die Katze!
    A propos: Wieviele Haustiere sind denn ökologisch noch tragbar?!?

  • Yves sagt:

    @Susanna: Na ja, ich komme bei Ihrem Beispiel auf ganz andere Zahlen… Wenn 80’000 das Netto Einkommen ist sieht es wie folgt aus:

    Ledig keine Kinder 9’606

    Verheiratet 2 Kinder 7’131

    Gerechnet auf http://www.steuerstrategie.ch/index.php für das Jahr 2008

    (oder ähnliche Zahlen auf http://www.steueramt.zh.ch/cgi-stcalc/StTarifNP99.cgi)

  • Bigfoot sagt:

    @Damian Oettli: danke!

  • Jo Mooth sagt:

    Die Forderung, lieber mal ein Kind weniger zu machen, hat seinen Grund zumindest teilweise auch in staatlichen Fördermassnahmen. Die reichen europäischen Länder haben offenbar Angst, auszusterben, und fördern das Kinderkriegen mit Prämien und günstigen Angeboten der Kinder-Drittbetreuung. Auch die Schweiz, wenn auch bisher weniger stark. Es zahlen dann die, welche keine Kinder haben (wollen). Damit sie das tun, wird verkündet, Kinder seien wichtig für die Gesellschaft, sicherten die AHV, pflegten einst die kinderlosen Greise, usw. Diese Sicht ist national statt global. Auf der Welt gibt es zurzeit mehr als genug Kinder. Viele kommen auch hierher, weil es ihnen in ihrer Heimat an vielem mangelt. Sie werden die kinderlosen Greise dereinst pflegen. Aber das passt vielen hier nicht: Richtige Schweizerli sollen es sein. Der Entscheid, ob und wieviele Kinder soll ein persönlicher sein und bleiben. Staatliche Fördermassnahmen auch für nicht arme Eltern sind aber wohl tatsächlich nicht angebracht, wenn in einer globalen Optik auch den Umweltproblemen Rechnung getragen werden soll.

  • Yves sagt:

    @mami mit beruf: gar nicht darauf eingehen ;-). Da wird Äpfel mit Birnen verglichen und ich denke, dass der Mike Brügger bei einem Herzinfarkt sehr gerne auf eben diese Ausgebildeten Frauen und Männer zurückgreift…

  • Opa Meier sagt:

    Der Gedankengang – weniger Kinder, weniger Umweltbelastung – mag logisch klingen, ist dennoch utopisch, weil nicht durchsetzbar. Da müsste man schon mit gröberem auffahren, um die Menschheit zu dezimieren (und sie wird es ja wohl in nicht allzu ferner Zukunft selber tun – die Verteilkämpfe lassen grüssen). Also solche verqueren Denker nicht allzusehr beachten – mit Oekologie haben sie nur vordergründig was am Hut – es ist schade um die Tinte.

  • Yves sagt:

    @Mike Brügger: Die Evolution nach Darwin gilt für alle Lebewesen – aber nicht mehr uneingeschränkt für den Menschen. (Künstliche Befruchtung, Samenspenden, Medizin etc.) „Survival of the fittest“ bedeutet ja, das derjenige mit der besten Anpassung überlebt. Der Mensch hingegen macht sich seine Umwelt passend.

  • mami mit beruf sagt:

    @ Mike Brügger: Es ist richtig, dass das Bildungssystem in der Schweiz gratis ist. Jedoch besuchen meine Kinder eine private, nicht subventionierte Krippe und ich möchte bezweiflen, dass meine Kids jemals Medizin studieren. Hinsichtlich steuerlicher Abzüge kommen Familien mit zwei Verdienern aber nicht sonderlich gut weg: Obwohl ich nur arbeiten kann, weil ich die Hilfe einer Krippe in Anspruch nehme, kann ich deren Kosten nicht von den Steuern abziehen, muss aber mein Einkommen voll versteuern, selbstverständlich zusammen mit dem meines Mannes. Finanziell also eher ein Desaster für Familien. Das gleicht auch der Familienabzug bei den Steuern oder die monatliche „Pampers-Zulage“ nicht aus.

