Nach der Geburt in die Depression

Foto: 55Laney69 (Flickr)

Rund 12’300 Frauen pro Jahr erkranken alleine in der Schweiz an einer postnatalen Depression. Ein grosser Teil davon leidet still vor sich hin. Foto: 55Laney69 (Flickr)

Glück, Liebe und überschwängliche Freude. Das sind die Gefühle, die man gemeinhin mit der Geburt eines Kindes assoziiert. Solche Emotionen hatte auch Sarah Gerber (Name geändert) erwartet, als sie zum ersten Mal schwanger war. Doch es kam ganz anders: Gerber verfiel nach der Geburt in eine postnatale Depression.

Die 26-Jährige hatte eine lange, relativ schwere Geburt und fühlte sich danach nur erschöpft und müde. «Mutterfreude verspürte ich kaum», erzählt sie, «es gab keine Glückstränen oder Ähnliches, wie man das aus Filmen kennt.» Nun ist das Leben natürlich kein Hollywoodfilm, und manche Mutter ist nach einer anstrengenden Geburt etwas durch den Wind und entkräftet. Bei Gerber ging das Ganze aber tiefer. «Schon am ersten Tag nach der Geburt fühlte ich eine gewisse Leere und Blockade in mir», sagt sie. Dieser Zustand sei schwer zu beschreiben, umso mehr, als ihre Erinnerung an diese ersten Tage sehr verschwommen sei.

Da sie selber aus dem medizinischen Bereich komme, habe sie aber damals schnell gemerkt, dass etwas mit ihr nicht stimmte. «Am dritten Tag nach der Geburt war mein Mann bei uns und Freunde kamen zu Besuch. Ich bat ihn, mit Baby und Freunden ins Besucherzimmer zu gehen, ich käme dann nach. Kaum waren sie zur Tür hinaus, kamen mir die Tränen und ich konnte nicht mehr aufhören zu heulen.» Sie habe sich dann irgendwann doch noch zusammengerissen und sei hinterhergegangen. «Als ich meinen Mann dort mit unserer Tochter sah, brachen die Dämme gleich wieder.»

Anfangs hielten es Gerber und ihr Mann für den Baby-Blues, diese kurze Phase der Niedergeschlagenheit nach der Geburt. Die Symptome wurden aber bald heftiger: «Ich kam nicht aus dem Bett und wenn doch, hatte ich Panikattacken mit heftigem Zittern und Verkrampfungen. Zudem konnte ich während zweier Wochen praktisch nichts essen und nahm 11 Kilo ab.» Ihr Kind habe sie zwar nie bewusst vernachlässigt, aber sie habe keine Gefühle für das Baby empfunden und konnte keinen Körperkontakt zum Neugeborenen zulassen. «So hart es klingen mag: Sie hätte genauso gut irgendein Gegenstand sein können.»

Etwa zwei Wochen nach der Geburt suchte Gerber sich Hilfe bei ihrer Gynäkologin, liess sich Hormonpflaster verschreiben und begann eine Psychotherapie. Auf Anraten der Psychiaterin war sie während dieser ersten Zeit keinen Moment alleine zu Hause mit dem Kind. «Das hätte mich in eine zu grosse Stresssituation gebracht.» Zum Glück konnte ihr Mann immer bei der Familie sein und sich so ums Kind kümmern, wie die Mutter das hätte tun wollen. Denn der Wille, eine gute Mutter zu sein, war immer da. «Ich wollte funktionieren und das Muttersein geniessen. Aber ich konnte es einfach nicht.»

Vor Freunden und Familie hielt sie ihre Erkrankung zu Beginn versteckt. «Es war mir peinlich», gibt sie zu. Mit der Zeit habe sie jedoch angefangen, ganz offen darüber zu reden, «als hätte ich bloss die Grippe, keine Depression». Die meisten Menschen seien ob dieser Offenheit anfangs irritiert und peinlich berührt gewesen. «Sie wussten nicht, was sie dazu sagen sollten, weil man eben nicht darüber spricht. Depressive Mütter sind ein Tabuthema», sagt sie. Und macht sogleich ihrem Ärger Luft: «Eine postnatale Depression ist eine Krankheit, sie ist nicht hausgemacht! Es kann jede treffen und man hat als Mutter keineswegs versagt, wenn man in eine Depression verfällt.» Sie wünscht sich, dass man mehr über das Thema reden würde. «Das würde es den betroffenen Frauen viel einfacher machen, sich Hilfe zu holen.»

Und es gibt sehr viele Frauen, die auf fachliche Hilfe angewiesen wären. Laut dem Verein Postnatale Depression Schweiz stürzt eine Geburt rund 15 Prozent der Mütter in eine Depression. Wir reden hier also von circa 12’300 Frauen, die alleine in der Schweiz jedes Jahr an der postnatalen Depression erkranken. Ein grosser Teil davon leidet still vor sich hin. Aus Scham und weil ihnen nicht bewusst ist, dass sie an einer behandelbaren Krankheit leiden.

Zur Scham gesellen sich oft auch noch Schuldgefühle. Diese überkamen auch Gerber, «komischerweise fühlte ich mich aber nicht schuldig meiner Tochter gegenüber, sondern meinem Mann». Sie habe ihm nicht die ganze Arbeit aufhalsen wollen und sich schlecht gefühlt, weil sie sich nicht mit ihm gemeinsam übers Kind freuen konnte.

Grund für solche Schuldgefühle hat ihr Mann Sarah Gerber nie gegeben. Er hat sie im Gegenteil immer zu 100 Prozent unterstützt, sodass sie heute, sechs Monate später, wieder normal am Leben teilnehmen kann. «Es gibt zwar einzelne Rückschläge und ich habe immer noch Mühe, mit Stress umzugehen», sagt sie, «aber mein jetziger Zustand ist kein Vergleich zu damals.» Damit andere betroffene Mütter diesen Weg auch gehen können, rät sie ihnen, unbedingt den Partner miteinzubeziehen und sich möglichst früh gemeinsam Hilfe zu suchen. Und sie bittet die Männer, ihre Frauen während der ersten Wochen nach der Geburt genau wahrzunehmen. «Denn oft verschliessen die Mütter selber die Augen vor ihren eigenen Problemen – sei es aus Scham oder aus Stolz.»

Angehörigen und Freunden von depressiven Müttern rät Gerber in erster Linie, die Betroffene ernst zu nehmen. «Mir sagte mal jemand: «Ach, das wird schon wieder, du bist ja nicht die Erste, die Mutter geworden ist.» Das hat mich so beschämt und geärgert, dass ich einfach wortlos davongelaufen bin.»

98 Kommentare zu «Nach der Geburt in die Depression»

  • Annette Saloma-Huber sagt:

    Ich stehe dazu: ich hatte zweimal ppd und es war die Hölle. Vor allem das erste Mal. Ich nahm aber sehr rasch Hilfe an und ging zweimal stationär. Zum Glück hab ich mich beim zweiten Kind um einiges besser vorbereitet und so die Depression rasch überwunden. Kann auch den Verein http://www.postnatale-depression.ch empfehlen, und auf Facebook gibts auch Gruppen.

