«In der Schweiz sind Kinder Randfiguren»

Ein Gastbeitrag von Joëlle Weil*

Akzeptiert oder erwünscht? Kinder im Spielraum im Reka-Feriendorf Urnäsch. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Akzeptiert oder erwünscht? Kinder im Reka-Feriendorf Urnäsch. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Die Zürcherin Caro lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern (9 und 6) in Israel. Ein Land, das punkto Kinder vieles anders macht. Die letzten zwei Jahre hat sie in der Schweiz verbracht und zieht nun ein Fazit.

Es ist Nachmittag, das Café ist voll, die Mutter sitzt vor ihrem Salat, ihr Kind auf dem Schoss. «Soll ich dir dein Kind abnehmen? Dann kannst du essen.» Die Mutter übergibt der Fremden ihr Kleines und isst. Alltag in Tel Aviv.

Es ist Abend. Im Restaurant spielen Kinder am Boden. Sie sind etwas laut, lachen, schreien. Die Leute am Nebentisch schauen zu den Kindern und lächeln. «Wie alt sind sie?» – «Neun und sechs Jahre alt.» – «Süss.» Alltag in Tel Aviv.

Dies sind nur zwei Szenarien, aber zwei, die den wesentlichen Unterschied im Umgang mit Kindern in Israel zur Schweiz beschreiben. Und vor allem sind es Szenarien, die Caro Apter-Barkan (41) schätzen lassen, als Schweizerin in Israel Mutter sein zu dürfen.

«In der Schweiz sind Kinder Randfiguren der Gesellschaft. In Israel sind sie ein Teil davon», sagt sie. Caro ist in Zürich aufgewachsen. Mit 23 Jahren hat sie sich entschieden, nach Israel auszuwandern, wo sie ihren Mann kennen gelernt und ihre Kinder geboren hat. Vor zwei Jahren zog sie aus beruflichen Gründen mit der Familie zurück in die Schweiz, in wenigen Monaten wird sie wieder nach Tel Aviv zurückkehren. «Nach zwei Jahren in der Schweiz finde ich den Umgang mit Kindern in meiner alten Heimat mehr als befremdend», sagt sie. «In der Schweiz ist ein Kind nicht sozialtauglich. Aber in Israel erlebt man es als Bereicherung und freut sich, wenn es da ist.»

Caro Apter und ihre Familie. Foto: zVg

Muttersein als Lebensziel: Caro Apter und ihre Familie. Foto: zvg

Caro kennt die Schweiz und ihre Kultur. Aber sie ist kein Teil mehr davon. Ihre Kinder wurden beide über ein Jahr lang gestillt. Ein kontroverses Thema. «Es ist hier etwas sehr Ungewöhnliches, sein Kind länger als 10 Monate lang zu stillen.» Caro kennt die Blicke, wenn sie von ihrem Stillverhalten berichtet. In der Öffentlichkeit stillen? Über solche Sachen hat sie sich in Tel Aviv nie Gedanken gemacht. In Israel sehe man stillende Mütter an jeder Ecke. Es sei das Normalste der Welt.

Caro wollte immer Kinder. Muttersein als Lebensziel. Eine Familie als oberste Priorität. Als unemanzipiert oder altmodisch würde sie sich nicht bezeichnen. «In Israel wollen praktisch alle Frauen Mutter werden. Das wird auch offen kommuniziert und ist eigentlich ein legitimes und erstrebenswertes Ziel.» Man überlege nicht jahrelang, inwiefern ein Kind die Lebensplanung behindere, im Gegenteil: «In der Schweiz überlegt man häufig, was man durch ein Kind aufgeben muss, anstatt zu sehen, was man durch ein Kind gewinnt. Kinder sind keine Hindernisse, sondern eine Bereicherung.» Das sieht man auch an der Statistik: Eine Schweizerin hat im Schnitt 1,5 Kinder. Eine Israelin fast 3. Caro hat oft mit Schweizerinnen über Familienplanung geredet oder sie reden gehört. «Der Zwiespalt Kind oder Karriere ist in der Schweiz omnipräsent. Irgendwann ist man zu alt, um welche haben zu können, und dann bereut man es.»

Vieles sei mit Kindern in Israel schöner und einfacher. Aber es gibt auch Kehrseiten. «Die Kinder in Israel werden zu sehr verhätschelt.» Kurz vor Weihnachten war sie mit ihren Kindern auf der Weihnachtsfeier der Schule. Die Feier fand draussen statt, fast bei Minustemperaturen. «Israelische Eltern hätten nie geduldet, dass ihre Kinder in der Kälte herumstehen. Das finde ich in der Schweiz sehr angenehm. Die Kleinen werden hier zu mehr Selbstständigkeit erzogen.» Das beinhalte auch das Hin- und Nachhauselaufen von der Schule und dem Kindergarten. Zudem sei das Schulsystem der Schweiz lobenswert. Ihre beiden Kinder Shirelle (9) und Liam (6) konnten jetzt fast zwei Jahre lang davon profitieren, und dafür sei Caro dankbar.

Trotzdem freut sie sich wieder auf Tel Aviv und auf eine Gesellschaft, in der – wie sie sagt – «Kinder nicht akzeptiert, sondern erwünscht sind».

Joëlle Weil*Joëlle Weil (26) lebt in Tel Aviv und arbeitet dort als freie Journalistin und Kolumnistin. 

 

 

 

247 Kommentare zu ««In der Schweiz sind Kinder Randfiguren»»

  • fabian sagt:

    Auf Wikipedia lese ich:
    „Im Jahr 2007 lebten in lsraeI ohne die 1967 besetzten Gebiete 24,7 % der Gesamtbevölkerung und 35,9 % der Kinder unter der Armutsgrenze. Die hohe Armut von Kindern stellt unter den entwickelten Ländern einen Rekord dar.“
    Es ist illusorisch, immer nur die positiven Aspekte einer Gesellschaft sehen zu wollen. Man kriegt die negativen eben auch mit.

  • monika sagt:

    schöner text!merci

  • claire sagt:

    intressant wars die Kommentare zu lesen! lebe in einem östlichen Land als Schweizerin und mir fallen die Gegensätze auch auf. es ist eine gewisse Kühle in der Schweiz, nicht abzustreiten, glaube aber dass das Klima auch eine Rolle spielt. Hier wo ich jetzt lebe sind die Menschen warmherziger und finde es angenehmer, bin mir aber auch bewusst dass ich anders bin und denke was diese Leute evtl.von mir halten, aber sie akzeptieren mich so wie ich bin und das ist toll!! auch hier gibt man den Kindern alles, ein idealer Mittelweg wäre von Vorteil, aber so sind die Kulturen verschieden!

  • Dieter Schmid sagt:

    Die Autorin weiss nicht, wovon sie spricht. Jede Schweizerin und jeder Schweizer weiss aus Erfahrung, welch hohen – zu hohen – Stellenwert Kinder in unserer Gesellschaft haben. Schade, dass jemand wie die Autorin dermassen neben den Schuhen steht.

  • Ylene sagt:

    In Israel war ich noch nie, jedoch ist bspw. die Mentalität der Dänen extrem ähnlich wie die der (Deutsch)schweizer. Ich fühlte mich sehr wohl, die spanischen und italienischen Kollegen fanden alles furchtbar unterkühlt und distanziert. Item, als Mutter in Bern mit teilw. Schulkinder habe ich bisher kein Problem mit kinderunfreundlichen Mitmenschen. Selbst in Zürich wurde mir jeweils beim Kinderwagen ins Tram wuchten geholfen. Einfach nett fragen und danke sagen. Nicht jedes mürrische Gesicht ist wegen Ihren Kinder – bspw. ich habe ein bitchy resting face und dauergrinsen mag ich nicht immer.

  • Robin Hood sagt:

    und im Schlaraffenland ist es noch besser. Im Fall.

  • Anna sagt:

    Mit Verlaub….. aber erstens hat die Frau an sich in der jüdischen Gesellschaft schon eine andere Rolle… und zweitens gehen in Israel alle Kinder mit 18 an die Front. Und zwar so richtig. Nicht wie bei uns etwas Kiffen in der RS. Kann sein, dass die Gesellschaft im Alltag besser mit Kindern umgeht, aber dass diese dann mit süssen 18 in den Krieg ziehen müssen, finde ich schon etwas befremdlich.

  • Jeanclaude sagt:

    Jeder Mensch soll dort leben, wo er sich wohl fühlt. Frau Apter hat glücklicherweise die Möglichkeit, nach Israel zurückzukehren. Also sollte sie sich auf die Zukunft im Land wo Milch und Honig fliesst freuen, und sich nicht über die „Missstände“, die Ihrer Meinung nach in der Schweiz herrschen, beklagen. Kinder in der Schweiz generell als Randfiguren abzustempeln ist eine Beleidigung an alle Eltern, die sich täglich um deren Wohlergehen kümmern. Würde ein Artikel Kinder aus Israel als Randfiguren bezeichnen, käme sofort ein entrüsteter Vorwurf wegen Rassismus oder Antisemitismus.

    • Brunhild Steiner sagt:

      …mit Randfigur ist gemeint, in der Gesellschaft werden sie eher als Randfiguren betrachtet, resp bezogen auf die Erlebnisse welche geschildert sind- im einen Land sofort vom (fremden) Umfeld integriert, im anderen eher nicht. Es ist nicht gemeint, dass Kinder unbedeutend seien.
      Ich finde Blicke von aussen bereichernd, interessant zu hören wie Aussenstehende etwas wahrnehmen. Das Gefäss hier ist sehr begrenzt und abgrasen aller Ebenen meist nicht so einfach.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Ich kann weder mit Israel noch mit anderen Ländern vergleichen, musste aber als die Kinder noch jünger waren, auch schlechte Erfahrungen machen. Ich finds schade und traurig, wenn Kinder als Stör- und Lärmfaktor betrachtet werden. Dabei können sie nämlich eine Bereicherung sein. Ja, sie sollen und müssen Teil dieser Gesellschaft sein, dazugehören wie alle anderen auch und nicht in einer Art Paralleluniversum aufwachsen. Denn Platz hat es hier für alle und jeden, die Grossen, die Kleinen, die Jungen und die Alten. Und alle können voneinander profitieren, und lernen. Ohne Kinder wärs trostlos!

    • 13 sagt:

      Und wieder mal einer Meinung, Andrea;-)

    • mila sagt:

      Ok, ich versuchs mal aus der Warte eines Kindes zu sehen: wo würde ich mich allenfalls wertgeschätzter fühlen, in einem Land, wo man mich gelegentlich mal schräg anblickt, wenn ich mit meinem Lachen, Schreien, Toben als störender Lärmfaktor wahrgenommen werde, dafür aber aber eher selten abgewatscht oder geschlagen werde, wenn mein Verhalten meinen eigenen Eltern zu bunt wird. Wo man auf meine Bedürfnisse und Eigenheiten bisweilen fast zu sehr eingeht, oder wo diese dem ‚Familiensinn‘ untergeordnet werden. Was werde ich wohl selbst als ‚herzlicher‘ empfinden?

      • mila sagt:

        Ich weiss, das ist jetzt etwas gar schwarz-weiss konterkariert, aber bewegt sich durchaus im ’normalen‘ Rahmen des Klischierten. 😉

      • 13 sagt:

        Warum nicht aus beidem das Beste nehmen? Kinder in die Gesellschaft einzubeziehen und sie nicht zu schlagen ist kein Widerspruch.

      • mila sagt:

        Meine Rede. Funktioniert zudem am Besten, wenn man nicht nur bei fremden Kulturklischees die Rosinen herauspickt, sondern auch bei den eigenen. Saure Weintrauben gibt es überall, nur hat mich im Kommentarverlauf zunehmend der Eindruck beschlichen, dass man geneigt ist, die eigenen als saurer zu betrachten, als sie tatsächlich sind. Während die fremden bisweilen etwas gar süss weichgezeichnet werden.

  • Katharina sagt:

    Eigentlich sollte mal sowas über Schweden kommen, nicht wahr?

    Solche ‚Ländervergleiche‘ berühren nur die jeweiligen Landesklischeebefindlichkeiten, bzw. dass sich einige darüber aufregen… und in der Aufregung die so wichtige Klick Rate anheben. Was der einzige Zweck des Titels ist.

    Die stellenweise oft genannten Südländer nehmen die beleidigenden Klischees sicher ganz kühl.

    • Katharina sagt:

      zudem: wer ernsthaft in solchen Klischees denkt, wird auch auf diese treffen. Bzw sie werden ihm bei denen auffallen, die ein bisschen in dieses selbstgestrickte Wahrnehmungsmuster passen.

  • Peter-Jürg Saluz sagt:

    Sie darf dort leben, wo es ihr und ihren Kindern gefällt. Also gibt es kein Problem. Ich kenne viele Kinder, die hier glücklich sind. Sie haben nicht selten Eltern, die sich bewusst für sie entschieden haben. Spontanes Elternwerden kann durchaus auch ins Glück führen. Einem Trend folgen soll trotzdem niemand. Wer sich nicht zur Mutter oder zum Vater berufen fühlt, muss sich auch keine elterlichen Pflichten aufbürden. Dafür dürfen alle, die Liebe, Fürsorge und Geborgenheit zu bieten haben, ihre elterlichen Wünsche ausleben. Es gibt nichts Schöneres als glückliche Familien – in Israel und hier!

  • Peter Steiner sagt:

    In Israel wird vieles anders gemacht als hierzulande. If you are in Rome, do as the Romans do. Es wäre übrigens schön, wenn auch die Perspektive der palästinensischen Kinder mehr berücksichtigt würde…

    • Doris sagt:

      Diesen Vergleich würde ich lieber unterlassen. Da wird gelehrt, Martyrer zu sein und Juden umzubringen. Steine werfen gehört auch dazu. Das passt sicher nicht ins Schweizer Konzept. Hoffentlich!

  • Paul Meier sagt:

    Nun, so schlimm sehe ich die Situation bei uns auch wieder nicht. Aber – was solls… Wenn In Tel Aviv aller so viel besser ist und sie da so viel glücklicher ist, soll sie doch da bleiben!

    • ducktale sagt:

      Genau – Reisende soll man schliesslich nicht aufhalten…ist doch auch so gemütlich, wenn es nachts laut kracht und so schön hell am Himmel ist…die Hammas lässt grüssen!

  • Tom Meier sagt:

    Dieser Blogeintrag ist leider nur allzu wahr! Jeder der mal ausserhalb der CH war, weiss das. Wehe ein Kind schreit mal in der CH Öffentlichkeit! Da erntet man aber böse Blicke als Eltern. Natürlich werden Kinder von den CH-Eltern auch verhätschelt und damit angegeben, aber die Gesellschaft ist sehr kinderfeindlich in der Schweiz!

