Die Geheimsprache der Teenager

Mamablog

Vorsicht vor der Frage «Haben wir am Wochenende was vor?» – sie hat eine zweite Bedeutung. Foto: Nat Urazmetova (Flickr)

Seit zehn Jahren schon wohne ich mit Pubertierenden zusammen. Mein eigenes Kind war vor zehn Jahren zwar erst zwei, doch der ältere Sohn meines Lebenspartners rutschte in die Teenie-Phase. Ergo auch wir. Plötzliche Stimmungschwankungen wechselten sich ab mit atemberaubenden Deoschwaden. Zahnspangenschmerzen mit Heisshungerattacken. Hip-Hop-Bling-Bling auf Popper-Ära auf Hänger-Phase. Meist kochten wir für sieben, am Tisch sassen viereinhalb. So nach einem Jahr gewöhnte ich mich daran.

Kaum war der Grosse aus dem Gröbsten raus, war sein jüngerer Bruder dran. Der ist jetzt 17. In zwei bis drei Jahren wird er die Pubertät hinter sich haben – glaubt man Wikipedia.

Nicht mehr lange, dann gehts bei meinem Sohn richtig los. Was bin ich aufgeregt. Die Zahnspange hat er bereits und die Wohnung riecht allmorgendlich süss-penetrant nach Deo. «Axe Dark Temptation» steht auf der Dose, schokoladig der Duft. Aus zwei Mal sprühen wird acht, zielen will gelernt sein.

Ich bin bereit. Die Lehrjahre hinter mir, fühle ich mich mehr oder weniger gewappnet. Und trotz Turbulenzen soll die Pubertät ja «eine spannende Zeit für die ganze Familie» werden. Das steht schön positiv formuliert im neu erschienenen Elternbrief zum Thema Teenager. Auch, dass Beziehung Reibung bedeutet. Und sich Teenager in einem Wechselbad der Gefühle befinden. – Spannend.

Nun denn, ich stelle mich auf eine intensive und anstrengende Zeit ein, versuche mich auf alles gefasst zu machen und dabei einigermassen gelassen zu bleiben. Das Einmaleins der Teenager-Sprache und ihren Bedeutungen habe ich ja bereits verinnerlicht. Sie wissen nicht, was ich meine? Take this.

  • «Hmmmm» = Ja/Nein/Vielleicht/Lass mich in Ruhe
  • «Vielleicht» = Nein/Ist mir doch egal
  • «So halb» (auf die Frage, ob die Hausaugaben gemacht/das Zimmer aufgeräumt/die Tasche gepackt ist) = Habe noch gar nicht damit angefangen.
  • «Weiss nicht» (Auf die Frage, ob der Lehrer die korrigierte Matheprüfung abgegeben hat) = Die Note ist schlecht.
  • «Jetzt dann» (Zur Aufforderung das Tablet, Handy oder die Playstation auszuschalten) = Vergiss es.
  • «Gehst du am Abend aus?» = Ich will am TV das Fussballspiel schauen.
  • «Haben wir am Wochenende was vor?» = Falls ja, komme ich nicht mit.
  • «Alle anderen haben ein iPhone!» = Ihr seid geizig, hinterwäldlerisch und die Allerletzten.

Ich bin sowas von bereit.

Kurz angebundener Teenager? Dieser australische Vater singt ein Lied davon: «Sort of Dunno Nothin’» von Peter Denahy. Viel Spass!