Die verwöhnte Generation

Mamablog

Kleine Prinzessinnen: Youtube-Stars Sophia Grace (rechts) und ihre Schwester. Foto: Chris Pizzello (Keystone)

«Kinder waren kaum je verwöhnter als heute.» Mit dieser Behauptung eröffnete das «Migros-Magazin» letzte Woche ein Interview mit Jürg Frick, Buchautor und Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Die Aussage ist nicht neu, man hört immer wieder, dass die aktuell heranwachsenden Kinder zu sehr verwöhnt und verhätschelt würden. Aber ist das auch wirklich wahr?

Um diese Frage zu beantworten, muss zuerst der Begriff des «verwöhnten Kindes» geklärt werden. Ich habe dabei sofort das Bild eines Kindes vor Augen, das mit Geschenken überhäuft wird und trotzdem nie zufrieden ist. Eines Kindes, für das keine Regeln gelten und das bloss Pieps machen muss, damit Mama und Papa angerannt kommen und ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen. In meinem Umfeld ist mir solcherlei Verhalten bisher noch nie aufgefallen. Im Gegenteil hatte ich eher das Gefühl, Mütter und Väter seien extra strikt, um auf keinen Fall dem Vorurteil der verhätschelnden Eltern zu entsprechen.

Für Jürg Frick deckt das landläufige Verständnis des Verwöhnens aber bei Weitem nicht das ganze Spektrum ab. Verwöhnen bedeutet für ihn auch überbehüten. «Man nimmt den Kindern alles Unangenehme ab, traut und mutet ihnen zu wenig zu», sagt er. Oder man lobe sie unangemessen und überschwänglich, wie er in einem Schwerpunkt-Artikel zum selben Thema erläuterte. Frick spricht deshalb von verschiedenen Modi der Verwöhnung: «Ängstlich­-besorgter Modus, materieller Modus, Modus der übermässigen Bewunderung, Modus von keine Anstrengung erwarten und keine Grenzen setzen». Das Resultat indes ist immer dasselbe: Unselbstständige Kinder mit völlig unangemessenen Erwartungen. Beziehungsweise zukünftige Erwachsene, denen jegliches Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten fehlt und die sich stets von anderen abhängig fühlen.

Frick kommt zum Schluss, dass übermässig verwöhnte Kinder misshandelte Kinder seien. Denn es sei eine Tatsache, dass «Eltern, die ihre Kinder massiv verwöhnen, ihnen damit wirklich schaden können».

Eine heftige Aussage. Dennoch muss ich ihm zustimmen, dass Eltern ihren Kindern mit solchem Verhalten keinen Gefallen tun. Und dass diese Tendenz, alles Herausfordernde vom eigenen Kind fernhalten zu wollen, sich tatsächlich immer stärker ausbreitet. Man denke nur an all die Kinder, die tagtäglich herumchauffiert werden, anstatt dass Mama und Papa sie mit dem Fahrrad losschicken würden. Oder an die ständigen Meldungen über Eltern, die sich in die Lehrerarbeit einmischen und an den Schulnoten herumzuschrauben versuchen. Meiner Meinung nach geschieht all das oft nicht primär aus dem Wunsch heraus, dem Kind etwas Gutes zu tun, sondern vielmehr aus Angst. Angst, dem Kind könnte etwas passieren, es könnte überfordert sein. Oder es finde seinen Platz in der Gesellschaft nicht, wenn Mama und Papa ihm nicht alle Steine aus dem Weg räumen.

Bloss: Wie soll das Kind lernen, seinen eigenen Weg zu gehen, wenn die Eltern es nicht loslassen? Wie soll es überhaupt etwas lernen, wenn man ihm keine eigenen Erfahrungen, keine eigenen Fehler zugesteht? Und wie um alles in der Welt soll das dauerbehütete Kind lernen, dass es für sein Glück selbst besorgt sein muss und die Verantwortung dafür nicht sein Leben lang auf jemand Anderen abschieben kann?

Wie Frick sagt, sind «Glücksgefühle und Zufriedenheit Empfindungen, die wir selber erwerben müssen. Erwachsene können Heranwachsende dabei nur unterstützen.» Das dürfen sie auch gerne tun, indem sie ihre heranwachsenden Kinder ab und zu einmal verwöhnen. Aber eben nur ab und zu. Denn genau das macht das gesunde Verwöhnen doch aus: Dass es etwas Spezielles, nicht Alltägliches ist. Und gerade deshalb geschätzt wird.

203 Kommentare zu «Die verwöhnte Generation»

  • Anna K. sagt:

    Leider passieren in jedem Beruf Fehler, und bei überfordertem Pflege- oder Betreuungs-Personal kommt es in Einzelfällen auch mal zu völlig unhumanem Umgang mit Patienten/Kindern/Pflegeheimbewohnern und zu Missbrauch.

    Am Schlimmsten finde ich es, wenn es die Kleinsten trifft. Die Babys unter 2, die noch nicht mal erzählen können, was passiert ist. Auch wenn dias Risiko, dass es das einzelne Kind trifft klein ist- was nützt es mir und vorallem dem Kind, wenn es das Pech hatte, und missbraucht wurde.
    Für mich ein Grund mehr für eine Elternzeit von 2 Jahren.

  • Ralf Schrader sagt:

    Was wissen Sie von dem DDR- Krippen- und Kindergartensystem? Mit Sicherheit Nichts! Es gibt aber Literatur, falls es Sie tatsächlich interessiert.

    • Carolina sagt:

      Mutti’s LIebling: Ich z.B. weiss einiges über dieses System – vor allem sehe ich in meinem Familien- und Freundeskreis, was es mit vielen Kinder- und Elternseelen angerichtet hat. Ich habe das Heu ganz sicher nicht auf derselben Bühne wie JB, aber seine Einschätzung des DDR-Systems unterschreibe ich im Grossen und Ganzen. Nur: mit dem heutigen in der Schweiz hat es sehr wenig zu tun.

      • Muttis Liebling sagt:

        Von Privatpersonen, bzw. aus Augenzeugenberichten kann man nichts erfahren. Aber es gibt eine breite Primärliteratur
        welche in den Wikis gelistet sind. Bei ca. der Hälfte bin ich übrigens Koautor, weil ich bis 1995 standardmässig die methodische Bearbeitung aller sozialmedizinischer Publikationen geleitet habe.

  • Verschiedene haben mich in der Diskussion vorgestern gefragt, woher ich den Krippenalltag kenne. Nun gut, die Krippe war direkt gegenüber von meiner Wohnung über die Strasse. Ich habe gesehen und gehört, jeden Tag, wie die Kinder unter Kontrolle gehalten werden und habe das verglichen mit dem Mais, den wir fünf Jahre vorher hatten, als die Kinder noch nicht in der Krippe waren.

    Die wissenschaftlich geschulte Militanz, mit der sich die Kinderbetreuungsprofi über die Kinder hermachen und die unbedarfte Ahnungslosigkeit der Eltern ausbeuten, macht mir Angst. Das Effizienzdenken, von wegen Kinder müssten dazu gebracht werden, ihre Erlebniswelt aufzubauen, das ist von einer DDR-mässigen Schärfe, dass dahinter nur die Denk- und Wertekontrolle totalitärer Systeme gesehen werden kann.

    Interessant, dass einem anderen Leser citizen kane in den Sinn kam bei einem meiner Einwürfe.

    • Franz Vontobel sagt:

      Wobei sie Citizen Kane ja wohl auch nur insofern kennen, dass sie mal gegenüber von einem Kino gewohnt haben… Ansonsten hätten sie bei „Rosebud“ nicht nachzufragen brauchen, und es wäre ihnen auch vollkommen klar, woher die Assoziation mit ihrer Geschichte kam…

    • Susi sagt:

      @Brechbühl: “ Ich habe gesehen und gehört, jeden Tag, wie die Kinder unter Kontrolle gehalten werden “

      Was genau haben Sie denn gesehen/gehört?

      Unser Kind ging in die Krippe am selben Ort, wo mein Mann arbeitet (Behindertenwohnheim), die integrative Krippe befand sich zufällig gleich neben seiner Wohngruppe, er hatte also stets Gelegenheit, zu sehen, wie die Kinder im riesigen Garten unter Apfelbäumen spielten oder ihren morgendlichen Spaziergang durch das dorfähnliche Heim machten, die Schweine, Pferde, Kühe, Hühner besuchten, Eier abholen und in die Heimküche bringen durften.

      Im Haus, in welchem wir wohnen, haben wir auch eine Krippe, ich sehe die friedlichen Kinder täglich draussen spielen.
      Aber wer weiss, vielleicht trügt diese Idylle und die Betreuerinnen arbeiten, sobald die Kinder drinnen sind, ja mit Kabelbindern und Isolierband… Hatten Sie denn einen Infrarot-Feldstecher?

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Fairerweise muss man aber auch gestehen, dass es schlechtes Krippenpersonal gibt, so wie es schlechte (weil überfordert, im falschen Beruf, demotiviert, nicht empathiefähig, konfliktunfähig etc.) LP, Pflegepersonal (beliebige Berufe, in denen man mit Menschen zu tun hat) gibt. Je unbeobachteter, desto eher treten solche Verhaltensmuster auf. Meine Mutter hat ihr Atelier auch neben einer städtischen Krippe. Sie berichtet ähnliches, obwohl sie eine klare Befürworterin von Krippen ist. Eine Bekannte von mir machte ein Paraktikum in einer solchen. Und erlebte ebenfalls Negatives. Das gibts!

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Ich hab bis jetzt einfach noch nie so etwas gesehen oder gehört, und unser Quartier ist voller Krippen, allein im Umkreis von 500m unserer Wohnung hat es vier, und ich kenne bei jeder Krippe Kinder, die dort hingehen. Das Feedback ist durchgehend gut.
        Es kann überall vorkommen, dass mal ein Fehler passiert, aber deshalb Krippen generell zu verunglimpfen, ist doch mehr als fragwürdig. Brechbühl schreibt von einer „wissenschaftlich geschulte Militanz, mit der sich die Kinderbetreuungsprofi über die Kinder hermachen und die unbedarfte Ahnungslosigkeit der Eltern ausbeuten“, das ist doch absolut lächerlich, nicht?

      • Susi sagt:

        Unsere Tochter konnte sich jeweils am Abend fast nicht losreissen von der Krippe, und sie spricht noch heute mit Begeisterung vom „Beluga“.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ich finde Pauschalurteile und -beschuldigungen auch total doof und völlig deplatziert. Egal, in welchem Bereich. Ich wollte einfach darauf hinweisen, dass es die „schwarzen Schafe“ trotz aller Lobgesänge jeweils gibt. Egal wo! Seien wir einfach froh, dass sie die Ausnahme bilden! 🙂

      • Susi sagt:

        Klar gibt’s die überall. Aber ehrlich, JBs Spekulationen haben in meinen Augen etwas Wahnhaftes.

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Das hab ich vorher eigentlich noch fragen wollen: Was haben denn Ihre Mutter und Ihre Bekannte genau erzählt, welche Beobachtungen/Erlebnisse sie gemacht haben?

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Es ging einerseits um den sehr despektierlichen Umgang mit den Kindern (zur Veranschaulichung: So, wie die böse Stiefmütter in den Märchen ihre Kinder behandeln…), dann die fehlenden Spiel- u Bastelmöglichkeiten (die Kinder durften nichts machen, drückten den ganzen Tag ihre Nasen an die Fenster und es schien, als sehnten sie sich nach dem Moment, in dem sie endlich abgeholt und erlöst werden…), dann fragwürdige Erziehungsmassnahmen (z.B. Essenszwang trotz Kotzanfällen oder Mittagsschlafzwang, obwohl kein Mittagsschlaf mehr nötig war.). Klar: Das kann alles auch daheim passieren!

      • Susi sagt:

        Was???? Das ist ja jenseits, da wird einem ja übel beim Lesen.

        Wird denn da nicht eingegriffen?

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Das passiert, wenn die Betreuerinnen sich unbeobachtet fühlen. Glauben Sie, dass dies auch vorkommt, wenn die Behörden ihre Kontrolldurchgänge machen…? Dann sagen die zu den besorgten Eltern: „Wir haben alles intensiv und gewissenhaft kontrolliert und konnten keine Unstimmigkeiten feststellen!“. Die Beweislage ist äusserst schwierig. Sie können nicht viel machen. Solche Missstände (wie z.B. die Mussbrauchsfälle in einer Volketswiler Krippe) werden i.d.R. erst durch Zufall aufgedeckt. Leider! 🙁

    • Sportpapi sagt:

      Wissenschaftlich geschult???

  • Madeleine sagt:

    Das Foto zeigt nicht Schwestern sondern Cousinen. Eine bessere Recherche wäre wünschenswert.