  • Susanna sagt:

    @Mami mit Beruf: Von wegen keine finanzielle Unterstützung. Sie und ihre Familie werden von kinderfreien Paaren und Singles quersubventioniert. In einer bestimmten Zürcher Gemeinde (Hausen am Albis) bezahlt man als alleinstehende Einzelperson auf einem Einkommen von 80’000 ca. 14’000 Franken Steuern. Eine Familie mit zwei Kindern bezahlt auf einem Einkommen von 80’000 3500 Franken Steuern (ALLE VIER ZUSAMMEN). Die kinderfreien Leute, auf die sie mit soviel Verachtung herabsehen, und denen sie gemäss ihrem Blogpost nicht zugestehen auch ein „richtiges“ Leben zu führen, resp. gute Menschen zu sein (sie wissen ja nicht, was diese Personen in ihrer Freizeit alles an Freiwilligenarbeit leisten – kommt der Gesellschaft in einem grösseren Mass zugute als ihre eigene egoistische Kinderaufzucht), bezahlen also für sie mit. Bitte einfach nicht soviel gedankenlose Statements…..es tut schon fast weh.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Mike Brügger: Müsste man dann aber nicht auch staatlich vorschreiben, wer in der Altenpflege arbeiten muss. Denn China hat ja seine Ein-Kind-Politik wegen der Überalterung revidieren müssen (siehe NZZ): http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/ein-kind-politik_wegen_beralterung_der_bevlkerung_gelockert_1.3185821.html

    Ausserdem: In china dürfen Pärchen auf dem Land seit längerem ein zweites Kind bekommen, wenn das erste ein Mächen ist . – dieser staatliche Eingriff war nur dazu da, um die Abtreibung weiblicher Föten zu unterbinden. Der leichte männliche Überschuss ist wohl nur deshalb so gering.

  • Mike Brügger sagt:

    Korrektur: Gemeint war ein leichter Überschuss an Männern (nicht Frauen) in China. Das ist nicht in den meisten anderen Staaten so, sondern nur in wenigen. Das Ungleichgewicht ist aber gering.

  • Mike Brügger sagt:

    @Nicole Althaus: Noch zum Thema der Geschlechterselektion bedingt durch staatliche Eingriffe wie vorgeschriebene 1-Kind-Familien. Man kann solche Eingriffe auch explizit verbieten und unter hohe Strafe stellen. Genau so, wie viele Eingriffe schon heute schon verboten sind (Stichwort Abtreibungen, Diagnostik zur Selektion usw.). Dort, wo das nicht funktioniert, hat das meist mit Staatsversagen generell zu tun. Beispielsweise wenn in Indien weibliche Föten häufiger abgetrieben werden als männliche. Gleichzeitig sieht man am Beispiel Indien auch, dass solche Auswüchse vor allem kultureller und historischer Natur sind, denn Indien kennt keine staatlich verordnete 1-Familien-Politik. In China hingegen waren die Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis relativ gering. Es gibt heute einen leichten Überschuss an Frauen in China, allerdings ist das auch in den meisten anderen Staaten so. Käme es zu grossen Unausgewogenheiten, würde sich das in einer modernen Gesellschaft von alleine wieder einpendeln, da der wirtschaftliche und gesellschaftliche Wert des raren Geschlechts entsprechend steigt.

    Die Situation in Indien kann übrigens als eine kulturell „selbstverordnete“ Familienpolitik angesehen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sind der limitierende Faktor des Bevölkerungswachstums. Indien hätte noch grössere Probleme als heute schon, hätte sich diese Kultur nicht beim Bevölkerungswachstum selbst gesellschaftliche Schranken auferlegt.

  • Chris sagt:

    Normalerweise sagt man ja immer (auf jeden Fall die Linken) „einem Menschenleben kann man nicht einen Wert geben“, oder „Leben kann nicht mit Geld gemessen werden“.
    Aber anscheinend ist es politisch korrekt dem Leben einen CO2-Wert zu geben… wir leben in einer lustigen Zeit…

  • Mike Brügger sagt:

    @Bionic Hobbit: „Die Schlaumeier, die jetzt so altruistisch auf Kinder verzichten verweigern der Zukunft also ihren vielleicht so vorteilhaften Genpool.“ Das ist genau das Fatale an der Sache. Darum: Kinderkriegen ist eine negative Externalität. Denn man verdrängt und benachteiligt potenziell andere Gene. Gemäss Evolutionstheorie, wird Genmaterial, das sich über die Evolutionstheorie hinwegsetzt und bei diesem grausamen „Survival of the fittest“ Rennen nicht teilnehmen will, automatisch eliminiert, weil es sich eben nicht fortpflanzt.
    Darum ist diese Diskussion auch überhaupt eine Diskussion. Denn wir alle zählen zu den kurzfristigen Gewinnern dieses Systems, sonst gäbe es uns gar nicht. Langfristig werden sich aber zusehends egoistischere, aggressivere Gene durchsetzen. Ein Rückfall in Zeiten, die man längst vergessen glaubte.

