Die «Alles ist möglich»-Lüge

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Das Kind betreuen, das Mittagessen zubereiten – und am besten auch noch wissen, was gerade bei den geschäftlichen Mails läuft: Ist das alles machbar? Foto: Keystone

Stellen Sie sich vor, jemand käme und behauptete, Sie gingen nicht wirklich auf zwei Beinen. Das hätten Sie sich die ganze Zeit nur eingebildet. Nicht ganz so grundsätzlich, aber ähnlich ging es mir, als ich folgendes Buch in die Hände gedrückt bekam: «Die ‹Alles ist möglich›-Lüge. Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind». Kurz: Was ich seit dreizehn Jahren zu tun meine, ist nicht.

Das wollte ich nun doch genauer wissen. So gesehen, ist der Titel schon mal gelungen. Und was den Inhalt angeht: Er ist aussergewöhnlich gut recherchiert und formuliert. Was nicht erstaunt, da die Autorinnen, Susanne Garsoffky und Britta Sembach, beide ein abgeschlossenes Studium haben sowie viel Erfahrung im Journalismus. Hinzu kommt, dass sie beide Kinder haben. Sie wissen also auf theoretischer und praktischer Ebene genau, worüber sie schreiben.

Es hat in der Tat Hand und Fuss. Allerdings ist es weniger neu, als der provokante Titel vermuten liesse. Und übrigens auch kein Plädoyer für eine Rückkehr an den Herd. Vielmehr ist es eine ausgezeichnete Auslegeordnung aktueller und historischer Fakten und Entwicklungen, was Gesellschaft, Frauen- und Familienbilder angeht. Die Autorinnen stellen dabei die These auf, dass es eben keine Vereinbarkeit, sondern nur ein Nebeneinander der beiden Lebensbereiche Familie und Beruf gebe. Wo da der Unterschied sein soll, erschliesst sich mir noch nicht ganz, aber ich werde künftig ein Auge darauf haben.

Wichtige Voraussetzungen, dieses Nebeneinander zu verbessern, sind laut Garsoffky und Sembach mehr Wertschätzung für die Fürsorglichkeit und die Familienarbeit, mehr Teilzeitarbeitsmöglichkeiten für Väter und der Mut zur bedingungslosen Hingabe an das, was wir tun. Hinzu kommen Forderungen an Gesellschaft und Politik, bessere Bedingungen für Familien zu schaffen (dazu auch dieser Mamablog).

Die Alles ist moeglich-Luege von Susanne GarsoffkyStimmt, das alles haben wir schon oft gehört und herbeigesehnt. Aber dennoch lohnt es sich, das Buch zu lesen – auch für Politikerinnen und Politiker, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Es ist voller Fakten und Details, die irritieren, bestärken oder erstaunen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Frauen heute trotz Job, moderner Maschinen und Convenience-Food gleich viele Stunden mit Haushalten verbringen wie 1965?

Bei allem Wiedererkennen und Kopfnicken fühle ich mich von dem Buch auch angegriffen, und das ist ein gutes Zeichen (für das Buch). Besonders getroffen hat mich die Aussage, viele Mütter seien stolz darauf, was sie alles schaffen würden – als sei das eine Art Tapferkeitsmedaille. Autsch. Das hat gesessen. Und es ist bescheuert. Diese Leistungshaltung bringt nämlich automatisch mit sich, dass wir Frauen uns ständig miteinander messen und so selbst massgeblich mit schuld sind an der Geringschätzung, welche die Hausarbeit erfährt – und damit auch jene, die sie leisten. Also wir selber. Das ist ein harter Widerspruch. Und wie alle Widersprüche ist auch er Sand in unserem Getriebe und raubt uns Energie, die wir für viel Fruchtbareres nutzen könnten.

Etwas gar drastisch finde ich die Aussage, wer behaupte, er oder sie sei mit der Kombi aus Familie und Job zufrieden, lüge sich was vor. Offenbar sind laut Autorinnen 82 Prozent der (deutschen) Mütter überfordert, und immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst gegen eine Familie. Ich bin dennoch nicht sicher, ob das mit der Lüge so stimmen muss.

Ich glaube vielmehr, dass unsere innere Einstellung einen immensen Einfluss darauf hat, wie zufrieden wir mit unserem Lebensentwurf sind. Damit beziehe ich mich wohlgemerkt ausdrücklich auf jene Frauen, die dabei eine Wahl hatten, zumindest zu weiten Teilen. Wir haben die Möglichkeit, daran zu schrauben. Und noch wichtiger: Wir haben auch das Privileg, etwas an unseren Erwartungen zu ändern. Damit meine ich vor allem die Erwartungen an uns selbst und an die Optik, die wir auf unser Dasein haben.

Ein Beispiel: Als freischaffende Journalistin muss ich im Idealfall meistens erreichbar sein. Aber ich finde es wunderbar, in der Küche rasch eine Mail beantworten zu können, während ich darauf warte, dass das Nudelwasser kocht. Denn in einem Büro könnte ich das Umgekehrte nicht tun. Falls mich ein Kind brauchen sollte, was bei über Elfjährigen nicht zwingend der Fall ist, dann schreibe ich die Mail eben später. Das alles ist zwar ein bisschen chaotisch und unberechenbar, aber ich persönlich mag es so. Und das ist genug.

Es geht ja nicht darum, alles gegeneinander auszuspielen, Familie gegen Job und Lebensform gegen Lebensform. Letztlich tun wir ja alle das Gleiche: in jedem einzelnen Moment die Balance suchen zwischen Wollen und Sein. Dabei sollten wir möglichst ehrlich unterscheiden zwischen äusserem Druck und innerem. Und genau dafür liefert das Buch viele gute Denkanstösse.

Übrigens. Ich gehe immer noch auf beiden Beinen.

Hier finden Sie eine Leseprobe aus dem Buch «Die ‹Alles ist möglich›-Lüge».

139 Kommentare zu «Die «Alles ist möglich»-Lüge»

  • ina müller sagt:

    Mein Mann arbeitet 50 Prozent, ich ebenfalls, es ist immer jemand zuhause, dafür verdienen wir halt nicht so viel und haben kein Erspartes, so what? Wer braucht schon Ferien und ein Auto? Aber das Kind braucht Eltern. Was mich nervt: Viele Aussenstehende loben meinen Mann, wie er mich „entlastet“. Warum? Ich sehe das nicht so – ich entlaste ihn ja genauso vom Geldverdienenmüssen und Familie ernähren!

    • Simone sagt:

      Liebe Ina,

      ihren Worten ist nur eins noch hinzuzufügen. „Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht!“
      In unserer Gesellschaft geht die Schere immer weiter auf. Viele müssen arbeiten, damit Sie ihre Grundbedürfnisse decken können. Es gibt aber auch einige, die mit „Grundbedürfnissen“ eigenes Haus, zwei Autos, drei Fernreisen und für jedes Familienmitglied zwei kostspielige Hobbies meinen. Und solche Menschen müssen dann arbeiten gehen….

  • ina müller sagt:

    Ich finde auch, dass die Entscheidung für Kinder bedingt, eigene Bedürfnisse für eine Zeit zurückzustecken, das ist nun mal so. Das Kind muss betreut und begleitet werden, und das ist eine schöne Aufgabe. Ich finde aber im GEgensatz zu vielen andern, die mir in diesem Punkt zustimmen, dass dies die Aufgabe der Mutter ist. Das ist mir immer sehr sehr wichtig. Nicht die Frau muss Haushalt und Familie und Beruf vereinen, sondern das Paar. In diesem Punkt muss sich in unserer Gesellschaft gewaltig was ändern, und ich bin überzeugt, dass es kommen wird.

  • Anne Fahlner sagt:

    Und dass auch der Vater einen Teil dieser Arbeit leistet, finde ich selbstverständlich. Unsere Tochter ist übrigens nicht „geschädigt“ – was manche Menschen in dieser Diskussion ja als unvermeidliche Folge der Berufstätigkeit beider Eltern darstellen. Sie ist schlau, selbstbewusst und witzig und wird ganz sicher ihren Weg machen.

  • Anne Fahlner sagt:

    Aber das ist nicht das Problem. Das Problem sind Chefs wie die meines Mannes, die ausrasten, wenn der Vater mit dem Kind zum Arzt geht, weil die Mutter (also ich) einen wichtigen beruflichen Termin wahrnehmen muss, aber einen freien Tag anbieten, weil das Auto kaputt ist. So lange solche Leute nicht in ihre SChranken gewiesen werden, und zwar sofort und nachhaltig, hat unsere Gesellschaft ein Problem. Denn es ist wichtige Arbeit, ein Kind behütet aufzuziehen und seine Talente und Potentiale zu fördern. Und das sollte auch endlich anerkannt werden.