  • Karin Glauser sagt:

    Das grösste unserer Elternprobleme, so denke ich, ist, dass wir uns viel zu sehr NUR auf unsere Kinder fixieren….. Wir sehen nur unser Kind mit seinen Problemen. Wir wollen und können unseren Kindern auch viel bieten…. Entbehrungen oder Verzicht kennen viele nicht. Wenn ein Problem auftaucht, fragen und sehen wir nicht neutral hin…. Ich für mich möchte die Haltung bewahren, dass ich IMMER für meine Kinder da sein will, egal was sie „bosget“haben. Aber ich werde sie auch dann begleiten, dass sie ihre Probleme selber lösen müssen. Anders: ich halte für meine Kinder nicht die Hand ins Feuer

  • Teilzeitpapi sagt:

    Ja, die Kinder wachsen bei uns verwöhnt auf. In Frieden und ohne materielle Not (viele aber überschwemmt von Billigplastikspielzeug made in…), seltene Momente in der Menschheitsgeschichte. Die Frage ist, ob und wie die angesprochene Überbehütung dafür rüstet, wenn diese Zeit vorbei ist. Denn die Ängstlichkeit der Erwachsenen führt nicht nur zur Überbehütung der Kinder, sondern auch der fehlenden oder ungenügenden Verteidigung der eigenen Werte und Kultur, was dann eben andere dazu einlädt, diese Friedenszeit zu beenden und uns Ängstliche herauszufordern.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Insofern ist das eine interessante Self-fulfilling Prophecy: Eltern geben ihren Kindern zu verstehen, dass die Welt zu gefährlich für sie ist und haben Angst, dass sie überfordert sein könnten, gewöhnen die Kinder daran, dass Herausforderungen aus dem Weg geräumt werden. Gleichzeitig stellen sich die Erwachsenen ihren Herausforderungen nicht, was die Welt gefährlicher machen wird und die Kinder überfordern könnte, wenn sie mal erwachsen sind und den ganzen Sch… übernehmen dürfen.

    • Franz Vontobel sagt:

      Ehrlich, Teilzeitpapi? Schon wieder die Islamisten..? Kein Thema, dass nicht irgendwie mit der Islamisierung des Abendlandes zusammenhängt..?

      • Teilzeitpapi sagt:

        Nein, es spielt keine Rolle. Sie schauen auf die Folge, nicht die Ursache. Es ist zweitrangig, wer auf die Ursache reagiert. Schauen Sie an, was z.B. die baltischen Staaten unternommen haben, weil sie gerne ihre eigenen Freiheiten, Werte und Kultur bewahren möchten. Aber auch bezüglich den Umweltproblemen wie dem treibenden Plastik im Meer (und Mikroplastik im Essen, z.B. in jedem Honig, egal ob Bio oder woher aus der Welt) ist es wahrscheinlich besser, wenn die Kinder zukünftig nicht ängstlich-passiv-ignorant, sondern sich-stellend-kreativ sind.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ein anderes Beispiel ist der Ausverkauf einer Währung. Sowie des Vertrauens der Bürger (gab es da mal so etwas wie Maastrichter Kriterien und dergleichen?). Zur Zeit scheint es Europa darauf anzulegen, in irgendwas Grösseres reinzuknallen… Worauf einige sicher nur warten.

  • susanne beerli sagt:

    Man glaubt, die jetztige Generation sei „überbehütet“ oder „verwöhnt“. Dabei gab’s es schon immer, ist also nichts Neuzeitliches.

  • alam sagt:

    Wenn ich unsere und die vorherige Generation mit den heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen vergleiche, habe ich eher den Eindruck, dass wir einiges unbeholfener, schüchterner und unselbständiger waren damals.

  • Billy sagt:

    Meine Mutter wurde als Kind auch überbehütet..durfte keinen Schritt alleine machen. Interessanterweise war das bei ihren Kindern, also uns, genau umgekehrt! Wir mussten oftmals selber schauen wo wir blieben und uns alleine zur Wehr setzen, ohne aktive Unterstützung der Eltern. Ich habe/hatte das Gefühl schon früh für mich und mein Leben verantwortlich zu sein. Nimmt mich wunder wie das bei der nächsten Generation sein wird..ob das Pendel wieder „zurückschlägt“ oder nicht..

    • tina sagt:

      ah stimmt, so habe ich mir das noch gar nie überlegt. meine eltern waren auch die überbehüteten nesthäkchen. sie wollten es besser machen mit uns. ich empfand das als desinteresse. und wollte es besser machen mit meinen kindern. ….jaaa, womöglich übertreibe ich es nicht selten auch. zum glück muss ich auch arbeiten, so kann ich meine kinder wenigstens nicht den ganzen tag überbemuttern

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Kinder der Hippie- Eltern sind Banker und noch schlimmeres geworden und deren Kinder wieder werden Nischenkünstler. Eltern sind zu 60% Vor- und zu 40% Feindbild.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Solche Kinder werden zu ängstlichen, unsicheren, unselbständigen, verweichlichten und unbeholfenen „Huschelis“, die es später im draussen im „wahren“ Leben schwer haben. Denn das Leben ist kein Ponyhof! Siege und Niederlagen, Erfolge und Misserfolge gehören zu einem glücklichen Kinderleben dazu wie aufgeschlagene Knies, Schürfwunden und Beulen. Kinder, die nicht gleich alles „pfannenfertig“ vorgesetzt bekommen, auch mal warten bzw verzichten müssen und viele Erfahrungen, auch schlechte, selber machen dürfen, werden zu mutigen, starken, selbstbewussten, selbständigen Mitmenschen heranwachsen.

    • Carolina sagt:

      Auch wenn es sehr einleuchtend klingt, stimmt das nicht unbedingt: aus solchen Kindern (wobei ja auch hier immer noch riesige Unterschiede bestehen) werden nicht unbedingt Weicheier, sondern manchmal auch Rebellen, Abenteurer und Menschen, bei denen jahrelang ‚unterdrückte‘ Energie und Kreativität im Erwachsenenalter herausbricht – was dann den betreffenden Eltern auch oft nicht recht ist.
      Es gibt einfach keine ‚richtige‘ Erziehung – und vor einer allgemeingültigen Definition würde es mir grausen. Erziehung mit Liebe kann sehr viele Gesichter haben und hat mit falsch/richtig nicht viel zu tun

      • Hattori Hanzo sagt:

        Applaus, Applaus für ihre Worte Carolina.
        Als ob wir Kinder per Knopfdruck zu solchen oder solchen Menschen machen könnten…
        Wir haben zwei Kinder, das eine ist eher ängstlich, das andere mutig, draufgängerisch. Als ob das etwas mit unserer Erziehung zu tun hätte
        Und by the way: welches Kind hat denn nicht aufgeschlagene Knie. Ich kenne kein einziges, dessen Eltern nun so überbehütend sind, dass ihre Kinder keine Schürfwunden und Beulen einfangen.
        Wir sitzen alle im selben Boot und dieses Thema ist stets eine Gratwanderung.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Wahrscheinlich kennen Sie kein einziges, weil gleich gesellt sich gerne… Reden Sie mal mit Lehrern. Da gibt es Kinder, die gehen in der Schule das erste Mal in den Wald. Stolpern herum, haben Angst vor Käfern, usw. Kein Witz, auch wenn es zum Glück kein Massenphänomen ist.

      • Carolina sagt:

        TZP: Habe ich ja schon öfter gesagt: Ich bin, zumindest einen Grossteil, meiner Kindheit in einer Grosstadt aufgewachsen – Felder, Wiesen, Wälder, mit dem Velo allein unterwegs sein haben wir erst sehr spät kennengelernt. Und Schulsport habe ich übrigens auch gehasst! Tja, was soll ich sagen – irgendwann ist das alles auch des Wegs gekommen und ich war nicht fürs Leben vers….t (wobei das natürlich Meinungssache ist;-). Es gibt tatsächlich Hoffnung für Kinder, deren Eltern andere Prioritäten setzen als Sie…!

    • Teilzeitpapi sagt:

      Das Leben ist kein Ponyhof in Bern? Hm, was die Kinder später wohl mal rückblickend über 2015 sagen werden? Vielleicht „Damals im Ponyhof…“ 😉 Natürlich, die Probleme und Herausforderungen sind immer relativ zum historischen Kontext, in dem man sich befindet. Und wer keine Nachrichten schaut oder diese für Hollywoodfilme hält, nur an für Touristen heil aufgemachte Orte reiste, aber nie nach Syrien oder in die Ukraine, für den ist die Schweiz vielleicht auch kein Ponyhof. Natürlich, auch bei uns kann man krank werden und stirbt man irgendwann. Aber die Umstände sind leicht anders.

      • Muttis Liebling sagt:

        In der Sternstunde Philosophie gab es am 1.3. ein Gespräch mit einem Angsttherapeuten. Da kam die Frage, ob wir heute mehr Stress haben. Er erinnerte an etwas, was ich auch noch abgespeichert habe. Als ich als kleiner Junge mit dem Vater stundenlang vor dem Radio sass, weil sich sowjetische und amerikanische atombeladene Kriegsschiffe immer näher kamen und der WKIII zum Greifen nah war. Das ist Stress.
        Heute würde man Kinder natürlich vor solchen Erlebnissen bewahren, zu Unrecht. Für mich war das wichtig, deshalb habe ich es nicht vergessen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Sie waren also kürzlich in Syrien und der Ukraine..?

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Verwöhnen ist nicht per se schlecht, solange es nicht Überhand nimmt. Doch so wie wir uns Erwachsenen hin und wieder mal zb mit einer wohltuenden Massage verwöhnen, so gönnen wir auch ab und zu unseren Kindern was Tolles. Wird den Kindern, nicht Babies, aber immer sofort jeder Wunsch erfüllt, stets sämtliche Hürden, Hindernisse, Unannehmlichkeiten, Aufgaben und Herausforderungen abgenommen, erweisen die Eltern ihren Kindern einen wahren Bärendienst und bremsen sie in der gesunden Entwicklung. Wie sollen solche Kinder Selbstvertrauen entwickeln, wenn die Eltern ihnen kaum was zutrauen?

  • Hans Weder sagt:

    Mein Grossvater hat mir auf seinem Sandplatz in der Provence immer gesagt: „You’ll come to see that a man learns nothing from winning. The act of losing, however, can elicit great wisdom. It’s inevitable to lose now and again. The trick is not to make a habit of it.“ Er hatte recht – und ich spinne den Gedanken weiter: Wenn man davor bewahrt wird Schwierigkeiten zu begegnen, wie kann man dann wissen, dass da überhaupt Fallen auf dem Weg sind? Wie kann man wissen, wie man nach einem Sturz wieder aufsteht? Denn stürzen wird man, mit Sicherheit – da nützt keine Helikoptermutti. Im Gegenteil.

  • Andrea sagt:

    Nicht zum Thema, aber interessant: http://fortune.com/2015/03/03/female-company-president-im-sorry-to-all-the-mothers-i-used-to-work-with/: „Female company president: „I’m sorry to all the mothers I worked with“. Und die Frage einer Kollegin: What is the ism when you ism against parents?

    • Andrea sagt:

      Vielleicht könnte man das „parentism“ nennen: Diskriminierung von Eltern am Arbeitsplatz. So, wie „sexism“ auf Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes verweist und „agism“ auf Diskriminierung von älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt?

  • Markus Schneider sagt:

    Einerseits wollen sie Schule ohne Noten, Gleichberechtigung ohne Pflichten, bedingungsloses Grundeinkommen, Energiewende, Befreiung vom Militärdienst und ewigen Frieden. Im gleichen Atemzug wird über das Ergebnis geflennt, wenn man den Kindern jahrelang solche „Ideale“ (sprich Irrlehren) eingetrichtert hat. Aber die Welt lässt sich nicht bescheissen. Zuletzt landet jeder genau da, wo er hingehört.

    • Widerspenstige sagt:

      Heute wieder mal im MB als Troll unterwegs, Markus, und sonst gähnende Langeweile im eigenen Leben? Genau richtig erkannt: ‚Zuletzt landet jeder genau da, wo er hingehört.‘ (von einer weiblichen Person ist in diesem Satz nicht die Rede….hihi).

      • Franz Vontobel sagt:

        Genau richtig erkannt: ‘Zuletzt landet jeder genau da, wo er hingehört.’ (von einer weiblichen Person ist in diesem Satz nicht die Rede….hihi).

        WS! Sie geben also zu, dass Frauen absolut keinen Orientierungssinn haben?! Für einmal bin ich mit ihnen einig!

