Der Spitzel im Kinderzimmer

Kindheit ohne Privatsphäre: Präsentation der Hello Barbie an einer Spielzeugmesse (Video in englischer Sprache, DadDoes/Youtube)

Viel mehr als gut (oder zumindest schlank und aufgetakelt) aussehen konnte sie bisher nicht, die Barbie. Doch das soll sich noch diesen Herbst ändern. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft will der Spielzeughersteller Mattel die neue Generation der Barbie lancieren, die sogenannte Hello Barbie. Der Name deutet es schon an: Die neue Barbie kann «Hallo» sagen – und noch viel mehr. Sie soll sich dank einer ausgeklügelten Spracherkennungs- und Konversationssoftware mit dem Kind unterhalten und auf seine Fragen eingehen können.

Damit sie das möglichst überzeugend macht, wird das kindliche Geplauder aufgenommen, an eine Cloud geschickt und dort abgespeichert und analysiert. Doch damit nicht genug: Die Eltern erhalten wöchentlich einen Link zugemailt, mit dem sie alle Audiofiles abhören können, die ihr Kind produziert hat. Egal also, ob die Türe des Kinderzimmers offen stand oder nicht, Mama und Papa wissen immer ganz genau, worüber ihr Kind mit seiner Puppe geredet hat.

Ich bin mir nicht sicher, was ich schlimmer finde: Dass eine Spielzeugfirma es völlig legitim findet, Kinder in ihrer privatesten Umgebung zu bespitzeln und diese Daten «nur zwei Jahre lang» abzuspeichern. Oder dass Eltern ihre Kinder abhorchen, bloss weil sie sich angeblich um sie sorgen. Denn auch wenn es das Produkt noch nicht gibt, wir also noch keine Verkaufszahlen kennen: Ich bin überzeugt, dass die Puppe ihre Käufer finden wird. Und dies nicht nur in den USA.

Denn die Hello Barbie ist bloss die Weiterführung der GPS-Sender, mit denen viele Eltern auch hierzulande ihre Kinder seit Jahren ausrüsten. Vom Kinder-Locator «Fröschli» etwa werden in der Schweiz zehn Stück pro Woche verkauft, wie Robert Signer, COO des Herstellers Tracker.ch sagt, «vornehmlich an Eltern von 4- bis 8-jährigen Kindern». Und wenn man schon so bequem wissen kann, wo sich das Kind jeweils aufhält, wieso sollte man dann nicht auch noch ein bisschen mitlauschen? Man meint es ja nicht böse, nein, man möchte nur, dass es dem Kind gut geht.

Mamablog

Foto: Roman Magician/Flickr

Wer sich das sagt, belügt sich indes selbst. Dem Nachwuchs geht es nicht besser dank solcher Geräte. Im Gegenteil: Wie muss sich ein Kind fühlen, das irgendwann merkt, dass es monate-, vielleicht jahrelang belauscht wurde? Das ist etwa so, wie wenn die Eltern früher regelmässig das Tagebuch des Kindes gelesen hätten. Doch von solchen Vergleichen wollen die Eltern nichts hören. Sie haben Angst und solche Gadgets helfen ihnen, sich ruhiger und sicherer zu fühlen. Weil sie sich einreden, dank der Dauerüberwachung stets über ihr Kind Bescheid zu wissen und es dadurch vor allem Bösen beschützen zu können.

Wir werden unsere Kinder aber nie vor jedem Übel dieser Welt beschützen können. Das ist auch gar nicht unsere Aufgabe. Vielmehr sollten wir Eltern sie dazu befähigen, möglichst gut auf sich selber aufpassen zu können. Und das tun wir ganz bestimmt nicht, indem wir sie Tag und Nacht bespitzeln. Sondern indem wir ihnen gewisse Werte und Regeln vermitteln und sie ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Und zu diesen Regeln gehört meiner Meinung nach mehr denn je auch das Thema Privatsphäre und wie man diese schützt.

Wir Eltern sollten unsere Kinder also nicht auch noch überwachen, sondern vielmehr dafür besorgt sein, dass sie auch in Zukunft eine Privatsphäre haben. Wie wir das anstellen sollen? Indem wir uns so gut wir können gegen fragwürdige Entwicklungen wehren. Nicht immer wird uns das so leicht gemacht wie bei der Hello Barbie, die wir problemlos boykottieren oder sogar mittels Petition bekämpfen können. Also tun wir es. Und setzen damit ein Zeichen, das von den Verantwortlichen hoffentlich gehört wird.