    • tststs sagt:

      Ooooder es könnte an der übertriebenen Selbsteinschätzung der Eltern liegen… „der böse Blick“ ist in der CH doch eher der Standartblick und hat mit dem schreienden Kind vermutlich herzlich wenig zu tun 😉 (wie soll man es denn durch die Kopfhörer überhaupt hören…)

    • lrs sagt:

      Meine Worte

  • Brunhild Steiner sagt:

    Dass die wahrgenommene Distanziertheit/Kühlheit derarte Wellen aufwirft…,
    also so unbekannt ist das doch nicht, dass wir als eher distanziertere und emotional nicht so hochgehende Wesen wahrgenommen werden? Jedenfalls wenn nicht grad in einem Stadion in action… .
    Sachlich kombiniert mit introvertiert wirkt anders als warmherzig und extrovertiert, und ein warmherziger CH-er wirkt trotzdem “kühler” als ein warmherziger Südländer.
    Das sind ja noch keine Qualitäts auszeichnungen und sagt nichts über die Verlässlichkeit und echtes Interesse an einer anderen Person aus.

    • Brunhild Steiner sagt:

      tja, das arme Sc h wein blockiert doch immer noch alles…

      • The it sagt:

        Ich nehme mal an das sie diesen Satz ohne Brille geschrieben haben……

      • Brunhild Steiner sagt:

        @The it

        wegen dem Wortunterbruch? Versuchen Sie’s mal ohne, das versetzt Sie in den Warteraum, deshalb der Sprung in der Schüssel, auch innerhalb Wörtern werden Sie durch eine Abfolge von s a u bewartet…, aber ich denk nicht immer dran alles auf den Blockierer zu scannen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ der fast identische 14:14 wurde wesentlich später durchgelassen, das noch zur Veranschaulichung

  • Brunhild Steiner sagt:

    Dass die wahrgenommene Distanziertheit/Kühlheit derarte Wellen aufwirft…,
    also so unbekannt ist das doch nicht, dass wir als eher distanziertere und emotional nicht so hochgehende Wesen wahrgenommen werden? Jedenfalls wenn nicht grad in einem Stadion in action… .
    Sachlich kombiniert mit introvertiert wirkt anders als warmherzig und extrovertiert, und ein warmherziger CH-er wirkt trotzdem „kühler“ als ein warmherziger Südländer.
    Das sind ja noch keine Qualitätsauszeichnungen und sagt nichts über die Verlässlichkeit und echtes Interesse an einer anderen Person aus.

    • Carolina sagt:

      Bingo! Das ist genau der Punkt. Warum ist es (unerlaubte) Kritik zu sagen, wie wir so sind? Es gibt zahlreiche Klischees, die immer einen gewissen Wahrheitsgehalt haben, über alle Nationalitäten, aber sie sind einfach Aussenwahrnehmung, die bei näherer Betrachtung in der Regel realistischeren Einschätzungen weichen. Ich zumindest messe Menschen weniger daran, ob sie vielleicht irgendeinem Klischee entsprechen, sondern wie sie mit diesen Klischees umgehen: humorvoll, intelligent, ablehnend etc.

      • Brunhild Steiner sagt:

        🙂
        ganz Kreative verarbeiten das in den „Atlas der Vorurteile“ (Knesebeck Verlag)

      • Sportpapi sagt:

        Klar. Und wenn ich dir irgendwelche Klisches über „die Frauen“ vorlege, werde ich deine Reaktion nur daran messen, wie kritikfähig und humorvoll du darauf reagierst.
        Nein, als erstes geht es schon darum, die Kritik aufzunehmen und ihren Gehalt zu überprüfen. Gerade das scheint mir heute aber nicht so einfach zu sein.

      • mila sagt:

        Schön gesagt @Brunhild, Zugänglichkeit per se ist eben noch kein (Selbst-)Wert. 😉

        Und Sie haben den Punkt ebenfalls gut getroffen, @SP: als Frau ärgere ich mich durchaus ob so mancher (ab)qualifizierenden Klischees. Nur schon normierende sind mir nicht selten ein Graus, weil es mir persönlich eben eher auf den Einzelfall – respektive Einzelmenschen – ankommt, dessen persönliche Charakterzüge wesentlich ausschlaggebender sind als sein Geschlecht, seine Nation oder sein Kulturkreis. Dennoch kommt man nicht umhin festzustellen, dass im Durchschnittsklischee ein Salzkorn der Wahrheit liegt.

      • mila sagt:

        Nur sieht man sich a) selten gerne im Durchschnitt, oder hält b) ein Klischee gemäss eigenem Empfinden für überzeichnet (bis hin zu übertrieben und damit unfair), oder c) es trifft beides zu. Was darfs denn heute für Sie sein? Ich nehme ganz viel a), ein wenig b) und damit auch eine entsprechende Portion c). 😉

        Am besten gefällt mir jedoch d): ich schaue mir alle Seiten des Klischees mitsamt positiven wie negativen Medailleseiten an, überlege mir, wie andere das sehen könnten – und ziehe die für mich wesentlichen Schlüsse daraus.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ehrlich gesagt sehe ich die Verbindung vom „distanzierten“ Schweizer zu seiner „Kinderfreundlichkeit“ nicht. Das ist eigentlich mein Hauptproblem.

      • mila sagt:

        @SP, das steht doch implizit im ersten Satz: extrovertierte Zugänglichkeit muss nicht automatisch (respektive systematisch) Kinderfreundlichkeit bedeuten, Distanziertheit nicht Kälte oder (Kinder-)Unfreundlichkeit. Oder um es in Brunhilds Worten zu sagen:

        „Das sind ja noch keine Qualitätsauszeichnungen und sagt nichts über die Verlässlichkeit und echtes Interesse an einer anderen Person aus“ – oder, eben, an Kindern.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Und weshalb diskutieren wir das denn heute? Genau darauf zielte BS doch ab.

      • mila sagt:

        Weil die ‚kalten‘ Schweizer offenbar nicht lächeln, wenn Kinder im Restaurant spielen, lachen, schreien, auch nicht ihren (fremden) Schoss zwecks Elternteilentlastung anbieten, und das gemeinsam mit dem distanzierten Klima summa summarum als befremdend kinderunfreundlich empfunden wird?

        Wir diskutieren oft Befindlichkeiten, die sich für die einen aus einem Beitrag ergeben, und eine andere Fraktion hält dann dagegen. Ich würde sagen: business as usual.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, das mit dem fremden Schoss habe ich so noch nie erlebt. Man müsste ja direkt zum Nachbarstisch gehen, da man üblicherweise nicht mit fremden am Tisch sitzt (ist das in Israel anders?).
        Aber wenn wir jeweils nach dem VAKI-Turnen mit 10-15 Kindern das Kaffee stürmen, wird das lebendige Treiben eher amüsiert als verärgert beobachtet. Gut, für das Personal gibt es ein Extra-Trinkgeld wegen der umfassenderen Reinigungsaufgaben…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila

        respektive weil die Mehrheit von uns (oder ist das nun schon Klischee???) nicht mit einem breiten Dauerlächeln, welches sich bei Nahkontakt in Fast-Begeisterung steigert und überschwänglich aufs anwesende Kind reagiert, rumläuft…, und dann gerne diese nicht gezeigte Herzlichkeit, welche als kühl/distanziert benannt werden darf, auch als Hinweis auf abwesende Herzlichkeit und mitmenschliche Wärme gedeutet wird/werden kann.

    • Katharina sagt:

      BS, Distanziert/Kühl kommt vom Wetter. Und das ist nun mal, wie soll ich sagen….

      • Brunhild Steiner sagt:

        … lass Dir ruhig Zeit mit überlegen, es fallen Dir bestimmt ein paar angemessene Bezeichnungen ein
        😉

      • Katharina sagt:

        In dieser Saison ist das unfair. Wir schicken auf FB im Winter unesere Wetterprognosen an die Ostküste.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Was noch interessant zu wissen wäre, wie sieht es denn mit fast unbedingtem Kinderwunsch bei den Männern aus? Wollen da auch fast alle Väter werden? Und was für eine Rolle spielt die Fremdbetreuung? Haben Eltern da uneingeschränkte Versorgung was möglicherweise auch den Kinderwunsch beeinflussen könnte (da ohnehin „kein Abwägen“ vonnöten ist) oder geht es, egal unter welchen Bedingungen, einfach um die Freude an der Familie?

  • Martin Cesna sagt:

    Vielen Dank für den Artikel. Wahrscheinich wäre auch die Schweiz weniger verschlafen-ängstlich, wenn sie einen Nachbarn hätte, der ihr ständig Selbstgebaute Kracher ins Land schiessen würde. Hier kann man sich von einer europischen Realität sehr weit zurück ziehen.
    Dafür könnten dann die hiesigen Kinder später wieder einmal das Auswandern lernen müssen.

  • tststs sagt:

    So, ich muss jetzt mal einen raushauen:
    Kinder=Randfiguren? In der Schweiz?
    Ääähä, ganz sicher!
    Hatte am Wochenende am Streetfood-Festival auch gaaaanz stark das Gefühl, dass Kinder nur am Rande eine Rolle spielen… nicht ein Hipster-Baby habe ich gesehen, dass seinen Schoppen natürlich nicht zuhause trinken konnte… keine Kindergarten-Kiddies, die zwischen den Ständen Fangis spielten und fast zertrampelt wurden, weil das Blickfeld der hungrigen Erwachsenen nur bis Höhe Theke reichte…

    Kinder sollten sich in das Leben der Eltern/Erwachsenen eingliedern und nicht umgekehrt…

    • Sportpapi sagt:

      Morgen kommt dann der nächste Beitrag über Helikoptereltern und dass wir unsere Kinder zu wichtig nehmen, sie immer ins Zentrum stellen…

    • 13 sagt:

      @ tststs
      Was denn nun? Sollen sie sich in das Elternleben eingliedern und eben auch an einem Streetfood-Festival dabei sein oder sollen sie ihren Shoppen zu Hause trinken und sie Eltern sich ihren Kindern anpassen und ebenfalls verzichten?

      • tststs sagt:

        @13: Jup, da haben Sie recht… ohne weitere Erklärung erscheint es tatsächlich als Widerspruch. 🙂
        Einerseits meine ich, dass Kinder (bis zu einem gewissen Alter) an so einem Ort nichts verloren haben; es kann/muss ja nicht sein, dass alle anderen Besucher sich den Kinder und ihren (Spiel)Bedürfnissen unterordnen müssen.

        Anderseits, wenn die Eltern ans SFV gehen wollen, dann haben sich die Kinder dem zu fügen und den Nachmittag bei einem Babysitter zu verbingen…
        –> Der Eingliederungssatz war mehr ein genereller Rundumschlag gegen alle Eltern, die ihr Leben rund ums Kind aufbauen…

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Ich frage mich aber immer noch, warum Sie, als erwachsene Besucherin eines solchen Anlasses, durch ein schoppentrinkendes Hipster-Baby beeinträchtigt werden? Das ist wohl die kritisierte Überempfindlichkeit.;-)
        Sehen Sie, ich kann ihren Rundumschlag nachvollziehen und befürworte gerade darum, auch mal halt etwas zu unternehmen, was nicht optimal für Kinder eingerichtet ist. Da müssen und können sich dann die Kinder anpassen. Und sie haben auf andere Rücksicht zu nehmen, wie auch umgekehrt. Da braucht es keinen Babysitter, der wieder alles schön kinderfreundlich macht.

      • 13 sagt:

        Das ist die Trennung zwischen der Kinderwelt und der Erwachsenenwelt, die ich bedaure und de mir hier extrem auffällt. Ein Miteinander wäre einfach schön.
        Und wenn ich mir hier die Beiträge durchlese, kritisieren zwar einige, dass dieser Punkt in Israel besser sein sollte, aber andererseits bestätigen sie 1:1, dass etwas am Unterschied klar dran ist.

      • Sportpapi sagt:

        Trennung von Kinder- und Erwachsenenwelt ist wohl etwas zu stark ausgedrückt. Wenn sich die beiden Welten auch grosszügig überschneiden dürfen, so gibt es doch Bereiche, in denen eine Vermischung wenig Sinn macht. Es würde mich stressen, die Kinder in Oper/Theater mitzunehmen. Und die Kinder hätten auch nichts davon. Auf der anderen Seite gibt es Kinderveranstaltungen, da sind sie ohne Eltern besser bedient. Genau genommen gibt es auch Veranstaltungen, an denen meine Frau sich wohl fühlt und ich nicht, wo ich sogar fehl am Platz wäre. Und umgekehrt. Scheint mir nun nicht so schlimm zu sein.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nein, es entspricht genau meinem Empfinden, wobei mit Kinderwelten nicht gemeint ist, dass sich da keine Erwachsenen aufhalten dürfen, sondern dass Mütter und Väter mit ihren Kindern in diesen Bereichen bleiben sollen. Ja, es gibt Überschneidungen. Meiner Ansicht nach, sind diese aber viel kleiner als in vielen anderen Ländern, gemäss tststs gehört ein Strassenfest ja nicht zu den Überschneidungen. In den Augen vieler auch der öffentliche Verkehr nicht etc. etc. Da Sie aber diesen Unterschied verneinen, wird das Argument vermutlich auch nicht viel bringen. Meine Meinung bleibt es aber.

      • Sportpapi sagt:

        Ich verneine nicht, ich habe gesagt Trennung ist etwas zu stark ausgedrückt. Weil es meist weder Gesetze noch strikte Normen gibt, höchstens Missbilligung einiger weniger, die sich gestört fühlen (und vielleicht auch tatsächlich gestört werden). Ausserdem bin ich jemand, der die Kinder viel überall dabei hat. Aber ich musste auch merken, dass ich mir und ihnen manchmal keinen Gefallen tue. Die Babysitterinnen hingegen lieben sie, da blieben sie gerne freiwillig zu Hause, wenn wir abends mal weggehen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Die Kinder (und auch wir) werden von eigenen Erfahrungen beeinflusst, das heisst nicht viel. Wir waren am Wochenende an einem Erwachsenengeburtstag in einem Restaurant, inkl. mehrheitlich stillsitzen, das bis kurz nach Mitternacht. Aufgrund dieses Blogs habe ich gestern abend meinen Sohn (3,5) gefragt, ob es ihm gefallen hat oder ob er das nächste Mal lieber zu seinem Gotti will. Seine empörte Antwort war, dass es sehr unfair wäre, wenn er nicht mitkommen dürfte, nur weil er ein Kind ist und er kann auch zu seinem Gotti, wenn niemand Geburtstag hat!

      • 13 sagt:

        \ Ich selber kann mich nicht wirklich daran erinnern, dass mein Vater mit uns auf dem Spielplatz war oder Legohäuser gebaut hat, obwohl er das gemäss Bildern getan hat. Aber ich erinnere mich daran, dass ich auf seinem Schoss sitzen durfte, während er mit Freunden Karten spielte oder daran, dass er mir (damals ca. 6 Jahre alt) mal erklärte, ich solle ruhig sein, weil 4 Uhr morgens kein guter Zeitpunkt war, um im Treppenhaus lauthals zu singen, egal wie fröhlich das Fest war, von dem wir gerade kamen. Das prägt, kein Zweifel und ich würde diese Erinnerungen nicht tauschen wollen.

      • mila sagt:

        Ich kann mir wirklich nicht helfen, @13, aber ich hatte Einblick in das Schweizer Familienleben meines Ex-Schwagers, und in das meiner Schwestern. Die Kinder werden in beiden Fällen genau gleich zu Restaurantbesuchen und Festen mitgenommen, ausser, man will als Eltern ausdrücklich einen Abend unter Erwachsenen verbringen, was allerdings zugegeben bei beiden ziemlich selten vorkommt. Einziger Unterschied: die Schweizer Feste dauern in der Regel nicht bis 4 Uhr.