    Die kulturellen Errungenschaften der modernen Menschheit sind aber gerade, dass man Aggression zum Nutzen aller einschränken kann (Polizei, Gesetze) und sich über die Evolutionstheorie ein Stück weit hinwegsetzen kann und dadurch sehr viele Freiheiten gewonnen hat. Man denke an die Antibabypille, Kondome, Schönheitschirurgie.

    Befragen Sie mal einen weisen Philosophen, Ökonomen oder Biologen dazu. Er wird es ihnen bestätigen.

  • Neu hier sagt:

    Umweltaktivisten sprechen gern von Nachhaltigkeit, und natürlich haben sie Recht: Selbstverständlich müssen wir unsere Ressourcen schonen und dafür sorgen, dass wir nicht auch noch die letzten halbwegs natürlichen Lebensräume zerstören. Die meisten von uns, auch ich, haben in diesem Zusammenhang noch viele Hausaufgaben zu erledigen.
    Aber es gibt nicht nur eine ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche. Ich jedenfalls will nicht in einer Ein-Kind-Welt älter werden. Eine überalterte Gesellschaft wird eine unbewegliche und wohl auch intolerante und einsame Gesellschaft. Die heranwachsende Generation hingegen dürfte einerseits verwöhnt, andererseits mit übersteigerten Erwartungen konfrontiert sein. Gar nicht zu sprechen von der sozialen Absicherung und der medizinischen Versorgung.
    Ich wünsche mir jedenfalls einen lebendigen Platz zum Leben, wo Werden und Vergehen sich die Waage halten. Selbstverständlich ist es jedem und jeder freigestellt, wie viele Kinder er oder sie haben will, aber wenn es im Durchschnitt etwa zwei sind, ist das in meinen Augen nicht schlecht.
    Wir müssen hier unsere ökologischen Probleme lösen und den Drittweltländern dabei helfen, ihre Probleme mit der Überbevölkerung in den Griff zu kriegen. Eine Vermischung der beiden Probleme macht die Welt weder ökologisch noch sozial zu einem besseren Platz. Würden wir hier tatsächlich weniger Kinder in die Welt setzen, würde die Lücke ganz einfach durch Migration gefüllt. Und haben sich die Migranten erst einmal hier akklimatisiert, ist ihr ökologischer Fussabdruck genau gleich gross wie der von allen Menschen in Wohlstandsländern.

  • Mike Brügger sagt:

    @Nicole Althaus: Eltern, die heute bewusst keine Eugenik betreiben (z.B. ein Trisomie21-Kind nicht abtreiben), würden dies auch bei einer staatlich vorgeschriebenen 1-Kind-Familie nicht tun. Eltern, die es dann tun würden, tun es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch heute schon. Denn schon heute ist der wirtschaftliche und soziale Druck auf unseren Nachwuchs enorm.

    Ich sehe dies also als Scheinargument. Wie man zur Eugenik steht, ist weitgehend eine Frage der Ethik des Individuums bzw. der Eltern.

    Übrigens kann auch ein staatlicher Eingriff in die Familienplanung durchaus Ausnahmen in Einzelfällen vorsehen. Beispielsweise gerade im Fall von schweren Behinderungen.

  • El Unzo sagt:

    Selbstverständlich hat jeder das Recht, soviele Kinder auf die Welt zu setzen wie er will. Aber vielleicht wäre diese ewige vermeintliche Problematisierung der niedrigen Geburtenrate in entwickelten Ländern und das damit verbundene Bewerten kinderloser Erwachsener als Sonderlinge zu überdenken. Denn eins ist sicher: Zuwenig Menschen gibt es auf diesem Planeten sicher nicht.

  • Mike Brügger sagt:

    @mami mit beruf: Der Schweizer Staat unterstützt gegenwärtig die Aufzucht Ihrer Kinder sehr wohl und wie! Beispielsweise ist das Bildungssystem in der Schweiz öffentlich und kostet praktisch nichts, verglichen mit anderen Staaten. Die Schweiz buttert jedes Jahr mehrere hundert tausend Franken in jeden Medizinstudenten! Vom später grossen Verdienst des ausgebildeten Arztes sieht der Staat nur einen kleinen Anteil in Form von Steuern wieder. Auch die meisten Krippen sind nicht selbsttragend, sondern werden vom Staat direkt und indirekt unterstützt. Sie bekommen ausserdem eine Kinderzulage und können viele Ausgaben steuerlich geltend machen.
    Beklagen dürfen sich höchstens die kinderlosen Leute und Paare, welche keine gesponserte, höhere Ausbildung bekamen und nun aber trotzdem via Steuern für die Profiteure dieses Systems bezahlen müssen.