  • zweistein sagt:

    Während der moderne Mann Gefühle mit pavlovschen Reflexen verwechselt, schlummert in den Frauen, Gott-sei-Dank, immer noch ein Stück Natur.
    In einem dieser unseeligen High-Tech Labors ein Kind auf die Welt bringen – die arme Frau! die armen Kinder!
    Eine Geburt sollte keine Tortur sein, kein Notfall, keine Operation – sondern eine Party, ein sinnliches Fest, ein spirituelles Ereignis.
    DAS macht die Frauen postnatal depressiv. „Mein Kind und mit ihm alle Kindern hätten etwas viel, viel Besseres verdient.“
    Das spüren sie instinktiv und das wissen sie intuitiv und damit haben sie absolut recht.

  • Zum Thema nachgeburtliche Erschöpfung und Depression haben wir unter dem Titel „zwischen Freude und Erschöpfung“ einen Videofilm realisiert. Er erzählt von Erfahrungen und zeigt Bilder aus dem Alltag von Müttern und Väter nach der Geburt. Fachpersonen informieren über Ursachen und Symptome postpartaler Erschöpfung und Depression. Der Film stärkt Eltern beim Start ins Leben mit einem Baby.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Besten Dank für diesen so wichtigen Bericht! Was betroffene Mütter UND Väter in solchen Situationen durchmachen und -leiden, ist für Aussenstehende und nicht Betroffene nur schwer zu verstehen. Als glückliche Mutter zweier Kinder käme es mir nie in den Sinn, andere zu verurteilen und sie mit „sei doch dankbar für dieses Glück und jammere nicht!“ runterzumachen. Diese Eltern brauchen dringendst Hilfe, sei es aus dem nahen Umfeld, sei es professionell, tatkräftige Unterstützung, offene Ohren und viel Verständnis statt Vorwürfe! Darüber offen zu sprechen/schreiben ist schon mal ein guter Anfang.

  • Schaerer Nina sagt:

    Aber natürlich gibt es auch andere Faktoren , welche zu Depression führen können, will dies gar nicht bestreiten.
    Nur um nochmals klar zu stellen.
    Übrigens , als letztes, dann habe ich geschlossen

  • MCS sagt:

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Gerne würde ich das Thema erweitern. Bei mir kam nach der Stillzeit (ca 12 Mt) und einem Kind welches bis zum heutigen Tag (5 Jährig) sehr schlech schläft und mich oft nachts braucht eine erschöpfungs Depression hinzu. Das Umfeld verstand/ versteht mich bis heute kaum und professionelle Hilfe für „Fälle wie sie“ gibt es nicht. Oder zumindest ist mir nichts bekannt. Ich habe viel Schulterzucken erlebt… Ich finde es unerlässlich Frauen/ Familien auch weiter zu begleiten nicht nur in den Anfängen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @MCS:
      „und professionelle Hilfe für “Fälle wie sie” gibt es nicht“
      das verstehe ich nicht ganz, haben Sie die Situation, inklusive gezählter schlafloser Nächte, der Hausärztin geschildert und Schulterzucken geerntet? Dann wäre ein Arztwechsel dringen angebracht, Erschöpfungsdepression muss behandelt werden, lassen Sie sich bloss nicht mit Floskeln abspeisen, es gibt sehr wohl Hilfe!

    • Sportpapi sagt:

      Und wo ist da der Vater der Kinder?

  • Olivia Moone sagt:

    … und nichts was man mit Psychopharmaka und Gesprächstherapie behandeln kann. Die einzige Lösung wäre, würde ich meinen Sohn Vollzeit einer Nanny übergeben und mich meinen Interessen widmen, meiner Liebe zu meiner Wissenschaft und der Chance vielen Menschen das Leben zu retten oder es lebenswerter zu machen. Aber dann bin ich natürlich eine Rabenmutter. Keinem nännlichen Wissenschaftler wirft man vor, dass er 6 Tage die Woche 14 Stunden im Labor verbringt, aber wenn es eine Frau macht, ist sie eine Hexe. Nun habe ich also meine Forschung an den Nagel gehängt und streiche Pausenbrote.

    • Sportpapi sagt:

      „Keinem nännlichen Wissenschaftler wirft man vor, dass er 6 Tage die Woche 14 Stunden im Labor verbringt, aber wenn es eine Frau macht, ist sie eine Hexe. Nun habe ich also meine Forschung an den Nagel gehängt und streiche Pausenbrote.“ Toll. Ich fühle mich gerade irgendwie (Mit-) schuldig…
      Ernsthaft: Sie haben selber ein Kind gewollt. Sie haben Ihren Partner selber ausgesucht. Und Sie haben sich selber entschieden, zu Hause zu bleiben statt Ihrer Liebe zu den Wissenschaften zu frönen. Übrigens geht das auch bei Vätern nur, wenn die Mütter entsprechend kompenieren.

      • Susi sagt:

        Olivia schreibt aber weiter oben, dass sie in die Mutterrolle gedrängt wurde, eigentlich hat sie ja kein Kind gewollt. Vielleicht hätte sie ihren Willen tatsächlich durchsetzen sollen, aber meist läuft sowas dann auf eine Trennung hinaus, was auch kein leichter Entscheid ist.
        Auf jeden Fall ist jetzt halt ein Kind da, und Olivia hat schon recht, dass Mütter, welche sich sehr ihrem Beruf widmen, öfter verurteilt werden als Väter. Sowas höre ja sogar ich mit meinen, aus diesem Blickwinkel eher bescheidenen knapp 80%.

      • mila sagt:

        @Susi, und ist es wirklich ein Problem, dass Sie von anderen (meist wildfremden) verurteilt werden? Ich frage mich da manchmal schon, wie bzw. wo die eine oder der andere ihre Prioritäten setzt: zufrieden mit dem eigenen Leben und den getroffenen Entscheidungen zu sein, oder einem wie auch immer wahrgenommenen ‚gesellschaftlichen‘ Ideal zu entsprechen.

        Es muss für die Familie stimmen, punkt. Mitzureden hat niemand sonst (auch wenn zugegeben viele meinen, Sie hätten das Recht dazu).

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich bin da ganz bei mila. Ich habe wenig Verständnis für Menschen, die für ihr Unglück immer andere verantwortlich machen. Vielleicht wurde sie gedrängt. Ja gesagt hat sie aber sicher selber. Und die Gesellschaft? Die geht das gar nichts an. Und weshalb denn in diesem Zustand verharren und sich selber bemitleiden? Die Optionen liegen ja auf der Hand.

      • Susi sagt:

        @mila: Ich würde es kein Problem nennen, es nervt einfach etwas, wenn’s dann mal wieder passiert. Ich erwähne es ja auch nicht, weil es für mich ein Problem wäre, sondern weil ich auch diese Erfahrung immer mal wieder mache und dadurch bestätigen kann, dass die Gesellschaft sich so verhält.

        @SP: Sie schreiben eigentlich das, was ich in meinem zweiten Kommentar gleich unten (12:39h) sage. Ich finde es einfach nicht ganz richtig, OM zu sagen „Sie haben ja ein Kind gewollt“, denn das stimmt nicht. Und dass es nicht die beste Entscheidung war, trotzdem eins auszutragen, liegt wohl auf der Hand.

