«Ich will keine Mutter mehr sein»

Das Gefühl, nicht zu genügen: Erschöpfung pur. Foto: Frank Kovalchek (Flickr)

Das beklemmende Gefühl, nicht zu genügen: Betroffene erleben sich selber als schlechte Eltern. Foto: Frank Kovalchek (Flickr)

«Ich will keine Mutter mehr sein.» Als ich den Satz auf Twitter las, konnte ich  nicht anders, als den dazugehörigen Link zu klicken. Ich landete auf dem Blog von «Fräulein im Glück», die über achtsames Elternsein schreibt und sich an besagtem Tag mit diesem einen Satz, dem Wunsch, keine Kinder mehr zu haben, beschäftigte. Sie interviewte eine Elternberaterin zum Thema und fragte diese, ob nicht alle Mütter irgendwann einmal das Bedürfnis verspürten, keine Mutter mehr zu sein. «Absolut!», antwortete die Expertin, «vor allem in der Zeit, wenn die Kinder ganz klein sind und (…) 24/7 nur an uns hängen.»

Es steht ausser Frage, dass das Muttersein phasenweise enorm anstrengend und ermüdend ist. Wie es sich mit grösseren Kindern lebt, kann ich noch nicht beurteilen. Aber als Mutter von kleinen Kindern kann man in der Tat das Gefühl bekommen, kein eigenes Leben mehr zu haben, sozusagen nur noch für jemand anderen zu existieren. Weil man gar keine Zeit und Energie mehr hat, das eigene Leben auch noch zu leben. Kein Wunder, taucht da bei mancher bisweilen das Bedürfnis auf, einfach davonzuspazieren und wenigstens für ein paar Tage alles hinter sich zu lassen.

Ich kenne diese Momente selber auch, in denen ich mir nichts mehr herbeisehne, als wieder einmal Zeit für mich zu haben. Durchzuatmen. Aber mir deshalb zu wünschen, ich wäre keine Mutter mehr? Das käme mir nie in den Sinn, alleine der Gedanke daran schmerzt. «Ich will keine Mutter mehr sein», das hat nichts mehr mit Auszeit und Pause zu tun, das ist endgültig. Der Wunsch nach der endgültigen Trennung von den eigenen Kindern. Und das soll wirklich jede Mutter irgendwann einmal so empfinden?

Bild der perfekten Mutter: Actionfigur SuperMom. Foto: Flickr

Die «Mutter aller Spielzeuge»: Actionfigur SuperMom. Foto: Flickr

Ich konnte das nicht glauben und habe deshalb bei der Pro Juventute nach einer Einschätzung gefragt. Die dortigen Fachleute teilen die absolute Meinung der interviewten Expertin nicht. Es seien wenige Eltern, die so empfinden würden. «Aber es sind doch mehr, als man gemeinhin annimmt», sagt Daniela Melone, Leiterin der Pro Juventute Elternberatung. Die Gründe für solche Gedanken sind vielfältig: Depressionen, Erschöpfungszustände oder eine zu extreme Erwartungshaltung an sich als Mutter oder Vater. «Die Betroffenen erleben sich selber in diesen Situationen als schlechte Eltern», sagt Melone. Der Wunsch, keine Mutter oder kein Vater mehr zu sein, entsteht also nicht etwa aus einem Hass aufs Kind, sondern vielmehr aus Liebe: Man will sich selber dem Kind nicht mehr zumuten und glaubt, das Kleine hätte es besser bei jemand anderem.

Wer erst einmal davon überzeugt ist, eine unzumutbare Mutter zu sein, findet nur schwer wieder aus diesen Gedanken hinaus. «Es ist den Betroffenen häufig nicht mehr möglich, ihren Blick auf Situationen zu richten, in denen sie durchaus genügen», so Melone. Als Angehöriger oder Freund könne man in solchen Fällen am besten helfen, indem man erst einmal ganz neutral nachfrage, woran die Frau denn zu erkennen glaube, alles falsch zu machen. «Und vielleicht kann man sie sogar anregen, auf Spurensuche zu gehen und sich zu fragen, in welchen Situationen im Familienalltag sie sich vielleicht doch ein kleines bisschen genügt hat. Das kann neue Perspektiven eröffnen.»

Die Mehrheit der Mütter erlebt solche Versagensgefühle zum Glück nur für kurze Momente und ist danach schnell wieder mit sich im Reinen. Darüber zu reden hilft aber auch in diesen Fällen. Denn wer offen zugibt, sich in einer Situation als miserable Mama gefühlt zu haben, wird schnell merken, dass es anderen gelegentlich genauso geht. Und kann dadurch vielleicht sein übertriebenes Bild der perfekten Mutter etwas korrigieren, um entspannter durchs Familienleben zu gehen.