        Meinen Vater durften wir Kinder nicht immer stören, wenn er auf die Karten oder aufs Schachbrett konzentriert war. Auch das ist ok.

      • mila sagt:

        Ich könnte umgekehrt auch so einige Beispiele dafür anführen, wie die Schweizer Familienkultur meine Familie ‚positiv‘ beeinflusst hat. ‚Aktive‘ Freizeitaktivitäten wie ausgedehnte Spazierausflüge kamen zunächst mit Schweizer Familien zustande, mit den herkunftsverbundenen hat man dagegen den lieben langen Sonntagnachmittag neben einem Fussballfeld gegrillt, was mir als Teenager zunehmend aus dem Hals hing. Auch kulturelle Unternehmen fanden vermehrt unter Schweizer ‚Anleitung‘ statt, was wenig verwundert, wenn man bedenkt, dass meine Eltern auf dem Dorf aufgewachsen sind – /

      • mila sagt:

        bei Städtern wäre das vermutlich anders gewesen. Ich mag daher dieses gegenseitige Ausspielen einfach nicht, und bin für beide ‚Wurzeln‘ dankbar. (Heute grille ich auch durchaus wieder gerne mal einen lieben langen Sonntagnachmittag lang, inklusive ‚fremden‘ Kindern. ;))

      • mila sagt:

        …mit stören meinte ich übrigens nicht dreinplappernd etc., sondern (still) auf dem Schoss sitzen. Beides kam vor, und beides war nicht immer erwünscht. Aber damit bin ich nun wirklich am Ende meiner Klischeefahnenstangen angelangt. Wobei ich mir die Bemerkung nicht verkneifen kann, dass in der Schweiz bei jüngeren Generationen mE ein merklicher (Familien-)Kulturwechsel stattgefunden hat respektive weiterhin stattfindet – obs an dem Einfluss von uns Migranten liegt, oder aber auf einer verstärkten Rückbesinnung auf Familienwerte, sei dahingestellt. Andernorts wäre es Individualisierung.

      • Sportpapi sagt:

        Ich erinnere mich auch daran, wie wir mit dem Vater zum Arbeiterznüni in die Beiz mitgingen und den Stammtischgesprächen lauschten bei Sirup und Chips.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Erstaunlicherweise waren auch wir am Wochenende an einem Erwachsenengeburtstag.. Beim Apéro haben es die Kinder noch gut ausgehalten (wir haben dann ein paar Wettrennen ums Restaurant gedreht…). Waren dann aber froh, in ein Restaurant zu wechseln, in dem es Spielzeug gab. Aber um 20 Uhr ging die andere Schwägerin heim, weil die dreijährige Tochter müde war. Um 21 Uhr gingen auch wir. Nicht weil wir die anderen störten. Sondern wegen unseren Kindern, die ebenfalls müde waren. Die zudem am Sonntag wieder „Programm“ hatten, und wieder einmal im Mittelpunkt standen – in der Turnhalle.

      • 13 sagt:

        Ach mila, also noch neutraler kann ich es nicht schreiben, als zu sagen, dass das meine persönlichen Erinnerungen sind, die mich persönlich geprägt haben. Ich habe dabei weder gewertet noch ausgespielt. Ich kann mich nur wiederholen. mir persönlich! fällt auf, dass hier, im Gegensatz zu meinem Ursprungsland, die Kinder eine andere Stellung einnehmen, indem nämlich entweder etwas extra für sie geboten wird oder dann sind sie nicht dabei. Und scheinbar stehe ich damit nicht alleine da. Das ist keine Kritik an der Schweiz an sich. Ich will meinen Kindern aus beidem das Beste geben.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Sehen Sie? Wir haben am Sonntag zuerst mal alle bis 11.00 Uhr geschlafen, weil wir es auch nötig hatten und danach etwas Verwandtenbesuch, von den Kindern ausdrücklich gewünscht, aber kein extra Kinderprogramm. Eben anders. Ich ziehe meines vor, Sie ihres. Ich lese aber ihren Kommentar nicht als: „Sie Rabenmutter, die ihre Kinder bis Mitternacht gequält hat und nicht einmal am Sonntag aufstehen mochte, um ihre Kinder zur Turnhalle zu bringen.“ Und ich nehme auch mal an, dass es so nicht gedacht war. Gleiches gilt umgekehrt.

      • mila sagt:

        Wissen Sie, 13, ich habe lange über meine Ex-Schwägerin gelächelt, die oft eine volle Einkaufstasche mit Spiel-, Mal- und Lesezeug für ihre beiden Kinder an Familienanlässe geschleppt hat. Sollen sie sich doch selber beschäftigen, sagte ich mir, da ich es als Kind anders gekannt habe. Aber: wir waren zu dritt, später zu viert, oder es waren meist viele andere Kinder dabei. Da langweilt man sich nicht so schnell wie wenn man zu zweit am Erwachsenentisch sitzt. Und es war dann schön zu sehen, wie der Ex-Schwiegervater der Enkelin am Tisch vorgelesen hat, während das Grosi mit dem Kleinen malte.

      • mila sagt:

        Der Rest diskutierte unter sich, bis sich neue Konstellationen ergeben haben, oder nahm Anteil am Kindergeschehen. Was ich damit sagen will: manchmal sind Unterschiede auch durch verschiedene (Familien-)Gruppenzusammenstellungen bedingt. Und ja, ich sehe durchaus, dass Sie sich neutral auszudrücken versuchen, nehme Ihre Äusserungen meinerseits aber nicht ganz so neutral wahr. Womit ich nicht gesagt haben will, dass dies nicht auch an mir liegen könnte. Ich kenne einfach zu viele ‚bei uns ist das und jenes besser‘, das macht mich grundsätzlich misstrauisch.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Rabenmutter? Sie kennen doch ihre Kinder am besten und wissen, was Sie ihnen zutrauen können. Wenn sie nur bereit sind heim zu gehen, wenn es nicht mehr anders geht.
        Meine Jungs schlafen dann am anderen Tag allerdings nicht bis 11 Uhr, sondern sind mit mir um 6.30 Uhr aufgestanden. Das weiss ich schon im Voraus. Und wenn sie am Abend müde sind, wollen sie per sofort irgendwo abliegen – deshalb hatten wir lange noch Kinderwagen dabei. Und ruhig sitzen bleiben am Tisch, wenn das Essen einmal vorbei ist, das ist auch eher schwierig.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Das ist wie wenn wir mit meinen Eltern ins Kaffee gehen zum Familientreffen, und meine Mutter dann ihre Büchlein etc. auspackt und mit den Kindern spielt und ihnen vorliest. Ist zwar ganz angenehm. Allerdings habe ich auch schon gefragt, weshalb ich eigentlich auch dabei sein soll. Wenn aber die Erwachsenen miteinander sprechen, schwirren die Kinder irgendwo im und um das Kaffee herum und können sich gut beschäftigen. Am Tisch sitzen bleiben, ich wiederhole mich, ohne dass sich jemand mit ihnen beschäftigt, ist aber äusserst schwierig…

      • mila sagt:

        …und glauben Sie mir, der Zeitpunkt, wo Kinder sich für Erwachsenengespräche zu interessieren beginnen und nicht mehr frei durchs Restaurant schwirren oder beschäftigt werden müssen, wird früh genug kommen. Dann werden Sie evt. wehmütig an die Zeiten zurückdenken, wo Sie im Zweifelsfall nicht darauf aufpassen mussten, was Sie sagen – es kann und wird nämlich gegen Sie verwendet werden. 😛

      • mila sagt:

        @SP: Lesen Sie doch noch den zweiten Beitrag unter dem, den Sie kommentiert haben. Dann wird sicher einiges noch ersichtlicher.

      • 13 sagt:

        @ mila
        Sie waren zu viert (3-9), sassen alle zusammen, die Farbstifte wurden vom Restaurant gestellt, obwohl ich diese schon dabei gehabt hätte, aber die Erwachsenen haben nicht gemalt, sondern haben sich unterhalten, die Kinder nahmen mal am Gespräch teil, mal nicht. Und ich sage dazu: MIR gefällt es so besser, als wenn ich meine Kinder zu Hause gelassen hätte.

        @ Sp
        Natürlich. Zu Viert zu gehen bedingt, sich den Bedürfnissen von vier Leuten anzupassen. Das ist ein Kompromiss, den ich gerne eingehe. Bei Hochzeiten habe ich einen Backup-Babysitter, der sie dann übernimmt, wenn sie müde werden.

  • So viel Unsinn habe ich bis jetzt nur bei Fussballer gelesen.

  • The it sagt:

    Ich sehe gar keinen Grund die Schweiz mit israel zu vergleichen. Beide Erziehungsmuster haben vor und Nachteile nur das ein integriertes, für voll genommen wordenes Kind sich besser entwickelt ist ja Sternen klar. // das Klima, Topografie und politischer Zustand hat Einfluss auf das Verhalten von Schweizern und israelis. Summa summarum, man hat die Wahl, besser geht’s nicht!!

  • Lia sagt:

    dieses elende Frauenbashing, wenn eine nicht nur Mutter sein will, und jetzt auch noch hier?! Nochmals, damit es auch noch der letzte Bergler versteht: die meisten Frauen hier MÜSSEN arbeiten wenn sie eine Familie wollen, das hat NICHTS mit Karriere zu tun! Wir wägen nicht ab, weil wir geldgeil sind, sondern weil wir wissen, wie viel es kostet, hier ein oder zwei Kinder gross zu ziehen. Man solte uns Frauen hier unterstützen und gerade die Männer sollten froh sein, dass wir nicht alle Kosten auf sie abwälzen wollen.

    • loulou55 sagt:

      Berglerbashing ist dafür voll im „urban trend“… gell Lia…?!?

    • Alpöhi sagt:

      @Lia: In Israel sind die Lebenshaltungskosten fast wie in der Schweiz, aber die Löhne sind nur halb so gross. In Israel müssen Papa und Mama Vollzeit arbeiten, um die Familie durchzubringen. Trotzdem haben sie eine höhere Fertilität… Was würden Sie sagen: Warum ist das so? Warum haben israelische Familien mehr Kinder als schweizerische Familien, obwohl die israelischen Familien dafür mehr schuften müssen?

      • Susi sagt:

        @Alpöhi: „Warum haben israelische Familien mehr Kinder als schweizerische Familien, obwohl die israelischen Familien dafür mehr schuften müssen?“

        Da ich grad schon für den Blog „Kinder brauchen keine Schule“ die Bibel gezückt habe, kann ich sie gleich nochmal bemühen, denn darin findet man auch die Antwort auf Ihre Frage: „Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, dass euer viel darauf werden.“ (Mose 9,7) Ist ja auch nichts Neues, oder?

      • Rahel S sagt:

        Das erklaert aber immer noch nicht, warum im nicht religioesen Teil der Bevoelkerung 3-4 Kinder die Norm sind.

  • plop sagt:

    Ein bisschen mehr Unkompliziertheit würde uns sicher nicht schaden. Ich empfinde das hier nicht als Kinderunfreundlich sondern eher als zu wenig locker. Aber da kann ja jeder, dens stört, selber was dagegen tun.

  • Martin sagt:

    Zur Behauptung „In der Schweiz ist ein Kind nicht sozialtauglich“: Das stimmt so nicht. Richtig heisst es „In der Schweiz und anderswo sind gewisse Kinder nicht sozialtauglich“. Und das liegt nicht an den Kindern, sondern an den Erziehungsverpflichteten. (Haben Sie festgestellt? „Verpflichtete“!)

  • exshopper sagt:

    Ich war mal in Israel in den Ferien und hatte einen Kulturschock. Leute, die aussahen wie Europäer, hatten ein furchtbar schlechtes Benehmen, das bei uns völlig unakzeptabel wäre. Kinder tobten im Restaurant direkt unter meinem Tisch und wurden nicht von den Eltern ermahnt. Es waren schreckliche Ferien für mich.

    Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man in ZH jüdische Kinder sieht. Diese sind immer sehr wohlerzogen, toben und lärmen nicht herum. Warum geht das nun in CH, aber in IL anscheinend nicht?

    • Bernhard sagt:

      @exshopper: „Warum geht das nun in CH, aber in IL anscheinend nicht?“
      Das ist wirklich ein sehr interessantes Phänomen! Denn wir haben in der Schweiz rund 2 Millionen Ausländer (23,8%, Stand 2012), dazu vermutlich genauso viele Eingebürgerte bzw. Schweizer mit Migrationshintergrund. Und trotzdem wird „der Schweizer“ als solcher wahrgenommen?! Entweder ist dies ein reines Klischee, oder es ist so, dass eine gewisse Adaption an hiesige Gepflogenheiten stattfindet. Ich tendiere zu einer Mischung aus beidem!

    • Katharina sagt:

      Tia, die Gruppentouristen vom Billigangebot. Fragen Sie mal einige Spanier.

  • Safster sagt:

    Das ist genau so auch in Ordnung. Ich finde, wir sollten den Wert von Kindern nicht überschätzen. Ein gerechtfertigter kultureller Unterschied.

  • Marco sagt:

    caro beschreibt eine tatsache, wie sie in jeder mediterranen gesellschaft, nicht nur in israel, gang und gäbe ist. kein wunder, wachsen schweizer kinder zu introvertierten, abgestumpften, traurigen und überangepassten erwachsenen heran.

  • Heidi K. sagt:

    Wir lebten einige Jahre in USA und im Vergleich ist die Schweiz nur bedingt kinderfreundlich. Kinder sind nicht überall gern gesehen, das trifft leider zu. ABER all diese Gefühlsduseleien mit verzückten Menschen über süsse Kleinkindern etc. bringt im realen Leben nichts, denn schlussendlich zählen die Rahmenbedingungen, die in der Schweiz einfach top sind. Jeder, der fleissig und klug ist, kann es in der Schweiz zu einem guten Leben bringen. Darum würde ich nie ein anderes Land für meine Kids wählen, auch wenn die „Gefühlskälte“ mir auch zu schaffen macht. Aber das ist nicht match entscheidend

  • ducktale sagt:

    Ein Leben in Israel dem in der Schweiz vorziehen? Da muss man schon sehr idealistisch und verblendet sein, um das glauben zu können: Mir fallen nicht viele Länder ein, wo es derzeit mehr Konflikte und Restriktionen gibt – eine freie Gesellschaft sieht für mich jedenfalls anders aus. Mal schauen, wenn Frau Apter das erste mal ernsthaft mit Selbstmordattentätern, militanten Arabern oder orthodoxen Juden (wo die Frau nicht viel zu sagen hat) in Berührung kommt – dann werden wir sie wohl schnell wieder mitsamt der Grossfamilie hier in der Schweiz sehen.Auch beruflich scheint ja nicht alles Gold…

    • Rahel S sagt:

      Gratulation- Sie sind der Erste. Ich habe mich schon gewundert, wann wohl der erste solche Komentar kommt. Ist aber eben nicht wirklich der Innhalt der Diskusion.