83 Kommentare zu «Der Spitzel im Kinderzimmer»

  • Danke für den Artikel. Bin ein wenig erschrocken über die Dreistigkeit. Ich finde das schon schlimm bei meinem Fernseher, der die Sprachaufname automatisch an hatte. Wo ich erst nachher mitbekommen habe, das er die Sprachdaten an einem Server von Samsung weitergibt. Aber bei einem Spielzeug ist das der Hammer.

  • Katharina sagt:

    Regt sich über Barbie in der Wolke auf und schreibt den Empörungstext auf dem IPhone, DEM Gerät, das die Ueberwacher am meisten lieben…

    Also mir gefallen die erwachsenen Varianten von Boston Dynamics besser. Komplett mit Cortana Stimme und wie Kommandant Data sagen würde: Anatomisch voll funktionsfähig und mit über 600 Routinen …

    • Stranger sagt:

      Jaja, die kann gewiss sogar schwanger werden, die Boston-Dynamics-Cortana… Dann hast Du kein iPhone, Kat? Guutes Mädchen 😉 — ich auch nicht.

      • Franz Vontobel sagt:

        Genau, weil das Konkurrenzsystem ja von einem, was die Datensammelwut betrifft, völlig unverdächtigen Hersteller stammt… oh du heilige Einfalt!

      • Stranger sagt:

        Nein, Google ist der Überwachung schuldig, das weiss ich schon. Bitte nicht in meinen Text Zeugs reininterpretieren, das nicht da steht.

        Apple und Microsoft schenken sich da natürlich nichts.

      • Franz Vontobel sagt:

        Wenn ich in ihren Text „Zeugs reininterpretieren“ würde, das bereits da steht, so wäre es ja kein interpretieren mehr, oder?

  • Markus Schneider sagt:

    Offenbar hat die Schaffung des Übermenschen bereits begonnen – wer solches Zeug kauft, wird ganz sicher NICHT zu den Übermenschen gehören, sondern huldigt jetzt und für immer der niedrigsten Sklavenmoral. Meines Wissens ist Unsittlichkeit ind er Schweiz ein Straftatbestand, der solches „Spielzeug“ eigentlich aus unserem Land verbannen müsste.

    • tststs sagt:

      Ja, das Abendland steht kurz vor dem Untergang… wegen einer Plastikpuppe mit Rekorder… tststs….

  • tststs sagt:

    „Viel mehr als gut (oder zumindest schlank und aufgetakelt) aussehen konnte sie bisher nicht“
    Schade, wird eine Frau hier wieder mal nur auf ihr Äusseres reduziert; es spielt üüüüberhaupt keine Rolle, dass frau ausgebildete Ärztin, Sportlerin, Königin/Prinzessin, Astronautin, Rockstar, Mami etc ist… 🙁

    • tina sagt:

      es war doch die barbiepuppe gemeint und keine frau. barbiepuppen haben mit frauen rein gar nichts gemeinsam. rein gar nichts möchte ich nochmals betonen

      • tststs sagt:

        tina, das ist ja der Witz an meinem Statement! Und ob sie Ihnen passt oder nicht, Barbie ist eine Frau (, die IMHO immer wieder missverstanden wird!)

      • tina sagt:

        wenn barbie eine frau wäre, wäre sie nicht überlebensfähig. ganz im sinne brechbühls: nur eine tote frau ist eine gute frau 😉

      • Martin Frey sagt:

        Kennen Sie Valeria Lukyanova, tina? 🙂

      • tina sagt:

        ……uah! davon erhole ich mich nie mehr…. wäre ich nur nicht so neugierig

      • 13 sagt:

        Ich gebe tststs 100% recht. Meine Tochter hat wie ich auch schon beides: Barbies und andere Puppen. Und wie bei mir, ist die Barbie in ihrem Spiel alles mögliche: Prinzessin, Superheldin, Ärztin, Lehrerin,Mutter etc. sie hat einen Bürojob, ein eigenes Haus, eigenes Auto etc. Insgesamt völlig unabhängig und selbständig. Die anderen Puppen hingegen sind nur eins: Babys, die meine Tochter zur Mami machen, die sie versorgt und ihnen kocht und danach putzt. Dagegen ist ja nichts zu sagen, aber es findet eine Reduktion darauf statt. Da ist mir die vielseitige Barbie lieber.

