Die Welt ist kein Disney-Film

Ein Papablog von Daniel Böniger*

Selbst bei «Bambi» gibt es einen Jäger: Im süssesten aller Disney-Klassiker erschiesst er die Mutter des kleinen Rehs. Foto: Walt Disney Company

Ein Promillegrenzwert für Jäger? Ich bin zu wenig sachkundig, um das beurteilen zu können. Eine periodische Überprüfung der Jagdeignung und der Treffsicherheit? Auch dazu habe ich keine fundierte Meinung. Wo ich allerdings parteiisch bin, ist ein dritter Punkt aus der jüngst im Kanton Graubünden eingereichten Volksinitiative von Tierschützern: Gefordert wird, dass künftig Kinder unter 12 Jahren nicht mehr als Begleiter an der Jagd teilnehmen dürfen. Was für ein Blödsinn!

Letzte Woche sind Reporter der Sendung «10 vor 10» mitgegangen, als Andres Scherrer mit seinen beiden Buben Elias und Simon auf der Pirsch war. Beide Kinder meinten, «es bitzli leid tuet s mer scho», als das Gewehr auf einen Gamsbock gerichtet wurde. Und es diesem ans Lebendige ging. Allerdings waren sie dann auch dabei, als der Vater dem Tier die letzte Ehre erwies und einen gefühlsamen Jodel zum Abschied intonierte. Was das Fernsehen da gezeigt hat, war sehr würdevoll – auch wenn es bekanntlich nie schön ist, wenn Tiere sterben müssen, um gegessen zu werden.

Kinder auf der Jagd sollen verboten werden? Damit sie am Ende vielleicht glauben, dass Poulets schon eingeschweisst in der Folie am Baum wachsen? Oder dass die Hasen wie beim Tierarzt erst sanft einschlafen, bevor man ihnen den Bauch aufschlitzt? Irgendwie gefällt mir der Bündner Vorstoss nicht.

Wollten die Initianten ernsthaft etwas fürs gemeine Tierwohl tun, dann sollten sie eigentlich fordern, dass die Kids im Schulalter dabei sein müssen, wenn Schweine zum Schlachthof gekarrt werden. Wenn Hühner eins nach dem anderen im Wasserbad von Elektroschocks betäubt werden, bevor man ihnen die Federn ausrupft. Man könnte dem Nachwuchs zeigen, wie Kälber mit Bolzenschussgeräten im Akkord ins Jenseits befördert werden – obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es einen Tierhimmel überhaupt gibt.

Man darf nicht vergessen: Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ein gesundes Flair für falsch und richtig – ich gehe schwer davon aus, dass meine (vielleicht leicht überspitzten) Vorschläge deutlich mehr dazu beitragen würden, damit die Kleinen weniger Wienerli und Salami verspeisten. Was letztlich auch die Herstellung dieser Produkte einschränken würde.

Bis dahin essen wir aber wohl oder übel weiterhin Fleisch, und die Kinder dürfen ruhig die Wahrheit darüber kennen.

Quelle: SRF

*Daniel Böniger ist Teilzeit-Hausmann und Redaktor des «Tages-Anzeigers». Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

162 Kommentare zu «Die Welt ist kein Disney-Film»

  • Alex sagt:

    In Betracht auf die Fleischindustrie hoffe ich das alle Tierschützer, welche in diesem Thema zu Wort kommen, Vegetarier sind…. ansonsten nimmt Euch keiner ernst!

  • Bernhard Trachsel sagt:

    Herr Böniger tut das, was Journalisten jeweils tun, wenn sie sich mit der Materie nicht auseinandesetzen wollen: den Oberlehrer spielen und den Tierschützern vorschreiben, was sie gescheiter tun sollten. Es geht ja nicht um Fleischkonsum, sondern um Missstände in der Jagd. Davon gibt es bekanntlich viele und die werden dank der Strukturen im Schweizer Jagdwesen meist unter den Tisch gekehrt. Etwas Recherche bei Insidern würde schnell zu Tage bringen, was in den Revieren wirklich abläuft. Männerseilschaften, Folklore und Alkohol haben in einem professionellen Wildtiermanagement nichts verloren.

  • Marcus Breulmann sagt:

    Herr Böniger! Super! Kompliment an die Basler Zeitung! Es ist Zeit etwas gegen die Volksverblödung zu tun. Während Kind im Internet – Big Macs verschlingend und Reste verweigernd- Aliens abschiesst oder anderweitig nachlädt, googelt Elternteil im Internet und versucht die Welt zu retten.
    Der „SUV“ ist gut geparkt, den Garten macht der Gärtner hervorragend und der Thai-Urlaub ist gebucht. Mutter, wann sind die Schnitzel fertig?
    Walt Disney hat es 1942 geschafft der Gesellschaft glauben zu machen Bambi`s Vater ist ein Hirsch und die Mami ein Reh. Wie geht das denn? Perception is Reality.

  • Heinz Müller sagt:

    Liebe Jäger, das Gelaber von der „letzten Ehre“ die ihr dem Tier, das ihr gerade über den Haufen geschossen habt, erweist, ist einfach nur absurd. Wieso wollt ihr das den Kindern beibringen? Wohl vor allem weil euch das kein Erwachsener der halbwegs bei Verstand ist abkaufen wird. 🙂

  • Hans Huber sagt:

    Herr Böniger,
    Da Sie keine Meinung haben zu
    – Promillegrenzwert für Jäger
    – periodische Überprüfung der Jagdeignung
    – periodische Überprüfung der Treffsicherheit

    interessiert ihre Meinung zum Thema auch für andere Fragen nicht.

    Dass Sie Kinder an die Jagd schicken wollen, zeigt auch, dass Sie von der Jagd keine Ahnung haben. Wahrscheinlich denken Sie von der Jagd als Erweiterung ihrer Pfadfinder-Erfahrungen mit Brätlen und Aufträgen ausführen und Spitznamen verteilen.

    Ein paar Hausaufgaben wenn es recht ist?!
    Private Vereine, Gemeinde, Vetterliwirtschaft, Rechtes Gedankengut…

    • Fred Niederer sagt:

      Hm, Herr Huber, Artikel gelesen? Herr Böniger will die Kinder ja nicht unbedingt mit auf die Jagd schicken, er findet es nur Käse dies gar noch zu verbieten und fände es konsequenter und zielgerichteter wenn die Kreise die diese Idee haben, Führungen in Schlachthöfen für Kinder anbieten würde

  • Rémy sagt:

    Es gibt viel Fäden die im Hintergrund gezogen werden, und wir Erwachsenen wollen auch nicht immer die Wahrheit sehen. Ich finde den Vorschlag mit dem Besuch im Schlachthof gut, aber das wird nie geschehen: die Fleischindustrie würde es nicht wollen denn es würde ein Haufen kleine Vegetarier produzieren, und am anderen Ende des Spektrum würden Eltern und Kinderpsychologen auf das Trauma hinweisen, dass die Kinder mit sich tragen würden. Der Tod, sei’s der von Tieren oder von Menschen, wird bewusst aus unserem Alltag ausgesondert, denn wer an den Tod denkt wird kein guter Konsument!

    • Markus Petersen sagt:

      Kann das – notabene als Fleischesser – nur unterschreiben. Wer nicht fähig wäre, ein Tier selber zu töten, sollte konsequenterweise Vegetarier werden. Kinder auf der Jagd ist direkte Aufklärung darüber, woher das kommt was auf dem Teller steht. Es ist ein Witz dass dies kritisiert wird und nicht die Tatsache, dass wohl 9 von 10 Kinder überhaupt nicht wissen (und viele Erwachsene nicht wissen wollen), woher eigentlich das Fleisch in der Klarsichtfolie herkommt und wie das hergestellt wird.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    „Allerdings waren sie dann auch dabei, als der Vater dem Tier die letzte Ehre erwies und einen gefühlsamen Jodel zum Abschied intonierte.“ Was für ein Blödsinn und welch hirnverannte Verlogenheit. Man ermordet ein Tier aus niederen Motiven und „erweist ihm dann die letzte Ehre“. Solches Handeln sagt alles über den Geisteszustand der Vertreter der Jägerzunft. Man stelle sich vor, man würde dies unter Menschen ebenso praktizieren.

    • Ulrich Gassner sagt:

      Ja genau, das ist ‚Mord‘!!!! Und jeder Wolf, der ein Schaf reisst, gehört als Mörder vor Gericht!!!

      So ein bodenloser Schwachsinn.

    • Susi sagt:

      Hanspeter Niederer: Sie haben offenbar keine Ahnung. Diese Tiere werden zur Jagd freigegeben, um den Bestand zu regulieren. Hier von „Mord“ zu sprechen und die Situation auch noch auf die Menschen zu übertragen, ist einfach nur lächerlich.

      Das Problem ist nicht die Jagd, sondern die Massentierhaltung.

