Der Mythos der Akademiker-Hausfrauen

Mamablog

Viele junge Mütter schaffen den Sprung von der Uni ins Berufsleben nicht: Hochschulabsolventin mit Baby. Foto: Carl Wilke (bigcheesedad.com)

Über fünf Milliarden Franken sind quasi in den Sand gesetzt worden, weil rund 50’000 Frauen zwar fleissig studiert haben, dann aber Kinder in die Welt gesetzt und auf einen Job verzichtet haben (laut Bundesamt für Statistik). Das ist bitter. Aber dieses Lamento kommt reichlich spät. Beziehungsweise ist schon abgestanden und nun einfach und Gott sei Dank ein bisschen lauter geworden, da das Thema akuter wird.

Wer es hören will, weiss schon lange, dass in der Schweiz enorm viel Know-how brachliegt und nicht zugunsten des Bruttosozialprodukts arbeitet. Vor allem weil Frauen sich erstklassiges Wissen aneignen und es dann sozusagen in den Backofen und die Kloschüssel stecken. Nur: Solange es so schwierig ist, mit Vätern den Job zu teilen, weil sie entweder wirklich, wirklich nicht können oder weil sie heimlich saufroh sind, dass sie nicht müssen, wird es nicht besser.

Und auch nicht, bevor nicht jeder Betrieb begriffen hat, dass die Vereinbarkeit von Kind und Beruf nicht einfach Privatsache ist. Die Integration der weiblichen Bildung klappt nämlich nur, wenn alle am gleichen Strick ziehen. Bis dahin bleibt das Jammern gepflegter Small Talk. Man könnte sich genauso gut über das Wetter unterhalten. Wobei sich Letzteres nicht ändern lässt – ganz im Gegensatz zum Problem der Bildung, die ungenutzt in Windelbergen versickert.

Darum finde ich Statements «Meine Kinder profitieren von meiner Bildung», wie man sie in der Zeitung «20 Minuten» lesen konnte, zwar nett, aber kontraproduktiv, an der Sache vorbeiargumentiert. Und auch Nationalrat Hans Fehr bläst gern munter ins gleiche, schon spuckefeuchte Horn, wenn er behauptet, er fände, dass Akademikerinnen ihren Kindern mehr Bildung mitgäben und das darum gut sei für den Staat. Ich bitte Sie, das ist ein Faustschlag ins Gesicht aller nicht akademischen Mütter und in dasjenige der akademischen gleich dazu.

Ja, natürlich, es ist schön, wenn Kinder eine Mutter haben, der die Bildung ihrer Kinder am Herzen liegt und die viele Fragen beantworten kann oder zumindest weiss, wie und wo man Antworten bekommt. Aber dazu braucht es keine akademische Bildung. Ich habe selbst eine – und ausser bei ein paar wenigen Fragen rund um Zoologie oder Naturwissenschaften im Allgemeinen hat es mir kaum je so viel genützt, dass ich dafür sechs Jahre lang hätte büffeln müssen.

Ich weiss nämlich noch immer nicht, warum der liebe Gott Kriege zulässt, warum wir sterben müssen und wo die Schere schon wieder hingekommen ist, um nur drei der abertausend Fragen zu nennen, die wir als Mütter beantworten müssen. Zudem muss ich ja auch keine Bäckerinnenlehre machen, um mit meinen Kindern Kuchen zu backen, oder ein Kindergärtnerinnenseminar absolvieren, um mit ihnen zu basteln.

Solange Frauen nicht wirklich die freie Wahl haben zwischen Job und Kinderzimmer, bleibt die ganze Argumentation pro Akademiker-Mütter drum nichts als Schönschwätzerei. Bitte hört auf damit und konzentriert euch auf bessere Möglichkeiten, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren! Frau dankt. Und hilft gern mit.

303 Kommentare zu «Der Mythos der Akademiker-Hausfrauen»

  • Lea sagt:

    50’000.- studierte Hausfrauen. Hat das Bundesamt für Statistik dazu aber detailliertere Angaben gegeben, nämlich:
    – wieviel % freiwillig und im Einverständnis mit dem Partner? => hier ist die Diskussion betreffend verschwendeten Steuergeldern tatsächlich gerechtfertigt.
    – wieviel % freiwillig, der Mann möchte aber eigentlich dass sie auch arbeitet? => dito oben, plus Beziehungsproblem.
    – wieviel % unfreiwillig, und von diesen: Was wäre das Wunschpensum? 50% 60% 80%? => nicht unwesentlich!! Und wieviel arbeitet der Partner? Erst wenn diese Zahlen bekannt sind kann ernsthaft diskutiert werden.

  • Markus sagt:

    Grundsatzfrage: Wann gilt man als „studiert“? Wenn man 2-3 Semester an der Uni war, oder wenn man einen Bachelor oder Master hat? Was wurde in der Studie gezählt?

    • tina sagt:

      1-2 semester studieren ist eigentlich weniger als nichts. interessant für einen selber (hoffentlich, wenigstens), aber das ist alles. die matur ist als berufsqualifikation auch nichts. akademiker ist man, wenn man ein studium abgeschlossen (!) hat und als wissenschaftlicher mitarbeiter erwerbsarbeitet. man kann ein bisschen dies und jenes studieren, aber ein studium absolviert hat jemand, der es auch abgeschlossen hat.

  • Marc sagt:

    Kenne die Situation aus unserem Haushalt (Frau hat den Doktortitel und ist – mit Leib und Seele – Mutter):

    1. Frauen mit Akademischer Ausbildung sind wohl gefragt aber meistens wohl nicht für eine Teilzeitstelle.
    2. Wenn der Mann (auch gut ausgebildet) reduziert und die Frau dieses Pensum kompensiert, dann bringt dass dem Bruttosozialprodukt nichts.
    3. Das Problem ist wohl mit unter auch, dass viele die nicht wissen, was sie genau lernen wollen „einfach mal“ studieren gehen. Ergo: viele Akademiker. (die meisten der Akademiker die ich kenne, gingen aus diesem Grund studieren.

  • Lala sagt:

    Uhm… Dass man im Normalfall nicht wirklich Karriere machen und gleichzeitig noch 100% Mami/Papi sein kann liegt irgendwie in der Natur der Sache?
    Ich kann auch nicht „Karriere machen“ und gleichzeitig 40h++++ pro Woche in ein Hobby investieren (zumindest nicht lange).

    Wo ist das Problem?
    Man macht Karriere —> Geld für Kita ist da (da in der Regel der Partner dann auch noch gut Geld heimbringt).
    Man macht keine –> Man hat Zeit fürs Kind.

    Das ist übrigens sicher kein „Frauenproblem“, es ist schlicht ein „Zeitproblem“.

  • Manuela sagt:

    Also mal ganz blöd: Für mich lies sich Vollzeit Akademikerjob mit Kleinkind, Mann im Ausland und ich schwanger bis hochschwanger gut vereinbaren mit einem Vollzeit-Kitaplatz. Das lief sehr unproblematisch. Wer das nicht möchte, der muss eben nach einer besseren Lösung suchen und evtl. Arbeitgeber bzw. Wohnort wechseln. Oder seine Erwartungen runterschrauben. Die Lage in der Schweiz ist gar nicht so schlimm. Ernsthaft.
    Und auch jetzt mit 2 Kleinkindern ist Arbeiten nicht das große Problem. Klar hat man wenig Zeit für Ruhepausen. Aber die hat eine Mama mit 2 Kindern zu Hause auch nicht.

  • Manuel Lerch sagt:

    Siehe Schweden. Mehr Steuern und tiefere Löhne und dafür alle Frauen berufstätig und finanziell unabhängig (=gleichberechtigt). Kinderkrippen kosten quasi nichts und es gibt sie an jeder Ecke. Arbeitszeiten sind familienfreundlich (17.00 zuhause) und mit 18Mt. Elternurlaub pro Kind frei verteilbar bis zu dessen 8. Geburtstag ist genug Zeit für eine schöne Eltern-Kind Beziehung und gesunde work/life balance dazu. Nun denkt mal schön über den Zusammenhang von Familienpolitik, Masseneinwanderung und Zersiedelung im Fall der CH nach…

    • Sportpapi sagt:

      „Nun denkt mal schön über den Zusammenhang von Familienpolitik, Masseneinwanderung und Zersiedelung im Fall der CH nach…“ Hm. Schweden ist so wahnsinnig attraktiv, dass es viel die grössere Zuwanderung hat als die Schweiz?

      • Manuel Lerch sagt:

        Hat es, aber das ist nicht der Punkt, sondern für jede Fachkraft, die in der Schweiz zuhause bleibt, eine Fachkraft aus dem Ausland kommt. Dies mit Familie und mit dem berechigten Anspruch auf den selben Lebensstandard wie die einheimischen, sprich EFH in der Agglo..

      • Sportpapi sagt:

        @Manuel Lerch: Schauen wir mal. Meiner Meinung nach fehlen in der Schweiz nicht unbedingt die Fachkräfte. Sondern Fachkräfte, die zum vorgesehenen Lohn arbeiten möchten.

    • Diego della Vega sagt:

      Mit verlaub Hr. Lerch. Ich bin NICHT bereit 60% meines Einkommens für meines Nachbarn Lebensentwurfes abzugeben! Punkt. Nennen Sie mich Egoist. Zum Glück wird hier in der Schweiz noch Ensatz belohnt. Versuchen Sie bitte ihre Hobbys selber zu finanzieren.

      • Widerspenstige sagt:

        Von welchem Hobby reden Sie, Diego? Und wer leistet weniger Einsatz? Falls Sie damit Kindererziehung meinen und deren Eingliederung in eine zahlende Gesellschaft können Sie sich bei Ihrer Gemeinde einschreiben lassen. Als Egoist und Privatsachelobbyist mit allen daraus sich ergebenden Konsequenzen dh. kein Recht auf Krankenpflege, kein Recht auf Polizeischutz, kein Recht auf Strassenbenützung, kein Recht auf staatlich errichtete Infrastrukturen wie SBB, AHV, IV, EO, ALV etc. Was in Schweden seit über 40 Jahren funktioniert, dürfte eine gut durchdachte Lebensphilosophie sein.

      • Sportpapi sagt:

        Diese Idee haben wir doch schon einmal gehört, WS. Glaubst du denn, wenn sich all diese „Egoisten“ (also Leute, die mehr auf Eigenverantwortung setzen möchten), ganz oder teilweise aus dem Sozialstaat verabschieden, dass dann in der Restgruppe noch genügend Steuereinnahmen erzielt werden, um in der Restgesellschaft diese sozialen Erungenschaften zu betreiben? Manch einer würde sicher heute gut damit fahren, sich selber und privat gegenüber den schlimmsten Unglücksfällen zu versichern. Aber das wäre ja nicht die Idee einer solidarischen Gemeinschaft, oder?

      • Diego della Vega sagt:

        Was reden sie da WS? Ich zahle in diesem Land seit über 30 Jahren pünktlich meine Steuern! Was erlauben sie sich eigentlich so ausfällig zu werden. Ich mag bloss nicht Euch eure Kinder zu finanzieren! Ich hab meine auch selber finanziert und kann ihnen wenigstens in die Augen schauen und mit gutem Gewissen sagen: Dich hat nicht der Nachbar bezahlt.

  • Nic sagt:

    Beruf, Familie und Krippe, das geht so einigermassen. Beruf, Familie und Schule – naja, siehe „Magazin“, vorletzte Ausgabe: Horte sind oft nicht das Gelbe vom Ei, die Gesundheit der Grosseltern bröckelt… Gleichzeitig reagiert die Umgebung mit zunehmendem Alter der Kids immer verständnisloser auf ewige Teilzeitmami-Gehetz: nanu, deine Kleinen sind doch aus dem Gröbsten raus? – Im Magazin-Artikel zum Hort wurde am Rande erwähnt, dass die Stadt Zürich ab 2016 an sechs Schulen einen Schulversuch mit einer Tagesschule light plant. Ein Artikel darüber im Tagi würde mich interessieren und freuen!