      • Sportpapi sagt:

        Warum nicht, Rahel? Es geht doch um die Wahrnehmung einer einzelnen Frau, die schon auch einen etwas speziellen Filter hat. Sie wird ja wohl kaum für alle Gruppen/Gegenden in Israel sprechen können, die sich ja zum Teil stark unterscheiden.

      • Rahel S sagt:

        Nein, kann sie nicht wirklich. Auch ich nicht. Kann aber auch nicht fuer die Romands order Tessiner sprechen- auch nicht fuer die Stadt-Zuercher oder fuer Leute in einem Buendner Bergdorf- weil ich eben nie dort gelebt habe- hoechstens Mal in den Ferien war. Trotzdem gibt es ein allgemeines Empfinden, das man beschreiben kann. Und so erleben Caro und auch ich eben Israel und Israelis als kinderfreundlich. Das schliesst alle ein, auch wenn es sicher kleine Unterschiede gibt innerhalb der einzelnen Religionsgruppen oder je nach kulturelem Hintergrund.

      • Carolina sagt:

        SP: Frau A hat eine persönliche Ansicht hier hinterlassen – ohne übrigens das gesamte System Schweiz in irgendeiner Weise anzugreifen. Sie hat nirgends Anspruch auf Allgemeingültigkeit hinterlegt – natürlich kann sie nicht für jedes Dorf und jeden Flecken sprechen, sie scheint es auch gar nicht zu wollen. Deine persönliche Beleidigtheit jedes Mal, wenn Du Kritik an irgend etwas Schweizerischem siehst, würgt jede Diskussion ab und stellt Dich als Kleinkrämer hin – das kannst Du wirklich besser!

      • Sportpapi sagt:

        @Rahel. Ich stamme auch aus einer jüdischen Familie und kenne viele Schweizer (und australische) Judenfamilien, die zum Teil auch nach Israel ausgewandert sind oder vorübergehend dort gelebt haben. Kinderfreundlichkeit würde ich jetzt eher differenziert beschreiben aus meiner Sicht. Was überaus auffällig ist, das ist natürlich die Bedeutung der Familie, des Stammbaums. Aber auf jeden Fall sind die Familien äusserst unterschiedlich, je nach dem, wie gläubig/orthodox sie sind. Und ich glaube auch nicht, dass Tel Aviv repräsentativ für Israel ist, oder? (leider war ich noch nie da)

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Im Titel heisst es „in der Schweiz sind Kinder Randfiguren“, im Text wird der Umgang mit Kindern verglichen in Israel und der Schweiz. Doch, da lese ich eine gewisse Allgemeingültigkeit heraus.
        Das andere verstehe ich nicht. Wenn ich dieser persönlichen Erfahrung meine eigene, andere gegenüberstelle, dann ist das kleinkrämerisch?
        Und nein, ich bin nicht beleidigt. Ich wundere mich nur immer wieder, wie wir uns in der Schweiz selber schlecht machen. Da gibt es nicht wirklich Grund dazu.

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, richtig die Frage lautet, ob Kinder in CH Randfiguren sind. Die kann man mit einem Satz beantworten:

        Nein, Kinder sind in CH keine Randfiguren, stehen eher zu sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Leider nicht der politischen Aufmerksamkeit.

        Kinder werden so ein wenig instrumentalisiert, apodiktisch in dem Sinne ‚das ist mein Kind, aber es kommt noch besser, ich bin die Mutter‘. Wenn überhaupt, kann man eher das Mama als randständig bezeichnen, nicht ihre Kinder. Aber alles Marginalien.

      • Carolina sagt:

        Wo siehst Du denn hier ein ‚Schlechtmachen‘? Mir scheint es eher, dass Du jedes Mal, wenn auf etwas hingewiesen wird, was anderswo anders (als persönliche Meinung vielleicht ‚besser‘) läuft, Dein Paradies Schweiz in Gefahr siehst. Da hast mMn Du ein Problem, niemand sonst. Erfahrungen, Meinungen mit Aussensicht einzubringen ist für mich etwas überaus wertvolles, so manches Mal kranken Diskussionen genau daran: dass die Diskutierenden nicht über ihren eigenen Teller-/Dorfrand hinausschauen können.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Noch einmal. Ich finde es toll, wenn jemand von seinen Erfahrungen berichtet und beschreibt, was ihm/ihr an irgendeinem Ort besonders gefallen hat. Eher unnötig aber, wenn daraus ein Vergleich gezogen wird. Schon gar nicht, wenn die Begriffe (was ist eigentlich Kinderfreundlich?, was „Randfiguren“) ebenso unklar sind wie die Messung. Dem „in der Schweiz schlecht“ halte ich dann meine andere Erfahrung entgegen, wenn ich eine solche Aussage wirklich aus meiner Sicht nicht nachvollziehen kann. Und dann trifft Erfahrung auf Erfahrung, Meinung auf Meinung. Wo ist das Problem?

      • Sportpapi sagt:

        Auf der anderen Seite frage ich mich jeweils, weshalb eine bestimmte Botschaft hier publiziert wird. Wer ist es, der ein solches Thema auswählt und mit provokantem Titel noch zuspitzt, was ist deren Motivation. Und: was für eine Person ist das, die uns hier ihre Erfahrungen berichtet. Was hat die für einen Hintergrund. Weshalb erlebt sie etwas genau so, wie sie es erlebt, weshalb bewertet sie es so, wie sie es tut?
        Dass Auswanderer (die zudem noch aktiv für Auswanderung werben) das Zielland in vielerlei Hinsicht attraktiver finden als das Herkunftsland, ist ja hoffentlich so…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        der zugespitzte Titel ist ganz leicht erklärt: je provokativer, aufwühlender, polarisierender etc desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Abteil angeklickt wird, je höher der Zähler, desto mehr Kundschaft für die geschaltete Werbung…

      • mila sagt:

        Es ist nicht nur der Titel, der einem seinerseits durchaus befremdlich bis provokant aufstossen kann, sondern auch Sätze wie diese:

        «Nach zwei Jahren in der Schweiz finde ich den Umgang mit Kindern in meiner alten Heimat mehr als befremdend», sagt sie. «In der Schweiz ist ein Kind nicht sozialtauglich. Aber in Israel erlebt man es als Bereicherung und freut sich, wenn es da ist.»

        ‘mehr als befremdend’, ‘nicht sozialtauglich’, während in Israel Kinder im Vergleich dazu ‘als eine Bereicherung’ erlebt werden – aha, könnte man sich sagen, /

      • mila sagt:

        Kinder sind also in der Schweiz eine sozialunverträgliche Last? Und das könnte einem wiederum angesichts der eigenen Alltagserfahrung etwas mehr als nur leicht überspitzt vorkommen.

      • Sportpapi sagt:

        Ah, mila, haben Sie jetzt den Text gelesen? 🙂
        Danke für die Unterstützung. Ich finde Solches nämlich unnötig und alles andere als konstruktive Kritik.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila

        das „sozialtauglich“ habe ich vom Kontext her so verstanden:
        nicht tauglich (nicht gern gesehen) an sozialen Anlässen, also im Restaurant bswp stürzen sich dann nicht gleich die Versammelten mit Begeisterung über die neu eintreffenden Kinder und nehmen sich ihrer an, bisschen überspitzt gesagt. Oder an Anlässen, Museum, was weiss ich, freut sich nicht jeder mit sichtbarem Ausdruck über die Anwesenheit von Kindern (ehm, was ich sogar verstehe und mich dazugeselle…)

      • mila sagt:

        SP? Ich hatte ihn von Anfang an gelesen. Aber nicht meiner eigenen (Gegen-)Rede für wert befunden. Die Kommentare waren doch eindeutig spannender.

      • mila sagt:

        @Brunhild: Meine Erfahrung soweit: ja, es gibt die Griesgrame, die ganz bös kucken, wenn ein Kind im ÖV einen Mucks von sich gibt. Es gibt aber genauso viele, die das Kind freudig anstrahlen. Ich sehe auch keine Abwesenheit von Kindern in Cafés oder Restaurants, auf Familienfesten etc. Im Museum sind sie mir auch schon aufgefallen, persönlich frage ich mich jedoch schon, ob Dreijährige mit in die Galerie müssen – diesen Stress kann man ihnen doch wirklich noch ersparen.

        Kurzum: Kat hat recht, dass die eigenen Erwartungen die Wahrnehmung prägen. Obs Positive ins Äuge fällt, oder das Negative.

      • mila sagt:

        Ich kann allerdings verstehen, dass es gerade Menschen aus anderen Kulturen befremden kann, wenn einem nicht jeder Fremde mit Blicken und Taten auf Anhieb rückversichert, dass das Kind ein Gottesgeschenk ist. Das darf als persönlich verstörend empfunden werden, ein Pauschalurteil wie das im Text ist dennoch reichlich überspitzt. Respektive ist darin die Wahrnehmung der Schweizer Art von Herzlichkeit ausgeblendet, die man mit offenen Augen durchaus ebenfalls alltäglich erleben kann – wenigstens mir geht es so.

  • Susi sagt:

    Ich kann die Kritik nicht so ganz nachvollziehen, höchstens vielleicht eben aus der Perspektive deren, die als Lebensziel sowieso das Kinderhaben nennen.

    Ein sehr grosser Teil meines Freundeskreises ist kinderlos und da ist es gang und gäbe, beispielsweise Feste zu feiern, an denen Kinder nicht erwünscht sind. Denn sobald Kinder anwesend sind, nehmen diese den Grossteil der Aufmerksamkeit in Anspruch, und vielleicht will man auch einfach mal auf etwas anderes fokussieren.

    Zum Restaurantbesuch: Manchmal darf man doch auch wünschen, unter Erwachsenen zu sein. Ohne Kinderlärm, ohne unterbrochen zu werden im Gespräch. Warum muss dieses Bedürfnis verteufelt werden? Das macht Kinder nicht zu Randfiguren der Gesellschaft.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn man den wesentlichen Teil seines Lebens im Restaurant verbringt schon… Gab es eigentlich in Israel nicht diese Kinderhäuser in den Kibbuz, in denen man die Kinder schon früh ganz abgeben konnte?

      • Susi sagt:

        Ähm, wer verbringt denn den wesentlichen Teil seines Lebens im Restaurant? Hab ich jetzt etwas missverstanden, geht es hier ums Gastgewerbe?
        😛

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Eben. Dieses eine Mal im Monat ist doch nicht repräsentativ für unser Leben.
        (naja, wenn ich an südländische Familien denke gibt es natürlich schon solche, deren (Familien-) Leben vollstänig im Kebaprestaurant stattfindet…)

      • Rahel S sagt:

        Ja- die gab es. Mein Mann wuchs so auf. Er wohnte mit seinen Altersgenossen im Kinderhaus. Die Eltern verbrachten die Zeit zwischen 16:00 Uhr und Abendessen- order etwas laenger- mit den Kinder bevor sie diese wieder ins Kinderhaus brachten. Etwas, das die meisten (heute) nicht verstehen koennen- ich auch nicht. Auch heute noch sind die Kibbutzim was Kinderbetreuung angeht bestens organisiert und auf einem hohen Niveau. Nur sind es heute natuerlich Tagesheime/ Betreuung nach der Schule und danach sind die Kinder zu Hause.

    • Bernhard sagt:

      @Susi: Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Es ist nicht nur für Erwachsene toller, wenn sie sich auch einmal ganz auf sich, ihre Freunde und ihre Partner konzentrieren können (statt die ganze Zeit das Gefühl zu haben, den Bedürfnissen der Kinder nicht nachzukommen). Sondern es macht doch auch den Kindern viel mehr Spass, wenn sie an einem Ort sind, der „für sie gemacht“ ist. Wo sie sich austoben können und Spielmöglichkeiten haben. Zudem frage ich mich: Ab welchem Alter sollten Kinder denn erst lernen, dass verschiedene (Lebens-)Situationen auch verschiedene Verhalten erfordern?

  • Thomas Handschin sagt:

    Ein Test mit dem Kinderwagen hat ergeben: Auf der italienischen Piazza begrüssen und bestaunen die anderen Mütter den neuen Erdenbürger in ihrer Mitte. In der deutschen Schweiz wird das Baby weitgehend ignoriert – es sei denn, anstelle des Babys führe man einen Hund spazieren!

  • 13 sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag und etwas, das ich oft erlebe, auch im Vergleich zu Südosteuropa, nicht nur zu Israel. Es ist diese Trennung zwischen Familie/Kinder- und der Erwachsenenwelt. Man tut in der Schweiz viel für Kinder, aber man vergisst sie in den wirklichen Alltag einzubinden. Man verbringt gerne ein Wochenende in einem Kinderhotel oder ähnlichem, aber will man im Restaurant zu Abendessen, sucht man sich einen Babysitter. Die Konsequenz davon sind Erwachsene, die sich dann stören, wenn die Kinder mal dabei sind und Kinder, die überfordert sind, wenn etwas nicht „kinderfreundlich“ ist.

    • mila sagt:

      Ich sehe das etwas anders, respektive nicht ganz so pauschal. Von Südosteuropa kenne ich es, dass man die Kinder überall mitnimmt – aber die Kinder spielen dann, im Restaurant, auf der Hochzeit etc. unter sich – während die Erwachsenen ihre Gespräche führen. Unter Umständen wird einem Kind, dass sich in ein solches Gespräch drängen will, deutlich zu verstehen gegeben, dass es in solchen Erwachsenendingen nichts verloren hat. In der Schweiz erlebe ich das völlig anders, sind Kinder dabei, sind sie nicht selten das Zentrum der Erwachsenenaufmerksamkeit. Vielleicht haben deswegen auch Eltern /

      • Bernhard sagt:

        @mila: Ich teile Ihre Meinung. Ich empfinde es als sehr schade, wenn ich erlebe, wie Eltern nicht auf ihre Kinder eingehen, wenn diese voller Stolz etwas vorzeigen wollen oder eine Frage stellen, weil es jetzt halt grad nicht passt. Oder es schlicht nicht bemerkt wird. Für mich sind das verpasste Chancen. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Und dies ist halt – wie Sie richtig sagen – die Kehrseite dieses „die Kinder sind halt einfach dabei, während die Erwachsenen ihr Ding durchziehen“-Pakets. Aber auch diese Kinder werden gross, entwickeln sich und lernen etwas Gescheites.

      • 13 sagt:

        Seit wann schadet es den Kindern kurz warten zu müssen? Ich spreche nicht von Babys oder Kleinkindern! D.h. nicht, dass sie nicht drankommen, sondern dass man auch mal einen Satz beenden kann, ohne dass ein anderer reinplappert. Ich unterbreche meine Kinder nicht beim reden, weise auch Erwachsene darauf hin, wenn sie es tun und erwarte umgekehrt von meinen Kindern, kurz zu warten. Ist das falsch? Ich denke nicht, es ist auch nicht das Erwachsenen-Ding, sondern eben ein gemeinsames Ding, wo auf alle geschaut wird. Es gibt kein entweder-oder.