    • Daddy sagt:

      @Hanspeter Niederer: Es war ein bisschen spät für Sie heute morgen was? Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie man einen solchen Mist schreiben kann!

      • Lotte Heinz sagt:

        Was ich als Kind auf der Jagd gelernt habe?Fleisch wächst nicht auf dem Baum,jedem Lebewesen gebührt Ehre,wenn man es isst.Ich selbst verblase jedes Stück,das ich geschossen habe mit Inbrunst,es ist ein hohes Gut über anderer Leben zu entscheiden.Ja,es mag eine spezielle Tradition sein,aber ich würde genau deshalb nie ein totes Güggeli aus dem Coop kaufen.Da esse ich dann lieber vegetarisch,ich möchte wissen,was da auf meinem Teller liegt,aber ich verleugne auch nicht,dass Menschen von Natur aus Allesfresser sind.Fleisch gehört in Massen zu einer gesunden Ernährung.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Tiere werde nicht „gemordet“ das geht nur innerhalb derselben Spezie, rein semantisch. Verlogen ist einzige Derjenige der leugnet, dass wir Allesfresser sind und immer sein werden. Wenn der Tiger Salat frisst, dann könne wir gerne weiterdiskutieren …

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Darmlänge des Tigers und auch des Menschen weist darauf hin, dass es für die ohne Fleisch nicht geht, ausser in tropischen Gebieten, auf den Mensch bezogen. Ohne Fleisch wären die Menschen nie nördlich der Alpen gekommen und ohne fettlösliche Vitamine aus der Apotheke kann man nie vegan leben.
        Die Natur hat Nahrungsketten eingerichtet, nicht ohne Grund. Wir essen keine Menschen, weil das Immunsystem dann explodieren würde, keine Menschenaffen, weil das ähnlich wäre. Am liebsten essen wir Schwein, was man schon in subtropischen Gebieten nie tun sollte, weil die auch Ratten und alles

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ was kreucht und fleucht fressen und bei geeigneten Umgebungstemperaturen deren carniokonformen Bakterien und Viren weiterreichen. Pflanzenfresser beherbergen die nicht, deshalb isst man im Orient nur Lamm oder Kuh.
        Alles blanke Biologie, keine Moral.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        „Tiere werde nicht “gemordet” das geht nur innerhalb derselben Spezie“. Ach wie praktisch für den Allesfresser Mensch…. Übrigens wird der Mensch als massloser Tierproduktefresser immer mehr degenerieren (Krebs, Alzheimer, MS, Parkinson, Diabetes) und den Planeten mit diesem sinnlos hohen Ressourcenverschleiss in den ökologischen Kollaps führen.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        @ML 18:11: Hunderte Millionen Menschen beweisen seit Jahrhunderten, dass es ohne Fleisch bestens geht. Der Joke mit den fettlöslichen Vitaminen aus der Apotheke für Veganer ist geradezu ein Schenkelklopfer. Der Bezug auf die übrigens nicht belegte Ernährungsweise von Neandertalern ist für Menschen im 21. Jahrhundert nur lächerlich. In ihrer Argumentation fehlte nur noch die legendäre Hirnentwicklung des Homo sapiens, die ohne Fleisch nicht möglich gewesen sein soll. Der Amur-Tiger als Mathematik-Genie also … Dummerweise ist aber Indien als Vegetarier-Nation eine Informatik-Grossmacht.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ich finde diese Pseudo-Diskussionen mit den Vegi-Köpfen immer erfrischend. Der selbstgerechte, aufgestaute Frust, dieser Wunsch, dass der Planet doch endlich bitte zugrunde geht, der stummelige Mahnfinger. Herrlich.

    • Widerspenstige sagt:

      Doch, das ist Mord an einem Lebewesen und Hanspeter hat da nicht unrecht. Das Gejodel hätte man sich sparen können, denn es bleibt eine Vernichtung eines Lebewesens aus Berechnung, nicht aus Notwehr. Vielleicht sollte der Alkohol im Spiel sein, um das schlechte Gewissen bzw. Ladehemmung zu deblockieren?

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ich würde was geben, das rot erzürnte Gesicht und das widerspenstige „Stämpfele“ dazu sehen zu dürfen …

      • captain kirk sagt:

        @ HP Niederer

        Zwischen Vegan und Vegi ist aber ein sehr grosser unterschied. Der eine kann ohne Nahrungsergänzungsmittel und Chemie überleben der andere nicht.

      • 13 sagt:

        C.k.
        Das ist Unsinn. Ich selber esse nicht vegan, habe aber in meinem Umfeld mehrere Veganer und keiner von denen bräuchte irgendwelche Nahrungsmittelergänzungen, Pillen oder sonst was. Im Gegenteil ernähren sich die meisten Veganer sehr bewusst, so dass ihnen an nichts fehlt. Diejenigen aus meinem Umfeld sind eigentlich auch sehr selten krank und ansonsten topfit. Es geht heutzutage, wo wir soviele Möglichkeiten haben auch ganz gut so.

      • Widerspenstige sagt:

        Es ist immer wieder amüsant zu beobachten, wie sich Allesesser auch hier ausbreiten und sich über andere Lebensarten lustig machen. Mir ist es genau solange egal, wie sich mein Nachbar ernährt, solange ich nicht für seine Esslust mehr für Energie und Umweltbelastung zahlen muss in Zukunft. Der Allesesser darf sich gerne in FB oder sonstigen Social Media outen. Er ist dann haftbar zu machen, wenn dadurch nachweislich die Ressourcen knapp werden wegen Boden-, Wasser- u Getreideverschleiss an Nutztiere. Genau dann ist es mit meiner Geduld vorbei und ich werde sehr widerspenstig…!

      • captain kirk sagt:

        @ 13
        Wie lange leben die schon Vegan? Ab ca. 3-5 Jahren beginnt es nämlich mit dem Vit B12 Mangel. Ab dann wird es schwierig. Und nein es gibt kein Pflanzliches Lebensmittel welches B12 enthält. Selbst auf Infoseiten für Veganer wird darauf hingewiesen das es ein Problem ist.

        z.B. hier http://www.vegan.ch/vegan-leben/b12/

        „Die VGS empfiehlt allen VeganerInnen, bewusst auf die B12-Zufuhr zu achten und beim nächsten Arztbesuch die Blutwerte überprüfen zu lassen. Dies gilt insbesondere für Kinder und schwangere oder stillende Frauen.“

        Solche Sätze sollten stark zu denken geben.

      • Katharina sagt:

        WS, weiter oben machst Du Dich aber über Veganer lustig, in dem Du Dich fragts, ob Dein Genuss des Koteletts Deiner Ignoranz oder deines Speziismus (nicht Kanibalismus) zuzuschreiben sei. Nun bin ich etwas konfusioniert.

        Nebenbei wird über veganische (und in vermidertem Masse vegetarische Ernährung und Mangelerscheinungen viel geschrieben. Tatsache ist, dass pflanzliche Ernährung alle Nährstoffe bereitstellt. Ich würde bei Eisen da eine Einschränkung machen. Umgekehrt ist es sowieso sinnvoll, die Blutwerte regelmässig testen zu lassen.

      • Katharina sagt:

        Vitamin B12 ist allerdings etwas speziell. Es gibt pflanzliche Quellen (e.g. Hefe). Weiter Milchprodukte und Meeresfrüchte. Letztere sind nicht vegan.

        Es ist letztlich eine religiöse Entscheidung, wieweit jemand das vegane paradigma leben will. Aber sicher ist Veganismus nicht dem rationalismus zuzuordnen – eine vegetarische Ernährung kann aber rational begründet werden.

      • Widerspenstige sagt:

        Nein, Kath, ich stelle dort etwas erschrocken fest, dass mein Genuss an einem Kotelett infrage gestellt werden darf nach all diesen interessanten Einblicken in die Evolutionsgeschichte, speziell von Franz (dem ich das nicht zugetraut hätte ;))

        Deine tiefergehende Betrachtungsweise über die Zerstörung des Planeten unterstütze ich mit meinem kurzen Beitrag. Ich mache regelmässig eine wöchentliche ‚innere Reinigungskur‘ mit salz-/zucker-/fett-/fleischloser u kalorienreduzierter Nahrung.

  • Widerspenstige sagt:

    Und noch etwas stösst mir sauer auf beim Gedanken, dass Kinder sich das Abschiessen eines Rehs zumuten dürfen/sollen, aber eine sexuelle Aufklärung mit lächerlichen Stoffgenitalien soll anrüchig und schädlich sich auswirken auf das Gefühlsleben eines Kindes?! Welche Kreise sind nochmal gegen eine kindgerechte Sexualaufklärung in Schulen?

    Fazit: Gewalt ist erlaubt, aber Sex ist schädlich in den Augen gewisser Kreise??

