Bereit für den Chindsgi, aber nicht für den Hort

Ein Gastbeitrag von Corinna Hauri*

Mamablog

Im Kindergarten müssen sich Kinder in eine grosse Gruppe einfügen. Foto: Howard County Library System/Flickr

Nun flattern sie in die Haushalte von vielen Familien: die Anmeldeformulare für den Kindergarten. Für viele Eltern ist das ein emotionaler Moment – das Kind wird gross, der Eintritt ins Schulsystem steht bevor. Doch es ist auch ein Moment, der Fragen aufwirft: «Ist mein Kind wirklich schon bereit für den Kindergarten?»

Kann es wirklich schon jeden Morgen vier Stunden von zu Hause weg sein? Sich in eine Gruppe von 20 bis 25 Kindern einfügen? Den Schulweg bewältigen? Viele Eltern können diese Fragen schnell mit Ja beantworten. Doch andere stehen vor einem schwierigen Entscheid. Entweder müssen sie sich diese Fragen zum ersten Mal stellen, weil sie nicht schon bei einem älteren Geschwister Erfahrungen mit dem Kindergarten machen konnten. Oder aber sie fragen sich ernsthaft, ob das Kind schon bereit sei für den Chindsgi – oder ob es noch ein Jahr haben müsste, um reifer zu werden.

Wenn Eltern der Ansicht sind, ihr Kind sei nicht bereit, so können sie versuchen, den Start ins Schulsystem um ein Jahr hinauszuzögern. Im Kanton Bern ist dies ziemlich einfach: Sie teilen der Schule einfach mit, dass ihr Kind erst ein Jahr später kommen werde. Im Kanton Zürich müssen sie ein begründetes Gesuch an die Kreisschulpflege stellen, im Kanton Basel-Stadt ein Rückstellungsgesuch.

Für Eltern, deren Kinder auch ausserhalb der Kindergartenzeit betreut werden sollen, stellt sich aber noch eine weitere Frage: Wie stellen wir diese Betreuung sicher? «Ist mein Kind wirklich schon bereit, in den Hort zu gehen?»

Für viele Kinder ist der Hort ein wunderbarer Ort: Sie lernen zahlreiche Kinder kennen, auch solche aus anderen Klassen, ältere und jüngere als sie selber. Sie haben Spass bei den geführten Aktivitäten oder beim Spielen mit ihren Freunden. Doch in den Hort zu gehen, bedeutet auch: Je nach Wohnort muss das Kind selbstständig nach dem Kindergarten an einen anderen Ort gehen, allenfalls gar Strassen überqueren. Es isst in einer grossen Gruppe zu Mittag. Ein Mittagsschlaf ist nicht vorgesehen. In vielen Horten trifft das Kind auf eine sehr grosse Gruppe von Kindern: Statt 10 bis 15 Kindern, wie die Kindergartennovizen es beispielsweise von Krippe oder Spielgruppe kennen, sind es im Hort plötzlich 50 oder mehr Kinder. Die Zahl der Betreuerinnen ist kleiner als in der Krippe, die Erwartungen an die Selbstständigkeit jedes einzelnen Kindes viel höher.

Dazu kommt: Vielerorts gibt es einen Hort für alle Kinder im Kindergarten- und Primarschulalter. Da sind die noch nicht mal 5-jährigen Kindergartenkinder die Kleinsten, die Grössten sind die Teenager der 6. Klasse. Kinder, die vor nicht allzu langer Zeit noch einen Nuggi hatten, treffen auf Jugendliche mit einem eigenen Smartphone, Kinder, die noch Mühe mit Lauten wie «R» oder «Sch» haben, auf solche, bei denen der Stimmbruch beginnt. Vielerorts wird deswegen versucht, kleinere und grössere Kinder räumlich zu trennen, aber das ist nicht überall möglich.

Und so kann es gut sein, dass Eltern die Frage «Ist mein Kind wirklich schon bereit, in den Kindergarten zu gehen?» mit Ja beantworten, die Frage «Ist mein Kind wirklich schon bereit, in den Hort zu gehen?» jedoch mit Nein. Und so wird aus der Frage der Kindergarten- für manche Eltern plötzlich die Frage der Hortbereitschaft.