  • Anne Fahlner sagt:

    Ich gehe Vollzeit arbeiten – mit Kind. Natürlich kriege ich das – auch Dank eines Arbeitsgebers, der gelegentliche Telearbeit nicht verwerflich findet und nicht komisch guckt, wenn ich um 16:00 Uhr mit fliegenden Fahnen das Haus verlasse – gut hin. Aber neben Arbeit, Kind, Haushalt und Familienmanagement (also Rechnungen pünktlich bezahlen, Steuererklärung machen und diese ganzen Späße) bleibt erschreckend wenig für mich und von mir selbst übrig. Und natürlich wünsche ich mir mehr Zeit für mein Kind und manchmal auch mehr Zeit für die Arbeit und manchmal mehr Spontaneität im Leben.

  • MomPower sagt:

    Die Kommentare zeigen es einmal mehr: es gibt nicht DIE eine Wahrheit und DIE Lösung. Jede Familie, jede MUTTER, muss ihren Weg ganz individuell finden. Was dabei helfen kann ist eine gewisse Infrastruktur, zum Beispiel in Form von ausreichenden und qualitativ hochwertigen Betreuungsplätzen und flexible Arbeitszeitmodelle. Nicht förderlich ist ein Perfektionsanspruch. Aber der hat sich leider tief in uns verwurzelt. Außerhalb Europas bewundert man zum Beispiel die Pünktlichkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland. In Deutschland selber ist die Bahn aber für Verspätungen bekannt.

  • Mariposa sagt:

    Ich geh dann mal den Haushalt machen….. Ah nein, es kam gerade ein Email rein, dass ich noch beantworten muss 🙂
    Ach und einen Kuchen muss ich auch noch backen, da meine Tochter heute Geburtstag hat!!!

  • Maria M. sagt:

    Es ist problemlos möglich. Wir sind das beste Beispiel.
    Voraussetzungen:
    – man ist kein Materialist (Ansprüche runterschrauben)
    – Partner/in steht voll dahinter
    – Fleiss und Einsatz im Beruf
    – sich nur leisten, was man auch bar bezahlen kann
    – ein Elternteil ist immer bei den Kindern (zumindest bis ins Teenageralter)

    Es hat bestens geklappt, obwohl wir bereits sehr jung Eltern wurden. Natürlich ist mir bewusst, dass es nur klappt, wenn eine Berufsausbildung vorhanden ist und man ein paar Jahre untendurch geht (keine Handy-Abo’s, wenig Ferien u. sonstiger Luxus, etc).

    • Susi sagt:

      Warum soll es Voraussetzung sein, dass ein Elternteil immer bei den Kindern ist? Ein oder zwei Krippentage sind eher förderlich als schädlich für ein Kind. Oder es ist mal einen Tag bei den Grosseltern. Auch keine Tragödie, oder?

  • Manuela sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass es in unserer Gesellschaft noch Spätfolgen gibt.
    Ich selbst arbeite im Moment 80 %, weil ich es muss, nicht, weiles mir Spaß macht. Lieber, viel lieber würde ich mich dem Haushalt und meinem Kind widmen, als durch die Arbeitszeit Kompromisse eingehen zu müssen. Nur, der „Grundlohn“ meines Mannes reicht nicht aus. Soviel zu dem Thema, wir Frauen haben die Wahl.

  • Martina N. sagt:

    Nun ja, es ist aber ein himmelweiter Unterschied, wenn Kinder lernen, dass beide Eltern arbeiten müssen weil es finanziell nicht anders geht oder ob beide arbeiten wollen. Das ewige Argument früher war es anders, zieht eben gerade nur dann, wenn Kinder wussten es geht nicht anders. Ich bin auch der Meinung, dass unsere Gesellschaft Spätfolgen erleben wird.

  • Hansli sagt:

    Kein wunder ist dieses Buch im deutschsprachigen Raum entstanden. Ausserhalb würde man darüber nur den Kopf schütteln. Den dort ist Familie und Beruf kein Problem.

  • Romea sagt:

    Wenn die Aussage des Buches ist, dass wir keine karriere machen können und gleichzeitig unsere Kinder im Leben begleiten, dann stimme ich voll und ganz zu. Ein Kind aus meinem Körper gepresst zu haben, macht mich zur biologischen Mutter, nicht aber zu dem Menschen, der mein Kind durchs Leben begleitet. Dafür braucht es Zeit und gemeinsame Erlebnisse. Ich denke ab und zu an die Eltern, die beide 80-100% arbeiten. Ich verstehe nicht, warum sie Kinder haben, wenn sie nicht bereit sind und freude daran empfinden, mit ihnen Lebenszeit zu verbringen.

    • Widerspenstige sagt:

      Das ist eine Wohlstandsansicht, Romea, und bestraft all diejenigen auf dieser Welt, die nicht so privilegiert geboren wurden. Zu allen Zeiten war Kinderaufziehen in verschiedenen Betreuungshänden, von den Grosseltern unter einem Dach mit ihren Kindern und Enkeln bis zu den Nachbarn. Und das behauptest Du einfach so ins Blaue hinaus:‘ Ich verstehe nicht, warum sie Kinder haben, wenn sie nicht bereit sind und freude daran empfinden, mit ihnen Lebenszeit zu verbringen.‘ Es sind nur ein paar Stunden tagsüber, wo alle Familienmitglieder ihrer Bestimmung nachgehen. Das IST Lebenssinn.

    • Pixel sagt:

      Sie müssen auch nicht alles verstehen, liebe Romea. Schon gar nicht, wenn der Bereitschaft zum Perspektivenwechsel starke Einschränkungen vorliegen. Und da schließe ich mich selbst nicht aus. Ich zum Beispiel, bin absolut unfähig zu verstehen, was meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse auch nur ansatzweise jemand anderen was angehen sollten.

  • Haldimann sagt:

    Es gibt eine einfache Formel, die das Leben ungemein erleichtert: ‚Saying yes to something – means saying no to something else.‘ Kuchen selber backen vs. eine Stunde Yoga; aufgeräumte Wohnung vs. Entspannung am Abend usw. Es hat lange gedauert, bis ich es kapiert habe, aber seither hilft mir dieser Zauberspruch immer wieder, klug Prioritäten zu setzen.

  • Ammann Christoph sagt:

    Scheint etwas dran zu sein an diesem Buch. All jene die auch meinen, Mutter und Beruf lasse sich vereinbaren, das Kind sei ja nun geboren und nun müsse es nur noch grösser werden, der vergisst, dass unsere Zeit etwas noch immer nicht begriffen hat, und das ist der Umstand, dass alles seine Spätzeitfolgen hat. Den Schaden den solche Kinder nehmen, den sieht man zuerst einmal nicht. Nur, die Spätfolgen kommen immer, wie bei diesen Müttern, die so wenig Selbstwertgefühl haben, dass sie „ums verworge“ die Welt der Männer erstürmen müssen um sich so etwas Wert zu sei. Wenn das kein Spätschaden ist!

    • tina sagt:

      ich gehe einfach arbeiten um unseren lebensunterhalt zu verdienen. daran ist nichts verkehrt und ich halte mich für ein gutes vorbild.

      • Ammann Christoph sagt:

        Ja, das ist die Lebensrealität. Wir haben es als Gemeinschaft nicht fertig gebracht, dafür zu sorgen, dass die Löhne der Männer so sind, dass Mütter ihre Aufgabe wahrnehmen können. Die Spätfolgen werden wir alle gemeinsam zu tragen haben. Ihnen wünsche ich alles Gute und denken Sie daran, dass dann wenn, die Initiative für ein Grundeinkommen zur Abstimmung komm,t Sie mit Ja stimmen.

      • Ammann Christoph sagt:

        Ja, das ist die Lebensrealität. Wir haben es als Gemeinschaft nicht fertig gebracht, dafür zu sorgen, dass die Löhne der Männer so sind, dass Mütter ihre Aufgabe wahrnehmen können. Die Spätfolgen werden wir alle gemeinsam zu tragen haben. Ihnen wünsche ich alles Gute und denken Sie daran, dass dann, wenn die Initiative für ein Grundeinkommen zur Abstimmung kommt, Sie mit Ja stimmen.

      • tina sagt:

        in meinem speziellen fall ist der vater der kinder krank geworden und nicht wieder gesund. dafür kann er ja nichts. hätte aber auch sein können, dass ich sonst alleinerziehend bin, auch dann wäre es zu begrüssen, wenn ich für unseren lebensunterhalt aufkommen kann.
        nach der harten kritik erwarte ich auch eine entsprechende positive bewertung fürs „leben in die hand neben“. das ist nämlich auch realität.
        grundeinkommen haben wir, neu ist die bedingungslosigkeit.