      • mila sagt:

        @Susi, ich habe für mich persönlich die Erfahrung gemacht, dass mich die ‚gesellschaftliche‘ Meinung nur dann berührt oder nervt, wenn ich mit mir selbst bezüglich eines Themas noch nicht oder nicht völlig im Reinen bin. Gerade bei latent schlechtem Gewissen reagiere ich empfindlich(er). Dieses hätte ich z.B. als vollzeitberufstätige Mutter sicherlich gehabt – auch die beste Fremdbetreuung hätte es mir nicht nehmen können.

        Ergo habe ich mich gegen Kinder entschieden, insbesondere auch, weil ich keinerlei Bedürfnis danach verspüre (die berühmte biologische Uhr tickte bei mir nie).

      • mila sagt:

        Seitdem ignoriere ich Kommentare à la ‚erst mit Kindern wird man vollständig‘ und verspüre auch kein Bedürfnis, mich für meine Entscheidung zu rechtfertigen. Lustig wird es besonders, wenn ich in meiner Ursprungsheimat bin, wo einen sogar der Buschauffeur eines besseren zu belehren versucht (wenn man auf Nachfrage antwortet, das man keine Kinder hat)… Geht inzwischen einfach in einem Ohr rein und im anderen raus, und ich schmunzle dabei sogar ein wenig.

        Zuvor hätten mich solche Begebenheiten in jedem Fall genervt.

      • Lichtblau sagt:

        Wenn ich mich richtig erinnere, hat Olivia Moone bereits vor Jahren (schon vor der Geburt ihres Kindes oder sogar vor der Schwangerschaft?) hier mitgeschrieben und ihre Befürchtungen in Bezug auf eine künftige Mutterschaft geäussert. Schon damals machten mir ihre Texte Eindruck und hatten eine gewisse Dringlichkeit. Offenbar hat sie ihre Situation sehr richtig eingeschätzt – um eine nicht „ernsthafte“ Sache scheint’s also nicht zu gehen. Aber eben – lange her.

    • Susi sagt:

      Olivia, offenbar haben sie sich bereits nicht durchgesetzt, als es darum ging kein Kind auf die Welt zu stellen. Falls ihr Partner unbedingt eins wollte, sollte er jetzt auch die Betreuungsarbeit übernehmen, denn eine frustrierte, emotional abwesende Mutter ist sicher schlimmer als eine, die aus beruflichen Gründen selten da ist.
      Wäre es denn nicht möglich, dass Sie sich wenigstens JETZT durchsetzen, sich Ihrer Forschung widmen und das Kind vom Vater, einer Nanny, dem Hort betreuen lassen?

      • 13 sagt:

        „Olivia hat schon recht, dass Mütter, welche sich sehr ihrem Beruf widmen, öfter verurteilt werden als Väter“
        Das ist auf jeden Fall richtig. Ich werde sehr häufig auf meine Rolle als Familienernäherin mit einem Vollzeitpensum angesprochen, Manchmal interessiert, manchmal fasziniert und manchmal auch vorwurfsvoll. Nur, wenn es einem gut geht, kann man da drüber stehen und freundlich lächeln. Wenn nicht, hat man vielleicht nicht die Kraft dazu. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten: sich fügen oder zu sehen, woher man die Kraftreserven füllen kann. Was besser ist, ist situationsabhängig.

      • 13 sagt:

        Wobei ich auch hier Susi recht gebe. Ich glaube nicht, dass es für ein Kind besser ist, wenn eine Mutter da ist, aber sehr unglücklich ist. Da wäre eine Änderung bestimmt besser. Nur eben auch da, es ist einfach zu sagen, was man tun sollte, wenn es einem selber gut geht.

    • Widerspenstige sagt:

      Olivia, nehmen Sie sich um Himmels Willen eine Nanny und gehen Sie zurück in Ihren Beruf! Das hilft Ihnen, und vorallem Ihrem Kind(!) mehr als Sie jetzt wahrhaben wollen. Ich habe es getan und habe es erduldet, von allen Seiten als Rabenmutter tituliert zu werden. Vorallem von meiner Mutter. Ich bin so froh, habe ich den Spagat gewagt vor ca. 30 Jahren zwischen Familie UND Berufung! Im Nachhinein darf ich feststellen, dass die Kinder viel zu schnell erwachsen wurden und heute häppchenweise zurück geben, was ich in sie investiert habe. Es lohnt sich nicht, sich selber aufzugeben, Olivia!

    • mila sagt:

      Schliesse mich Susis Kommentar vollumfänglich an.

      @Olivia, was ist denn wirklich schwieriger, der Umgang mit gesellschaftlichen Vorwürfen oder der Verzicht auf eine Berufung, die einem wirklich Freude bereitet? Den schwarzen Rabenmutter-Peter müssen Sie sich nicht zuschieben lassen. Aber zu Ihrer Entscheidung, wie sie auch am Ende ausfällt, müssen Sie dann selber stehen (können) – auch wenn Sie sich schlussendlich gegen die Arbeitstätigkeit entscheiden. Es zwingt Sie niemand, gegen Ihren Willen Pausenbrote zu streichen.

    • mila sagt:

      Meine Frage wäre zudem, weshalb Sie sich in die Mutterrolle haben drängen lassen – kein Mann kann über Ihren Bauch entscheiden, das haben letztlich Sie getan. Denken Sie insofern nicht, dass es an der Zeit wäre, Konsequenzen zu ziehen, die insbesondere auch für Sie stimmen? Ich glaube ehrlich, dass eine liebevolle Nanny eine bessere Tagesbetreuung bieten kann als eine widerwillige Mutter.

      …und zu mir: nach dem Lesen solcher Berichte und Kommentare bin ich sehr, sehr froh, mich gegen das Muttersein entschieden zu haben. Anderen (unschlüssigen) Frauen helfen diese evt. noch beim Entscheid.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wissenschaftler, die täglich 14 Stunden arbeiten, auch am Wochenende, gelten völlig unabhängig von ihrem Geschlecht unter ihren „normalen“ Kollegen als asoziale Workaholics, die durch ihre Selbstausbeutung nur den Konkurrenzkampf befeuern, zum Nachteil von allem. Nur so am Rande. Ausserdem sollte man auch die passive Rede hinterfragen, die das Ganze quasi als Naturgesetz definiert. Die Frage ist doch: Wer genau verurteilt denn arbeitende Frauen bzw. hat diese stereotypen Erwartungen? Oft kommt das eher aus der Person selbst heraus und dem Umfeld, das sich diese sucht. Es geht durchaus anders.

  • Olivia Moone sagt:

    Liebe(r) 13, ich war in Behandlung und man hat festgestellt, dass neben meiner Depression auch meine Lebensumstände sehr schwierig sind. Ich bin beruflich sehr engagiert und lebe für meine Berufung und ich bin körperlich sehr geschwächt wegen einer chronischen Krankheit (etwas mit ählichen Symptomen wie Krebs), welche durch die Schwangerschaft und die Babyzeit nur noch viel schlimmer geworden ist. Ein Kind stellt das Leben um. Und wenn man in seinem vorherigen Leben sehr glücklich und erfüllt war und es wegen den Rahmenumständen nach der Geburt nicht mehr ist, ist es ein Faktum.