    • Eduardo sagt:

      Also nach Kinderkrippen und Kindertagesstätten noch mehr Kindergefängnisse mit Freigang am Abend und am Wochenende? Wäre es da nicht vernünftiger, ganz auf Kinder zu verzichten, wenn es nur ums Haben geht („Meine Karriere, mein Haus, mein Auto, meine Ferien, meine Kinder …“) und man sich um seine Kinder nicht kümmern will noch sich im Grunde dafür interessiert? Der sog. „Herd“ bzw. Haushalt bleibt trotzdem, denn das Einkaufen, Putzen, Kochen und Abspülen (am Abend), Waschen und Wäsche aufhängen, Aufräumen und vieles, vieles andere bleibt weiterhin zu tun, nur dann zusammengedrängt am Abend.

    • Sportpapi sagt:

      Der Magazin-Artikel war interessant. Einerseits fehlt Platz und das Betreuungsverhältnis in den Kinderhorts ist ungünstig (=plötzlich sind da eben doch wieder die Qualitäten einer Familie erwünscht), andererseits überfordern die Kosten die Stadt Zürich zunehmend, so dass jetzt Sparmassnahmen auch in diesem Bereich ergriffen werden. Und gleichzeitig werden hier immer noch mehr „bezahlbare“ Betreuungsangebote gefordert. Offenbar geht das alles nicht so auf wie versprochen. Die Tagesschulen light sind insofern reine Sparmassnahmen. Zu Lasten der Kinder und vor allem der Lehrpersonen.

      • Diego della Vega sagt:

        Na ja, SP. Hier in Zürich wird auch jeder Krippenplatz (zusätzl. Zum Elterbeitrag) mit 20’000 CHF/Jahr subventioniert. Ich denke das überraschte auch die grössten Beführworter. Irgendwas muss überdacht werden.

  • Eduardo sagt:

    Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis mehrere Ex-Studentinnen (mit den typischen Fächern Kunstgeschichte, Psychologie oder Sprachen), die planmäßig an der Uni oder wenig später (bis 35 muss das über die Bühne gegangen sein, denn danach ist es vorbei mit den erotischen Verzauberungskünsten) ihren solventen Versorger suchten, dann zur besseren Absicherung teilweise noch ein, zwei Kinder bekamen und danach zu ihrer Erleichterung auf eine stressende Berufstätigkeit weitgehend verzichten konnten. Nach aussen hin spielen sie jetzt mit ein wenig lockerer Teilzeitarbeit die engagierte Berufsfrau.

    • Samuel sagt:

      Und was ist der Kern dieser Aussage? Erwarten Sie, dass hier von Ihnen bekannten Einzelfällen auf das grosse Ganze geschlossen wird? Was Sie hier schreiben ist äusserst zynisch und misogyn. Sie unterstellen diesen Frauen einen kalten und berechnenden Lebenswandel, was vielleicht in den von Ihnen beschriebenen Fällen sogar stimmen mag. Was für einen Beitrag das zu dieser Diskussion leisten soll, das bleibt schleierhaft. Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis mehrere Studentinnen, die an der Uni etwas lernen wollen. Und so locker ist Teilzeitarbeit mit Kind auch nicht…

    • Alice sagt:

      Solch strategisches Vorgehen kenne ich aus dem Bekanntenkreis auch. Aber sind nicht eigentlich die Männer, die solche Frauen heiraten die Doofen?

      • Eduardo sagt:

        „Aber sind nicht eigentlich die Männer, die solche Frauen heiraten, die Doofen?“ – Im Grunde ja, aber im Zustand der Verliebtheit wird von Männern halt vieles erst mal idealisiert, und die derart berechnenden Frauen werden ihre Pläne noch nicht offenlegen.

      • Susi sagt:

        Genau. Oder: In der Verliebtheit wird von den Frauen halt vieles erst mal idealisiert, und die derart berechnenden Machos werden ihre Pläne noch nicht offenlegen.

    • Susi sagt:

      Schön, Eduardo, aber man kann das Ganze auch aus einer anderen Perspektive darstellen:

      Einige Ihrer Bekannten haben sich an der Uni zukünftige Ehefrauen gesucht, vorzugsweise aus den Fächern Kunstgeschichte, Psychologie oder Sprachen, weil es denen angeblich weniger (als beispielsweise den Ärztinnen) ausmacht, ihren zukünftigen Alltag als Hausmütterchen zu fristen. Bis 35 muss das über die Bühne gegangen sein, sonst ist die Frau zu alt, um mit ihr Nachwuchs zu produzieren.
      Diese Frauen dürfen jetzt nur noch ein wenig Teilzeit arbeiten, weil sich Ihre Bekannten sonst entmachtet fühlen.

    • Sportpapi sagt:

      Man muss das ganze ja weder als negativ, noch als strategisch bezeichnen. Tatsächlich kenne ich doch einige Frauen, die ein Studium abgeschlossen haben, die immer schon vor allem Hausfrau und Mutter werden wollten, eventuell mit interessantem Nebenjob oder vielfältigen ehrenamtlichen Verpflichtungen. Und Männer, die genau eine solche Frau suchen, weil sie zwar unbedingt Familie mit Kindern haben möchten, aber daneben eben auch noch Karriere im Job und allenfalls weitere Ämter. Passt doch. Muss ja nicht jede/r den Lebenstraum haben, den wir für sie als richtig erachten.

      • Susi sagt:

        @SP: Jaja, unser Thema. Stimme Ihnen auch völlig zu, aber Eduardos Beitrag konnte ich leider wirklich nicht unkommentiert lassen 😀

  • Teeniemutter sagt:

    Es würde mich mal interessieren, ob jemand mit mir die Erfahrung teilt, dass es am Arbeitsplatz auch von Vorteil sein kann, Frau zu sein, dass also der Frauenbonus zu gewissen Karrierevorteilen verhilft. (Diversity nennt sich das heute auf Neudeutsch; kommt wohl eher in grösseren, internationalen Firmen vor).

    Ich wäre an Erfahrungsberichten sehr interessiert.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Das dürfen Sie jetzt aber nicht laut sagen, sonst unterstellt man Ihnen, den Job in der Horizontalen erworben zu haben.

      • Teeniemutter sagt:

        Krass, Frau von Siebenthal! Sie haben mir einen Lacher beschert. Ich meine es aber ernst, und es handelt sich auch nicht um das älteste Gewerbe der Welt, sondern um Forschung.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ich meinte ja auch nicht, dass Sie im ältesten Gewerbe der Welt arbeiten, sondern dass man Ihnen unterstellen könnte, sich Ihren guten Posten mittels Sex mit dem Chef (oder Chefin 🙂 )erworben zu haben.

      • alam sagt:

        Der Mangel an Antworten sagt wohl alles: Nein, diesen Frauenbonus mit Karrierevorteilen am Arbeitsplatz gibt es nicht. Das ist ein schönes Märchen.

  • Heidi Basler-Berner sagt:

    @Sportpapi: Das stimmt, Sie haben nie geschrieben, dass es nicht beides gibt. Sie haben vor allem geschrieben, dass Kinder von Akademikern mehr von der Bildung der Eltern profitieren könnten. Ich halte vehement dagegen: Es kommt nicht nur auf die Bildung der Eltern an. Ich muss Ihnen höchstens in einem recht geben: Kindern von Akademikern geht es finanziell sicher besser. Sie können sich ein Studium leisten. Gibt es darüber auch eine Studie? Das wäre doch interessant! Was bezahlen Berufsleute für ihre Weiterbildung aus dem eigenen Sack? Davon könnte ich Ihnen etwas erzählen.

  • Tilda Brem sagt:

    Oh, gut, endlich ein auf etwas Anderem basierender Grund, weshalb ich mein Studium nicht beenden konnte/wollte…
    … mein Know How wäre eh nur brach gelegen.
    Mal schauen, wie die jeweils Fragenden auf dieses Statement reagieren werden.
    Merci, das ist mein persönliches Highlight des Tages.

    • irgendwer sagt:

      die verquere logik hir im blog lautet, dass man sich eigentlich dafür schämen muss, dass man was aus sich gemacht hat. wenns mal keine akademiker mehr geben sollte, sind dann halt die handwerker dran, die eine lehre gemacht haben. es ist wie mit den ausländern, den asylanten, den sanspapiers usw. immer einer zur hand, auf dem man rumhackt und dem man vorschreiben will, wer und was er zu sein hat. herrenreiterei, der ganze diskurs.

  • Maria Weiss sagt:

    Warum schreiben junge Frauen, dass ihr Kind nur einen oder zwei Tage in die Krippe MUSSTE
    Kommt denn niemand auf die Idee, dass es auch Kinder gibt, die einen oder zwei Tage GERNE in die Krippe gehen und sich darauf FREUEN ?

    • Jane Doe sagt:

      Das ist reiner Reflex. Man wird in gewissen Kreisen immer noch als Rabenmutter angesehen, wenn man sein Kind in eine Krippe schickt.

    • Susi sagt:

      Mein Kind „durfte“ nur einen Tag in die Krippe, die anderen Tage, an denen ich arbeitete, „musste“ sie mit meinem Mann verbringen
      😀

    • Sterntaler sagt:

      Genau das habe ich mich auch gefragt! Meine Kinder gehen 5 Tage die Woche in die Kita, in Deutschland ganz normal. Und sie gehen richtig gerne! Zudem sind die Kosten vertretbar, mit etwa 500 Euro für beide Kinder im Monat in einem Rahmen, dass nicht ein Gehalt direkt für die Betreuungskosten drauf geht.

    • Sportpapi sagt:

      Natürlich gibt es Kinder, die 1-2 Tage gerne gehen. Das ist weit entfernt davon, jeden Tag da zu verbringen. Aber sicher gibt es auch da Kinder, die froh sind, wenn sie jeden Tag von zu Hause weg dürfen. Obs die Mehrheit ist?

  • Janine sagt:

    „Solange Frauen nicht wirklich die freie Wahl haben zwischen Job und Kinderzimmer, bleibt die ganze Argumentation pro Akademiker-Mütter drum nichts als Schönschwätzerei.“ Solche extrem einseitigen Aussagen lese ich immer wieder im Tages-.Anzeiger. So lange es nicht auch für Männer akzeptiert und machbar ist Teilzeit zu arbeiten, wird sich gar nichts tun. Wenn nur für Frauen Teilzeitstellen bereit gestellt werden sollen, sind wir für den Arbeitsmarkt wieder mal uninteressanter als Männer.

    • alam sagt:

      Und wie lange wollen wir diesen Ball noch hin- und herschieben? Irgendwann müssen wir doch einfach mal anfangen damit! Wenn die Stellen da sind, werden sich automatisch auch Männer darauf bewerben, und das ist auch gut so.

  • Peter Steiner sagt:

    Naja, ob gut ausgebildete Theoretiker und Theoretikerinnen im Alltag auch wirklich zu gebrauchen wären, sei dahin gestellt. Aber ja, es stimmt, man sollte vielleicht weniger in deren Ausbildung investieren. Warum nicht eine Lehre?

    • Martina Wimmer sagt:

      Deshalb keine Lehre, weil jeder die Ausbildung machen soll, die er machen möchte und schaffen kann. Das Grundproblem ist nicht die Unvereinbarkeit von akademischer Ausbildung und Familie, sondern von Beruf und Familie. Und Frauen dürfen sich schliesslich schon seit dem Mittelalter weiterbilden. Wenn wir uns eine gleichberechtigte Gesellschaft schaffen wollen, müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen. Gesellschaftlich und politisch. Und dazu gehört eben auch, dass die Politik Dinge regelt, die der Markt nicht regeln kann oder will. Also: Krippenplätze für alle. Wenns sein muss per Gesetz

    • Jane Doe sagt:

      Bisschen weniger allgemein hätten Sie Ihren Kommentar formulieren können.. Oder möchten Sie von einem Arzt behandelt werden oder von einem Architekten ein Haus gebaut bekommen, die gerade „Learning bei Doing“ betreiben und in dessen Ausbildung „etwas weniger investiert“ wurde. Manchmal braucht es eben zuerst die Theorie…

      • dres sagt:

        @Martina Wimmer: Unser Junior ist seit dem sechsten Monat teilzeit in der Krippe. Finanziell ist es ein Nullsummenspiel, das Einkommen meiner Frau nicht wirklich hilfreich. So what? Die freie Entscheidmöglichkeit besteht eben genau in der Schweiz. Das Leben ist nie perfekt, aber das hier zum Teil veranstaltete Gejammer ist abstrus.