  • Natürlich ist es richtig, dass mehr Menschen auch mehr potentielle Umweltbelastung bedeuten. Aber ebenso richtig ist, dass Kinder unsere Zukunft sind, Freude, Spass, Erneuerung und Leben bedeuten, worauf wir keinesfalls verzichten wollen. Ernsthafte Umweltorganisation fordern daher nie Einschränkungen bei den Geburtenzahlen, sondern setzen auf die innovative Kraft junger Menschen, die ökologischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
    Zudem sollte man bedenken, dass grössere Haushalte den Fussabdruck pro Person massiv reduzieren, weil sie energiefressende Geräte wie Kühlschränke, die Heizung und allenfalls ein Auto teilen. Single- und Paarhaushalte sind hier extrem ineffizient und müssten aus einer ökologischer Perspektive verboten werden. Aber im Ernst: natürlich ist auch das nicht der richtige Weg. Menschen sollen Ihre Lebensform frei wählen und ihre Wünsche und Träume verwirklichen dürfen. Nur so können sie eine positive Einstellung zum Leben und zu unserem Planeten entwickeln. Und nur dann werden sie bereit sein, diese Erde und ihre Natur zu schützen und zu bewahren.
    Möglichkeiten dazu gibt es viele: die Lösung findet sich in uns allen und auf http://www.wwf.ch/lösung

    Damian Oettli, WWF Schweiz

  • Gabriela sagt:

    Die Kinder sind für mich auch eine Möglichkeit die Zukunft mitgestalten zu helfen. Schaffe ich es meine Kinder so aufwachsen zu lassen, dass sie es gewohnt sind selber zu denken und eine eigene ihnen innewohnende Moral haben und genügedn Vertrauen in sich selber um notfalls aufzustehen und sich für etwas einzusetzen, dann habe ich viel erreicht.
    Natürlich ist nicht die Rettung der Welt der Hauptgrund, meine Kinder möglichst so aufwachsen zu lassen, sondern weil ich der Meinung bin, dass dies den Kindern ermöglicht ein zufriedenes Leben zu führen.
    Ich bin mir bewusst, dass ich dieses idealistische Ziel nicht voll erreichen werde, aber es ist ein Ansporn, es so gut wie möglich zu machen.
    Die Menschheit braucht nicht nur eine intakte Umwelt um vernünftig weiter zu existieren.

  • Kurt sagt:

    Ach ja, es steht natürlich auch nirgends, dass jemand kein Recht hat, Kinder zu kriegen…!

  • Bionic Hobbit sagt:

    Wenn man kurzfristig nur den Fussabdruck der Kinder betrachtet, moechte nur auch noch zu bedenken geben, dass Eltern von 2 und mehr Kindern wahrscheinlich weniger Langstreckenfluege machen als solche ohne oder mit einem Kind, dass sie ab dem 2. Kind viele Kindersachen, Kinderwagen, Spielzeug etc wiederverwenden oder gebraucht kaufen.

    Koennte es aber laengerfristig auch sein, dass man bei mehr Kindern die Chance erhoeht, dass eines davon einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz machen wird? Falls wir die Erde tatsaechlich, noch laengerfristig, in ein paar Generationen kaputt machen, und die Menschen daran sterben, ist es fuer die natuerliche Selektion inicht sogar besser, wenn es moeglichst viele verschiedene Individuen gibt? Die Schlaumeier, die jetzt so altruistisch auf Kinder verzichten verweigern der Zukunft also ihren vielleicht so vorteilhaften Genpool.

    Ich glaube auch, dass wir die Auswirkungen der Ein-Kind-Politik zum Glueck ja schon woanders haben beobachten koennen und sie deshalb nicht auch einfuehren sollten.

  • Kurt sagt:

    Ääh ja. Man will niemandem einen Stein in den Weg legen und man will Familien fördern, auch schon vor der Gründung. Aber dass da nicht steht „alle haben ein Recht, Kinder zu kriegen“, ist nicht einfach so Zufall. Ganz ehrlich nicht. Und es wäre nötig, auch so ganz offiziell ein Wort über alle diejenigen, denen das Kinderkriegen verwehrt wird, zu verlieren. Darfst gerne einen Juristen fragen. 😉

  • maia sagt:

    Ich verstehe eher das umgekehrte nicht: Viele Menschen die Kinder haben sind fleissig dabei, wenn es darum geht die Welt ökologisch zu Grunde richten. Man hat Kinder und fährt trotzdem Auto, fliegt in der Welt herum, isst Aepfel aus Australien und und und…. Eigentlich müssten doch gerade Menschen mit Kindern ein Interesse daran haben, dass diese auch noch Luft zum atmen haben.
    Und die, die hier sagen es gäbe ein Recht auf Kinder: Es ist doch eigentlich umgekehrt. Die Kinder haben ein Recht auf Eltern, die sich um sie kümmern und gerade dieses Recht wird ihnen sehr oft verwehrt.