      • Widerspenstige sagt:

        Sind Sie sicher, Franz, dass Sie den Sinn in meinem Satz u dann Ihrem Einwand richtig verstanden haben? Sie sind mit der frechen Unterstellung des gelangweilten Markus einverstanden? Ja dann….

      • Franz Vontobel sagt:

        Ou, sorry, ich vergesse jedes mal wieder, dass ihnen jeglicher Sinn für Humor abgeht… my bad…

  • Rahel Storz sagt:

    Wenn ein Kind heute blaue Flecken hat, dreckig ist und möglicherweise noch Läuse einfängt, wird von der Lehrerschaft / Ärzten sofort die KESB informiert und man gerät unter Generalverdacht, dass man sein Kind misshandle. Ist mir selbst schon passiert, als mein lebhafter Sohn beim Klettern runterfiel und kurz darauf mit dem Trottinett umfiel und einen grossen blauen Fleck am Bauch hatte. Die Ärzte im Kinderspital verdächtigen sofort die Eltern. DAS ist der Grund, wieso Eltern ihre Kinder in Watte packen, um nicht diesem Vorwurf ausgesetzt zu sein. Also behält man die Kinder zuhause.

    • Alice sagt:

      Wenn nichts unternommen wird seitens der Ärzte ist es auch nicht recht. Leider leider gibt es eben viele Eltern, die ihren Kindern nicht gut schauen, bzw sie sogar misshandeln. Lieber einmal zu viel intervenieren als zu spät….

    • 13 sagt:

      Genau so, wie Alice sagt. Es muss schlimm sein, selber unter Verdacht zu stehen. Aber was ist Ihnen lieber: dass in Fällen wie dem ihren zu Unrecht ermittelt wird und man dann zum Schluss kommt, dass keine Misshandlung stattfand oder dass bei einem misshandelten Kind niemand hinschaut aus Angst, er könne jemanden zu Unrecht verdächtigen. Leider steht es den Eltern, die ihre Kinder tatsächlich schlagen, das nicht auf die Stirn geschrieben, sondern es passiert hinter geschlossenen Türen. Da müssen halt auch ein paar Türen mehr geöffnet werden, hinter denen nichts ist.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Rahel Storz

      die Gewaltstatistik des Kinderspital ZH ist jedes Jahr aufs Neue eindrücklich-
      schlimm wenn man falsch verdächtigt wird, absolut einverstanden,
      aber noch viel schlimmer würde bei denen, wo tatsächlich Gewalt vorliegt, nicht nachgehakt-
      und nicht mal so werden alle erfasst!

  • David Stoop sagt:

    Übermässiges Verwöhnen und Behüten ist kein Missbrauch. Es ist eher eine typische Untugend unserer Zeit, dass man alles mit Kraftwörtern vollstopft und dabei diese Wörter und die echten Missstände entwertet.
    Übermässiges Verwöhnen und Behüten sind schlechte Formen der Erziehung. Eine schlechte Erziehung ist aber kein Missbrauch. Echte Opfer von Missbrauch haben weit schlimmeres erlebt und es ist geradezu eine Beleidigung dieser Menschen, wenn man den Begriff so fahrlässig verwendet.

    • Martin Frey sagt:

      Absolut einverstanden, Hr. Stoop.
      Derartige Begriffsinflationierungen, nur um irgendwelche süffigen Schlagzeilen generieren zu können, ist whs. die verbreitetere Unsitte als hyperprotektive Eltern wie sie im Artikel geschildert werden.

    • mina peter sagt:

      Damit haben Sie vollkommen recht. Punkt.

    • Hans Weder sagt:

      Ich möchte Ihnen widersprechen, Herr Stoop: „Eine Form von Misshandlung“ trifft den Sachverhalt eigentlich ganz gut, zumal die Ansicht vertreten wird, dass solches Verhalten das Kind Schaden erleiden lässt. Sie halten sich womöglich an qualitativen Nuancen auf – und gewichten u.U. physische Ausprägungen von Misshandlung stärker. Wenn schlechte Erziehung dazu führt, dass das Kind dazu „verdammt“ ist, an gewöhnlichen Hürden zu scheitern, dann ist erhebliche, vielleicht richtig schmerzhafte psychische Belastung doch gut vorstellbar, meinen Sie nicht?

  • Eltern werden von den Vorwürfen, was sie alles falsch machen können, hin und her geworfen. Die Stadt Frankfurt plakatiert gegen die Handynutzung von Eltern. Als ob Eltern bei jedem „Mama/Papa guck mal“ sofort aufspringen und alles stehen und liegen lassen müssten. Genauso sehr wie Kinder Freiraum und Eigenständigkeit brauchen, können die Eltern ihnen helfen, sich dieses zu nehmen.
    Ich habe darüber gebloggt: Ich bin die Mutter, die auf ihr Handy starrt: http://mama-notes.de/ich-bin-die-mutter-die-in-ihr-handy-starrt/

    • mila sagt:

      Danke, diese Art von wohltuend pragmatischen (und nicht zuletzt aufgrund der Länge differenzierten) Texten würde ich auch hier drinnen gerne ab und zu mal lesen. 😉

    • Jane Doe sagt:

      @Mama notes Blog: Es geht nicht darum, alles immer stehen und liegen lassen, es geht darum, dass viele Eltern z.B. während einer 30minütigen Tramfahrt ununterbrochen auf ihr Handy starren und kein einziges Wort mit ihrem Kind reden, das nebendran sitzt. Ich beobachte solche Dinge immer wieder, und frage mich dann, was die Kinder wohl daraus schliessen. Dass das Handy wichtiger für Mama/Papa ist als sie? Dass die virtuelle Welt interessanter ist als die reale? Beides ziemlich traurig, finde ich.

    • 13 sagt:

      Ein schöner Blog. Und auch den ersten Beitrag in der HP habe ich bestimmt ein Dutzend mal gelesen und finde ihn immer noch einfach grossartig. Denn genau so ist. Neben dem Elternbashing, dass Sie ansprechen, gibt es noch ein Medienbashing. Ich hatte früher immer ein Buch in der Tasche. Heute habe ich gewechselt und habe oft meinen E-Book-Reader in der Hand. Obwohl ich damit tupfgenau das Gleiche tue, wie mit dem Buch, sind die Reaktionen wie Tag und Nacht. Die frühere Zustimmung und das Lächeln, haben sich schnell in kritische Blicke gewandelt. Ist sehr faszinierend.

  • Jana sagt:

    1. Ich würd mal sagen es hilft, wenn wir uns in unsere eigene Kindheit zurückversetzen. Eltern sehen oft nur Scherben, Ecken und Kanten und gebrochene Nasen wo Kinder einen tollen Spielplatz oder ein lustiges Spiel sehen. Klar, Kinder können sich weh tun, auch mal Platzwunden haben, sich nen Zahn ausschlagen und dann schreien wie am Spiess. Ist nicht lustig, ist uns aber früher auch passiert. Es ist die eigene Unsicherheit und das Unvermögen der Eltern, mit solchen Situationen klar zu kommen, die sie zu ständigen Aufpassern und Kontrollfreaks macht. Daher mein Rat: dass sich Kinder verletzen

    • Jana sagt:

      2. gehört dazu. Man fällt halt mal blöd auf die Schnauze, klemmt sich mal einen Finger ein oder schlägt sich das Knie auf. Das vermeiden zu wollen ist illusorisch. Es ist hingegen gut, wenn man einen Plan für solche Situaitonen hat. Wenn das Kind blutet, ruhig bleiben, sich anschauen, wie schlimm es ist. Desinfizieren auf jeden Fall, und wenns am Kopf ist oder eine Schnittwunde (so eine richtige!) muss man vllt. sogar mal zum Arzt. Klingt erstmal furchtbar, und das Kind hat auch keine Freude, aber man ist deshalb keine schlechte Aufsichtsperson und hat auch nix verkehrt gemacht.

    • Jana sagt:

      3. Wenn man hysterisch wird macht man alles nur noch schlimmer und regt damit das Kind noch unnötig auf. Ich meine ja auch nicht, dass man Kinder auf der Mülldeponie spielen lassen soll (oder an anderen Orten, wo wirklich gefährliches Zeug rumliegt wie Giftstoffe, Spritzen, Scherben…), aber ein durchschnittlicher Spielplatz ist davon weit entfernt. Und wenn Kinder alt genug sind, und sich nicht mehr alles in den Mund stecken (Zigistummel…), dann darf man sie da auch mal alleine lassen. Denkt nur mal zurück an das, was ihr als Kinder so getrieben habt. Ich habe noch die ein oder andere

    • Jana sagt:

      4. Narbe aus meiner Kindheit. Knochenbrüche waren es nie, aber Gehirnerschüterungen, Schürf- und Schnittwunden, und andere Klassiker (Nagel durch den Fuss, Nähmaschinennadel durch den Finger). Ich war auf jeden Schnitt, den man nähen musste, unerhört stolz. Narben waren für uns Kinder sowas wie Ehrenabzeichen: hehe, seht her, der/die ist mutig, der/die ist immer draussen, der/die traut sich was. Ich habe auch gelernt, in hektischen Situationen ruhig zu bleiben. Oft war ich ruhiger als die Erwachsenen und musste erstmal klar machen, dass es schlimmer aussieht als es ist.

  • Rita Suess sagt:

    Meiner Meinung nach gibt es viel zu viele Pädagogikprofessoren, die sich mit an den Haaren herbeigezogenem Pseudo-Geschwafel selbst profilieren wollen. Hauptsache Lärm machen und auf den Putz hauen, auch wenn die eigenen Aussagen wissenschaftlich kaum fundiert sind. Wissenschaftliche Pädagogen zeichnen sich dadurch aus, dass sie alles schlechtreden, weil sie ja sonst selbst nichts mehr zu verändern oder zu verschlimmbessern hätten. Die Auswüchse dieses Unsinns sehen wir in der Reformwütigkeit. Man sagt das Gegenteil, um sich zu legitimieren. Leidtragend sind die Kinder…

  • Dani sagt:

    Ich denke für Kinder ist es heute, als würde ihnen die Welt gehören. Sie kommen von einem geschützten Ort in den Nächsten. Alle Gefahren werden ausgeblendet. Sie müssen auf nichts mehr verzichten, ja wenn sogar jemand anderer Geburtstag hat, kriegt man dennoch Geschenkli und Tütchen. In der Kita muss man nur Buh sagen, und schon wir den Eltern gesagt, was sie mitzubringen haben, denn den armen Kleinen könnte ja schlecht werden. Hinzu kommt, dass selbst der Staat quasi mit erzieht. Man ist als Elternteil nur noch ein Instrument bei dem man alles sein kann, nur nicht sich selbst.

  • Salome sagt:

    Fuer mich sind solche Trends in der Kindererziehung eher Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz, einem „Ideal“ nachzueifern, gesellschaftskonforme Menschen zu formen, welche moeglichst keine „Umwege“ mehr machen sollten, wie zum Beispiel sich fuer die falsche Lehre zu entscheiden, diese abzubrechen und sich neu zu orientieren, oder eine Klasse wieder holen zu muessen.
    Obwohl ja gerade in solchen „Umwegen“ eigentlich die groessten Lernchancen liegen, um als Mensch zu wachsen.

  • Carolina sagt:

    /4 ihren Schwächen stehen können und auch die Kinder damit entlasten. Ausserdem hilft das beim langsam Loslassen – aber man kann mir sagen, was man will, das ist vielen Eltern zu allen Zeiten schwergefallen!

    • Muttis Liebling sagt:

      Den Trend gibt es, aber tatsächlich nur in der Mittelschicht. Nur hat es von der in CH soviel wie sonst nirgends. Allerdings gebe ich Dir recht, wir wissen nicht, ob dieser Trend breitere Kreise erfasst. Man hört ja nur von denen, welche den Auftrag spüren, sich zu äussern. Das kann durchaus eine Minderheit sein.
      Kleine Anekdote: Eine Freundin meiner Schwester wurde immer vom Vater nach dem Tanz abgeholt. Einmal kam er eine Viertelstunde zu spät und prompt war sie schwanger. Sie musste die Chance nutzen.