      • tina sagt:

        dres, zieh die betreuungskosten einfach von deinem lohn ab, und schon lohnt sich das einkommen deiner frau enorm 😉

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Ich kann es drehen und wenden wie ich will – am Schluss bleibt nicht mehr Geld in der Haushaltskasse. Oder dann muss sie für das gleiche Geld länger arbeiten als er, was auch wieder nicht aufgeht. Aber wie dres sagt: Es muss sich auch nicht immer finanziell lohnen, zumindest nicht auf kurze Sicht. Sonst würde beispielsweise niemand eine Ausbildung machen…

    • Emx sagt:

      Aber gerade von Müttern, die das KV gemacht haben, höre ich immer wieder, dass es so gut wie keine Teilzeitstellen gibt…

    • irgendwer sagt:

      gell, Sie lernen lieber eher zu wenig als zu viel, stimmts? Sie haben auch angst, dass jemand überbordet, wenn er eine der vier landessprachen spricht, anstatt mundart. oder gar imperfekt, plusquamperfekt oder sogar futur II beherrscht. dahr sind sie einer von diesen vorschreibern, der allen andern weissmachen will, wo es langgeht. haben sie überhaupt kinder, erziehen Sie sie? lassen sie Ihren frust woandrs raus, nicht hier.

      • Carla sagt:

        @Peter Steiner: klar, die Ärzte rekrutieren wir dann in Deutschland, die Professoren genauso. Informatiker aus der ganzen Welt, Banker in höherem Kader auch, da gehts ja irgendwann auch nicht mehr ohne Studium. Uns DANN motzen wir wieder über die hohe Zuwanderung und die bösen bösen Ausländer überall …

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ irgendwer

        Was bitte ist denn Mundart, wenn keine Landessprache?

  • dres sagt:

    „Elternzeit, von mir aus unbezahlt…“ Das können sich bestimmt alle leisten…
    Alles Andere existiert in der Schweiz. Wenn nämlich zwei arbeiten, kann auch die Kita bezahlt werden – speziell wenn wir von „Akademiker“-Posten reden. Und Teilzeitstellen gibt es im Prinzip viele, möglicherweise sind es keine Traumberufe der Leute, die eine ach so hoche Ausbildung genossen haben…

    • dres sagt:

      Der Kommentar unten ging eigentlich an Jane Doe…

    • Jane Doe sagt:

      Naja, das Gute an der Elternzeit ist ja, dass einer zu Hause bleibt und einer weiterarbeiten kann. Das heisst auch bei unbezahlter Elternzeit hat man noch ein Gehalt. Und es sind ja nur ein paar Monate, wenn das nicht drinliegt, dann lässt mans halt. Wichtig finde ich dass es die Möglichkeit dafür gibt.

      • tina sagt:

        die möglichkeit, unbezahlten urlaub zu nehmen, hat man ja. auch je nach position allerdings

      • Jane Doe sagt:

        Ja, das ist ja das Problem, es häng immer vom Arbeitgeber, oder noch besser, vom direkten Vorgesetzten ab. Es sollte aber staatlich geregelt werden, so dass alle theoretisch die gleichen Entscheidungsmöglichkeiten haben.

      • Sportpapi sagt:

        Das Recht, unbezahlten Urlaub zu nehmen, das wäre vernünftig.

  • Jane Doe sagt:

    Dass man darüber in der Schweiz immer noch diskutieren muss, ödet mich einfach nur noch an!… Wer unbedingt zu Hause bleiben will, soll das tun. Für alle anderen braucht es bezahlbare Kitas, Mittagstische, und VOR ALLEM braucht es mehr Teilzeitstellen auch für MÄNNER und eine vernünftige ELTERNZEIT, von mir aus unbezahlt, die man zwischen Vater und Mutter einteilen kann. Warum ist das denn so schwierig hinzukriegen in unserer Gesellschaft??

    • tina sagt:

      man sollte einfach die normarbeitszeit von 42 auf 30 stunden setzen und schon hätten wir kein teilzeitstellenproblem mehr. aber das will auch keiner hören

      • dres sagt:

        In vielen Berufen mit höherer Ausbildung wäre das kein Problem. Die Tieflohnbranchen mit Arbeiten, die eine hohe Präsenzzeit / Öffnungszeit erfordern (bspw. Gastgewerbe) könnten so etwas nie bieten.

      • tina sagt:

        dres, in anderen ländern gibt es die 30stunden woche, und auch die haben gastgewerbe 🙂

      • dres sagt:

        @tina: Und wie leben die? Noch schlechter als bei uns in solchen Berufen?

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Das heisst dann einfach einen Viertel weniger Lohn. Dann könnten die meisten Familien noch weniger von einem Lohn leben. Und was ist mit all den Kaderjobs, in denen die Stunden gar nicht mehr gezählt werden?

    • Wener della Vega sagt:

      Sehr geehrte Fr. Doe. Mich ödet vorallem an das Leute wie Sie es offensichtlich als Pflicht ansehen Ihr (in dem Fall nicht selber finanzierbares) „Projekt Kind“ zu ermöglichen! Goots no! Wie überheblich und egoistisch ist dass denn! Ihre Kinder brauche ich für meine AHV nicht. Es hat genug arbeitslose Junge Leute in ganz Europa die gerne arbeiten würden. Nur falls sie mit „unsere Zukunft“ oder ähnlichem argumentieren wollen.

      • Carla sagt:

        Und dann haben Sie wieder steigende Zuwanderungszahlen, die in unserem schönen Land ja ach so verhasst sind …

      • Wener della Vega sagt:

        Wer ist NICHT zugewandert in diesem Land? Meine Familie ist vor 400 Jahren ins damalige Rätien eingewandert das später (1803) als Graubünden der Schweiz beigetreten ist. Ich wähle nicht diese unsägliche „Sünneli-partei“, ich schaue über den Garten hinaus. Also. Gibts da draussen Menschen die unser Land und die Wirtschaft braucht? Bitte eintreten! Wurde Frau Doe gezwungen Kinder zu kriegen obwohl sie sich die offensichtlich nicht leisten kann? Nein!

      • Susi sagt:

        Herr della Vega, lesen Sie doch Jane Does Beitrag bitte genau, bevor Sie hier um sich schlagen, offensichtlich haben Sie überhaupt nicht verstanden, worum es in dem Text überhaupt geht. Beginnen Sie doch vielleicht mal damit, auf das Wörtlein „unbezahlt“ zu fokussieren, sich dann schrittweise weiterzuarbeiten und zu überlegen, was „Frau Doe“ denn genau sagen will…

  • Martina Wimmer sagt:

    @ Sportpapi:
    Natürlich ist es naturgegeben, dass Frauen sich um Kinder kümmern. Ich habe bisher noch keinen schwangeren oder stillenden Mann gesehen. Bei allerEmanzipation und freier Wahl usw. das können wir nicht ändern. Dass die weitere Versorgung der Fmailie in Fraunehänden geblieben ist, ist natürlich menschengemacht und gesellschaftsbedingt.
    Dies zu ändern, ist ebenfalls Aufgabe der Gesellschaft. Und wenn sie nur die Voraussetzungen zur wirklich freien Wahl schafft.

    • elena sagt:

      Naturgegeben ist einzig, dass die Frauen die Kinder austragen und gebären und wenn sie möchten, stillen. Alles andere nicht. Also auch kein ’sich um die Kinder kümmern‘. Das kommt erst nach der Geburt. Und können Männer genau so gut oder schlecht, mittelmässig oder halt irgendwie.

      • Jane Doe sagt:

        @Elena: Dem kann ich nur zustimmen. Mein Mann z.B. war besser mit Babys als ich, da er der geduldigere Mensch ist als ich, nicht so lärmempfindlich, und sich vor Dingen weniger schnell ekelt 😉

    • Sportpapi sagt:

      @Martina: Dann erübrigt sich ja die Diskussion, weil die Aufgabenteilung zu Hause einfach naturgegeben ist. Offensichtlich ist das aber nicht so, und ambitionierte Frauen sind nach Ende des Mutterschaftsurlaubs in der Lage, die Kinderbetreuung am Tag abzugeben.

    • sgt klinger sagt:

      also irgendwie finde ich passen der 1. Drittel und der letzte Drittel dieser Antwort zur Problematik
      http://blog.bernerzeitung.ch/blogmag/index.php/36289/sollen-frauen-ihre-beine-rasieren/

  • Peter sagt:

    Wer sagt denn, dass sich alle Männer per se dagegen wehren, Hausmann und Vater zu sein? Kann es nicht auch sein, dass es werdende Mütter gibt, welche gar nicht Alleinverdienerinnen für eine Familie werden möchten? Irgendwie geht dieser Punkt immer ganz schnell unter. Wenn Frauen (berechtigterweise) klagen, auf „Hausfrau und Mutter“ reduziert zu werden, dann können Männer klagen, auf „Ernährer“ reduziert zu sein….

    • Reto B. sagt:

      Deshalb sollte Mann und Frau nicht gegeneinander, sondern miteinander für bessere Rahmenbedingungen kämpfen. Wer sagt denn nicht, dass er/sie in der Situation ist, weil es eben so sein musste und es sowieso das sinnvollste war. Wer sagt denn schon, dass er/sie sich gewünscht hätte, dass es auch anders gegangen wäre.

    • tina sagt:

      ich hätte gerne ein sowohl als auch gehabt und das war auch geplant: beide elternteile erwerbsarbeiten so 60% und kümmern sich auch um haushalt und kinder. ich halte das für das beste für die kinder und auch einen selber. aber ja, karriere ist so schwierig. karriere hat mich aber nicht interessiert

      • Jane Doe sagt:

        @Tina: Auf 60% zu reduzieren ist nicht so einfach, vor allem in gewissen Berufsbranchen. Auf 80% zu reduzieren ist einfacher. Wir arbeiten beide 80%, haben das Glück, dass beide Grosseltern in der Nähe wohnen, die Kinder sind also nur 2 Tage pro Woche in der Kita.. Diese Lösung scheint uns für alle Familienmitglieder der beste Kompromiss, es braucht zwar einiges an Organisation des Alltages, aber das ist es wert.

      • tina sagt:

        nein, reduzieren ist nicht einfach. wir hätten aber eine gelegenheit gehabt damals, als paar, in der selben firma. eine neue stelle. sozusagen eine 120% stelle für 2. aber es kam dann alles anders und ich fand in meiner branche keine teilzeitstelle mehr und musste den beruf wechseln um teilzeit arbeiten zu können

      • tina sagt:

        meine eltern hätten nie fest geplante regelmässige enkelbetreuung übernehmen wollen und die schwiegermutter war gesundheitlich nicht in der lage. meine kinder mussten trotzdem nur 2-3 tage in die krippe wöchentlich

      • Jane Doe sagt:

        Ja, es ist nicht einfach, die beste Lösug zu finden und manchmal gibt es persönhliche Umstände die kann man nicht ändern und dann muss man sich was anderes einfallen lassen. Aber wenn eine Frau, egal wie hoch die Ausbildung, arbeiten möchte und es geht nicht, weil es keine Teilzeitstellen gibt oder weil es sich finanziell nicht lohnt zu arbeiten (was in meinen Augen einfach krank ist!), dann sind das nicht irgendwelche persönlichen Umstände sondern dann funktioniert das System das wir in der Schweiz haben einfach nicht!