Kennen Sie das Gefühl, als Mutter oder Vater nicht zu genügen? Und reden Sie mit Ihrem Partner und Freunden offen darüber? Und was denken Sie, haben wir womöglich alle die Tendenz, gerade in unserer Elternrolle zu hohe Erwartungen an uns selber zu haben?

66 Kommentare zu ««Ich will keine Mutter mehr sein»»

  • LisaMaria sagt:

    Ja Mama sein ist kein zuckerschlecken. Ich glaube viele, vor allem viele junge Mütter unterschätzen das. Ein Kind groß zu ziehen ist mit sehr viel Arbeit verbunden und ich glaube, dass fast jede Mama irgendwann an ihre Grenzen kommt. Ob ich mir jedoch wünschen würde, irgendwann keine Mama mehr zu sein, weiß ich nicht. Ich finde das schon sehr krass….

  • Der Druck, den Mütter sich selbst machen ist enorm. Eine Mischung aus Perfektionismus (denn wenn ich als Mutter perfekt bin, dann mache ich keine Fehler) und Aufopferung (Ich bin vielleicht nicht glücklich, aber so gut, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse hinten an stelle), gepaart mit dem ewigen Begleiter von Müttern, dem schlechten Gewissen. Denn obwohl wir Mütter quasi gottgleich ein Lebewesen erschaffen haben, sind wir eben auch nur Menschen. Mit Fehlern, Bedürfnissen, Ängsten. Mit Gedanken und Gefühlen, die nicht nur liebevoll und gut sind. Auch wenn wir uns abmühen immer das Beste zu tun.

  • Nadine sagt:

    Ich bin Mama aus Leidenschaft, liebe meinen Sohn und meine Familie über alles!
    Trotz allem wünsche ich mir manchmal zeit…Zeit für mich selbst, Zeit für ein Hobby oder einfach mal Zeit für Ruhe und Gedanken. Es ist nicht immer leicht und manchmal wünscht man sich tatsächlich wieder einmal 18 zu sein.

    Doch niemals mehr möchte ich das Lachen vermissen, das Leben, das in unserem Haus ist. Auch ich habe gebraucht um zu versthene, dass es auch unordentlichs ein kann, nicht immer perfekt geputzt oder gekocht. Wir leben hier eben und wir genießen jeden Moment, den wir miteinander verbringen können.

  • nina sagt:

    meine eltern haben sich scheiden ladssen, als ich noch sehr klein war. meine mama war von da an alleinerziehend und sie hat mit später oft erzählt, dass sie immerwieder ein schlechtes gewissen hatte, dass sie nicht so viel da war wie andere eltern. zudem hat sie sich nie zeit für sich selbst nehmen können und lernt dies erst jetzt langsam. ich kann nur aus der perspektive des kindes reden: ich hab es meinen eltern nie böse genommen, weil sie nämlich in den wirklich wichtigen momenten da waren.

  • mrs x sagt:

    zerreissenden gefühle. nicht zu genügen und mich selbst zu verlieren, anderseits meine kinderüber alles zu lieben, nicht ohne sie sein zu wollen. ich arbeite jetzt wieder, versuche mir mehr freiheiten zu nehmen und habe zum glück 2 tolle mamis welche das gefühl auch kennen. es tut gut alles raus zu lassen. und sich neu zu entdecken. ich bin über die letzten jahre entspannter geworden. habe meine ansprüche an den haushalt etc verworfen. und es geht mir so viel besser dabei. trotz schlechten tagen und mal schwarzen gedanken, meine kinder würde ich niemals hergeben. ja, es geht vielen eltern ma

  • mrs x sagt:

    eltern welche sich manchmal so fühlen haben nicht ein herz aus stein. ich zweifle auch nicht an der liebe zu ihren kindern. auch wenn man sich das kind noch so wünscht. es bleibt eine riesen umstellung wenn plötzlich ein kind da ist. es ist nicht immer einfach. ich kenne das gefühl nur zu gut. wenn man denkt man verliere sich selbst. freiräume schaffen ist wichtig. manchmal auch ein bisschen egoistisch sein. reden tut gut. mit meinem partner konnte ich dies nicht sehr gut. er hatte mühe zu verstehen, dass ich mich nicht als gut genug für unsere kinder fühlte; einfach verzweifelt war ob dieser

  • Mel sagt:

    Ich verstehe diese Frauen einfach nicht. Das ist einfach irgendwie nicht natürlich (ihr wart auch mal Kind eurer Mutter, die hat dasselbe machen müssen…), man muss schon ein Herz aus Stein haben um sein eigenes Kind nicht zu mögen. Ich bin selbst Mutter und 1. wenn mein Baby schreit, schreit es aus einem bestimmten Grund und ich zeige Verständnis für seine Bedürfnisse. Und 2., Babys und Kleinkinder schlafen doch recht viel. In dieser Zeit hat auch Mama Zeit zu schlafen, Musik zu hören oder etwas für sich selbst zu tun. Durch Verständnis für sich selbst sind auch die Kids glücklicher.

