«Verdammter Mist!»

Shit

Ob es Eltern wollen oder nicht: Früher oder später werden Kinder mit Worten konfrontiert, über deren Gebrauch man mit ihnen reden sollte. Foto: Southpark.de

Ich staunte nicht schlecht, als ich letzte Woche in der «Huffington Post» las, dass eine Mutter verhaftet wurde, weil sie zu ihren Kindern das böse F***-Wort gesagt hatte. Der Vorfall ereignete sich in einem amerikanischen Supermarkt. Eine andere Kundin hatte die Polizei gerufen, weil die fehlbare Mutter angeblich «Stop squishing the f*cking bread!» («Hör auf, das verfluchte Brot zu zerquetschen!») geschimpft hatte. Worauf die Gesetzeshüter prompt anrückten und die fluchende Mutter vor den Augen ihrer Kinder verhafteten.

Hierzulande ist so etwas zum Glück undenkbar. Sonst würde vermutlich ab und zu eine Mama oder ein Papa aus dem Supermarkt abgeführt. Mir selber ist auch schon ein wüstes Wort rausgerutscht, als die Kinder wieder mal den Laden unsicher gemacht haben und am Ende ein Joghurt auf dem Boden gelandet ist. Und auch wenn niemand mein «Gopferdammi» oder «Scheisse» gehört hat, habe ich mich dafür geschämt, kaum waren die Worte über meine Lippen gekommen. Weil ich so nicht reden will vor oder gar mit meinen Kindern.

Niemand von uns Eltern will das. Und trotzdem rutschen uns diese Worte regelmässig raus, wenn uns irgendjemand oder irgendetwas zur Weissglut treibt. Das wird uns spätestens dann bewusst, wenn das eigene Kind zum ersten Mal selber «Scheisse!» ruft. Ein irritierender Moment, ein solches Fluchwort aus dem Mund dieses kleinen, unschuldigen Persönchens zu hören – und gleichzeitig ganz genau zu wissen, wo es das gelernt hat.

Aber ist es denn wirklich so tragisch, wenn die Kleinen sich bei Mama und Papa ein paar Schimpfwörter abgucken? Früher oder später werden sie diese verbotenen Worte sowieso entdecken – wenn nicht zu Hause, dann eben auf dem Spielplatz, im Kindergarten oder spätestens in der Schule. Und je entsetzter wir Erwachsenen darauf reagieren, desto spannender werden die Fluchwörter. Wäre es da nicht gescheiter, den Kindern von Anfang an zu erklären, dass es diese hässlichen Worte nun mal gibt, sie einem manchmal trotz aller guten Vorsätze rausrutschen und man sich in solch einem Fall unbedingt dafür entschuldigen sollte? So fiele es einem später bestimmt leichter, noch viel heftigere, auswärts aufgeschnappte Fluchwörter zu thematisieren und dem Kind klarzumachen, wo die Grenze zu ziehen ist. Sprich: welche Worte nicht nur unschön, sondern absolut inakzeptabel sind, weil sie zum Beispiel einen rassistischen Hintergrund haben.

Zudem könnte man dem Nachwuchs bei der Gelegenheit auch erklären, dass es einen immensen Unterschied macht, ob geflucht wird, um seine Wut rauszulassen, oder aber jemand beschimpft werden soll. Letzteres hat allein die Verletzung eines anderen Menschen zum Ziel, ist also durchwegs negativ. Ersteres hingegen läuft eher unter Psychohygiene, weil der Ärger durch den kurzen verbalen Ausbruch kleiner wird.

Und genau deshalb geht es laut Sprachexperten gar nicht ohne Schimpfwörter. Seine Aggressionen verbal stets unter dem Deckel zu halten, wäre nicht nur schwierig, sondern auch ungesund, sagt etwa der Sprachwissenschaftler Robert Ris gegenüber «Wir Eltern». Ich werde mir das künftig in Erinnerung rufen, wenn mir wieder einmal ein «Scheisse» rausrutscht. Aber meinen Kindern trotzdem weiterhin raten, dass wir alle gemeinsam versuchen sollten, in solchen Wutmomenten auf harmlosere Alternativen wie «Sonen Chabis!» oder «Mist!» auszuweichen.

Wie stehen Sie dem Fluchen gegenüber? Verbieten Sie sich und Ihren Kindern Schimpfwörter konsequent, oder finden Sie ein gelegentliches «Scheisse» nicht weiter tragisch?