    • 13 sagt:

      Sie verstehen das nicht, WS. Die Jagd hat im Gegensatz zur sexuellen Aufklärung Tradition, welche gewahrt werden muss. *Achtung Ironie*

    • Brunhild Steiner sagt:

      Kommen beide Anliegen aus denselben Kreisen?
      Bei den Jagdverbietern würd ich spontan eher auf diejenigen schliessen welche auch ein Vegetariergebot an Mensas einführen möchten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        hm, war wohl zu unkonzentriert, gemeint war wohl: wenn die Stoff-Aufklärer sich nun nicht auch hier anschliessen, sondern auf „althergebrachter Jagdtradition“ bestehen, dann müsste ihnen auch die Plüsch vg egal sein, oder WS?

    • Sportpapi sagt:

      @WS: Du sagst es ja selber, lächerlich. Es macht aber schon einen Unterschied, ob die Schule etwas obligatorisch mit allen Kindern macht, oder ob die Eltern das ihren Kindern zeigen. Niemand wird sich für einen obligatorischen Besuch eines Schlachthofes oder Teilnahme an der Jagd aussprechen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Auch auf die Gefahr hin, der Vorurteile bezichtigt zu werden. Ich behaupte mal, dass ein grosser Teil derjenigen, die sich massiv gegen die Aufklärung in der Schule aussprechen, es zu Hause zwar erklären, aber das sehr subjektiv handhaben und die Aufklärung mehr auf den (teilweise konservativen) Einstellungen der Eltern beruht, als auf Fakten. Wer zu Hause von Anfang an offen mit den Kindern über diese Sachen spricht, dem ist es auch egal, dass sie sie von aussen mitbekommen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, ich glaube das sind heftige Vorurteile. Aber ich hoffe doch, dass die Aufklärung sehr subjektiv gehandhabt wird, und damit auch Einstellungen und Werte „von zu Hause“ vermittelt werden. Wenn das die konservative Seite ist: sind dann Jagdgegner, Vegetarier, Veganer die progressive Seite? Und was schliessen Sie daraus bezüglich ihres Sexualverhaltens? 🙂

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ob Sie progressiver sind, weiss ich nicht. Aber sie halten vielleicht tatsächlich weniger an Traditionen fest, wenn Sie bereit sind statt des grossmütterlichen Sonntagsbratens Falafel oder Tofuauflauf aufzutischen. Ob sich das in ihrem Sexualverhalten direkt widerspiegelt weiss ich nicht, aber vielleicht ist doch etwas Offenheit da gegenüber neuem oder anderem. Ich (Pseudo-Vegi, keine Jagdgegnerin, Aufklärungsbefürworterin ;-)) kann meine Werte auch vermitteln, wenn mein Kind in der Schule anderes hört. Denn es geht darum, dass es eigene entwickelt. Da bedarf es verschiedener Information.

      • Sportpapi sagt:

        Ich finde ja diese Einteilung in konservativ/progressiv nicht wirklich zielführend. Ich versuche eher, die für mich jeweils beste Option zu wählen (und modern ist keineswegs immer gut). Und doch, wir möchten schon versuchen, den Kindern auch und stark unsere Werte zu vermitteln. Da gehören zum Beispiel ein paar Worte zur Verantwortung für die eigenen Handlungen dazu, die man so vielleicht in der Schule nicht hört.

      • Katharina sagt:

        Falafel ist weder vegetarisch noch vegan, sondern nur eine Zubereitungsart…..Die Falafel, die ich verzehre, enthielten oft auch … wäääk…. fleish. Sind übrigens sehr smackhaft, 13.

        Naja.

        Veganismus kann und muss im Kontext einer Religion diskutiert werden. Alles andere ist nicht zielführend.

      • Franz Vontobel sagt:

        Der ursprüngliche Falafel ist natürlich keine Zubereitungsart, sondern frittierte Bällchen aus Kichererbsen- oder Bohnenpüree.

      • Katharina sagt:

        Nicht hier… wo Falafel sehr wohl von Leuten, die ethnisch aus dem Ursprungsgebiet stammen, angeboten werden. Aber selbstverständlich ist nichts hier urprünglich, Vontobel, auch wenn die betreffenden Leute quasi in LAX aus dem Flieger steigen und irgendwo in meiner Stadt ein kleines Restaurant eröffnen.Sie bezahlen halt nicht einen Gault- Millaux für die kosheren Ratings, weil der Umsatz auch ohne dies frugal ist.

      • 13 sagt:

        Katharina
        Das wäre mir neu, ich kenne sie nur so, wie sie Herr Vontobel beschrieben hat und habe sie bisher überall in der Schweiz wie auch sonst in Europa nur so gesehen und gegessen. Ich weiss aber nicht, wo Sie essen.

        Sp
        Problematisch ist es nicht da, wo die Eltern mehr erklären als die Schule, sondern da wo es weniger ist oder später und bei Widersprüchen. Und da mache ich mir keine Gedanken, weil ich der Ansicht bin, dass jede Information sinnvoll ist, solange richtig. Es entbindet mich nicht von meinem Erziehungsauftrag als Mutter.

    • Ulrich Gassner sagt:

      Nun da habe ich die perfekte Lösung: man klärt Kinder durch Beobachtung kopulierender Wildtiere auf (Spassfaktor garantiert) und geht dann nahtlos zur Jagd über. Zwei Fliegen auf einen Streich.

  • Widerspenstige sagt:

    Die Jagd darf getrost gestrichen werden für all diejenigen, die nur wegen einem gezielten Schuss sich verewigen wollen. Ein Tier ist ein Lebewesen und darf sich vermehren, je nach seinem Einzugsgebiet. Wo es zuviele gibt, ist eine gesetzlich geregelte Jagd für Förster/Jäger geduldet (heisst, dass es nicht akzeptiert werden muss). Ein Kind sollte dabei vor seiner Volljährigkeit verschont bleiben. Es ist eine grausige blutige Angelegenheit, die ich in meiner Kindheit erlebt habe. Mein Vater und Vorfahren haben regelmässig Tiere geschossen u selber ausgenommen zum Eigengebrauch. Es reicht!

    • Gizmoo sagt:

      @Widerspenstige: Ich kann und will nicht auf alle Ihre Ausführungen eingehen, ABER: Die Jagd in der Schweiz IST ein gesetzlicher Auftrag welche durch die Jäger und Förster ausgeübt wird.

    • Widerspenstige sagt:

      Ich mag Rituale und Traditionen, welche einen kulturellen Mehrwert für die Bevölkerung darstellen. Dazu kann eine gesetzlich limitierte Jagdzeit wie in CH beitragen. Mit Betonung auf ‚kann‘, wenn das Leben zurück bis in die Steinzeit in Helvetien damit anschaulich bis zur Moderne dargestellt wird. Alle Tiere, welche daneben abgeschossen oder vorher gequält zusammengepfercht in Ställen dahin siechen, ist weitgehend aus dem Verkehr zu ziehen. Das hat mit zivilisatorischer Entwicklung zu tun. Mächtige Tiere wie Elefanten, Dinosaurier, Giraffen sind allesamt Pflanzenfresser.

      • Ulrich Gassner sagt:

        Als Sie das geschrieben haben, war es wohl schon recht spät, was?
        Um nur auf den letzten Satz einzugehen: meinen Sie mit ‚mächtig‘ gross? Ich mache jede Wette: wenn Sie sich in unmittelbarer Gegenwart eines Bären, eines Tigers oder eines Tigerhais wiederfinden würden, würden Sie diese Tiere durchaus als ‚mächtig‘ empfinden.
        Im übrigen soll es auch unter den Dinos den einen oder anderen gegeben haben, der einem gelegentlichen Proteinsnack nicht abgeneigt war.

    • Lotte Heinz sagt:

      Ebenso war ich schon als kleines Mädchen mit auf der Jagd und bin heute selbst junge Jägerin. Einem Tier sollte ein lebenswertes Leben in einem von Menschen zerstückeltem Gebiet möglich sein, Förster muss der Staat bezahlen. Jäger bezahlen für Jagd.Es ist eine Milchmädchenrechnung,was sich für den Staat lohnt. Ich bin auch für jährliche Schiessnachweise,etc.Aber ich würde meine Tochter sofort mitnehmen,ich weiss, wie verantwortungsvoll ich jage und sehe es nicht als Hobby oder Zeitvertreib,sondern als ehrenamtliche Aufgabe,mich als ausgebildete Naturschützerin. Ich danke meinen Eltern!

    • Widerspenstige sagt:

      Lotte, Sie kommentieren also als Tierärztin und Naturpflegerin und als Mutter. Sie nehmen Ihr Kind im Vorschulalter auf Ihre Jagd mit und zeigen ihm somit 1:1 differenzierend auf, womit und woran Sie arbeiten. Das wäre ein anderer Fall als einfach auf eine Jagd zu gehen in der Absicht, möglichst viele Wildtiere als Jagdtrophäe abschiessen zu können.