    • Carolina sagt:

      Das ist dann aber nicht unbedingt eine postpartale Depression, sondern vielleicht chronische Unzufriedenheit oder ein Zustand, in dem der Satz ‚Reiss Dich mal zusammen‘ für einmal vielleicht wirklich angebracht wäre. Eine selbstgewählte Lebenssituation zu bedauern bzw mit den Konsequenzen nicht zurecht zu kommen braucht wohl etwas ganz anderes als die Behandlung für eine Depression.

    • 13 sagt:

      Liebe Olivia
      Es ging mir nicht darum, über ihre persönliche Situation zu urteilen. Aber folgt man ihrem früheren Kommentar, auf den ich mich bezogen hatte, so würde dies bedeuten, dass es allen (oder zumindest den meisten) Frauen so geht und das stimmt einfach nicht. Ein Kind stellt ein Leben um, wie sehr, ist auch etwas die Entscheidung der Eltern. Aber die meisten fühlen sich damit nicht schlecht, sondern gut. Fühlt es sich falsch an, dann sollte meiner Meinung nach angeschaut werden, weshalb das so ist, so wie Sie es gemacht haben. Ob es eine Lösung gibt, ist eine zweite Frage. Die erste

      • 13 sagt:

        ist, dass man es versucht. Und da bringt ein „Das ist halt einfach so“ nicht sehr viel. Nur weil man mit einem Leben glücklich war, heisst das nicht, dass man es mit einem anderen nicht sein kann. Man kann. Ausser eben, es liegen Umstände vor, die das nicht oder sehr schwer möglich machen. Aber einfach so vorgegeben ist das nicht.

  • Olivia Moone sagt:

    Womit wir beim nächsten Tabu wären: Frauen, welche sich in der Gegenwart von Kindern unwohl fühlen. Ich kenne sehr viele Frauen, welche Babies seltsam finden und auch den Lärm von Kindern nicht mögen: Aber trotzdem erwartet man voll allen Frauen, dass sie beim Anblick eines Babies in Verzücken geraten. Ich mag Kinder auch nicht besonders, eigentlich habe ich erst mit der Geburt meines Sohnes Kontakt zu einem Kind gehabt, vorher kannte ich keine Kinder und ging ihnen wo immer möglich aus dem Weg. Der ganze Unsinn um Mutterinstinkt usw. macht es den Frauen nur noch schwerer, wenn da nichts ist.

  • Olivia Moone sagt:

    Auch ich habe an einer Postnatalen Depression gelitten, ich war aber auch schon vor der Geburt depressiv, da ich in die Mutterrolle gedrängt wurde, ohne dies zu wollen. Abtreibung kam aber für mich nicht in Frage. In Asien erwartet niemand, dass eine Mutter glücklich ist. Sie ist froh, wenn Arme und Beine am richtigen Ort sind, aber Kinder haben und heiraten ist schwierig. Deshalb ziehen in Indien die meisten Frauen zu ihren Eltern wenn sie schwanger sind und kommen erst zurück, wenn das Kind mehrere Monate alt ist. Dies ermöglicht der neuen Mutter auch mal eine Auszeit zu nehmen.

    • Olivia Moone sagt:

      In Europa jedoch landen die Frauen im Gefängnis des eigenen Hauses: rund um die Uhr fremdbestimmt, ohne zu essen, zu schlafen und zu ruhen. Kein Wunder werden so viele Frauen depressiv. Mir ging es auch so, ich hätte es vorgezogen im Gefängnis zu sein, wo man wenigstens in Ruhe schlafen, aufs Klo gehen und sich duschen kann. Ich war so müde, erschöpft und lebensmüde, dass ich mehrmals fast vor ein Auto gelaufen wäre mit Baby im Tragtuch. Es war die Hölle und ich bin so froh, dass mein Sohn jetzt im Kindsgi ist und ich das NIE wieder durchmachen muss.

      • Olivia Moone sagt:

        Was man unterschätzt ist, wie sehr einem ein Kind alles wegnimmt, was man geliebt hat. Wie sinnlos und leer das Leben wird, zu einer endlosen Abfolge pflichterfüllender Tätigkeiten die sich nur ums Kind drehen. Dass einem die Zeit fehlt für all die schönen Dinge im Leben, die man wegen der Müdigkeit nicht mehr geniessen kann oder wofür einem die Zeit und das Geld fehlen. Wenn man wie ich mit Kindern nur wenig anfangen kann, ist die Zeit mit ihnen purer Stress/Pflicht und kein Spass. Mein Mann hilft mit, mein Sohn geht zwei Tage pro W. in die Kita, so dass ich wenigstens an zwei Tagen frei bin.

      • Petter sagt:

        Ich empfehle Ihnen dringend, sich Hilfe zu suchen. Was sie hier schreiben, tönt für mich extrem nach Depression. Es ist anstrengend, man verliert gewisse Freiheiten, man muss immer für das Kind da sein, doch schon nach ca. 6 Monaten nimmt die Belastung konstant ab, man gewinnt immer mehr Freiheiten zurück und schon bald ist das Kind eine extrem schöne Bereicherung im Leben und kaum noch eine „Belastung“.
        Suchen Sie sich profesionelle Hilfe, bitte.

    • 13 sagt:

      Zuerst einmal: Es tut mir sehr leid, dass Sie es so empfunden haben, bzw. immer noch empfinden und offenbar die Hilfe immer noch ungenügend ist. Und doch begehen Sie im letzten Teil den Fehler zu verallgemeinern:
      „Was man unterschätzt ist, wie sehr einem ein Kind alles wegnimmt, was man geliebt hat.“
      und spielen es damit auch ein bisschen als „normal“ runter.
      Aber und genau das ist das wichtige bei diesem Thema: Es ist nicht normal. Ja, die meisten Mütter sind etwas müde oder haben Stimmungsschwankungen, aber völlige Erschöpfung und Mangel an Freude am Kind, ist eben nicht normal. Es ist Teil

      • 13 sagt:

        /2 einer Krankheit, die behandelt werden muss und so sich Betroffene Hilfe holen können und auch sollen. Es ist kein Grund für Scham, denn eine Frau (oder ein Mann) kann nichts dafür, wenn es nicht das „richtige“ empfindet. Aber es bestehen Möglichkeiten zu helfen. Dies ist aber erst möglich, wenn man sich eingesteht, dass man Hilfe braucht. So wie ich bei Ihnen lese, haben Sie das getan. Und gerade darum erstaunt mich diese allgemeine Formulierung. Denn so sollte es nicht sein und ist es für die meisten auch nicht. Nicht, wenn man eben nicht von der Depression betroffen ist.

  • lara sagt:

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag! Es ist so wichtig, dass man immer wieder davon berichtet und darüber schreibt.
    ‚Leider‘ hatte ich keine so klare bzw. schlimme Depression wie im Artikel beschrieben, so dass mir immer gesagt wurde ‚ja, ist normal. Kleinkinder sind anstrengend‘. Gerne möchte ich mehr über die Mütter zwischen erschöpft, überfordert und postpartaler Depression lesen.