… und falls Sie noch Ideen brauchen…

57 Kommentare zu ««Verdammter Mist!»»

  • Karin sagt:

    Das tönt jetzt ziemlich prüde, aber ich versuche generell keine Schimpfwörter zu sagen. Erstens weil ich sie nicht gerne von anderen höre, und zweitens weil ich in diesem Sinn ein Vorbild für mein Kind sein will. Einzige Ausnahme: wenn ich mich beim barfuss Laufen den kleinen Zehen irgendwo zerquetsche. Da gibt es keinen Halt mehr! 🙂

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Als Luzerner habe ich früher in Zürich mit dem Wort „huere“ Stirnrunzeln ausgelöst, einfach weil der Zürcher sofort etwas anderes rausgehört hat. Heute ist das Wort allerdings auch in Luzern eher verpönt und wird, nach meiner Wahrnehmung, kaum noch benutzt.

  • clara müller sagt:

    ich muss mich definitiv am riemen reissen zu hause und versuche, üble fluchwörter zu vermeiden. es gelingt mir nicht immer, irgendwie pflege ich eher eine deftige sprache. warum ich trotzdem finde, dass ich das vor den kindern vermeiden sollte? aus einem einzigen grund: die kinder sollen lernen, dass es situationen gibt, in denen solche kraftausdrücke absolut inakzeptabel sind und drastische folgen haben können. wenn man daheim rumflucht wie in einer rohrspatzenkolonie, dann lernen kinder, dass das normal ist. in der schule/vor dem/r chef/in etc. kommt aber aber nicht gut…

  • Daniel sagt:

    Ich finde den Ansatz von vielen Usern gut, denn das Kind soll ja nicht einfach Fluchen lernen, sondern es soll lernen, warum es flucht und ob es angebracht ist. Wie man das dann sagt, ist ja vollkommen egal. Ich habe leider das Gefühl, dass sogar einige Erwachsene nicht mal genau wissen wann der beste Moment ist zum Fluchen, weil sie fluchen wegen alles und jedem. Tja.

  • Annatina sagt:

    Aus meiner Sicht ist der springende Punkt genau, ob man flucht um jemanden zu beleidigen oder um seine Wut rauszulassen. Beleidigendes Fluchen finde ich nicht ok und will ich auch bei meinen Kindern nicht hören. Die Wut mit Flüchen rauslassen dürfen sie aber, mir tut’s nämlich in solchen Situationen auch gut.
    Entscheidend für mich ist: Fluchen ja, aber angemessen. Will heissen, dass vor der Grossmutter ein Gopferdammi vielleicht halt nicht so gut ankommt und während der Schule ein Scheisse auch besser ungesagt bleiben soll… Nicht ob sondern wann ist also die Frage…

  • Nowhere sagt:

    Statt nur die internstionalen Wörter zu benutzen, finde ich es schön alte Schimpfwörter wiederzubeleben oder selbst etwas kreativer werden.

    Goppel namal, jetz fahrt doch dä Tubel diräkt vorne ane!

    Nicht nur bei Mani Matter wird man fündig, auch in Chaschperlistücken.

    Potz Setzholz und vertrüllete Garteschluch!

  • Long sagt:

    Ich habe all meine Fluchwoerter von meiner Grussmutter gelernt. Bei jeder Familienzusammenkunft hat sie alle juengeren Verwandten zusammengestaucht. Mit der Zeit sind mir die Kraftausdruecke fast von selbst ueber die Lippen, selbst wenn ich es nicht wollte. Einige Jahre spaeter als wir erstmals in die alte Heimat reisten, musste ich mich extremzusammenreissen, um nicht Grossis Ausdruecke zu verwenden.

    • Susi sagt:

      „Mit der Zeit sind mir die Kraftausdruecke fast von selbst ueber die Lippen“

      Ist mir mit „Scheisse“ auch schon passiert, achte mich aber möglichst darauf und wurde von meiner Tochter auch schon darauf hingewiesen 🙂

  • Sportpapi sagt:

    Unsere Kinder dürfen zumindest nur Begriffe verwenden, die sie kennen und erklären können. Da fällt dann schon mal einiges weg…

  • Christoph Bögli sagt:

    Der Irrtum beginnt doch schon darin, dass man Kinder als „unschuldige Persönchen“ begreift. Sind diese eben nicht, sondern neugierig und motiviert genug, jegliche Grenzen auszuloten. Sich der Tatsache quasi zu verweigern und zu meinen, mit irgendeinem Totalverbot könne man den Deckel drauf halten und sich die Illusion vom „unschuldigen Persönchen“ erhalten, hat doch noch nie funktioniert, egal ob Schimpfwörter, Rauschmittel, Sexualität, etc. Also kann man sich nur der Realität stellen und dem Kind unterstützend-regulierend helfen, so angemessen wie möglich durch diese Untiefen zu navigieren..