Familie  Schüssler | Ennetbaden | 2014 | Familienshooting*Corinna Hauri (40) ist Juristin, Journalistin und Verbandsmanagerin. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei gemeinsamen Kindern (Jg. 2007 und 2010) in Ennetbaden.

52 Kommentare zu «Bereit für den Chindsgi, aber nicht für den Hort»

  • Ariela sagt:

    Und was ist daran eigentlich so schlimm, wenn Kleine mit Grossen zusammentreffen? Alle reden doch immer wie wichtig es sei, dass Kinder mit anderen Kindern zusammen kommen, wegen Sozialisierung und so. Altershomogene Riesengruppen sind jedenfalls nichts was natürlicherweise im Leben vorkommt und somit wichtig wäre für eine gute Sozialisierung!?

  • Hans Weder sagt:

    Eine Frage der „Hortbereitschaft“? Ernsthaft?

  • Eric sagt:

    Was man sich heute so alles fragt? Sind unsere Kinder nur noch „Mimöslis“?

  • Mona Graf sagt:

    Hier in Bern konnten meine Kinder noch während des Kindergartens in der Kita bleiben u. wurden auch v. Kindsgi abgeholt zum Zmittagessen u. dann – falls es Nachmittagunterricht gab- wieder hingebracht. Ab der 1. Klasse gings in die Tagesschule, aber da sie v. Kindsgi her schon das Schulhaus, die Lehrer u. ältere Schüler kannten, gings dann leicht.

  • ina müller sagt:

    3) und zudem gebe ich es nur sehr ungern zu (ich dachte, ich werde sicher NIE eine dieser „blöden, langweiligen Mütter“), aber das nahende Ende des Mutterschaftsurlaubs stresst mich enorm. Am liebsten würde ich im Moment gerade Haus und Garten schmeissen und mir gleich noch zwei drei weitere Babies machen lassen, so toll finde ich das alles… Da ich dieselbe Ausbildung und denselben Lohn (!) habe wie mein Mann, stellte sich die Frage aber (zum Glück…!) gar nie. Ich stelle einfach fest, dass man extrem hin und hergerissen ist. Ich habe das Ganze emotional voll unterschätzt, glaubs…

    • ina müller sagt:

      Der langen Rede kurzer Sinn, ich finde es einfach unwürdig, wie Mütter bei jeder Gelegenheit (sh. hier) ihr Familienmodell gegen das Andere halten und einander Vorwürfe machen. NOch schlimmer ist’s wenn Männer das tun…und dabei gegen die Frauen schiessen.

      • tina sagt:

        dass man sein modell so verteidigt, dass es nötig ist, die anderen runterzumachen, zeigt doch das dilemma: es ist ist, wie du sagst, eine widersprüchliche angelegenheit. und das beschränkt sich nicht nur auf die aufteilung der erwerbstätigkeit. freu dich auf impfthemen ;-). oder die art wie man in die ferien zu verreisen hat. oder gar, wie man sich in öffentlichen verkehrsmitteln zu verhalten hat 😉

  • ina müller sagt:

    2) sich andauernd: Ich machs nur, solang er noch klein ist. Ich machs nur, weil mein Verdienst eh für die Krippe draufginge et cetera. Ich habe einfach das Gefühl, man befindet sich im permanenten Erklärungsnotstand und das gefällt mir nicht.
    Einerseits ist es die arbeitende Mutter, die unter Druck gerät (Fr. Giger, ja, sie sind überheblich und nicht nett), andererseits aber auch die Hausmutter/der zuhause bleibende Vater, da Hausarbeit einfach extrem gering geschätzt wird.
    Ich finde das aber ein wichtiger Aspekt eines ganzheitlichen Lebens sowohl von Frauen als auch von Männern.