    • mila sagt:

      Schön gesagt, Carolina. Das Problem ist tatsächlich, dass es den meisten Eltern schwer fällt, sich einen Zacken aus der selbstdefinierten Krone fallen zu lassen. Ich glaube allerdings, dass das Problem ein generell menschliches ist, insofern wir weniges mehr fürchten als einen Gesichtsverlust – respektive, sich eine ‚Blösse‘ zu geben. Und genau damit werden wir zu schlechten Erziehungsvorbildern, denn noch niemand ist an einer verlorenen Zacke gestorben, aber viele erkranken – im buchstäblichen wie übertragenen Sinn – ernsthaft an ihren umfassenden Perfektionsansprüchen. Dabei lernen wir /

      • mila sagt:

        am meisten aus Fehlern dazu, nicht aus dem, was uns womöglich auf Anhieb gut gelingt. Und wenn wir unsere Lernfähigkeiten selbst künstlich beschränken, indem wir Fehler vermeiden oder verleugnen, wird Gelassenheit immer ein Fremdwort für uns bleiben. Dann können wir weder uns noch andere so sein lassen, wie wir von Wesen auf sind, sondern versuchen zu formen, was nicht in eine bestimmte Form gezwängt werden sollte – sondern sich frei (bei Kindern zunächst unter elterlicher Anleitung, dann Anteilnahme) entfalten.

    • Carolina sagt:

      mila, ich bin mir sehr, sehr bewusst, wie schädlich diese hohen Erwartungshaltungen und Perfektionsansprüche sind – bin selber so dermassen auf die Sch….ze gefallen damit, dass ich genau weiss, was man damit anrichten kann. Ist zwar wieder sehr klischeehaft, aber am besten gefallen mir immer die Eltern, die mit Selbstironie ‚arbeiten‘ (und natürlich mit meinem Lieblingswort, wenn es um Familien geht: Herzensbildung ;-))

      • mila sagt:

        Hehe, das mit dem über (übernommene wie eigene) Erwartungen stolpern und sich die Schnauze empfindlich daran stossen teilen wir uns. Bisweilen dauert es bei mir einfach etwas länger, bis ich mich wieder aufrapple – aber ich tue es. 😉

      • Carolina sagt:

        Sie sehen ja nicht, wenn ich platt auf dem Boden liege, während ich hier mittue 😉

  • Carolina sagt:

    Ich neige selber dazu, das zu bestätigen, was heute geschrieben wurde. Aber so ganz langsam frage ich mich, ob wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sehen (oder ist es umgekehrt?). Sind wir uns eigentlich bewusst, dass wir gar nicht mehr wissen, ob es diesen Trend wirklich gibt oder ob er in den viel zahlreicheren Kommunikationsmöglichkeiten herbeigeredet bzw -perpetuiert wird? Ich kannte auch in meiner Jugend schon Kinder, die nirgendwo hindurften, die immer saubere Kleider tragen mussten und bei denen die Eltern noch in die Uni mitgegangen sind, um nach dem Rechten zu schauen. Wir alle

    • Carolina sagt:

      /2 hier diskutieren auf einer Ebene, die die allermeisten Menschen sich gar nicht leisten können: sie haben keine Zeit für Blogs, sie müssen durcharbeiten, um Kinder, Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Sie machen ihre Arbeit, so gut sie können (wie früher auch schon): sind es wirklich so viel mehr, die ständig beim Lehrer stehen? Die ihre Kinder in die Schule fahren? Oder sind es vielmehr eher wir – mir fällt kein besseres Wort ein – Mittelklasse-Blog-Teilnehmer – die sich in immer denselben Problemen drehen und meinen, unsere Kinder seien die Krone der Schöpfung? Womit wir dann das,

      • Carolina sagt:

        /3 was zu Dutzenden publizierende ‚Experten‘ von sich geben, bestätigen? Was war zuerst da? Natürlich gibt es Trends, aber genau angeschaut, sind diese Trends meistens vorübergehender Art – es sei denn, wir nehmen unsere eigenen Beobachtungen und vor allem Befindlichkeiten dazu und zementieren diese Trends zu vermeintlichen Wahrheiten.
        Was es für meine Begriffe am ehesten braucht, sind Klarheit und eine gewisse Gelassenheit: weg von diesem Perfektionsanspruch, den wir uns und damit unseren Kindern auftragen (ist das auch ein Trend?). Es hilft Kindern schon sehr, wenn es Eltern hat, die zu

      • Martin Frey sagt:

        Erneut der differenzierteste Beitrag heute morgen, danke Carolina. Wir drehen uns tatsächlich hier oft in einem artifiziellen Blog-Elfenbeinturm, meine ich. Alle paar Wochen kommt ein MB-Artikel mit irgendeinem „Experten“ der ein paar sehr aprodiktische, verallgemeinernde Aussagen von Stapel lässt, die als Steilvorlage dienen, dass man über andere Eltern herziehen kann die gewisse Dinge anders sehen. Die anti-Helikoptereltern -, respektive früher-war-alles-besser – Fraktion nimmt das immer gerne auf.
        Leben und leben lassen, meine ich. Und ja, es gab auch vor Jahrzehnten schon Helikoptereltern.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Habe mich weiter oben ähnlich geäussert Carolina.
        Es ist das Wesen dieses Blogs, dass er immer Gleiches kaut und wiederkäut. Das machen Medien allgemein. Sie müssen täglich etwas Neues schreiben, obwohl schon längst alles gesagt ist. Das Geschriebene muss noch verkauft werden, deshalb muss ihm immer wieder aufs Neue „Aktualität und Relevanz“ angezaubert werden.
        Die Masse andererseits hat das Bedürfnis sich schlau zu fühlen. Dieses Gefühl kann man ihr mit solchen Artikeln geben. Alle sind dagegen, halten sich nun für etwas besseres als die „verblödeten Anderen“ die scheinbar gegenwärtig sind.

      • mila sagt:

        Wissen Sie, bei Carolina glaube ich ganz sicher zu wissen, weshalb sie im MB mitliest und mitschreibt. Aber bei Ihnen, @MF und HH, stellt sich mir zunehmend die Frage, weshalb Sie sich das antun. Was haben Sie denn in einem Elfenbein-Blogturm verloren, der Ihnen nichts Neues zu erzählen vermag und bei dem Sie wahlweise auf die eine, dann die andere Publikumsfraktion herablassend lächeln können – ausser reiner Selbstdarstellung? Wenn es nur darum geht: schreiben Sie doch jeweils eigene Beiträge und lassen Sie sich Ihrerseits bezüglich ‚gesundem Menschenverstand‘ von anderen messen. 😉

      • mila sagt:

        Ach je, Ihre ‚kritischen‘ Haltungen zu Autoren, Autorinnen und Experten habe ich völlig unterschlagen – wie ungemein differenzlos von mir. 😛

      • Martin Frey sagt:

        Ganz einfach, es gibt immer wieder gute Artikel und Diskussionen die einen interessieren und auch weiterbringen können. Erfahrungsgemäss haben es aber differenzierte, etwas kritische Sichtweisen auf solchen Plattformen etwas schwerer. Aber es ist eine Plattform die allen offenstehen sollte, oder nicht?
        Bezüglich „gesundem Menschenverstand“ lässt man sich ab dem Zeitpunkt messen, ab dem man postet. Es ist auch jedem unbenommen, mit Beiträgen nicht einverstanden zu sein. Kritik würde ich mir zumindest sachlich wünschen, dann kann man auch darauf eingehen. Sie, mila, können das besser glaube ich.

      • Franz Vontobel sagt:

        mila – Ich mags, wenn sie die Kratzbürste auspacken! 🙂

      • mila sagt:

        @VF: Haha, Sie wollen nur nicht das einzige an wohlfeilen ‚Images‘ rührende Reibeisen sein. 😉

      • Carolina sagt:

        Mila, warum schreibe ich hier mit bzw warum komme ich nicht vom MB los – auch nach Zwangspausen nicht? 😉

      • Carolina sagt:

        An den netten jungen Mann, der heute morgen im Zug beobachtet hat, wie ich mir die obigen Beiträge abbrach und meinte, er wäre auch eifriger Teilnehmer hier, aber seine Freundin fände es eine widerliche Selbstbeweihräucherung: war nett, mit Ihnen zu sprechen! 🙂

      • mila sagt:

        Weil Sie, wie ich annehme, am Austausch interessiert sind. Die Beiträge, die zitierten Expertenmeinungen, sind nur ein Vehikel, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Wenn ich es von meiner Warte aus beschreiben müsste: was ich in den letzten Jahren hier (mit-)erlebt habe – auch mit teils monatelangen Schreibunterbrüchen – hat mir (Selbst-)Kenntnisse und Einsichten vermittelt, die ich andernorts nicht in dieser Form gewonnen hätte und insofern nicht missen möchte. Jeder von uns bewegt sich in einem bestimmten Milieu, einige davon sind offener oder weitläufiger als andere –

      • mila sagt:

        aber selten eines ist so querbeet wie dieses. 😉

      • mila sagt:

        @MF: Nehmen Sie bitte meinen Post an Carolina Ihrer Aufforderung entsprechend als nicht zwingend sachlich, aber inhaltlich erläuterte ‚Kritik‘. 😉 Wenn mir etwas besonders gut an Carolina gefällt – nebst ihren oft aus dem Leben gegriffenen Schilderungen -, dann ihre Fähigkeit zur Selbstironie. Wir alle schlagen bisweilen mit Rundum-Schlägen über die Stränge, aber gerade dann ist es wohltuend, wenn man sich selbst nicht ganz so ernst nimmt. Respektive, eigene Fehler (mit-)einräumen kann.

      • Carolina sagt:

        Danke, mila – wenn ich jetzt noch wüsste, wie das rote Mannsgöckeli geht…… 🙂
        MF: Mila kennt mich ziemlich gut – sie weiss auch ganz genau, dass meine ‚Fähigkeit zur Selbstironie‘ ziemlichen Schwankungen unterliegt 🙂

      • Susi sagt:

        @Carolina: “ seine Freundin fände es eine widerliche Selbstbeweihräucherung“

        Hihi, das ist lustig!

        Wer war es denn, hat er Ihnen seinen Nick verraten? Ab sofort werde ich im Zug auch genauer auf die Bildschirme der Reisenden schauen…

      • Martin Frey sagt:

        Ich für meinen Teil masse mir keine Urteile über Stil und Motivation der Blogteilnehmer hier an, mila. Sie offenbar schon. Offenbar fühlten Sie sich aber auf den Schlips getreten, obwohl ich Sie weder angesprochen noch irgendwie mitgemeint habe. Denn ich meinte mit meinem Beitrag keinesfalls die „ernsthafteren“ Teilnehmer hier, zu denen ich Sie bis anhin zählte.
        Vielleicht können Sie uns noch mitteilen, weshalb Sie sich so betupft fühlten.
        So, jetzt muss ich aber los und für die Pharmamafia noch ein paar Leute bestechen. Liebgewonnene Vorurteile muss man ja schliesslich erfüllen… 🙂

      • Carolina sagt:

        Susi: darf ich nicht sagen! Er ist mir auch vorher nicht aufgefallen. Sehr nett!

      • mila sagt:

        Nun ja, MF: wer sich daran stört, wie andere über jeweils andere pauschal herziehen, und es dabei zugleich selbst tut – der darf sich sicher sein, dass mir das auffallen wird. 😉 Ausserdem finde ich undifferenziert-kollektives Experten-Bashing, wie es sich hier gerne immer wieder mal breit macht, etwas gar abgedroschen – wenn Sie das Betupftheit nennen wollen, bitte. Aber erzählen Sie doch gerne Näheres über Ihre eigene Betupftheit, ich warte gespannt (wobei es mich eigentlich nicht mehr erstaunt, dass im Allgemeinen die am wenigsten einstecken können, die selber sehr breit austeilen können).

      • mila sagt:

        PS: Gegenwärtig im Tagi nachzulesen sind die Befunde einer niederländischen Studie zu fehl(an)geleiteter kindlicher Persönlichkeitsentwicklung, die sicherlich in engem Zusammenhang mit Überbehütung in Form von elterlicher Überbeobachtung steht (unter dem Titel: ‚Vergötterte Kinder schaden der Gesellschaft). Ähnliche Befunde zu den sogenannten ‚Ichlingen‘ gibt es auch aus Deutschland und vermutlich überall sonst in der westlich zivilisierten Welt. Aber das alles ist ja kein ernstzunehmendes (soziales) Problem, gell. Alles nur ‚apodiktische‘ Expertenbefunde aus dem akademischen Elfenbeinturm. 😉

      • Martin Frey sagt:

        Seufz, Sie hören wohl nie auf, mila. Der mit dem Elfenbeinturm muss Sie wohl im Makr getroffen haben.
        Ich habe nie bezweifelt dass es keine Probleme mit überbehüteten Kindern gibt. Dass 24h-Pampering der Entwicklung abträglich ist steht für mich ausser Frage. Nur wehre ich mich gg. pauschales Verunglimpfen von Leuten die sich mehr Sorge um ihre Kinder machen als der Mainstream hier im Blog. Dies ist nicht dasselbe. Und wie Sie an anderen Bsp. von Betroffenen gestern hätten herauslesen können, ist der Weg zwischen Behüten, liebevollem Verwöhnen, Loslassen und Selbständigkeit ein schwieriger.