  • Mascha sagt:

    bitte endlich mal den richtigen Namen für die Störung etablieren!
    Eine postnatale Depression würde das Baby betreffen. Die depressive Störung bei der Mutter nach der Entbindung nennt man postpartale Depression.

  • annette hesselbarth, hebamme sagt:

    für alle betroffenen frauen und ihre familien ein äusserst einschneidendes thema, das viel öfter den weg in die öffentlichkeit finden sollte, denn es betrifft und „überfällt“ frauen von einem augenbllick zum nächsten ganz plötzlich und dann geht auf einmal gar nichts mehr, was vorher nie eine hürde schien – NUR – frau kuster – wie halten sie es wirklich mit dem persönlichkeitsschutz wenn dies von der betroffenen scheinbar ausdrücklich gewünscht war, oder weshalb entfährt ihnen der angeblich geänderte name von frau „sarah gerber“ alias „genner“ gleich zweimal in ihrem artikel ?!?

    • Martin Frey sagt:

      Habe dasselbe gedacht, kann kein Zufall sein wenn „Genner“ zweimal vorkommt. Ein journalistisches no-go in meinen Augen.

    • jeanette kuster sagt:

      liebe frau hesselbarth&herr frey, ich habe keine ahnung, weshalb die produktion den von mir gewählten namen genner in gerber umgeschrieben hat. fact ist, dass die frau weder gerber noch genner heisst. die anonymität ist also trotz diesem namenschaos immer gewährleistet geblieben.

  • R.R. sagt:

    Es betrifft auch Männer, darüber weiss man noch viel weniger. Ich habe einige harte Wochen hinter mir, dabei viel Unterstützung und Hilfe erlebt.

    • Carolina sagt:

      Da haben Sie völlig Recht. Wir hatten bei unserem ersten Kind eine sehr harte Zeit, aber mir wurde die ganze Aufmerksamkeit gewidmet, mein Mann war nicht so wichtig. Ich habe erst viel später begriffen, dass von ihm erwartet wurde, der Starke zu sein, der sich sofort mit einer völlig neuen Situation abfindet und auch noch mit einer sehr weinerlichen (nicht: depressiven!) Neumama klarzukommen. Damals habe ich begriffen, dass Partner unterschiedliche Arten haben, mit einem Baby (oder anderen völlig neuen Umständen) klarzukommen, es dauert mal kürzer, mal länger, ist für den einen schwieriger

      • Carolina sagt:

        /2 und den anderen leichter. Aber so ist das im Leben und das Gute ist, dass man – bei Abgleichung der Gefühle und Miteinander-Reden – dann irgendwann am gleichen Strang zieht und ein Kind hat und ein klein wenig stolz darauf sein kann, dass die Partnerschaft es ausgehalten hat und man eine neue Situation erfolgreich bewältigt hat.
        Wenn jedes heulende Elend im Wochenbett (das bis zu einem gewissen Grad völlig normal ist) als Depression qualifiziert wird, besteht die Gefahr, dass den Frauen, die tatsächlich unter einer PPD leiden, nicht wirklich geholfen wird.

  • Stephan sagt:

    Suchbegriff „postnatale Depression“ bei Google ergibt „ca. 79’500 Ergebnisse“. Eine postnatale Depression ist für die Betroffenen zweifellos schwierig, es ist Unterstützung dringend nötig. Aber ein „Tabuthema“ ist es nicht.

    • Rosa sagt:

      Dass man etwas auf Google findet, heisst noch lange nicht, dass die Gesellschaft es akzeptabel findet, darüber zu sprechen, und noch weniger, dass man auf Verständnis trifft, wenn man denn darüber spricht. So zum Vergleich: „Impotenz“ liefert 1.5Mio Treffer – würden Sie darüber sprechen?
      Schon Menschen mit einer „normalen“ Depression treffen auf viel Unverständnis und gar Hohn; solange von Müttern erwartet wird, dass sie nach der Geburt ihres Kindes glücklich zu sein haben, dürfte dies für sie noch viel schlimmer sein.

    • 13 sagt:

      Zwischen den abstrakten „Man weiss eigentlich, dass es das gibt“ und den konkreten „Ich bin Betroffen“ liegen aber Welten. Und ansonsten gebe ich Rosa recht. Wir leben allzu oft in einer „Reiss Dich mal zusammen, andere habe es auch geschafft“-Gesellschaft. Schwäche hat da wenig Platz und ist für viele ein Grund für Scham. Insofern ist es ein Tabu. Ähnlich wie ungewünschte Kinderlosigkeit oder Fehlgeburten.

      • Sportpapi sagt:

        Andererseits werden in den Medien ständig Theman als „tabu“ bezeichnet, nur um dem Art ikel etwas mehr Gewicht zu verleihen. Ich halte übrigens auch Fehlgeburten und ungewünschte Kinderlosigkeit keineswegs für Tabu-Themen. Allerdings für Themen, die man vielleicht nicht mit jedermann diskutieren möchte.

      • 13 sagt:

        Vielleicht ist es eine Definition des Wortes tabu. Auch wenn man bei den Themen Depression, unerfüllter Kinderwunsch oder Fehlgeburten nicht mit jedem ins Detail gehen will, so erklärt dies nicht die Tatsache, dass man solche Dinge lieber ganz verheimlicht oder nur im engen Familien- und Freundeskreis überhaupt jemand Bescheid weiss. Wenn ich sage, ich sei verheiratet, will ich mit dem nicht meine Ehe diskutieren. Aber wenn mich jemand nach der Familie fragt, würde ich sagen, ich habe zwei Kinder und die Fehlgeburt eher für mich behalten. Wieso? Man spricht nicht darüber…eben tabu.

      • Susi sagt:

        Vielleicht gibt es auch keinen Grund, darüber zu sprechen. Ich erwähne auch nicht jedes Mal die Totgeburt und schon gar nicht die Fehlgeburt. Nicht, um jemanden zu schonen, sondern weil es in der Regel nichts zur Sache tut.

      • Susi sagt:

        Wenn einen jemand fragt, ob man in einer Partnerschaft lebt, sagt man ja in der Regel auch nicht: „Ja, und vor meinem jetzigen Partner hatte ich noch vier andere längere Beziehungen.“

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Ja, aber ein Kind ersetzt man ja nicht durch ein anderes. Man kann sagen, man hat zwei Kinder oder man kann sagen, ich habe zwei Kinder, mein drittes ist leider bereits in der Schwangerschaft gestorben. Das wird aber kaum jemand tun. Oder nehmen wir die Frühschwangerschaft. Warum warten so viele bis zur 12. Woche? Weil sie im Falle eines Abgangs nicht wollen, dass das alle wissen. Einen wirklich offenen Umgang damit kann ich bei den wenigsten erkennen.

      • Susi sagt:

        Ja, das stimmt, meist wartet man ja bis zur 12. Woche. Aber hat das nicht auch einfach praktische Gründe? Man erzählt vielleicht gewisse Dinge einfach noch nicht, solange sie nicht relativ „sicher“ sind. Bei der Totgeburt geht das natürlich nicht, weil man hochschwanger durch die Gegend ging und einen dann alle fragen: „Und wo ist das Baby?“

        Für mich ist es auf jeden Fall kein Tabu-Thema, aber ev. müsste man mal definieren, was ein Tabuthema denn überhaupt ist. Etwas, worüber zu sprechen es traurig etc. ist, also emotional nicht erträglich? Oder von der Gesellschaft nicht akzeptiert?