      • Mike sagt:

        Hr Ammann, da muss ich Jane Doe aber völlig Recht geben.
        Sie schreiben ja sogar als Antwort „wenn Frauen meinen, sie müssten ihren Platz verlassen und “gescheiteres” tun“.
        „Ihren Platz verlassen“, wirklich jetzt??
        Ich weiss ja nicht welcher Jahrgang Sie sind, aber Sie scheinen mir wirklich im 19. Jahrhundert stecken geblieben zu sein und Frauen wie auch immer möglich unterdrücken zu wollen. Haben Sie vielleicht Verbindungen zu den Taliban??

    • Jane Doe sagt:

      Herr Ammann, Ihr Kommentar ist dermassen sexistisch, frauenfeindlich und herablassend, mir scheint, bei Ihnen besteht auch irgendein „Spätschaden“!

      • Jane Doe sagt:

        Spätschaden im wahrsten Sinne der Wortes! Willkommen im 21. Jh.!

      • Ammann Christoph sagt:

        Liebe Frau Doe, so einfach dürfen Sie sich die Sache nicht machen. Noch ist diese Welt dual, licht und finster, oder Mann und Frau. Und so wie es nicht gut wäre, wenn ein Pol der Erdachse meinte, er müsse sich auf die andere Seite begeben, so ist es für das Wohl der Menschheit nicht gut, wenn Frauen meinen, sie müssten ihren Platz verlassen und „gescheiteres“ tun. Wenn Sie das nächste Mal auf die Erde kommen, dann mit grosser Wahrscheinlichkeit als Mann, dann dürfen die heutigen Frauen das Mannsein ausleben. Und es ist dann gut, wenn sie die Sache besser machten als die heutigen Männer!

  • Jane Doe sagt:

    Natürlich ist Familie & Beruf vereinbar, wenn man ein bischen gesunden Menschenverstand hat!.. Viel Stress ist absolut hausgemacht. Wenn man das Gefühl hat, man kann gleichzeitig eine geile Karriere haben, das perfekt durchgestylte Haus, immer blitzblank, jeden Tag perfekt gestylt mit perfekter Frisur, abends noch schnell die dreistöckige Geburtstagstorte backen und auf Instagram stellen, den Kindern den ganzen Tag Programm bieten, sie vom Ballet zum Fussball zum Klavierunterricht karren, jederzeit auf Facebook erreichbar zu sein, ja, dann ist man wohl mit der Zeit ein bisschen überfordert..

    • Christoph Bögli sagt:

      Allerdings bedeutet das nach der Definition der Autorinnen, dass die verschiedenen Bereiche nicht vereinbar sind. Sprich dass nicht alle Bereiche maximal ausgelebt werden können, sondern die beschriebenen Kompromisse nötig sind. Das mag im Alltag und „gesunden Menschenverstand“ trivial wirken, in der Beruf/Familie-Debatte ist das aber effektiv eine wichtige Erkenntnis, weil dort ständig so getan wird, als könne man (bzw primär frau) alles gleichzeitig ohne Abstriche haben. Was in der Realität unweigerlich zu Überforderung und Enttäuschung führt wenn dies (logischerweise) nicht gelingt..

    • dres sagt:

      Gut gebrüllt, genau so ist es. Und die Kinder werden auch dankbar sein für eine ein bisschen entspanntere Lebensweise.

  • Manuela sagt:

    Also, ich hab mit einem Kind Vollzeit gearbeitet, der Papa auch und ich muss sagen, das lief super. Mit mehreren Kindern arbeite ich nur 80% und bin damit aber kein bisschen gestresst. Ich lass halt den Haushalt liegen, was nicht unbedingt nötig ist.
    Aber mit einem Kind und zwei Eltern, die beide alles übernehmen können, also da war das echt kein Problem. Wir haben uns einfach abgewechselt.
    Ich fand das sogar sehr entspannend, weil ich mit Kind gar nicht an die Arbeit gedacht hab und beim Arbeiten nicht ans Kind und Mami sein. So konnte ich mich täglich in 2 Bereiche wirklich vertiefen.

  • dres sagt:

    Ich mag jetzt nicht alle Kommentare durchlesen. Wer halbwegs glücklich ist mit seinem Leben möge die Hand aufhalten, die Anderen dürfen weiter jammern.
    *Händezähl*
    Ah, so schlimm ist es also gar nicht.

  • java Luna sagt:

    Wenn eine Frau nicht nur den ‚Ich-bin-auch-Arbeitend‘-Alibijob von 20-40% ausführt, lässt sich Stress und Ueberforderung nicht abstreiten.
    Ich arbeit selber 80%, in einem sehr anspruchsvollen Job, zwei Kinder (6,13) alleinerziehend und ein 6-Zimmerhaus mit Garten… Ich bin oft überfordert und bemühe mich allen Anforderungen so gut als nötig zu genügen !!
    Schäme mich nicht, denn wenn das nicht so wäre, ist es ein Hohn gegen alle ‚Nur-Hausfrauen-Mütter’… niemand ist Superwomen….
    Jeder ist seines Glückes Schmid … nicht jammern, sondern ändern.

  • Chris sagt:

    Als Vater von 3 Kinder bin ich der altmodischen Ansicht, dass man sich für Kinder oder Beruf entscheiden soll. Es kann in meinen Augen nicht sein, dass beide zu 80 % Berufstätig sind und nebenbei noch Eltern. Das 2 Gehalt geht total für die Krippe auf? Ist das das Ziel?
    Meine Frau und ich waren uns zum Glück darüber von Anfang an einig.

    • Laura sagt:

      Chris, sie haben Kinder und arbeiten, oder? Sie sind also der klassische Beweis dafür, dass Kinder und Beruf zu vereinbaren sind. Sie haben offenbar eine Frau, welche zu den Kindern schaut. Andere haben eben eine Nanny, eine Tagesschule oder eine Kinderkrippe, welche teilweise zu den Kindern schaut. Das sind einfach andere Modelle. Alle mit Vor- und Nachteilen. Und das schöne an der SChweiz ist doch, dass man sich aussuchen kann, was man eben möchte. In vielen anderen Ländern haben die Eltern von Kindern nicht diesen Luxus und können wählen, nicht mehr arbeiten zu gehen.

      • Christoph Bögli sagt:

        Eigentlich „vereinbart“ er die Kinder und den Beruf ja nicht, sondern priorisiert den Beruf um damit die Frau, die ihrerseits die Kinder bevorzugt und dafür den Beruf geopfert hat, quer zu subventionieren. In dem klassischen Modell hat man zwar irgendwie Kinder, aber kümmert sich um diese nur als Nebenbeschäftigung, wenn überhaupt. Letztlich gibt es da keinen Unterschied zum Tagesmutter-/Krippen-Modell, ausser dass bei diesem halt beide Elternteile diesen Weg wählen anstatt nur eines..

  • Dubai mum sagt:

    Ich bin erst seit 1 Jahr Vollzeit Familienfrau, davor habe ich 80 bzw 60% mit 2 Kindern gearbeitet. und ehrlich: ich fand es mit Job einfacher. vorher war mehr möglich. vorher habe ich weniger abends gebügelt, aufgeräumt etc. sondern auch mal TV gekuckt, Sport gemacht, oder eins Trinken gegangen.
    vielleicht haben sich auch die Ansprüche an mich unbemerkt gesteigert, die von mir an mich, die vom Mann an mich und die vom Umfeld. Da ich die Aufteilung selber wählen durfte und jetzt soviel mehr mit den Kleinen erleben kann, gibt mir viel, und trotzdem fehlt mir mein Job mit Emails beim Kochen

  • Felix Stern sagt:

    „Wussten Sie zum Beispiel, dass Frauen heute trotz Job, moderner Maschinen und Convenience-Food gleich viele Stunden mit Haushalten verbringen wie 1965?“ Ich glaube kaum, dass diese Aussage gemacht werden kann. Es ist mir klar, dass es Studien gibt, die die Anzahl geleisteter Stunden in der Hausarbeit schätzen. So etwas mag es sogar 1965 gegeben haben. Ich bezweifle aber, dass man mit diesen Zahlen eine Sinnvolle Aussage machen kann. Selbst wenn wir unsere Bruttosozialprodukt-Zahlen anschauen oder die Zahl geleiteter (sozialversicherungspflichtiger) Arbeitsstunden abschätzen, ist das ungenau.

