Wir sind Supermamas!

Revellers dress as comic character Superwoman during the 23nd Street Parade dance music event in Zurich

Wir haben alle auch ein «S» auf der Brust: Drei Frauen an der Street-Parade. Foto: Reuters

Vermutlich kennen Sie diese Momente, in denen man als Mutter das Gefühl hat, alles falsch zu machen. Weil die Kleinen nicht zuhören, egal was man sagt. Weil man aus Übermüdung herumschreit oder am Morgen vergisst, den Znüni ins Kindergartentäschli zu packen. Zum Glück gibt es auch die Momente am anderen Ende der emotionalen Skala, auch wenn diese in der Regel spärlicher gesät sind. Die, in denen man sich nicht nur als einigermassen annehmliche Mutter fühlt, sondern als Supermama. Etwas hoch gegriffen, sagen Sie? Das war auch der Einwand einer Freundin, die sich selber auch in den wunderbarsten Mama-Momenten nie als Superwoman sieht, sondern vielmehr als «Mutter, die zum Glück doch nicht ganz alles falsch macht».

Andere Freundinnen hingegen konnten mir sofort eine Geschichte erzählen, in der sie sich als Supermutter gefühlt haben. Ich habe ihre und meine Supermama-Momente gesammelt. Als Inspiration für uns alle. Damit wir uns wieder einmal bewusst werden, dass man nicht immer auf die eigenen Fehler und Schwächen fokussieren sollte, sondern mindestens genauso viel Energie in die Freude über die eigenen Heldentaten investieren darf. Auch wenn einem diese noch so banal erscheinen.

  • «Wenn mein Sohn unruhig schläft, muss ich nur meine Hand auf seinen Bauch legen, schon atmet er wieder ganz gleichmässig. Das fühlt sich fast so an, als hätte ich Superkräfte.»
  • «Ich fühle mich als Supermama, wenn mein Sohn freiwillig mit mir Fussball spielen gehen will und ich es sogar schaffe, ein paar Tore zu schiessen.
  • «Manchmal helfen weder das bunteste Pflaster noch das am schönsten gesungene ‹Heile, heile Säge› der Grossmutter, wenn meine Tochter hingefallen ist. Sie will dann einfach nur von mir in den Arm genommen werden und hört innert Sekunden auf zu weinen. Ein wunderbares Gefühl.»
  • «Das klingt vielleicht seltsam, aber ich bin nicht nur stolz, wenn meine Jungs freundlich Bitte und Danke sagen, sondern fühle mich dabei ein bisschen als Supermama. Weil mir das zeigt, dass ich Ihnen das richtige Verhalten vorlebe und es sich lohnt, ihnen solche Regeln mit viel Geduld beizubringen.»
  • «Tickt meine Tochter wieder einmal aus und ich schaffe es, ruhig und geduldig an ihrer Seite zu bleiben, bis alles vorbei ist, fühle ich mich als richtige Supermutter. Weil ich mich trotz der schwierigen Umstände genau so verhalten habe, wie ich es von der idealen Mutter erwarten würde.»
  • «Wenn meine Tochter mir sagt, dass ich richtig gut Playmobil spielen kann, fühle ich mich ein klitzekleines bisschen wie Supermama. Sie ist schliesslich die Spielexpertin schlechthin und geht mit solchen Komplimenten äusserst zurückhaltend um.»
  • «Früher war es für mich selbstverständlich, eine gute Gastgeberin zu sein. Haben wir heute Besuch und es brennt nichts an, die Kleinen benehmen sich vorbildlich und ich kann meine Aufmerksamkeit zumindest phasenweise auch den Gästen widmen, fühle ich mich wirklich als Superwoman.»
  • «Dass mein Kind mit anderen teilt, macht mich sowieso stolz. Teilt es aber sogar sein letztes Gummibärchen mit der Freundin, verleiht mir das ein solches Glücksgefühl, dass ich mich in dem Moment als Supermama fühle. Mein Kind, so selbstlos – überirdisch schön!»

In welchen Momenten fühlen Sie sich als Supermama?