      Ulrich, und für Sie war es augenscheinlich um 08.32 noch zu früh…

  • Franz Vontobel sagt:

    Das Problem wären für mich eher die mehr oder weniger talentierten, mehr oder weniger alkoholisierten Jagdgenossen, die da im Wald rumtorkeln und einfach mal auf alles ballern, das sich bewegt. Da dazwischen möchte ich meine Kinder gewiss nicht wissen…

    • Joerg Hanspeter sagt:

      Aufgrund Ihres Experten-Kommentares nehme ich an, dass Sie regelmässig auf Jagden dabei sind oder vielleicht sogar selber Jäger sind? Man muss nicht alles Nachplappern, was man von irgendwoher hört. Natürlich hat es das von Ihnen beschriebene Szenarion schon gegeben, es gab auch schon besoffene Pfarrer, aber das dürfte kaum die Regel sein und immer weniger vorkommen, da die Vorschriften schon einige male verschärft wurden.

      • Luise sagt:

        Ich hab schon öfter Jäger auf der Jagd begleitet. Gesoffen hat niemand und herumgetorkelt wurde da nie. Es herrschte eine konzentrierte Stimmung, Tiere wurden nach langem Beobachten mit hoher Konzentration erlegt. Aber es gibt bestimmt Ausnahmen.

      • alieno sagt:

        Nicht vergessen: Besoffen trifft man mit dem Gewehr nichts mehr. Ein bisschen Alk im Blut ist ok, alles über 0.3 Promille ist zu viel. Ein ernsthafter Jäger sauft sich keinen an vor der Pirsch.

    • Yves sagt:

      Ah ja und wieviele solcher „Rambos“ haben Sie den schon im Wald angetroffen? Ich begleite seit mehr als 30 Jahren im Zürcher Oberland als Treiber die jährliche Jagdsaison und wild herumballern und rumtorkeln habe ich noch nie erlebt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Treiben ist eh das Letzte. Die Deppen stehen einfach da und warten, bis ihnen die Tiere vor die Flinte laufen. Mit Jagd hat das nicht viel zu tun.

        Und sowieso. wie viele Tiere werden nur angeschossen und müssen tagelang leiden, bis sie verrecken, oder geschieht solches nur ausserhalb des Kanton Zürich?

      • Gizmoo sagt:

        @vonSiebenthal und @VonTobel: Wenn Sie sich über die Jagd informieren wollen (was ich sehr empfehle), tun Sie das bitte doch bei den Jägern bei Ihnen vor Ort. Die können Ihnen am Besten sagen wie die Jagden ablaufen, was auf einer Nachsuche passiert, wie häufig das vorkommt usw.
        Aber bitte lassen Sie, als Informationsquelle, die Finger von diesen kruden Antijagd-Seiten….das ist wie wenn Sie sich über den Zustand des Universums bei Uriella informieren gehen…

    • Franz Vontobel sagt:

      Und, ich geb’s gerne zu, ich kann auch die Freude am Tiere töten nicht so ganz nachvollziehen. Umbringen als Hobby – hat was Psychpathisches, nicht?

      • Luise sagt:

        Es ist nicht die Freude am Töten, sondern die Freude an der Jagd, die ausser der Treibjagd, eigentlich recht fair ist. Das Tier hat eine Chance! Ich bin keine Jägerin. Aber was sollen diese Pauschal- und Vorurteile?

      • Franz Vontobel sagt:

        Wenn’s nicht Freude am Töten ist, warum muss das Tier zum Schluss dann sterben?

        Wenn’s fair wäre, so müsste das Tier eine gute Chance haben, den Jäger zu töten (aktiv, nur besoffen vom Hochsitz fallen zählt nicht).

      • Ulrich Gassner sagt:

        @FV: The Right to Arm Bears!

      • Franz Vontobel sagt:

        😀 – good one!

    • Widerspenstige sagt:

      Für einmal bin ich ganz bei Ihnen, Franz. Danke für den Link zum ‚Jagdblog‘

  • Onkel Arnold sagt:

    Ja, warum denn den jungen Menschen nicht schon im zarten Kindesalter die Realität vermitteln: Wir Homines-ach-so-sapientes sind die Krone der Evolution und alle anderen Tiere sind unsere Gebrauchsartikel, die nach Belieben eingesperrt, ausgebeutet, abgeschlachtet oder eben auch in der freien Wildbahn gejagt werden dürfen. Wirklich toll! Am besten gefallen mir dann Rechtfertigungen à la: „…auch wenn es bekanntlich nie schön ist, wenn Tiere sterben müssen, um gegessen zu werden.“
    Klar, wenn man sich einredet, dass Fleischkonsum ein Muss sei, erleichtert man sein Gewissen halt erheblich.

    • Yves sagt:

      @Onkel Arnold: Was wollen Sie uns eigentlich mitteilen? Das Fleisch schlecht ist und Gemüse gut? Verschonen Sie mich bitte mit Vegetarierbekehrungslehren…

    • Adrian Wehrli sagt:

      Das gute an den Vegis ist, dass Sie sich aufgrund von Energiemangel und Blutleere kaum vermehren, die Spezi der Vegos also klein gehalten wird.

      • Onkel Arnold sagt:

        Soso, wie können Sie es sich dann erklären, dass die Nachfrage nach veganen Produkten in letzter Zeit geradezu explodiert? Dass es seit nicht allzu langer Zeit vegane Sandwiches gibt im Coop und vegane Dosenravioli in der Migros? Natürlich rechne ich nicht damit, die Einführung von Tierrechten noch zu erleben, aber früher oder später wird die Ausbeutung der anderen Tiere durch uns nackte Affen ein Ende haben. Die Geschichte lehrt und, dass Gewaltherrschaft und Unterdrückung nicht ewig währen können.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Lieber Onkel, wir gehören leider nicht zu den Affen. Und wenn uns die Geschichte etwas lehrt, dann, dass der kleine Mann mit erhobenen Zeigfinger von der Geschichte überrollt wird. Zudem, wissen Sie welches die erfolgreichste Spezie auf dem Planten ist? Welche Spezie sich auf alle Kontinente ausgebreitet hat? Es geschafft hat das Sie ernährt wird, ihr unmengen an Land zur verfügung stehen, dass Sie geschütze wird? Mit einem einzigen kleinen Trick?

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ja lieber Onkel, diese Spezie ist die KUH. Mit dem einfachen Trick, dass uns Menschen ihr Fleisch schmeckt, hat sie die Welt erobert. Viel Glück beim Jammern und Widersprechen.

      • Katharina sagt:

        vegane dosenravioli. ich lach mich kosher… grmpfff

      • Susi sagt:

        @WS: Mir ist die Lust auf Fleisch nach Vontobels Argumenten auch nicht grad aufgeflammt

      • Onkel Arnold sagt:

        @Wehrli: Nehmen wir doch mal an, eine ausserirdische, uns haushoch überlegene Lebensform versklavt uns Menschen auf der Erde und züchtet uns in Gefangenschaft wegen unseres Fleisches, der Milch der Menschenfrauen und um wissenschaftliche Versuche mit uns durchzuführen. Kein Mensch wird mehr älter als 20, viele werden wegen ihres zarten Fleisches als Kleinkinder geschlachtet. Zu diesen Zwecken wird unsere Spezies im ganzen Universum verteilt. Ihrer Argumentation zufolge wäre das nun ein geradezu durchschlagender Ergfolg für uns Menschen. Klingt das Ganze immer noch so einleuchtend?

    • Gizmoo sagt:

      „Wir Homines-ach-so-sapientes sind die Krone der Evolution und….weiteresGeschwafel“ – Was soll ich sagen: genaus so ist es!
      Nur schon das Sie in diesem Land leben verbrauchen Sie Energie/Ressourcen und Lebensraum für Tiere en masse, nur sehen Sie die direkten Folgen aus Ihrem Konsum nicht, weil das ja irgendwo in Afrika oder China stattfindet.
      Sich nun über andere zu erheben weil man es selbst schafft auf Fleisch zu verzichten (ein grosses Hurra darauf!) erinnert mich ein bisschen ans Sektengetue („ich verzichte auf Sex vor der Ehe und komme deshalb in den Himmel“).

      • Onkel Arnold sagt:

        Dann können Sie als hiermit selbst ernannte Krone der Evolution mich sicher darüber aufklären, was einvernehmliche intime Handlungen zwischen mündigen Personen („Sex vor der Ehe“) mit brutalster Gewalt gegen intelligente und empfindsame Tiere zur Unterhaltung oder aus kulinarischen Gründen zu tun haben.