      • 13 sagt:

        Natürlich ohne Überwachungsfunktionen. Ich spreche nur über „normale“ Barbies.

    • @ tina

      Zur grossen Enttäuschung der Mädchen in meinem Freundeskreis schenke ich Feuerwehrautos aus Zinkdruckguss und nicht Barbies aus Plasticschleuderguss zu Weihnachten.

      Den enttäuschten Blick und die traurige Stimme vergesse ich nie: „I ha drum gmeint, ig überchume ne Barbie“.

  • tststs sagt:

    Wie immer liegt das Übel nicht an der Maschine selbst sondern im Benutzer: Wer seine Kinder mit dem Fröschli online auf SChritt und Tritt verfolgt, wer jeden Abend das Barbie abhört, der MISSbraucht das Gerät.
    Wer das Fröschli einschaltet, wenn das Kind nicht mehr auffindbar ist, resp. das Barbie abhört (resp. im Tagebuch liest), weil man den Verdacht schöpft, es ist etwas ernsthaftes im Busch und das Kind getraut sich nicht, etwas zu sagen… naja, vllt wäre hier der Nutzen grösser als der Schaden…

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tststs

      diese Barbie wird aber nicht erst im „Verdachtsfall“ abgehört, sondern das belauschen ist von Beginn an gewollt, sonst würde diese technisch hochfrisierte Puppe ja nicht angeschafft…, bringt mich aber zu einem weiteren Punkt, möglicherweise führt es zu unnötigen Sorgen weil das Gespielte für die Eltern nicht verstehbar, nicht einzuordnen ist- gibts dann Kreuzverhöre mit dem Kind, zusätzliche Schnüffelaktionen? Allemal eher belastend fürs Vertrauensverhältnis.

      • tststs sagt:

        Erinnern Sie sich noch an dieses Spielzeug:
        http://www.ebay.de/bhp/kinder-kassettenrecorder

        Okeee, man könnte jetzt sagen, dass der Abhörgedanke hier zumindest offensichtlich war, während man mit dem Barbie den Kindern was vorgaukelt…

        Und nochmals: ich war als Kind einfach immer wieder verblüfft, wie meine Mutter alles über mich wusste…in meiner Privatsphäre verletzt gefühlt hingegen habe ich mich nie…

  • Martin sagt:

    Absolut respektlos den Kindern gegenüber!!!
    .
    Aber es hat ja schon etwas Gutes, so sind die Kids bereits daran gewöhnt, bespitzelt zu werden und sind im Erwachsenenalter nicht mehr erstaunt, wenn weitere NSA Affären auffliegen

    • Stranger sagt:

      Ja, und nehmen sie hin, so, wie wir es alle eh schon tun… „ich hab ja nichts zu verbergen“…

      Natürlich übersieht man, dass a) die Geheimdienste eigene Ideen darüber haben, wer was zu verbergen hat, und dass die nichts mit der „Realität“ zu tun haben müssen und dass b) es ja Denunzianten gibt, die kein Problem haben, der Bundesanwaltschaft falsches Zeugs zu erzählen, dass die glaubt, ich sei ein Terrorist.

  • sama sagt:

    wenn ich daran denke, was ich meinen pupoen alles aus meiner phantasiewelt erzählt habe und was ich mit ihnen auch manchmal für grausliche spiele spielte ( unfälle, morde etc.) – mir wird ganz flau, wenn ich daran denke, dass meine eltern das mitbekommen hätten. verbietet diese abhörpuppen – die dinge die ein kind seiner puppe erzählt sind vertraulich !

    • tststs sagt:

      Wieso sollte Ihren Eltern flau geworden sein, sama?
      Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Kinder genauso Schauerliches erzählt/spielt, und Ihnen wird ja auch nicht flau, oder?!? 😉

  • dres sagt:

    Was soll jetzt an diesem Plastikbäbi so schlimm sein? Halbwegs verantwortungsbewusste Elterm überwachen später hoffentlich Handy und Compi, ihrer Kids, und das rund um die Uhr. Schade kann Barbie das (noch) nicht.

  • Sportpapi sagt:

    So, dann können wir hier wieder mal einen Tag abläs tern. SInd sich ja alle einig. Schade, kontroverse Diskussionen sind mir eigentlich lieber.

    • @sportpapi

      Ich habe erklärt, warum die Spionenbarbie eine absolut supeeeergute Sache ist und auch Hattori Hanzo hat einen sinnvollen Nutzen genannt.