  • roy sagt:

    ….the f*cking bread heisst jetzt nun mal nicht verfluchtes Brot sondern verf*cktes Brot. Just sayin‘

  • Michi sagt:

    „Seine Aggressionen verbal stets unter dem Deckel zu halten, wäre nicht nur schwierig, sondern auch ungesund,“

    Voilà. Ein gekünsteltes „Mist“ oder „dasch jetzt aber blöd“ hat keine reinigende Wirkung!

  • Sportpapi sagt:

    Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen „Scheisse“ und „Mist“?

  • Hermann sagt:

    Zuhause ist bei uns fluchen erlaubt, in der Schule aber nicht, und sie halten sich daran (Zweit und Siebtklaessler). Fluchen ist so nicht besonders interessant. Kein Problem.

    • 13 sagt:

      Lustigerweise hatten wir zu Hause genau de umgekehrte Regel: „Wenn ihr auf dem Schulhof untereinander so sprechen wollt, ist das Eure Sache, zu Hause will ich das nicht hören“. Und das obwohl mein Elternhaus ansonsten sehr liberal war und wir alles andere als streng erzogen wurden. Das klappte sehr gut. Ich bin jeweils sehr erschrocken, wenn manche Schulgspännli ihre Geschwister zu Hause am Familientisch als A…etc. bezeichneten.

      • Susi sagt:

        Jemanden als A… zu bezeichnen ist etwas völlig anderes als mal „Scheisse“ zu sagen. Beides sollte man nicht tun, aber jemanden zu beschimpfen ist m. A. nach ein völliges No-Go. Passiert bei uns zum Glück nie und ich hab’s von unserer Tochter auch noch nie im Zusammenhang mit anderen Kindern gehört.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Da gebe ich Ihnen recht. Trotzdem bin ich sicher, dass die Wörter auch von meinen Kindern irgendwann mal fallen werden. Wir haben auch so gesprochen. Gehört in eine Phase des Austestens dazu. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Sprache, die Kinder (oder eher Jugendliche) untereinander brauchen eine Sache ist und zu Hause/Lehrstelle/Unterricht eine andere. Da wäre meine Toleranzgrenze viel tiefer.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Hihi 13, die gleichen Gedanken hatte ich auch ;). Ich versuche es zu Hause jetzt mit meinen auch so zu machen. Strube Wörter wie A…loch, Wi..er, fi.. di etc gehören von mir aus auf den Schulhof, wo ich sie nicht hören muss, andere wie zB Scheisse sind erlaubt, da sie auch mir hin und wieder bei einem Missgeschick rausrutschen. So sehen die Kinder, dass auch ich nur ein Mensch und nicht perfekt bin. Je weniger Theater gemacht wird um Fluch- und Schimpfwörter, desto rascher verlieren sie den Reiz und werden langsam aber sicher uninteressant… ;).

      • Susi sagt:

        Ja, und es ist sicher auch eine Frage des Alters. Meine Tochter ist erst 5, da fände ich A-loch sagen schon krass, egal wo. Wenn sie das in ein paar Jahren mal „auswärts“ tut, kann ich es ja eh nicht kontrollieren 🙂

      • ka sagt:

        @ Susi
        mein Sohn liebte mit 5 Jahren das A-Wort und hat seine Geschwister damit eingedeckt. War sehr schwierig für uns, je mehr ich es verbot, desto lieber hat er es gesagt! Es gab eine Gratwanderung, jetzt ist er neun und hat sich meist im Griff, bei grossen Wutanfällen kommt es aber doch noch vor. Die Schwestern hatten nie eine so grosse Freude an Schimpfwörtern wie der Sohn, ist das wohl auch geschlechtsspezifisch?