      • Martin Frey sagt:

        Diese Balance zu finden ist meines Erachtens Privatsache, und geht weder Sie noch mich noch Ihren Experten von der Pädagogischen Hochschule etwas an. Es ist in meinen Augen selbstgerecht und anmassend, solche Leute pauschal zu verunglimpfen, mit narzisstischen Helikoptereltern in einen Topf zu werfen und der Kindsmisshandlung zu bezichtigen. Derartiges können nur Leute rausposaunen die von echter Kindsmisshandlung und den damit verbundenen Schicksalen keine Ahnung haben. Und da, liebe mila, sind wir halt wieder beim Elfenbeinturm.
        Trotzdem einen schönen Tag!

      • mila sagt:

        Jemand anders hier im Blog hat es sehr schön ausgedrückt: auch ein psychischer Übergriff ist eine Form von Kindsmisshandlung. Seinem Kind eine narzisstische Neurose ‚anzutrainieren‘ ist ein psychischer Übergriff, gespeist von eigenen Minderwertigkeitskomplexen. Beides, psychischer wie physischer Missbrauch, ist auf je eigene Weise schädlich. Ich finde es deshalb sehr grenzwertig, psychischen Missbrauch kleinzureden – physischer wird nicht unterminiert, wenn man auch psychischen thematisiert: was gefragt ist, ist Verhältnismässigkeit.

      • mila sagt:

        Und dass die Grenzen zwischen Behüten, Fördern und Über-Fordern bisweilen sehr diffus sind: ja, das ist offensichtlich. Die Neuroseneltern werden sich auf jeden Fall jegliche Kritik an ihrem Erziehungsstil als Eingriff in die Privatsphäre verbieten. Nur ist damit niemandem geholfen, schon gar nicht den betroffenen Kindern, deswegen reden wir hier ja differenziert darüber. Der einzige, der hier einzelne Fraktion in pauschale Töpfe wirft, scheint mir an dieser Stelle einer zu sein: Sie.

      • mila sagt:

        PS: Gerade weil ich beide Missbrauchsformen aus näherer Betrachtung kenne – nicht von mir selbst, aber aus meinem direkten Umfeld – wehre ich mich dagegen, dass die eine zugunsten der anderen ausgespielt wird. Wenn Sie das nicht verstehen wollen: Ihr Problem. Aber mit solchen Unterstellungen sollten Sie in Zukunft vielleicht etwas vorsichtiger hantieren. 😉

      • Martin Frey sagt:

        Wir reden offensichtlich aneinander vorbei. Selbstverständlich ist psychischer Missbrauch genauso relevant und teils auch so schwerwiegend wie physischer Missbrauch. Auch an psychischem Missbrauch kann ein Kind ggf ein Leben lang tragen.
        Für mich sind aber diese Leute, die ihren Kindern derartige Verhaltensstörungen (oft aufgrund ihrer ureigenen Probleme) aufdrucken, weder ein Massenphänomen noch eine neue Erscheinung. Genauso wenig wie Kindsmisshandlung an sich eine neue Erscheinung ist.
        Verhältnismässig wäre, nicht alle Leute mit etwas höherem Sicherheitsbedürnis mit in den Topf zu werfen.

      • Martin Frey sagt:

        Und zum Thema Unterstellungen noch kurz: Gehen Sie vielleich die mittlerweile diversen Blogeinträge von gestern und heute nochmals durch, und versuchen Sie sich selbstkritisch ein Bild davon zu machen, wer hier wen mit Diffamierungen und Unterstellung überzogen hat.

    • Widerspenstige sagt:

      mila, ist das nicht offensichtlich und habe ich schon vor Wochen erkannt, wurde aber deswegen ziemlich in die Ecke gestellt mit den üblichen Verdächtigungen über meine Person? Das Niedermachen von speziell weiblichen Alltagsgeschichten ist die Motivation dazu, damit ein Weltfrauentag in Helvetien als Nebensache abgehandelt wird, aber besonders im benachbarten Ausland ziemlich differenziert angegangen wurde – und das seit Jahren! Wer dieses Treiben verfolgt auch hier im MB, erkennt vielleicht langsam, was hier gespielt wird. Bleiben wir wachsam u lassen uns nicht für dämlich verkaufen. 😉

      • Carolina sagt:

        Ich weiss nicht, WS, wo Sie bei den genannten Teilnehmern ein ‚Niedermachen von speziell weiblichen Alltagsgeschichten‘ sehen – tut mir leid. Würde vorschlagen, Sie wenden sich mal dem einen hier zu, der wirklich keinen blassen Schimmer vom Alltag von normalen Eltern zu haben scheint – Initialen JB!

      • mila sagt:

        Dieses sehe ich in der Tat auch nicht, WS. Meine Anmerkung war sehr allgemeiner Natur.

        Für Sie tut es mir auch leid, dass Sie immer wieder in bestimmte Ecken gerückt werden – aber Himmelherrgott WS, Sie leisten auch wirklich Ihren eigenen Beitrag dazu (und geben Sie es zu, Sie haben mitunter auch einen Heidenspass an der Ihnen zugetragenen Rolle). 😉

      • Widerspenstige sagt:

        Naja, auf diesem Auge bin ich vielleicht blind und auf dem anderen Auge sind vielleicht Sie es? Ich beobachte einfach immer wieder sonderbare Einwürfe von einigen Verdächtigen hier in einem Mamablog. Wieso verirren diese sich immer wieder hierher, wenn es doch ein Wiederkauen von Themen ist oder gar eine Beweihräucherung.? Aber klar, wo man mir Beifall klatscht, würde ich auch weniger Böses ahnen… Ich bin vielleicht einfach durch zuviele Spiessrutenkorridore in meinem Leben gelaufen, um nicht die Seitenhiebe wie ein Seismograph wahrzunehmen. Einfach nicht zu sehr auf den Leim kriechen… 😀

      • Widerspenstige sagt:

        Carolina, was JB anbelangt, sind Sie noch zuwenig lange dabei hier. Sonst würden Sie nämlich wissen, dass bei JB wenig hilft um wirklich sich auf eine Diskussion einzulassen. Er ist aber der harmlosere Teil hier, im Gegensatz zu anderen Verdächtigen hier… Ich habe einfach etwas gegen bezahlte Lobbyisten für Pharma, Versicherungen etc…

      • Sportpapi sagt:

        Verdächtigungen ist gut. Heute verstehe ich zwar überhaupt nicht, worauf WS Bezung nimmt. Aber wenn, dann begibt sich WS doch schon selber jeweils in die Ecken, oder auf die Planken über den Abgrund.
        Was war mit dem Weltfrauentag? Weshalb haben die Schweizer Frauen den verschlafen? Vielleicht einfach nicht so wichtig?

      • Franz Vontobel sagt:

        Das Niedermachen von speziell weiblichen Alltagsgeschichten ist die Motivation dazu, damit ein Weltfrauentag in Helvetien als Nebensache abgehandelt wird, aber besonders im benachbarten Ausland ziemlich differenziert angegangen wurde – und das seit Jahren!

        Ähm, WS, könnten sie mir bitte obigen Satz erklären? Ich verstehe ihn nicht – ganz ohne Ironie. Ich habe keinen blassen Schimmer, was sie da mitteilen wollen…

      • Susi sagt:

        @WS: „Ich bin vielleicht einfach durch zuviele Spiessrutenkorridore in meinem Leben gelaufen, um nicht die Seitenhiebe wie ein Seismograph wahrzunehmen.“

        Manchmal nehmen Sie auch Seitenhiebe wahr, wo es gar keine sind. Bei meinem Anti-Astrologie-Kommentar kürzlich hatte ich beispielsweise mitnichten Sie oder jemand anders hier im Hinterkopf, sondern simpel die Mütter, die mich mit Theorien externer Attribuierung auf dem Spielplatz belästigen…

      • Franz Vontobel sagt:

        Carolina, was JB anbelangt, sind Sie noch zuwenig lange dabei hier.

        Haha, WS, sie sind lustig… und wenn sie schon länger dabei wären hier, so wüssten sie, dass Carolina mehr oder weniger seit Anbeginn des Muttibl0gs hier mitschreibt…

      • Widerspenstige sagt:

        Dann sind Sie ebenso lange hier am rumgeistern, Franz?! Jetzt dämmert es mir….uff! Aber entscheiden Sie sich endlich, ob ich humorlos bin (wie unten irgendwo hingeworfen) oder eine lustige bin, Franz…. und assen Sie sich Zeit dabei, Sie wissen schon ‚es ist nicht immer alles so, wie es geschrieben steht‘.

        Ach ja, mila, Sie haben natürlich recht damit, dass es mir einen Heidenspass macht. Wozu sonst tauche ich immer wieder hier auf u gebe meinen Senf dazu – sorry, treibe Selbstbeweihräucherung? 😛

        P.S. Sie haben differenzierter sich ausgedrückt, nur sah das MF etwas anders. Stimmt’s? 😉

    • Widerspenstige sagt:

      Ähm…..schönes Wetter heute u ich verfolge mit grossem Interesse den Sonnenflug der Solar Impuls 2!

      Ich möchte mich nicht näher einlassen….es ist ein Eiertanz, egal was ich jetzt äussern würde. Nur soviel: es ist im MB mit so facettenreichen Charakteren, Lebensläufen u den damit zusammenhängenden Lebenseinstellungen einfach bereichernd zu kommentieren. Dass dabei die Fetzen fliegen u das eine oder andere Mimosenhafte zutage befördert wird durch (un)bewusste Äusserungen ist wohl unumgänglich. Mila, Sie bezeichneten mich mal in einer Charakterstudie als ’sprunghaft‘. Damit kann ich leben 😀

  • Eltern, die ihre Kinder tagsüber in der Krippe deponieren, um in Ruhe käfelen und schoppen zu können, die liefern sie einer Situation der totalen Lenkung und Kontrolle aus. Dasselbe gilt für das Verbrechen, die obligatorische Schulzeit auf vierjährig vorzuverlegen (wie im Kanton Bern geschehen).

    Kinder werden auf diese Weise unfähig, spontan — aus der eigenen Anschauung heraus — selber Probleme zu lösen, sich im Alltag zurechzufinden, Freundschaften zu schliessen, Feindschaften auszutragen.

    Alles wird abgeklärt, abgekartet, ausdiskutiert hinter dem Rücken der Kinder.

    • Anneliese Meyer sagt:

      „Eltern, die ihre Kinder tagsüber in der Krippe deponieren, um in Ruhe käfelen und schoppen zu können…“ Gibt es das überhaupt (ich meine jetzt keine Einzelbeispiele die Sie vom Hörensagen kennen). Ich „deponiere“ meine Kinder in der Krippe damit ich arbeiten kann und Essen/Miete (u.ä.) bezahlen kann — so wie der Rest meiner Bekanntschaft.

      Sie müssen ja komische Mitmenschen haben. Wo wohnen Sie denn?

    • Susi sagt:

      @Brechbühl: „Eltern, die ihre Kinder tagsüber in der Krippe deponieren, um in Ruhe käfelen und schoppen zu können, die liefern sie einer Situation der totalen Lenkung und Kontrolle aus.“

      Was wissen Sie denn über den Krippenalltag? Offenbar gar nichts, gell.
      Vielen Kindern, vor allem denjenigen mit neurotischen Eltern, tut es gut, auch noch andere Bezugspersonen zu haben, insbesondere solche, die in diesem Bereich geschult sind…

      • @Susi

        Den Kindern würde es gut tun, wenn sie im Wald herumtollen, mit Holzschwertern kämpfen, als Indianer Cowboys foltern und als Cowboys die Indianer totschiessen täten.

        Eltern, die meinen ihre Kinder müssten von Erwachsenen geführt werden, damit sie eine andere Lebenswelt kennenlernen, solche Eltern sind nicht nur neurotisch sondern geradeheraus pervers.

      • Susi sagt:

        „Den Kindern würde es gut tun, wenn sie im Wald herumtollen, mit Holzschwertern kämpfen, als Indianer Cowboys foltern und als Cowboys die Indianer totschiessen täten.“

        Das tun sie in den Krippen viel mehr als bei Mami zuhause… Wie gesagt, komische Vorstellung von Krippen haben Sie da.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ich glaube, Herr Brechbühl meint Rabeneltern wie uns, die ihre Kinder in der für ihre Indoktrination bekannten und gefürchteten Müsliburg parkieren, während sie genüsslich ihren Starbucks-Kaffee schlürfen und bunte Heftli lesen! 😀

        Und in den Krippen herrscht ja aus ökonomischen Gründen eine 1 zu 1-Betreuung, weshalb die Kinder auf Schritt und Tritt beobachtet, begleitet und – noch bevor ein Fehlverhalten aufgetreten ist – abgekanzelt werden! 😉

      • Susi sagt:

        Oben äussern Sie etwas ähnliches über den Kindergarten. Die Kindergärtnerin unserer Tochter geht mit der Klasse mindestens einen Tag pro Woche in den Wald, im Winter etwas seltener, im Sommer manchmal die ganze Woche über jeden Tag. Für viele Kinder ist es das einzige Mal, wo sie den Wald sehen, weil ihre Eltern keine solche Ausflüge mit ihnen unternehmen.

