Mütterliches ADHS

Mother's little helpers heissen

Methylphenidate wie Ritalin heissen im Volksmund auch «Mother's little helpers».

Hätte ich gestern Ritalin in Griffnähe gehabt, ich hätte es ohne Zögern geschluckt. Einfach nur um das mütterliche Multi-Tasking-Zappelphilipp-Syndrom für eine Stunde oder zwei auszuschalten. Drei Tomaten zu schnetzeln ohne mittendrin wegzurennen, fünf T-Shirts zu falten oder vielleicht einen halben Blogeintrag zu schreiben. Da meine beiden Töchter aber nur sehr selektiv ADHS-Symptome an den Tag legen, nämlich bei allen Tätigkeiten, die in ihrem Kinderhirn nicht unter Spass abgelegt sind, sprich aufräumen, Hausaufgaben machen, essen, ins Bett gehen, habe ich kein Rezept für die Aufmerksamkeit in Pillenform. Und so hatte ich, als der Tag zu Ende ging, alles nur angefangen. Ausser die Flasche Wein, mit der ich meine Gedanken ertränkte,  die sich partout nicht bündeln liessen aber jetzt dank dem Alkoholeinfluss träge an einem Thema festklebten, wie ein Kleinkind an Mamas Rockzipfel: Ist mütterliches ADHS vielleicht wie der Milcheinschuss nach der Geburt gar nicht zu vermeiden? Und müsste einem die Hebamme mit den Stilltipps nicht mindestens eine Packung Ritalin, auch bekannt als «Mothers little Helpers» frei Haus liefern?

Kinder sind wie der Refrain eines Ohrwurms: Einmal da, setzen Sie sich in allen Gehirnwindungen fest, und fallen hinterhältig wie Guerillakrieger mitten in eine Tätigkeit oder einen Gedanken. Doch während ich den Computer einschaltete, um darüber zu bloggen, kam mir gerade in den Sinn, dass ich an diesem Tag auch noch die Jahreskontrolle bei der Frauenärztin verpasst hatte, ich musste also ein Post-it auf meine Agenda kleben, das mich morgen an diesen Fakt erinnern würde und daran, einen neuen Termin zu vereinbaren. Danach war zwar der Computer hoch-, aber meine Konzentrationsfähigkeit endgültig auf den Standby-Modus runtergefahren. Und in diesem kann ich nur noch Listen verfassen. Zum Beispiel, wie die Familiengrösse das mütterliche Aufmerksamkeitsdefizit beeinflusst. Die Eskalationsstufe drittes Kind übrigens ist nicht einfach frei erfunden, sie kann durchaus schon beim zweiten eintreten.

Stundenplan
1.Kind: Man lernt ihn sofort auswendig und läuft dem Kind entgegen, wenn es um 11.17 Uhr noch nicht zu Hause ist.
2.Kind: Man weiss, dass es mittwochs Schwimmen hat und denkt daran, das Badekleid einzupacken. An guten Tagen.
3.Kind: Man ist froh, wenn man am Elternabend nicht nach dem Namen der Lehrerin fragen muss.

Weiterbildung
1.Kind: Man meldet sich zur Schwangerschaftsvorbereitung an und hechelt mit.
2.Kind: Man hechelt um jede Information zur Schmerzbekämpfung.
3.Kind: Kann man sich die PDA  schon im 8. Monat setzten lassen?

Weiterbildung II
1.Kind: Die Konzentrationsfähigkeit reicht für die Front der Zeitung.
2.Kind: Man liest «20 Minuten».
3.Kind: Man liest die Beipackzettel von Medikamenten.

Ernährung
1.Kind: Auf den Löffel kommt nur Selbstpüriertes aus dem Bioladen.
2.Kind: Holle-Gläschen und gegen Ende Monat die billigeren Hipp.
3.Kind: Der Familienspeiseplan besteht aus Weichgekochtem.

Dokumentation
1.Kind: Jedes neue Haar auf dem Babyhaupt wird digital verewigt.
2.Kind: Meilensteine werden festgehalten. Falls man die Kamera nicht vergessen hat.
3.Kind: Ist auf Ferienfotos drauf.

Förderung
1.Kind: Das volle Programm und immer pünktlich: Babyschwimmen, Stilltreff, Krabbelgruppe, Mukiturnen.
2.Kind: Man meldet sich zur Beruhigung des Gewissens zum Mukiturnen an, und geht hin, falls das Kind dran denkt.
3.Kind: Kommt mit zum Einkaufen.

Kleidung
1.Kind: Man sucht selig nach auserlesener Schwangerschaftsmode sobald die Mens ausfällt.
2.Kind: Man kauft irgendwo schnell ein paar Umstandskleider, wenn es wirklich nicht mehr anders geht.
3.Kind: Die Umstandskleider sind die normalen Kleider.

Kontemplation:
1.Kind: Man schaut ihm beim Schlafen zu.
2.Kind: Man schaut, dass Kind Nr. 1 das Baby nicht quält.
3.Kind: Man schaut weg.

62 Kommentare zu «Mütterliches ADHS»

  • Nadja sagt:

    Unwichtig, darum nur am Rande erwähnt: mit dem Begriff „Mothers little helpers“ assoziiert man gemeinhin wohl eher Valium, was im gleichnamigen Rolling Stones – Song so bezeichnet wird…

  • Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

    Es gibt übrigens auch Mütter mit einem echten ADHS, was nicht mit Stress wegen Multitasking zu verwechseln ist. Für diese Mütter kann es sehr mühsam sein, den Alltag mit den Kindern zu strukturieren, und es kann sich auch für sie lohnen, sich Hilfe zu holen, zum Beispiel in einem ADHS-Coaching oder in einer Psychotherapie.

  • Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

    @Big Mac
    Ritalin stellt niemanden ruhig. Wer kein ADHS hat, wird davon höchstens etwas angetriebener, und bei Leuten mit ADHS bewirkt es, dass sie sich besser steuern können. Nur bei einer Überdosis kann depressive Verstimmung und Apathie auftreten, aber dann eben als Zeichen einer zu hohen Dosis! Man kann sehr wohl bei einer sorgfältigen kinderpsychiatrischen oder -neurologischen Abklärung unterscheiden, ob ein Kind unterfordert ist, unter Belastungen leidet oder ein ADHS hat (oder, was nicht so selten ist, dass mehrere Gründe zusammenkommen).

  • Robert sagt:

    Geht doch auch mit Vätern – und älteren Kindern:

    1. Kind: Wird überallhin mitgenommen um das ideale Hobby oder den idealen Sport für es zu finden.
    2. Kind: Wenn es fragt, wird es mitgenommen um ein mögliches Hobby oder einen möglichen Sport für es zu finden.
    3. Kind: Soll die beiden älteren fragen und erzählen, wenn es ein Hobby oder einen Sport gefunden hat.

  • BigMac sagt:

    Finde den Artikel sehr amüsant und gelungen. Was mir in der nachfolgenden Diskussion zum Thema ADHS jedoch fehlt, ist ein kritischer Umgang mit dieser sogenannten „Krankheit“. Ich glaube kaum, dasss heute teilweise die Hälfte der Kinder in einer Klasse wirklich krank sind, sondern eher, dass ADHS in vielen Fällen als Ausrede für die eigene Überforderung mit dem Nachwuchs herhalten muss. Auch die Lehrerschaft scheint sich bei schwierigen Kindern sehr schnell auf diese bequeme „Ursache allen Übels“ einzuschiessen. Alternative Ursachen von hyperaktiven/aufsässigen/widerspenstigen Kindern wie Unterforderung in der Schule, mangelnde Aufmerksamkeit seitens der Eltern oder andere familiäre Probleme (Scheidungen, etc.) werden gar nicht erst angegangen. Die Konfrontation mit den Eltern ist zu heikel. Stattdessen schickt man sie zum Arzt und der verschreibt die Pille. Zum Glück hat meine zweite Primarlehrerin damals erkannt, dass mir schlicht und einfach langweilig war und mich mit zusätzlichem Stoff versorgt, statt mich mit Mutti zum Arzt zu schicken!

    Nur schon der Gedanke daran, mein Kind mit Tabletten ruhig zu stellen, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Ich verstehe nicht, wie man als Eltern so etwas zulassen kann. Bei dem heutigen Hype um dieses ADHS würde ich grundsätzlich keinem Quacksalber glauben, der mir mit dieser „Diagnose“ kommen wollte.

  • heidi reiff sagt:

    @ peter, danke für die Richtigstellung des Missverständnisses. Ich bin immer für reinen Tisch, Abklärungen tragen doch zu mehr Klarheit bei, alles unter den Tisch wischen, das macht krank. Erstaunlich finde ich, dass Hausmänner oft belächelt werden, die bringen das genausogut unter einen Hut wie Frauen. Leider wird oft Emanzipation falsch verstanden. Wortwörtlich heisst Emanzipation gleiche Rechte für Mann und Frau. Leider sind es oft Frauen die herummotzen, viele Männer unterwerfen sich nach wie vor, der Hausdrache Frau hat oft noch Dominanz, wo haben diese Männer das gelernt ? In Beziehungen mit Kindern sei es in einer Ehe oder Patchworkfamilie, die Leidtragenden sind immer die Kinder, wenn es um Machtstrukturen geht, sie werden hin und hergerissen. Kinder sind keine Objekte, keine Spielbälle, ich lasse mich nichtmehr so beeindrucken von äusseren Werturteilen.
    in

  • Mia sagt:

    @peter: Du hast völlig Recht. Man fragt sich dann zuweilen, weshalb die eigentlich Kinder haben… Ich habe immer auch gearbeitet, nicht ganz freiwillig, ehrlich gesagt, aber eigentlich gerne. Ich hatte bloss immer dieses sattsam bekannte schlechte Gewissen, und da ist man erst Recht unter Dauerdruck. So Rabenmütter wie ich haben ja zwangsläufig Kinder, die Drogen nehmen und so weiter – was man da so zu hören kriegt, ist schlimm und verunsichert einem derart, dass man häufig über seine Kräfte geht und dann halt „little helpers“ braucht, wenn man nicht aufpasst. Immerhin habe ich mich aber immer heim gefreut, auf die Kinder, denn es gibt ja nun trotz allem nichts schöneres! Vielleicht kommen manche Väter nicht so richtig an die Kinder heran, weil Mami omnipräsent ist? Bloss so eine Idee… und dann verdrücken sie sich hinter Arbeit, TV und so weiter, weil sie es eh falsch machen??? Da müsste Frau mal vor der eigenen Türe ein wenig beselen…

  • Peter sagt:

    @mia
    Danke fürs Verständnis:-))
    Und das mit den sogenannten und echten (Teilzeit-)Hausmännern ist mir auch aufgefallen. Wir hatten auch ein paar Traumexemplare in der Umgebung. Wurden allerseits über den Klee gelobt. Dass sie wohl zu Hause waren, mindestens einzelne Tage, aber die alltäglichen Dinge zum Grossteil an der Mama hängen blieben hat man grosszügig übersehen. Oma kocht, die Putzfee übernimmt den Rest und die Herren gehen zum Kaffee zu den Nachbarn.
    Bin mir echt oft blöd vorgekommen. Wir hatten wohl eine traditionelle Rollenteilung, allerdings mit der netten Eigenheit, dass ich neben dem Job wohl mehr gemacht habe im Haushalt, mit den Kids, etc als diese Traumtypen. Wenn jemand am Abend noch mit den Kindern was draussen gemacht hat war ich dann meistens der einzige Mann weit und Breit. Mann ist ja am Abend so erschöpft. Die Logik hinter diesem Gedanken ist mir heute noch nicht klar…