      • Susi sagt:

        @ka: meine Tochter hat keine Geschwister, denen sie sowas sagen könnte, sonst würde es ev. auch anders tönen bei uns. Geschlechtsspezifisch? Hmmm, ich hatte in unserer Familie (mit einem Bruder) glaub immer das schlimmste Mundwerk… Ist auch heute noch so, vor allem, wenn mich niemand oder nur Vertraute (ausser meiner Tochter) hören.
        Bezieht sich bei mir heute aber ausschliesslich auf’s Fluchen, nicht auf’s Austeilen 😀

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Klar ist es eine Altersfrage. Bei meiner Tochter (6) kommen jetzt aus dem Kindergarten die ersten Sachen, aber sicher nicht so schlimm. Da gibt es höchstens „Du blöde Brüeder“ u.ä. Der Kleine (3) ist eher in der „Mami, du darfst nicht scheisse sagen. Du musst sagen, ich habe ein Problem“-Phase. Gelegentlich stiften sie sich zu einer „Mutprobe“ an….tuscheltuschel….ich gehe jetzt zu Mami, sage ganz laut „scheisse“ und renne dann davon….kicherkicher…Aber ich bin sicher, dass ich bis zu ihrem Auszug doch schlimmeres hören werde 😀

      • Susi sagt:

        „Ich habe ein Problem“, hahaha!

        Die Mutprobe ist lustig!

  • Sandra sagt:

    Aber natürlich wird bei uns geflucht und geschimpft und beleidigt mit den allerschlimmsten Wörtern die man sich so vorstellen kann…. Unter 3 Teenagern ist es absolut illusorisch zu glauben, dass Konfliktthemen verbal ohne die deftigsten Fluchwörter diskutiert werden. Mir rutscht bei „Weissglut“- Themen auch immer mehr wie ein beleidigendes Fluchwort raus. Und? Wo liegt das Problem? Situationen kochen nunmal hoch. Danach kann man ohne die „Faust im Sack“ zu machen sehr offen und ruhig über mögliche Lösungen sprechen. Wir kommen immer zu einer Lösung und lieben uns ein bisschen mehr danach.

    • Roli sagt:

      Tja, Eltern mit Kindern wissen halt noch nicht wie die Diskussionen mit Teenagern ablaufen… ist evtl. auch besser so 😉

      Bei uns wird auch geflucht aber wenn die Diskussion zum Schluss zu einem Ergebnis führen soll müssen sich dann Alle am Riemen reissen um konstruktiv zu bleiben.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Fluchen ist das Eine, aber dass man es als normal empfindet, dass man innerhalb der Familie deren Mitglieder mit beleidigenden Äusserungen niedermacht, finde ich echt erschreckend.

      • Sandra sagt:

        Ich als Mutter beleidige meine Kinder nicht mit Fluchwörtern. Ich als Mutter benutze allerdings beleidigende Aussagen über Situationen/ Zustände, die die Kinder hinterlassen/ getan haben. Aber dabei handelt es sich um Ausnahmesituationen; wo man schon tagelang das Gleiche runterleiert aber nichts passiert. Ich finde es ebenfalls respektlos seine Kinder zu beschimpfen oder zu entwerten- so möchte ich ja auch nicht behandelt werden! Aber mal richtig Dampf ablassen im Affekt finde ich in Ordnung. Meine Kinder halten das genauso mit mir. Ich komm‘ auch manchmal „dran“…. 😉

  • Bernhard sagt:

    Ich finde es wichtig, dass die Kinder ein Gespür dafür erlangen, was mit bestimmten Wörtern bezweckt/erreicht werden kann/soll. Daher ist es fast schon unumgänglich, dass diese Wörter auch benutzt werden! Mit der entsprechenden Erklärung. Irgendwann wird jeder Mensch für sich selber festlegen müssen, wie Fluch- und Schimpfwörter verwendet werden sollen. Ich weiss nicht, ob Kinder von nicht fluchenden Eltern als Erwachsene weniger fluchen. Aus dem Bekanntenkreis kenne ich beide Varianten. Also gut möglich, dass wir gar nicht so viel falsch machen können, wenn wir „gezielt“ fluchen… 🙂

  • Pat sagt:

    Ach, ich erinnere mich noch gut, als mein ältester Sohn plötzlich anfing “ IT “ zu sagen, wenn ihm ein Spielzeug runter fiel…Anfangs habe ich mich gefragt, was er damit meint, bis ich mich selbst dabei ertappt habe wie ich “ Shit “ sagte, als mir etwas runter fiel……Mittlerweile ist er erwachsen und kann sich nicht mehr daran erinnern 😉