      • Sportpapi sagt:

        @Jane Doe: Auch Sie sind offenbar der Meinung, dass die Tätigkeiten, die ausgelagert werden sollen, damit die Eltern Zeit für ausserhäusliche Arbeit haben, keine Arbeit sind. Oder wie kommen Sie darauf, dass es sich auf jeden Fall lohnen muss, wenn jemand den weniger geliebten Job abgibt und einen attraktiveren macht?
        Diese Anspruchshaltung, dies Geringschätzung der Erziehungsarbeit finde ich wirklich langsam nervig.

      • Jane Doe sagt:

        Sorry, Sportpapi, ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Warum ist es Anspruchshaltung und Geringschätzung der Erziehungsarbeit wenn ich gerne in dem Beruf, den ich gelernt habe, weiterarbeiten will, auch nachdem ich Kinder habe? Männer machen das seit hunderten von Jahren! Und dass es sich finanziell immer lohnen sollte, wenn man einer Erwerbstätigkeit nachgeht, dass ist eigentlich auch im Sinne der ganzen Gesellschaft.

      • Sportpapi sagt:

        @Jane Doe: Sie dürfen tun und machen was sie möchten. Und natürlich erwarten Sie Geld, wenn Sie eine Erwerbsarbeit aufnehmen. Wenn Sie aber eine Arbeit abgeben (hier Kinderbetreuung, die nun jemand als Erwerbsarbeit macht), um in der gleichen Zeit Erwerbsarbeit zu betreiben, ist es keinesfalls logisch, dass dabei ein Gewinn herausschaut. Ausser eben, Sie glauben, Ihre Erwerbsarbeit sei so viel wertvoller als der Job zu Hause. Ja dann suchen sie doch mal jemanden, der die Kinderbetreuung für wenig Geld übernimmt… (nebenbei: die Löhne dort sind tief genug!)

      • Jane Doe sagt:

        In welcher Welt leben Sie denn! Wenn ich beispielsweise als Ärztin oder Anwältin arbeite, dann ist es natürlich logisch, dass ich in der gleichen Zeit mehr verdiene als die Betreuerin in meiner Kinderkrippe.. Es sind nun mal völlig unterschiedliche Jobs! Wie viel man verdient hat halt nicht immer damit zu tun, wie wertvoll die Arbeit im ethischen/moralischen Sinne ist. Das ist die bittere Realität.. Ausserdem, der „Job zu Hause“ ist vielleicht Arbeit, aber nun mal keine Erwerbstätigkeit, ich brauche keine Ausbildung, ich bekomme keinen Lohn, zahle keine Steuern und keine Sozialabgaben.

      • Sportpapi sagt:

        @Jane Doe: Sie haben gesagt, dass sich Erwerbsarbeit immer lohnen muss, nicht ich. Nur hat nicht jedes Paar nur ein Kind, manche haben zwei oder sogar drei. Und nicht jede Frau ist Ärztin oder Anwältin. Dann ist es halt manchmal so, dass es sich nicht lohnt. Ich sehe es nicht zwingend als Aufgabe der Gesellschaft, das zu ändern. Und noch einmal: Ich kenne viele Paare, bei denen vom Zweiteinkommen praktisch nichts übrig bleibt, oder wie bei uns sogar draufbezahlt wird. Aber das Paar möchte arbeiten, und sieht es zudem als Investition in die Zukunft.

      • Jane Doe sagt:

        Ich habe gemeint, Erwerbstätigkeit sollte sich im Allgemeinfall immer lohnen, da sonst der Anreiz dazu fehlt (ausser man hat seinen Traumjob). Wenn es sich nicht lohnt, heisst das, unsere Krippen sind zu teuer und unser System somit falsch.. Ich persönlich würde auch arbeiten, wenn es sich finanziell momentan nicht lohnt, aber es gibt Familien, bei denen bleibt die Frau dann zu Hause, obwohl sie eigentlich arbeiten möchte. Und es ist fast immer die Frau, die dann zu Hause bleibt (aus bekanntem Grund) und nicht der Mann und das finde ich nicht im Sinne der Gleichberechtigung..

      • Sportpapi sagt:

        @Jane Doe: Wenn der Anreiz für Erwerbsarbeit fehlt, also zum Beispiel der Jo zu Hause attraktiver ist, dann ist das halt so. Ich finde es nicht richtig, wenn der Staat hier in eine Richtung lenkt, Anreize schafft bis hin zu auch schon diskutierten Zwangsmassnahmen. Und zweitens sind Krippen so teuer, weil sie halt so viel kosten, trotz aller öffentlichen Beteiligungen, und trotz der Hungerlöhne der dort beschäftigten. Was ja eben darauf hinweist, was Kinderbetreuung, vom wem auch immer ausgeführt, eigentlich wert ist. Zuletzt: Was Mann und Frau miteinander vereinbaren, ist ihr Problem.

  • alam sagt:

    Möglicherweise wird es für Mütter nun endlich salonfähig, nicht nur hinter vorgehaltener Hand dazu zu stehen, dass sie eigentlich schon seit Jahren einen Job suchen. Wenn mal eine Teilzeitstelle ausgeschrieben ist, bewerben sich jeweils Hunderte darauf. Die Chancen, eine solche Stelle zu ergattern sind leider erbärmlich, egal wie hervorragend die Qualifikationen sind.

    • Elke Meier sagt:

      Also im Ernst:

      1. Frauen suchen sich nach wie vor zu oft Studienrichtungen aus, die überhaupt nicht auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet sind. Die Suche nach Selbstverwirklichung ist sicher eine ehrbare Angelegenheit, sie führt je jedoch allenfalls zu einer Arbeit als Assistentin trotz Universitätsabschluss.

      2. Wer arbeiten will als Akademiker mit entsprechendem Studium und Berufserfahrung findt Arbeit. Vlt. muss man zunächst 100% arbeiten und kann danach reduzieren. Zurzeit arbeite ich Teilzeit in der Beratung und bilde mich 40% weiter.

      Diese Probleme müsste man mal angehen…

      • alam sagt:

        Dass Sie oder andere tatsächlich einer dieser raren Teilzeitstellen ergattert haben, ist schön für Sie. Die Rechnung ist ganz einfach und geht nicht auf: Es gibt nur einen Bruchteil der benötigten Teilzeitstellen, egal ob für Akademiker oder Nicht-Akademiker.

      • Hj sagt:

        @alam, …. ja, es gibt grundsätzlich nicht einfach Stellen ohne Ende, ob Teil – oder Vollzeit …
        Elke Meier hat nicht unrecht. Trotz den bekannten Defiziten – es gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage.

      • alam sagt:

        @Hj, … ja, aber es gibt grundsätzlich einfach Bewerbungen ohne Ende auf jede einzelne Teilzeitstelle, im Gegensatz zu den Vollzeitstellen. Die Frage ist, ob es weiterhin gerechtfertigt ist, diesen verzerrten Markt einfach so weiterspielen zu lassen und das Gemüse verfaulen zu lassen, währenddem andernorts den Leuten die Zähne ausfallen vom Skorbut.

      • Sportpapi sagt:

        So rar können doch diese Teilzeitstellen nicht sein. Die meisten Mütter arbeiten ja teilzeit. Rar sind vor allem Kaderjobs, die eben praktisch per Definition mehr Einsatz erfordern, und in denen auch eine gewisse Flexibilität Pflicht ist.

      • alam sagt:

        Diese Herauswinderei nervt! Es dreht sich immer im gleichen Kreis: Die Frauen sollen wahlweise
        – das falsche Studium ergriffen haben
        – besser eine Lehre gemacht haben
        – zu lange nicht gearbeitet haben
        – zu bald wieder gearbeitet haben
        – zu wenige Prozente arbeiten wollen
        – zu faul sein, die Kinder selber zu betreuen
        – zu faul sein, arbeiten zu gehen
        – und überhaupt arbeiten ja eh fast alle – irgendwas – was auch immer – als Zeitungsausträgerinnen / Putzfrauen / in irgend einer Betreuung weitab vom erlernten Beruf, toll!

      • Hj sagt:

        @alam, 22.56/21.08.: … so Vieles nervt!
        Und Deine aufgeführten Punkte treffen bei EINEM TEIL der Arbeitssuchenden Frauen wohl sogar zu – obschon Du’s eher nicht so verstanden hast…
        Zudem kann ich versichern, dass es ebenso schwierig ist zu akzeptieren, dass man(n) kaum einen (höher) qualifizierten Job erhält …

        – in Teilzeit, wenn er nicht messerscharf begründen kann wieso …
        – obschon er bereit ist, einen weniger anspruchsvollen Job auszuführen, als sein CV eigentlich bedingen würde…

        DAS nervt auch Männer und sie sind diesem Druck (ebenso) konstant ausgesetzt.

      • Sportpapi sagt:

        @alam: so viele weibliche Zeitungsausträgerinnen kenne ich dann doch nicht. Aber ganz viele Frauen, die Teilzeit im Büro oder im Verkauf arbeiten. Wenn ich das richtig im Kopf habe, gibt es kaum ein Land, in dem so viele Menschen teilzeit arbeiten wie in der Schweiz.

      • Widerspenstige sagt:

        Ach….ja? Nur weil eine Frau zur Mutter geworden ist, ist sie automatisch nicht mehr genügend kompetitiv im Berufsleben? Wie machen das wohl die Länder, welche eine Mutter gleich schätzen wegen ihrer beruflichen Qualifikation vor und nach einer Geburt MIT Arbeitsplatzsicherheit nach Mutterzeit?! Da hat es in Helvetien wohl zuvielen im HR ins Gehirn geschneit! Das ist Sexismus in Reinkultur! Ich kann allen Frauen nur raten, bei einem Bewerbungsgespräch auf die Frage über die Kinderbetreuung mit einem Lächeln und mit Bestimmtheit zu sagen: ‚Das ist kein Problem. Mein Mann schaut zum Kind!‘

      • Sportpapi sagt:

        „Ich kann allen Frauen nur raten, bei einem Bewerbungsgespräch auf die Frage über die Kinderbetreuung mit einem Lächeln und mit Bestimmtheit zu sagen: ‘Das ist kein Problem. Mein Mann schaut zum Kind!’“
        Dann bekommt die Frau den Job hoffentlich auch. Wenn es dann aber nicht so ist, wird der Arbeitgeber, der auf solche Aussagen vertraut hat, sich das nächste Mal wohl hüten, wieder eine Frau einzustellen.

      • Widerspenstige sagt:

        Deine unverschämte Antwort sagt eigentlich alles, was Du von einer Akademikermutter auf Arbeitssuche hälst. Nämlich nichts! Ich kann Dir garantieren, dass sich genau das Gegenteil zeigen wird, wenn eine solche Mutter den Mut und den eisernen Willen (gepaart mit viel Glück, ist ja klar!) hat, mit diesen Worten den Job zu erhalten. Sie wird alles in ihren Möglichkeiten tun, damit sie den Job gut macht und sich eine Nanny für kurze Zeit suchen. Ihr Mann kann dann sehen, wo er bleibt, sofern er nicht ebenso Einsatz zeigt während der heissesten Phase der Vorschuljahre.Alles schon erprobt!

      • Sportpapi sagt:

        @ws: Ich sehe vor allem, was du von deinen Partnern hältst und von Männern insgesamt. Wie auch immer: Das Problem heute ist ja nicht zuletzt auch das, dass die Arbeitgeber ihre Erfahrungen gemacht haben, nicht vertrauen können auf das, was die Frauen ihnen sagen, oder sogar nicht einmal fragen dürfen. Und du rufst hier einmal mehr dazu auf, den Arbeitgeber anzulügen. Die Konsequenzen tragen dann die nächsten.

      • Sportpapi sagt:

        Wobei, WS: Was war eigentlich unverschämt an meiner Antwort? Ich komme beim besten Willen nicht drauf. Die Idee, es könnte sich um eine Fehlangabe handeln? Aber das bestätigst du ja sogar noch.