    • Felix Stern sagt:

      Dabei gibt es bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstunden mindestens drei Parteien, die ein monetäres Interesse haben, dass diese Zahlen stimmen (Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Staat). Trotzdem wissen wir, dass die Zahlen ungenau sind. Wenn ich Zahlen nehme, deren Grundlage reine Selbsteinschätzungen sind und deren Definition noch schwammig ist, dann kann es mit der Genauigkeit nicht weit her sein. Die Zahlen können dann beliebig schwanken oder eben auch höher oder tiefer ausfallen als eine Selbsteinschätzung 1965. Eine Aussage über unser Verhalten als Gesellschaft geht aber nicht

  • Helene sagt:

    Überforderung ist eine Bewertung und nat. sofort abwertend. Überforderung resultiert aus Erwartungen. Wenn man nun keine oder wenig Erwartungen an sich selber hätte, wäre man nicht in so einem immensen Druck gefangen. Trotzdem kämpfe ich mich durch die Wochen und die Monate bis zu den nächsten Ferien. Es gibt in Job, sowie Schulalltag des Kindes viele Aufgaben, die man nicht einfach nur „halb“ erledigen kann. Das immense Multitasking -Tag für Tag- lässt einem dauernd auf Hochtouren laufen. Freizeit- und Privatleben/ oder die Work-life-Balance, wie es so nett heisst, geraten in Ungleichgewicht.

  • Christoph Bögli sagt:

    Die Frage, die sich mir bei der Diskussion unweigerlich stellt: Besteht das Leben denn eigentlich nur aus Beruf und Familie(narbeit)? Wo bleibt da der Raum für sonstige Aktivitäten, für persönliche Interessen? Das scheint mir das viel grössere Problem: Zwar lassen sich Familie und Beruf mit viel Aufwand und etwas Glück in eine für einem akzeptable Balance bringen, bloss wird doch dabei jegliches sonstige Privatleben zerrieben. Was mit ein Grund sein dürfte, wieso viele bei dieser Doppelbelastung ausbrennen. Trotzdem wird das nicht ansatzweise diskutiert..

    • tina sagt:

      ich habe nun 15 jahre lang rotiert ohne eine art privatleben, so wie du das meinst. ich hatte vorher eins, und nun kommt mein individual-leben langsam wieder. was mich wirklich schmerzhaft stresste, war jeweils das mitleid der leute, dass ich eben kein individual-privatleben vorweisen konnte. dabei fand ich mein leben gar nicht übel! randvoll sinn, nannte ich das jeweils. davon träumten die, die mich so bemitleideten doch

    • Carolina sagt:

      Können Sie wirklich eine klare Linie ziehen zwischen Beruf und Familie einerseits und Privatleben andererseits? Für uns war immer klar (wenn auch natürlich erst vage, als wir unser erstes Kind bekamen, in einer Zeit, als wir es uns überhaupt nicht ‚leisten‘ konnten), dass für eine Weile, während die Kinder klein sind, Familie und Privatleben praktisch kongruent sind – mit der Prämisse, dass jeder Partner sich kleine Freiräume herausschnitzt, die mit zunehmendem Alter der Kinder immer grösser werden. Es hat bei uns beiden Hobbies gegeben, die für einige Jahre brachlagen – es war in jedem

      • Carolina sagt:

        /2 Lebensabschnitt immer notwendig, neu zu ‚verhandeln‘, beiden Partnern das Recht einzuräumen, dass sie auf irgendetwas nicht verzichten können – aber im Grossen und Ganzen hatten wir kein grosses Problem damit, als unser beider Priorität die Familie anzusehen; alles andere war und ist zweitrangig. Ist mir klar, dass es nicht überall gleich ist, aber ich meine, dass der Versuch einer scharfen Trennung zwischen Beruf, Familie und Privatleben vielleicht wirklich zu grossen Enttäuschungen führen kann.

      • tina sagt:

        genau carolina. mein privatleben ist eben das mit den kindern gewesen einige jahre lang. für mich war das gar nicht so ein riesenproblem, hatte aber schon konsequenzen. die konsequenzen fanden andere jeweils absolut grässlich, nicht ich. das hat mich gestresst, dass ich mich dafür rechtfertigen musste, dass ich nunmal nicht mehr eine art singleleben führe. von aussen wurde mir das als makel angekreidet, der nicht akzeptabel war. „du hast ja nichtmal hobbys“

      • Christoph Bögli sagt:

        @Carolina/tina: In der Praxis verschmilzt eh alles miteinander, Familienleben ist natürlich auch eine Form des Privatlebens, bei manchen ist wohl gar Beruf und Hobby äquivalent. Letztlich muss eh jeder/jede die Balance finden, mit der man/frau leben kann. Meine Frage war aber auch nicht, ob ein „Privatleben“ neben der Familie gut oder schlecht ist, oder ob man ein solches unbedingt braucht, sondern halt, dass es ein Problem sein kann, wenn die menschliche Existenz (quasi streng protestantisch) aufs Schaffen und Reproduzieren reduziert wird und alles andere nicht einmal erwähnenswert scheint.

      • Carolina sagt:

        Naja, CB, ich glaube, die Frage haben Sie sich selber längst beantwortet: jede Beziehung/Familie, in der jegliches Ausseninteresse, jeglichen privaten und individuellen Vorlieben der einzelnen Mitglieder auf Dauer negiert bzw verdrängt werden, wird früher oder später auf Probleme stossen. Die Kunst, Prioritäten setzen zu können, für eine Weile auf etwas zu verzichten, dabei aber die Balance zwischen Eigeninteresse und Machbarkeit zu halten, ist halt eine Kunst.
        Reproduktion ist ja ein kurzer Akt, die Folgen davon aber lassen sich nie wieder ganz tilgen, sie werden in der Regel zu einem Teil

      • Carolina sagt:

        /2 des (neuen) Lebens, während Arbeit prioritär Mittel zum Zweck ist, bei glücklicheren Konstellationen aber ausbaubar, veränderbar und erfüllend sein kann.
        Ich kann mit dieser künstlichen Trennung, die keine Ueberschneigungen zulässt (ist mir auch bei Protestanten nicht bekannt), nur sehr wenig anfangen, sie ist mMn völlige Theorie.

  • Christoph Bögli sagt:

    Diskussionen um die persönliche Definition von „vereinbaren“ sind doch sinnlos, denn es dürfte klar sein, was die Autorinnen meinen: Die Tageszeit ist begrenzt, lässt sich also nicht auf beliebige viele Aktivitäten verteilen. Zeit, die für den Beruf genutzt wird, steht also zwangsweise nicht für die Familie zur Verfügung, und umgekehrt. Also ein klassischer Zielkonflikt. Zwar lässt sich da ein akzeptabler Zustand finden, beide Bereich gleichzeitig maximieren geht aber nicht.

    • tina sagt:

      nicht alle bereiche maximieren nennt man doch eben „es mal gut sein lassen“

      • Carolina sagt:

        Eigentlich hat Stevens oben es genau richtig gesagt: ‚Vereinbaren hiesse: Beides ist ohne Verzicht möglich.“

        Wie jede Familie diesen notwendigen Verzicht gewichtet, welcher dem einzelnen Partner erträglich erscheint oder welcher nicht, bleibt jedem selber überlassen. Die von zu Familie zu Familie unterschiedliche Gewichtung hat aber nichts mit Bewertung zu tun – das steht uns von aussen nicht zu. Daher sollten wir uns alle an der eigenen Nase fassen, wenn wir wieder mal jemanden als ‚Hausmütterchen‘ bzw ‚Rabenmutter‘ abqualifzieren, nur weil wir unser Leben anders organisieren.

  • Bernerin sagt:

    In der Schweiz fehlen für den Mittelstand zahlbare Nannys / Putzfrauen / Köche. Damit wären einige Probleme gelöst!

    • Adeline sagt:

      Meine Familie ist Mittelstand und wir können uns eine Putzfee leisten. Man muss eben in allen Bereichen des Lebens Prioritäten setzen können…

    • Sportpapi sagt:

      @Bernerin: 1) stimmt das nicht und 2) ist „zahlbar“ ein sehr weiter Begriff und 3) wovon sollen denn diese Nannies, Putzfrauen, Köche leben?

    • Stevens sagt:

      Was heisst „zahlbar“??? Entschuldigung, eine Arbeitskraft kostet in der Schweiz nun mal 20-30 CHF pro Stunde. Wir leben zum Glück nicht in Deutschland, wo es Stundenlöhne von 5 Euro gibt (= Ausbeutung pur). Sie können das bezahlen oder selber machen. Oder soll jetzt der Staat auch noch dem Mittelstand Nannys subventionieren? Irgendwo hat es Grenzen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich gebe meiner Putzfrau 50 Franken die Stunde und das ist sie auch wert, weil sie in einer Stunde schafft, was ich an einem Tag nicht hinbekomme. Das ist ja inzwischen ein hochqualifizierter Beruf, allein die Wahl der Mittel erfordert fast ein Studium der organischen und anorganischen Chemie. Aber dadurch reichen auch ein paar Stunden im Monat.
        Bei der Einzelbetreuerin eines Kindes ist das anders, aber Einzelbetreuung ist nicht das Gelbe von Ei. Eine gute Tagesmutter kostet in Frankreich 7-8 Euro die Stunde und sie betreut bis zu 6 Kinder. Die Gemeinde zahlt aber noch einmal das Gleiche dazu.