  • ina müller sagt:

    1) Bald ist mein Mutterschaftsurlaub vorüber und ich „muss“ wieder arbeiten gehen. Mir scheint, sämtliche Gespräche, die ich in letzter Zeit mit -ganz egal welcher Frau- führe, laufen darauf aus, ihr unser Familienmodell zu erklären, zu rechtfertigen, anzupreisen. Ich denke, das geht allen so, egal wieviele Prozent wir arbeiten und wo das Baby in der Zeit betreut werden wird. Obwohl ich eigentlich zufrieden bin mit der 50/50-Aufteilung, überall habe ich trotzdem das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Aber auch jede junge Mutter meiner Bekannten, die NICHT ausser Haus arbeiten, rechtfertigen

  • Suat sagt:

    Wozu braucht es denn einen Hort? Muss man denn unbedingt doppelt verdienen um sich jeden Mist leisten zu können? Wir wärs wenn wir zur Abwechslung mal wieder lernen würden mit einem normalen Einkommen zu „überleben“?

  • Sandra sagt:

    Was ideal waere, fuer das Kind und die Eltern, ist doch eine Sache und die ‚Realitaet‘ leider eine andere…. Oder liebe Eltern, habt ihr alle so verstaendnisvolle, flexible Arbeitgeber, die sich freuen ueber die speziellen Elternbeduerfnisse? Schoen! Wir leider nicht… Oftmals ist man doch mehr fremdbestimmt, als dass einem lieb ist!

  • Nicole Bertsch sagt:

    Es erstaunt mich nicht, dass die Kommentare teilweise wieder eine Diskussion über berufstätige Mütter oder Mütter, die zuhause sind, ausgelöst haben…..
    Das mit dem Hort ist wohl an jedem Ort verschieden und halt auch für jedes Kind. Unser Hort ist am einen Standort nur für Kindergärtner bis 3. Klässler, und die Kindergärtner essen in einem anderen Zimmer, damit es für sie etwas ruhiger ist.
    Aber das ist halt nicht überall so.
    Wichtig finde ich, dass man auf die Bedürfnisse der Kinder achtet, und die Gemeinden sollten möglichst drauf schauen, dass es für die verschiedenen Kinder stimmt.

    • anja van ackern sagt:

      Und genau das tun sie bei uns in Herrliberg NICHT. Hier interessiert es die Hortleitung NICHT, dass es den Kindern gut geht, sondern nur, dass alle Kinder untergebracht sind. Die Kinder unserer Kindergartengruppe wurden wahllos auf 3 Gruppen verteilt, unsere Tochter hat das Pech, allein in ihrer Gruppe zu sein. Nicht einmal andere gleichaltrige Kinder sind da. Sie darf auf Kulanz hin und wieder in die anderen Gruppen auf Besuch, dies wird jedoch willkürlich erlaubt bzw. verboten. Für ein 5jähriges Kind völlig unverständlich. Für uns Eltern absolut ärgerlich. Nicht verhandelbar. Aus Prinzip.

  • rita sagt:

    die zeit wo kinder zuhause sind und betreut werden ist doch kurz gegen die zeit wo wir höher prozentig arbeiten werden!geben wir den kindern doch unsere „besten“jahre!

  • Conny sagt:

    Was für ein misslungener Artikel. trivial und überheblich, gratuliere. Wer kann es sich leisten, überhaupt so flexibel zu entscheiden? Wer entweder erst gar keinen Job hat (und die Kinder nur bequemlichkeitshalber, resp. weil man massive Subventionen kriegt in den Hort schickt, und sich daheim einen faulen Lenz macht), oder wer so ein flexibles Familienmodell hat, dass man kurzfristig über Arbeit oder nicht-Arbeit entscheiden kann. Das setzt aber voraus, dass der Mann (oder manchmal auf die Frau) genügend Asche nach Hause bringt…Na, immerhin haben Sie die volle Aufmerksamkeit beider Fronten.

  • Tess sagt:

    Bei unseren drei Töchtern ist es so, dass die zwei älteren (4. und 6. Klasse) nicht mehr in den Hort gehen wollen, weil sie ihn „zu bubig“ finden. Die jüngste (2. Klasse) findet ihn gerade noch OK. Bei den Kindergartenkindern ist er total beliebt…

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Wo bitte gibt es denn hier einen Hort mit 50 Kindern? Das gibt es doch in der Schweiz gar nicht, oder?