  • Mia sagt:

    Ok, ok, ich habe halt die männlichen Kommentare so angeschaut: ES GIBT AUSNAHMEN, lieber Peter! Aber nimm Dich und Dein Argument „wir mussten auch…“. Die Zeiten sind völlig anders, wirklich. Hausmänner – ich weiss, wovon ich rede – haben einen viel besseren Stand, von denen erwartet keiner was, und alle sind entzückt, wenn einer auftaucht. Wir Mütter müssen uns ständig , ja STÄNDIG, rechtfertigen, weshalb wir nun das nicht oder gerade so machen, dort NEIN sagen, und so weiter. Dies braucht sehr viel Selbstbewusstsein, und gerade das haben viele Frauen in ihrer Mutterrolle leider nicht mehr. Wir sollten keinen Geschlechterkampf aus der Sache machen, aber versuchen, zu verstehen. Viele Frauen fühlen sich unverstanden und sind es auch, und dies ist schade. Braucht doch nicht viel, mal hinzuhören, oder? Dann wäre die Ritalin-Cüpli-Frage nämlich vielleicht nicht nötig…

  • Nicole Althaus sagt:

    @ Peter. Sorry! Den Satz, dass Männer sich nicht in den mütterlichen Alltag einfühlen können, habe ich in Mias kommentar überlesen und würde ihn auch nicht unterschreiben. Nicht einmal, wenn ich mich darüber ärgere, dass ein Herr Schmidli von Frauen als Bringmerholmergibmer reden darf :-))

  • Peter sagt:

    @heidi reiff
    Tut mir leid, aber die Antwort war an die andere Heidi gerichtet, die wieder mal mit der alten Disziplinmasche alles erschlagen wollte! Also nicht an Sie gerichtet. Habe schon realisiert, dass da wer dazwischen funkte.

    @mia und Nicole
    Danke, dass die Männer hier alle in einen Topf geworfen werden. Würde ein Mann so eine verallgemeinernde Aussage zu Frauen machen würde er innert Kürze gesteinigt:-)
    Ich kann das alles ziemlich gut nachfühlen, denn ich habe auch 3 dieser Traumexemplare zu Hause. Mit dem ganzen Aufwand der dazu kommt. Nur soviel sei auch mal gesagt. Es verbietet niemand bei diesen x Aufführungen mal nein zu sagen. Auch ein Natel hat einen Aus Knopf, etc. Oft wäre weniger mehr. Und dass die Schulwege gefährlicher sind als früher konnte mir noch niemand schlüssig beweisen. Wir fuhren ca 5 km mit dem Rad ohne Beleuchtung, ohne Radweg oder Trottoir auf schmalen Strassen vom Aussenquartier in die Stadt.
    Heute sind schon 500m Radweg zu gefährlich und die Kinder müssen gefahren werden. Und mehr als 2 km Schulweg ist nicht erlaubt (bei uns jedenfalls), dann wird ein Taxi gestellt.
    Wir sind auch die Kinder unserer Zeit. Es verbietet niemand mal innezuhalten und Nein zu sagen. Ich weiss, beliebt bei der Umgebung macht man sich damit nicht. Ging uns leider auch so. Aber aus Erfahrung hilfts der Familie etwas zur Ruhe zu kommen. Haben wir leider auch erst etwas spät gemerkt.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Mia: Sie bringen es auf den Punkt! Nachwuchs und Natels haben eines Gemeinsam: Sie fordern eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft.

  • Mia sagt:

    Der Blog hat einen realen Hintergrund, und das erkennen die Männerhier leider nicht, er ist also (auch) ernst zu nehmen. Als Mutter ist man fast ständig unter Starkstrom, weiss nie, was die nächste Katastrophe ist, und doch unterfordert, nämlich geistig. Nehmt das einfach einmal zur Kenntnis. Es ist nicht nur Ritalin, auch Cüpli, Kopfwehmittel, Tranquillizers, was auch immer. Ja, früher hatte man vielleicht 11 Kinder, aber die drillte man sich praktisch hin, das darf heute keine mehr! Man denke nur an die ganze Mitarbeit in der Schule, Aufführungen, Elternabende, Bastelnachmittage, Info hier und Info dort – das gab es nicht. Auch nicht gefährliche Schulwege, also Chauffeurdienste. Und keine Natel, kein Internet, kein ISDN, bei welchem ein paar Apparate gleichzeitig schellen. Dafür auch keine Fixfertigmalzeiten und Waschmaschinen: Man musste sich die Zeit nehmen, in Ruhe zu kochen, und DURFTE DAS AUCH!!! Heute müssen wir überall, immer schnell und top sein. Das ist mit kleinen Kindern besonders anspruchsvoll, denn die brauchen Geduld und Zeit, man ist also ständig zwischen zwei extremen Verhaltensweisen angesiedelt: die Kleinen wollen es gemütlich, den Grossen (alten Eltern, Partner, Chefs, Lehrpersonen…) muss man es tough und speditiv bringen. Mann mache das mal selber!

  • heidi reiff sagt:

    @ Peter

    Das Meiste was ich gelernt habe, habe ich von meinen Kindern gelernt, Kids sind lebendige Wesen oder nicht? Ich kann nicht auf Befehl schlafen, auf Befehl denken, das funktioniert bei mir nicht, sind wir nach wie vor so konditioniert, dass wir nur noch als Roboter funktionieren? Als Aussteigerin vor vielen Jahren mache ich da noch gute Erfahrungen, ich passe mich nicht mehr an, ist einfach mein Weg, jedem das Seine…….