      • Gizmo sagt:

        @Arnold: Es geht nur um meinen letzen Abschnitt und hat nichts mit der Jagd zu tun.
        Ihr Getue (Getöse / Duktus / Selbsterhebung / BesserSein) erinnert mich an einen Sektenjünger. Schön nach dem Motto: Ich habe das Licht gesehen, und ihr nicht! Deshalb bin ich etwas Besseres!…aber wenn es Ihnen gut tut.

      • Onkel Arnold sagt:

        Das ist jetzt nun schon Ihr zweiter Kommentar, in dem Sie mich persönlich beleidigen und in die Sektenecke stellen, ohne auch nur im Geringsten auf sachliche Argumente einzugehen. Wissen Sie, was „Gizmo“ von mir als Person hält, könnte mir nicht gleichgültiger sein. Mir geht es um Gerechtigkeit anderen Tieren gegenüber, die noch nicht das Privileg haben, vom StGB geschützt zu werden. Was das mit Selbsterhebung oder gar Getöse zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht. Ich empfehle Ihnen herzlich, entweder sachliche Argumente zu liefern, oder die Diskussion hier zu meiden.

      • Susi sagt:

        @Onkel Arnold: Wer Menschen „nackte Affen“ nennt, endzeitähnliche Fantasien von sich gibt und das alles auch noch als „sachlich“ bezeichnet, sollte sich nicht wirklich wundern ab Kommentaren wie die von Gizmo…

      • Franz Vontobel sagt:

        Nun, Susi, der Mensch ist ein nackter Affe – wir gehören zusammen mit Gorilla, Orang-Utan und Schimpanse zur Familie der Menschenaffen.

        Sollten Sie das nicht eigentlich wissen, so als Gymi-Lehrerin..?

      • Susi sagt:

        Vontobel: Unterliegen gerade Sie hier dem Klischee, dass Lehrer allwissend sind? Ich bin Germanistin/Anglistin, nicht Biologin.
        Im Zweifelsfall würde ich mich mit den Bonobos vergleichen, die Sie auf Ihrer Liste vergessen haben.
        Ab Leuten, die zwischen Mensch und Tier keine Grenze ziehen, muss ich schon mal den Kopf schütteln.

      • Susi sagt:

        Tiere mit Menschen auf die gleiche Stufe setzen, kann man allenfalls noch durchlassen bei konsequenten Veganern. Bei allen andern ist sowas schlicht heuchlerisch.

      • Franz Vontobel sagt:

        Und ihr Argument mit den Veganern entbehrt jeglicher Logik – wieso dürfen nur Veganer Menschen und Tiere auf dieselbe Stufe stellen? Weil alle Tiere vegan sind? Und warum sollte es heuchlerisch(?) sein, die biologische Tatsache der Verwandtschaft mit den Menschenaffen nicht zu leugnen?

        Phil I-erin, also… Na gut, ich werd‘ nicht mehr so streng sein mit Ihnen, was Wissenschaft angeht… 😉

      • Susi sagt:

        Ach, schade, Franz, literarisch-intuitive Intelligenz mit mathematisch-analytischer zu verbinden, gehört für mich zu den höchsten der Gefühle…

        Man kann m.E. nicht sagen, Tiere und Menschen sind gleich, wenn man (Tier-)Fleisch isst und (Tier-)Lederschuhe trägt. Das ist noch heuchlerischer als wenn man es schlimm findet, Pferdefleisch zu essen, aber gleichzeitig ein Schweinewürstli futtert.

      • Franz Vontobel sagt:

        Leider ist der erste Teil meines Kommentares noch in der Schleife…

        Wir sind eine carnivore Tierart (nun, ganz korrekt: eine omnivore) wie es viele gibt. Nach Ihrer Logik wären also auch Bären und Tiger keine Tiere, weil sie Fleisch fressen…

        Die DNA von Menschen und Schimpansen ist zu 95% identisch. Wie Sie da ein klare Grenze Mensch -Tier ziehen können,, das verstehe ich nicht?

        Was ist mit intelligenten Meeressäugern? Delphine? Orcas? Sollten wir die auch essen?

      • Franz Vontobel sagt:

        Nicht in der Schleife, sondern offenbar im Orkus – warum auch immer.

        Bonobos sind eine Schimpansenart, das wollte ich noch sagen. Gibt nur 4 Menschenaffengattungen: Mensch, Gorilla, Schimpanse, Orang-Utan.

      • Susi sagt:

        Wahrscheinlich haben Sie etwas Wüstes geschrieben…

        60% unserer Gene sind identisch mit denen der Fruchtfliege, also mehr als die Hälfte. Ist es dann also auch „Mord“, wenn ich ein paar Fruchtfliegen zerquetsche? Worauf ich hinaus will: Gesetzlich wird ganz klar zwischen Mensch und Tier unterschieden, warum sollten wir das mit Argumenten, dass unsere DNA zu 95% mit denen der Menschenaffen übereinstimmen, in Frage stellen? 95% ist eigentlich nicht sehr viel, wenn man bedenkt, dass wir sogar zu 60% mit den Minirobotern-auf-biologischer-Basis (Fruchtfliegen) übereinstimmen, oder?

      • Susi sagt:

        Zur anderen Frage: Ich esse Fleisch mit Mass und schaue darauf, dass es aus anständiger Tierhaltung kommt. Klar ist, dass man keine bedrohten Arten essen sollte. Und auch kein Meeresfisch, sei das nun ein Delfin, ein Orca oder ein Thunfisch. Mir kommt ein Argument in den Sinn, das mir einer bei einer (Nicht-Vegetarier,notabene) solchen Diskussion an den Kopf geschleudert hat: „DU WÜRDEST SICHER SOGAR DELFINE ESSEN!“ Wenn man Schweine (überaus intelligente Tiere!) essen kann, kann man auch Delfine essen. Oder kommt Ihnen da eine esoterische Ader in den Weg?

      • Susi sagt:

        Ah, Äxgüsi, kleines Korrigendum, Delfine und Orcas sind ja eigentlich nicht Meeresfische, sondern Meeressäuger. (Da wir’s in der Diskussion ja grad biologisch sehr streng nehmen.) Aber egal, man sollte halt nix aus dem Meer essen, das wollte ich sagen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Susi, sind sie religiös?

      • Susi sagt:

        Franz, warum stellen Sie mir jetzt die Gretchen-Frage?

      • Franz Vontobel sagt:

        Weil ich dieses Bestehen auf „Mensch hier – Tier dort“ normalerweise nur aus der Fundi-Ecke kenne… Krone der Schöpfung und so…

        Für mich ist der Mensch „nur“ die (bisher) letzte Stufe der Evolution, deshalb halte ich diese Trennung für willkürlich und widersinnig. Es gibt höher entwickelte Tiere (der nackte Affe, z.B.) und weniger hoch entwickelte (ihre Fruchtfliege, z.B.). Aber der Übergang ist fliessend…

      • Susi sagt:

        Hihi, Fundi-Ecke? Komme ich Ihnen sonst auch so vor? (Ich bin Agnostikerin.)

        Wo genau besteht bei Ihnen denn die Grenze, wenn Sie zwischen Schwein und Delfin eine klare Linie ziehen? (Oder würden Sie einen Delfin oder einen Bonobo essen?)

      • Susi sagt:

        Jetzt mal ehrlich, Franz: Nicht meins, sondern das Geschwätz von Onkel Arnold ist fundamentalistisch, darum wird er hier auch als Sektenheini bezeichnet. Ich hingegen habe oben nicht mit Religion oder Emotion argumentiert, sondern mit dem Gesetz. Keine schlechte Argumentationsgrundlage, oder?

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, sie haben sich über den „nackten Affen“ aufgeregt, fanden das „unsachlich“ – ich wollte v.a. darauf hinaus, dass der Begriff gerade sachlich sehr korrekt ist.

      • Susi sagt:

        Dennoch gehören wir gesetzlich nicht zu den Tieren. Ob wir jetzt biologisch gesehen Affen sind (da war ich tatsächlich im Unrecht), macht daran keinen Unterschied.

        Meine Delfine-Schweine-Bonobo-Frage haben Sie jetzt aber elegant übersprungen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, vor 70 Jahren gehörten Menschen jüdischen Glaubens etwas weiter nördlich auch nicht zu den Menschen. Gesetzlich.

        Für philosophische Fragen scheint mir eine legalistische Argumentation nicht wirklich erhellend.

        Ich ziehe ja eben gerade keine klare Linie… Nein, ich würde ganz sicher keine Menschenaffen oder Wale essen, das Töten dieser Tiere ist für mich nahe am Töten von Menschen.
        Und dass das Schwein gegessen wird, daran ist es selber schuld – wenn man Speck produziert, muss man damit rechnen!

      • Susi sagt:

        Ja, Sie ziehen keine klare Linie, aber dennoch ziehen Sie eine, Sie setzen sie einfach woanders an. Und genau das meinte ich mit meinem Veganer-Argument.