    • Simon sagt:

      In Zürich (Stadt und Land) gibt es Horte mit über 50 Kindern, auch einzelne mit über 100 Kindern. Die wichtige Frage wäre die nach der Anzahl Räume pro Anzahl Kinder. Und wie der Hort organisiert ist. Ein Hort mit 70 Kindern und 5 Räumen kann IMO mindestens so gute Qualität liefern wie ein Hort mit 30 Kindern und 2 Räumen.
      In Zürich hat die Bevölkerung die Gemeinden verpflichtet, für alle Kinder einen Platz anzubieten, was ich toll finde. Und manche Gemeinde scheut nun die Investitionskosten. Die leidtragenden sind die Kinder jeden Alters.

      • Sportpapi sagt:

        Genau genommen sind die Gemeinden verpflichtet, Angebote nach Bedürfnis zu machen. Aber nicht, diese zu verbilligen. Und trotzdem machen das meines Erachtens alle, und investieren somit sehr viel Geld. Und wo sind die Kinder die leidtragenden? Und was wäre die Lösung? Teurere Angebote? Obwohl es heute schon heisst, die seien „nicht bezahlbar“?

  • Simon sagt:

    Kinder, die reif für den KiGa sind, sind auch reif für den Hort. Aber längst nicht alle Horte sind geeignete Orte für Kinder. In manchen Gemeinden wird gespart und in Horten, die für 20-25 Kinder gebaut sind, werden heute 40 oder 50 Kinder betreut. Es ist nicht einmal so, dass das für 12-jährige besser lebbar ist als für 5-jährige. 12-jährige tragen Konflikte vom Schulweg in den Hort, kommen frustriert wegen schlechten Noten usw und brauchen genauso einen Rahmen, wo sie getragen werden und ernst genommen werden. Sie müssen in Ruhe und längere Zeit Hausaufgaben machen können…

  • mein name sagt:

    Ach, Herrje!
    Als ich noch klein war ging ich die ersten Monate noch ganz alleine in den Hort. Ich begleitete einige Schulgspänli dorthin und meine Eltern erfuhren erst nach ein paar Monaten, dass ich die paar Nachmittage nicht in der Schule, sondern im Hort war (Sie dachten, es gehöre alles zur Schule).
    Wie alle anderen Kinder habe ich es genossen, unter älteren Kindern zu verweilen und von ihnen zu lernen (die guten, wie auch die schlechten Manieren…) Geschadet hat’s nicht.
    Aber ich verstehe: Bei den heutigen Helikoptereltern weiss man ja nie…

  • Corinne sagt:

    In unserer Gemeinde besuchen die Kinder vom 1. KiGa bis in die 6. Klasse den gleichen Hort. Klar ist es für die Kindergärtler am Anfang eine Umstellung. Der Kindergarten UND der Hort sind neu. Sie werden aber enger betreut, dürfen sich z.B. zuerst schöpfen und essen mit den Betreuerinnen am Tisch. Und meine 4.Klässler-Tochter und ihre Freundin machen nichts lieber wie sich um die Kleinen zu kümmern. Der altersübergreifende Hort führt gem. Lehrerschaft auch zu einem besseren Klima auf dem Pausenplatz. Die Rücksichtnahme untereinander sei viel grösser geworden.

  • Lia sagt:

    ich kenne in der Stadt Zürich nur einen Hort, der sowohl Kindergärtner als auch 6klässler umfasst, und das ist der Hort einer Schule, welcher ihre Kindergärten angegliedert sind – etwas weiter entferntere Kindergärten haben eigene Horte. Und auch beim gemischten Hort geht es den Kindergärtnern ausgezeichnet – sie werden von den Grossen unterstützt. Wieso soll ein Kind, das von 15 Krippenkindern mit 4 Betreuern auf 22 KiGa-Kinder mit 1 Betreuerin wechselt nicht auch bereit sein für einen Hort mit 30-35 Kinder (es sind so gut wie nie mehr Kinder im Hort) und mind. 4-5 Betreuern?

  • Ars sagt:

    @A. Giger, hinter dem Mond oder veraltet, diesbezüglich möchte ich Ihre Äusserungen gar nicht werten. Was mich hingegen sehr stört sind die Ausdrücke „warmes Zuhause“ und „arme Göfli“ sowie, dass sich Ihr Kommentar die „lieben jungen Mütter “ wendet. Da scheint mir etwa viel Überheblichkeit im Spiel zu sein,oder aber möglicherweise fehlt ganz einfach der Bezug zur Realität. Dies von einer Mutter und Geschäftsfrau (ökonomisch war das unabdingbar) mit 3 erwachsenen Kinder welche sozial gut integriert, sich auf erfreulichen Lebenswegen befinden.