    • Nora sagt:

      Mel, ja, Babies schlafen tatsächlich viel. Und wenn sie nicht schlafen, dann schreien sie im schlimmsten Fall. Aber sie wollen nicht mithelfen beim kochen, putzen, sie steigen nicht rasch auf den Tisch, sie räumen nicht zig mal die Schubladen aus, sie verlangen nicht zum Hundertsten Mal ein Buch anzuschauen, sie weigern sich nicht etwas bestimmtes anzuziehen etc etc. Babies sind nicht anstrengend. Richtig anstrengend wird es später.

      • Mamma sagt:

        Genau Nora, stimme dir voll zu! Ich empfand meine Kinder als Babies nicht als extrem anstengend. Erst mit der Zeit und dieser seit Jahren dauernden Rund-um-die-Uhr-Belastung kam eine schleichende Unzufriedenheit auf, die in mir vermehrt den Wunsch nach meinem eigenen (alten) Leben weckte. Manchmal sieht man kein Ende dieser ach so voller Pflichten gefüllten Elternphase von Kleinkindern – weil es Jahre dauert, bis die Kinder endlich etwas selbständiger sind. Täglich sind Ausdauer und Nerven gefragt, wie im Leistungssport! Aber: Ich bin keine Leistungssportlerin, sondern ein normaler Mensch!

  • cyan jaeger sagt:

    Kurz nach der Geburt unserer Tochter fragte ich mich des öfteren ob ich als Vater genüge und ihr das bieten kann, was sie braucht… nachdem ich von verschiedenen Seiten mitbekommen habe was einen guten Vater ausmacht, habe ich die Lösung gefunden: Absolutes Desinteresse an anderer Leute Meinung, beachten meines eigenen Richtig/Falsch-Gefühls und beobachten meiner Tochter.
    Seither fühle ich mich als Vater zwar nicht immer toll aber ich glaube auf dem richtigen Weg zu sein.

  • Luise sagt:

    @Melida: Kinder bleiben immer unsere Kinder. Aber heute gibt es ja die Möglichkeit, rasch wieder in den Beruf einzusteigen. Kinder und Beruf schliessen sich doch nicht aus!

  • Oliva Moone sagt:

    Ich bringe hier ein noch kontroverseres Thema. Wie geht ihr als Mutter damit um, dass ihr Kleinkinder nicht mögt? Ich fühle mich in der Nähe von kleinen Kindern sehr unwohl und hasse es auf Spielplätze zu gehen. Ich bin ein ruhiger Typ, mag es allein zu sein, klassische Musik, zu reisen usw. alles was mit Kind nicht mehr geniessbar ist. Ich liebe Stille. Mutter eines Kleinkindes zu sein ist für mich permanenter Stress. Irgendwelche Tips? Autogenes Training mache ich, Oropax habe ich, Drogen nehme ich nicht.

    • Franziska sagt:

      Oliva Moone, ich habe leider keine klaren Antworten auf ihre Fragen. Es wäre spannend zu wissen was mit dem Vater ist. Könnte er mit dem Kind am Wochenende jeweils auf den Spielplatz, damit sie einige Stunden Stille haben? Ich suche mir jeden Tag mindestens 30/60 Minuten Stille im Chaos und fühle mich seither ein bisschen besser. Klassische Musik geht meiner Meinung nach sehr gut und bringt, zumindest bei uns, immer mehr Ruhe in die Wohnung, doch nicht alle Kinder mögen Klassik, da hatte ich wohl Glück. Ich wünsche ihnen viel Glück auf der Suche nach ihrer, vielleicht auch inneren (?) Stille.