      • Susi sagt:

        @Bernhard: „Herr Brechbühl meint Rabeneltern wie uns, die ihre Kinder in der für ihre Indoktrination bekannten und gefürchteten Müsliburg parkieren, während sie genüsslich ihren Starbucks-Kaffee schlürfen und bunte Heftli lesen!“

        Ja, wir sind voll übel. Und mein Kind weint auch immer extrem, wenn ich es in die Müsliburg abschiebe, klammert sich an meinem Bein fest, lässt sich hinterherschleifen und so. Ich muss dann richtig fliehen. Aber eben, Starbucks, manchmal muss man halt Prioritäten setzen.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Genau! 😀

        Ich finde es auch sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr (merken Sie, wie sehr ich meine?) wichtig, dass Kinder schon früh lernen, dass sie in der Prioritäten sogar hinter Starbucks figurieren! Sonst könnten sie ja noch auf die Idee kommen, wichtig zu sein und ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen! 😉

      • Susi sagt:

        Hihi, genau, und sogar hinter den „bunten Heftli“!

      • Stranger sagt:

        Also wenn ich es recht bedenke, ist Starbucks ja ein Ersatz für Kinder. Der bei uns beim Kreuzplatz gefällt mir besonders.

    • 13 sagt:

      „Kinder werden auf diese Weise unfähig, spontan — aus der eigenen Anschauung heraus — selber Probleme zu lösen, sich im Alltag zurechzufinden, Freundschaften zu schliessen, Feindschaften auszutragen.“

      Intressanterweise haben meine Kinder genau das in der Krippe früher und besser gelernt, als an Mamis Rockzipfel. Herr Brechbühl, haben Sie schon mal eine Krippe von innen gesehen?

      PS. Der Stichtag wurde im Kt. BE um ganze 3! Monate verschoben, nicht ein Jahr oder so, Rückstellungen sind ohne Begründung möglich und bereits vorher waren über 80% aller Kinder im Zwei-Jahres-Kindergarten.

      • @13

        Der Beginn der obligatorischen Schulpflicht wurde im Kanton Bern um zwei Jahre plus 3 Monate nach früher verschoben.

        Während früher siebenjährige selbständig zur Schule gingen, werden heute vierjährige vom Mammi da hin chauffiert. Sie wissen das ganz genau. Mit welcher politischen Motivation also erzählen sie etwas anderes?

    • Hansli sagt:

      Wenn die Mama den ganzen Tag um das Kind herumrennt und bemuttert wird daraus für sie die Selbstständigkeit gefördert? In welcher Welt leben Sie?

  • /1
    Das Phänomen ist älter:

    Meine grand-maman, ein wenig angesäuselt von zwei Gläsern Rotwein berichtete eines Jahres an Heiligabend ein absolut unglaubliches Erlebnis, ein Ereignis der totalen Freiheit:

    Sie war mit ihren Eltern in Magglingen zum Schlitteln und da ist der Schlitten gekippt und sie ist in den Schnee hinausgepurzelt ganz überzogen von staubigem, frischem Schnee ist sie da aufgestanden. So fröhlich, strahlend hatte ich diese über 80 Jahre alte Frau noch nie gesehen.

    • /2

      Was ich sonst von meiner grand-maman wusste: Als Einzelkind aufgewachsen hatte ihr Mutter sie jeden Tag, das ganze Jahr über immer in weisse Kleidchen mit geklöppelten Spitzenrüschchen gesteckt. Sie durfte nie rennen, nie herumtollen, musste immer sorge tragen, ja nichts dreckig machen.

      Als erwachsene Frau geriet sie oft in Schwierigkeiten wenn sie im Alltag mit unerwarteten Situationen konfrontiert war und nicht weiter wusste. Ich habe sie als liebevolle Grossmutter in Erinnerung, die Kleider für mich nähte, Zwerglein strickte, dem meinem Teddybären den Kopf neu annähte.

      • /3

        Und hier noch der Schluss:

        Diesen Davoserschlitten habe ich heute noch. In den Schnee gefallen ist meine grand-maman im Jahr 1914 als kleines Kind.

        Es ist ein sehr langer Schlitten, wo man zu zweit oder wenn man geschickt ist zu dritt den Weg hinunterrasen kann, schnell wie kein anderer. Kürzlich liess ich vom Schreiner eine Eschenlatte ersetzen und so lebt das Ding weiter.

      • Ich habe nachgerechnet, es war 1910 oder 1911, nicht 1914. Fragen kann ich meine grand-maman offensichtlich nicht mehr.

      • Stranger sagt:

        Gut, dass Sie das sagen, ich fürchtete schon, das war der berühmte Schlittensturz, der den 1. WK ausgelöst hat 🙂

        Sehr anschauliche Erzählung, Brechbühl.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Nun der Schlitten ist doch nicht der Punkt. Sie wollten uns bestimmt sagen, dass es Überbehütung auch vor 100 Jahren schon gab.
        Wir Menschen haben die Angewohnheit, dass wir stets meinen unsere Zeit sei ganz besonders, unsere Phänomene neu, nie dagewesen etc.
        Dabei verändert sich oft nur das äussere, die typisch menschlichen Arten und Unarten bleiben sich gleich.

    • Franz Vontobel sagt:

      „rosebud…“

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Jetzt schägt das Pendel also wieder in die andere Richtung? Eltern, die sich enorm viele Gedanken über die Entwicklung ihrer Kinder machen, und wie sie diese optimal fördern sollen, stellen also fest, dass es auch ein zu viel gibt, und dass die neue Strategie also wohl etwas mehr Zurückhaltung sein sollte. Aber natürlich alles immer im engen Rahmen und unter stetiger Beobachtung. Und vermutlich wird es heute vie Zustimmung geben, wobei jede/r das eigene Tun und Verhalten als gerade angemessen (=“gesunder Menschenverstand“) erkennt, aber negative Beispiele anderer aufzählen kann.

    • Sportpapi sagt:

      Und wohl verstanden, ich nehme mich da gar nicht raus, ich sehe nur das Dilemma. Man kann interessierte bis besorgte Eltern nur schwer dazu bringen, ihren Kindern mehr Freiraum zu gewähten.

      • Selma sagt:

        @Sportpapi: zumindest Ihre Kinder sind garantiert nicht überbehütet zumal Sie ja Ihre ganze Zeit mit Kommentarschreiben in diesem Blog verbringen!

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Eltern, die sich enorm viele Gedanken über die Entwicklung ihrer Kinder machen, und wie sie diese optimal fördern sollen‘
      Enorm viel Gedanken machen und irgendetwas optimal machen wollen .. Da sollten schon die Alarmglocken schrillen.
      Die Kunst des Lebens besteht darin, sämtliche Hürden mit Mittewertverhalten zu meistern. Enorm viel Mühe oder Gedanken mache ich mir höchsten einmal im Leben, z.B. wenn diese auf dem Spiel steht, besser nie und ‚Optimum‘ ist ein Fiktivum, welches man wie en Himmel nach dem Tod sowieso nie erreicht.
      Lokales Maxima recht völlig und das schafft man meist ohne Mühe.

    • mila sagt:

      @SP: Unser Denken ist in der Regel pol-artig angelegt. Im vorliegenden Fall geht es insbesondere um die Extreme Vernachlässigung und Überbehütung. Die meisten Menschen werden sich einig sein, dass beides nicht ideal sind. Dazwischen liegt jedoch eine ganze Bandbreite, und wo Eltern die sprichwörtliche ‚goldene‘ Mitte anlegen, die für sie und ihre Kinder ’stimmt‘, ist individuell. Ich denke, wenn man sich elternseits selbst gut beobachtet und gleichzeitig ein eigenes Gespür für jedes Kind entwickelt, kann man nicht falsch machen. Es gilt also beides, was für ein Elternpaar ’stimmt‘, /

    • mila sagt:

      ist für ein anderes nicht ganz so ’stimmig‘, und genauso ist es bei jedem Kind. Kritisch wird es dann, wenn man nach Patentrezepten sucht, die Paul Watzlawick nicht umsonst zu Paten(d)lösungen umformuliert hat. Uns allen sind klare, einfache und damit ‚einleuchtende‘ Anleitungen am liebsten, und es ist sicher von Vorteil, wenn man gerade auch die Erziehung auf einem (selbst gelebten) haltenden Wertefundament aufbaut. Aber das soll nicht verhindern, dass man in der Praxis auch (spontan) angemessen auf konkrete Herausforderungen reagiert. Ich persönlich würde deshalb für überlegte Offenheit /

    • mila sagt:

      plädieren, wobei sich für einen anderen die Bezeichnung offene Überlegtheit treffender anfühlen kann. Ohne Plan kommt man nirgends hin, völlige Strukturlosigkeit ist in keinem Lebensbereich zuträglich – aber genau so muss man Pläne adäquat anpassen können, wenn sie an Grenzen stossen. Und ich höre es gerade von Eltern immer wieder, dass nichts einen so (im positiven Sinn) herausfordert und an Grenzen stossen lässt wie die eigenen Kinder. Was sich im Einzelfall unterscheidet ist, wie reflektiert man damit umgeht.

    • mila sagt:

      Wenn ich umgekehrt eine Falle benennen müsste, in die auch reflektierte Eltern tappen können, dann wäre es die Angst davor, ‚unwiderrufliche‘ Fehler zu begehen – dies lässt einen unter Umständen zu sehr an einmal gefassten rigiden Vorgaben haften. Dabei ist es unumgänglich, dass einem auch in der Erziehung notwendig Fehler unterlaufen müssen, und nicht diese sind das eigentliche Problem – zumal nicht, wenn man damit umzugehen lernt. Dafür braucht es sowohl eine gute Portion Selbstkritik, als auch Zuversicht und Vertrauen in sich wie auch in die Kinder. Im Leben hat man nämlich nie ausgelernt.

    • Sportpapi sagt:

      @mila: Die Herausforderung für Sie wäre es, ihre Stellungnahme in einem einzigen Beitrag so zu schreiben, dass es bestensfalls auch ein Kind verstehen würde… 🙂

    • mila sagt:

      Hmm, dann halten Sie sich in diesem Fall oben an ML. Er hat für einmal, mehr oder weniger, dasselbe gesagt wie ich. Ich differenziere nun mal gerne, aber das hängt damit zusammen, dass sich meine Gedankengänge meist fortlaufend schreibend ent-spinnen (und ich das gar nicht unterbinden will, zumindest nicht hier). Und, seien wir mal ehrlich: zu einer Aphoristikerin werde ich es wohl nie bringen. 😉

    • Hattori Hanzo sagt:

      Sportpapi – ich sehe das genau so. Wenn hier von Überbehütung gesprochen wird, sind stets alle dagegen. Da fragt man sich dann, wenn alle dagegen sind, warum ist es denn ein vielbesprochenes Problem?
      Kommt hier etwa die Elite der Schlauen zusammen, die so ganz anders ist, als die tumbe Gesellschaft?
      Wohl kaum.
      Besser wäre es, über den Widerspruch nachzudenken, dass wir einerseits gelernt haben, wie wichtig es ist auf das Kind einzugehen und es andererseits aus der Vogelperspektive so aussieht, als bestehe eine Überbehütung.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Es ist einfach „dagegen zu sein“. Aber im konkreten Fall, werden dann all die, die hier zustimmen, doch einer Psychomotorischen Abklärung zustimmen, froh sein, wenn ihr Kind, das mit Lesen oder Rechnen Schwierigkeiten hat, von einer Fachperson besondere Unterstützung hat. Und die Allermeisten werden ihrem Kind auch nicht den Wunsch, nach einem Sport-, Tanz- oder Musikunterricht verwehren. Zu dem man es meist fahren muss…. natürlich alles im „gesunden Rahmen“.
        Es ist einfach nicht anzunehmen, dass die hier Schreibenden inkl. Au tor in anders handelt, als der Median der Gesellschaft.

      • Susi sagt:

        @HH: Ich glaube, es ist auch immer eine Frage der Definition und der Wahrnehmung. Wohl kaum jemand nimmt sich selbst als überbehütend oder überängstlich wahr, sondern findet seine Haltung immer „normal“.