  • A. Giger sagt:

    Wahrscheinlich bin ich hoffnungslos hinter dem Mond und veraltet. Meine drei (inzwischen erwachsenen) Kinder durften am Mittag zum Essen nach Hause kommen, ebenso nachmittags nach Kindsgi oder Schule. Sie hatten ein warmes Zuhause und auch immer genügend andere Kinder zum Spielen in der Nähe. Natürlich habe ich auch Teilzeit gearbeitet konnte es aber so einrichten, dass keines einen Schlüssel brauchte und ich immer da war. Mir tun die armen „Göfli“ leid, die in Krippe, Hort oder sonstwohin verschachert werden. Äxgüsi, Ihr lieben jungen Mütter, aber Ihr wisst gar nicht, was Ihr alles verpasst!

    • Esther sagt:

      Sie sind hoffnungslos hinter dem Mond und veraltet warum muss jede Diskussion zu verschiedenen Möglichkeiten der Betreuung ausarten und beim Thema Rabeneltern, ach nein, es sind ja immer Rabenmütter, landen. Sehr schade, dieser Dogmatismus, und bringt niemanden weiter.

    • Ursula sagt:

      Danke vielmals für diesen Beitrag. Dachte schon, dass ich die einzige bin die so denkt. Mein Sohn wird bald 4 und kommt im Sommer in den Chindsgi. Am Mittag darf er selbstverständlich nach Hause kommen und auch am Nachmittag sind wir auf keinen Hort angewiesen. Und nein, ich bin kein altmodisches Hausmütterchen, ich arbeite Teilzeit was mir auch sehr wichtig ist. Die meisten Mütter in meinem Bekanntenkreis betreuen ihre Kinder selber oder gehen arbeiten wenn der Papi, die Großeltern hüten können.

      • A. Giger sagt:

        Ich glaube auch, dass ein intaktes Elternhaus/Familie immer noch die beste Variante ist, ein Kind grosszuziehen. Natürlich gibt es Situationen, wo dies nicht möglich ist und dann ist ein guter Platz, sei es nun Tagesmutter/Hort/Krippe nötig. Es hat mich ein bisschen erstaunt, wie viele anonyme gehässige und unsachliche Anwürfe kommen. „Sie und Ihresgleichen“, „massen sich an“, „fehlt der Bezug zur Realität“. Vielleicht ist mein Beitrag überheblich rübergekommen, mag sein. Betr. Luxus: Übrigens, haben wir in dieser Zeit auf Diverses verzichtet, weil wir nicht beide voll arbeiten konnten …

    • R.E.Michel sagt:

      Giger: Ich finde Ihre Aussage als Schlag gegen all die Eltern die Arbeiten müssen und nicht den Luxus haben zu Hause bei den Kindern sein zu können. Nicht alle Eltern die, wie Sie es sagen, die Kinder verschachern tun dies weil sie es gerne so tun möchten.
      Und selbst wenn – Sie massen sich an über andere Urteilen zu können und alles besser zu wissen? Schön für Sie, aber ich glaube Sie und ihresgleichen (die, die immer alles besser gemacht haben) müssen damit leben dass es auch andere Lebensformen gibt.

    • 13 sagt:

      Und wieder mal sind es nur die Mütter, die etwas verpassen. Die Väter sowieso nicht. Ansonsten ja, Frau Giger. Wir verpassen einige Erfahrungen und gewinnen dafür andere, die wir bei einem anderen Modell verpasst hätten. Meine Kinder hätten einen Haufen schöne Krippenerlebnisse wie auch Papitage verpasst, ich manche berufliche Erfolge, mein Mann so manche Zeit mit den Kindern. Es gehört zum Leben, nicht alles haben zu können, sondern sich entscheiden zu müssen. Veraltet ist dabei nur Ihre Ansicht, dass nur ein Modell das richtige ist.