  • Greatsheep sagt:

    Viele Frauen können auch schlecht „es mal gut sein lassen“ und sich auch mal entspannen und gewonnene Freizeit einfach auch mal geniessen. Darum „löscht“ es manchem Mann betreffend Haushaltarbeit auch bald ab. Kaum entlastet man(n) gibt es neue Aufgaben oder die Kadenz bestehender wird erhöht. Oder wird vollgequatscht respektive gepiesackt mit Dingen die sich leider nicht in der üblichen Erwartungshaltung von „JETZT UND SOFORT“ erledigen lassen oder Dingen die schon längst vorbei sind. 😉

  • tststs sagt:

    Wäre Familie (Fortpflanzung) und Beruf (Lebensunterhalt) nicht vereinbar, hätte es die Menschheit nie zur Höhle hinaus geschafft…

    • Sportpapi sagt:

      Ach, ich dachte dafür wäre insbesondere die zunehmende Arbeitsteilung zuständig…

      • tststs sagt:

        Jaaaa?!? Wo ist der Widerspruch… ich mein, wenn jeder von allem einen Teil macht, dann haben/machen eben alle alles!
        Ich kann doch an ein und demselben Tag arbeiten gehen, mich um die Familie kümmern und einem Hobby nachgehen… natürlich kann ich nicht alles gleichzeitig machen, aber ich kann alles machen….

      • Sportpapi sagt:

        Arbeitsteilung heisst Spezialisierung und Effizienzsteigerung. Jeder macht alles selber hätte uns wohl wirklich nicht aus der Höhle herausgebracht.

      • tststs sagt:

        Sie wollen unsverecken nicht verstehen, was ich meine oder?!? 😉
        Innerhalb der verschiedenen Gebiete (Aufzucht, Arbeit, Freizeit) gibt es schon Spezialisierungen und Aufteilungen (nein ich flicke weder mein Auto, noch meine Zähne selber), aber jeder (zumindest jede emanzipierte Mensch) kann in allen drei Gebieten tätig sein.
        Selbst diejenigen, die sich nur für das Feld „Aufzucht“ entscheiden, lagern gewisse Aufgaben aus (angefangen von der Nabelschnurentsorgung bis hin zum Schulunterricht)…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Sie wollen umsverrecken nicht verstehen, was ich Ihnen nun zum dritten Mal versuche mitzuteilen. Weil Sie umsverrecken nicht wollen? Ja, man kann in verschiedenen Gebieten tätig sein, und Aufgaben aufteilen oder gemeinsam lösen. Grundsätzlich ist es aber effizienter, sich zu spezialisieren, arbeitsteilig zu arbeiten. Konkret: Wenn eine/r zu Hause Haushalt und Kinder im Griff hat, und sich nur darauf konzentrieren kann, der/die andere dafür Job/Gelderwerb, dann gibt es wohl mehr Einkommen und weniger Zeitverlust (nur schon wg. Fahrzeiten) als 2x aufgeteilte Jobs.

      • Sportpapi sagt:

        Machen kann man aber alles. Und es gibt sicher viele gute Gründe, andere Modelle zu wählen. Aber eben nicht unbedingt wirtschaftliche, zumindest nicht auf kurze Sicht. Und eben diese Effizienz, Fortschritt, „Wohlstand“ ist wohl der Grund, dass es die Menschen aus der Höhle geschafft haben.

      • tststs sagt:

        „Wenn eine/r zu Hause Haushalt und Kinder im Griff hat, und sich nur darauf konzentrieren kann…“, dann wird er/sie doch bitte Kleinkinderzieher oder Facility Manager…. 😉

        Aber wir sind uns einig, dass bei Ihrem Vorschlag, der auswärtsarbeitende Partner von sich schon behaupten kann, dass er sowohl Familie als auch Job haben kann, oder?
        Noch einmal: es ist nicht möglich, in jedes Gebiet 8h pro Tag zu investieren, aber je 4h… Und wie Sie von diesem Quantitätsunterschied auf einen qualitativen kommen, ist mir rätselhaft…

      • tststs sagt:

        Und bitte eines beachten: Wir gehen einfach mal davon aus, dass der Höhlenmensch die gleiche Arbeitsteilung, wie wir seit den 40ern haben… bewiesen ist da gar nix…
        Wer weiss also, ob nicht Oma und Opa auf Klein-Ötzi aufgepasst haben, während Mama und Papa jagen gingen, zu Hause hat dann der Mann den Grill angeworfen und Frau hat mal die Kleinsten gesäugt…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Sie vernachlässigen dabei den allerentscheidensten Faktor: Was ist das Ziel? Am wenigsten Zeitverlust? Ja, dann ist ihre Lösung sicher die beste. Das höchste Einkommen? Vielleicht ist ihre Lösung am besten. Zufriedenheit? Da hängt es bereits von den persönlichen Charakteren ab, ob eine strenge Arbeitsteilung das Beste ist. Sicherheit? Nein, da versagt Ihre Lösung.

        Zum letzten Satz fällt mir echt nichts ein: Dass wir die Frauen an den Herd verbannt haben, ist der grösste Fortschritt der Menschheit?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nehmen Sie sich die Zeit, lesen Sie die Ausgangslange dieser Diskussion (tststs 8:31), und dann mein Beitrag 10:36, der genau das aufnimmt, was Sie hier sagen.
        Und bitte: Wer hat die Frauen an den Herd verbannt? Dazu lesen Sie in meinen Ausführungen nichts, oder?

      • Widerspenstige sagt:

        Ja klar, das ist der grösste Fortschritt und dass er mit Klauen und Zähnen von beiden(!) Geschlechtern verteidigt wird. Man stelle sich vor im Jahr 2030 in Helvetien: die meisten Männer begnügen sich mit der Familien- und Erziehungsarbeit, währenddem ihre PartnerInnen auswärts Geld verdienen. Ich warte gerne etwas länger auf den Tag, wo Männer diese völlige Abhängigkeit von ihren Partnern mit Zähnen und Klauen verteidigen in den Medien. Vielleicht darf ich es noch miterleben 😆

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Oh, ich habe gelesen, und bin (wie eigentlich selten) ziemlich sprachlos: Fortschritt entstand durch die Arbeitsteilung und diese sieht so aus, dass einer zu Hause ist und der andere die Erwerbsarbeit übernimmt, weil das am Effizientestem ist. Das mit den Frauen an den Herd ist vielleicht etwas plakativ, aber nicht sehr weit von ihren Worten entfernt.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Leute wie du sind viel mehr das Problem, als Teil der Lösung. Weil sie nämlich die Tätigkeit zu Hause abwerten. Ich zitiere: „Diese Leistungshaltung bringt nämlich automatisch mit sich, dass wir Frauen uns ständig miteinander messen und so selbst massgeblich mit schuld sind an der Geringschätzung, welche die Hausarbeit erfährt – und damit auch jene, die sie leisten.“ Begnügen, soso.
        Dass du nicht gemerkt hast, dass ich keineswegs dieses Modell als alleinseligmachend hingestellt habe, sondern als ökonomisch, kommt noch dazu. Mit so Kleinigkeiten muss man sich ja nicht aufhalten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Statt sich zu empören, dürfen Sie gerne widersprechen. Argumentieren Sie. Sie können das doch. Und ganz nebenbei: Wer welchen Job macht, darüber habe ich gar nicht gesprochen. Einzig und allein: Arbeitsteilung ist Basis für Fortschritt.

      • Widerspenstige sagt:

        Doch Sportpaps, der ökonomische Wert ist diskutierbar. So, wie man eine kleine Firma führt mit Arbeitszuteilung und Effizienzsteigerung mit bestimmten geregelten Arbeitsabläufen. Dass Mütter multitask besser beherrschen als Väter ist doch ziemlich erhärtet und alltagstauglich umgesetzt. Ich telephoniere auch während dem Kochen, sofern es etwas einfaches gibt wie Pastakochen oder eine Pizza in den Ofen schieben etc. Ich checke meine Mails morgens bereits Zuhause während dem mich fertig machen und unterwegs, wenn ich etwas Dringendes erwarte. Das geht ja wunderbar mit den Smartphones etc.

      • Katharina sagt:

        So wie ich es sehe, wird es die Schweiz 2030 nicht mehr geben.

      • Sportpapi sagt:

        „Dass Mütter multitask besser beherrschen als Väter ist doch ziemlich erhärtet und alltagstauglich umgesetzt.“ Nicht einmal das, WS. Oder wo findest du das erhärtet? Nur weil Mütter ständig ein Smartphone in den Händen haben, heisst das noch lange nicht, dass sie sich gleichzeitig auf zwei Sachen konzentrieren können. Und es bedeutet schlicht Stress, mit den Händen im Topf zu rühren, mit dem Kopf aber ganz woanders zu sein. Eben, Stress.