      • Widerspenstige sagt:

        SP: Wieso eine Lüge? Sie macht nur das, was bisher alle Väter gemacht haben. Würde mal bei einem Bewerbungsgespräch gefragt, wie es mit der Kinderbetreuung als frischgebackener Vater aussehe, dann würde genau diese Antwort kommen: ‚Das ist kein Problem. Meine Frau betreut das Kind!‘ Also wo ist da eine Lüge drin, wenn eine Akademikermutter auf Jobsuche das sagt? Ich weiss, wovon ich rede, denn ich war mal im HR tätig und Arbeitgeberin dazu! Also im Geschäftsleben geht es rauh zu und her u seit der Globalisierung gilt das Prinzip ‚hire and fire‘. Rosinenpicken war gestern, auch für HR/CEO!

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Du widersprichst dir ja selber! Ist es jetzt eine Lüge, oder keine, oder ist einfach in der harten Welt jede Lüge gerechtfertigt? Aber eben, dann glaubt man halt den Damen nicht mehr, wenn man regelmässig und ohne schlechtes Gewissen angelogen wird. Und die nächsten Frauen beklagen sich dann über Diskriminierung, weil man sie nicht anstellt, obwohl sie doch versichert hatten (und das ernst meinten), dass alles geregelt ist.

      • Sportpapi sagt:

        Nebenbei, du als Arbeitgeberin: Wie bist du denn mit Angestellten umgegangen, die dich erwiesenermassen angelogen haben? Was für eine Grundlage für ein Vertrauensverhältnis ist das denn? (immer wieder ertappe ich mich dabei dass ich mich frage, in welcher Branche du denn wohl Arbeitgeberin gewesen sein könntest. Und ob das Geschäft funktioniert hat. Aber ich weiss, geht mich nichts an)

      • Widerspenstige sagt:

        SP: Du lenkst ab, das geht Dich tatsächlich nichts an. Es geht um Jobsuche von Akademikermüttern, die sich nicht durch irgendwelche privaten Fragen während eines Bewerbungsgesprächs für blöd verkaufen wollen. Du hast leider keine Ahnung, was im Geschäftsleben abgeht u wie hart der Kampf geworden ist. Von Lüge war meinerseits keine Rede, sondern wie man sich vorteilhaft verkaufen kann während einem Bewerbungsgespräch als AKADEMIKERMutter. Du unterstellst da Dinge, die eben einfach unverschämt sind. Lies einfach meine Argumente nochmals durch und bleib objektiv. Danke.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Ich bleibe ganz objektiv. Du rätst einer Frau eine Angabe zu machen, die nicht stimmt. Das ist, ganz objektiv, eine Lüge, und nichts anderes. Was denn sonst? Die von mir beschriebenen Konsequenzen sind halt dann die Folge. Ist halt harter Kampf im Business, da nimmt man dann halt lieber einen Mann, der keine Probleme bereitet, als eine Frau, bei der man nie weiss, ob nun stimmt, was sie sagt.
        Und noch immer ist mir unklar, wo ich unverschämt war. Wo?

    • Thorsten Juhl sagt:

      vielleicht sind die Erfahrungen die gemacht wurden nicht so toll. die Wirtschaft würde viel mehr Teilzeitstellen gezielt an Mütter anbieten.

      es ist einfach klar, dass Frauen grundsätzlich des Kinder kriegens wegen und dem Aufziehen wegen von der *kompetitiven* Erwerbstätigkeit ausgegrenzt werden.

      Wenn, dann müssen Seitens des Staats gezielt Anreize für Firmen gemacht werden mehr Mütter einzustellen.
      So wäre den Müttern, den Kindern, den Familien, der Demographie und damit der Gesellschaft geholfen.

      • fabian sagt:

        wennschon, müsste die wirtschaft die teilzeitstellen zu gleichen stellen an männer und frauen anbieten.
        wenn wir alle teilzeitjobs den frauen vorbehalten, wie wollen da die männer je kinder grossziehen.
        also bitte nicht immer reflexartig teilzeitprivilegien für frauen fordern. männer können die nämlich genaugleich brauchen.

  • dres sagt:

    Auf die Floskel „Akademiker/-innen“ kann man verzichten. Die meisten mit Studienabschluss haben ein paar Bücher gelesen und ein paar Arbeiten geschrieben – und sicher Einiges dabei gelernt. Nicht mehr und nicht weniger. Und die halbe Zeit hätte in den meisten Fällen dafür auch gereicht. Das gilt übrigens auch bei mir. Die paar wenigen Leute, die eine akademische Laufbahn eingeschlagen haben, sind für dieses Thema kaum relevant. Kurz: Eine teure Ausbildung wird oft nicht so genutzt, wie das vor Beginn des Studiums mal geplant war. Wieviele sind deswegen statistisch gesehen wirklich unglücklich?

    • alam sagt:

      Die Leute nennt man halt nun mal Akademiker/-innen. So weiss man, was gemeint ist. Wie sollen wir sie sonst bezeichnen?

      • dres sagt:

        Leute, die ein bisschen länger zur Schule gegangen sind als andere und deshalb besonders eloquent herumzicken.
        Ich weiss, der Begriff ist ein bisschen zu lang…

  • Martina Wimmer sagt:

    Das ist doch völlig egal ob es um die Ausbildung von Akademikerinnen, Verkäuferinnen, Kauffrauen oder Schuhputzerinnen geht. Solange das Berufsleben *an sich* so wenig mit Mutterschaft zu vereinbaren ist haben alle Frauen die überhaupt irgendeine Form der Ausbildung machen eine Problem, dass ihre Ausbildung für den Winderleimer war. Egal ob die eine Ausbildung teurer ist als die andere, das Grundproblem ist für alle Frauen dasselbe.

    • Sportpapi sagt:

      Ist denn das Berufsleben mit „Vaterschaft“ besser vereinbar? Kann man gleichzeitig bei den Kindern sein und auswärts arbeiten? Offensichtlich sind immer und grundsätzlich Kompromisse gefordert.

      • alam sagt:

        Ja, Vaterschaft ist allein schon deshalb besser mit dem Berufsleben vereinbar, weil der Vater nicht gezwungenermassen einen Unterbruch machen muss. Er ist nicht schwanger, gebärt das Kind nicht, hat kein Arbeitsverbot. Ist alles zusammen doch immerhin ein Jahr, wenn auch nicht das ganze Jahr beschwerlich sein muss, aber doch sein kann.

      • Martina Wimmer sagt:

        Da haben Sie völlig recht. Väter die Zeit für Ihre Familien wollen, bekommen diese meist genauso wenig wie Frauen. Nur zahlenmässig sind es halt doch die Frauen die sich meistens um die Kinder kümmern und deshalb beruflich zurückstecken. Ich unterstütze aber frohen Herzens jeden Mann, der sich für dasselbe Ziel einsetzt, da sitzen wir wirklich im selben Boot. Schade, dass das in den Unternehmen und v.a. in der Politik (insbesondere bei bestimmten Parteien) ignoriert wird. Aber das traditionelle Familienbild wird hier leider immer noch voran getragen. Auch von den Wählern.

      • Sportpapi sagt:

        „Nur zahlenmässig sind es halt doch die Frauen die sich meistens um die Kinder kümmern und deshalb beruflich zurückstecken.“ Warum? Weil sie müssen? Weil sie dürfen? Weil sie können? Es ist auf jeden Fall nicht einfach naturgegeben und jede Frau, die das anders will, kann das mit ihrem Partner entsprechend verhandeln.

    • Annalena sagt:

      Klar Sportpapi, nur sind Männer für diese Ausrede Dankbar und tun alles, damit sich ja nichts ändert. Und jammern betrübt, wenn sie nach der Scheidung zahlen müssen.

    • Annalena sagt:

      Klar Sportpapi, nur sind Männer für diese Ausrede Dankbar und tun alles, damit sich ja nichts ändert. Und jammern betrübt, wenn sie nach der Scheidung zahlen müssen.

      • Sportpapi sagt:

        @Annalena: Weshalb sind bei allem, was Sie bewegt, irgendwie diese faulen Männer schuld daran, dass Frauen ihren Weg nicht gehen? Können Sie sich gar nicht vorstellen, dass Frauen auch einmal einfach selber für ihr Leben verantwortlich sind?

  • Heidi Basler-Berner sagt:

    @Sportpapi. Wenn Sie tatsächlich glauben, Verkäuferinnen und Bauarbeiter würden hier im Blog nicht mitschreiben, habe ich Sie eines Besseren belehrt! Wenn sie Studien vertrauen, die Ihnen zeigen, dass die Bildung der Eltern hochgradig entscheidend sei für die Laufbahn der Kinder, irren Sie sich gewaltig! Ich bin die Tochter von Eltern, denen leider jede Bildung verwehrt wurde, die ihre fünf Kinder trotzdem mit emotionaler Intelligenz und mit Fürsorge zu tüchtigen, anständigen Menschen erzogen haben. Ich kenne viele Arbeiterkinder, deren Kinder akademische Laufbahnen eingeschlagen haben.

    • Sportpapi sagt:

      @Heidi Basler: Aus eigener Studie in einer Schweizer Grossstadt bezüglich Ausbildung der Eltern bei Kindern, die ins Langzeitgymnasium aufgenommen wurden. Knapp 60 Prozent der Väter haben einen Universitätsabschluss, insgesamt 75 Prozent einen Hochschulabschluss. Bei den Müttern sind die Zahlen etwas geringer: Aber auch da haben gegen 70% eine Matura und mehr.

      • Heidi Basler-Berner sagt:

        @Sportpapi: Und dass Ihre Studie damit NICHT beweist, dass deren Kinder deswegen intelligenter oder lebenstüchtiger wären, schreiben Sie nicht. Warum nicht? Schlicht und einfach: Kindererziehung lernt man nicht an der Uni. Dazu braucht es ziemlich viel mehr und anderes Wissen ist enorm viel wichtiger. Kinder brauchen nebst Bildung Zuneigung, Anerkennung, Verständnis und liebevolle Unterstützung. Sie können mir glauben, ich kenne auch Kinder von Akademikern, die trotz Stützunterricht und Privatinstituten ziemlich schlecht und sehr unglücklich durchs Leben kommen.

      • Sportpapi sagt:

        @Heidi Basler: Ich habe gezeigt, dass Kinder von Akademikern deutlich überproportional selber mindestens einmal ins Gymi gehen. Nicht mehr und nicht weniger.
        Wollen Sie behaupten, in den anderen Bereichen würden Akademiker-Eltern schlechter abschneiden? Weshalb? Geben besser gebildete Eltern weniger Zuneigung, Anerkennung, Verständnis und liebevolle Unterstützung? Meiner Erfahrung entspricht das auch eher nicht. Weshalb sollte es auch?

      • Heidi Basler-Berner sagt:

        @sportpapi: Ich behaupte gar nichts! Ich schreibe Ihnen von meinen real erlebten und wahrgenommenen Erfahrungen. Ich habe Ihnen klar geschrieben, dass es eben beides gibt. Wir haben offenbar wirklich gegensätzliche Erfahrungen gemacht!

      • Sportpapi sagt:

        @Heidi: Und ich habe nie geschrieben, dass es nicht beides gibt. Aber es gibt halt doch gewisse Wahrscheinlichkeiten.

  • Maya Biene sagt:

    @Sportpapi: Darf ich fragen, was denn Ihr Beruf, resp. Ihre Ausbildung ist?

  • n. sagt:

    Was wollen Kinder wissen? Hauptsächlich wie das Leben funktiniert. Das lernt man nicht an einer Uni. Und bedigungslose Liebe hat uns auch noch keiner in der Schule gelernt.

    Wir sind alle eins, nur weil jemand studiert hat, ist er nicht etwas bessers.

    Und schade das es immer noch so wenige Möglichkeiten gibt, Teilzeit als Mutter zu arbeiten. Würde diesbezüglich einiges einfacher laufen und uns nicht an unser Existenzminimum bringen, würde es auch wider mehr Familien geben.

    Das läuft wider darauf hinaus das Kinderhaben ein Luxux ist und zum Prestigezeichen wird. Krank oder.