  • heidi reiff sagt:

    @ Peter

    Da haben Sie mich völlig missvertstanden. Mein ältester Sohn ist behindert, Authist, durch diese Konfrontation habe ich mich intensiv mit der Behindertenproblematik auseinandergesetzt. Mein Sohn lebt seit er 18 ist in einem Heim für behinderte Erwachsene. Da gibt es auch Behinderte die sich ständig bewegen, nie still sein können. Die Behinderten werden liebevoll betreut und auch eingebunden, ein grosses Angebot ist vorhanden, Schreinerwerkstatt, Weberei, Gärtnerei auch Freizeit-angebote.

    Persönlich halte ich nichts von DISZIPLIN, Ich habe meine Kinder frei erzogen, habe Ihnen das WEINEN erlaubt, das hat nichts mit
    Authismus zu tun. Ich akzeptiere meine Mitmenschen so wie sie, holen wir doch die Kids dort ab, wo sie stehen geblieben sind.

    PS. Lesen Sie doch mal die letzten Beiträge, da hat mir jemand etwas unterstellt. Ich bin immer auf der Seite der Kinder, in dieser Beziehung sind leider viele Erwachsene zu wenig objektiv, ich bin beides, was dagegen?

  • Susanne sagt:

    peter

    ich kann es nicht mehr hören und geschweige dann lesen. ja die disziplin. ich dumme nuss habe es nicht bemerkt dass es an mir liegt und an meiner nicht-disziplin! hätte heidi mir das früher geflüstert, ja dann wäre alles besser geworden.

  • Peter sagt:

    @Heidi
    Gratuliere, dass bei Ihnen alles so gut klappt. Aber anderen dann praktisch zu erklären, ev. Schwierigkeiten seien nur auf mangelnde Disziplin und zu wenig Schlaf zurück zu führen ist dann doch etwas einfach. So einfach funktioniert das Leben leider in den wenigsten Fällen.
    Und es haben leider nicht alle Glück und nur traumhafte Kinder. Ein paar dieser Menschlein fallen halt etwas aus dem Standardrahmen. Zum Glück, sonst wäre es langweilig auf dieser Erde! Leider ist das heute noch weniger akzeptiert als zu meinen Zeiten als Kind.
    Und erklären Sie bitte mal einer Lehrerin, dass das Problem mit dem Zappelphilip ganz einfach behoben werden kann, wenn Sie ihn ein paar mal ums Schulhaus rennen lässt, wie das bei uns noch passiert ist. Die wird sie ziemlich entgeistert anschauen:-))
    Und die liebe Umgebung reagiert auf solche Sonderfälle (egal ob leicht behindert, AHDS, hochbegabt oder was auch immer) netterweise mit ziemlich viel Unverständnis und Ausgrenzung. Das Motto dabei: wenn die Kids so komisch sind möchten wir auch lieber nichts mit den Eltern zu tun haben…

    Etwas mehr Toleranz und Objektivität wäre meiner Meinung nach angebracht. Nicht jeder hat im Leben nur immer Glück und weil jemand anders als ich an etwas herangeht, muss das nicht schlechter oder besser sein!

  • heidi reiff sagt:

    Der Beitrag vom 30.08.09. um 08.03 stammt nicht von mir. Ich habe 2 Erwachsene Kinder und 2 Grosskinder. Mit dem Inhalt des
    Beitrags kann ich mich identifizieren.

  • Heidi sagt:

    Warum haben Sie überhaupt Kinder ? Ich hatte 4 und liebte sie mit allem drum und dran.Und ich freue mich auf jedes Grosskind das ich hüten darf.Tabletten braucht es keine, besser frische Luft und Lust am Spiel mit den lebendigen Wesen Kind.Disziplin dann sind auch sehr vife Kinder am Abend müde und schlafen gut. Auch Ihnen liebe junge Mütter täte Disziplin und viel Schlaf gut.

  • Intelligert sagt:

    äh, ich verstehe nicht – wenn sie adhs haben, wieso lassen sie sich dann nicht ritalin verschreiben? scheint mir bisschen fahrlässig ihren kindern gegenüber. desweiteren: es ist durchaus normal, das symptome nur auftreten wenn der spass fehlt – sind ihnen ihre kinder egal, oder wieso informierten sie sich bis jetzt noch nicht besser? beste grüsse.

  • Peter sagt:

    @Susanne
    Danke, uns gings und gehts genauso mit dem Sohnemann. Ja und Galgenhumor ist wohl der richtige Ausdruck. Oder wie soll mans sonst nennen wenn der hochbegabte Sohnemann dank seines ADS in der Schule und sonst überall nur aneckt und immer wieder mal aus der Rolle fällt. Hat durchaus auch komische Züge zwischendrin, gebe ich gerne zu. Leider sieht das der Grossteil der Leute um ihn herum nicht so:-(

  • Susanne sagt:

    @peter

    irgendwie ungern, aber doch muss ich ihnen recht geben! annehmen und akzeptieren hilft am meisten, mit einem gehörigen schuss humor. ich sage dem galgenhumor, weil unsere tochter hat uns schon, und sich selber, in situationen gebracht da konnte man allenfalls weinen oder lachen!
    ich habe mich dann entschieden für ritalin, mit den ganzen abklärungen und sie bekam es nur begleitend mit einer therapie, und half es ihr wirklich? jein.
    und nun zu den müttern. adhs/ads gibt es schon lange. in der heutigen hektischen zeit ist der raster enger geworden, der spielraum eingeengter um mit adhs/ads umzugehen. die toleranzgrenze fällt rasant. hat eine mutter wirklich das gefühl sie sei ebenfalls hart an der grenze von sich nicht mehr verstehen und und der angst auch adhs/ads zu sein, dann sollte dieses unbedingt abgeklärt werden.
    meine meinung zu einfach ausprobieren wie ritalin wirken könnte, ohne entsprechende abklärungen, die verklemme ich mir. ausser, ich finde es äusserst dumm.