      • Romea sagt:

        Wir sind genau in dieser Situation und für uns war schnell klar, dass der Hort keine Option ist. Nicht im Chindsgi.
        All die Eindrücke, positive wie negative, möchte das Kind erzählen können. Dafür will ich mir und ihm die Zeit schenken auch wenn ich gerne mehr an die Uni oder zur Arbeit gehen würde. Ich bin sicher, wir werden diese Chindsgizeit noch intensiv zusammen geniessen bevor wir ihn dann etwas weiter aus dem Nest bzw. in den Hort schubsen:-)

    • Claudia sagt:

      @Giger: Ja äxgüsi, hoffnungslos veraltet und hinter dem Mond. Und vor allem überheblich. Schön für Sie, dass Sie es einrichten konnten, über Mittag nach Hause zu gehen. Natürlich ist das voll Ihr Verdienst und jede, die es nicht so hinbekommt (Job in der Nähe oder schultaugliche Bürozeiten), ist selber schuld oder nicht mütterlich genug. Und den Gipfel finde ich die Aussage … „sie hatten ein warmes Zuhause…“ – meine armen verschacherten Göfli frieren im Hort – oder zu Hause (?) – ob der dort herrschenden Kälte. sorry, mir wird schlecht…

    • angelina sagt:

      @ A. Giger

      ich bin auch so eine altmodische mutter. ich arbeite jedoch nicht teilzeit. wir leben sehr günstig und schränken uns ein deshalb reicht uns ein lohn vollkommen (wobei das für mich eigentlich keine einschränkungen sind aber evtl. für andere) d. h. kleider von der kinderkleiderbörse, urlaub gibts in der schweiz (wander, baden, etc. ) wir haben eine sehr günstige miete (altes bauernhaus das mit holz befeuert wird) trotzdem haben unsere 4 kinder alles was sie brauchen UND ein mami das zu hause ist. sie schätzen das sehr und ich freue mich, dass wir uns diesen luxus leisten können.

      • Jane Doe sagt:

        @Angelina, schön dass Sie zufrieden sind. Ich bin halt eine dieser modernen „Rabenmutter“ & ich wollte nie auf Dinge wie meinen Beruf o. eine Zentralheizung verzichten, nur weil ich Kinder habe. Und manchmal sind die „richtigen“ Mamis auch nicht ganz ehrlich. Sie sagen, sie VERZICHTEN zugunsten ihrer Kinder & machen arbeitenden Müttern damit ein schlechtes Gewissen. Dabei sind die Kinder meist nur eine bequeme Ausrede, um nicht mehr in einem Beruf arbeiten zu müssen, in den man damals nichts inverstiert hat. Ich habe eine gute&lange Ausbildung & kein schlechtes Gewissen, weil ich diese nutze..

      • Suat sagt:

        Sorry angelina, aber auch wenn nur eine(r) verdient braucht man auf Zentralheizung nicht zu verzichen. Wir leben nicht in der Mongolei. Die Löhne sind in der Schweiz vergleichsweise sehr hoch und 100% reicht völlig. Gerade Familien haben unzählige Vergünstigungen für Freizeitangebote, Ferien, usw. Die Konsumbedürfnisse der Kinder sind bestimmt nicht schuld an der Doppelverdiener-Manie. Eher sind es wohl diejenigen der Eltern.

      • Rahel S sagt:

        Angelina- das ist ganz toll fuer euch und ich mag das euch von ganzem Herzen goennen. Keine Familie ist gleich und hat die gleichen Voraussetzungen und auch nicht die gleichen Beduerfnisse. Es gibt Muetter die wollen arbeiten und solche die muessen, es gibt Vaeter, die zu Hause bleiben koennen, es gibt Familien mit Unterstuetzung der Grosseltern und solche ohne, solche die in teuren Regionen wohnen und andere, die keine Krippe in der Umgebung haben… jede Familie muss ihren Weg finden- hoeren wir doch endlich auf, einander ein schlechtes Gewissen einzureden- das wuerde schon vielen helfen!