      • Franz Vontobel sagt:

        Mooooment! Ich ziehe aber keine Linie zw. Mensch -Tier!

        Wenn ich schlussfolgern würde wie sie, so müsste ich davon ausgehen, dass sie einen lecker zubereiteten Bonobo-Säugling ohne mit der Wimper zu zucken verspeisen würden… Und mit grossem Vergnügen an seinem Beinchen nagen würden.

      • Susi sagt:

        Man isst ja auch mal ein Lämmlein oder ein Pferdlein, ohne mit der Wimper zu zucken. Bonobos sind vom Aussterben bedroht, darum würde ich natürlich auf keinen Fall einen essen. Zudem ist es in unserer Kultur nicht üblich. In anderen Kulturen werden Affen gegessen; sind diese Kulturen denn Ihrer Meinung nach weniger weit entwickelt als unsere?
        Was ist mit Hunden und Katzen?

      • Susi sagt:

        P.S.: Gesetzt der Fall, ich wäre irgendwo auf Reisen im Busch und dort würde ein nicht vom Aussterben bedrohter Affe gebraten und man würde mir von dieser Mahlzeit anbieten, würde ich sicher zumindest mal kosten. Sie nicht?

      • Franz Vontobel sagt:

        Ich weiss, für sie ist Tier = Tier, aber Hund oder Katze oder Pferd ist nicht gleich Menschenaffe.

        Wie weit in der Menschheitsgeschichte müsste man zurückgehen, bis ein menschlicher Vorfahr als legitimes Mittagessen aufgetischt werden könnte? Sicher weniger als 7 Mio Jahre, da soll der letzte direkte Vorfahr von Mensch & Schimpanse gelebt haben. Also ab wann wird für sie auf dem Entwicklungsast der Hominini Schlachtvieh zu Ess-Tabu? Neandertaler-Keule? Noch erlaubt?

      • Susi sagt:

        Neanderthaler-Filet? Mir wird grad leicht übel, touché, Franz…

      • Franz Vontobel sagt:

        Und wenn ihnen gebratener Mensch (keinerlei Gefahr, auszusterben) angeboten würde? Warum wären sie da plötzlich nicht mehr interessiert sondern entsetzt? Sieht gebraten gleich aus, wird ähnlich schmecken…

        Einzig, weils vom Gesetz nicht erlaubt ist?

      • Susi sagt:

        Ich stamme von einer Bauernfamilie ab, da unterscheidet man halt wirklich klar zwischen „Mensch und Tier“; so eine Haltung ist sehr tief verwurzelt.
        Aber Ihre Argumente haben mich jetzt doch etwas verunsichert, gebe ich zu.

      • Susi sagt:

        Nein, natürlich würde ich keinen gebratenen Menschen essen, Franz! Zudem: Dass die gleich schmecken wie Menschenaffen, glaube ich nicht. 🙂

      • Katharina sagt:

        „da unterscheidet man halt wirklich klar zwischen “Mensch und Tier”“ – es ist aber so, dass es Advokaten für Tierrechte gibt. Es ist auch so, dass bei sentienten ‚Tieren‘ höherer Ordnung sehr wohl Intelligenz und ein Gebrauch von Sprache feststellbar ist – die zwei Faktoren, die uns angeblich von Tieren unterscheiden sollen, nebst dem Einsatz von Technologie. Aber selbst dieser kann bei Tieren beobachtet werden, insbesondere bei unseren Verwandten bei der Gruppe der Affen.

      • Katharina sagt:

        2: Weiter ist es so, dass die gesamte Evolution in den Ketten unserer DNA weiter-archiviert ist, zurück zum einfachen Einzeller. Je nach Spezies sind Gene ausgeschaltet – durch die Konfiguration der Gensequenzen – und können theoretisch auch wiederaktiviert werden.

        Den Unterschied, wie Sie hier wiederholt darauf pochen, gibt es nicht. Wir Menschen haben es nur geschafft, den Einsatz von Technologie und Sozialstruktur zu perfektionieren, bis zum Punkt, dass dieser sowohl Segen als auch Fluch unserer Existenz geworden ist, weil wir ohne Technologie –

      • Katharina sagt:

        3: – im Gegensatz zu allen anderen Spezies- nicht überlebensfähig sind und umgekehrt durch den Einsatz unserer Technologien einerseits das Überleben anderer Spezies gefährden, und andererseits – ohne systemisch profundes Wissen – die Evolution des Gesamtplaneten und dessen klimatische Biosphäre beeinflussen.

      • Katharina sagt:

        4: Es kann weiter sogar postuliert werden, dass Wir als Spezies eine Aberration im planetaren Gesamtsystem sind, weil wir das Gleichgewicht dieses seit Milliarden von Jahren austarierten Systems empfindlich stören. Konsequenterweise wehrt und wird sich der Gesamtorganismus wehren, um eine parasitäre Spezies einzudämmen.

        Nur habe ich das persistente Gefühl, dass Ihnen das Bewusstsein für solche Gesamtzusammenhänge fehlt.

      • Susi sagt:

        @Katharina: Ihre Argumente rennen offene Türen ein; ich hab mich während des Linguistik-Studiengangs intensiv mit der Sprachentwicklung von Kindern im Vergleich mit Menschenaffen beschäftigt, tatsächlich schaffen Bonobos es auf die Stufe eines etwa 3jährigen Kindes (Taubstummensprache, Sprachtafeln), Schimpansen und Orang Utans etwas weniger weit. Dennoch können sie die Sprache bis zu einem bestimmten Punkt erlernen, sind einfach anatomisch nicht zur differenzierten Artikulierung imstande – Weder Sprache noch Werkzeugbenutzung ist alleinige Errungenschaft des Menschen.
        Wie Sie also sehen

      • Susi sagt:

        Dennoch besteht für mich ein Unterschied, und zu diesem Standpunkt bin ich nicht unüberlegt gekommen, wie Sie sehen, interessiere ich mich für Tiere.

        Das Gejammer über den Menschen, der mit seiner Technologie sich und die Tiere und überhaupt die ganze Welt zugrunde richtet, ist ein anderes Kapitel.

      • Widerspenstige sagt:

        Jetzt wird mir einiges klarer nach diesem Exkurs in die Evolutionsgeschichte und ich werde wohl meinen Fleischkonsum noch mehr senken. Ein höchst interessanter und lehrreicher Einblick, den ich so noch nicht rückverfolgt habe. Bin ich jetzt eine Ignorantin oder am Ende doch eine Kanibalin, wenn ich mit Genuss ein Kotelett verzehre? 😯

      • Katharina sagt:

        hmm Susi…. in den nächsten 5 jahren wird die Sprache der Delphine entschlüsselt sein. – Eien uns eher fremde sentiente und nachweislich an Intelligenz uns ebenbürtige Spezies, so die derzeitige Forschung. In der Gruppe der Symians sind wir wohl die einzige ebenbürtige Intelligenz.

      • Susi sagt:

        ja, die Delfin-Kultur ist so hoch entwickelt, dass sogar Vergewaltigungen darin ihren festen Platz haben.

        wth sind Symians?

      • Susi sagt:

        @WS: Mir ist die Lust auf Fleisch nach Vontobels Argumenten auch nicht grad aufgeflammt.

  • Daddy sagt:

    Herr Böninger, der Bericht hier gefällt mir besser als manche Ihrer Restaurantkritiken. Unserer 2 Jahre alten Tochter habe ich letzten Freitag vor dem Restauranbesuch auch gesagt, dass ich ein Reh essen gehe. Seit dem sagt sie zwar immer wieder „Papi Rehli gässe“ und das hat auf dem Spielplatz auch schon für eine kleine Aufregung gesorgt, aber hey, es stimmt ja. Kinder dürfen ruhig die Wahrheit wissen.

  • Marie sagt:

    Weshalb leicht überspitzte Vorschläge? Ich gehe mit Ihnen einig – sobald meine Tochter das Leid hinter der Fleischproduktion selber erkennt und nachvollziehen kann, darf sie entscheiden, ob sie Fleisch essen will oder nicht. Bis dahin stelle ich mich auf den Standpunkt, dass sie nicht Teil dieser Grausamkeit sein soll.

  • Anh Toan sagt:

    Nehmen Sie Ihre Kinder mit ins Pornokino, damit die sehen, woher die Kinder kommen?

    Jagd ist ein Hobby (anders Wildhüter), Tiere töten zum Zeitvertreib, ob mit oder ohne Schnaps wenn zum Halali geblasen wird, und wer hier mit Tradition argumentiert (früher war es üblich, dass…) verkennt, dass Tradition kein Argument ist, Sklaverei war Jahrtausende lang Tradition.