  • Christoph Schnyder sagt:

    Ja, es gibt Frauen, die unfreiwillig auf eine Karriere verzichten (mangels Teilzeitjob oder kooperativem Partner). Aber unter meinen Akademiker-Bekannten ist immer noch der häufigste Grund, dass Frauen freiwillig aufhören, weil zu irgendeinem Zeitpunkt gerade das Kind erfüllender ist als die Karriere. Deswegen meine Forderung: nacheheliche Alimente senken! Dann wäre aufgrund des heute allgegenwärtigen Scheidungsrisikos der freiwillige Ausstieg mit hohen persönlichen Risiken verbunden, und kaum eine Frau würde mehr ihre Karriere aufgeben – zum Wohl von Frauen, Männern und der Volkswirtschaft.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das mag nicht falsch sein, aber auch dafür braucht es immer zwei. Hat der Mann in der Frage etwa nichts zu melden? Kann der Mann nicht auch einfach aussteigen um sich ums Kind zu kümmern (und die gleichen Alimente kassieren, falls nötig)? Gibt es keine Kommunikation in einer normalen Partnerschaft? Wenn zentrale Entscheide in einer Partnerschaft einseitig gefällt werden, dann ist schon vorher gehörig was schief gelaufen und hätte gar nie ein Kind gezeugt werden sollen. In Wahrheit ist es aber eher so, dass (zu) viele Männer halt diese Rollenteilung immer noch akzeptieren oder gar einfordern..

  • allens@hispeed.ch sagt:

    Die Stossrichtung des Artikels stimmt, aber die Entwicklung geht schon seit Jahren in diese Richtung. Frau Fischer hat so ganz nebenbei die Kindergärtnerinnen aufs Basteln reduziert, was wohl auch nicht im Sinne des Artikels sein kann.

  • Mariposa sagt:

    2/ Seit über 10 Jahre arbeite ich als Personalvermittlerin und leider muss ich davon ausgehen, dass die Mütter (ob Akademikerin oder nicht) alle nicht freiwillig zu Hause bleiben sondern einfach schlichtweg keine Teilzeit-Stelle finden. Hier leben wir in der Schweiz wirklich noch hinter dem Mond.

    • ka sagt:

      in meinem Umfeld arbeiten die meisten Frauen, ob studiert oder nicht. Aber es ist auch zu sagen, dass die meisten Männer mind. 1 Tag zu Hause sind und aktiv an der Erziehung und am Haushalt beteiligt sind. Mein persönliches Fazit deshalb, es funktioniert nur, wenn die Männer daran teilhaben können und auch einen Teilzeitjob haben können. Meistens hat der Mann das grössere Einkommen und deshalb auch die grössere Anstellung, sobald aber die Frau mehr verdient (und dazu haben wir auch mehrere Bsp. in der Nachbarschaft), arbeitet Sie mehr auswärts.

      • Mariposa sagt:

        Wenn die Frauen bereits eine 100%-Anstellung haben, ergibt sich meistens innerhalb der Firma eine Teilzeit-Stelle. Wenn man allerdings keinen Job hat und Teilzeit sucht, dann ist es extrem schwierig. Bei uns im Freundeskreis arbeiten auch die meisten Mütter Teilzeit. Es gibt aber einige, die sich für eine Auszeit entschlossen haben und nun nach ein paar Jahren zu Hause extrem Mühe haben, eine Stelle zu finden.

  • Mariposa sagt:

    1/ Akademiker/Nicht-Akademiker… Hauptsache man ist glücklich und gesund. Zudem haben wir hier in der Schweiz ALLE die Möglichkeit was aus uns zu machen. Meine Eltern sind/waren auch einfache Arbeiter. Wer sich jetzt aber mit Hingabe um die Enkelkinder kümmert, mit ihnen „bräteln“, ins Schwimmbad, in den Wald Pilze suchen geht, mit ihnen Jassen und sonstige Spiele machen, sind sie. Da beneiden mich einige meiner Freunde, die sogenannte Akademiker als Eltern haben. Und leder keine Zeit für die Enkelkinder haben, da sie lieber Golfen gehen.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Die ganze Diskussion müsste eigentlich nahtlos in die Nächste übergehen: Wer genau gilt eigentlich als hochqualifiziert? Einfach alle, die über einen tertiären Bildungsabschluss verfügen? Also ist eine Theaterpädagogin genauso hoch qualifiziert, wie ein Jurist? Gilt eine Balkanistin auf dem Arbeitsmarkt genauso viel, wie ein Maschinenbauingenieur? Welches Fach führt zu welcher beruflichen Entwicklung? Oder Gender-Studies: Was macht man, bzw. frau eigentlich mit einem Bachelor o. ä. aus diesem Bereich später in der Erwerbswelt?

    • Annalena sagt:

      Subtil, Ihre Sprache. Selbstverständlich ist der Balkanist besser qualifiziert als die Juristin, und die Metallbauingenieurin, die Gans, hätte besser Krankenschwester gelernt. Wo findet mann in der Industrie eine Teilzeitstelle? Gar nicht. Deshalb ist der Theaterpädagoge selbstverständlich überqualifiziert. Ist das die übliche männliche Misogynie?

    • Annalena sagt:

      Subtil, Ihre Sprache. Selbstverständlich ist der Balkanist besser qualifiziert als die Juristin, und die Metallbauingenieurin, die Gans, hätte besser Krankenschwester gelernt. Wo findet mann in der Industrie eine Teilzeitstelle? Gar nicht. Deshalb ist der Theaterpädagoge selbstverständlich überqualifiziert. Ist das die übliche männliche Misogynie?

    • Annalena sagt:

      Subtil, Ihre Sprache. Selbstverständlich ist der Balkanist besser qualifiziert als die Juristin, und die Metallbauingenieurin, die Gans, hätte besser Krankenschwester gelernt. Wo findet mann in der Industrie eine Teilzeitstelle? Gar nicht. Deshalb ist der Theaterpädagoge selbstverständlich überqualifiziert. Ist das die übliche männliche Misogynie?

      • Annalena sagt:

        Ich kenne keine dipl. Pflegefachfrau, die wegen „Bürokratisierung“ davon läuft, aber einige, denen die harte Knochenarbeit über die Kräfte geht. Und das ist mein Beruf, den ich schon über 30 Jahre ausübe, lange Zeit als Alleinernährerin meiner Familie. Mir gehen langsam die Männer auf die Nerven, die lauter windige Ausflüchte brauchen um nicht zugeben zu müssen, dass sie Familienarbeit um alles in der Welt nicht leisten wollen. und in der Politik alles daran setzen, dass sich ja nichts daran ändert, dass Frauen besser im Beruf bleiben können.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ihrer Generation gehen die Männer eigentlich grundsätzlich auf die Nerven, Annalena, item: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es denn im gleichstellungspolitischen Paradies auf Erden aussieht? Aus männlicher Sicht, zur Abwechslung einmal. Also da arbeiten 80% aller Väter… na? Vollzeit natürlich. Hierzulande sind es gut 85% (NZZ). Die Einkommenssteuern sind dafür 3x höher (OECD). Glück? Die Menschen in Schweden sind genau so glücklich, wie hier (UNO-Glücksstudie). Und beim Gender Inequality Index rangiert SE unter den Top Ten nur einen Platz vor der CH (ebenfalls UNO).

    • Marcel Zufferey sagt:

      Ich kann noch subtiler, annalena: In der BRD machen Frauen gerade mal 16 Prozent aller Studierenden an MINT-Fächern aus. Zum Vergleich: Bei den Männern sind es 46 Prozent. Der Anteil der Frauen im MINT-Bereich nimmt seit 10 Jahren ab. Insofern halte ich meine Sprache für absolut angemessen. Aber ich denke nicht, dass Sie mich überhaupt verstehen wollen: Ihnen liegt vielmehr daran, mir etwas zu unterstellen.

      Was ich gerne mit Fakten widerlege.

      • Annalena sagt:

        In der CH schliessen mehr junge Frauen die gymnasiale Laufbahn ab als Jungs. Es studieren mehr junge Frauen Medizin als Jungs. Die FH Gesundheit hat mehr Studienanwärterinnen als sie aufnehmen kann. Die PH lebt von jungen Frauen.So what? Meinen Sie damit tatsächlich, die Welt brauche nur noch Mathematiker, Informatikerinnen und Physiker?

      • Annalena sagt:

        In der CH schliessen mehr junge Frauen die gymnasiale Laufbahn ab als Jungs. Es studieren mehr junge Frauen Medizin als Jungs. Die FH Gesundheit hat mehr Studienanwärterinnen als sie aufnehmen kann. Die PH lebt von jungen Frauen.So what? Meinen Sie damit tatsächlich, die Welt brauche nur noch Mathematiker, Informatikerinnen und Physiker?

      • Annalena sagt:

        In der CH schliessen mehr junge Frauen die gymnasiale Laufbahn ab als Jungs. Es studieren mehr junge Frauen Medizin als Jungs. Die FH Gesundheit hat mehr Studienanwärterinnen als sie aufnehmen kann. Die PH lebt von jungen Frauen.So what? Meinen Sie damit tatsächlich, die Welt brauche nur noch Mathematiker, Informatikerinnen und Physiker?

      • Annalena sagt:

        Kann mir einer der Informatiker sagen, warum alles, was ich 1x poste 3x erscheint?

      • Annalena sagt:

        Kann mir einer der Informatiker sagen, warum alles, was ich 1x poste 3x erscheint?

      • Marcel Zufferey sagt:

        Also was unsere Volkswirtschaft ganz bestimmt nicht braucht, sind so viele Abgängerinnen bei den Gender-Studies, der Germanistik, der Politologie, der Filosofie oder der Soziologie. Hand aufs Herz: Wir wissen beide ganz genau, dass sich die Studienwahl von Männern und Frauen bis heute ganz entscheidend unterscheidet- bis auf BWL, VWL, Veterinärmedizin, Jus u. a. vielleicht. Der von Ihnen aufgeführte Überschuss an Studienanwärterinnen an der FH Gesundheit bestätigt dieses Bild noch zusätzlich.

      • @Annalena

        Keine einzige Krankenschwester, die keine Arbeit findet, keine einzige Primarlehrerin, die nicht gebraucht wird.

        In meinem Freundinnenkreis: massenhaft gut ausgebildete Krankenschwestern, die aus den Spitälern davonllaufen, die ständige Bürokratisierung nicht mehr mitmachen.

        Lehrerinnen ebenfalls ganz viele, die genau wegen der gleichen Bürokratisierung aufgeben, zusätzlich wegen unbrauchbarer, wissenschaftlich entwickelter Lehrmittel und wegen den Eltern, die dauernd dreinreden.

        Warum laufen die Männer nicht auch davon? Jjemand muss ja das Geld nach hause bringen!

      • Ira sagt:

        Ihr Geisteswissenschaftsbashing geht mit wahnsinnig auf die Nerven. Es gibt diese Frauen, die diese Fächer studieren, nur um sich irgendwann einen gut situierten Mann zu suchen (der natürlich etwas anderes studiert hat) und vermutlich sind sie bei den 50,000 Akademikerinnen übervertreten. Denn die Jobs, die man mit einem solchen Studium machen kann, sind härter umkämpft als Ingenieurstellen und erfordern deshalb auch Einsatz. Darauf haben manche dann keine Lust mehr. Ich arbeite neben meinem Studium 60%, weil ich weiss, dass ich schlechte Karten ohne Berufserfahrung und

      • Ira sagt:

        Wollte sagen: Dass ich mit einem geisteswissenschaftl. Studienfach ohne Berufserfahrung schlechte Chancen haben werde. Ich habe mein Studium aufgrund meiner Interessen +Talente gewählt – auch wenn Menschen wie Sie glauben, für diese Studienfächer bräuchte es kein Talent – und bin bereit dafür in Kauf zu nehmen, dass ich schlechter verdienen werde und es schwerer haben werde einen Job zu finden. Und ich brauche mich dafür von Ihnen weiss Gott nicht mit Frauen in einen Topf werfen zu lassen, die ihre Tage lieber mit Kinderwagen im Park verbringen, weil sie keine anderen Ansprüche an sich haben!