  • Anna Halter sagt:

    da wird zwei bis drei jahrzehnte lang fröhlich drauflos geflucht und ab der geburt des ersten kindes werden viele eltern plötzlich todanständig und weichen auf „saperlott“, „scheibe“ oder „hergottnomal“ aus und klingen damit schon auch mal komplett unnatürlich. ich (und auch einige befreundete elternpaare) finden nicht so viel dabei die gewohnte sprache vor den kindern weiter zu benutzen falls man das eine oder andere „scheisse“ mal angebracht findet. man sollte sich als eltern wohl soweit selber analysieren ob einem selbst worte wie „f***“, „a********“ etc. mit 30+ wirklich moch so gut stehen

  • dres sagt:

    Ungefähr so wie Sie es beschreiben, halten auch wir es. In dem Land, wo ich seit Monaten Auto fahren muss / darf, geht es unmöglich ohne zu fluchen. Und genau so wird das auch erklärt: „Ich habe Gopferdami gesagt, weil der Idiot / die Idiotin mit Handy am Ohr uns beinahe ohne zu blinken gerammt hätte.“ Usw. Und gewisse Dinge werden im Keim erstickt. Das ständige „huere“ oder „geil“ oder noch besser kombiniert haben relativ rasch abgestellt. Im Wissen, dass es sowieso noch einmal und viel intensiver kommen wird… 😉

    • Fingerzeiger sagt:

      Das 2huere“ ist eine Kurzform für „unghür“. Leider kennen die meisten Schweizer ihre Sprache nur ungenügend. Integrationssprachkurse für alle! Das Superlativ „ungeheuer“ ist jedenfalls kein Fluchwort und muss nicht im Keim erstickt werden. Super, oder?

      • Bernhard sagt:

        Die Herkunft ist doch völlig egal, wenn es heute anders interpretiert wird! Da nützt es dem Kind nichts, wenn es als einziges dieses Wissen hat. Umgekehrt werden bestimmte Wörter heute gar nicht mehr oder nur noch vereinzelt als Fluchwörter aufgefasst, obwohl sie ursprünglich diese Bedeutung hatten. Z.B. Gaggalaari, Habasch, Pajass etc. Auch das Wort „verdammt“ wird heute viel häufiger und nicht mehr so restriktiv verwendet. Von daher müssen wir uns wohl eingestehen, dass sich die Sprache wandelt und mit ihr auch die Fluch- und Schimpfwörter.

      • dres sagt:

        Oh, dann lassen Sie doch Ihre Kids in jedem Satz zehn Mal „huere“ und „geil“ sagen, wie das bei zahlreichen Kindern und Jugendlichen völlig normal ist. Linguistische Besserwisserei ist das Eine, Sprache definiert sich zu einem grossen Teil aber durch die kulturelle Wahrnehmung.

      • Sportpapi sagt:

        @Fingerzeiger: Das habe ich meiner Frau auch erklärt. Sie will trotzdem nicht, dass unsere Kinder so sprechen 🙂

      • Bernhard sagt:

        Habe mich heute Morgen mal während des Sportunterrichts bei den Berufsschülern etwas „umgehört“. „Wix*r“ und „Huereso*n“ lösen heute nicht mal mehr ein Augenzwinkern aus…irgendwie noch krass, nicht?

    • dres sagt:

      Und zudem, Fingerzeiger, habe ich bewusst von einer ständigen Verwendung gesprochen, die absolut unhaltbar und einfältig ist. Wenn da Jemandem selten mal ein huere oder geil rausrutscht, geht die Welt tatsächlich nicht unter.

      • Michi sagt:

        @Bernhard

        haha, Gaggelari. Ich liebe diese „altmodischen“ Schimpfwörter wie Sürmel, Joggel, Löli, Glünggi. huere geil, Alte, Mann. 😉

      • Niklas sagt:

        @Bernhard: Habasch verwende ich oft und auch wenn viele die Bedeutung nicht kennen, wird den Meisten der Sinn dahinter aus dem Kontext und meiner Stimmung meist klar.
        Auch so ein tolles Schikpfwort “ Schoofseggel“. Kennt heute kaum noch jemand, aber grandios in der Bedeutung!

    • Karl Achs sagt:

      Versteh ich das richtig: „Gopferdami“ ist schlecht, aber andere als Idiot zu bezeichnen ist ok? Sehe ich irgendwie andersrum.

  • irgendwer sagt:

    „scheisse“ sagt an nicht, sonst geht die bildung in den arsch!

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