    • Widerspenstige sagt:

      Sp, Du hast immer noch nicht gecheckt, dass es um Abhängigkeiten geht, welche das System sabotieren. Es kann doch mir egal sein, ob eine Familie sich zu 0:100% die Familien- und Erziehungsarbeit aufteilt oder 50:50 oder noch ein anderes Verhältnis. Wichtig dabei ist und bleibt die Tatsache, dass bei einer Trennung diese Verhältnisse neu aufgemischt werden müssen. Dann kippt die Eintracht gewaltig ins Negative. Um das geht es mir im Wesentlichen: um Unabhängigkeit u Prävention. Solange alles gut läuft innerhalb einer Familie, ist die Arbeitsteilung egal und geht nur die Betroffenen etwas an.

      • Sportpapi sagt:

        „Es kann doch mir egal sein, ob eine Familie sich zu 0:100% die Familien- und Erziehungsarbeit aufteilt oder 50:50 oder noch ein anderes Verhältnis.“ Voila. Ist es dir aber nicht. Nein, wie du früher schon geschrieben hast: Du möchtest die Frauen zwingen, in hohem Ausmass arbeitstätig zu sein. Schliesslich schreibt die Ideologie das so vor. Und komm mir nicht mit Prävention. Da sollte es dann doch eher darum gehen dafür zu sorgen, dass es zu weniger Trennungen kommt, statt diese quasi fest einzukalkulieren.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Ach, diese Sehnsucht nach dem leidlosen Glück…

  • Franz Vontobel sagt:

    Dass das Buch „aussergewöhnlich gut recherchiert und formuliert“ ist, hat an erster Stelle damit zu tun, dass die Autorinnen „beide ein abgeschlossenes Studium haben“? Echt jetzt? Und es spielt noch nicht mal eine Rolle, was für ein Studium?

    Mhh…

    • Hans Meister sagt:

      Darüber bin ich auch gestolpert. So in dem Sinne: „Das Buch ist gut, schliesslich haben die Autorinnen ja studiert“, „Der muss es wissen, schliesslich hat er ja einen Doktortitel“ oder „Auf den müsst ihr hören, der ist in einer leitenden Position“. Ach wie schön, wenn man vor vermeintlichen Obrigkeiten in die Knie gehen kann.

      • Laura sagt:

        Wer ein Hochschulstudium absolviert hat, egal welches, hat immerhin eine Matura, ein Abitur. Das heisst, diese Personen sind wohl sprachlich doch etwas gewandter, als jemand, der eben nur einen Sekundarabschluss hat. Sie haben mehr sprachliches Training, eventuell auch einen höheren IQ, eine bessere Schulbildung. Das sollte doch schon zählen, wenn es darum geht, ein gutes Buch zu schreiben, nicht?

      • Martin sagt:

        Im Umkehrschluss ist jeder nicht Studierte sturz blöd, unfähig und bildungsfern. Frauen denken angeblich sehr Sozial und Klischeefrei. Ich frage mich was aus den Kindern wird, die von solchen Müttern erzogen werden.

    • Laura sagt:

      Naja, den Umkehrschluss haben sie nun gezogen, nicht ich. Wer eine SChreinerlehre gemacht hat, kann ja auch besser schreinern, als jemand, der eine KV Lehre absolvierte. Oder nicht? Als Studierte Frau muss man wohl immer einfach brav sagen, man sei dumm, um ja niemanden zu kraenken. DAbei ist eine Matura auch eine tolle Ausbildung und wer ein Studium gemeistert hat, kann halt in der REgel besser schreiben, als jemand, der nicht studiert hat. ABer es gibt ja auch immer Ausnahmen. Und Kinder, die von solchen Muettern erzogen werden, werden hoffentlich auch mal einen guten Schulabschluss haben…

  • Tom sagt:

    Es ist doch Unsinn, dass Arbeit und Kinder nicht zu vereinbaren sein sollen. Seit Jahrhunderten gehen Väter und Mütter ihrer Arbeit nach und haben auch Kinder. Dass Kinder eine 100 Prozent Betreuung geniessen ist eine relativ neue Erscheinung. Die Vereinbarkeit scheint meiner Meinung nach daran zu scheitern, dass die Kinder heute ein rundum Wohlfühlprogramm zu Gute zu haben scheinen. Da werden die lieben Kinderchen in jeden Mal- Schwimm- Theater- Klavierkurs chauffiert und in jeden Freizeitpark gekarrt. Kinder spielen mit Kindern, Erwachsene mit Erwachsenen. Last die Kinder wieder mehr spielen

    • Flo sagt:

      Ich gebe Ihnen Recht, Kinder brauchen keine Rundumbetreuung, sondern vielmehr die Möglichkeit sich selbst zu sein und einfach nur unangeleitet spielen zu dürfen, ihrer vorhandenen (ja die ist in Kindern tatsächlich noch zu finden!) Phantasie freien Lauf zu lassen.
      Aber ich widerspreche Ihnen; meiner Errfahrung nach bleibt immer einer auf der Strecke! Nicht zwangsläufig die Kinder, der Partner, manchmal die Arbeit, manchmal die gesamte Familie und sehr oft , auf die Länge, die Frau selbst. all das zeigt sich sehr oft erst viele Jahre später – und oft mit gravierenden Folgen!

    • Stevens sagt:

      Es ist doch Unsinn zu behaupten, Kinder hätten heute eine 100 Betreuung. Auch eine Mutter, welche Hausfrau ist, muss kochen, putzen, waschen etc…
      Sie haben recht: Viele Eltern organisieren viel zu viel für ihre Kids. Aber das hat doch nichts mit dem Thema dieses Blogs zu tun….

      • Tom sagt:

        Eben doch hat es damit zu tun. Wenn sie die Kinder spielen lassen und nicht immer das Gefühl haben sie beschäftigen zu müssen, haben sie mehr Freiraum sich zu erholen. Und wenn es nur die Zeit ist in Ruhe eine Zeitung zu lesen.

      • Flo sagt:

        Aber das hat doch nichts mit dem Thema dieses Blogs zu tun…. – wenn sie den Artikel verstanden haben dann wüssten sie, dass das sehr wohl damit zu tun hat!

    • Carlita sagt:

      Da gebe ich ihnen im Prinzip recht Tom. Nur sind die Familienstrukturen heute etwas anders als vor 100 Jahren und liesse ich meine drei Buben mit 5, 4 und 2 Jahren für 10 minuten spielen wäre mindestens einer kaputt. Und ja, auswärts Arbeiten könnte ich wenn wir dafür etwas draufzahlen wollten. Ich jenne Beides, 30 Stunden Kaderstelle mit 2 kleinen Kids, Vollzeitmami mit drei. Seit wir Variante 2 praktizieren veläuft der Alltag wesentlich entspannter.

      • Tom sagt:

        Hand aufs Herz Carlita. Haben sie es schon einmal probiert sich nicht einzumischen? Ihre Jungs werden sich nicht gegenseitig umbringen. Im Gegenteil, sie werden lernen miteinander klarzukommen. Zugegeben, man schafft es nicht immer gleich konsequent es durchzuziehen aber es wirkt. Ist meine Erfahrung.

      • Flo sagt:

        liesse ich meine drei Buben mit 5, 4 und 2 Jahren für 10 minuten spielen wäre mindestens einer kaputt. – oj, oj je, na wenn das so ist sollten sie unbedungt etwas mehr ihrer kostbaren zeit in die erziehung investieren!
        meine haben sich auch gestritten, aber Angst um das Leben eines, auch nicht des kleinsten, musste ich nie haben – das ist doch auch Erziehung – oder nicht!

    • Laura sagt:

      Das sehe ich auch so. Heute ist es doch so, dass man für alles einen Kurs besuchen kann, hundert Aerztinnen und Aerzte aufsucht, Psychologinnen, Homoepaten, Antrhoposophinnen, etc. und somit fängt erst der Stress an. Bei den Kindern geht es genau gleich weiter. Dass Kinder so fest betreut werden müssen, dass ein Elternteil immer da sein muss, das ist eine neue Erscheinung. Natürlich können Beruf und Kinder vereinbart werden. Männer haben Kinder, Frauen genauso. Vielleicht braucht es einfach etwas mehr Flexibilität von Allen, von der ARbeitgeberin, den SChulen, den Tagesstrukturen, etc.

      • Carlita sagt:

        Ja Tom, da habeb Sie wohl recht. Aber ich kann die Jungs ja trotzdem alleine lassen und kurz mal ein paar Stunden arbeiten gehen. Die Vereinbarkeit hört ganz klar ab drei vorschulpflichtigen Kindern auf. Im Normalfall. Ist für uns aber auch völlig OK so.