  • Daniel Tannacker sagt:

    Es könnte VIELLEICHT auch zu einem gewissen Teil daran liegen, dass viele Frauen mit Vorliebe irgendeinen Mist studieren, den man sowieso nie in irgendeinem Job gebrauchen kann. Es wäre mal interessant zu erfahren, welches Studium die Hausfrauen absolviert haben. Ich wage mal zu behaupte, dass da gewisse Studienrichtungen übervertreten sind: ob es wohl eher die Ingenieurinnen oder die Soziologinnen und Kunsthistorikerinnen sind?

    • ka sagt:

      Ich glaube sie haben keine Ahnung. Gerade als Ingenieurinne ist es sehr schwierig, in einem männerdominierten Arbeitsumfeld einen Teilzeitjob und genügend Verständnis zu erhalten. Welches Studium sozusagen wertvoll ist und welches Mist, ist nicht immer gleich ersichtlich, es lässt sich aus vielem vermeintlich Unnützem, doch noch etwas gescheites machen. übrigens kenne ich doch einige Ärztinnen, die sich für den Job als Hausfrau entschieden haben, und das ist ein sehr teures Studium.

      • Sportpapi sagt:

        „Gerade als Ingenieurin ist es sehr schwierig, in einem männerdominierten Arbeitsumfeld einen Teilzeitjob und genügend Verständnis zu erhalten.“ Das stimmt wahrscheinlich. Unter lauter Männern, die Vollzeit arbeiten, und das auch als normal anschauen. Und in Projekten, in denen manchmal auch mehr als nur voll gearbeitet werden muss, dass sie rechtzeitig fertig werden.

      • Annalena sagt:

        Sportpapi, und genau Sie singen das hohe Lied der freien Wahlmöglichkeit von jungen Paaren, wie sie die Familienarbeit aufteilen wollen. Sie führen sich selbst ad absurdum.

      • Reisende sagt:

        Man kann als Ingenieurin Teilzeit in verantwortunsvoller Position arbeiten, das durchzupauken braucht aber viel Durchhaltevermögen. Und bevor Sportpapi da grad noch was zu sagt – ich bearbeite in meiner Teilzeit mehr Projekte als meine männlichen Kollegen und dann noch mit höherer Erfolgsquote. Das ganze plakative ist doch doof. Jeder hat seine Qualität als Arbeitskraft, das ändert sich doch nicht nur weil dann ein Kind da ist oder nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @Annalena: Ich habe nie gesagt, wir haben vollständige Wahlfreiheit. Diese ist ein Luxus, der wenigen vorbehalten ist. Ich sage aber a) wir sollten die Wahlfreiheit nicht mutwillig einschränken ohne Gewinn und b) Männer und Frauen stehen mehr oder weniger vor der gleichen Wahl (so auch hier).
        @Reisende: Ich weiss, dass das geht. Eine Bekannte von mir arbeitet auch so als Ingenieurin. Dennoch: manchmal muss sie weg das Kind abholen, wenn noch dringend eine Arbeit abzuschliessen wäre. Oder sie sollte kurzfristig ins Ausland, und kann nicht. Aber ich kenne Ihr Jobprofil ja nicht.

      • Annalena sagt:

        Warum geht nicht der Vater das Kind abholen und vertritt die Mutter, wenn sie ins Ausland muss?

      • Sportpapi sagt:

        Weil die alleinerziehende Frau mit ihrem Kind vom Vater weggezogen ist.

  • Melinda Zuger sagt:

    Ausserdem sind die Krippenkosten so enorm hoch, dass bei Vielen der Lohn gerade mal die Gebühren für die Kinderbetreuung decken. Die Schweiz hinkt hier, im Verleich zu vielen andern Europäischen Ländern (siehe Skandinavien) enorm hinterher. Es ist Zeit, umzudenken, für die Frauen, welche arbeiten wollen!

    • @Meliinda Zuger,

      Was mir viel mehr zu denken gibt, sind die absolut mangelhaften Möglichkeiten für 40-jähirge, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Der Mangel an gezielter beruflicher Ausbildung in dem Alter betrifft nicht nur die Mütter sondern alle.

      Ich zum Beispiel bin mit fast 50-jährig wieder in das Biologiestudium eingestiegen. Seit drei Jahren werde ich auf fast allen Hiearchestufen an der Uni Bern schikaniert. Die sind sich nicht an erfahrene, selbständige Studenten mit Lernbegierde gewohnt.

      Jürg Brechbühl, dailyecologist

  • Melinda Zuger sagt:

    Ich habe studiert, weil mir das Keiner mehr nehmen kann. Ich habe diese Ausbildung gemacht in einem Beruf, welcher als sehr familienfreundlich galt mit einem Anteil von 95% Frauen. Als das Kind kam, war ich dann dem Arbeitgeber doch nicht flexibel genug und bin wieder auf meinen alten Beruf, im Büro zurückgekehrt. 4 Jahre Studium und Jahre der Vorbereitung für Nichts.
    Ich wollte auf dem Beruf arbeiten, was mir aber verweigert wurde. Die Wiederaufnahme ist aus diversen Gründen schier unmöglich Es ist frustierend, wenn man arbeiten will, aber nicht kann.

  • Das Spiel mit den Zahlen ist peinlich und plakativ.

    Welche Studienfächer haben diese 50’000 Frauen absolviert? Da geht es doch um die abertausenden Historikerinnen, Germanistinnen, Anglizistinnen, Soziologinnen, Politologinnen, Medienwissenschaftlerinnen, die schlicht keine Arbeit fanden, ausser Hamburger verkaufen am McDonalds, die geradewegs nirgends gebraucht werden.

    Sind das schlichtweg nicht einfach diejenigen, die dann halt die richtige Partie heirateten, um doch noch zu einem gesicherten Lebensunterhalt zu kommen.

    Das Geld wurde mit überflüssigen Studienfächern verpulvert.

    • Daniel Tannacker sagt:

      Ich kenne ehrlich gesagt auch keine einzige ehemalige Kommilitonin (ETH, technische Studienrichtung), die ausgestiegen und Hausfrau geworden wäre. Die Aussage der Autorin, dass 50’000 studierte Hausfrauen unbedingt arbeiten möchten, aber keine Teilzeitstellen finden (Vollzeitstellen aber ohne weiteres bekommen würden), ist nichts weiter als eine extreme Hypothese.

      • carol sagt:

        @Tannacker: stimmt, ich kenne keine einzige (promovierte) Naturwissenschaftlerin oder Ärztin, die fulltime-Hausfrau geworden ist. Nur solche, die das Studium aus dem einen oder anderen Grund abgebrochen oder nicht geschafft haben. In den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern braucht es eine gute Portion Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, um das Studium zu schaffen, die Doktorarbeit dauert meist mehrere Jahre – würde frau das zugunsten eines Hausfrauendaseins aufgeben wollen? Viele Ärztinnen mit Kindern arbeiten TZ, auch in den anderen nw Gebieten sind TZ-Stellen keine Seltenheit!

      • Caroline sagt:

        @ D.Tannacker: Fast alle Ingenieurinnen, die ich kenne, sind ausgestiegen, wenn auch nicht alle wegen Familiengründung. Es gibt wohl kaum ein Gebiet, bei welchem weniger Verständnis für Frauen allgemein und Frauen mit Familienarbeit herrscht (bei den Männern sieht es anders aus). Als Frau dort eine Teilzeitstelle zu finden ist praktisch unmöglich, ebenso ein Wiedereinstieg nach (Baby-)Pause.
        Vielleicht ein Grund, warum diejenigen Frauen, die Sie erwähnen, sich gegen Familiengründung und für den Job entschieden haben; Weil es keine Zwischenlösungen gibt.

    • Wener della Vega sagt:

      Sehr „gefährlich“ diese Aussage, aber 100% richtig! Danke für den Mut und viel Glück für’s Brechbühl-bashing 🙂

    • Caroline sagt:

      @J.Brechbühl: Wenn ich ihre Aussage so durchlese kommt bei mir der Verdacht auf, dass Ihnen ein solches Studium vielleicht durchaus auch gut getan hätte, sozusagen um den Horizont zu erweitern und eine differenzierte Denkweise zu lernen…

  • Sabrina sagt:

    Vielleicht geht aber nicht so viel Geld verloren, wenn man den Kreislauf einmal zu Ende denkt. Was ist, mit all den Kindern, die dann irgendwann grossen Mist anstellen weil keine Erziehung vorhanden war oder keine Zeit für genug Zuneigung. Ich glaube noch immer, ist das der Schlüssel für selbständige und glückliche Erwachsene. Ist es so schlimm, dass man einige Jahre nicht im Beruf arbeitet? Für dieses Loch könnten wir z.B. die ETH gebühren für die Ausländer, die so oder so nie hier arbeiten werden erhöhen, nicht?

    • Christoph Bögli sagt:

      Zuneigung und Erziehung messen sich immer noch grösstenteils qualitativ, nicht quantitativ. Die These, dass Kinder ohne Rundumbetreuung einer Hausfrau zu schlechteren, ja gar unselbständigeren Menschen werden, ist doch längst widerlegt. Im übrigen, ob und wie schlimm es ist, etliche Jahre nicht zu arbeiten, sollte eben jede(r) für sich entscheiden können, so einfach ist das. Es geht ja nur um die simple Möglichkeit zur Wahlfreiheit. Aber wenn am Ende natürlich wieder „die Ausländer“ als Sündenböcke hervor gezerrt werden müssen wird wohl eh klar, woher der Wind weht..

  • kaya wirth sagt:

    Es fängt schon früher an… man wird als frau bei der karriere leider noch oft behindert. ich bin geschäftsführerin und mache den job gut. dennoch, wenn es darum geht eine neue position zu besetzten zählt oft zuerst das geschlecht. das hat dann wenig damit zu tun, ob man mami wurde oder wie ich kinderlos ist. als frau hat man es im karreire-job immer noch viel schwieriger. auch frauen, die rekrutieren verhalten sich oft nach alten schema (nicht nur die manner). auch hält sich hart das vorurteil frauen seien schlechte fürhungspersonen. analysen das gegenteil. es gibt ein paar ansatzpunkte…

  • Marcel Zufferey sagt:

    „Keine Frau soll das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder zu erziehen. […] Frauen sollten diese Wahlfreiheit nicht haben, denn wenn sie sie erhalten, werden zu viele Frauen sie wählen.“ Simone de Beauvoir (1951): Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, Hamburg, S.648. Vielleicht sollte man auch dieses Aspekt näher beleuchten: Viele Frauen wollen einfach Hausfrau sein.

    • carol sagt:

      „Viele Frauen wollen einfach Hausfrau sein.“ – ja, warum denn wohl? Vielleicht weil es einfach weniger anstrengend ist, als sich im Beruf mit komplexer Materie und Kollegen herumzuschlagen? Vielleicht weil man ein bisschen studiert hat, dann aber die Hardships des Berufslebens scheut und letztlich kein wirkliches Interesse an der Materie hat (Mangel an Talent und Schneid kommen gar nicht so selten vor…).
      Ein bisschen simpel, wie Frau Fischer alles auf mangelnde Teilzeitstellen für Eltern zurückführt. NmE finden gut und motivierte Berufsleute immer einen willigen Arbeitgeber!

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ich bin ganz bei Ihnen, carol. Wir haben 50’000 statistisch hochgerechnete Akademiker-Mamis- und die wurden selbst-ver-ständ-lich nur deshalb Hausfrau, weil sie keine Alternative hatten. Nicht sie haben diese Entscheidung gefällt, sondern der Staat, der zuwenig Kita-Plätze bereitstellt, die Männer und Väter, weil sie sich partout weigern, Teilzeit zu arbeiten und die Arbeitgeber, die einfach zuwenig Teilzeitstellen bereit halten… und überhaupt: Diese „strukturellen“ Benachteiligungen überall: Es ist kaum zum Aushalten..!