      • Andrea sagt:

        Was ich stressig finde, ist, dass ich das Zentrum der Aufmerksamkeit bin, seit ich Kinder habe („Maaami ! wäisch was…“). Ich bin lieber die Person, die vom Rand aus beobachtet. Bin sehr froh, sind meine Kinder den Tag über in der Kita, damit ich mich dann mit meiner Forschung befassen kann. Zu Randzeiten und an Wochenenden geniesse ich die Kinder schon, unter der Woche dann aber die Ruhe meiner Forschungsarbeit.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich vermute mal, Sie sind zu alt für eine Mutterschaft. Mit 19 ist man die ideale Mutter, noch nicht Wissenschaftlerin und mag meist noch Trubel, weniger klassische Musik.

  • Oliva Moone sagt:

    Kleinkinder sind sehr anstrengend und manchmal einfach nur grenzwertig. Was aber noch mehr nervt ist, dass ich mir als Mutter ab und zu wie ein Roboter vorkomme: die ganze Zeit dem Nachwuchs nachrennen, ohne jegliche Freude im Leben, einfach Tasklist abhaken. Der Spassfaktor ist gleich Null weil ich nicht gerne mit Kindern spiele. Ich mache es aus Pflichtgefühl, aber es ist für mich so spannend wie Steuerabrechnung oder Staubsaugen (ich würde lieber saugen als spielen). Deshalb: wäre ich gerne mal wieder kinderlos? Ja, und in 15 Jahren bin ich es auch wieder, wenn mein Sohn volljährig ist!

  • Luise sagt:

    „Keine Mutter mehr sein wollen“ spricht ein grosses Tabu an. Es ist sehr schwer, vor sich und anderen dazu zu stehen dass man mit der Mutterrolle oft hoffnungslos überfordert ist und einfach nur wieder einmal sich selber sein möchte. Deshalb war ich froh, recht bald wieder arbeiten zu können. Das gab einen gesunden Ausgleich.

  • Melina Gados sagt:

    Ich wurde ungeplant Mutter im Alter von 40 Jahren. Ich hatte 40 Jahre erfolgreich vermieden schwanger zu werden, leider vergass ich wegen einem Beinbruch die Pille und danach hatte ich den Mut nicht abzutreiben. Da ich finanziell in gesicherten Verhältnissen lebe und mein Mann und ich seit 10 Jahren glücklich verheiratet sind, haben wir das Kind, unseren Sohn, behalten. Ich hatte nie im Leben vor Mutter zu werden, mein ganzes Restleben war schon als kinderfrei geplant und mit der Geburt meines Sohnes zerbrach mein ganzes Leben und ich musste mich neu orientieren.

    • Melina Gados sagt:

      Ich tue mich schwer damit Mutter zu sein, da es nie ein Lebensziel von mir war und ich es nicht unbedingt mit positiven Eigenschaften assoziiere. Mein Sohn tut mir sehr leid, dass er in eine Familie geboren worden ist, welche zu 100% auf kinderlos eingerichtet war und ist. Wir tun unser Bestes, aber es ist für uns so als ob man uns einen Seehund geschenkt hat und wir verzweifelt versuchen diesen in der Badewanne zu halten. Er ist nun fast 3 Jahre alt und ich freue mich über jede Minute die er älter und selbständiger wird.

      • Melina Gados sagt:

        Für mich ist Elternsein vor allem mit Verzicht verbunden. Ich musste meine beruflichen Ziele anpassen, meine privaten Träume beerdigen, meine Hoffnungen begraben und plötzlich werden von allen Seiten Ansprüche an mich gestellt, die ich früher als Wissenschaftlerin nicht zu erfüllen hatte. Ich liebe meinen Sohn sehr und wir haben ein sehr inniges Verhältnis, aber ich bin kein mütterlicher Typ und musste mich mit dieser unangenehmen Situation arrangieren. Der Trost: es geht vorbei, Kleinkinder werden älter! Die Geburt meines Sohnes war wie ein Tod für mich und ich zähle die Tage bis er 18 ist.

      • Clemens sagt:

        Melina, Respekt vor Ihrer Offenheit! Mir geht es als Vater vielfach ähnlich, wie sie es beschreiben. Das Irrationale eines Kleinkinds kann einen Kopfmenschen (vor allem, wenn er zu Introversion neigt) tatsächlich manchmal fast in den Wahnsinn treiben. Gelungen finde ich Ihren Vergleich der Geburt des Kindes mit dem Tod. Auch ich musste in der ersten Zeit meiner Vaterschaft Trauerarbeit leisten und vom alten Leben und der Ruhe Abschied nehmen…

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Ich musste meine beruflichen Ziele anpassen, meine privaten Träume beerdigen, meine Hoffnungen begraben und plötzlich werden von allen Seiten Ansprüche an mich gestellt, die ich früher als Wissenschaftlerin nicht zu erfüllen hatte.‘

        Das ist ein gesellschaftlicher Artefakt, der nicht an der eigenen Person, sondern an der Gesellschaft zu verändern ist.