  • Markus Schmidli sagt:

    Die angeblichen (jedoch meist ineffizienten) weiblichen Multitasking-Fähigkeiten beweisen leider nur, dass sich Frauen durchschnittlich weniger gut konzentrieren können als Männer – oder umgekehrt leichter (lieber?) ablenken lassen. Mit den bekannten Folgen: Im Beruf sind Männer besser zu gebrauchen. Frauen vermutlich doch besser zuhause, wo solche Mängel nicht auffallen, vielleicht sogar um der lieben Kleinen willen erwünscht sind. So können diese auch jahrelang das Gefühl entwickeln, dass Mami sofort springt wenn sie krähen oder rufen. Spätestens wenn sie so 15 Jahre alt sind ist Mami dann höchstens noch ein besserer Holmerbringmerlängmer.

  • Peter sagt:

    @rabbit:
    Und was machen dann 2020 die, die wirklich AHDS haben? Das kann ja lustig werden. Zum Glück ist dann mein Sohn so alt, dass er hoffentlich mit seinem ADS leben gelernt hat.
    Und es sind teilweise auch heute schon die Hälfte der Klasse auf Ritalin, nur gibt das natürlich keine Mutter zu (jedenfalls in meinem Umfeld).

    Man kann im übrigen den Artikel auch als Direktbetroffener mit Humor lesen. Kann mich ja nicht von allem was geschrieben wird gleich angegriffen fühlen, nur weil in meinem Umfelde jemand gerade damit belastet ist. In diesem Sinne wünsche ich Nicole und Michèle Durchhaltevermögen um im gleichen Stil weiterzuschreiben.

    Und damit hier keine falschen Vorstellungen aufkommen: Ich bin betroffen und der Sohnemann mit ADS ist eine gewaltige Herausforderung und Belastung für alle. Aber das kann ich nicht ändern, also muss ich damit leben. Und er auch. Annehmen und akzeptieren hilft mehr als Verzweiflung und Ablehnung. Dann kommt auch der Humor wieder und dem Sohnemann hilft das mehr habe ich festgestellt.

  • chrischtian sagt:

    Ihr zwei tut mir so gut! Vielen Dank! Köstlich!

  • rabbit sagt:

    Sehr schöner Beitrag!

    Und die Forderung, dass Ritalin und oder ADHS kein Gegenstand der Satire sein solle ist absurd. Nicht obwohl, sondern gerade weil es eine tragische Dimension hat, dass man heutzutage schon Kinder dopen, äh, ich meine natürlich „behandeln“ muss, damit sie den stets steigenden Anforderungen der Superduperhyperinformationsgesellschaft genügen können und nicht frühzeitig als ungenügende Produkte aussortiert werden – mit allen negativen Begleiterscheinungen, die letzteres auf das entsprechende Kind natürlich hat. Das geht ja auch vielen Erwachsenen nicht anders: Meine Schwester war vor 10 Jahren an einer amerikanischen Uni tätig, und dort haben aufgrund des grossen Konkurrenzdrucks schon damals ALLE Mitarbeitenden in ihrer Abteilung Pillen geschluckt, um genug „aufmerksam“ im Beruf zu sein. Ich frage mich auch ernsthaft, ob ich dereinst irgendwie moralisch verpflichtet bin, meinem Kind was Ritalinähnliches zu besorgen, damit es zumindest während der Berufswahlzeit deutlich mehr als nur „genügende“ Leistung bringen kann – schliesslich sollte es doch in Zukunft nicht bloss mit der einheimischen Konkurrenz, sondern auch gleich noch mit den zuwandernden Spitzenkräften aus ganz Europa halbwegs mithalten können. Oder noch deutlicher: Wenn die Zuwachsraten der ADHS-„Krankheit“ weiter so hoch sind und im Jahre 2020 in der Klasse meines Sohnes die Hälfte der Kinder Leistungsfördernde Pillen schmeisst – darf ich dann meinem Kind diese Pillen vorenthalten und trotzdem von mir behaupten, ihm einen optimalen Start in die Zukunft ermöglicht zu haben?

  • Hansueli sagt:

    Ich habe den Artikel auch mit einer guten Portion Humor gelesen, und abgesehen davon geht es in diesem Artikel eigentlich um anderes als Drogen. Trotzdem ist Ritalin, wie einige hier schreiben, nicht zu verharmlosen. Ihrem Anliegen sei dementsprechend mit diesem Link hier gedient: http://www.zeit.de/campus/2009/02/ritalin Ein interessanter Denkanstoss was Ritalin aus einem machen kann, auch wenn es mit dem Blog hier leidlich wenig zu tun hat.

  • heidi reiff sagt:

    Auch Tränen gehören zum Leben, viele Menschen greifen zum Alkohol haben wie gesagt dann das sog. „Trunkene Elend“ , in dieser nach wie vor übertriebenen >Leistungsgesellschaft sind die Menschen überfordert, werden wir jetzt alle zu Robottern? Vor vielen Jahren bin ich im Zusammenhang mit behinderten Menscheneiner jungen Frau im Rollstuhl begnet, die hat erzählt, dass ihr schon als Baby ihr Alkohol im Schoppen eingeflösst wurde nur um sie ruhig zu stellen, sind keine Ammenmärchen sondern traurige Tatsachen.

  • Anonymous sagt:

    1. Medikamentenmissbrauch (die Einnahme von Methylphenidat ohne Rezept ist ein Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz) ist nicht ein Problem das man mit Humor behandeln sollte. Dies hat nichts mit Selbstmitleid zu tun.

    2. Es ist ein Unterschied ob man über sich selbst lacht und seine Probleme mit Humor sieht oder ob andere beziehungsweise eine Zeitung oder eine Krankheit verharmlost. Insbesondere ADHS, das sowieso schon völlig verkannt ist und selbst von gewissen Ärzten zu vorschnell und von anderen dagegen überhaupt nicht diagnosiziert wird.