      Wir sind also voll dafür, für die GoPro Barbie!

      • Sportpapi sagt:

        Eben, sind sich ja alle einig.

      • Stranger sagt:

        Naja, ich denke, die Barbie sollte mit Waffen ausgestattet werden, damit das Kind sie in die Schule nehmen und mobbende MitschülerInnen gleich abknallen kann. Ein eingebauter Wasserwerfer wäre auch nützlich und die Möglichkeit, Pfefferspray zu verschiessen, natürlich auch. In einigen Jahren wird die KI so gut sein, dass das Kind die Waffe nicht mal selbst abfeuern muss, da schiesst die Barbie gleich autonom. Ach, das wird super.

        Ich bin ganz für die Militarisierung der Kinder- und Schulzimmer!!!! Keep on keeping on!!!!!

  • Meiner Meinung nach verstösst eine solche Puppe gegen die Kinderrechtskonvention der UNICEF, Artikel 16:
    „Artikel 16
    (1) Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung oder seinen Schriftverkehr oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden.
    (2) Das Kind hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.“

    • Adrian Wehrli sagt:

      … hach, gibt es nichts heheres als Kinder zu beschützen? Wir sollen uns gleich ein Kränzchen winden. Danke für das retten der Welt, Herr Bochsler …

      • Papperlapapi sagt:

        Tatsächlich gibt es ganz ohne Ironie wenig Heheres als Kinder zu beschützen. Dass es Eltern gibt, die es unproblematisch finden, via Barbie ihre Kinder zu bespitzeln, irritiert mich

      • Stranger sagt:

        Ja, mich auch. Der Originalartikel bringt es mE auf den Punkt: ein Kind, das später erfährt, überwacht worden zu sein, verliert eventuell sehr fundamental das Vertrauen in die Eltern.

    • Christoph Bögli sagt:

      Papier ist da leider sehr geduldig. Oder: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wenn die Eltern die Delinquenten sind, sind rechtliche Ansprüche des Kindes wohl oder übel de facto irrelevant, da die Eltern die Rechte des Kindes vertreten und dadurch im Prinzip gegen sich selbst vorgehen müssten. In der Realität ist es ja schon schwer genug, gewalttätige Eltern zu entdecken und das Kind vor ihnen zu schützen, weshalb man es eh vergessen kann, so etwas wie das Recht auf Privatsphäre des Kindes durchzusetzen, wenn die Eltern es sind, die diese Recht untergraben..

    • Jetzt noch mein ernster Beitrag für heute. Ich denke Christian Bochsler hat Recht. Auch Kinder haben Persönlichkeitsrechte und dazu gehört mit Sicherheit ein Recht auf Privatsphäre. Ob das nach der Kinderrechtskonvention geregelt ist, weiss ich nicht. Aber ich würde mal in der Bundesverfassung nachschauen.

      • tststs sagt:

        Ichweissichweiss, gleich wird wieder losgeheult, was für ein schreckliches Bild von Kindern ich doch habe:
        Solange die Barbie nicht vor den Kindern abgehört wird, solange hat das Kind nicht das Gefühl, dass seine Privatsphäre verletzt wird…
        Denn sorry, wie war das bei Euch früher? Ich konnte kaum etwas anstellen und schon wusste meine Mutter Bescheid, Quartier-o-Phon sei Dank… 🙂

      • @tststs

        Den gekonnten Umgnag mit dem Quartier-O-Phon, das nennt man Sozialverhalten und Sozialkompetenz. Der Unterschied zum Umgang mit der Spionenbarbie ist, dass Sie wussten wer, was und woher getratscht wurde.

        Wir ein kleines Kind wird einfach aus dem Verdeckten überwacht, so ist der Zusammenhang nicht erlebbar.

        Im besten Fall darf dann eine studierte Kinderhütewissenschaftlerin bei der KITA das Sozialverhalten wieder reparieren. Im schlimmsten Fall wird aus dem Goofen ein drogenabhängiger, paranoischer Massenmörder, der Blondinen nicht von Spionenbarbies zu unterscheiden vermag.