      • Sportpapi sagt:

        Der Schweizer trägt sein Herz nicht auf der Zunge. Das heisst noch lange nicht, dass die Themen, die er nur im Freundeskreis diskutiert, gleich als Tabuthemen bezeichnet werden müssen.

      • 13 sagt:

        Darum nochmals die Frage: Wie definieren Sie denn Tabuthemen? Offenbar verstehen wir ja darunter nicht das Gleiche.

      • Sportpapi sagt:

        Aus Wiki: „Der Begriff „Tabu“ ist aus soziologischer und sozialpsychologischer Sicht von besonderer Bedeutung. Tabus schützen ein Thema vor dem Diskurs in einer Gruppe, Gemeinschaft oder Gesellschaft: „Darüber spricht man nicht!“. Dem Thema wird kein Platz, kein „Ort“ im öffentlichen „Raum“ des Bezugssystems gewährt, es kommt in der öffentlichen Meinung nicht vor.“

      • Susi sagt:

        Ja, aber meine Frage war ja mehr nach dem „Warum“. Aus welchen Gründen dürfen gewisse Themen in der Gesellschaft nicht angesprochen werden?

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: „Aus welchen Gründen dürfen gewisse Themen in der Gesellschaft nicht angesprochen werden?“ Das kommt wohl sehr selten vor, dieses nicht dürfen. Aber vielleicht will man nicht, aus verschiedenen Gründen. Und vielleicht will auch das Gegenüber das nicht hören?

      • Susi sagt:

        Ein Thema nicht ansprechen zu dürfen liegt in Ihrer Wiki-Definition und bezeichnet ja eben gerade ein Tabu-Thema (=> kein Platz in der Gesellschaft)

      • mila sagt:

        Viele Themen, die früher tatsächlich noch tabu waren – Inzest, Missbrauch, Vergewaltigung, Krankheit, Körper(befinden) – werden heute in der Regel nach wie vor privat behandelt. Nicht, weil man dazu schweigen müsste, sondern weil man nicht (mit jedem) darüber reden will. Solange nicht Schamgefühle dahinter stehen und man Menschen/Anlaufstellen hat, denen man sich mitteilen kann, sehe ich darin kein Problem. Es besteht keine Offenlegungspflicht, und auch wir reden hier als Anonyme miteinander über Privates, das wir vermutlich nicht mit unserem ganzen Bekannten- und Familienkreis teilen würden.

      • mila sagt:

        Ich sehe das insofern wie SP: man spricht Privates häufig nicht an, weil man es nicht will (bzw. weil man nicht will, das bestimmte Personenkreise – z.B. der Arbeitgeber oder entfernte Bekannte – etwas über einen wissen, das evt. bestimmte Konsequenzen haben könnte). Nicht, weil man es nicht darf.

      • Susi sagt:

        Ja, und damit ist es auch nicht „tabu“.

      • mila sagt:

        Was ist denn noch im eigentlichen Wortsinn für Sie tabu, was darf unter keinen Umständen angesprochen werden? Nur, weil Sie das nachgefragt haben. Mir persönlich fiele auf Anhieb nichts ein, zumindest nicht nach Charlotte Roche… 😉

      • Susi sagt:

        @mila: „Was ist denn noch im eigentlichen Wortsinn für Sie tabu, was darf unter keinen Umständen angesprochen werden?“

        Für mich persönlich gibt es tatsächlich sehr wenige Tabuthemen, hahaha, und die wenigen kann ich doch hier nicht erwähnen, sonst wird mir dann noch mein Zugang zum Mamablog gesperrt! 😀 😀

        Uinei, Charlotte Roche… :-S

  • Peter Straub sagt:

    Ich hatte eine unbeschreiblich gegenseitig entfremdete Beziehung zu meiner Mutter, so sehr, dass ich ihrer Beerdigung fern blieb und meine Beziehungen zur gesamten Verwandtschaft, einschliesslich Geschwistern abbrach und keinerlei seelische Entbehrung empfinde. Dieser Artikel gibt mir wertvolle Anregungen dazu, diese Vorgänge in anderem Licht zu sehen. Ich vermute stark, dass meine Mutter sehr stark – und völlig ohne jede Hilfe – in etwa der hier beschriebenen – und vielleicht etwas voreilig kategorisierten und ettikettierten – Weise gelitten hat. Entsentimentalisierung der Mutterrolle fällig.

    • Lala sagt:

      Genau und damit wären wir bereits beim nächsten sehr schwierigen Thema. Mit Eltern und Geschwistern zu „brechen“ das gibt es doch gar nicht. Und wenn einem dabei auch noch nichts fehlt… dann stimmt etwas nicht.
      Dafür gibt es dies viel öfter als die meisten glauben. Auch darüber müsste man offen sprechen dürfen.

  • Kahita sagt:

    Vielen Dank für dieses Thema. Ich habe auch unter postpartaler Depression gelitten die sich nach einer überaus schweren Geburt des ersten Kindes u.a. in Panikattacken geäussert hat. Mein Mann und mein Frauenarzt haben zum Glück sehr schnell reagiert und ich wurde medikamentös und mit Gesprächstherapie behandelt. Nach der Geburt des zweiten Kindes war alles ganz anders und sehr schön. Ich spreche ebenfalls sehr offen darüber und gebe befreundeten werdenden Müttern auf den Weg, nach der Geburt auf sich zu achten. Übrigens: Es heisst postPARTALE Depression. PostNATAL: Nach der *eigenen* Geburt.

  • elisabeth sagt:

    so wichtig!!!!!
    ich, vor 27 jahren, hatte die unterstützung noch nicht und es war SCHWIERIG!!! bitte helft einander!!!!

  • Schaerer Nina sagt:

    Ein tiefer Eisenwert ,grad nach Geburten ( Blutverlust)kann Depressionen auslösen und wird leider noch nicht routinemäßig überprüft.Dies sollte als erstes , spätestens bei Anzeichen von postnatalen Depressionen überprüft werden.
    ( Am besten grad bei einem Arzt der auch wirklich Bescheid weiß)Eisenmangel ist weitverbreitet , Ursachen sind wohl eine „falsche“ Ernährung, jedoch noch nicht ausreichend erforscht.
    Ich will nicht sagen , dass dies das ganze Problem behebt, kann aber eine große Rolle spielen und sollte , bevor man zu Psychopharmaka greift, unbedingt abgeklärt werden!

    • Bea sagt:

      Wegen der Fallpauschale wollte man mir zuerst keine Eiseninfusion geben, sondern Tabletten. Die brauchen etwa drei Monate bis sie wirken – wenn sie überhaupt wirken. Und das, wenn man die anstrengendsten drei Monate in seinem Leben vor sich hat… Als ich mich – sehr erschöpft nach starkem Blutverlust – gewehrt habe, wurde der Eisenwert überprüft und ich bekam zwei Infusionen! Ein paar Wochen später ging es mir wieder gut, sonst hätte die Erschöpfung vielleicht zu einer Depression führen können.