        Ich habe diese Erfahrung an mir selbst gemacht: Nachdem mein zweites Kind gestorben war, nahm ich Alltagssituationen, in denen sich unsere ältere Tochter, (damals 4 Jahre alt) befand, sehr schnell als für sie lebensbedrohlich war. Sei das nun, weil sie irgendwo hochkletterte, sich in der Nähe des Wasser oder der Strasse bewegte (o.ä.). Am liebsten wäre ich ständig daneben gestanden und wahrscheinlich innerlich auch dann noch hysterisch gewesen. Ich hatte dabei aber nicht das Gefühl, dass ich mich ausserhalb jeglicher Relationen befand, sondern meinte, dass die anderen (insbesondere mein Mann) diese Gefahren einfach falsch einschätzten.

        Summa summarum: Den Balken im eigenen Auge zu sehen, ist manchmal recht schwierig.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Susi – natürlich ist es das. Eine sinnvolle Diskussion wäre, wenn wir uns ehrlich darüber Gedanken machen würden.
        Zudem kommen unsere Erfahrungen noch dazu. So wie Sie das erwähnen, – meine aufrichtige Anteilnahme, ich kann mir nichts schlimmeres Vorstellen.
        Wir müssten uns die Frage stellen: inwiefern tun wir das? Inwiefern ist Kritik berechtigt und inwiefern EBEN NICHT. Das wären interessante Fragen. Pauschalkritik nützt gar nichts. Oftmals ist sie auch ungerecht, weil sie die Einzelheiten nicht kennt. Ihr Beispiel zeigt das sehr gut.

      • Susi sagt:

        @HH: Danke. Ja, sowas ist furchtbar, und es prägt einen in einer Art, die man vielleicht gar nicht richtig einschätzen kann. Und für jemanden, der nicht eine ähnliche Erfahrung gemacht hat, kann solches Verhalten vielleicht auch schwer nachzuvollziehen, sogar wenn die Geschichte bekannt ist. Meine Jüngere starb nicht einmal an einem Unfall, der diese Sorge 1:1 rechtfertigen könnte, sondern zwei Tage vor dem Geburtstermin an einer Nabelschnurkomplikation. Das war also eigentlich eine völlig andere Situation, als wenn meine 4 Jährige in den Kleidern auf dem hohen Sprungbrett über dem See in Rapperswil hin und her rennt und ich einen halben Nervenzusammenbruch erleide.

        Sich ehrlich darüber Gedanken zu machen ist vielleicht auch schwierig, denn man kann die eigenen, vielleicht übertriebenen Gefühle nur schwer objektiv beurteilen. Aber wenn man ein kritisches Feedback vom Umkreis bekommt, sollte man es wohl doch einfach mal versuchen.

        Mir wurde übrigens beides schon angekreidet: Liederlichkeit/Nachlässigkeit und Überbehüten. Es ist immer die Frage, wer einen wie wahrnimmt. Darum nervt mich auch das stetige Helikopter-Eltern-Bashing hier, das ich auch kürzlich schon kritisiert habe.

      • Susi sagt:

        Und zum Thema „Verwöhnen“: Meiner Erfahrung nach tun das häufig Eltern, die es in der eigenen Kindheit nicht ausbalanciert erlebt haben. Die entweder selbst verwöhnt wurden und es nicht anders kennen, oder die als Kind sehr knapp gehalten wurden und es jetzt unbedingt besser machen möchten.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf: So, wie Sie Ihre Tochter beschreiben (was sie in ihrem jungen Alter schon alles kann/darf), scheint mir betreffend Überbehütung alles im Lot zu sein! Da ist z.B. meine Partnerin viel ängstlicher, obwohl ihr kein vergleichbares Schicksal widerfahren ist! Ich finde es daher toll und stark von Ihnen, dass Sie Ihrer Tochter – trotz inneren Widerständen – all die Freiheiten lassen! Das Risiko hat sich, wie mir scheint, schon längst ausgezahlt! 🙂

      • Hattori Hanzo sagt:

        Ich stimme voll überein, Susi. Das geht mir genau gleich – einer in der Verwandtschaft dessen Kinder schon gross sind, schlägt auch dauernd in dieses Horn, überbehütet … ja, ja … . Dann ernte ich wieder missbilligende Kommentare von Müttern, die es unverantwortlich wenn…
        Die Menschen sind verschiedenen. Man sollte nicht vorschnell urteilen, weil Erziehung ein Gesamtpaket ist. Der eine ist hier etwas vorsichtiger und dort völlig locker. Ein anderer sieht das gerade umgekehrt.
        Plus – es nützt niemandem, wenn man gegen den eigenen inneren Kompass handelt.

      • Martin Frey sagt:

        Tut mir sehr leid, was Ihnen widerfahren ist, Susi.
        Ich denke wenn man auf diese schreckliche Art erlebt hat, wie unglaublich nahe Freud und Leid sein können, ist es umso schwieriger, eine gute und vernünftige Balance zu finden zwischen Sorge, Schutzinstinkt und Loslassen. Und wie Sie es schön formulierten, man kann es nicht allen recht machen. Wie man es auch immer hält, es wird immer Leute geben die es besser zu wissen meinen und von denen man ungefragt mit Ratschlägen überzogen wird. Sie müssen herausfinden wie Sie sich verhalten wollen, niemand sonst. Lassen Sie sich dabei nicht beirren.

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Wie lieb, danke; ich bin mir nämlich noch immer häufig nicht sicher, ob ich mich ausserhalb der gängigen Relationen bewege. Ich glaube, mein Umfeld ist generell sehr locker drauf, da wirkt man vergleichsweise schnell mal überängstlich und findet sich dann selbst übertrieben. Ich habe aber auch bewusst versucht, meine Tochter nicht einzuschränken, musste mich manchmal dazu zwingen und wegschauen, wenn sie wieder irgendwo rumturnte. Ihr Freiheitsdrang ist jetzt nicht mehr so gross und ich bin auch wieder „normaler“ 😉 , darum hat sich alles wieder ziemlich entspannt.

      • Susi sagt:

        Und ich glaube, eine gewisse Angst haben fast alle Eltern, denn wie HH, etwas Schlimmeres, als dass den eigenen Kindern etwas zustossen könnte, kann man sich gar nicht vorstellen. Und da ticken wahrscheinlich alle gleich. Die einen fühlen sich aber weniger verwundbar und können das auch auf den Nachwuchs übertragen.

        Zudem stimmt es, was Sie sagen, Bernhard, je mehr die Kinder dürfen, desto mehr können sie auch.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Und ich glaube, eine gewisse Angst haben fast alle Eltern“
        Absolut! Deshalb sollten wir uns nicht zu viele Gedanken machen, ob wir nun genau der Norm entsprechen o vielleicht eher zu locker o doch zu verkrampft sind. Schlussendlich zählt doch, wie sich das Kind entwickelt. Und wenn es keine Defizite hat (motorischer oder intellektueller Natur), haben wir nichts falsch gemacht! Denn besser geht immer: Martina Hingis hat mit 2 Jahren mit dem T-Training begonnen und mit 4 das erste Turnier bestritten. Mit 13 war sie die Nummer 87 der Welt. Da sind unsere Mädchen nichts im Vergleich! 😉

      • Susi sagt:

        @HH: „es nützt niemandem, wenn man gegen den eigenen inneren Kompass handelt.“
        Das ist es genau, denn Kinder merken es auch sofort, wenn jemand nicht authentisch ist!

        @Martin: Sehe Ihren Kommentar erst jetzt, Danke. Ja, es ist ein Prozess, diese Balance zu finden, und für die einen ist der halt vielleicht etwas länger als für die anderen…

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Verwöhnen bedeutet für ihn auch überbehüten.‘

    Verwöhnen ist in der Gegenwart vor allem überbehüten, so passt es besser. Wir befinden uns am Ort und in der Zeit der Zuwendungsverwahrlosung. Die Wohlstandsverwahrlosung existiert schon seit 30 Jahren und ist hierzulande Standard, keine Ausnahme mehr.

  • riepichiep sagt:

    Mir greift der Artikel VIEL zu kurz. Es werden nur Klischees und Aussagen in den Raum geworfen und behauptet „so ist es“.
    Weder wird auf die (möglichen) Lebensumstände eingegangen (z.B. Kinder zur Schule bringen ist je nach Wohnort notwendig 😉 ) noch wird generell erklärt, was denn genau das Problem ist bzw. wie man das verhindern könnte.

    Somit ist man nach dem Lesen genau so schlau wie vorher …

    • Muttis Liebling sagt:

      Nein, der Blog ist ausgesprochen ausgewogen, was man bei der Autorin nicht immer erwarten kann. Konkreter geht es nicht. Besonderheiten, wie weiter Schulweg müssen in einem Überblicksbeitrag nicht besprochen werden. Zumal, wenn der Schulweg zu lang oder zu beschwerlich, wohnen die Eltern falsch. Aber generell gilt, das Individuelles, bzw. Kleingruppenthemen keinen Informationswert haben.

    • fabian sagt:

      helikoptermami ist was gaaanz anderes, das zählt natürlich nicht als verwöhnen 😀

    • tststs sagt:

      „z.B. Kinder zur Schule bringen ist je nach Wohnort notwendig“ Genau DAS ist es doch! Nicht einmal 1% aller Kinder würden in diese Kategorie fallen… ein 20 bis 30-minütiger Fussmarsch ist UNZUMUTBAR… ähm ja….

      • Sportpapi sagt:

        Wobei meist ja nicht die Fussdistanz das Problem darstellt, sondern die Strassen, die überquert werden müssen…

      • tststs sagt:

        Naja, SP, es ist dann einfach umso erstaundlicher, dass jedes Kuhkaff von so einer 6spurigen Strasse durchschnitten wird und einen Schulweg zu Fuss verunmöglicht 😉

      • Franz Vontobel sagt:

        Genau! „Weils so viel Verkehr hat bringen wir unsere Kinder mit dem Auto zur Schule…“ 😀

      • tina sagt:

        30 minuten sind aber schon 2,5 km. das war sogar vor 30 jahren nur für die oberstufe zulässig. und ich war die einzige, die das mit dem velo machte, gelaufen ist die strecke keiner

      • 13 sagt:

        20-30 Minuten sind zumutbar, wen das Kind dann auch zu Hause ist. Wenn das aber bedeutet, das Kind läuft 30 Minuten, hat zu Hause 20-30 Minuten Zeit zu essen und muss dann wieder loslaufen, um den Nachmittagsunterricht, der unter 2 Stunden dauert, zu besuchen, dann sieht das etwas anders aus. Da verstehe ich ehrlich gesagt die Eltern, die sagen, so nicht, gerade bei den Kleinsten.

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Richtig aber wahr! Dass Eltern mit ihrem Transportdienst wesentlich die Gefahr selber schaffen, vor der sie die Kinder schützen wollen, ist längst bekannt.
        @alle: 20-30min sind bei unseren Kindern manchmal 300m… (aber wertvolle!). Üblicherweise durfte/darf man ja ab einem Km Schulweg das Fahrrard nehmen.
        @13: Dann blieben halt die paar wenigen, die einen so weiten Schulweg haben, beim Mittagstisch der Schule. Wobei – der ist bei uns ja auch von einem der beiden Schulhäuser weit entfernt…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Und nehmen die knappen Plätze denjenigen Eltern weg, die aus beruflichen Gründen auf die Betreuung angewiesen sind? Nein, das halte ich für keine gute Lösung. Es sind übrigens auch nicht wenige, es gibt sehr weitläufige Dörfer und Quartiere. Ich halte ja sowieso nicht viel davon, zweimal in die Schule zu gehen, aber ich wollte damit nur sagen, dass es durchaus Gründe geben kann, ein Kind zu fahren. Das ist eins davon.

      • tina sagt:

        sportpapi, tsts hat halt 20-30min fussmarsch geschrieben, und nicht einfach dass es so lange dauert. darum mein einwand. ein 30minütiger fussmarsch ist etwa 2,5km

      • maia sagt:

        @tina: „30 minuten sind aber schon 2,5 km. das war sogar vor 30 jahren nur für die oberstufe zulässig. “ – ich bin in der Stadt Zürich aufgewachsen und hatte während der Primarschulzeit einen Schulweg von knapp 3 km. Leider hat mir niemand verboten, in die Schule zu gehen 😉 und es hat auch niemand ein neues Schulhaus gebaut, um uns den Weg zu verkürzen! Aber in die Sek durften wir dann auch mit dem Velo, weil der Schulweg da dann mehr als 3 km war.