      • mila sagt:

        @13: Der Zusatzkommentar oben wurde geschluckt, daher noch eine kurze Antwort hier. Nein, an dem, was Sie beschreiben, ist nichts falsch – ich finde es im Gegenteil sogar sehr richtig. Aber ich habe es als Kind nicht selten (mit-)erlebt, dass ein Kind nicht nur einfach vom Dreinplappern abgehalten wurde, sondern grundsätzlich abgeklemmt und weggeschickt, weil es die Erwachsenenrunde ’störte‘. Das gemeinsame Ding ist selbstverständlich erstrebenswert, gelegentliche separate Paar- oder Ich-Zeit mit Freundin dem aber nicht abträglich. Ich habe mich daher auch sehr für eine meiner Schwestern /

      • mila sagt:

        gefreut, die das letzte Wochenende mit Ihrem Mann in München verbracht hat, ohne Kinder – und ohne schlechtes Gewissen. Die Kinder konnten ihrerseits exklusive Zeit mit den heissgeliebten Grosseltern väterlicherseits verbringen, die sie nicht sehr oft sehen können, da die beiden nach der Pensionierung in die Heimat zurückgekehrt sind; eine Win-Win-Situation für alle. Es gibt also Zeiten – und Orte – wo Eltern ruhig mal für sich sein dürfen, und Kinder zugleich ihren eigenen ‚Mehrwert‘ davon haben.

      • mila sagt:

        Ohalätz – gemeint war mit Freunden. Nicht, dass das missinterpretiert wird… 😛

      • Bernhard sagt:

        @13: Ich finde es gut so, wie Sie es machen. Ich rede von Erfahrungen, die ich an Anlässen gemacht habe, wo die Kinder den ganzen Abend und die ganze Nacht lang machen durften, was sie wollten (ist an sich kein Problem, solange den Kleinen wenigstens Ohrpfropfen reingesteckt werden, wenn sie praktisch ununterbrochen um die voll aufgedrehten Mega-Boxen herumtanzen – war dort aber leider jeweils kein Thema). Aber für die Kinder hatten die Erwachsenen nur Zeit, wenn sie als „Vorzeigeobjekt“ herhalten mussten. Das war kein Miteinander, sondern ein bewusstes Nebeneinander auf unterschiedl. Ebenen!

      • 13 sagt:

        @ Mila / Bernhard
        Danke für die Aufklärung, dann sehen wir es gleich, ich muss aber zugeben, dass ich es sehr selten erlebe. Und wenn, dass ist es eine Situation von Leuten, wo ich weiss, dass es ja nicht immer so läuft. Bin eher gerade von zwei Freundinnen genervt, weil das Gegenteil stattfindet, d.h. jeder einzelne Satz wird unterbrochen, weil das Kind (10!) „Mami“ ruft. Gegen gelegentliche Paar-/Freundinnenzeit ist nichts einzuwenden, machen wir auch, ohne schlechtes Gewissen. Da geht es aber darum, dass ich mit jemanden alleine sein will.Sind eh 30 Leute da, stört mich auch mein Kind nicht

    • Hattori Hanzo sagt:

      Gut beobachtet und differenziert Mila
      Ich denke, wir sollten aus allem lernen.
      Wir könnten von den „kinderfreundlichen“ Kulturen lernen etwas herzlicher zu sein, ohne aber deren Fehler zu begehen. Die Aufmerksamkeit die wir unseren Kindern schenken ist sehr gut. Deshalb ist ein gewisser Abstand, wo wir mal ohne sie sein können auch nicht schlecht. Nur sollte uns das nicht hindern im Alltag spontan und herzlich und ohne allzu grosse Berührungsängste zu sein.
      Das gäbe der Schweizer Kultur einfach ein weiteres Plus – ohne Abstriche zu machen an der Qualität, die wir bereits erreicht haben.

      • mila sagt:

        Das sehe ich auch so, @Hattori Hanzo. Insofern schätze ich mich glücklich, in zwei Kulturen aufgewachsenen zu sein – dem Schweizerischen Umfeld und der Südosteuropäischen Familie. Wenn ich heute meine Schwestern, Schwager, Cousinen, Cousins etc. mit ihren Kindern beobachte, dann sehe ich in ihrem Umgang Gutes von beidem enthalten und finde, dass sich daraus eigentlich eine ganz schöne Mischung ergeben hat. 😉

  • Leo Klaus sagt:

    Es gibt eine kleine Ausnahme da. Im Tessin sind die Menschen den Kindern gegenueber sehr freundlich, wie wir mehrmals auf unsere Reisen erlebt haben. Ausnahmen zu dieser Regel sind (leider) fast nur noch die Deutschschweizer, die dort als Touristen unterwegs sind. Ich hab schon einige Male erlebt, wie despektierlich diese ueber die Kinder reden, ganz offensichtlich im Glauben, dass man sie hier im Tessin nicht verstehen wuerde.

    Ich denke, wir Deutschschweizer sind im Allgemeinen zu sehr mit unserem eigenen Leben unzufrieden, weshalb wir uns ueber Alles aergern.

  • thomas federlein sagt:

    Meine Wahrnehmung als kinderloser Mann ist eher, dass Eltern ihre Kinder (und ihr Elternsein) in der Schweiz zunehmend mehr thematisieren und Respekt, Aufmerksamkeit, Geld und eine immer zentralere Stelle fordern. Ja, Kinder sind unsere Zukunft. Nein, deswegen muss nicht alles andere Nebensache werden. Die Situation für Eltern und Kinder hat sich seit meiner Kindheit in den 1980er Jahren sehr deutlich verbessert. Auch Kinderlose und Eltern erwachsener Kinder haben ihre legitimen Ansprüche in unserem Land.

    • Gerhard Engler sagt:

      Welche Ansprüche meinen Sie konkret? Können Sie ein paar Beispiele nennen, wo solche Ansprüche in Frage gestellt werden?

      • Sandra sagt:

        Dass Eltern ihren Kindern beibringen Rücksichtsvoll zu sein. Wenn ich sehe, wie sich mache Eltern überhaupt nicht darum foutieren, wenn ihre Kinder im Restaraunt schreien, rumrennen, vermanschtes Essen auf den Boden werfen, 00:00 Uhr laut tobend durch Hotelgänge rennen…, das ist alles ok. Es sind ja Kinder ! Es gibt immer mehr Eltern, die ihre Kinder nicht erziehen können/wollen und darum nerven auch solche Eltern und deren Kinder. Diese finden dann CH sei kinderfeindlich und respektlos. Kindern kann man durchaus beibringen, dass nicht überall und jederzeit schreien und toben angesagt ist.

      • 13 sagt:

        Das ist richtig, Sandra. Damit sie das lernen, muss man sie aber auch mal irgendwo hin mitnehmen und halt riskieren, dass sie sich auch mal daneben benehmen. Ich kenne leider zu viele, die das nicht tun, aus Angst, sie könnten sich langweilen oder aber die anderen stören und dann wundern sie sich, warum sie es mit 10/11 Jahren nicht können. Mir ist auf jeden Fall ein schreiender 2jährigen, der von den Eltern darauf aufmerksam gemacht wird, dass er etwas ruhiger sein sollte, auch wenn es nicht gleich klappt lieber, als ein Fast-Teenager, der offensichtlich noch nie in einem Restaurant war.

  • Y sagt:

    Meine Meinung Sportpapi. Ich bin viel und lange in der ganzen Welt herumgereist und bin überzeugt, dass es auf der Welt für Kinder kein besseres Gesamtpacket gibt, als die Schweiz! Die Betonung liegt dabei auf Gesamtpacket!

  • Independent sagt:

    Interessant zu lesen: ich – kinderlos – empfinde die Schweiz als sehr kinderfreundlich und habe – empfunden an den Schwangerschaften bei uns im Betrieb – auch niemanden kennengelernt der Kinder als Hindernis sieht (im Gegensatz zu einer Bereicherung, siehe Israel).

    Es kann wohl immer besser gemacht werden, dem stimme ich zu. Ich bin aber auch sicher, dass sich selbst im vorbildlichen Skandinavien, Leute finden welche ihr Land und dessen Umgang mit Kindern anprangern.

  • ruthme sagt:

    Guten Morgen! Ich finde es erstaunlich, wie stark sich vor allem westliche Länder gegen Kinder entwickeln und finde diesen Beitrag umso interessanter. Danke für den Artikel. Ich finde bestimmte Aspekte unter Voraussetzung der Kultur sehr spannend. Wir können dann eben doch noch einiges aus dem Ausland lernen…

  • Bernhard sagt:

    Ich weiss nicht recht, was ich von solchen Artikeln halten soll. Wie die Autorin richtig schreibt, hat jede Kultur (bzw. ihre Gesellschaft) ihre Vor- und Nachteile. Ändern kann man ohnehin nichts, ohne dass man den Gegenpol auch verändern würde (verhätscheln vs. unterordnen). Den „Foifer und s’Weggli“ gibt es nun mal nicht.
    Das erinnert mich übrigens jedes mal an den Typ Auswanderer, der in ein tolles Land („das so viel besser ist als das eigene!“) auswandert, dann aber über all die Dinge schimpft, die nicht so funktionieren/sind wie daheim und/oder nur mit eigenen Landsleuten verkehrt… 😉

    • Carolina sagt:

      Solche Artikel können, wenn überhaupt, nur eines bewirken: dass ich selber vielleicht beim nächsten Mal, wenn ich jemandem, der freundlich meinem Kind und mir gegenüber ist, auch freundlich bin und nicht böse Blicke zuwerfe – ja, dass ich mir vielleicht mal überlege, ob ich mit dem Lächeln sogar anfangen sollte. Aber das natürlich nur, wenn man auch sehen kann, dass es Dinge gibt, die man verbessern könnte…..

      • Bernhard sagt:

        @Carolina: „Solche Artikel können, wenn überhaupt, nur eines bewirken: dass ich selber vielleicht beim nächsten Mal, wenn ich jemandem, der freundlich meinem Kind und mir gegenüber ist, auch freundlich bin und nicht böse Blicke zuwerfe“

        Einverstanden. Aber mal unter uns: ist Ihnen auch IMMER nach flirten zu Mute? Auch wenn Ihnen das Gegenüber so ganz und gar unsympathisch ist? Oder Sie gerade eine üble Zeit durchmachen? Warum also sollen wir zu jedem und jeder freundlich sein, nur weil mit unserem Kind geschäkert wird? Das ist eine Sache zwischen dem Kind und dem Gegenüber, finde ich!

      • Sportpapi sagt:

        „Aber das natürlich nur, wenn man auch sehen kann, dass es Dinge gibt, die man verbessern könnte…..“ Ich nehme eigentlich noch häufig Kontakt zu Kinden auf, im Bus, Zug, usw. Und ich treffe regelmässig Hunderte mit ihren Eltern. Noch nie habe ich erlebt, dass mich Eltern böse angeschaut haben.

      • Susi sagt:

        @SP: „Noch nie habe ich erlebt, dass mich Eltern böse angeschaut haben.“

        Ich auch nicht, ich werde nur manchmal ignoriert. Und dann denke ich so bei mir: „Manometer, warum freuen sich diese muffeligen, kalten Schweizerinnen nicht über ihre (jetzt noch) herzallerliebsten, kontaktfreudigen Kinder und strahlen mich an?“

      • Sportpapi sagt:

        🙂
        Vielleicht beschränkt sich ja die Kinderfreundlichkeit auf Kinder? Mich interessieren ja die Eltern jeweils auch weniger als die Kinder, die manchmal so aufmerksam herumschauen.

      • Bernhard sagt:

        @Sportpapi: „Mich interessieren ja die Eltern jeweils auch weniger als die Kinder, die manchmal so aufmerksam herumschauen.“

        Echt? Also ich schäkere ja nur mit den Kindern rum, damit ihr attraktives Mami mich mit einem netten Lächeln „belohnt“! Vielleicht gibt’s zum Dessert ja auch noch einen gemeinsamen Latte Macchiato? 😀

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Gute Idee. Wenn Mami attraktiv ist. Mir reicht allerdings ein kurzes Gespräch, Kaffee muss nicht sein (wenn schon gehen wir auf ein Bier!).

      • Bernhard sagt:

        @Sportpapi: „Gute Idee. Wenn Mami attraktiv ist.“

        Selbstverständlich nur dann!!! Wo kämen wir denn da hin, wenn wir unser kostbares und hart erarbeitetes Charisma samt Aura einfach vergeuden würden!! Typisch Bünzli-Schweizer halt… 😉

    • Katharina sagt:

      Was viele Auswanderer unterschätzen ist der invertierte Kulturschock bei der Rückkehr.

  • Sportpapi sagt:

    Erstaunlich immer wieder, in wie vielen Ländern es offenbar den Familien, den Kindern so viel besser geht als in der Schweiz. Ich für meinen Teil bin ja überzeugt, dass meine Kinder die tolle Chance haben, in einem optimalen Umfeld aufzuwachsen. In einem Dorf, in dem es viele Angebote für Familien und Kinder hat, in einem freiheitlichen, mit Wohlstand gesegneten Land, in dem die Kind ohne Angst gross werden dürfen.

    • Ulrich Gassner sagt:

      Es ist tatsächlich erstaunlich. Auch dass Wesen, denen man im Alltag auf Schritt und Tritt begegnet und die – unter dem Titel ‚Familie‘- ständiges Thema der gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzung sind, ‚Randfiguren der Gesellschaft‘ sein sollen.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Herr Gassner – der Ausdruck ist wohl etwas ungünstig gewählt. Anhand der Beispiele – „Kind einer Fremden auf den Schoss setzen, damit man essen kann“ und „Leute am Nachbarstisch äussern sich zu den Kindern“ – überall im Ausland erlebt man solche Sachen. Nur eben nicht in der Schweiz. Ich denke nicht, dass dies ist, weil Schweizer Kinder weniger lieben. Sondern weil sie allgemein, extrem reserviert sind und sich stören/überfordert sind wenn Fremde „zu persönlich“ werden. Kinder durchbrechen diese Reserviertheit – in der Schweiz viel weniger als sonst wo.

    • 13 sagt:

      @ SP
      Zum Wort „Kehrseiten“ sind Sie wohl nicht gekommen. Und ich schätze mal, die „Angebote für Kinder und Familien“ sind genau das, was die Autorin gemeint hat. Es gibt so vieles speziell für die Kinder, dass sie eben im erwachsenen Alltag Randfiguren sind. Ich war vor 2 Jahren in Schweden, dem Land, das immer so familienfreundlich gepriesen wird. Wissen Sie, was mir als erstes auffiel? Es gibt da in der Stadt, auf der Strasse etc. gar keine Kinder. Sie sind in speziell für sie eingerichteten Orten (KITAs etc.), aber ausserhalb nicht. So kommt es mir oft in der CH auch vor.