      • Martin Frey sagt:

        @Bea: Der Grund für eine Eisensubstitution mit Tabletten dürfte weniger bei den Fallpauschalen sondern vielmehr darin liegen, dass gemäss den eidgenössischen Richtlinien bei Eisenmangel ohne Anämie zuerst eine Substitution mit Tabletten oder Tropfen versucht werden sollte. Und daher sich einige wenige Krankenkassen auf den Standpunkt stellen, dass sie ansonsten die Eiseninfusionen nicht bezahlen.
        Ich wäre zudem zurückhaltend, einen direkten Kausalzusammenhang zwischen Eisenmangel und postpartaler Depression zu konstruieren.

      • Schaerer Nina sagt:

        Eisentbl./ Tropfen werden oft nicht gut vertragen (Bauchweh).Zudem ist die Wirkung oft unbefriedigend.
        Mein Sohn nahm die Tropfen 8 Jahre und brauchte schließlich trotzdem einige Infusionen. Bei mir ebenso.
        Es ist unbestritten, dass ein tiefer Eisenwert ( Hämoglobin kann dennoch im Normbereich sein)u.a.Depressionen verursacht . Der festgelegte offizielle Normbereich von Eisen ist zudem viel zu tief angesetzt.Dies sind Aussagen von spezialisierten Ärzten. Auch keine Geldmacherei , denn ich habs am eigenen Körper erfahren.

      • Bea sagt:

        @Martin Frey: Gibt es jetzt Fallpauschalen oder müssen die Krankenkassen bei einer Geburt für jedes einzelne Medikament aufkommen? Unverständlich war in meinem Fall, dass der Arzt den Eisenwert nur direkt nach der Geburt gemessen hatte. Bekanntlich verliert man im Wochenbett nochmals eine Menge Blut. Man sah mir damals schon als Laie an, dass etwas nicht stimmen konnte (kreidenbleich, kurzatmig). Weshalb er einfach Tabletten verschreibt und erst auf insistieren der Patientin nochmals nachmessen lässt, finde ich nicht in Ordnung. Die Krankenschwestern waren auf meiner Seite…

  • Lea sagt:

    Frau Kuster, danke für den guten Beitrag, ein wichtiges Thema über welches zu wenig gesprochen wird. Hilfreich wäre es wenn in unserer Gesellschaft die wichtige Zeit des Wochenbetts wieder mehr respektiert wird. Mein Mann und ich hatten damals sehr viel Besuch im Spital und später zu Hause. Nicht nur hatte ich genug Zeit in den ersten Tagen zum Kind eine Bindung herzustellen, zu Hause mussten wir auch noch ständig Gastgeber spielen. Niemandem kam in den Sinn gleich das Essen mitzubringen oder einen kleinen Einkauf für uns zu erledigen, noch den Besuch auf max. 30-60 min zu beschränken.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Um genau das zu vermeiden empfiehlt es sich, die Geburtstanzeigen nicht umgehende zu versenden
      und auf ihnen anzumerken: Besuche nur nach telefonischer Vereinbarung.
      Das Telefon darf dennoch auf Beantworter umgestellt werden… .
      Dasselbe für jede mündliche Bekanntgabe.
      Besuchszeiten lassen sich, was Zeitumfang und Mithilfe betrifft, deklarieren.

      Kommt das babybegeisterte Umfeld nicht von selbst auf diesen Gedanken muss nachgeholfen werden-
      diejenigen welche uns echt gernhaben, werden es verstehen, die anderen brauchen wir in dieser sehr persönlichen Zeit ohnehin nicht unbedingt so nah dran.

    • Anne sagt:

      Wir haben uns von allen, die gefragt haben, ob wir noch was brauchen könnten für das Kleine, gesagt „bitte bringt uns einfach Essen mit, wir haben ja schon alles.“ Eine Freundin hörte wirklich zu und brachte uns Selbstgekochtes zum Aufwärmen. Was war das toll! Dieses Geschenk blieb mir als Einziges in lebhafter guter Erinnerung.
      Bedenklich finde ich, wenn man seine Familie und Freunde anlügen muss, in dem man einen verspäteten Geburtstermin angibt. Weshalb kann man nicht zu seinen Bedürfnissen stehen?

      • Margrith sagt:

        Den Geburtstermin haben wir beim zweiten Kind auch um zwei Wochen nach vorne verschoben für die Allgemeinheit. Dies passte für uns und ich war froh darum, vor allem, da das Kind ein paar Tage nach dem errechneten Termin zur Welt kam.

      • 13 sagt:

        Mein Handy hat auch einen Aus-Knopf;-) Da musste ich niemanden etwas erklären. Wurde es mir zuviel, war ich eben nicht erreichbar, weder vor, noch nach der Geburt. Wir haben unser Umfeld gleich informiert und geschrieben: Besuch auf Anfrage. Von den rund 30 netten SMS am ersten Tag, habe ich irgendwann 3-4 beantwortet, auf die ich gerade Lust hatte. Die anderen bekamen erst später Antwort. Oder wenn Anfragen kamen von Leuten, die uns nicht so nah stehen, dann sagte ich, wir können uns gerne in 3-4 Wochen treffen, wenn es sich eingespielt hat. War für alle ok. Ich bin da für Ehrlichkeit.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Anne:
        das läuft bei mir nicht unter „lügen“, sondern als legitime Schutzmassnahme, nicht alle Bekannten, Freunde und Verwandte haben dieselbe Auffassung von Verständnis, und sind fähig, sich an diesbezüglich kommunizierte Wünsche zu halten. Da finde ich es für alle beteiligten Seiten vernünftig, Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Bloss weil sich jemand mit nachfragen nicht zurückhalten kann bedeutet ja noch nicht, dass er auch ein schlechter Freund/Bekannter/Verwandter, und Betroffene somit ja „selber schuld wenn sie diese Beziehung führen“, wäre.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Eine falsche Aussage ist eine Lüge. Sie können dem Notlüge sagen, es bleibt trotzdem eine Lüge. Ich bin auch sonst ganz bei Anne: Klar geäusserte Bedürfnisse werden meist auch respektiert.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        jetzt wirds aber langsam lächerlich, im Ernst?
        Falschaussage in diesem Zusammenhang ist eine Lüge?
        Es geht um „berechnete“ Geburtstermine- von denen wieviele dann exakt auf diesem Datum landen?
        Die „falsch gelandeten“ waren dann aber, rückblickend gesehen, keine Falschaussagen?
        Ausgehend davon, dass allgemein bekannt ist, dass eine Berechnung ja auch nur von angenommenen Daten her ausgeht? Man kanns auch überstrapazieren…

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Ich weiss nicht, welchen Strick Sie mir da wieder drehen möchten. Eine Falschaussage ist per Definition eine Lüge. Und wenn man bewusst einen falschen Termin angibt, dann gibt man bewusst einen falschen Termin an, unabhängig davon, wie genau dieser berechnet wird. Machen Sie doch, was Sie möchten? ICH habe eine andere Haltung zu solchen Themen. Wir haben uns damals aber auch nicht daran gestört, dass sich Leute erkundigt haben.