    3. Es würde mich interessieren ob all jene, welche hier von Humor reden, lachen wenn das eigene Kind/Freundin ADHS hat und sich mit 17 Jahren umbringt. Suizidversuche sind bei ADHS Patienten nicht ungewöhnlich. Es ist respektlos wenn Personen die nicht davon betroffen sind (persönlich oder im Umfeld) diese Krankheit verharmlosen. Der Umgang von Betroffenen mit dem Problem ist eine völlig andere Angelegenheit.

  • Andreas sagt:

    @Nicole: Eine anständige Portion Humor und viel Gelassenheit sind m.E. schon fast die ganze Miete

    @Junebug: Es lohnt sich! Auch wenn ich dies vielleicht etwas leichtfertig sage, da ich mich – zumindest noch für die nächsten zwei Monate – erst auf der Eskalationsstufe 1 befinde 😉

  • Junebug sagt:

    Seine eigenen Krankheiten mit etwas Selbstironie und Galgenhumor zu begegnen, hilft enorm dagegen, in Selbstmitleid und Depressionen zu versinken. Ich habe zwar kein AHDS, dafür starke Migräneattacken, gegen die ich auch ziemlich heftige Medikamente schlucke. Natürlich wäre mein Leben schöner ohne. Aber zu lernen, dies nicht immer nur tragisch zu sehen, auch mal darüber lachen zu können, wenn ich mal wieder vor lauter Schmerzmitteln Fieberträume habe oder durch die Gänge torkle, hat mir geholfen, dies als mein Leben anzunehmen und damit irgendwie umzugehen.
    Jeder muss mit seinen Problemen im Leben fertigwerden – Jammern und Selbstmitleid macht’s nicht leichter. Darüber lachen können hingegen schon, eine positive Lebenseinstellung hilft meistens weiter.

    @ Nicole und Michèle: Danke für euren Blog, die manchmal ironische Distanz zu eurem sicher nicht immer einfachen Alltag und die Wärme und Liebe zu euren Kleinen, die zwischendurch hervorblitzt, sind wunderbar zu lesen!
    Macht irgendwie trotz allem Lust darauf, das Abenteuer Kinder einzugehen! =)

  • Nicole Althaus sagt:

    @Andreas: Eskalationsstufe 11! Über die würde ich gern mal mit Ihrer Mutter diskutieren. Ganz sicher gehörte zu ihrem Überlebensrezept eine anständige Portion Humor. 🙂

  • Andreas sagt:

    Es gibt Menschen, die haben soviel Ahnung von Satire und Humor wie ich vom Wollschafscheren…
    Humor ist wenn man trotzdem lacht: gerade auch über sich selber. Nicole Althaus scheint das zu können, anderen würde das auch gut anstehen

    Apropos Eskalationsstufe: Wir waren 11 Kinder zuhause 🙂

  • Georg sagt:

    @Franziska
    Um das objektiv Beurteilen zu können, müssten Sie regelmässige Leserin des Mamablogs sein. Was wenig Sinn macht, wenn man es für dekadent & dumm hält. Also entweder sind Sie oberflächlich – da vorschnell – oder schlicht inkonsequent. Klären Sie mich doch auf.

  • Hans sagt:

    @Rolf: Einige hier im Blog, würde Haldol wirklcih mal gut tun. Vor allem Gabriela würde dann von ihrem Dauer-Humor-Trip mal den Unterschied zwischen Humor und Unanständigkeit verstehen. Überhaupt ist dieser Blog der Spiegel der Gesellschaft, auch wenn dessen Autoren so tun als ob sie über der Sache stehen würden, bräche eine Welt zusammen wenn es sie beträfe. Ein einig Volk von Neidern, Jammerlappen und Heuchlern.

  • Franziska sagt:

    Der beste Beweis für Dekadenz und einen abnehmenden Verstand, ist der Mamablog.

  • Räuberhotenplotz sagt:

    Genau so ist es! Well done!

  • Katharina sagt:

    „Mother’s Little Helpers“ – bezieht sich eigentlich auf Valium (Benzodiazepine), genauer auf ein Lied der Rolling Stones aus 1966, welches die dunkleren Seiten des Hauspersonenlebens behandelt. Somit kein neues Trendy-Thema.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mother’s_Little_Helper
    http://en.wikipedia.org/wiki/Mother's_Little_Helper

    ”Kids are different today, I hear ev’ry mother say
    Mother needs something today to calm her down
    And though she’s not really ill, there’s a little yellow pill
    She goes running for the shelter of a mother’s little helper
    And it helps her on her way, gets her through her busy day”

    Der Song nimmt eigentlich die Haltung der sechziger Jahre auf die Schippe.

  • Tillia sagt:

    Ich bin offensichtlich ein Eskalationsstufe 3 Kind. Wo die älteren beiden kontrolliert, überwacht, begleitet, behütet, beschützt und oft fotografiert wurden, liess man mich ziemlich ungehindert machen, was ich wollte. Und das war gut so für mich, bin früh sehr selbständig geworden und mag es heute nicht so gerne, bevormundet zu werden. Ob das schon immer ein Charakterzug von mir war oder durch die Art und Weise des Heranwachsens entstand, kann ich nicht sagen. Ach ja, irgendwann viel später habe ich sogar ein Fotobuch gekauft und meine 15 Fötelis eingeklebt 🙂

  • Amélie sagt:

    Nicht wirklich neu, die Liste. Es fehlen noch ein paar wie beispielsweise

    Schwangerschaft:

    1. Kind: Man rennt ab 3. SS-Monat alle 2 Wochen zu H&M und kann den süssen Kleidchen nicht widerstehen.
    2. Kind: Eine Woche vor der Geburt werden die Kleidchen vom ersten gewaschen und sortiert.
    3. Kind: Rosa geht auch für Jungs, nicht wahr?