      • Hattori Hanzo sagt:

        stimme ihnen vollkommen zu 13
        Der Text ist sehr ausgewogen. Die Schweiz wird auch gelobt. (Und ich tendiere auch zu der Meinung dass wir das beste Gesamtpaket haben). Aber es gibt offenbar Leute, die können auch nicht die leiseste Kritik ertragen.
        Dabei können wir doch immer etwas lernen.
        Wenn mein Nachbar von 10 Dingen 9 schlechter macht als ich. Kann ich trotzdem in der 1, eine Scheibe von ihm abschneiden. Letztlich bereichere ich durch eine solche Haltung mich selbst.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Da wo ich verkehre, gibt es ganz viele Kinder. Und vielfach dreht sich das Leben vieler Familien gerade um diese Kinder. Auf den Strassen, in den Läden, auf den Ausseplätzen: Überall hat es Kinder, die lautstark ihren Platz einfordern und auch erhalten. Womit Sie hingegen recht haben: Beim feinen Nachtessen sind Kinder auch einmal unerwünscht. Selbst bei uns. Weil dann auch einmal Paarzeit ist, unter anderem.
        Mag sein, dass es in Israel anders ist. Ich glaube allerdings (nachdem ich gegoogelt habe) nicht, dass die Erzählungen von Caro wirklich repräsentativ sind.

      • Bernhard sagt:

        @13: „Es gibt da in der Stadt, auf der Strasse etc. gar keine Kinder. Sie sind in speziell für sie eingerichteten Orten (KITAs etc.), aber ausserhalb nicht. So kommt es mir oft in der CH auch vor.“

        Wo sollen sie denn sonst sein, wenn beide Eltern arbeiten (müssen)? Mir ist es lieber, die Kinder haben eine Tagesstruktur in einer speziell für sie konzipierten Stätte, als dass sie irgendwo alleine herumhängen (zugegeben: auf den Dächern der Favelas in Rio herumzuturnen hat schon auch seinen Charme. Aber spätestens in der Pubertät bringt Turnen alleine auch nicht mehr den nötigen Kick! 🙂

      • Rahel S sagt:

        Sportpapi: Doch, doch- die Erzaehlung von Caro entspricht schon der Wirklichkeit. Natuerlich gehen auch Israelis ohne Kinder in den Ausgang und es gibt Orte, wo ich und die meisten anderen ihre Kinder sicher nicht mitnehmen. Meine aelteste Tochter geht locker auf fremde Leute zu und unterhaelt sich mit ihnen, wenn diese auch gewillt scheinen- das haette ich als Kind nie gemacht.

      • Bernhard sagt:

        @13: Ich hatte übrigens letztes Jahr in Schweden (während der Sommerferien) ein sehr positives Bild der Kinder erhalten: Durch die tägliche Struktur der KITAs war ihr Spielverhalten auf den Spielplätzen sehr sozial, höflich und respektvoll. Es gab untereinander keine Streitereien. Es wurde geteilt, man half sich gegenseitig und die Kinder standen an, ohne dass jemand vorgedrängelt hätte. Zudem gingen die Eltern sehr liebevoll mit ihrem Nachwuchs um und auf ihn ein. Ist vermutlich alles eine Frage der Sichtweise! Mir würde ein solches Verhalten auf hiesigen Spielplätzen auch sehr gefallen! 😉

      • 13 sagt:

        @ Sp
        „Und vielfach dreht sich das Leben vieler Familien gerade um diese Kinder. “
        Aber genau davon spreche ich ja. Es gibt Orte und Situationen, die klar als kinderfreundlich bezeichnet werden und weil man ein Kind hat, hat man sich auch da aufzuhalten. Andere Orte hingegen sind nicht kinderfreundlich und da geht man als Familie nicht hin. Das meine ich mit Trennung, die ich als sehr schweizerisch empfinde. Vor Kurzem erfuhr ich von einem Brauch, extra Kinderunterhaltung für Hochzeiten zu organisieren oder sie ohne die Kinder zu feiern. Erzähle ich das jemandem in meiner alten Heimat, wäre das

      • Carolina sagt:

        SP: Du hast was genau gegooglet? ‚Kinderfreundlichkeit in Israel‘? ‚Kälte im Umgang mit Kindern in der CH?‘ Diese Frau lebt in Israel, ihr wird von anderen dort Lebenden zugestimmt und ihr Bericht ist ausgewogen – keine Rede davon, dass alles in der Schweiz schlecht sei. Ich kann das übrigens auch bestätigen, obwohl ich noch nie in Israel gelebt habe – bei unseren Familienbesuchen dort fällt mir die Entspanntheit im Umgang mit Kindern (und auch mit Alten, Exzentrikern etc) sehr auf – aber das Pascha-Gehabe vieler Kinder geht uns jeweils sehr auf den Keks.
        Allerdings muss ich sagen, dass diese

      • 13 sagt:

        tagelang ein Thema. Solche Sachen kennt man nicht, Kinder machen das, was alle anderen machen: Essen, tanzen, in der Kirche und bei Reden mal still sein und ansonsten finden sie sich selber eine Beschäftigung. Und irgendjemand, der gerade in der Nähe ist, wirft jeweils einen kurzen Blick auf sie, nicht zwangsläufig die Eltern und sagt auch mal, wenn sie etwas nicht tun sollen. Sie sind einfach ein Teil der Gesellschaft, sie haben keine Sonderstellung, weder in die eine noch in die andere Richtung.

        Aber ja, es gibt auch Kehrseiten, keine Frage.

      • 13 sagt:

        @ Bernhard
        Keine Sorge, meine Kinder werden während meiner Arbeitszeit auch betreut. Ich fragte mich mehr bei den Frauen und Männern, im Café, die offensichtlich in dem Moment nicht arbeiteten, ob alle kinderlos sind, denn sie waren ohne Kinder da.

      • Carolina sagt:

        /2 gefühlte Kälte keineswegs eine Schweizer Spezialität ist! In England gilt nach wie vor ‚children should be seen but not heard‘, vor allem in den Grossstädten. In Deutschland sieht es kein bisschen besser aus, es sei denn, man wohnt in einem Quartier mit vielen Ausländern.
        Aber ich stimme auch HH zu: ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie man eine Freundlichkeit meinem Kind gegenüber mit einem bösen Blick beantworten kann – und wenn es das 122. Mal ist! Fällt mir aber in letzter Zeit häufig auf – man schäkert mit einem Baby im Trolley und die Mutter wirft einem mörderische Blicke zu.

      • Susi sagt:

        @Carolina: „man schäkert mit einem Baby im Trolley und die Mutter wirft einem mörderische Blicke zu.“

        Also, noch kurz eine Erklärung, ich habe NIE jemandem einen mörderischen Blick zugeworfen, sondern mich gefreut, wenn die Schäkerversuche meines Kindes gut ankamen! Ich hab nicht mal etwas gesagt, wenn ein dicker alter Mann meiner Tochter seinen Finger zum Halten gab, solange sie es lustig fand! ABER: Ich wollte nicht immer Teil des Geschäkers sein.

      • Carolina sagt:

        Susi: keine Ahnung, ob Sie das machen oder nicht – Ihrem ganzen Auftreten hier nach halte ich Sie eher für warmherzig und humorvoll! Aber es gehört tatsächlich zu meinen Erfahrungen dazu, dass das geschieht – man sagt mir aber, dass das auch ein wenig eine Zürcher Spezialität sei 😉
        Aber ich weiss, dass ich selber viel entspannter werde, wenn ich in einer Umgebung bin, für die Kinder eine Selbstverständlichkeit ist – sogar, wenn ich ohne Kinder unterwegs bin.

      • Susi sagt:

        @Carolina: „Ihrem ganzen Auftreten hier nach halte ich Sie eher für warmherzig und humorvoll!“

        Oh, danke und gleichfalls!

        Hab mich bezüglich der Busgeschichte nur grad betroffen gefühlt, meine Tochter schöpfte da jeweils aus dem Vollen und ich war immer mit den ÖV unterwegs. Ächz.

      • Carolina sagt:

        Mir gefällt, was HH und 13 gesagt haben – es beelendet mich einfach, wenn ich jedes Mal, wenn ein anderes Modell hier gezeigt oder geschildert wird, erst einmal meine Loyalität und Liebe zur Schweiz kundgeben muss. Es geht mir wie HH: ich bin zwar hier geboren, aber nicht aufgewachsen, auf der ganzen Welt herumgeschleppt worden und heute noch spielt sich mein Leben zu Teilen im europäischen Ausland ab: und da ist tatsächlich eines der ersten Dinge, die man hört, wenn man sagt, man sei Schweizer: schönes Land, alles so sauber, aber sehr klinisch, sehr kalt. Ich verteidige die Schweiz immer,

      • Carolina sagt:

        /2 aber sehe eben auch, woher dieser Eindruck entstehen kann. Es bereichert uns doch nur, wenn wir diese Aussenansichten zur Kenntnis nehmen und überprüfen, ob wir als Einzelne vielleicht dazu beitragen, Dinge ein wenig besser (oder anders) zu machen. Das ist doch ein Hauptprinzip des Lebens: das Gute behalten, das Schlechte bearbeiten. Aber dazu müssen wir ein Mindestmass an Kritikfähigkeit haben.

      • Carolina sagt:

        Susi: normale Genervtheit gibt es auch in Israel – können Sie mir glauben! 😉 Dort herrscht überhaupt ein ziemlich rüder Umgangston, finde ich immer, jedenfalls für Schweizer Ohren. Aber das gehört dazu, man passt sich an und nimmt dann irgendwann auch die Faust aus dem Sack.

      • Susi sagt:

        “ Aber dazu müssen wir ein Mindestmass an Kritikfähigkeit haben.“

        Jetzt Sie auch noch? Kritik muss doch gerechtfertigt sein! Wer kann denn keine Kritik einstecken, Herr und Frau Schweizer? Die Mamablog-Mikrokosmos-Bewohner/innen?

        Langsam beginne ich zu glauben, dass ich da eventuell, eventuell einen blinden Fleck habe.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Bescheidenheit! Es geht doch nicht darum, ob Kritik gerechtfertigt ist oder nicht…
        @Caro: Ich habe nach Ihrer Namensvetterin gegoogelt. Und gesehen, dass sie offenbar Teil einer speziellen Bewegung ist, und sie auf Mission als „Jugendleiterin“ für zwei Jahre in eine jüdische Jugendgruppe in die Schweiz gekommen ist. Daran ist nichts falsch. Allerdings glaube ich schon, dass sie deshalb vielleicht eine etwas spezielle Wahrnehmung hat.

      • mila sagt:

        @Susi, um Ihnen ein wenig Schützenhilfe zu geben, da ich Ihre Haltung sehr gut nachvollziehen kann: meine sozialen ‚Kapazitäten‘, obwohl südosteuropäisch angeboren und kultiviert, sind bisweilen auch erschöpft. Dann mag ich im Bus auch nicht mehr lächeln (auch ohne Kleinkind), und bin froh, genug Schweizerin zu sein, um mir deswegen kein schlechtes Gewissen zu machen. Umgekehrt gebe ich gerne, wenn ich zu geben habe.

        Ob ein Verhalten als kalt oder distanziert wahrgenommen wird, ist in meinen Augen zudem ein kleiner, aber feiner Unterschied. /

      • mila sagt:

        Meine Distanz wahren zu können, wenn ich sie benötige, empfinde ich als mir zuträgliche Eigenschaft – ein aufgesetztes Lächeln in solchen Situationen ist mir ein nichtssagender Graus, aber ich muss deswegen auch nicht gleich ruppig werden, schnauben oder mordlüstern in die Welt blicken (wie ich es als Teenager bisweilen tat, was die Freundinnen meiner jüngsten Schwester derart verschreckte, dass sie sich kaum in unsere Wohnung wagten – heute unternehmen wir alle paar Monate etwas zusammen und lachen über die alten Zeiten).

        Kurzum: Foutieren Sie ruhig um auf Sie unzutreffende Klischees. 😉

      • Susi sagt:

        @SP: „Es geht doch nicht darum, ob Kritik gerechtfertigt ist oder nicht…“

        Ist das Ihr Ernst? Da kann also ein völlig inkompetenter Dödel daherkommen, dessen Kritik mit seiner Fehlwahrnehmung, seinem Mangel an Fachkenntnis und seinen Persönlichkeitsstörungen zu tun hat, und dann sollte man diese Kritik einfach bescheiden annehmen?

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Deshalb die drei Punkte. Aber offensichtlich wird das hier wieder einmal erwartet, Kritik einfach entgegenzunehmen ohne zu hinterfragen.
        Wobei die Frage zu recht ist, falls wirklich m Ausland/bei Zuwanderern dieses Bild von den Schweizern herrscht, weshalb das so ist. Und anders herum: Ich habe ja auch ein Bild von der Kinderbetreuung/Kinderfreundlichkeit anderer Kulturen, das nicht immer nur schmeichelhaft ist. Vielleicht ist das ja auch nicht immer richtig.

      • mila sagt:

        …oder vielleicht noch etwas zutreffender: spielen Sie mit Klischees, und profitieren Sie dabei auch von ihrem Nutzen. Jede klischierte Verhaltensweise hat positive wie negative Kehrseiten, warmherzig erscheinendes kann gelegentlich mit Fug und Recht als aufdringlich, (allzu) neugierig oder aufgesetzt oberflächlich empfunden werden (nicht nur von Schweizern). Umgekehrt darf man auch als bisweilen distanzierter Schweizer ruhig mal mit einem bewussten (und dann auch ernstgemeinten) Strahlen durch den Alltag gehen und allein mit dieser kleinen Mimikgeste Anteil an der Welt nehmen. Ich nehme /

      • mila sagt:

        mir die Freiheit zu allem, auch durchaus zu sporadischer Oberflächlichkeit – wenn sie mir dienlich ist. Schöner finde ich es allemal, wenn ich einem Gegenüber nicht nur mit höflichen Floskeln begegnen kann, aber das ist nicht immer möglich, sei es aufgrund meiner Verfassung, oder deren.

      • mila sagt:

        @SP: Falls? Es ist so. Aber so einige, die die Schweizer nicht nur auf Durchreise kennen lernen, lernen deren Eigenheiten durchaus auch zu schätzen. Es gehört zur kulturellen Verständigung über unterschiedliche soziale Gepflogenheiten eben Verständnis von beiden Seiten dazu. Wenn man das erst mal verstanden hat, wird man sich am klischierten Bild des Schweizer auch nicht mehr reiben, sondern mitunter ein kleines bisschen stolz darauf sein. Wer das eigene nicht schätzen kann, kann auch nicht das wesentliche des anderen erfassen – und wird zum klischierten Fremdkulturbefürworter (‚die Damen /

      • Carolina sagt:

        Susi: ganz ehrlich, ich meinte nicht Sie! Ich beziehe mich da wirklich immer mit ein!

      • mila sagt:

        aus Russland wissen noch, wie echte Frauen aussehen‘, ‚die Asiatinnen und Südamerikanerinnen sind sooo viel umgänglicher als die borstigen Schweizer Weiber‘, ‚Südländer sind halt eben richtige Machos, die einer Frau noch zeigen können, wo’s lang geht‘, ‚und überhaupt, diese Südländer wissen einfach, wie man das Leben richtig geniesst‘ – ich glaube, mehr ‚demonstrative‘ Beispiele braucht es an dieser Stelle nicht).

      • Susi sagt:

        @Caro: Ich bin glaub etwas narzisstisch, immer zu glauben, alle meinen mich, hihi!

      • Susi sagt:

        @SP: Ah, Sie waren ironisch! Das geschieht bei Ihnen nicht so häufig, äxgüsi, mein Fehler 😀

      • Susi sagt:

        @mila: Danke, danke, danke! Wie schaffen Sie es nur, Dinge immer so treffend auf den Punkt zu bringen?