    • Carolina sagt:

      Melida, in Ihrem Text fällt mir vor allem diese Zerrissenheit zwischen ‚Ich liebe meinen Sohn sehr‘ und ‚die Geburt….. war wie ein Tod für mich‘ auf. Wenn ich darf, würde ich Ihnen gern sagen, dass es DIE Mutterliebe nicht gibt. Es gibt so viele Varianten von Liebe, soviele unterschiedliche Arten davon, wie man Liebe ausdrücken kann. Und mir scheint, damit, dass Sie die Verantwortung übernommen haben, dass Sie Ihrem Sohn Geborgenheit und Sicherheit schenken, beweisen Sie Ihre Art von Liebe jeden Tag. Seien Sie vielleicht ein wenig gnädiger mit sich selber! Und ziehen Sie in Betracht, die

      • Carolina sagt:

        /2 Teile Ihres Lebens, die Ihnen so wichtig waren, wieder langsam in Ihr jetziges Leben hineinzuholen, wenn auch natürlich in veränderter Form. Ihr Kind wird in keiner Form darunter leiden, dass Sie auch ein ‚eigenes Leben‘ haben, vor allem, wenn Sie, wie Sie sagen, mit ihm eine innige Beziehung haben. Ich glaube, Sie sind auf einem guten Weg – es hätte vieles schlimmer sein können. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

    • P.S. sagt:

      Ich kann das was sie schreiben nicht nachvollziehen. Ganz einfach weil ich nicht in ihrer Situation bin. Aber ich hoffe sie koennen die Sache von dieser Seite mal betrachten: Auch wenn diese Jahre mühsam und beknackt sind – wenn man in eine Situation gerät die man vermeiden wollte – wenn sie pensioniert sind, und ihr Sohn einigermassen gerade herauskommt, dann werden sie, wenn er erwachsen ist, unendlich viel zurückerhalten. Und ich denke sie werden sich, gerade als Wissenschaftlerin, freuen, dass sie dieses Abenteuer doch mitgemacht haben.
      In welchem Bereich forschten/forschen sie?

      • Andrea sagt:

        Melinda, sobald meine Kinder fünf Jahre alt waren, fand ich die Situation bedeutend einfacher. Dreijährige Kinder sind immer noch sehr anstrengend, und das Irrationale in ihrem Verhalten ist für stark vernunftsgeleitete Leute, wie Wissenschaftler oft sind, schwer zu ertragen. Ich bin auch nicht der Muttertyp, basteln und Spielplätze sind nicht mein Ding, bin ebenfalls Wissenschaftlerin und erlebe in der Wissenschaft „flow“-Gefühle. Ich kann einen ganzen Tag lang komplizierste Forschungen durchführen, dann bin ich zehn Minuten mit meinen Kindern am Abend und müder als den ganzen Tag über.

      • Nina sagt:

        Du hast Glück. Bei mir haben die Probleme erst so richtig angefangen, seit meine Tochter 5 ist. 🙁

      • Melina sagt:

        Mein Gebiet ist ein Nischenthema in der Informatik, ich arbeite auch Teilzeit in einem sehr anspruchsvollen Job. Und es nervt ungemein mitten im „Flow“ alles abzubrechen, um Sohn von der Kita abzuholen und sich mental auf Abendessen kochen/ Kind betreuen einzustellen. Ich glaube ich wäre lieber im Knast, dann könnte ich wenigstens ab und zu ungestört lesen. Ich kann nicht mal allein aufs Klo und ich bin übrigens nicht alleinerziehend. 🙂

      • Andrea sagt:

        Oh ja, das kenne ich. Man hat ständig ein Anhängsel, und das ist für Leute, die gerne selbstbestimmt arbeiten, nicht einfach. Immerhin geht das mit der Zeit besser, denn die Selbständigkeit der Kinder nimmt zu, und die ersten paar Jahre sind im Rückblick wenig im Vergleich zu der Zeit, wo die Kinder selbständiger sind. Der Unterbruch der Flow-Gefühle von der Arbeit wegen der profanen Familienarbeit, ja, das ist nervig, und man ist deswegen nicht mehr gleich effizient wie früher. Allerdings geniesse ich beide Bereiche des Lebens so umso mehr, Familie und Arbeit.