  • Adi sagt:

    Ich bin ja nicht einer dieser Öko-Extremisten, die in jedem Kind eine Umweltbelastung sehen… das Problem ist sind nicht die Kinder sondern das Bevölkerungswachstum. (siehe dazu auch: http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/wohnbevoelkerung_2008_schweiz_1.3427389.html).

    Ich will ja niemandem die Fortpflanzung verbieten, und auch eine Ein-Kind-Politik finde ich nicht sinnvoll. Allerdings habe ich schon etwas Mühe mit dieser „Wir sollten alle möglichst viele Kinder haben, weil sie das wertvollste sind das es gibt“-Haltung Wir können uns nicht grenzenlos vermehren. Irgendwann wird uns die Natur Grenzen setzen (und dies auf brutale Weise: Seuchen, Umweltkatastrophen etc).

    Aber für mich gibt es gnügend Gründe, schon vor dem Erreichen der natürlichen Grenzen über das Thema nachzudenken: Eigentlich reicht schon das Beispiel Schweiz. Der Wohnraum wird knapper, der Verkehr dichter (auch der öV stösst an seine Grenzen), die Parks überfüllter… es ist ja schon heute so, dass sich die Menschen überall in die Quere kommen. Klar kann man all das ein Stück weit mit mehr Toleranz lösen. Aber die Probleme unserer Gesellschaft werden nicht geringer mit zunehmender Zusammenpferchung der Leute – es wird mehr Konflikte, mehr Amokläufe und mehr Aggressionen geben in einer immer enger werdenden Welt. Der Kampf um Ressourcen wird härter, was wiederum zu mehr sozialen Spannungen führt.

    Mir kommt dabei eigentlich nur eine Frage in den Sinn: Wäre weniger nicht manchmal mehr? …ist mehr Lebensqualität nicht erstrebenswerter als mehr Lebensquantität?

  • mami mit beruf sagt:

    „grösstmöglicher Schutz und Beistand ….im Hinblick auf ihre Gründung“ soll kein Recht aufs Kinderkriegen sein? Ich jedenfalls verstehe das so. Und ja, es muss tatsächlich jedesmal im Einzelfall begründet werden, weshalb ein geistig Behinderter keine Kinder haben darf.

  • Nicole Althaus sagt:

    @ Elias
    Bin absolut Ihrer Meinung. Der beste Weg, die Population international auf einem vernünftigen Level zu stabilisieren, kennt man längst: Den Frauen auf der ganzen Welt Zugang zu Bildung zu verschaffen, das Gesundheitssystem welt weit auf hohes Niveau zu bringen und den Zugang zu sicheren und erschwinglichen Verhütungsmittel. All diese Punkte haben bisher noch immer zu einer Reduktion der Geburtenrate geführt.

  • Elias sagt:

    Vielleicht sollten wir in dieser Diskussion die Emotionen etwas herausnehmen und uns auf die Tatsachen konzentrieren. So ist es halt tatsächlich so, dass die Erde ein geschlossenes System ist mit begrenzten Ressourcen. Wächst die Weltbevölkerung wirklich wie prognostiziert weiter, so muss das zwangsläufig dazu führen, dass sich die Konflikte verschärfen und viel Elend entstehen wird. Das kann in niemandens Interesse sein.
    Keiner spricht wohl ernsthaft davon zu verbieten mehr als zwei Kinder zu haben. Allerdings wäre es schon sinnvoll Anreize zu schaffen, dass sich die Bevölkerungszahl stabilisiert oder vielleicht sogar leicht zurück geht.