  • Papperlapapi sagt:

    Wenn 10 Fröschli pro Woche verkauft werden, dann sind das 500 pro Jahr. So ein Elektrogerät hält im Durchschnitt kaum mehr als 2 Jahre. Rechnen wir mit 3, so laufen 1500 Kinder mit so einem Frosch herum: Ein Randphänomen.
    Tatsächlich sind es wohl noch viel weniger: manche werden gekauft und liegen überwiegend in einer Küchenschublade, manche markieren den dementen Opa oder den ständig davonstreunenden Hund und der CEO dürfte seine Absatzzahlen tendenziell eher nach oben beschönigen…..
    Noch besteht kein Grund zur Panik.
    Die Barbie boykottieren wir selbstverständlich!

    • Adrian Wehrli sagt:

      .. Fröschli ist ja nicht das einzige Pordukt, wir sind z.B. ,it dem TRAX sehr zurfrieden. Und erst noch die Genugtuung aller Supermoms, die sich in Ihrer heilen WolleBastWElt über Barbie! und GPS! enervieren können, einfach herrlich.

  • Hattori Hanzo sagt:

    Ich finde das eine Super-Erfindung für die New-Urban-Mums. Dank dieses Spielzeugs kann das moderne Super Mami endlich 100% arbeiten, wie auch der Papi 100%. Das Kind hat trotzdem jemanden zum kommunizieren und das Mami kann sich auf dem Pendel-Weg all die Audio-Files anhören und verpasst so die einzigartigen Kindheitsjahre nicht vollständig.
    Da nun beiden Eltern Beruf wichtiger ist, als Zeit mir der Familie, füllt diese Barbie eine wichtige Lücke in unserem sozialen Gefüge.
    Also etwas mehr Lob bitte! It’s a dirty Job, but someone’s got to do it.

    • @Hattori Hanzo

      Den Beitrag finde ich spannend:
      — Aufnahmegerät, damit die NUMB wenigstens ein paar Eindrücke für die Erinnerung mitnehmen kann.
      Andere Gründe sind
      — schlechtes Gewissen, wegen der Verwahrlosung der Kinder.
      — Kontrollwahn, besonders weit verbreitet bei Leuten mit allgemeinem Suchtverhalten.

    • tina sagt:

      merke: 100% erwerbstätige mütter verpassen ihre kinder schändlich, 100% erwerbstätige väter nicht.
      und nun tun alle ganz aufgeregt, und bei nächster gelegenheit behaupten sie wieder „ich habe ja nichts zu verbergen!“ (womit gleichzeitig betont wurde, dass wer wegen überwachung ist, wohl etwas schändliches zu verbergen habe).
      barbies kann man ja auch einfach nicht kaufen.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ach Tina, du machst uns die ganze Hysterie kaputt! Unser Montag-Morgen-Frühlästern ist nun dahin ….

      • Hattori Hanzo sagt:

        ach Tina – warum ist es nicht schändlich, wenn Väter die Kindheit ihrer Kinder verpassen?
        es war immer schändlich
        bis jetzt, wo es im Namen der Gleichberechtigung plötzlich völlig ok wird, wenn man lieber arbeitet, anstatt Zeit für die Familie zu haben (das gilt nur plötzlich als altbacken und ist verpönt)

        Und jetzt haben wir noch nicht mal darüber gesprochen, dass 1X100% abwesende Eltern, ganz und gar nicht das gleiche ist wie 2X100% abwesende Eltern.
        Also sollen doch die modernen Eltern froh sein, dass bald Roboter ihren Platz einnehmen.

      • tina sagt:

        haatori hanzo: naja, du schreibst es sei eine super erfindung für new urban mums, nicht für immer-schon-vollzeiterwerbstätige väter. drum.

      • Hans Hintemeier sagt:

        @Hattori Hanzo: Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen! Wahrscheinlich erwarten die Frauen jetzt, dass der Mann 100% zuhause bleibt, obwohl oft die Frauen um jeden Preis Kinder wollen (dann aber nicht ein wenig verzichten können). Und wer ist dann Schuld (gemäss tina)? Der Mann natürlich. Es ist ja sowieso modern, für alles den Mann verantwortlich zu machen. Dies macht zwar denkfaul, ist aber praktisch. So lieber Sportpapi, hoffe nun hast du deine gewünschte Diskussion. LG HH

      • Benno Stechlich sagt:

        Liebe Tina, was du schreibst verstehe ich völlig. Bei den meisten Kommentaren hat man das Gefühl, dass die Kinererziehung zu 100% ein Frauenjob ist, nur Frauen Smartphones haben, nur Mütter eine Barbie verschenken und nur Mütter in der Erziehung fehler machen. Diesen Kommentar schreibe ich um dir zu beweisen, dass es auch Männer gibt, welche nicht mit ihrer Entwicklung im letzten Jahrhundert stehen geblieben sind.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Tina – ich gebe ihnen teilweise recht. Natürlich ist mein Kommentar einseitig.
        Nichtsdestotrotz halte ich ihn für gerechtfertigt, angesichts all der Statements, die ich hier im Blog schon gelesen habe.
        Früher wurden die Männer auch dafür kritisiert. In Film und Roman wurde der Vater, der alles falsch machte, weil er den Beruf vorne an stellte und den Bezug zu seinen Kinder verlor, thematisiert.
        Nun wollen die Frauen, diesem „Vorbild“ nacheifern und „everything is awesome“ – einfach weils Frauen sind.

        Wenn niemand mehr den Kindern Zeit „opfern“ will, werden es halt die Computer tun.

      • tina sagt:

        nein, ist nicht gerechtfertigt.
        hintemeier: hä? habe ich irgendwem für irgendwas die schuld gegeben?

      • tina sagt:

        oh benno stechlich habe ich ja übersehen: dankeschön 🙂 das ist aber nett. aber keine sorge, ich weiss schon, dass nur wenige männer dieses seltsame frauenbild haben

      • Stranger sagt:

        tina, lies doch Hanzos Text als Satire.

  • Fertig lustig mit dem Samichlous!
    Ich erklär’s mal was es auf sich hat.

    Unser Samichlous hatte ein dickes Buch bei sich und die Eltern sagten, da täten alle die Schandtaten drin stehen, die wir das ganze Jahr über begangen hatten. Mir war klar, dass das gar nicht möglich ist, weil so viele Schandtaten in dem Buch gar nicht Platz hatten und auch weil der Samichlous ja nicht alle Kinder belauschen kann.

    Nun denn, jetzt haben wir ja Spionenbarbies und die virtually wired cell phone mothers (VWCPMs), die auf ihrem iphone Gigatonnen-Speicherkapazität haben und Videos produzieren damit.

    • ich finde nämlich, wenn schon denn schon richtig.

      Die Spionenbarbies sollen nicht nur ein Mikrofon haben, sondern eine Videokamera auch, ein WiFi-Sender und eine backup microSDXC mit 128GB Speicher.

      Dann kann der Samichlous nämlich mit iPad und youtube Videos anrücken als Beweis, dass die Rute nötig ist.

      Auch die Bachelors in Kinderhütewissenschaften haben dann genügend Material beisammen, wenn sie ihre Kinderförderungs-Fortschritte-Akte anlegen und später an die Basisstufenlehrerin oder grad direkt an die KESB weitergeben.

      Super, so kommen wir zum Polizeistaat, der Traum der SP-Frauen!

      • Dänu sagt:

        Fazit: Wahrscheinlich wurde die Hello-Barbie von SP-Frauen lanciert… Haben Sie grad noch andere Verschwörungstheorien, um diesen Montag etwas heiterer zu gestalten?

      • @Fazit

        Der Nachfrage steuert das Angebot. Soll niemand denken, dieser superspracherkennungskonversationsaufnahmetransmissionsroboter sei zusammengelötet und geklebt worden, bevor der Hersteller nicht sein Marktforscher losschickte, um herauszufinden, ob man da eine Marktnische finden könne.

        Die Marktnische sind die kontrollsüchtigen Mütter und die totale Manipulation der Kindheit durch die ex-marxistischen totalitären Parteien in der Schweiz.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Totale Überwachung ist also ein linkes Problem?

      • tina sagt:

        ein linkes weibliches. das moderne alptraum supermonster ist links und weiblich

      • @tina

        Das moderne Alptraum-Super-Monster wählt SP, hat einen akademischen Abschluss, ist Staatsangestellte mit einem Lohn ab 90-Kilo-Franken. Sie ist wirtschaftlich vollkommen unproduktiv und damit beschäftigt ehrlich arbeitenden, zumeist männlichen Handwerkern mit ihren 50’000 Franken Löhnen das Leben schwer zu machen mit immer neuen Vorschriften und Kontrollen. Sie verbringt ihre Arbeitszeit zwischen Telefonhörer, Computerbildschirm Kaffeeautomat und Sitzungszimmer, sie ist also eine kontrollwütige, überqualifizierte von den Steuerzahlern alimentierte Tratschtante.