  • Andrea sagt:

    Bei meinen Kindern ist der Kindergarten und die Kita in demselben Gebäude, das geht für die Kinder prima. Nach dem Kindergartenunterricht gehen sie die Treppe rauf in die Kita, essen dort im kleinen Kreis zu Mittag, spielen für den Rest des Nachmittags, und die Betreuungspersonen kennen sie schon aus der Kitazeit vor dem Kindergarten. Vielleicht sollte das an anderen Orten auch so gebaut werden, dann gäbe es weniger der geschilderten Probleme.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Wir haben unseren Sohn damals ein Jahr zurückstellen lassen und ihm statt nur 1 auch 2 Kiga-Jahre ermöglicht. Es hat sich voll ausbezahlt, er durfte reifen und ist nun in der 1. Klasse, wo es ihm total gut gefällt, sehr gut mitkommt und viele Freunde hat. Der Hort wäre für ihn auch ein grosses Problem gewesen wegen der vielen unterschiedlichen Kinder. Für uns stellte sich diese Frage zum Glück nicht, da wir die Fremdbetreuung anders lösen konnten via meine Eltern, die die Kinder einen Tag die Woche betreuten und meinem Ehepartner, der beruflich reduzieren konnte

  • Pascal Sutter sagt:

    Ist das kind bereit für den Hort? Na klar. Im Hort trifft es andere Kinder, halt auch grosse. Was soll daran so schwierig sein? Kinder beobachten ja zuerst und machen dann mit. Hier wird etwas zu einem Problem gemacht, das keines ist.

    • Caro sagt:

      Sehe ich auch so. Unser Kleiner ist jetzt knapp 3 1/2, kommt in 1 1/2 Jahren in den Kindsgi und freut sich schon jetzt auf seinen Horttag. Allerdings ist es auch ein eher kleiner Hort und der Hortleiter, den die Kinder total cool finden, wohnt in unserer Strasse. Trotzdem finde ich, dass den Kindern heutzutage oft recht wenig zugetraut wird und sie allzu sehr in Watte gepackt werden. Und ich bin mir sicher, dass dies der Entwicklung zu einem selbstbewussten Menschen nicht sehr förderlich ist. Allerdings muss dieser Prozess natürlich schon viel früher beginnen, nicht erst bei Kindsgi-Eintritt.

      • mina peter sagt:

        Das dachte ich auch. Unsere Tochter freute sich sehr auf den Hort. Aber wir mussten sie wieder herausnehmen. Der Hort ist schlichtweg auf die grösseren Kinder ausgerichtet und nicht auf die Kleinen, die eine konstante und , warmherzige Betreuungsperson benötigen, nicht nur Disziplinierungsmethoden. Und das, obwohl sie vorher vier Jahre problemlos in einer Krippe war. Was mich ärgert, ist, dass wir dann dennoch über zwei Monate, eigentlich drei Monate den vollen Hortbeitrag bezahlen mussten, obwohl sie sich überhaupt nicht auf die Kleinen einstellen. Unser Kind ist da kein Einzelfall.

      • Stranger sagt:

        Ein MANN??? Vadre retro!

      • linus b. sagt:

        Heute wird den Kindern viel mehr zugetraut und auch zugemutet als vor 30 Jahren.
        Niemand wurde mit vier in den Kindergarten geschickt. Frühstens mit 5 oder überhaupt nicht.
        Meist waren, bis die Kinder etwa 10 waren, die Mütter zuhause und kümmerten sich selbst um die Kinder. Wenn das nicht möglich war, kümmerte sich eine befreundete Familie oder Verwandte um den Nachwuchs.

        Über sog. Schlüsselkinder wurden damals Filme gedreht, so speziell und verantwortungslos empfand man das damals.

    • 13 sagt:

      Die Autorin hat nichts zu einem Problem gemacht, sondern gesagt, dass es eins sein kann. Es gibt Kinder, die es toll hinkriegen und andere. Auch gibt es Kinder, die mit 5 in den Kindergarten kommen und solche, die gerade knapp 4 sind. Mein Sohn ist 3,5 und käme dieses Jahr in den Kindergarten. Ob er jetzt geht oder in einem Jahr, weiss ich noch nicht. Aber der Hort würde ihn überfordern. 50 Kinder bis 12 Jahren und das nach einem Kindergartentag? Nein, das wäre ihm zuviel. Er geht übrigens seit Babyalter in die KITA, übernachtet mal auswärts, spielt unbeaufsichtigt draussen und wir sind alles

      • 13 sagt:

        /2 andere als Helikoptereltern, die ihnen nichts zutrauen. Auch sind wir Fans der familienergänzenden Betreuung und finden, dass die Kinder viel profitieren können. Aber gerade für die jüngsten im Jahrgang, ist so ein Kindergarteneintritt schon recht viel und dann am gleichen Tag nochmals eine Steigerung kann sie überfordern. Da sehe ich es als die Verantwortung der Eltern, darauf einzugehen. Das ist übrigens auch das Feedback unseres Horts: ab der 1. Klasse ist es für die Kinder toll, vorher ist es für viele zu viel.