  • Kurt sagt:

    Liebes Mami mit Beruf, Du hast den betreffenden Artikel leider nicht gut durchgelesen. Er räumt Familien, der Mutter und dem Kind zahlreiche Rechte ein, ja, aber Kinderkriegen PER SE wird deshalb noch lange nicht als Menschenrecht deklariert. Da steht kein Wort davon. Wenn Kinderkriegen ein Menschenrecht wäre, dann müssten wir z.B. auch geistig behinderten Menschen oder Schwerstkriminellen das Kinderkriegen erlauben – oder zumindest begründen, weshalb nicht. Doch davon steht kein Wort im schönen Art. 10. Und wenn Kinderkriegen ein Menschrecht wäre, dann müsste man auch der Medizin Tür und Tor öffnen, da läge nämlich noch einiges drin, was ziemlich viele unethisch fänden.

  • Monato Roddenberry sagt:

    Die Idee mit der Geburtenbeschränkung steht der Idee mit der Konsumverhaltensbeschränkung in ihrer Borniertheit in nichts nach. Wenn die Umwelt geschädigt wird, dann nie weil es nicht anders geht, sondern immer weil es billiger ist und damit mehr oder überhaupt Gewinn abwirft. Gegen diese Schädigung nützen weder Konsumbeschränkungen noch Geburtenbeschränkung sondern nur eine andere Wirtschaftsform.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Mike: Staatliche Geburtenkontrolle ist vielleicht in der Grundabsicht keine Eugenik, aber sie führt oft dazu. Wenn Menschen nur noch ein Kind haben dürfen, dann beginnt die Selektion, der Erbmerkmale. Dann wird das Merkmal XX abgetrieben, oder Föten mit Trisometire 21. Und das könnte im neuen Jahrtausend sehr viel grausiger aussehen als noch im alten. Einfach nur weil die Selektion heute möglich ist. Es winkt die Zeit, in der Kinder nach Wunschkatalog zusammengestellt werden…

  • mami mit beruf sagt:

    Lieber Kurt: Kinderkriegen ist ein Menschenrecht, siehe Art. 10 des internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (SR 0.103.1). Dass einige Menschen keine Kinder (mehr) kriegen ist äusserst bedauerlich, jedoch eine Anomalie, welche der Staat bedauerlicherweise nicht heilen kann. Genausowenig wie er den Invaliden mit dem Grundrecht auf Arbeit heilen kann.

  • Kurt sagt:

    „Kinderkriegen ist ein Menschenrecht“? Und was ist mit denen, die keine Kinder kriegen können? Wer tut ihnen Unrecht? Eine heikle Gleichsetzung, konsequent gedacht könnte sie ähnlich unethische Folgen haben wie die Eugenik.

    Ich würde sagen, Kinderkriegen ist vielmehr ein ernst zu nehmendes menschliches Bedürfnis und zudem ein sehr altes menschliches Bedürfnis. Deshalb sollten meines Erachtens eher neuere menschliche Bedürfnisse verboten werden, zum Beispiel das Bedürfnis, mitten im Winter in eine Vitamin-C reiche Südfrucht beissen zu können. Aber ich glaube nicht, dass die moderne Gesellschaft verzichten will…

  • Ronny sagt:

    Dass Kinder grundsätzlich eine vermeidbare Umweltbelastung wären, finde ich völlig übertrieben. Das Problem ist unser Konsumverhalten. Ein kleiner verwöhnter Bonzenbengel, der mit 5 Monaten bereits Markenschuhe trägt, 1000 Spielsachen aus Plastik besitzt und ein Handy hat, bevor er lesen und schreiben kann hinterlässt vermutlich den viel grösseren Fussabdruck als eine ganze Bauernfamilie im Emmental.

    Es ist aber grundsätzlich wünschenswert, wenn sich die Leute Gedanken um ihren Fussabdruck machen..!

  • mami mit beruf sagt:

    Kinder kriegen ist ein Menschenrecht. Mehr gibt es dazu eigenltich nicht zu sagen, ausser, dass es in diesem Staat auch eine sehr private Sache ist, ob und wieviel Kinder ich kriege, und zwar im Innen- sowie im Aussenverhältnis. Es ist nämlich nicht so, dass einem Helvetia oder die helvetische Gesellschaft sonderlich bei der Aufzucht hilft, weder finanziell noch moralisch. Und trotzdem steigt die Geburtenrate wieder, was ich als ein äusserst positives Zeichen sehe: Die Schweizer(innen) besinnes sich wieder auf das Wesentliche, wollen am richtigen Leben teilhaben. Denn Kinder sind zwar unglaublich anstrengend und zeitintensiv, sie sind aber auch die Zukunft und machen uns generell zu besseren Menschen. Den Egomanen, die mir mit saurer Miene erklären möchten, wieso ich mindestens zwei Kids zuviel habe, würde ein Kinderlachen vielleicht auch ein Lächeln entlocken.