      • tina sagt:

        ok, ich ergänze: das moderne alptraum supermonster ist links, weiblich, gebildet, erwerbstätig und gut verdienend

      • @tina

        Nein, ich rede nicht von „erwerbstätig“ und „gut verdienend“ sondern von „auf der Arbeiterklasse parasitierend“ und „volkswirtschaftlich überflüssig“

      • 13 sagt:

        Und dazu ist sie auch noch Mutter, die ihre Kinder in die Kita abschiebt um ihren nichtnutzigen überbezahltem Job nachzugehen 😉

        Stimmte?

      • Stranger sagt:

        Brechbühl, die grenzenlose Überwachung fordern und betreiben die Bürgerlichen. Nicht alle, aber vor allem Bürgerliche. NSA, FBI und CIA sind zum Beispiel klare Favoriten der Rechten. Die Rechten haben hierzulande den Spitzelstaat aufgebaut. Die Linken, in der USA, aber auch hier, sind gegen die Überwachung. Ja, ich gehe so weit, dass ich sage, dass das F in FDP mittlerweile eher zu SP und Grünen passt. Ich erinnere daran, dass die FDP in den 80ern und 90ern klar mehr Repression in der Drogenpolitik gefordert hat. Und Repression, mein lieber Brechbühl, ist definitiv nicht „freiheitlich“.

      • Felix Stern sagt:

        @Stranger Die Totale Überwachung ist ein linkes Problem. Das war schon bei den Stalnisten so und ging in der DDR frisch fröhlich weiter. Auch in den USA sind es nicht die Linken, die ich gegen berwahung wehren. Im Gegentel: Die Bespitzelung hat unter Obama neue Blüten getrieben. Wie sieht es in Europa aus? Da sind es die linken, die dem Staat den unbegrenzten Zugang zu allen Informtaionen seiner Untertanen eintreiben wollen. Es sind die Linken, die den Brger nach Strich und Faden ausnehen lassen wollen – bis zur Bare und auch dnanach kennt die Gier dr Linken keine Grenzen.

      • Sportpapi sagt:

        @Stern: Die Rechten möchten die Sozialhilfe- und IV-Bezüger überwachen, weil es hier offenbar zu Missbrauch kommt und ein paar Millionen zu viel ausgegeben werden. Die linken möchten die Reichen und Superreichen überwachen, damit sie wenigstens annähernd die Steuern zahlen, die sie müssten. Damit die fehlenden MILLIARDEN in der Kasse nicht von uns normalen Angestellten zusätzlich gebuckelt werden müssen. Erstaunlich, wie unterschiedlich die Argumentation der gleichen Parlamentarier da jeweils ist.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Am Bedenklichsten empfinde ich dass man dem Kind den Phantasieraum begrenzt,
    ob es nun mit Barbies, Babyborn, sonstigen Puppen oder puppenfremdem Material spielt;
    ich mach jede Wette dass ein authentisches Kindgespräch mit seinen Gegenübern jeden,
    von den Spielzeugerfindern dialogunterstützenden/gesteuerten, Gesprächsinput um Weiten schlägt!

    Die Entwicklung war aber absehbar, erst traf es die Alten per Betreuungsroboter (noch nicht bei uns) und nun wird das Kizi erobert, mal sehen wann die erste Windelwechselmaschine auftaucht…

    • tina sagt:

      und dabei verwenden doch gerade therapeuten puppen, um die klienten dinge sagen zu lassen, die sie einem lebendigen menschen gegenüber nicht äussern würden

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        da bringen Sie nun aber zwei sehr verschiedene Dinge auf eine Ebene, ein Therapeut stattet seine therapieunterstützende Puppe nicht mit generierten Dialogfetzen aus, und das Ganze findet in einem sehr engen Setting statt.

      • tina sagt:

        ja klar ist das so, allerdings sagt der therapeut ja auch nicht nichts. ich würde sogar behaupten, therapeuten verfügen auch über standard dialogfetzen ;-).
        das enge setting ist kaum kommunikationsfördernd

    • Sportpapi sagt:

      So eine Windelwechselmaschine würde ich sicher kaufen…
      Hoffentlich brauche ich die aber bald nicht mehr.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        Sie könnten doch Ihren grössten dahingehend animieren, dass er so eine Art Weltraumroboter darstellen könnte, und eine der Weltraumroboter-Superkräfte wär das Windelwechseln, Sie müssen ihm bloss noch das entsprechend attraktive Superroboter-Kostüm designen und er macht bestimmt mit…

  • Super, perfekt.
    Ich sehe die Mammis beim Spazieren an der Aare.: Am rechten Ohr das Handy, in der linken Hand der Kindswagen. Dieser dient als Disziplinierungsinstrument. Hier werden 3 und 4-jährige Mädchen hineingepackt und angegurtet, so kann man sie ruhigstellen und die Mutter muss nicht auf sie aufpassen.