      • mila sagt:

        @Susi: Hihi, wenn ich es treffend auf den Punkt bringen würde, bräuchte ich dafür nicht gefühlte 10 Kommentare… Zudem habe ich von Ihren Vorreden sowie deren anderer – HH, 13, Carolina, SP, Bernhard – profitiert, und basierend darauf meinen eigenen (Erfahrungs-)Senf dazugemixt.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        „es beelendet mich einfach, wenn ich jedes Mal, wenn ein anderes Modell hier gezeigt oder geschildert wird, erst einmal meine Loyalität und Liebe zur Schweiz kundgeben muss.“
        Und einmal mehr, kann ich Ihnen nur für die perfekte Wortwahl danken. Ich bin genau der gegenteilige „Fall“: ich bin nicht in der Schweiz geboren, lebe aber seit 25 Jahren hier, sehe die Schweiz als mein Zuhause an und es gefällt mir. Trotzdem kann man Unterschiede erkennen, wenn man öfters an zwei Orten verkehrt und bei diesen fällt mal das eine, mal das andere positiver auf. Eben, die Kehrseiten.

      • Sportpapi sagt:

        Mich beelendet ja eher, dass man nicht einfach fremde, andere, gute Modelle vorstellen kann, ohne gleichzeitig immer darauf hinzuweisen, was in der Schweiz schief läuft. Zumal ich mehr oder weniger Freundlichkeit etc. auch nicht gerade als Modell sehe, wie das etwa skandinavische Betreuungsformen darstellen würden. Eine Provokation lancieren und sich dann wundern, dass man darauf anspringt, ist ja schon eher seltsam.

      • mila sagt:

        Und mich beelendet eigentlich beides: dass man den Wert des Eigenen oft nur betonen kann, indem man etwas Anderes im Vergleich dazu abwertet. Und dass man, umgekehrt, als sich dadurch provoziert Fühlender nicht auch einmal einfach zu einer etwas gelassenen Antwort ansetzen kann, die ihrerseits darauf verzichtet, wiederum den Wert des Eigenen in ‚kritischer‘ Hinterfragung des Anderen herauszustellen (was sich genau benommen genauso oft als eine Abwertung entpuppt).

        Andererseits ertappe mich selbst immer wieder mal in beiden Position, allen selbstkritisch-mässigenden Vorsätzen zum Trotz. 😉

      • mila sagt:

        …wobei es im Grunde noch eine dritte (Steigerungs-)Form gibt, vor der ich ebenfalls bisweilen nicht gefeit bin: unkritisch bis willfährig einer Abwertung des Eigenen durch andere zustimmen, um dadurch als besonders selbstkritisch, respektive ‚kulturoffen‘ wahrgenommen zu werden. Es menschelt halt schon gewaltig, in allen von uns.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Kann es sein, dass Sie heute, im Gegensatz zu sonst, einfach etwas einseitig lesen wollen? Sie hat Unterschiede aufgezeigt und empfindet diesen Punkt in Israel besser. Ist ja ein Blog, also ihre Meinung. Ich kenne allerdings zwei Schweizerinnen, die in Israel leben und beide würden das auch bestätigen. Auch meine Tante nach 4 Jahren Tel Aviv. Nicht repräsentativ aber da ich selber noch nie da war, glaube ich ihnen mal. Andere Sachen sind in der Schweiz besser, auch das hat die Autorin auch geschrieben. Ich verstehe nicht, warum Sie sich derart angegriffen fühlen!?

      • mila sagt:

        Oh, hierher:

        @13: Für ein (wieder) mal verstehe ich SP, denn Sätze wie die folgenden stossen auch mir auch etwas zu pauschal-abwertend auf:

        «Nach zwei Jahren in der Schweiz finde ich den Umgang mit Kindern in meiner alten Heimat mehr als befremdend», sagt sie. «In der Schweiz ist ein Kind nicht sozialtauglich. Aber in Israel erlebt man es als Bereicherung und freut sich, wenn es da ist.»

        ‘mehr als befremdend’, ‘nicht sozialtauglich’, während in Israel Kinder im Vergleich dazu ‘als eine Bereicherung’ erlebt werden. Natürlich kann man geflissentlich darüber hinweg lesen, muss man aber nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Aus welchem meiner Kommentare entnehmen Sie, dass ICH MICH angegriffen fühle?
        Richtig ist, dass ich die Schweiz und die Schweizer als ziemlich kinderfreundlich erlebe Und sehe, dass Kinder in der Schweiz eher zu viel als zu wenig im Mittelpunkt stehen, und keineswegs am Rand. Wie es in Israel ist, kann ich eigentlich nicht beurteilen.

      • Carolina sagt:

        13, Sie haben das überaus gewählt und höflich formuliert! Diese Höflichkeit geht mir im Moment mit SP etwas ab. Deshalb schliesse ich mich Ihnen einfach an.
        Ueberhaupt: wollte Sie schon die ganze Zeit gefragt haben, ob es Ihnen gut geht?

      • Sportpapi sagt:

        Aus meinem noch verborgenen Beitrag: @13: Aus welchem meiner Komme ntare entnehmen Sie, dass ICH MICH angegr iffen fühle?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nicht Sie persönlich, sondern Sie als Schweizer. Aus der Ironie im ersten Beitrag und dass sie sich erlaubt hat, darauf hinzuweisen, was hier „schiefläuft“. V.a. vielleicht durch das Überlesen der „Kehrseiten“. War so ein Gefühl, ich mag mich täuschen. Ich finde nicht, dass sie völlig verblendet, Israel nur gelobt oder die Schweiz nur kritisiert hat. Warum so ein schwarz-weiss? Auch ein gutes Gesamtpaket, wobei ich Ihnen recht gebe, kann seine Schwächen aufweisen, nicht?

        @ Carolina
        Ja, sehr gut, herzlichen Dank.;-)

      • Sportpapi sagt:

        @13: Finden Sie die Beispiele, an denen sie die Unterschiede festgemacht hat, nicht auch etwas speziell? Glauben Sie z.B., dass Sie in jedem Restaurant in Israel öffentlich stillen können? Und in wie vielen in der Schweiz geht das nicht?
        Aber mich stören ja vor allem die vielen abwertenden Kommentare zur Schweiz, die für mich wenig mit konstruktiver Kritik zu tun haben. Und die ich auch nicht nachvollziehen kann.
        Fühle ich mich jetzt ange griffen? Nein, weil ich die Person ja nicht kenne. Ich ärgere mich eher über die vielfache Zustimmung, die der Artik el bei uns erhält.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nein, ich sehe an diesen Beispielen nichts spezielles. Ich weiss nicht, wie Israel grundsätzlich zum öffentlichen Stillen steht, aber wenn ich bei jeder Diskussion darüber lese, dass sei das Gleiche wie öffentlich Sex zu haben, dann hoffe ich sehr, dass es Länder gibt, die das natürlicher handhaben. Ansonsten sehe ich auch nicht viele abwertende Kommentare zur schweiz. Einige Kritikpunkte ja, diese sind auch erlaubt, aber insgesamt werden sich alle einig sein, dass es sich hier gut leben lässt. Idealisieren ist aber unnötig. Für kein Land.

  • Hattori Hanzo sagt:

    Vielleicht hat es auch mit dieser „don’t touch“ Mentalität vieler Schweizer Eltern zu tun.
    Wie oft haben wir das erlebt, wenn wir uns über kleine Kinder freuen, ihnen zusehen und lächeln, dann starren die Eltern abweisend irgendwo anders hin. Im Sinne von „freu dich ja nicht über MEINE Kinder“. Eine Verkorkstheit, die ich tatsächlich nur in der Schweiz kennengelernt habe. Kein Wunder entsteht da wenig, von diesem Gemeinschaftsgefühl, das Frau Weil hier beschreibt.
    Mein Appell: seid etwas lockerer, entspannter. Lächelt auch den Fremden zu.

    • Y sagt:

      Naja, Hattori Hanzo, gehen Sie mal in die Heimat von Quentin Tarantino und dann werde Sie erleben, was eine „don’t touch“ Mentalität bedeutet. Dort wird ihnen mit einem Hattori-Hanzo-Schwert die Hand abgehauen, wenn Sie es wagen ein fremdes Kind anzulächeln.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Y wem sagen sie das? „Don’t touch“ ist ja nicht schweizerdeutsch.
        Hier im Blog gab es einmal viel Verständnis für die Ami-Mutter die „don’t touch“ rief, weil jemand ihrem umgefallenen Kind aufhelfen wollte. Das hat mich schockiert, wie viele junge Schweizer zu solchen Berührungsphobikern geworden sind.

    • Susi sagt:

      @HH: Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Sie nicht tagtäglich mit Ihren Kindern unterwegs sind, DENN: Ständig die Fremden anlächeln, die über Ihr Kind entzückt sind, ist im Fall extrem anstrengend, insbesondere, wenn man ein Kind hat, das wie meine Tochter im Baby- und Kleinkindalter konstant Blickkontakt zu allen möglichen Leuten gesucht und sie angestrahlt oder auf irgendeine Weise den Clown gemacht hat. Klar war es herzig, aber irgendwann ist man es leid, zum 120. Mal am Tag zurück zu lächeln und eine Ich-weiss-mein-Kind-ist-so-bezaubernd-Miene aufzusetzen. Vor allem, wenn man dazu noch übermüdet ist, schaut man dann halt mal in eine andere Richtung. Das hat nichts mit einem Mangel an Locker- oder Entspanntheit zu tun, sondern damit, sich vor Lächelreizüberflutung zu schützen…

      • Hattori Hanzo sagt:

        Sehen Sie Susi – und in Israel oder in Italien oder in der Türkei ist das eben nicht so. Dort ist die Freude auch nach dem 120.mal ungebrochen.
        Das ist eben eine Schweizer Eigenheit, die Sie an den Tag legen und zu der sie auch stehen. Und die meisten Schweizer halt auch. Jemand aus einer anderen Kultur hingegen stört sich an dieser Kälte.

      • Susi sagt:

        Wieso nennen Sie es „Kälte“? Das ist sehr abwertend.

      • Rahel S sagt:

        Susi- Leute aus anderen Laender nehmen es als „Kaelte“ wahr. Schweizer wirken sehr distanziert und kalt- vorallem beim ersten Eindruck. Wir Schweizer nehmen uns eher nicht also solches wahr. Kennt man Schweizer erst Mal persoenlich (was ein langer Prozess sein kann), ergibt sich dann aber ein wenig ein anderes Bild. So sind wir halt.
        Meine drei blonden Kinder fallen ueberall auf und ich habe absolut kein Problem damit, dass fremde Leute sich mit ihnen unterhalten und sie anlaecheln, sich ab ihnen freuen. Natuerlich gibt es Grenzen, aber die werden eigentlich auch nicht ueberschritten.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Ein Lächeln oder eine Freundlichkeit oder ein Zuwendung, zu ignorieren/ abzuweisen Susi IST Kälte.
        Das ist einfach so.
        Andere sind vielleicht liederlich oder oberflächlich. Wir sind in diesen Dingen (im Vergleich zum den meisten anderen) sehr, sehr kühl.
        Ich empfinde das auch so, obwohl ich selbst Schweizer bin. Und praktisch jeder, der aus einer anderen Kultur stammt empfindet das auch so. Er weiss unsere anderen Eigenheiten sehr zu schätzen. Aber wir müssen nun mal einsehen, dass diese Eigenart (obwohl sie auch positive Aspekte hat), eher zu den wenig attraktiven gehört.

      • Sportpapi sagt:

        Wir Schweizer nehmen uns nicht als solches wahr… 🙂
        Ich kann die Erzählungen hier überhaupt nicht nachvollziehen.

      • Susi sagt:

        @HH: Eine Aussage wie „das ist einfach so“ kommt doch jetzt aber schon sehr, sehr undifferenziert rüber. Wie gesagt, vielleicht ist man einfach erschöpft und mag darum nicht mit anderen kommunizieren. Deswegen ist man nicht kalt, sondern in einem solchen Moment einfach introvertiert. Ob das nun als Kälte wahrgenommen wird, wie Rahel sagt, ist eine andere Geschichte.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Dann müssten sie mal lernen ein Feedback entgegen zu nehmen.
        Nicht immer sogleich selbst rechtfertigen und auch die kleinste Kritik gleich abweisen.

        Jeder aus einer anderen Kultur beschreibt uns als kühl und distanziert. Freundlich und korrekt, sehr positiv – ABER extrem kühl und distanziert. Selbst nördliche, westliche und östliche Nachbarn zeichnen dieses Bild von uns, wie viel mehr jeder, der südlich der Schweiz zu Hause ist.
        Mir ist das auch erst aufgefallen, als ich mehrere Jahre im Ausland gelebt habe. Ich liebe die Schweiz – aber in diesem Punkt gäbe es Potential nach oben.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Susi – ich denke in der heutigen Zeit sollten wir lernen Dinge wieder beim Namen zu nennen.
        Ich bin ja auch so einer wie Sie. Aber nicht alles ist gut.
        Ich kann sehr warmherzig sein und bin es meinetwegen auch im tiefsten Innern meines Herzen. Aber wenn ich gegen Aussen kühl und abweisen bin (aus welchen Gründen auch immer) dann ist das in diesem Moment Kälte. Und ich strahle Kälte aus und bewirke, dass die Gesamtstimmung der Stadt kalt und unpersönlich ist. Das IST ein Fakt.

      • Susi sagt:

        HH: „Dann müssten sie mal lernen ein Feedback entgegen zu nehmen.
        Nicht immer sogleich selbst rechtfertigen und auch die kleinste Kritik gleich abweisen.“

        Meinen Sie mit „sie“ jetzt mich oder die Schweizer?
        Ich selbst kann mit Kritik sehr gut umgehen, dann, wenn sie gerechtfertigt ist und kompetent geübt wird. Sie aber verwechseln, zumindest in meinem Fall, Bequemlichkeit mit Kälte. Warum sollte man eine (Fehl-)Interpretation dieses Verhaltens als „Feedback“ entgegennehmen? Ich rechtfertige nicht, sondern erkläre…

        Übrigens habe ich auch ein paar Jahre im Ausland (USA) gelebt und dabei eigentlich gelernt, dass man gewisse Klischeevorstellungen auch mal überdenken kann.

      • Susi sagt:

        HH: Neinneinneinnein, wenn ich etwas ausstrahle, heisst das nicht, dass es so IST!! Wirklich nicht!!!

        😛

      • Bernhard sagt:

        @SP: „Wir Schweizer nehmen uns nicht als solches wahr… 🙂 Ich kann die Erzählungen hier überhaupt nicht nachvollziehen.“

        Ich glaube, diese Beurteilung (Schweizer = kalt) gilt explizit nicht für Sportlehrer, Fasnächtler und solche, die einem Turnverein angehören! 😉

        Oh, ich habe noch die Gymi-Lehrerinnen mit einem Hang zum Vulgären vergessen! 😀

      • Susi sagt:

        Uff, danke, Bernhard! Ich war schon bestem Weg, mich verfiggtnochmal aufzuregen!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „verfiggtnochmal“

        😀 😀 😀 (kann man einen Smiley auch so machen, dass er nur aus Lachen besteht?