      • Cybot sagt:

        Strassen zu überqueren lernen die Kinder ja hoffentlich auch heute noch im Kindergarten. Und grosse Strassen haben meist Lichtsignale, da ist es eher leichter als schwieriger. Es ist eher die Frage, was die Eltern den Kindern zutrauen, als die realen Gefahren. Und die Entfernung dürfte wirklich extrem selten das Problem sein, selbst Bauern auf Höfen ausserhalb der Dörfer haben früher ihre Kinder allein in die Schule geschickt, zumindest da wo ich aufgewachsen bin. Und selbst die hatten keine halbe Stunde zur Schule.

      • 13 sagt:

        @ Cybot
        „zumindest da wo ich aufgewachsen bin. Und selbst die hatten keine halbe Stunde zur Schule.“

        Was wohl nicht das Mass aller Dinge ist. Ich wuchs in Stadtagglomeration auf und hatte 25 Minuten, das Quartier hinter unserem noch 10 Min. länger, ab 5. Klasse waren es drei Busstationen. Wir leben nun in einem Dorf mit 3’800 Einwohner und einer Schule, die zentral liegt. Es gibt in jeder Klasse Kinder, die mehr als 30 Minuten haben. Im Oberland sieht es nochmals „extremer“ aus.

  • Petra sagt:

    Mich wurde nur interessieren, warum es weltweit geschieht. Es muss doch irgendwo die Wurzeln haben, warum wir die Kinder anders als die vorherige Generation behandeln. Bei uns in Tschechien dachten wir, dass es wegen der Wende ware. Wir haben keine Vorbilder und mussen alles selber „ausdenken“. Wenn es aber weltweit ist, dann warum?

    • Muttis Liebling sagt:

      Das Phänomen gibt es nur in einem kleinen Teil der Welt, in welchem einerseits ein gewisses Minimum an Wohlstand und äusserer und innerer Sicherheit besteht und andererseits Wettbewerbsdenken das ursprünglich kooperative Modell des Zusammenlebens ersetzt hat.
      Drittens geht das nur, wenn wenige Kinder geboren werden. Erst dadurch wird die Aufmerksamkeitsüberhäufung möglich.
      Viertens das fortgeschrittene Alter der Mütter. Die 19- jährige Idealmutter hat weder die Möglichkeiten noch den Antrieb für Überzuwendung, bzw. zu Gluckenmentalität.
      Es ist ein Durchgangsphänomen und verschwindet alsbald.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich wette, dass in einer Generation, wenn die jetzigen Kleinkinder erwachsen werden, der gesamte Reproduktionsprozess wieder normalisiert verläuft. Das erzwingen die ökonomischen und politischen Begleitprozesse, welche mit den Begriffen 3. demographische Revolution = Vergreisung der Gesellschaft, Fachkräftemangel, usw. einhergehen.
        Also kumulative Fertilität = 2.1, mittleres Gebäralter 22 Jahre, 95% Berufstätigkeit der Mütter, Vollversorgung der Kinder vom 1. bis zum 16. Lebensjahr in Tageskrippen, -schulen.
        Wir sind an einer Nahtstelle der Geschichte, da passieren solche Entgleisungen.

  • Bernhard sagt:

    Warum beschleicht mich beim Lesen solcher Artikel immer das Gefühl, wir könnten es unseren Kindern fast nicht recht machen? Ja nicht zu viel, aber auf keinen Fall zu wenig! Ja nicht zu streng, aber auf keinen Fall zu nachsichtig! Niemals Gewalt, aber Strafe muss sein! So viel Liebe wie möglich, aber bitte nicht damit erdrücken!
    Spätestens mit 5 sind die Kinder im KIGA. Viele sind schon vorher mindestens einen Tag in der Krippe. Ich glaube, das Leben ausserhalb des Elternhauses bietet noch genügend Möglichkeiten für einen Ausgleich bzw. eine Kompensation, wenn Eltern nicht ganz perfekt sind!

    • angelina sagt:

      ich gebe ihnen zum teil recht, jedoch finde ich es schon wichtig das man sich als eltern über seine eigenen schwächen bewusst wird und versucht diese zu minimieren (sich zu bessern).
      ich kenne ein kind das solche eltern hat und es hat im kiga und jetzt neu in der schule massive probleme. sie hat so wenig selbstsicherheit das sie sich absolut nichts zutraut und auch von allen gehänselt wird. die eltern haben ihr von baby an immer angst gemacht aus angst sie könnte sich wehtun durfte sie nicht wie andere kinder aufs klettergerüst oder über einen banalen hügel rennen, sie könnte ja hinfallen etc.

      • Stranger sagt:

        Ich stimme zu, dass Erziehung wichtig ist. Der Einfluss der Persönlichkeit ist aber auch nicht zu unterschätzen. Zwei Kinder, die (vermeinlich) genau gleich erzogen wurden können sehr unterschiedlich herauskommen.

    • angelina sagt:

      und das sind noch die harmloseren dinge. sowas ist nicht mehr normal und auch nicht gut für ein kind. zudem wurde in der schwangerschaft noch gekifft und geraucht und alkohol getrunken. die kleine hat auch gesundheitliche probleme deswegen. aber anzeigen kann man ja nix ist ja alles nicht so schlimme. das kind müsste halb tot sein das man da was tun könnte. ich verstehe unsere gesellschaft einfach nicht. ich krieg das hautnah mit den der vater der kleinen ist mein doofer bruder, verstehen sie. es ist zum kotzen das immer mitansehen zu müssen und nichts tun zu können. geredet haben

      • Sportpapi sagt:

        @angelina: Sie merken hoffentlch schon, beim noch einmal lesen, dass Sie widersprüchliches Zeugs schreiben? Verantwortungslose Eltern (Kiffer!), die ihre Kinder überbehüten?

      • angelina sagt:

        @sportpapi und caro

        ihr kennt meinen bruder nicht. ich hab nur die geringsten probleme geschildert.
        das das kind lungenprobleme hat und kortisonhaltige medis inhalieren muss deswegen und die beiden trotzdem vor dem kind in der wohnung noch rauchen und kiffen, das die kleine kaum rauskommt weil die alten zu bekifft sind und bis mittag im bett liegen, das die kleine stundenlang vor die glotze gesetzt wird sobald sie aus der schule heimkommt oder sogar schon morgens nach dem aufstehen, das sind alles dinge die ich schlimm finde. und genau solche sollten keine kinder haben dürfen. meine meinung!

    • angelina sagt:

      wir zur genüge mit ihnen. es bringt alles nix. sorry aber solche leute sollten sich nicht vermehren dürfen. es sollte da ein gesetz geben. eine art führerschein für kinder. für hunde muss man in die schule gehen aber kinder kann jeder trottel kriegen. das ist doch nicht mehr normal!!!

      • caro sagt:

        „führerschein für kinder. für hunde muss man in die schule gehen aber kinder kann jeder trottel kriegen“ – interessant, wie man neuerdings vermehrt die Forderung hört, Eltern müssten eine Prüfung ablegen, bevor sie zur Reproduktion zugelassen werden. Diejenigen, die das vorbringen, scheinen sich nicht im Klaren zu sein, was das bedeuten würde. Was wäre mit denen, die abgelehnt werden, weil sie mal gekifft und getrunken haben? Ironischerweise geht diese Forderung genau in die Richtung, die hier angeprangert wird: Überbehütung, Kontrolle, kein Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit eines Kindes.

      • Samantha sagt:

        Jeder darf Kinder haben – das ist ein absolutes Grundrecht. Die Alternative ist Zwangssterilisation und das hatten wir schon und wissen, wohin das führen kann.
        Zeigen sie ihren Bruder doch an. Wenn das Kind bei den Eltern nicht die nötige Pflege bekommt, muss es in ein Heim oder zu Pflegeeltern – und diese werden überprüft. Für das Kind kann das nur gut kommen – aber da müssten sie halt den Mut finden, gegen ihren Bruder – also innerhalb der Familie – vorzugehen. Nur grosseTöne haben und nichts tun hilft dem Kind kein bisschen.

    • angelina sagt:

      haben wir zur genüge. hat aber alles nix gebracht. sorry aber solche leute sollten keine kinder haben dürfen. es sollte in gesetz geben. eine art führerschein für kinder. für hund muss man in die schule gehen aber kinder kann jeder trottel haben. das ist doch nicht normal!!!

      • Bernhard sagt:

        @angelina: Ich gebe Ihnen recht: Das, was Sie schildern, ist sicher weit entfernt von dem, was Sie und ich unter „normaler“ oder gar „guter“ Erziehung verstehen. Und ich glaube Ihnen, dass es Ihnen das Herz zerreisst, wenn ein solcher Fall sogar Ihre eigene Familie betrifft. Ich wage aber mal zu behaupten, dass in solchen extremen Fällen das Überbehüten noch das geringste Problem ist! Zudem gibt es auch Kinder, die von sich aus Angst haben vor gewissen Aktivitäten. Obwohl man sie machen lässt! Leider lässt sich nie wirklich feststellen, ob ein Verhalten nicht sowieso aufgetreten wäre!

      • Bernhard sagt:

        @angelina: Sie nennen das Problem grad selber: Die Eltern, die sich nicht schon sowieso immer wieder Gedanken machen über ihr Erziehungsverhalten („mache ich dies und jenes wirklich richtig?“), lassen sich i.d.R. nicht sagen, wie sie zu erziehen haben und was evtl. nicht gut sein könnte! Somit erreichen Sie mit Artikeln wie diesem eher die Sorte Eltern, die sich zu viel Gedanken darüber machen. Und dabei wäre es wichtig, dass die Eltern eine für das Kind klar ersichtliche Linie haben und authentisch sind. Und nicht nach jedem Eltern-Artikel in Medium XY ihr Erziehungsmodell aufs Neue ändern!

      • angelina sagt:

        @bernhard

        ich weiss das dieser artikel nix bringt. und ich weiss es gibt noch viel schlimmeres. das ist mir alles klar, wenn mans aber ständig mitbekommt und trotz reden nicht vorankommt und sieht wie das kind leidet… ich weiss auch nicht, aber irgendwie musste ich das mal loswerden. sorry!

        ich hab das 4. kind im bauch und was drogen angeht bin ich das pure gegenteil von meinem bruder. ich mach auch fehler, das ist mir klar. ich bin nicht perfekt. ich versuch mein bestes. es gibt einfach dinge, die finde ich sind ein absolutes no go.

      • Bernhard sagt:

        @angelina: Sie müssen sich nicht entschuldigen oder gar rechtfertigen. Was Sie empfinden, ist absolut verständlich. Das würde mir genauso gehen, wenn in meiner Familie so etwas passierte. Schlussendlich – wenn das Kindswohl gefährdet ist und eindringliche Gespräche mit den Eltern nichts nützen – gibt es immer noch die Behörde, die in solchen Fällen einschreiten kann bzw. sollte! Überlegen Sie sich einen solchen Schritt, bevor Sie sich selber kaputt machen oder mit Vorwürfen belasten! Aber geben Sie den Eltern bitte vorher nochmals eine Chance! Vielleicht brauchen diese das „Messer am Hals“!

      • Stranger sagt:

        angelina, Frage. Wenn Leute ohne Kinderführerschein Kinder machen, was tut man dann? Frühzeitig abtreiben? Verdingen? Sofort nach der Geburt den Eltern wegnehmen und sie adoptieren? Überlege Dir das gut bitte. Das Leben kann sich auch ändern. Ein Elternteil, der mit 25 den Schein machte, kann mit 35 völlig abstürzen. Ein Mensch, der mit 25 nur kiffte, kann sein Leben mit 35 im Griff haben.

    • Und im Kindergarten, bzw. in der Kinderdeponie werden sie nicht gelenkt, kontrolliert, überwacht, abgeklärt, abgeschätzt, beurteilt, zur grauen gesichtslosen revolutionären Masse herangezogen? Zu staatshörigen, im Alltag lebensuntauglichen, Geld verschwendenden Konsumisten?

      • Denise Pernet sagt:

        Nein, werden sie nicht, Herr Brechbühl. Ich frage mich, wie Sie auf sowas kommen. Für ein Kind kann es durchaus eine Bereicherung sein, wenn es neben dem familiären Umfeld auch noch ein Umfeld ausserhalb (Kita, Kiga, Schule) geniessen darf. Ihre Aussage ist geradezu grotesk.

    • Silvia Müller sagt:

      Absolut! Eltern müssen nicht perfekt sein. Sie sind es auch nicht. Dieser Anspruch ist absurd und perfide. Alle Menschen sind Menschen. Elternliebe ist das Wichtigste. Dass ein Kind ein Urvertrauen in die Welt entwickeln kann.
      Die sogenannten und immer wieder hochgelobten „Experten“ wie Lehrer, Kindergärtnerinnen, Kita-Praktikantinnen… Auch das sind nur Menschen!!!

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