    • Andrea sagt:

      Die Probleme, welche fünfjahrige Kinder haben, fand ich einfacher zu lösen als diejenigen, welche dreijährige haben. Mir liegt die vernunftsorientertere Art der Problemlösung eher als diejenige, die man mit irrationalen, wenn auch herzigen, Dreijährigen braucht. Darum fand ich es einfacher, als die Kinder grösser wurden.

      • Marie-Anne sagt:

        Melina, ein Au-pair würde einen grossen Teil Deiner Probleme lösen. Du hättest viel mehr Freiräume, zögere nicht.

    • Mike sagt:

      Melina, sehr mutig und offenherzig. Ich bin schon seit 29 Jahren mit meiner Frau zusammen (High School Sweethearts) und wir sind nach wie vor sehr glücklich zusammen ohne Kinder. Weil man sich im jungen Alter aber nie 100% sicher sein kann ob dieser Wunch mal kommt, habe ich mit einer Vasektomie gewartet bis ich 40 war (ist ja viel einfacher als eine Sterillisation der Frau). Das einzige was mich also an Ihrer „Schicksals“-Geschichte überrascht, ist das sie sich beide also nie vorher so einen Eingriff überlegt haben – wenn doch Ihre absolute Priorität im Leben das kinderfrei bleiben war…

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Obwohl ich selber oft am Anschlag war, habe ich nie einen Moment keine Mutter sein wollen, aber den Ehemann abgesägt hätte ich schon gerne. Hat lange gedauert bis ich den Mut dazu hatte, aber schlussendlich nie bereut in all den Jahren nicht.

  • Hermann sagt:

    Meine Frau sagt mir ins Gesicht, dass ich ein schlechter Vater sei, da ich den Kindern erlaube, ab und zu you tube zu sehen oder PS3 zu spielen, statt mit ihnen Schach zu spielen oder IQ fördernde Kartenspiele, die sie sorgfältig ausgesucht hat. Der 13 Jährige soll nun auch noch Akupunktur bekommen, damit er gerade wächst. Da ich das dumm finde, bin ich ein Versager als Vater. Da braucht man keine Depression um sich zu übergeben.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Warum bleiben Sie bei Ihrer Frau?

      Ich selber bin auch der Meinung, dass mein Ex ein schlechter Vater ist, aber da sind ganz andere Gründe und Probleme.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Warum bleiben Sie bei Ihrer Frau?‘
        Weil Herrmann konfliktfähig ist, was in seinem sehr gut formulierten Beitrag deutlich zum Ausdruck kommt.
        Mach weiter so, Herrmann, am Ende erziehst Du nicht nur das Kind, sondern auch die Frau.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Nun, wenn er sich quasi übergeben muss, sehen ich nicht, dass er diese Situation gut aushält. Irgendwann ist jede Konfliktfähigkeit versiegt und man will nur noch weg. Sowieso; um diese Konflikte zu bewältigen braucht es 2. Was, wenn die andere Person nicht konfliktfähig ist? Dann dreht man sich immer im Kreis.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das mit dem Erbrechen ist rhetorische Floskel. Es reicht, wenn einer am Anfang konfliktfähig ist und es dem anderen Schritt für Schritt auch ermöglicht.

  • Mara sagt:

    Ich kann dem Artikel zustimmen! Ich hatte selbst solche Phasen, wo ich dachte: „Mein Gott, wie konnte ich nur so viele Kinder in die Welt setzen!“ Ich kann aber darüber reden, und seitdem erfahre ich viel von den Gedanken meiner Mitmütter. Das erleichtert enorm. Seitdem ich so viele Kinder habe, bin ich auch gelassener geworden, ich will gar nicht mehr „alles“ richtig machen. Das ist auch wichtig für Kinder, dass sie merken, die Eltern und überhaupt Menschen sind nicht perfekt. Vielmehr lege ich Wert auf Humor, gemeinsame Aktionen, die allen Spaß machen, und genießen in jeder Form. 🙂

  • Marie sagt:

    „Gut genug“ reicht. Das ist mein Leitsatz – denn er lässt auch Fehler zu.

    • alieno sagt:

      Ich bin hier wohl ganz der Ingenieur. Funktionieren muss es, aber dann ist gut. Gepützelt wird nichts, „abgeschleckt“ wie es mein Vater mal wunderschön ausdrückte, schon gar nichts.

    • plop sagt:

      Es gibt ein Buch mit diesem Titel (Gut Genug) von Birgit Vanderbecke – geben Sie dieses Buch allerdings NIE einer schwangeren Frau… ich hab das mal gemacht, selber noch weit davon entfernt an Kinder zu denken. Die Frau war schockiert…

      An die Männer hier: ich erwähne dieses Buch nicht das erste mal hier im MB, aber lest mal „Zwanzig Tage mit Julian und little Bunny“ von Nathaniel Hawthorne. Es lohnt sich absolut!