    Dann sollte man die Kinder doch auch ans Oktoberfest mitnehmen, und zwar spät am Abend, damit die sehen, wie das echte Leben ist, wie die Alkoholleichen in ihrer Kotze liegen. Und zur Langstrasse.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Nun, aber in diesem Artikel geht es doch nicht um Traditionen, sondern darum, dass Kinder wissen sollen, woher das Fleisch kommt, dass sie essen.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        „dass Kinder wissen sollen, woher das Fleisch kommt, dass sie essen.“

        Und Sie ernähren sich mehrheitlich vom Rehbraten oder von Hirschpfeffer? Also das Fleisch, dass meine Kinder essen, kommt eher selten aus dem Wald und vom Jäger.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Liebe Anh, da Sie je anscheinden regelmässig ins Pornokino gehen und sich auf dem Oktoberfest die Kante geben, schlage ich vor Sie nehmen da auch Ihre Kinder mit. Tradition ist nie ein Argument, aber das Recht auf die Jagdt. Und Skalverei als Vergleich ist doch mehr als peinlich, es handelt sich hier um Tiere und nicht um Menschen. Viel Glück beim Sellerie streicheln …

      • Anh Toan sagt:

        Ja, aber Sie treffe ich immer ohne Kinder dort

      • Anh Toan sagt:

        Übrigens esse ich Fleisch, war auch schon im Schlachthof, mehrmals, hae schon Fische gefangen, getötet und gegessen, aber Tiere töten zum Zeitvertreib, als Sport, finde ich ziemlich widerlich. Den Jägern gehts nicht ums Fleisch, sondern um die Jagd.

      • Adrian Wehrli sagt:

        „Fische gefangen“ … aber Jagd nicht? Vielleicht doch mal die Heizung etwas runterdrehen in der Wohnung ….

      • Franz Vontobel sagt:

        Wehrli, das waren doch bloss 3 Zeilen, von Anh Toan – so wenig Information sollten doch selbst sie in ihrer Gesamtheit erfassen und verarbeiten können…

      • Adrian Wehrli sagt:

        Nein, das schaff ich nicht. So ein inkonsequenter, konfabulierter und pathetischer Lurg in drei Zeilen schaffen mich. Da muss gleich eine frische Rehleber verdrücken um mich zu erholen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Na, ich helfe ihnen gerne, Wehrli, und erkläre es ihnen – was verstehen sie denn konkret nicht? Ist’s ein Leseproblem? Oder hat’s Wörter, die sie nicht kennen?
        Wo genau drückt der Schuh?

    • Lotte Heinz sagt:

      Frau Toan,sie wissen es ja offenbar wirklich viel besser.Ich bin junge Jägerin (26),Jagd ist für mich Naturschutz, ich verbringe gerade meine gesamten Wochenenden damit einen Wildacker anzulegen,ein Biotop zu entphosphorisieren.Auch das ist Jagd. 90% der Zeit geht für Hege „drauf“, die letzten 10% sitze ich auf meinem Hochsitz. Töten mit der Waffe ist für mich kein Zeitvertreib und lange kein Spass.Ich kenne viele Tiere in meinem Wäldchen,aber ich weiss,dass ich es Förstern,Waldnutzern und nicht zuletzt einem gesunden Waldsystem schulde ab und zu meine Tiefkühltruhe zu füllen.

      • Anh Toan sagt:

        Sie verbringen Ihre Wochenenden damit: Also ist es Hobby, Zeitvertreib.

        Wenn Sie Fleisch wollen, rate ich zu einem Kaninchen- oder Hühnerstall.

        Hätten Sie nicht gehegt, gäbe es weniger Wild, und Sie hätten keine Schuld gegenüber diesem, es zu erschiessen?

        Und die Wölfe müssen Sie auch erschiessen, weil die fressen das Wild, von dem es dank der Hege zuviel hat, und dann hats zuwenig Wild, welche die Forderung nach Erschossen werden geltend machen?

        Wenn ich freeriden will, geht häufig auch 90 Prozent fürs hochsteigen drauf, nicht mal 10 Prozent für runterfahren.

      • Lotte Heinz sagt:

        Ich verbringe meine Wochenenden damit,weil ich irgendwann das Geld,was ich brauch verdienen muss.Ich würde das gern hauptberuflich machen. Es würde sicherlich nicht weniger Wild geben,haben Sie schon einmal etwas von Reproduktionsraten gehört?Oder Maximalpopulation pro Fläche?Habe ich schon im Veterinärmedizinstudium gelernt..(Ich bin Tierärztin).Wenn ich das so toll fände?Warum schaue ich,dass meine Lurchis wieder ein anständiges Biotop haben?Die kann ich nicht schiessen.Nur angucken.Das Biotop ist übrigens übergeschwappt wegen Produktion von Futtermitteln für Masttiere.Was essen Sie heute?

      • Lotte Heinz sagt:

        Hegearbeit ist auch,dass die armen Biester,die wegen Freeridern über die Strasse rennen und halbtot gefahreen werden zu erklösen.Möchten Sie das machen?
        Wölfe haben in meinem Revier,das zwischen drei grösseren Städtchen liegt keinen Platz.Sie brauchen grosse,zusammenhängende Gebiete.Der Wildacker dient als Rauhfutterquelle(schonmal gehört?das nährt nicht.),vorallem aber als Rückzugsort für Kleinstlebewesen,Schmetterlinge,etc.Ich füttere nur zu,wenn meine Schätze anfangen die jungen Bäume zu fressen.Das würde dem Wald nämlich schaden.Und sie möchten doch freeriden.

  • LeaG sagt:

    Meiner (subjektiven) Erfahrung nach, essen Erwachsene die in der Kindheit direkt erfahren haben woher das Fleisch kommt, deutlich mehr Fleisch. Alle Veganer und die meisten Vegetarier, die ich kenne, haben keine solche Kindheitserfahrungen und waren geschockt als sie in der Jugend oder später erfuhren dass Tiere getötet werden und wie sie gehalten wurden.
    Ich bin überigens gegen ein Jagdverbot für Kinder, aber für stregere Jagdregelnregeln (Alkohol, Fotodokumentation der Einschussstelle) und vorallem Sanktionen, da es zuviele unverantwortliche Jäger gibt.

  • Luise sagt:

    Es geht wohl weniger um die Jagd als um die Frage: Sollen Kinder mitkriegen, dass Tiere zum Essen getötet werden. Ich finde ja. Als Kind habe ich auf dem Bauernhof das Schweineschlachten erlebt. Später selber Güggel geköpft, was auch die Kinder mitkriegten. Mitleid ist da immer dabei. Und auch Respekt und bei mir eine gewisse Dankbarkeit, ja, liest sich absurd für Vegetarier. Aber sowohl ich und meine Kinder haben gerne Tiere. Aber wir essen auch gerne Fleisch, möglichst solches aus einigermassen fairer Tierhaltung.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Sinngemäss sagen Sie: ich liebe Tiere,das hindert mich aber nicht daran sie zu ermorden, wenn mein Magen mir den Befehl dazu gibt. Eindrückliches Dokument einer typisch menschlichen Geistesspaltung.

  • 13 sagt:

    Dass die Kinder wissen, woher das Essen kommt, macht sicher Sinn. Über das Alter kann man diskutieren. Auch über die Jagd, denn seien wir doch mal ehrlich: nur ein kleiner Bruchteil unseres Fleischkonsums kommt von der Jagd.

    Und doch würde ich mein Kind nicht schicken. Ich habe einen Freund bei einem Jagdunfall verloren, trotz richtigem Verhalten. Und Kinder sind nun mal Kinder und verhalten sich häufig anders als gelernt. Da will ich kein Kleinkind herumspringen sehen, wenn mit Gewehren geschossen wird. Ab 10-12 Jahren sieht es anders aus. Aber staatliche Regelungen braucht es nicht.

    • Daddy sagt:

      Ich verstehe Ihre Befürchtungen, vorallem nach dem Jagdunfall Ihres Freundes. Ich würde meine Tochter auch nie mit einem Jäger mitgehen lassen. Wenn überhaupt, würde sie nur mit mir mitkommen, aber zu mehr als einem Jägerssohn habe ich es nicht gebracht 😉

      • 13 sagt:

        Das ist nicht schlimm. Eigentlich ist es wie geschrieben, fast ein bisschen ironisch das Ganze. Da kommen ein paar und verbieten, Kinder zur Jagd mitzunehmen. Und dann kommen andere, plädieren dafür und halten fest, dass es wichtig ist, dass die Kinder auch wissen, woher was kommt, die Tötung mitbekommen etc. Aber wie gesagt: Wieviel unseres Fleisches kommt von der Jagd? Wird dadurch nicht auch eine zu schöne, verklärte Welt gezeigt, so das Rehli glücklich im Walde steht, bis es für uns stirbt? Mal ehrlich, entweder gleich einen Schlachthof oder zugeben, dass man es nicht wissen/zeigen will.