  • Sportpapi sagt:

    Und täglich ein bisschen schmoren im eigenen Saft… Ich würde noch allgemeiner die weibliche „Multitasking-Lüge“ anführen. Nein, man kann nicht mehrere Sachen gleichzeitig richtig machen. Ausser die Verrichtungen sind so banal und einfach, dass das geht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist in vielen psychologischen Experimenten bewiesen und gilt für beide Geschlechter.

    • Martin Frey sagt:

      Dies ist ja bekanntlich einer der Hauptunterschiede zwischen Männern und Frauen, Sportpapi. Männer stehen dazu, dass sie Multitasking nicht beherrschen… 🙂

    • Flo sagt:

      Ausser die Verrichtungen sind so banal und einfach, dass das geht – aber lieber Sportpapi, wie sie sicherlich wissen auch ganz banale Dinge (WC putzen,Wäsche sortieren , o.ä. brauchen Zeit und Zeit das ist genau der Knackpunkt! 24 Stunden lassen sich gut einteilen – je mehr man aber auf dem Plan hat umso weniger Zeit bliebt für das einzelne „Projekt“ übrig. Und unter Zeitknappheit kann und wird auf die Dauer immer die Qualität leiden. Auch für top organisierte Menschen – auch deren Tag hat nur 24 x 60 Minuten.
      Ich bleibt bei meiner Behauptung; etwas/einer bleibt immer auf der Strecke!

      • tina sagt:

        ach, manchmal arbeite ich einfach langsamer, wenn ich mehr zeit habe, nicht? manchmal koche ich 50 und manchmal in 25 minuten, ohne dass die qualität sich verbessern würde, wenn ich mehr zeit habe. gilt auch für bürokram oder was auch immer. höllentempo lässt sich aber nicht permanent durchhalten

    • Neven Nikolaic sagt:

      Was bedeutet Multitasking? Hoffentlich nicht, dass man zu allem, also zu jeder Tätigkeit reden/schwatzen kann.

      Nicht mal der Computer ist Multitasking fähig. Er weckt nur den Anschein, da er so schnell hintereinander abarbeitet.

      • tina sagt:

        ich kann sehr wohl in einer pfanne rühren und telefonieren gleichzeitig. das ist multitasking

      • tina sagt:

        ah schwatzen zählt ja nicht. ok, ich kann sehr wohl in einer pfanne rühren und ein absenz heft unterzeichnen gleichzeitig

      • Franz Vontobel sagt:

        Mhh, wirklich gleichzeitig? Die eine Hand rührt im Kreis, die andere schreibt? Gar nicht so einfach, im Fall…

      • Susi sagt:

        Ich kann nicht mal gleichzeitig schwatzen und kochen…

      • tina sagt:

        haha, ich bin eben ein echtes multitaskingtalent ;-). natürlich kann ich das. habs soeben getestet. zum beweis dass multitasking nicht weiblich ist, musste mein sohn auch: er kann sogar ganze sätze schreiben. und um zu prüfen ob auch wirklich hübsch im kreis gerührt wurde, haben wir das rühren mit farbstift auf papier simuliert. was man nicht alles tut im dienste der wissenschaft

  • Muttis Liebling sagt:

    2/ > 25 meine ich, bevorzugt für ausserfamiliäre Tätigkeiten, nicht nur die Erwerbstätigkeit, sondern auch Ehrenamt, anspruchsvolles Hobby, neue Partnerschaft OHNE neue Familie, usw.
    Vor allem scheint mir die ganzheitliche Sicht auf die eigene Biographie bei vielen, vor allen den Männern, zu fehlen.

    • Dani sagt:

      Na ja, das Leben lässt sich bekanntlicherweise nicht immer planen bzw. entwerfen, von dem her könnte das schwierig sein, wenn zum Beispiel der passende Partner in dem für Kinder reservierten Zeitraum fehlt… Und eine Putzfrau kann sich nun mal vielleicht auch nicht jeder Haushalt leisten… Aber es freut mich, dass sie in einer solch gut situierten Umgebung aufgewachsen sind und solche wichtigen Hinweise für’s Leben mitnehmen konnten.

    • Joerg Hanspeter sagt:

      @Muttis Liebling: Auf welchem Stern leben Sie denn? Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wollen Sie sagen, dass man sein Leben auch ein bisschen planen sollte (könnte). Das tut doch die Mehrheit nicht, zuerst lebt man mit zwei Einkommen, wenn man etwas einigermassen vernünftiges gelernt hat, kommen da locker 120 – 150K zusammen, die natürlich Ende Jahr auf Null aufgehen. Dann kommt man auf die Idee Kinder zu kriegen und jammert rum, dass ja zwingend beide arbeiten müssen, was aber mehrheitlich mit der Anspruchshaltung zu tun hat.

      • Carolina sagt:

        Muttis Liebling wurde auf dem Stern ‚DDR‘ sozialisiert und hält diese Rundumplanung auch heute noch für die beste aller Welten!

      • Martin Frey sagt:

        Das erklärt wohl auch dass ML sich mit einer Einheitskasse so wohl fühlen würde…

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Das würde ich mich allerdings auch. Und ich bin in der Schweiz aufgewachsen. Und weiss deshalb, was sich nicht bewährt hat, und was ich nicht mehr will…

      • Muttis Liebling sagt:

        @JP, die Lebensplanung muss mit 16 Jahren stehen, sonst (erst bei Familiengründung, Berufsausübung) ist es eh zu spät.
        @Carolina, auf dem Stern waren Themen wie die der sozialen und politischen Gleichberechtigung der Frau, Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch längst abgehakt. 95% aller Frauen arbeiteten Vollzeit, fast alle Kinder entwickelten sich eher gut als schlecht an 5 Tagen in Krippe/ Kindergarten, 1 Jahr nach Entbindung wurden Mütter zu 100% fortbezahlt, die nächsten 2 Jahre zu 60%, was kaum jemand in Anspruch nahm. Spätestens seit 1972 war das archaische Familienmodell passé.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Hätte man einer DDR- Frau die schweizerischen Verhältnisse anno 2014 angeboten, hätte sie sich in die 20- Jahre des vorigen Jahrhundert zurück katapultiert, also verkackeiert gefühlt.
        Vorausschauende Lebensplanung wurde in der Schule gelehrt. Jedes Schuljahr die Frage, was willst Du werden, was ausdiskutiert wurde. Als ich mit 12 mal Astronom als Berufswunsch genannt habe, hat meine Klassenlehrerin mich als Einzelschüler in ein Planetarium vermittelt.
        Sozial war die DDR schon die Zukunft der Menschheit, politisch war mir Preussen aber immer näher.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi: Etwas nicht mehr zu wollen weil man mit vielen Aspekten nicht mehr zufrieden ist, ist das eine. Etwas nicht mehr zu wollen weil man alle Wahlfreiheiten aufgegeben hat und aus dem Schlamassel nicht mehr zurück kann ist was ganz anderes, und hat dann meist auch eine andere Qualität. Insofern sind wir doch alle froh haben wir ML’s Konditionierungen nicht durchlaufen, aller Lobhudeleien zum Trotz. Aber wie auch immer, möchte jetzt dazu keine neue Diskussion eröffnen. Denn wie Skibbe wohl sagen würde: „Das Thema ist durch.“

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Und weshlab hat sich das gelobte Land quasi selbst aufgelöst? Und weshalb musste man eine Mauer darum errichten, und die Bewohner mit Waffengewalt zwingen, da zu bleiben?

  • Muttis Liebling sagt:

    Als doppelt fern stehender Mann und Deutscher fallen mir zwei Dinge besonders auf: Die hiesigen Frauen verbringen viel zu viel Zeit mit Hausarbeiten, der kollektive Drang zu penibler Sauberkeit hat teilweise manische Züge. Mein Vater hat mit schon vor 50 Jahren beigebracht, dass die Putzfrau das letzte ist was weggespart wird, wenn das Geld mal knapp wird. Kochen dito, das machten wir nur in der absoluten Ausnahme.
    Das zweite ist das Fehlen eines Langzeit- Lebensentwurfes, der z.B. besagt, dass Kinder und Beruf sequentiell, nicht parallel stattfinden. 19-25 ist für Kinder reserviert, >20 für

  • Grégory sagt:

    …wenn ich meinen Arbeitstag um 7 Uhr beginne, damit ich abends für meine Tochter kochen kann und sie sich nach der Schule mit leuchtenden Augen zu mir an den Tisch setzt und mir mit vollen Backen von der Schule, den Freundinnen und Freunden erzählt, dann hat es sich schon gelohnt, Zeit in den Haushalt zu investieren. Auch der Abwasch fällt dann um vieles leichter…

    • Hans Meister sagt:

      Schön geschrieben, Grégory 🙂

    • Flo sagt:

      ja sehr schön geschrieben Gregory; aber für mich ein bisschen realitätsfern!
      meine Kinder kamen nicht Abends aus der Schule und ich hätte keine Freude ghabt wenn sie mir mit vollem Mund etwas erzählt hätten!