    • tststs sagt:

      Haha, ich mach’s mir da noch bequemer, ich tu‘ einfach und überlasse die Bewertung, ob mein Tun „gut“ ist (oder nicht) gleich den anderen… 😉

    • Hotel Papa sagt:

      Vorgestern an der Mäss über das folgende Schild gestolpert:
      „Great moms have sticky floors, dirty ovens, and happy kids“

      Mich gefragt, wo das Pendant für Pops bleibt, und dann eingesehen, dass es denen wohl nicht positiv angerechnet würde…

    • 13 sagt:

      Völlig Ihrer Meinung. So lange alle glücklich sind, sie regelmässig zu essen bekommen und der Hygienezustand nicht gesundheitsgefährdend ist, ist alles ok (das letztgenannte bezieht sich auf die Kinder und die Wohnung).

      • Franziska sagt:

        Das finde ich auch 13. Nur dumm, dass ich im Moment zu 100% zu Hause bin und diese blöde innere Stimme nicht abstellen kann, dass es doch perfekter sein müsste, da ich ja „nicht“ arbeite. Es ist nicht einmal so, dass mein Umfeld das sagen würde – obwohl ich im Vergleich zu anderen Haushalte, wo meist beide Elternteile erwerbstätig sind, immer irgendwie „schlechter“ abschneide… Zum Glück entspannen mich die gemeinsamen Nachmittage, die wir bei jedem Wetter (ausser es donnert und blitzt) draussen verbringen. Das macht mich und meinen Sohn wieder glücklich 🙂

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Das macht mich und meinen Sohn wieder glücklich‘
        Das reicht vollständig. Alles andere ist irrelevant.

  • michi sagt:

    Klar, wir sind hier auf dem „Mamablog“, jedoch gibt es das Phänomen nicht nur bei Frauen….auch Väter (vor allem solche welche sich in der Erziehung aktiv involvieren…) kennen das Gefühl….wäre vielleicht auch mal Wert gewesen zu beleuchten und nicht nur im letzten Satz beiläufig nach den Vätern zu fragen….

    • tststs sagt:

      Michi, das versteht sich doch eigentlich von selbst, dass es hier immer um Eltern geht…die Autorin ist aber eine Frau und so schreibt sie von sich als „Mutter“.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Lieber Michi, ich rede ganz bewusst mehrmals von Eltern, nicht nur Müttern. Aber in besagtem Interview ist von Müttern die Rede und ja, ich selber bin auch eine, deshalb stehen Mütter im Zentrum.

      • Maier Tom sagt:

        geht schon in Ordnung, haben wir mit gekriegt, wir Männer. Aber als Papili der sich mehr als nur als Ernährer sieht, fühlt man sich manchmal ein bisschen wie ein Alien und schaut halt in den Mamablog. Dort .. auch naturgegeben .. sind die Themen halt eher ans Feminine angelehnt und so wird der Kommentar von Michi entstanden sein. , .. fühle voll mit. Danke Michi

  • carol sagt:

    “ übertriebenes Bild der perfekten Mutter etwas korrigieren“ – dieser Satz sagt eigentlich alles. Bloss, wie soll man/frau da vorgehen? Es braucht allerdings eine gute Portion Eigenständigkeit, Ehrlichkeit mit seinen Gefühlen (nicht gerade weit verbreitet, hierzulande) und Verzicht auf ständiges Vergleichen mit anderen..

    • Peter Meier sagt:

      Merci für das man. Fühle mich als Vater auch oft so. Vor allem, wenn die petite madame nur herumschreit, petit monsieur nicht zwäg ist und man irgendwie nur am putzen, wickeln, kochen und zusammenschei**en ist. Schreckliche Momente. Im Moment bin ich ein wenig Anhänger der don’t give a fu*k – Einstellung. Je weniger mich was kratzt, desto weniger bin ich auch überfordert..

      • Jan Zbinden sagt:

        Ich versuch’s mit der Anpassung meiner Erwartungen an einen Tag (jeweils Freitag) mit drei Rabauken (3, 6 und 9). Als „Anfängervater“ hab ich versucht, die Events zu planen, was dazu geführt hat dass ich am Ende des Tages mit meiner Planung zu 1/3 durch und mit meinen Nerven am Ende war. Jetzt plane ich nicht mehr (ausser das Mittagessen). Es geht viel besser, und obwohl wir selten viel gemacht haben, sind die Freitage meistens schön, auch für meine Jungs (sagen sie zumindest).