    Mütter mit Spionenbarbies brauchen sich ebenfalls nicht mit Kindern abzugeben. Aber die Kinder dürfen wenigstens für sich alleine spielen und die Mutter hat ein gutes Gewissen, weil sie ja jederzeit während dem Telefonieren auf dem Bildschirm das Tun ihrer Gören verwalten kann.

    • P:S.

      Solchermassen verwahrloste Kinder werden dafür dann von professionellen Kinderhüterinnen mit Bachelorabschluss nach neuesten wissenschaftlichen Erkentnissen gefördert. Als erstes ist das Sozialverhalten dran. Wenn sie wenigstens spielen dürfen, dann braucht die Kinderhüterinnen nicht auch noch in Bewegungskoordination zu fördern.

      Man nennt das KITA. Das ist demnach besser als die VWCPMs (virtuallly wired cell phone mothers).

      • 13 sagt:

        Da kommt bei mir die Frage auf, wo denn die Väter dieser armen verwahrlosten Mädchen (?) sind? Verfolgen ihre Karriere, um sich nicht mit den Kindern beschäftigen zu müssen? Natürlich unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Akzeptanz. Willkommen im Land des Schubladendenkens.

      • tina sagt:

        das war auch mein gedanke 13: wenn nur mütter mit handy am ohr gesehen werden, fragt man sich, warum die väter die armen kinder nicht retten. das schreit geradezu nach rollentausch. väter würden nie ein handy anfassen

  • Hans Hintermeier sagt:

    Danke für den guten Artikel: Trotzdem: Selber schuld, wer den Kindern solchen Schrott kauft.Bei uns kommen praktisch nur Holzspielsachen ins Haus. Aus mehreren Gründen: Plastik und Umwelt, pädagogischer Sinn von Barbies/Powerrangers? Zu viel Elektroblingbling (Kunststück sind die Kinder dann so nervös).Man kann auch viele Spielsachen im Brockenhaus/KInderbörse kaufen (ökologischer Gedanke), da hat es auch noch nicht so viel modernen Elektorschrott (man kann sie gut waschen). Ausserdem spielen die Kinder meistens nicht lange mit den Sachen (Abfallberg wächst stetig).

    • Brunhild Steiner sagt:

      … schliesst das „praktisch nur“ Primo/Duplo/Lego/Playmobil uä aus?
      Bezüglich deren Langlebigkeit können die (besonders Billigholzdinger) locker schlagen, und waschbar sind sie ebenfalls 😉

      • Hans Hintermeier sagt:

        @BS: Liebe Brunhild, du hast mich richtig versanden! 🙂 Meine Kinder spielen gerne Lego. Bei Bea (Bea-Punkte) oder im Broki hat es super Holzspielzeug! Denke, nicht, dass man all zu fanatisch/dogmatisch sein sollte bezüglich Plastikspielzeug. Es lohnt sich jedoch auch mal zu reflektieren, ob es denn immer Plastik sein muss (vgl. Doku: Plastic Planet und die Meeresverschmutzung durch Granulat)

    • Migu sagt:

      Die Kinder sind selber schuld, wenn ihnen die Elternen einen solchen Schrott kaufen? Klar denke ich, dass Sie das nicht so meinen. Aber was meinen sie dann? Die Eltern sind in dieser Geschichte nicht die Leidtragenden. Ausser die Konflikte explodieren ihnen dann zehn Jahre später um den Kopf. In diesem Fall könnten Sie Ihren Spruch dann genüsslich in den Bart (?) brummeln.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Migu:Ja,du hast natürlich Recht.Die Kinder können wirklich nichts dafür. Mit „Selberschuld“ habe ich gemeint, dass sie dann evtl. hyperaktive Kinder haben. Obwohl auch hier der Kausalzusammenhang sicherlich nicht so eindeutig ist und auch wiederum die Kinder leiden. Danke für die Präzisierung!

  • Stranger sagt:

    Aussehen tut sie immer noch gleich. Allerdings ist sie viel viel gescheiter geworden…

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