        Ich LIEBE Ihre Art, Susi!! Wirklich! (aber das sagte ich schon ein paar Mal, ich weiss…) 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Hihi! Freue mich auf die Live-Begegnung!

        Die Smiley-Vielfalt habe ich leider nicht soooo im Griff. (-/

      • soso sagt:

        Susi, aus Ihnen spricht genau die Mentallität, die Hattori beschreibt: Sie werten es sogar ab, dass Ihr eigenes Kind kontaktfreudig ist, und ich bin sicher, nach ein paar Jahren Ihrer wertvollen Erziehung wird dem Kind das kontaktfreudig sein abgewöhnt, und es wird genauso ein muffeliger Bürger wie Sie! Und damit wurde die Schweizer Kultur gerettet.

      • Susi sagt:

        @soso: „muffeliger Bürger?“ Sie sind echt lustig, soso, haha!

      • Susi sagt:

        @soso: „…ich bin sicher…“

        Zu glauben, dass Sie aus ein paar Blogkommentaren eine solche Sicherheit gewinnen können, sagt eigentlich mehr über Sie aus, als über mich.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Susi – ich meinte nicht Sie, sondern den Sportpapi.
        Im übrigen liegen sie falsch mit dem Festhalten daran, dass sie kühles, distanziertes Verhalten nicht als Tatsache für Kühl sein akzeptieren wollen. Das ist ein stetes, nutzloses Rechtfertigen.
        Ich bin so wie sie: in meinem Verhalten oft kühl, abweisend. Meine Vertrauten kennen mich gaaaanz anders, aber das andere IST nun mal auch ein Teil von mir. Beschönigen und relativieren hilft mir nicht weiter. Wenn ich es akzeptiere und dazu stehe, kann ich mich hingegen charakterlich weiterentwickeln.

      • Susi sagt:

        @HH: „Im übrigen liegen sie falsch mit dem Festhalten daran, dass sie kühles, distanziertes Verhalten nicht als Tatsache für Kühl sein akzeptieren wollen.“

        Vielleicht kommt’s auch die Definition an. Ich mach mir jetzt grad noch ein paar Gedanken darüber.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Susi 2 / Dann noch zum Argument: lustige Fastnächtler könnten gar nicht kühl und distanziert sein. Totaler Unsinn!
        In solchen Schubladen zu denken ist sowieso naiv Susi.
        Bloss weil ich in der SP bin, heisst das nicht dass ich ein sozialer Mensch bin.
        Bloss weil ich an ein Punkkonzert gehe, heisst das nicht, dass ich nicht ein konservativer Bünzli bin.

        Unsere wahren Einstellungen zweigen sich stets in unseren Urteilen und in unserem Verhalten, nicht in solchen Äusserlichen Zugehörigkeiten.

      • tina sagt:

        hihi
        also turnverein und fasnacht ist der inbegriff von bünzligkeit
        gruss vom punkkonzertbesucher

      • mila sagt:

        @Hattori Hanzo: Nein, man muss nicht kühl sein, um gelegentlich auf ein distanziertes (oder distanzierendes) Verhalten zurückzugreifen. Ich bin, wie ich weiter unten schreibe, gottenfroh darum, mir ein gutes Stück dieser vielfach gescholtenen Schweizer ‚Unkultur‘ abgeschnitten zu haben. Auch in ‚warmherzige‘ Kulturverhältnisse (Ein-)Geborene können davon bisweilen profitieren, und dies meine ich ausdrücklich nicht nur im Hinblick auf die ‚entferntere‘ Alltagsumwelt. Das Gras hat, wie ich es kritisch wie selbstkritisch sehe, überall saftigere und weniger saftige Fleckchen.

      • Susi sagt:

        @HH: Also, nochmal meine Sicht: In besagten Situationen war mein Verhalten nicht kühl, sondern schlicht indifferent. In der Regel war ich mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Kühl bin ich Personen gegenüber, die ich nicht mag; soll ja vorkommen. Das ist eine komplett andere Gefühlshaltung; und wenn so eine Person mich oder mein Verhalten „kühl“ nennt, kann ich das unumwunden bestätigen. Desinteresse als Kühlheit zu interpretieren, ist m.E. einfach ein logischer Fehlschluss. Nur weil jemand nicht lacht, heisst das nicht, dass er deswegen kühl/traurig/wütend ist.

        Zum Fasnacht-Argument: Ich hab grad meine Kommentare nochmals überflogen, aber sowas Hanebüchenes stammt wohl nicht von mir, oder?

      • Susi sagt:

        @tina: Punkkonzert? Ich weiss, dass du das eigentlich nicht so magst, aber ich sagst jetzt trotzdem: Du wirst mir immer sympatischer!
        🙂

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Das mit der Fasnacht kam von mir. War aber nicht als Pro-Argument gedacht. Wobei, wenn ich mich recht besinne: Ich hätte mir gestern ein paar Mal gewünscht, die Hexen, Kobolde und Monster hätten etwas mehr Distanz gewahrt und mich mit Konfetti und Tanzeinlagen verschont. Naja… 😉

        Wahre Nähe und Distanz kommt sowieso aus dem Herzen. Theater spielen können alle. Was nützt es mir, wenn mich jemand anstrahlt, liebevoll umarmt und baci (oder נשיקה) verteilt. Aber sobald ich dieser Person den Rücken zuwende, geht das Gelästere und Geschimpfe los…Dann doch lieber ehrlich distanziert! 🙂

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Ach, DER Kommentar! Aber das ist ja völlig aus dem Kontext gegriffen in HHs Replik!
        Und ich war schon erschrocken, dass ich offenbar einen IHRER Kommentare hahnebüchen genannt habe! 😀

        Ich geh auch immer als Hexe an die Fasnacjt, da muss ich nicht viel Aufwan betreiben.
        Was waren Sie denn?

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Ich geh auch immer als Hexe an die Fasnacjt, da muss ich nicht viel Aufwan betreiben.“

        Haha! Der ist gut! 😀

        Ich hatte dieses Jahr keine Lust auf Verkleidung. Ich war stiller Beobachter am Strassenrand, der sich an den originellen und ausgefallenen Verkleidungen der Umzügler und ihren Wagen/Anhänger erfreute. Und natürlich an den einzelnen Musikgruppen.

        Ausser das mit den Konfetti. Das gibt immer so eine Sauerei daheim… 🙂

        Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie sich Menschen verhalten, wenn sie verkleidet und scheinbar unerkannt unterwegs sind… 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Also, ich zähle mich nicht zu den wahren Fasnächtlern, bin da eher dabei, weil ich mit dem Kind halt einen Vorwand habe und es natürlich schon Spass macht. Aber Halloween finde ich natürlich Pflicht, mit oder ohne Kind. 🙂

        „Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie sich Menschen verhalten, wenn sie verkleidet und scheinbar unerkannt unterwegs sind…“ In der Tat. Darüber gibt’s in der Verhaltenspsychologie sicher ein eigenes Kapitel. 😉

      • Hattori Hanzo sagt:

        Hallo, hallo, hallo -ich muss wieder mal feststellen, dass ich ja auch eine typisch schweizerische kühle, distanzierte Seite habe. Und ich gesagt habe, dass diese Seite auch ihre Vorteile hat. Aber sie ist nun mal typisch für unser Volk. So werden wir von den allermeisten Ausländern (im Gesamturteil sehr positiv) beschrieben: höflich, anständig, korrekt, aber kühl und distanziert.

        Zudem sagte ich nirgends Fastnächtler stehen für Bünzligkeit. Das wäre ja eben das Schubladendenken, das ich ablehne.

      • Sportpapi sagt:

        In welchem Verhältnis stehen eigentlich kühl und distanziert vs. temperamentvoll extrovertiert zum eigentlichen Thema Kinderfreundlichkeit?

      • Franz Vontobel sagt:

        Wow, die grosse Klischee-Show! Schweizer (alle! restlos! das liegt am Schweizer Gen) sind kühl bis kalt, ja schon fast frigide, und je weiter südlich, umso mehr „Lebensfreude“ (Unwort des Jahres 2007, 2008 und 2011) strahlen die Menschen dort aus! Wie z.B. die fröhlichen Jungs von Boko Haram…

        Meine Güte, was für ein Schwurbel – fehlt nur noch ein numero-astrologischer Einwurf von WS. 😀

      • Franz Vontobel sagt:

        dass ich ja auch eine typisch schweizerische kühle, distanzierte Seite habe. Und ich gesagt habe, dass diese Seite auch ihre Vorteile hat. Aber sie ist nun mal typisch für unser Volk.

        Zudem sagte ich nirgends Fastnächtler stehen für Bünzligkeit. Das wäre ja eben das Schubladendenken, das ich ablehne.

        Haha, und das im selben Post! Unglaublich!

      • Hattori Hazno sagt:

        Sportpapi – ich sagte von Anfang an, dass ich die Wortwahl der Autorin unglücklich finde und eben darauf verwiesen, dass ihr Urteil wahrscheinlich mit unserer kühlen Mentalität zusammenhängt. Die einfach JEDEM aus einem anderen Kulturkreis ins Auge fällt. (Da mag unser Troll noch so lachen – das IST einfach so.) Und ich sagte: Ja – das ist ein „Makel“ unserer Kultur, die ich als Gesamtpacket als eine der besten überhaupt halte. Offenbar sind die Meisten nicht fähig, einen differenzierten Standpunkt zu verstehen, bzw. eine Charaktereigenschaft die man selbst hat, auch mal kritisch zu beurteiln

      • Sportpapi sagt:

        @HH: Und wie machen Sie denn den Link von dieser Reserviertheit zu Kinderfreundlichkeit? Und wie ordnen Sie die verwendeten Beispiele dazu ein?

      • Hattori Hanzo sagt:

        Gar nicht – sportpapi – ichredete nie davon. Ich sagte eben „unglücklich ausgedrückter Link“ – aber übertriebene Reserviertheit … Sie können ja meine Posts nochmals durchlesen an Gasser 9:19 … 13 … Mila 10:31 …. Und dann wieder hier rauf an Susi

      • Susi sagt:

        Was ich einfach nicht verstehen kann, ist dieser ewige Aufruf zu „mehr Lockerheit“. Das verkrampfte, verbissene Bemühen um ein lockeres, entspanntes Auftreten ist doch der Gipfel des Paradoxons. Lockerheit bedeutet dann, möglichst fröhlich zu WIRKEN. Und der Gipfel vom Nussgipfel ist, dass man ein „muffliger Bürger“ ist, wenn man nur 119 Mal pro Tag zurück lächelt. Ui. Typisch schweizerisch unterkühlte Mentalität, null kommunikativ, nur 119 Mal zurück gelächelt, gälled.
        Irgendwie etwas irr, sowas.

      • Sportpapi sagt:

        Mann, Susi, bisch wieder am umezahne? 🙂

      • Franz Vontobel sagt:

        Da mag unser Troll noch so lachen

        It takes one to know one, gell…

        Ich lache aber vor allem darüber, dass sie nicht in Schubladen denken, nein sie doch nicht! Aber gleich darauf Aussagen über den Charakter des Schweizers machen – und ganz offenbar noch nicht mal bemerken, wie lächerlich solche Sprüche sind. Pfff….

      • Susi sagt:

        Richtig „locker“ wäre doch, anderen die Freiheit einzugestehen, auch mal ein paar introvertierte Minuten zelebrieren zu dürfen, wenn die schon so selten auftreten, ohne ihnen ums Verwurgen beibringen zu wollen, doch endlich zur typisch schweizerisch-kühlen Mentalität zu stehen. Also ehrlich, HH, wenn Sie mich persönlich kennen würden, müssten Sie wahrscheinlich mal kurz laut lachen ab dieser Charakterisierung.

      • Susi sagt:

        @SP: Ja, woher weisch das? Mir wächst tatsächlich der vierte WEISHEITSzahn.

      • Susi sagt:

        Ich würde ja so gerne weiterstreiten hier, aber jetzt ist Zeit, gute Laune im Klassenzimmer zu verbreiten 🙂

      • mila sagt:

        @Susi: Sehr schön beobachtet. 😉 Dieses angestrengte und teils schon regelrecht verbissene Ringen um umschweizerische Lockerheit endet nicht selten in Anflugsmomenten des grössten Bünzlitums, wenn einem die mühsam aufgesetzte Fröhlichkeitsfassade am Ende doch entgleitet und sich der Hansli wieder als Hansli erkennen muss. Obwohl er so gerne der Giovanni wäre.

        Man tut eben doch gut daran, das Gute am Eigenen selbstreflektiert (an)zuerkennen. Dann kann man auch anderes reflektiert annehmen.

  • Rahel S sagt:

    Da kann ich Caro nur beipflichten. Ich wohne mit unseren 3 Kinder auch in Israel und geniesse es, dass sie einfach dazugehoeren. Natuerlich, unkompliziert- ein (grosser) Teil der Gesellschaft. Ich empfinde die Schweiz zwar nicht als Kinderfeindlich, aber Kinder gehoeren in der Schweiz einfach nicht gleich dazu wie hier in Israel. Und auf der Kehrseite mich stoert mich hier ganu auch dieses „Verhaetschelt“ werden. Ja nicht zu Fuss gehen. Es wird den Kinder alles gegeben/ gekauft/ ermoeglicht- auch wenn sich die Eltern so verschulden. Zum Glueck wohne ich auf dem Land- da ist es nicht so extrem.

    • Dummer Mann sagt:

      Arrogant, Überheblich und plakativer geht’s nicht mehr??

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Dummer Mann

        wenn Sie Ihrem Nick nicht allzuviel Ehre antun möchten, dann erläutern Sie doch einer Unwissenden was an Rahel S‘ Worten arrogant, überheblich und plakativ sein soll…

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Vieles sei mit Kindern in Israel schöner und einfacher. Aber es gibt auch Kehrseiten.‘
    Diese Aussage passt auf die Majorität aller Staaten der Welt.
    Die Kulturen gehen verschieden mit Familie und Kinder um. Die sich moralisch oder sonstwie überlegen sehen (D im III. Reich) investieren in Familie und glorifizieren das Mutter Sein.
    Kulturen, welche sich aufgegeben haben und nur noch ein geschütztes Biotop für konsumierende Individualisten darstellen, können auf Familie verzichten oder das Modell bis zur Unkenntlichkeit verbiegen oder überlasten.
    Dazwischen ist alles fliessend.

    • „Die sich moralisch oder sonstwie überlegen sehen (D im III. Reich) investieren in Familie und glorifizieren das Mutter Sein.“

      HÄ? Also sorry, das finde ich den größten Quatsch, der mir heute per Compi vor die Augen kam! Erklären Sie doch bitte etwas genauer, was das Eine mit dem Anderen (3.Reich) zu tun hat! Danke!

      Unser Problem mit dem „Sozialphänomen“ Kindern, scheint mir eher damit zu tun zu haben, dass wir Schweizer gerne selber recht kindisch sind… Ich beobachte schon länger eine Infantilisierung der Gesellschaft – im ausserberuflichen Bereich – die wohl eine Art Ausgleich sein soll.

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