  • Stevens sagt:

    Es ist 100% korrekt. Beruf und Familie lässt sich nicht „vereinbaren“. Vereinbaren hiesse: Beides ist ohne Verzicht möglich.
    Das ist es aber nicht: Egal, welches Modell man/frau wählt, auf etwas muss man immer verzichten:
    – Vollzeitmutter/-väter auf die Erwerbsarbeit
    – Kinderlose auf Kinder
    – Erwerbsarbeitende darauf, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen
    – Teilzeitler auf alles ein bisschen.
    Wenn sich diese Ansicht durchsetzt, dann sind auch die ständigen Diskussionen/Wertungen („Hausmütterchen“, „Rabenmutter“) nicht mehr nötig. Alle sind im gleichen Boot. JEDER/JEDE muss auf etwas verzichten.

    • mila sagt:

      Danke, schön auf den Punkt gebracht.

    • Felix Stern sagt:

      Sehr schön. Das erklärt dann auch, dass die Zahl arbeitender Müter stagniert oder zurück geht. Witzig ist ja, dass es die Feministinnen sind, die arbeitende Mütter als die moderne Lebensform darstellen und über die Frauen lästern, die zu Hause bleiben (oft genug wird für diese Situation dann gleich dem Mann die Schuld gegeben, der seiner Frau nicht die Freiheit lässt, dem Wunschtraum der Feministinnen zu folgen). Die Lebensform Kinder & Beruf ist für Frauen heute eine Option. Es ist allerdings ein Weg mit Für und Wider und deswegen völlig verständlich, wenn nicht alle mitmachen.

      • Annalena sagt:

        Und wo bleiben die Väter in dieser Diskussion? Warum, Herr Stern, stellen Sie die Option Kinder und Beruf für Väter nicht in Frage? Die könnten sich doch auch mal als Hausmänner verwirklichen und ihren gut ausgebildeten Frauen die Option Karriere und Familie als Hobby überlassen.

      • Felix Stern sagt:

        Annalena: Etwas in Frage zu stellen bedeutet für mich, dessen Existenzberechtigung anzuzweifeln. Dieses Etwas gehört dann abgeschafft. Ich stelle die Option Kinder und Beruf für Väter nicht in Frage, weil das meinen liberalen Prinzipien zu wider läuft. Es ist ja das Grundprinzip des Liberalismus, die Gesellschaft so zu gestalten, dass den Menschen möglichst viele Optionen offen stehen. Man will sie aber auf keinen Fall zwingen, sich für die eine oder andere Option zu entscheiden. Die Option, Beruf und Kinder für Väter gibt es ja. Das wollen nicht so viele, aber es ist möglich.

      • Sportpapi sagt:

        @Annalena: Sie bestätigen gerade, was Felix Stern oben anführte (oft genug wird für diese Situation dann gleich dem Mann die Schuld gegeben, der seiner Frau nicht die Freiheit lässt, dem Wunschtraum der Feministinnen zu folgen).

  • tina sagt:

    was heisst denn wohl unzufrieden oder überfordert? natürlich wäre ich auch lieber an einem hübschen sandstrand, würde bis 11 schlafen und mich anschliessend im 27grad warmen meer eine runde schwimmen, und ein bisschen an die sonne liegen. wenn man ehrlich ist, ist es schon kein schoggileben, wenn man in der küche husch ein geschäftliches mail beantworten muss. es ist eine herausforderung, die jongliererei der prioritäten, und ja, mir gefällts eben doch auch, wenn ichs gut auf die reihe kriege. und nach 10 tagen am meer wird mir langweilig

    • Susi sagt:

      Genau das hab ich mich auch gefragt. Und vor allem: Bezieht sich denn dieses „überfordert“ nur auf berufstätige Mütter? Wie viele Vollzeitmütter oder kinderlose Berufstätige sind denn ebenso mit ihrem Leben überfordert? Man sollte hier eine Vergleichszahl haben, um diese 82% aussagekräftig zu machen..

      • tina sagt:

        genau. einseitige belastungen machen doch nicht zufriedener.

      • tina sagt:

        angenommen die frage lautet „haben sie das gefühl, die herausforderungen zu 100% zu meistern?“, müsste ich sie mit „nein“ beantworten. = überforderung?
        mit kindern habe ich gelernt, dass es nicht 100% sein muss. jedenfalls nicht sofort.
        wie definiert sich zufriedenheit? eine 5 auf der 1-10 skala zwischen supergut und grottenschlecht? wenn mans so lassen will? ich finde das nicht unbedingt anstrebenswert. ich kann heute 3 von 10 baustellen auf level 7 bringen und morgen 3 andere, je nach priorität. keine 100% aber wie ein gärtchen, hier ein bisschen jäten, da ein bisschen düngen

      • mila sagt:

        Vielleicht sollte man unterscheiden zwischen ‚gefordert‘ und ‚überfordert‘. Gefordert sind wir alle (und waren es vermutlich immer). (Über-)Leben ist anstrengend, mit und ohne Kinder. Überforderung über einen längeren Zeitaum ist jedoch gefährlich. Gerade wir Frauen tun gut daran, Abstriche beim Perfektionismus zu machen – siehe Cheryl Sandberg (gut genug muss reichen) und Pareto-Prinzip. Männern fällt das tendenziell leichter, sie wollen nicht in allen Lebensbereichen perfekt sein. Wir Frauen aber wollen Vorzeige-Mütter, -Ehefrauen, -Geliebte, -Angestellte sein, und das geht sich nicht auf.

      • mila sagt:

        Die -Hausfrau habe ich zeichenbedingt unterschlagen.

        Ich glaube insofern, dass weibliche Überforderung zu grossen Teilen selbstverursacht ist: durch verinnerlichte gesellschaftliche Ideale, die so zu Eigenansprüchen werden. Dabei reicht, in aller Regel, Sandbergs ‚gut genug‘. Entsprechend sollte man die eigenen Bedürfnisse im Auge behalten und die Prioritäten im Einklang damit setzen, statt allzu sehr über (vermeintliche) gesellschaftliche Fremdbestimmung zu klagen. Individuelle Lösungen gibt es, sie wollen nur gefunden und umgesetzt werden.

      • Felix Stern sagt:

        Wenn einem die Statistik nicht gefällt, dann wird daran herumgenörgelt. Das ist OK. Sind kinderlose Berufstätige ebenso mit ihrem Leben überfordert wie arbeitende Mütter? Wenn das richtig wäre, wieso dann dieser Schrei nach Krippenplätzen? Es ist doch offensichtlich, dass Verantwortung für Kinder und Verantwortung für Berufsaufgaben gleichzeitig wahr zu nehmen schieriger ist als nur die eine oder die andere Verantwortung wahr zu nehmen. Das finde ich nicht so erstaunlich.

      • Susi sagt:

        @Felix: „Wenn einem die Statistik nicht gefällt, dann wird daran herumgenörgelt.“

        Weshalb sonst sollte man denn nörgeln? Die Frage ist doch mehr, warum einem die Statistik nicht gefällt. Mir gefällt sie nicht, weil sie für mich nicht sehr viel aussagt, da eben Vergleichswerte fehlen.

      • Felix Stern sagt:

        @Susi: Das ist eine berechtigte Kritik an der Statistik. Dessen ungeachtet ist die Aussage, die mit der Statistik belegt werden soll, ziemlich nahliegend – auch wenn die Statistik selbst nicht sehr aussagekräftig ist.

    • Sportpapi sagt:

      Man müsste ja nicht gleich von (permanenter) Überforderung sprechen. Aber klar ist, wenn zwei Menschen, vor allem Eltern, mit hohem Arbeitspensum abends nach Hause kommen, sind all die Haus- und Familienarbeiten noch nicht getan. Und wenn dann noch etwas schief läuft, Krankheit, Ausfall Kinderbetreuung, spontaner Arbeitsanfall, was immer, dann kann aus viel Stress durchaus auch mal Überforderung bis zum Zusammenbruch werden. Gerade wenn die Ansprüche generell hoch sind. Bei eher weniger Menschen wirkt der Stress natürlich auch positiv, belebend. Jedem/r das seine.

      • mila sagt:

        Auch bei Stress sollte man unterscheiden zwischen eher kurzzeitiger, positiver und anhaltender, negativer Stresssituationen und -faktoren. Erstere beflügeln (da sie einen zwingen, die eigene Komfortzone zu verlassen und somit den eigenen Kompetenzrahmen zu erweitern), zweitere machen krank. Wenn am Ende die Feststellung nicht ‚hoppla, ich kann das ja‘ lautet, sondern ‚ich mag einfach nicht mehr‘, sollten die Alarmglocken klingeln und Anpassungen dringend vorgenommen werden.

      • Sportpapi sagt:

        Meine Worte, mila. Sinngemäss.

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