  • Lekas sagt:

    Da wo ich aufgewachsen bin (Kanton Graubünden), haben die Jäger ihre Beute immer am Abend vor dem Beiz präsentiert. Da sind dann alle Kinder zusammengekommen und haben den Hirsch oder die Gämse bestaunt. Alles völlig normal. Ich glaube, solche Erfahrungen helfen einem eher, ein kritischer Verhältnis zu entwickeln und auch Sachen zu hinterfragen.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Hier sind wir aber in Züri! Da kommt das Schnitzel aus der Metzg und die Milch aus der Migros. Wobei wir die Metzg bald nicht mehr brauchen weil alle Zürcher Hippster von Hiltl, Vodka und Räucherstäbli leben. Nicht wegen den Tieren, sonder weils einfach Mega ist …

  • monalisa sagt:

    2/2 Im Gegenteil ich habe schon früh gelernt wo das Essen herkommt, aber auch, dass die Wildtiere bis zum schnellen Tod frei und glücklich waren…
    Bezüglich der Promillegrenze etc. kann ich nur sagen dass es immer und überall schwarze Schafe gibt. Auch unter den Jägern. Aber alle über einen Kamm scheren und des Alkoholismus anprangern war noch nie eine faire Lösung! Die allermeisten Jäger verhalten sich tadellos, halten sich an alle Vorschriften und tun alles dafür dass die Tiere schnell und präzis erlegt werden und nicht leiden müssen!
    Grüsse einer Bündner Jägertochter

    • Daddy sagt:

      Das kann ich so nur bestätigten. Auch die meisten Zürcher Jäger verhalten sich tadellos und respektvoll dem Tier gegenüber. Rambos habe ich noch nie getroffen. Ich habe es geliebt mit meinem Vater auf die Pirsch zu gehen. Die Schussabgabe habe ich nur selten erlebt. Dafür aber hunderte von schönen und bleibenden Erinnerungen an unsere wunderbare Natur!
      Gruss eines Zürcher Jägersohn.

  • monalisa sagt:

    1/2 Ich war als Kind oft mit meinem Vater auf der Jagd und habe die Tage in der Natur immer genossen. Geschossen wurde selten was (das klappt ja schliesslich nicht jeden Tag), aber wir haben immer viele Tiere beobachtet…
    Auch wenn mein Vater, und Grossvater, und Onkel etc. mit erlegten Tieren nach Hause gekommen sind, waren wir Kinder immer dabei und haben uns die Tiere angeschaut und sind dann auch ins Schlachthaus mitgegangen.
    Ich bin der Meinung, dass mir dies überhaupt nicht geschadet hat.

  • Darja Rauber sagt:

    Tut nichts zur Sache, aber: Wenn es keinen Tierhimmel gibt, dann gibt es auch keinen Menschenhimmel. Und umgekehrt.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Falsch. Wir können uns einen Himmel erschaffen,die Tiere nicht.

    • David Gantenbein sagt:

      Das ist Ihr Glaube, es entspricht aber nicht den vorherrschenden Weltreligionen. Ob Christentum oder Islam, in der grundsätzlichen Lehre gibt es keinen Himmel für Tiere, da das ewige (Nach)Leben nur für den Menschen stattfindet. Sie dürfen etwas anderes glauben, aber es ist eben durchaus getrennt in den Religionen und es gibt keinen kausalen Seelen-Zusammenhang zwischen Mensch und Tier.

      • Franz Vontobel sagt:

        Gantenbein: Ab welchem Zeitpunkt bekam denn der Mensch seine Seele – hatte Homo erectus, z.B., bereits eine?

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ich habe als Kind in der Metzgerei meiner Grossmutter gesehen, wie geschlachtet wurde und zwar vom lebenden Tier bis zum Wienerli. Meinem Appetit auf Fleisch hat das nicht geschadet, erst später (frühe Teenager-Jahre) habe ich über mehrere Jahre sehr wenig Fleisch gegessen. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass in meiner Familie und Verwandschaft (beide Seiten), das Schlachten in einen Vernünftigen Zusammenhang gesetzt wurde und für mich als Kind immer logisch war. In einer weichgespülten „Wir sind alle liebe miteinander-Gesellschaft“ ist das natürlich nicht mehr möglich.

    • semmelweiss sagt:

      @Hanspeter
      nehme ich auch so wahr, was früher logisch und normal war, ist heute pathologisch. Wenn man die Medien aufmerksam liest, merkt man immer mehr Propaganda in Richtung „Fleisch ist schlecht“ – „vegan-vegetarisch ist gut“. Schade, merken die meisten Menschen garnicht, wie sie manipuliert werden.

    • mila sagt:

      Wozu hin ‚manipuliert‘ – zu einem gesünderen Leben? Sie wissen ja sicher, was tierische Fette (im Übermass) und Restbestände von Aufzuchtmittel und Antibiotika im menschlichen Körper anstellen… Cholesterol ist nur ein Schlagwort.

      Unsere Urgross- und Grosseltern konnten sich das tägliche Stück Fleisch in der Regel gar nicht leisten – die billige Massenaufzucht gab es nicht. Deswegen war auch der Sonntagsbraten noch etwas besonderes. Respektive, die Metzgete. Zivilisationskrankheiten wie erhöhter Blutdruck und Arterienverkalkung waren entsprechend eine Randerscheinung der Begüterten.

    • mila sagt:

      Und nein, das sage ich nicht als Vegetarierin/Veganerin. Sondern als bewusste Fleischkonsumentin.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        Ich rede durchaus nicht dem grenzenlosen Fleischkonsum das Wort, sondern denke auch, dass die leichtere Erreichbarkeit von Fleisch dazu geführt hat, dass wir Fleich im Übermass konsumieren. Eine ausgewogene Ernährung ist durchaus sinnvoll, aber ich bin immer noch der Meinung, dass der Mensch kein reiner Pflanzenfresser ist. Verstehen Sie mich richtig, wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, kein Fleisch essen möchte, ist das für mich ok. Wenn man als Fleischesser dann aber mit kindischen Vorwürfen wie Tiermörder und ähnlichem konfrontiert wird, ist das einfach nicht ernst zu nehmen.

  • annaLu sagt:

    Man sollte Kindern aufzeigen, dass sie Respekt vor Tieren haben. Die Jagd mit dem Bündner Vater ist ein gutes Beisp., man lernt, wie das Tier lebt, man braucht Zeit und sieht auch, dass es wohl dem Vater ein Anliegen ist, das Tier nicht lange leiden zu lassen. Ich bin sicher, man isst nachher ein Hirschschnitzel mit anderem Respekt.
    Aber mal ehrlich, in downton Zürich dem Kind einen Weltverbesserungsvortrag und Schlachthof Bilder zum Schocken zu zeigen, und dann beim Metzger nur das Filet zu kaufen, ist recht scheinheilig. Holen Sie ein Huhn beim Bauern, rupfen sie es und nehmen es aus….

  • Stephan sagt:

    Ob es für ein Kind gut oder schlecht ist, bei der Jagd dabei zu sein, darüber kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Sicher ist für mich, dass gewisse Entscheidungen bei den Eltern am richtigen Ort sind und nicht vom Staat geregelt werden müssen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Das Einzige, was ich meinen Kindern in diesem Zusammenhang beigebracht habe, dass man aus persönlichen Erfahrungen nichts lernen kann und nicht lernen soll. Was sich nicht unter Ausschluss von Emotionen erkennen lässt, taugt nur für belangloses Privatleben, Haltungen (Humanität, Tierschutz, …, schon gar nicht politische Anschauungen) leitet man daraus nicht ab.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Das Einzige, was ich meinen Kindern in diesem Zusammenhang beigebracht habe, dass man nur aus persönlichen Erfahrungen etwas lernen kann und abstrakters Wissen für das spätere Leben wenig taugt.

      • alieno sagt:

        Was ich meinen Kindern beibringe ist, dass alles, was man lernt, nützlich ist. Ob abstrakt oder konkret, ob emotional oder cool. Bringt alles was.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Wehrli, den Disput gab es schon unter den griechischen Sozialphilosophen, ab Sokrates. Klären lässt sich das nie, aber ich frage mich, wie man nicht private Fragen, wie Atomausstieg, Krieg, Quantenphysik, Genetik, also alles, was im Gegensatz zu privaten Fragen wirklich wichtig ist, mit persönlichen Erlebnissen verbinden kann.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Was wirklich wichtig ist, ist subjektiv, daher erlebt. Wenn, es das AKW neben meinem Haus zu meinen Lebzeiten nicht verdampft, war das thema ex ante weniger wichtig als die Qualität der Karotten im Dorfladen. Quantenphysik sei einer kleinen Forschergild vorbehalten, für alle anderen ist es bloss eine Mastrubation des Egos.

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