Schön kitschig: «Superwoman», gesungen von den Superfrauen Glady Knight, Patti LaBelle und Dionne Warwick. Quelle: Youtube

Einfach weils so schön Power gibt: «Eye of the Tiger» (bitte im Text einfach «man» durch «woman» ersetzen), The Survivors. Quelle: Youtube

20 Kommentare zu «Wir sind Supermamas!»

  • Hans Weder sagt:

    Als erfahrene Tierkommunikatorin und psychosoziale Klangschalenberaterin weiss ich ganz genau, dass Menschen und Tiere übernatürliche Fähigkeiten besitzen. Jüngst berichtete mir etwa die Retriever-Dame Ginger am Handy, dass sie, weil die emotionale Bindung so stark sei, dieselben Verdauungsbeschwerden habe, wie ihr Frauchen. Oder Andrea: Weil sie spürt, dass ihr lebhafter Sohn noch nicht reif ist für den Kindergarten, lässt sie ihn psychologisch Abklären, damit er erst nächstes Jahr eingeschult wird. Sie spürt es – ist das nicht Wahnsinn? Meine Klangschalen vibrieren jedenfalls.

  • Marc Altheer sagt:

    Wer Kinder hat und sich mehrere Tage/Nächte mit ihnen auseinandersestzt weiss, dass es kaum was Verantwortungsvolleres, Anstrengenderes aber auch Glück-Gebendes gibt. Ich selbst bin in der Wirtschaft in einer eher höheren Position mit entsprechender Bildung (Akademiker). Meine Tage haben ca. 9-14 Std. und ich habe auch schlaflose Nächte wegen Erreichen der Ziele etc. Aber glauben Sie mir! Meine Frau macht den viel härteren Job (körperlich, emotional). Wer das nicht versteht oder nachvollziehen kann, hat das nie selber erlebt oder mitbekommen wie ich (am Rande). Ein Lob auf alle Mamis!

  • Lisa sagt:

    Wir dürfen uns schon mal selber auf die Schulter klopfen – macht uns ja sonst niemand! Ich meine: kein MAG, keine Grati und kein feedback bis zum ersten Elterngespräch…

  • tststs sagt:

    Natürlich sind da Superkräfte am Werk! Wer einen Golfball zur Nase rauspresst und ihn dann auch noch innigst liebt, der MUSS Superwoman sein 😉

  • Hans-Jakob Rousseau sagt:

    Wenn ich mir diese 3 Supermamas auf dem Symbolbild so anschaue. Ich wollte keine von denen als Mama. Mama ist Mama; und – Hollywood ist Hollywood. Aber, ich wollte auch keine von denen – als Frau. Bereits Tucho meinte: „Es wird nach einem happy end –
    im Film jewöhnlich abjeblendt“ …

  • Paul Korelis sagt:

    @Heloise.

    Ich glaube nicht, dass das ein Job ist, der seit Jahrhunderten mehr oder weniger erfolgreich ausgeübt wird. Ich glaube schon, dass die Menschen sich in die richtige Richtung entwickeln. Grunsätzlich geht weltweit der Fortschritt voran, die Technologien ermöglichen es in Zukunft nachhaltig zu wirtschaften, das Denken in einfachen gut/böse Mustern ist nicht mehr so in wie früher, siehe aktuell Irland, in den entwickelten Ländern gehen Kriege und Kriegstreiben seit mindestens dem 2. WK zurück, ich denke dass liegt auch an einer immer toleranterern Erziehung.. und deren Wertschätzung.

  • Héloise sagt:

    Ich verstehe Sie schon, Hans. Irgendwie sind wir Eltern ja auch Brückenbauer. Aber müssen wir uns gleich als „Supereltern“ bezeichnen? Immerhin ist das ja ein Job, der seit Jahrhunderten mehr oder weniger erfolgreich ausgeübt wird.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Héloise: Ein schönes Bild, das mit dem Brückenbauen. Das nehme ich heute gerne mit ins Bett. LG Hans

  • Ylene sagt:

    Frau Kuster, wäre es zu viel verlangt gewesen, wenn Sie auch noch ein paar Väter befragt hätten? Sie kennen doch wohl ein paar. Item, mein Mann fühlt sich nie als Supervater (er ist das Understatement in Person), er fühlt sich aber stets sehr geschmeichelt durch den glückseligen Radau und Freudengeheul unserer Kleinen, wenn er vom arbeiten heim kommt. Ich selber fand mich gerade eben ziemlich cool, als meine Lego-Orcs-Hack/Slash-Fähigkeiten mit einem erstaunten ,Das hast du jetzt aber sehr gut gemacht, Mami!‘ vom Sohnemann/Möchtegern-Nonstop-Gamer quittiert wurden. Ehm, danke. ☺