  • schlaumeier sagt:

    Auch ich finde es mehr als nur fragwürdig, wenn über Geburtenkontrolle versucht werden soll, das Umweltproblem in den Griff zu bekommen.
    Allerdings bin ich schon der Meinung, dass es uns allen nicht schaden würde, unseren „Footprint“ im Alltag häufiger zu prüfen. Die Gedankenlosigkeit, mit welcher wir Menschen aus den industrialisierten Ländern die Umwelt belasten ist schon unglaublich. Wenn ich mit dem Fahrrad (auf dem Trailbike mein Sohn) jeweils 5 Minuten warten muss, bis der Automobilverkehr eine Strassenüberquerung ermöglicht, dann kämen mir noch andere Ideen als Geburtenkontrolle! Grenzenlose Mobilität ist bei uns zu einem „Grundbedürfnis“ geworden. Und sollten dann Menschen aus Schwellenländern auch diese Erwartungshaltung haben und umsetzen wollen und unser Nachwuchs sowieso, dann wird es sehr ungemütlich werden. Dann wird es auch nicht helfen, wenn die Öko-Fundamentalisten sich selber entsorgen und ich vermute mal, dass wir in 10 bis 20 Jahren die Geburtenkontrolle als eine vergleichsweise „harmlose“ Einschränkung unserer Freiheiten wahrnehmen könnten…

  • Mike Brügger sagt:

    „Heute muss man offenbar nicht die Kinder vor der Welt schützen, sondern die Welt vor den Kindern – so die Meinung eines globalen Kreises von Ökoaktivisten.“ Das ist nicht nur die Meinung von Ökoaktivisten, sondern eine objektiv verifizierbare Tatsache.

    Natürlich ist es auch eine Frage des Konsumverhaltens. Aber selbst wenn man in der Schweiz noch so „vorbildlich“ lebt, hat jedes Neugeborene einen vielfach grösseren ökologischen Fussabdruck, als ihm für eine nachhaltige Lebensweise auf dieser Welt zustehen würde. Die Energie-, Abfall-, Umweltverschmutzungsproblematik ist dermassen stark in unser System integriert, dass schon der Sockel-Fussabdruck zu gross für eine nachhaltige Entwicklung ist (es fällt uns schon gar nicht mehr auf, beginnt aber bereits bei den Pampers aus nicht rezykliertem Material, der Energieversorgung des Spitals, des in China produzierten Kinderwagens). Ganz zu schweigen von der Situation in Ländern mit noch viel schlechterer Ökobilanz (insbesondere USA).

    Zur Frage der Eugenik: Hier liegen Sie wiederum falsch, denn

    „Eugenetik bezeichnet seit 1883 die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern.“
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik)

    Genau darum geht es hier nicht. Es wird nicht zwischen positiven und negativen Erbanlagen bewertet, sondern die Folgen des menschlichen Drangs nach Weitergabe seiner Erbanlagen generell als negative Externalität bewertet. Es sollen für alle Menschen die gleichen Regeln bezüglich Fortpflanzung gelten, wie auch immer diese ausgestaltet sind. Z.B. indem generell pro Mensch nur noch eine bestimmte Anzahl Nachkommen erlaubt wäre. Dies hat nichts mit der individuellen Erbanlage zu tun.

    Im Gegenteil: Geht es mit dem Bevölkerungswachstum ungebremst weiter, wird der Konkurrenzkampf der Menschen um die limitierten Ressourcen (Platz, Energie, Nahrung usw.) immer härter und brutaler. Dann werden nur noch die genetisch Stärksten und Rücksichtslosesten überleben. Eine Art von „natürlicher“ Eugenik (Auslese) bedingt durch die begrenzten Ressourcen. Was die Spirale immer weiter und schneller drehen lässt. Genau das will man verhindern, indem man rechtzeitig allgemeingültige Regeln einführt, welche allen Neugeborenen die gleichen Rechte und Chancen einräumen will, unabhängig von ihrer Herkunft oder Genetik. Die Gene eines arabischen Ölbarons sollen nicht mehr wert sein als diejenigen eines Slumbewohners in Rio.

    Das grosse Ziel: Leben soll von Beginn weg nachhaltig sein. Den Lebewesen würden dadurch viel Stress und viele Probleme erspart. Niemandem würde die Fortpflanzung grundsätzlich verweigert (auch dem Ölbaron nicht), sie würde lediglich gesetzlich reguliert. Natürlich müssten aber auch die ökologischen Grundregeln einer nachhaltigen Lebensweise eingehalten werden. Die Tochter des Ölbarons soll also genauso nicht einen Hummer fahren dürfen wie der Sohn des Slumbewohners.