      • Stefan Moser sagt:

        Sich einzugestehen, dass man manchmal ans Limit kommt ist das eine. Mir hilfts jeweils, wenn ich mir dann sage, dass Kleinkinder emotional und körperlich zu hundert Prozent von uns abhängig sind. Sie toben vielleicht auch, weil sie es wissen, weil wir nicht das tun, was sie grad wollen. Sie tuns nicht aus bösem Willen. Kinder können einfach keine Gefühle verbergen – weder Freude, noch Wut oder Ärger.

      • tststs sagt:

        Ganz genau Herr Meier! Viele Eltern nehmen IMHO das Benehmen ihrer Kinder viel zu persönlich!
        Ganz genau Herr Zbinden! Planwirtschaft hat noch nie funktioniert 😉
        Ganz genau Herr Moser! Nicht jedes Verhalten der Kinder muss elternbezogen analysiert werden; vieles, das Eltern stresst, gehört zur kindlichen Entwicklung; die Akzeptanz (resp. Hinnehmen, vgl. Hr. Meier) dessen entspannt jedoch ungemein!
        Ganz genau, carol! Resp. manchmal frage ich mich, wie gestresst gewisse Eltern sein können, wenn sie noch Zeit haben, sich ständig zu vergleichen und hinterfragen 😉

      • 13 sagt:

        Sie sagen etwas sehr wichtiges Herr Moser. Kleinkinder sind zu Hundert Prozent von UNS abhängig. Nicht nur von der Mutter, sondern von beiden Elternteilen und so leid es mir tut, glaube ich, dass (in Familien, wo man zu zweit ist), etwas schief läuft, wenn ein Elternteil 24/7 ein Anhängsel hat. Kurze Auszeitmomente tun jedem Menschen gut und sei das nur, um 30 Min. im Bett ohne Störung zu lesen, es muss ja nicht gleich ein Solo-Hawaii-Trip sein. Wenn man zu zweit ist, muss das einfach drinliegen, dass sich einer kurz mal abseilt, dann kommen solche Gedanken nicht so schnell.

      • Manni Mann sagt:

        Muss mich Zbinden anschliessen. Den grössten Frust und auch Fehlverhalten meinerseits gibt es immer dann, wenn ich schon eine fixe Vorstellung habe, wie der Tag laufen soll – und dann alles anders kommt.
        Ich wundere mich stets über die Familien welche ihre WE schon über Monate verplant haben.

  • Muttis Liebling sagt:

    Der Aspekt ‚übertriebenes Bild der perfekten Mutter ‚, reiht sich nahtlos ein in andere idealisierte Bewertungsmuster, welche seit 1976, dem Zeitpunkt der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Sättigung in den meisten entwickelten Industrieländern, die Eigen- und Fremdbewertung von Personen in diesen verzerrt, bzw. übersteuert.
    Die objektive Verbesserung aller materiellen Lebensumstände erweitert den Kreis der Menschen, welche den jeweiligen Normbegriff erfüllen. Dem steuert Idealisierung entgegen, die Verschärfung von Toleranzgrenzen hält das Mass.

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Dies passiert überwiegend gesteuert, aber auch unbewusst. Bezüglich des Gesundheitsbegriffs habe ich das gestern schon genannt. Mit einer einzigen Grenzwertänderung für den Cholesterinspiegel hat sich die Zahl der ang. Hypercholesterinämie- Patienten verdreifacht. Dies zu einem Zeitpunkt, als der ‚Markt‘ für Statine (Med. welche die Produktion von Cholesterin in der eigenen Leber dämpfen) übersättigt war.

      Wie die Krankheits-, brauchen auch die Kinderaufzuchtbewirtschafter permanent verunsicherte potentielle Kunden. Das hört nicht auf und irgendwann muss jede Mutter und jeder Scheinkranke

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ sich aus diesem Druck- System verabschieden. Kluge Frauen und Männer machen das gleich am Anfang, alle anderen zu spät mit der Konsequenz der Selbsterzeugung von schlechtem Gewissen und Geldverschwendung, ohne am Ende ein Deut besser dazu stehen, als die, welche schon Schritt 1 verweigert haben.

      Es gibt eine ganz kleine Fraktion, die wie ich kein Interesse an emotionalen Beziehungen zu anderen Menschen haben. Das therapiert man auch nicht weg. Trotzdem reicht es meist für die eigenen Kinder, nur ein ganz kleiner Teil von uns <<1% kann selbst das nicht. Lohnt nicht der näheren Betrachtung.

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