  • Frank Oberhausen sagt:

    Manchmal würde mich interessieren, wie Sie Frau Kuster, aber auch Ihre Kolleginnen, diesen Kult um die Mutterrolle argumentativ rechtfertigen…..Kinder haben ist heute ein Entscheid, den man in den meisten Fällen autonom fällen kann…wenn man sich für Kinder entscheidet, dann sollte man auch die Konsequenzen tragen können….und nicht jede Handreichung als unsagbare Leistung am Menschengeschleicht hochstilisieren…
    Ich habe noch nie von einem Berufsmann oder von einer Berufsfrau gelesen….dass sie sich Super…. genannt hat, wenn sie wieder einmal Brücken gebaut oder Menschen gepflegt hat.

    • Susi sagt:

      „Ich habe noch nie von einem Berufsmann oder von einer Berufsfrau gelesen….dass sie sich Super…. genannt hat, wenn sie wieder einmal Brücken gebaut oder Menschen gepflegt hat.“

      Oh, echt, noch nie sowas gelesen? Wie traurig, dann wird es höchste Zeit: Ich nenne mich schon Super-Susi, wenn ich wieder mal eine ganz tolle Brücke gebaut oder eine andere Heldentat vollbracht habe.
      😀

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Frank: Haben Sie Kleinkinder? Also ich für meinen Teil muss sagen, dass es z.T. strenger ist mit 2 Kleinkindern zuhause, als eine Brücke bauen zu müssen. Da kann Erwerbsarbeit manchmal auch der Entspannung dienen! Also ich finde es deshalb überhaupt nicht angebracht, die Leistung der Supermamis zu schmälern.

      • Héloise sagt:

        Finden Sie? Wir haben unser Kind mit einem jeweils 80% auswärtigen Arbeitspensum aufgezogen, das klappte wunderbar und war jetzt bestimmt nicht die Superelternleistung. Eine während dieser Zeit gebaute Brücke hat aber keiner von uns vorzuweisen – leider.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Héloise: Wir haben sehr lebendige Kinder :-). Es sind ja ich nicht alle KInder/Eltern gleich (Temperament/Alter/Ansprüche…). Ich wäre/bin aber auch stolzer auf meine Kinder, als auf irgendeine dämliche Brücke!? Sind Kinder in der CH so wenig Wert geworden? Zählt eine Brücke heute mehr? Ich habe nicht das Gefühl, dass ich weniger geleistet habe, als jemand der eine Brücke gebaut hat. Schade, wer dieses Gefühl hat!

      • fabian sagt:

        Hans, ich glaube Ihnen, dass Sie ihre Kids mit viel Aufwand und Fürsorge grossziehen.
        Gleichwohl ist diese Lobhimmelei des Elternseins auf Kosten der übrigen Tätigkeiten im Leben schlicht Propaganda.
        Genauso wie es Propaganda der Bauernlobby ist, uns weismachen zu wollen, deren Beruf sei der schweizerischste und echteste aller Berufe.

      • Franziska sagt:

        @ Héloise: „Wir haben unser Kind mit einem jeweils 80% auswärtigen Arbeitspensum aufgezogen“. Cool! Dann mussten Sie ja nur 20% Mama spielen, der rest erledigte jeman anderst für Sie. Und bei diesem Pensum lässt sich tatsächlich shwerlich eine Brücke bauen, da haben Sie recht, leider….

  • Dennis sagt:

    Das „S“ steht eigentlich nicht für Super, aber ok.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Ich bin sehr glücklich, dass meine/unsere Kinder auch so eine Supermami haben. Damit sie sich nicht selber loben muss, mache ich das gerne für sie (und natürlich nicht nur hier im Blog oder am Muttertag!). So viel Geduld & Kreativität (lustige Spielideen, gesundes/spannendes Essen), wie sie für die Kleinen aufbringt, das könnte ich nie!

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