  • mira sagt:

    @ me
    Danke für ihren Input. Ich finde solche Aussagen ebenfalls höchst bedenklich, auch wenn ich selber nicht betroffen bin.

    Ich selber bin erst auf Stufe 1. Allerdings braucht es wohl einen Hang zum Chaotismus, um in die weiteren Stufen zu verfallen…

  • Peter sagt:

    @Hermann:
    Nagel auf den Kopf getroffen. Ich schmunzle unterdessen auch nur noch an Elternabenden.

    Und leider könnte ich beliebig viele solcher Schreibfehler liefern. In 3 Jahren schafften die Lehrerinnen meines Sohnes nicht eine Elterninformation ohne einen solchen groben Schnitzer. Hätte ja gerne darüber geschmunzelt aber dazu waren die beiden etwas zu arrogant und überheblich. Dafür mit AHDS und etwas schwierigeren Kindern hilflos überfordert.

  • me sagt:

    @Gabriela
    Eine Freundin von mir und diagnostizierte ADHS Patientin hat sich mit 17 Jahren das Leben genommen. Nein, man darf nicht lachen!
    Ritalin und ADHS ist kein Witz oder Trendthema mit dem man eben mal Wochenendstimmung verbreitet. Genausowenig ist Medikamentenmissbrauch und der ist bei Methylphenidat schon verharmlost und verbreitet genug ohne das noch weitere „nicht so ernst gemeinte“ Artikel die es gutheissen veröffentlicht werden.

  • Miranda sagt:

    @ Thomas und me

    Ihnen kann ich nur das folgende Buch empfehlen: http://www.retomeienberg.ch/cartoon.html Auch so kann man mit seinem Schicksal umgehen! Bitte etwas mehr Humor!

  • Herman sagt:

    @Sonja, Einkindeltern sind nie böse, sondern lediglich ungeübt. Nach drei (oder mehr) Kindern tritt ein gelassenheit ein. Eine Bereitschaft zu akzeptieren, dass mann Eisen nicht mit Hände brechen kann und ein Kind ein Lebensbegleiter und nicht der Inhalt. Ich schmunzle bei solche elternabenden und erinnere mich an unser Anfang als Eltern mit der Schule.

    Die PedagogIn stammt aus ein Schreiben worin sich die neue Lehrerin vorstellt. Auch darüber kann ich nur noch schmunzlen.

  • Eva sagt:

    Die Listen im Mamablog lese ich mit Hochgenuss, und die Eskalationsliste mit zunehmender Familiengrösse hier ist grossartig. Ich hoffe auf künftige weitere „Stand-by“ Modus-Zustände- daher: Finger weg von Ritalin!

  • Peter sagt:

    @Gabriela und Nicole
    Schön geschrieben:-))
    Könnte noch ein paar Eskalationsstufen dazufügen. Aber eigentlich ist es doch nur so, dass man spätestens beim dritten Kind merkt, dass gewisse Dinge nicht ganz so wichtig sind, weder für Kind noch Eltern. Und das hat nichts mit Ungleichbehandlung zu tun.
    Allerdings kann ich Thomas und Me verstehen. Wer davon betroffen ist, merkt erst wie sorglos oft mit dem Thema umgegangen wird und wie einfach es ist in eine Ecke gestellt zu werden.

  • Rolf sagt:

    Mit Multi-Tasking hat das alles nichts zu tun, viel mehr mit keinen Gedanken fertig gedacht zu haben. Aber sollte unter den Müttern dennoch eine sein, die einen 5 minütigen Zeitungsartikel fliessend, ohne Unterbrechung laut vorlesen und gleichzeitig gedanklich eine Einkaufsliste erstellen kann, vor ihr würde ich mich verneigen.

    Und was ADHS betrifft, so kann ich mich „me“ nur anschliessen. Vielleicht wäre über Haldol oder besser Benzodiazepine nachzudenken, da die Symptome ganz anderer Ursprungs sind.

  • Sonja sagt:

    bin ich dermassen ab der Welt, dass ich bei Kind Nr 3 immer noch 200 Fotos pro Monat schiesse und ihm selbstgemachten Brei vorsetze?
    Irgendwo sind wir verpflichtet, unsere Kids nach Möglichkeit gleich zu behandeln, da muss man sich eben ein wenig mehr Zeit dafür nehmen..

    @ Herman: Einkindeltern sind also böse, böse Eltern, welche Ihnen das Leben vermiesen – wieso bitte sollen Mehrkindeltern besser informiert sein? Und ist nun auch schon die Pedagogin der neuen deutschen Rechtschreibung zum Opfer gefallen?

  • VitelloTonnato sagt:

    Vielen Dank für den überspitzten Text. Die Wirklichkeit ist nicht immer politisch korrekt, auch wenn sie nicht 1:1 dem Text entspricht.
    Doch Ritalin ist nicht nur Mother’s little helper. In meiner Studienzeit haben viele meiner Kolllegen Prüfungen nur noch auf Ritalin geschrieben. Diejenigen, die auch noch auf Speed gelernt haben, wurden unausstehliche, paranoide Spinner und aus meinem Freundeskreis aussortiert. Nach dem Diplom habe ich den Chef des Departementes gefragt, ob ich nicht einen Stempel auf mein Diplom haben könne, mit der Aufschrift „Studium, Prüfungen und Diplom ohne Drogen bestanden“.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Gabriela
    Danke für das Verfassen der Bedienungsanleitung!

  • Gabriela_W sagt:

    @ Thomas und Me
    Meine Güte was seid ihr heute humorresistent. Es ist doch selbsterklärend, dass der Text nicht als ernstzunehmende Anleitung für gestresste Mütter gedacht war. Und wenn ihre jetzt zurückschreiben wollt, dass man über derart „schlimme“ und „traurige“ Dinge nicht lachen darf, dann könnt ihr’s gleich bleiben lassen. Doch! Man darf! Genau das ist die Kunst. Schaut doch mal wieder einen Chaplin Film an – er war ein Meister darin.
    Hei, es ist Freitag und das Wochenende steht vor der Tür! Smile, though your heart is aching, smile even though it’s breaking, etc… 🙂
    @ Nicole
    Lustiger Beitrag. Weiter so!