    • Pascal Sutter sagt:

      So wie ich Horte kenne sind die Altersstrukturen durchmischt. Ich glaube nicht dass es eine Ausrichtung gibt, es müssen ja alle Altersgruppen berücksichtigt werden. Also werden die Kleinen miteinander spielen, die die sich schon vom Quartier kennen etc. Und ja, ausprobieren ist sicher die beste lösung, wenns dann nicht geht ok. Hort muss auch nicht jeden Tag sein. Aber erinnern sie sich mal zurück an den ersten Krippentag… danach wurde es ja auch besser, oder? Und früher oder später müssen die Kinder dann altersübergreifend Leben – wieso nicht jetzt anfangen?

      • java sagt:

        ich hatte die geiche Entsxcheidung bei meiner Tochter vor 7 Jahren. Wir haben uns für den Hort entschieden. Hat aber nicht funktioniert, da die ‚Kleinen‘ regelmässig von den ‚Grossen‘ schickaniert und verklopft wurden. Die Betreuerinnen hatten das nicht im Griff.Wir haben dann zu einer Tagesmutter gewechselt.
        Vor 2 Jahren haben wir uns beim Sohn direkt für die Tagesmutter entschieden. Ab der ersten Klasse probieren wir den Hort erneut aus.
        Beide Kinder waren – seit Baby – absolut problemlose Krippenkinder‘

      • 13 sagt:

        @ P.S.
        Meine Erfahrungen mit ersten Krippentagen waren durchaus positiv. Warum? Wegen der langsamen Eingewöhnung und weil die Betreuerinnen auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen konnten. Etwas, das im Hort personell gar nicht machbar ist. Dass Kinder sich kennen, ist beim grösseren Dorf, mehreren Kindergärten und der Tatsache, dass jeden Tag andere Kinder da sind, nicht gegeben. Wieso nicht früh anfangen? Weil es für manche Sachen eine gewisse Reife braucht. Sonst könnte man sie auch gleich zu Hause lassen. Irgendwann müssen sie das ja auch lernen.

      • Pascal Sutter sagt:

        Beim Krippeneintritt sind Kinder viel Jünger. Dann macht eine Eingewöhnung ja auch Sinn. Im Hort sind die Kinder ja dann nicht einfach alleine und haben ja eine Ansprechperson.

      • 13 sagt:

        Eine Ansprechperson auf wieviele Kinder? Wie gesagt, ab so 6-7 Jahren finde ich den Hort, in der Grösse, wie er bei uns ist, auch eine gute Sache. Aber wenn heute Kinder ab dem 4. Geburtstag in den Kindergarten gehen, dann ist das einfach noch eine Stufe jünger. Manche machen das sicher toll. Ich bin mir aber bei meinem zu 100% sicher, dass er überfordert wäre, mal abgesehen von organisatorischen Problemen (Öffnungszeiten, Schulferien, nicht kompatibel mit dem reduzierten Pensum des Kindergartens). Da gebe ich der Autorin recht: Kindergartenreife muss nicht mit der Hortreife übereinstimmen.

  • 13 sagt:

    Danke für diesen Beitrag, er spricht mir aus dem Herzen. Dazu kommt in vielen Gemeinden ein zusätzliches Problem, dass nicht angesprochen wurde, nämlich wenn der Hort nur in den Schulwochen angeboten wird. Dann sind nicht zwei Wochen Kitaferien zu organisieren, sondern 13 Wochen Schulferien. Wir konnten beide Probleme damit lösen, dass wir uns für den Kindergarten, aber gegen den Hort, dafür für eine tolle Tagesmutter entschieden. Und ich würde es wieder so machen. Hort kann super sein, aber ob es schon was für Kindergärtner ist, stelle ich in Frage.

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