    • C.M. sagt:

      super wichtiges Thema, das zwar oft in den Medien ist momentan, aber nach wie vor tabu im privaten Bereich.
      wir haben den Geburtstermin zwei Wochen nach hinten „verschoben“, und die Besuche im Spital sehr beschränkt, zum Teil auch abgesagt bei Anfragen.
      In userem Freundeskreis hat sich das etabliert, dass das Essen mitgebracht wird und zum Teil zusätzlich Vorgekochtes zum Tiefgefrieren vorbei gebracht wurde.
      War super hilfreich und hat uns „Schnuuf“ gegeben für die erste Zeit.
      Auch wurde das Thema Depression nicht tot geschwiegen, sondern aktiv nachgefragt (auch von der Hebamme).

    • C.M. sagt:

      2/ Trotzdem weiss ich nicht, wie ich reagiert hätte bei einer Depression.
      Darum denke ich ist es wichtig, dass vorallem auch Aussenstehende beobachten und aktiv nachfragen.

    • Widerspenstige sagt:

      Brunhild, bin da ganz bei Ihnen. Zwischen einer veritablen Lüge und Selbstschutz wegen einem vagen Geburtstermin liegen doch noch Welten. Sportpapi glaubt felsenfest daran, dass er der Wahrheit letzter Ritter ist. Dasselbe Spiel wird von notorischen s/w-Malern betrieben. Es gibt Grautöne im Leben, ob das nun ins eigene Weltbild passt oder nicht. Wir sind doch alles keine Heiligen oder/und wer es zu sein vorgibt, irrt meist beträchtlich im eigenen Gärtlein herum. Bei essentiellen Dingen des Lebens Rückgrat zu haben zeigt Charakterstärke. Sportpapi, Du machst Dich grad lächerlich. 😆

      • Sportpapi sagt:

        @WS: EInmal mehr triffst du den Kern der Sache nicht. Ja, in den essentiellen Dingen des Lebens, und eben generell, Rückgrat zu haben zeigt Charakterstärke. Deshalb bin ich der Meinung, man fährt mit klaren Ansagen, offen und ehrlich, meist besser, als mit irgendwelchen „Not“-Lügen. Und ich bin ja nicht allein mit dieser Meinung.
        Und sollte ich mal zur „Not“-Lüge greifen, so belüge ich mich wenigstens nicht selber. Sondern weiss, dass das halt nun praktischer, einfacher, bequemer war. So ehrlich darf man doch schon sein, oder?

      • Widerspenstige sagt:

        Leider nichts begriffen vom Gesagten, wie schon so oft von verschiedenen Mitbloggenden Dir auf die Nasenspitze zugesagt, Sp. Ganz langsam zum Verinnerlichen für Dich: es geht um einen nicht im Voraus genau zu berechnenden Geburtstermin, also eine VAGE Berechnung von der werdenden Mutter und der Hebamme oder einer Gyn. Also, das ist keine Lüge im wahren Sinn des Wortes, gell, wenn dem Umfeld ausserhalb der werdenden Eltern dieser VAGE Geburtstermin nicht auf den Tag genau im Voraus mitgeteilt wird, sondern etwas zeitverzögert aus Selbstschutz. Bis dahin alles mitbekommen, Sportpapi?

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Du glaubst wirklich, was du da so von dir gibts, gell? Ich gebs nun einmal mehr auf, dir mit Vernunft und Logik zu kommen. Bringt ja nichts.

      • Lea sagt:

        Sportpapi: allgemein bin ich auch Ihrer Meinung. Ich habe von meinen Eltern gelernt dass man nicht lügen sollte, das hat mich stark geprägt. In diesem Zusammenhang von einer Lüge zu sprechen scheint mir aber doch etwas spitzfindig. Ich hatte einen geplanten KS und kannte deshalb schon 3 Wochen im Voraus den Geburtstermin. Wenn uns jemand fragte haben wir einfach nichts gesagt, bzw eine Ungefährangabe. Ich finde das berechtigt weil ich selbst mich nie dafür hätte die Frage nach dem Datum zu stellen- und nicht schon am Vorabend SMS a la „alles Gute für morgen!!!“ erhalten wollte.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        schön wenn Sie ausschliesslich nur mit Menschen zu tun haben, welche mit „klaren Ansagen“ klarkommen, auch schlucken wenn Sie nachliefern „und bitte keine Nachfragen, wir melden uns dann schon“- aber nicht alle haben diese Menschen um sich rum, plus, man kann sich das auch nicht immer so auswählen, manche stehen in Situationen welche die ganze Kraft aufs Nötigste erfordern, die sich auf diese Weise unnötigen Verschleiss vom Hals halten möchten- das als Lüge zu qualifiziern (ein unspezifisches Datum, kein gebuchter Flug!) find ich immer noch far too much.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Ich habe nichts dagegen, wenn jemand auch mal zu einer Notlüge greift. Wenn es hilft, bitte. Es bleibt dennoch eine. Oder wie würden Sie das denn bezeichnen?

      • Sportpapi sagt:

        @Lea: Ich habe die Frage, ob berechtigt oder nicht, gar nicht aufgeworfen bzw. beantwortet. Selber finde ich es unnötig, falsche Angaben zu kommunizieren im Allgemeinen, an Ihrer Stelle hätten wir aber vielleicht gleich gehandelt.
        Ausserdem ist es eines, keine Angaben zu machen oder so ungefähre. Etwas anderes ist es, bewusst falsche Angaben zu machen. Das mag vielleicht dann spitzfindig sein, anders als Lügen kann man das eigentlich nicht bezeichnen. Und noch einmal: Eine Lüge kann auch mal durchaus berechtigt sein, wenn man sich anders nicht zu helfen weiss.

  • Adriano Maranta sagt:

    Ein toller Mann. Ich bin auch diesen Frühling zum ersten Mal Vater geworden. Zum Glück hat sich bis jetzt noch keine postnatale Depression gemeldet (weder bei meiner Frau, noch bei mir). Aber ich habe gemerkt, wie doch sehr stark die gesellschaftlichen Erwartungen sind, dass man jetzt eine überglückliche Familie zu sein habe. Mir kam es vor, als wären hundert Augen und Ohren auf uns gerichtet. So waren wir sehr froh, dass wir beide volle drei Monate lang Mutter- und Vaterschaftsurlaub nehmen und in aller Ruhe unser Neugeborenes und unsere neue Situation kennenlernen konnten.

  • Romea sagt:

    Herzlichen Dank Frau Kuster, dass Sie dieses Thema ans Licht bringen. Zu einfach wird oft darüber geschwiegen. Das Problem sehe ich jedoch am stärksten bei der häufigen Naivität der werdenden Mütter. Man beschäftigt sich nur mit den rosaroten Themen, malt sich stundenlange Spaziergänge mit glücklichem Partner im Sonnenschein aus.
    Wenn man realistisch auf die Zeit nach der Geburt schaut, kommt man automatisch mit diesen Themen in Kontakt und kann auch den Partner im voraus sensibilisieren. Genau wie Frau Genner das auch rät.
    Eine mutige Frau, die offen spricht. Frau muss es nur hören wollen.

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