  • Raphi sagt:

    Für alle die, die sich so über die angebliche unempfindlichkeit der Bloggerin gegenüber ADHS aufregen, soll der Selbstversuch im Magazin (vorletzte Ausgabe afaik) empfohlen werden. Einfach mal zum wissen, dass längst nicht jeder der Ritalin schluckt auch Ritalin nötig hätte und das ganze zur Farce verkommt…
    Strange new world…

  • elena sagt:

    Himmel Hermann: Mein Herz weint. Genau so ist es nicht. Nach den einführenden Worten las ich von Stundeplan bis Kontemplation alles wohlwollend interessiert durch, anschliessend war ich leicht verblüfft, aber mein Kopf wollte nicht nicken. Obwohl ich drei Kinder habe, find ich in keiner Textstelle auch nur einen Hauch von Wiedererkennungseffekt. Aber muss ja nicht sein. Die Eskalationsstufe könnte ja beim vierten einsetzen – oder gar nicht: Man soll ja nicht von sich auf andere schliessen. Ich würde somit die Packung Ritalin zusammen mit den Stilltipps frei raus dem Haus schmeissen……und den Termin bei der Frauenärztin ganz streichen, dann hätt ich mehr Freiraum. Auch das könnte helfen gegen Ueberforderung, Termine streichen: Wer will denn schon ins Babyschwimmen oder Mukiturnen?

  • me sagt:

    Guten Tag
    1. Bevor jemand die vier Buchstaben ADHS im Irrglauben „trendy“ zu sein aneinanderreiht sollte man folgendes berücksichtigen: Diese Störung kann bei Betroffenen zu ernsthaften Schwierigkeiten führen und ist manchmal ein lebenslanges Hindernis. Es ist respektlos wenn jemand, der offenbar keine Ahnung von der Ernsthaftigkeit und Auswirkungen von ADHS hat, sich anmasst darüber zu schreiben und es dabei verharmlost. ADHS hat absolut nichts zu tun mit stressbedingter! Unkonzentriertheit oder Vergesslichkeit. Auftreten der Symptome in der Kindheit ist ein Diagnosekriterium d.h. so etwas wie „mütterliches ADHS nach der Geburt“ gibt es nicht ohne dass die Frau schon vor der Schwangerschaft ADHS hatte.

    Es ist also nicht nötig, dass eine Hebamme Ritalin/Methylphenidat verteilt. Was für eine Aussage!!! Ohne Rezept handelt es sich dabei um eine illegale Substanz Frau Althaus, warum nehmen sie nicht einfach Amphetamine oder ein paar Opiate? Ritalin ist ein rezeptpflichtiges Medikament, wie auch Morphium, und das nicht ohne Grund! Der Missbrauch von Methylphenidat ist ein schwerwiegendes Problem. Solche Artikel sind genau der Grund warum sich ADHS Patienten, welche legitimiert sind Ritalin einzunehmen, sich ständig rechtfertigen müssen.

    Ihre Aussage ist äusserst fragwürdig insbesondere in einer Zeitung.

  • mami mit beruf sagt:

    ein wunderbarer Beitrag, danke!

  • Herman sagt:

    Mein Herz jubelt. Genau so ist es. Aber lustig wird es erst in der Schule. Sie als erfahrene Mehrfacheltern gegenüber die Meute der Einkindmütter und kinderlose 25-jährige „PedagogIn“.

  • Thomas sagt:

    Als „echter“ Ritalinpatient bin ich über die sorglosikeit, mit denen gesunde Menschen dieses Medikament schlucken bestürzt. Und dass hiermit mal wieder ein Artikel mehr im Internet steht, der dieses Medikament verharmlost ist sehr bedauerlich. Frau Althaus sollte sich mal von einer Fachperson aufklären lassen, was dieses Medikament bei gesunden Personen bewirkt. Nämlich genau das Gegenteil davon was es beim normalen Patienten bewirken soll. Aufmerksamkeitsprobleme alleine machen noch keinen Ritalinpatienten. Sorry. Aber es ist so. Aber wer immer seine Gesundheit ruinieren will, kann das natürlich gerne tun.

  • Papa sagt:

    Wir sind erst beim zweiten Kind, von der Schule sind wir weit entfernt – aber die Diskussion um ein allfälliges Drittes haben wir vorerst sistiert. Wir wären nicht objektiv… 😉

    Immerhin: Bei den Fotos halten wir uns im Moment noch wacker.

    Und bevor sich wieder irgendwer bemüssigt fühlt, den Beitrag als elterliche Selbstzerfleischung zu geisseln und zur Kinderlosigkeit aufzurufen: Immerhin muss nicht mehr der gesamte Abfall selber in den Kübel geworfen werden, man muss auch nicht mehr wegen jedem Handgriff aufstehen und bisweilen ist es auch einfach schön, jenseits von Mama einen Zuhörer zu haben. Es hat auch sein gutes.

  • claudia sagt:

    Bei der Kaiserschnittgeburt von meinem 2. Kind fragte mich der Arzt ob er
    gleich sterilisieren soll, da sagte ich noch nein..
    Aber ich glaube, wenn mein zweites Kind grösser ist, muss ich zuerst einmal
    mein Schlafmanko aufholen. Weiss schon gar nicht mehr wie das ist, wenn
    man durchschlafen kann.. (und das geht bereits seit 15 Monaten so..)

  • Lilifee sagt:

    Bin noch auf cold turkey von meinem letzen Tripp :-)). Nach dem dritten Kind, wollte ich auch nicht mehr wissen, wie die vierte Eskalationsstufe hätte aussehen können.

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