    Zur Altruismus-Frage: Auf Kinder zu verzichten scheint manchmal vordergründig tatsächlich ein egoistischer Akt zu sein. Aus biologischer Sicht ist die Fortpflanzung aber immer ein egoistischer Akt, der Verzicht darauf also altruistisch.

  • gargamel sagt:

    @stefan: bisschen sehr einfach, jeden menschen, der sich sorgen um den planeten macht in die sekten-ecke zu stellen, nicht?

    ich halte ja auch nicht gleich jeden, der über, sagen wir mal, 200’000 sfr verdient für ein räuberkapitalistisches, egoistisches und rücksichtsloses dreckschwein.

  • Daniel de Lange sagt:

    Bei mir kommt die Vermutung auf, dass die unausgesprochene Begründung wie folgt lautet: „Wenn ihr weniger Kinder produziert, kann ich länger von den Ölreservern profitieren“. Wobei das Wort Ölreservern durch diverse andere Resourcen inklusive einen Sitzplatz in den Zug ersetzt werden kann.
    Der angeblichen Egoismus der Mehrkinderfamilien behindert also die Auslebung der eigene Egoismus.

  • Obelix sagt:

    Warum entsorgen sich diese Typen nicht vorbildlich selber?

  • doris sagt:

    sollen die von „global footprint network“ und alle diejenigen welche solche einstellung haben, dass kinder umweltbelastend sind, doch selbst von der erdoberfläche verschwinden, dann sind es auch ein paar weniger lebewesen die die umwelt belasten.

  • Stefan sagt:

    Dieser Artikel trifft einige Punkte genau ins Schwarze. Aber obwohl ich auch nicht vom Altruismus der Menschheit ausgehe, so bin ich überzeugt, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Kastanien-Grünen Ökofundis, ihren Aktivismus als Religionsersatz betreibt. Sie sind auch davon überzeugt, dass dadurch die Menschheit oder zumindest die Erde vom Untergang zu retten ist. Selbstverständlich wollen sie auch sich selber retten, aber dies steht nicht wirklich im Vordergrund.
    Mein Vergleich zur Religion rührt daher, dass sich diese Kastanien-Grünen gegenüber einem offenen Dialog verschliessen und stattdessen in eine (argumentative) Rechthaberei verfallen. Sobald einer ihrer Gurus eine mögliche, zum Teil auch simple Lösung propagiert (Bspw. Die Reduktion des Nachwuchses) wird dies als Die Lösung wahrgenommen und gilt als Gesetz. Diese Anpreisung von einfachen und absoluten Lösungen hat sektenhafte Züge an sich, wie ich sie sonst nur von den feierabendlichen Besuchsversuche der Weltunterganstheologen kenne.
    Im Gegensatz zu den Fischlis verzichten sie aber auf die Personifizierung des Bösen, in Ihren Augen ist der Mensch an sich das Böse, welcher geläutert werden muss. Während in gewissen Religionsgemeinschaften, der uneheliche Verlust der Jungfräulichkeit, die Abtreibung oder die Gleichgeschlechtliche Liebe mit drakonischen Strafen beleget werden, sind es bei den Ökoisten halt die Frauen, welche Kinder gebären, die Verräter der Menschheit (bzw. der Erde), es mag eventuell noch eine liberalere Form der Ökoisten geben, die es unter Umständen akzeptieren können, dass ein Kind noch erlaubt ist.
    Mein Verhalten gegenüber diesen Teil der Menschheit unterscheidet sich auch in diesem Punkt nicht von den Fundi-Fischlis. Nach anfänglichen argumentativen Auseinandersetzungen, ignoriere ich diese, denn auch ich bin kein Altruist und meine Lebensqualität steigt nicht, wenn ich mich über deren haarsträubendes argumentatives Konstrukt aufrege.

  • Papa sagt:

    Ich finde die Argumentation schon noch einigermassen fragwürdig. Immerhin müsste man dabei konsequenterweise im Leben auch nach hinten schauen und die Lebenszeit begrenzen, schliesslich wird der Ökologische Fussabdruck mit dem Alter nicht kleiner. Ob die Vorstellung, dass die Menschen mit dem Erreichen des XXten Geburtstages zur Zwangskompostierung abgeholt werden, jetzt konsequent ökolgisch oder doch einfach nur die hirnrissige Vorstellung von unterbeschäftigten Ökofundis ist, lasse ich mal offen…

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