      • Matthias Schärer sagt:

        Der Staat, den Sie da in Ihrer Antwort bemühen sind WIR! 50% Frauen und 50% Männer, die keine Mehrheit für den besseren Ausbau von KITAs etc. zustande bringen. Also wollen wir das anscheinend auch nicht. Somit haben wir unser Schicksal gewählt.

    • Annalena sagt:

      Ich bin für Gleichstellung von Mann und Frau. Kein Mann hat das Recht zu wählen, ob er arbeiten will oder zu Hause bleiben und Kinder erziehen möchte. Ich sehe es nicht ein, warum der Frau diese Wahl zugestanden wird.

      • Reisende sagt:

        Moment mal, jetzt soll der Arbeitszwang eingeführt werden? Ich komme da nicht mit. Also diese Frauen, die zuhause bleiben, die haben einen Partner mit dem dies möglich ist und sie fühlen sich dabei wohl. Ist doch tiptop. vielmehr geht es doch um die, die gerne arbeiten würden, aber zum Bsp der Partner dies nicht akzeptiert. Aber das ist doch kein Problem vom Staat, das ist etwas zwischen den Menschen. Dann bleiben noch die, die arbeiten wollen und trotzdem auch für das Kind dasein wollen und keine Firma findet, die ihren Job in Teilzeit anbietet. Da kann und sollte der Staat was machen.

      • Annalena sagt:

        Der Arbeitszwang besteht für alle, die essen wollen und nicht auf einem Milliardenvermögen sitzen. Und wenn Kinder dazu kommen, besteht der noch viel mehr. Warum beanspruchen Frauen das Recht, zu Hause zu bleiben und die ganze finanzielle Last auf den Mann abzuwälzen, ohne dem Mann das gleiche Recht zugestehen zu wollen? Und wenn die Ehe scheitert, liegt der Arbeitszwang gleich doppelt auf dem armen Kerl, der jetzt zwei Haushalte finanzieren muss. Es sollte die Regel sein, das jeder erwachsene Mensch für seine Bedürfnisse selber aufkommt. Der Staat stellt die entsprechenden Rahmenbedingungen.

  • Rahel S sagt:

    Vielleicht muesste auch geklaert werden, wieviele junge Frauen/ Maedchen keine akademische Laufbahn einschlagen/ einschlugen oder gewisse Berufsgruppen bevorzugen, gerade weil sie eben schon daran denken, irgendwann einmal Kinder zu bekommen. So im Stil: Was soll ich an die Uni, wenn ich ja dann doch zu Hause bin mit den Kinder… Oder- Ich waehle gezielt einen Beruf, in dem es mir eher moeglich ist, in der Zukunft Teilzeit zu arbeiten. Auch wenn es nicht das einzige Argument war, so war es sicher ein Faktor, wieso ich mich zur Kindergaertnerin/ Lehrerin ausbildete.

    • Tanja E. sagt:

      Genau das sagt meine Freundin auch (gelernte MPA). Sie hätte ohne Kinderwunsch eine ganz andere Ausbildung gemacht. Zum glück hat für sie alles bestens geklappt und sie ist bald 2fach-Mami, arbeitet teilweise noch halbe oder ganze Tage. Sie ist überglücklich, ihr Mann ist überglücklich, das Kind ist überglücklich. Aber hätte sie keine Kinder haben können wäre alles wohl ganz anders gekommen. Kann mal halt vorher nie wissen.

      • Hj sagt:

        @Tanja E.: …Wahnsinn….! …. sooo viel Glück aber auch ….
        Da wünschen wir dem Paar doch gleich das ganze Leben den Ritt auf der rosa Wolke 😉
        Also jetzt im Ernst, es ist ja schön wenn Ihre Beispiel-Familie so im Glück schwelgt.
        Nur ist es bei Weitem nicht die Regel.
        Es gibt eigentlich niemand, der in seinem Leben nicht irgendwo/irgendwie an einen wirklich sehr schwierigen Punkt gelangt.
        Bis ein Kind erwachsen ist dauert es 18 Jahre – in dieser langen Zeit passiert sehr viel…
        In diesem Sinne wünschen wir dem weiterhin alles Glück.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Eine ganz wichtige Frage fehlt bei diesem ganzen Alademikerinnen-Mami-Thema: Bleiben sie freiwillig der Arbeitswelt fern- oder werden sie von einer höheren Macht zum Hausfrauendasein verdammt? Diese Frage lässt sich wohl nur beantworten, wenn man a) wüsste, wie gross der Hausfrauenanteil an der Gesamtheit aller Akademikerinnen ist, und b) ob dieser Anteil im Vergleich zu Hausfrauen ohne tertiären Bildungsabschluss hoch, nicht so hoch oder gar vernachlässigbar ist. Man muss ja schliesslich eine Vergleichsgrösse haben.

    • Toni Dubs sagt:

      Aber Herr Zufferey, jetzt kommen Sie doch nicht mit akademischer Haarspalterie und Aanlyse, wenn es um das grosse Ganze geht …

  • Nina sagt:

    Und von wegen Bildung, die den Kindern zugute kommt: meine Mutter hatte minimale Schulbildung. Nichts desto trotz ist sie mit uns stundenlang durch Bibliotheken und Bücher und Lexika und Dictionnaires und Zeitungen und Zeitschriften geschweift, um Antworten auf Fragen zu finden (in der guten, alten Zeit, als es noch kein Internet gab). Wie gut eine Mutter ihren Job macht, hängt sicher nicht von ihrem Diplom ab. So ein Schwachsinn.

    • Rahel S sagt:

      Da bin ich ganz Ihrer Meinung! Meine Mutter war „nur“ ausgebildete Verkaeuferin und spaeter „nur“ Hausfrau- sie hat ihr absolut Bestes gegeben fuer uns. Es kommt wirklich nicht auf den Bildungsstand an- als Mutter (Vater) braucht es vorallem viel Liebe, Geduld, Humor und starke Nerven. Eine gute Ausbildung (beide Elternteile betreffend) kann positiv sein, ist aber sicher kein Grund, fuer die eventuell zukuenftigen Kinder eine akademische Laufbahn einzuschlagen.

      • Christoph Bögli sagt:

        Ich würde da noch hinzufügen: Intelligenz, Interesse an allem möglichen und unmöglichen, Neugier und eine Wertschätzung für Bildung helfen ungemein. Diese Attribute korrelieren zwar zu einem gewissen Grad mit der eigenen Ausbildung, diese ist aber natürlich kein zwingender Indikator. Umso weniger in der Vergangenheit, in der viele Frauen zwangsweise weit unter ihren Möglichkeiten und Interessen ausgebildet wurden.

      • Rahel S sagt:

        @ Boegeli- Ja genau, das habe sie schoen geschrieben.

      • maia sagt:

        @Sportpapi: „dass Kinder von gut ausgebildeten Eltern profitieren“ – sehen Sie: Das Wort „profitieren“ und dass Sie jeweils schreiben, dass Kinder eben ähnliches werden wie die Eltern, zeigt doch, dass sie höhere Ausbildungen besser bewerten. Wichtig ist doch, dass jemand seine Arbeit gut macht – egal, was es ist. Schade leider, dass die Löhne so auseinanderklaffen und damit eine unglaubliche und auch ungerechte Bewertung stattfindet. Ich glaube auch nicht, dass es an der Ausbildung der Eltern liegt – dazu kenne ich zuviele Kinder von Akademikern die Handwerker oder Hilfsarbeiter geworden sind

    • Sportpapi sagt:

      Klar, und aus der Ausnahme wird plötzlich die Regel. Es gibt sehr viele Studien die zeigen, dass die Bildung der Eltern hochgradig entscheidend ist für die Bildungslaufbahn der Kinder. Aber wahrscheinlich werden die Kinder von Verkäuferinnen und Bauarbeitern, die nun ebenfalls Verkäuferinnen und Bauarbeiter geworden sind, hier im Blog nicht mitschreiben.

      • Anastasia sagt:

        @ Sportpapi: Aus deiner Antwort könnte man fast entnehmen, dass Verkäuferinnen und Bauarbeiter keine Bildung haben. Gelten hier eigentlich nur noch Akademiker etwas? Dann frag ich mich dann wer in Zukunft die Häuser und Strassen baut unseren Müll wegräumt und in den Läden schaut, dass immer alles verfügbar ist.

      • Christoph Bögli sagt:

        Kinder von Eltern mit niedrigerer Ausbildung haben statistisch gesehen erwiesenermassen eine geringere Chance auf eine höhere Bildung. Was allerdings wenig darüber sagt, wieso das so ist, vermutlich kommen da etliche Faktoren zusammen. So oder so ist allerdings gerade die Chancengleichheit bei der Bildung ein gutes Argument dafür, Kitas, Kindergärten, etc. zu fördern. Wenn das Elternhaus effektiv eine solche Rolle spielt, sollte gerade eine Benachteiligung von Kinder von Eltern mit weniger Mitteln (finanziell wie intellektuell) so gut wie möglich korrigiert werden..

      • mila sagt:

        Aber was nützen uns, um das Szenario weiterzuspinnen, die akademisch gebildeten Töchter von Akademikerinnen, für die ihre Bildung dann ebenfalls Selbstzweck im Rahmen der Kindererziehung bleibt – einfach damit frau sagen kann ‚ich habe im Fall studiert‘? Das könnte man sich auch mal fragen.

        Studieren als Selbstzweck ist eigentlich nicht der Grund, weshalb – in der Schweiz nach wie vor – tiefe Studiengebühren durch Subventionierung ermöglicht werden.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Anastasia:

        ZEIT: Wer profitiert von dieser Entwicklung, in der sich Feminismus und Markt verbinden?

        Gilbert: Diejenigen, die ein gutes Einkommen erzielen (…). Es ist Zeit für ein Korrektiv zur gängigen Debatte über Familie und Arbeit, die hauptsächlich von Akademikern geführt wird. Wenn die Angehörigen der interessanten Berufe über die Freuden und die Bereicherung durch Arbeit schreiben und reden, sollten sie zugeben, dass sie ihre Arbeit meinen. Sie reden nicht von den Arbeitnehmerinnen, die Papierkörbe ausleeren oder Busse steuern (…).“

        Quelle: http://goo.gl/IwWJvZ

      • Sportpapi sagt:

        @Anastasia: Wohl im Gegensatz zu Ihnen habe ich sowohl auf dem Bau wie auch an der Migroskasse gearbeitet. An beiden Orten waren die Mitarbeiter mit höheren Schulabschlüssen in der Minderheit… Bleiben wir doch mal ein bisschen in der Realität, statt so aufgesetzt auf Empörung zu machen.
        @Bögli: Genau das wird ja versucht. Nur nimmt die Zielgruppe die Angebote eben häufig nicht an, sondern verzichtet dankend. Deshalb werden nun ja immer wieder obligatorische Massnahmen für alle gefordert. Ja, man kann Chancengleichheit auch so herstellen… Für mich geht das zu weit.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Sportpapi: Obligatorische Massnahmen sollten begrenzt sein, aber manchmal ist es trotzdem sinnvoll. Die Schulpflicht etwa dürfte kaum bestritten sein, obwohl diese ja mit den gleichen Argumenten ablehnen liesse. Allerdings scheint es mir generell nützlicher, falsche Anreize zu eliminieren und diese eben gerade bei dieser „Zielgruppe“ so zu setzen, dass solche Angebote öfters genutzt werden. Das Problem beginnt ja schon dort, dass Eltern mit niedriger Bildung vielfach verfügbare Möglichkeiten und deren Nutzen für das Kind nicht überblicken können..

      • Heidi Basler-Berner sagt:

        Und ob, lieber Sportpapi. Dir antwortet eine Verkäuferin, die zusammen mit ihrem Mann, einem Bauführer, (Bauarbeiter!) einen Sohn hat, der heute ein sehr erfolgreicher Elektroingenieur ETH ist. Einem Sohn, der sein Studium in kürzester Zeit mit allerbesten Auszeichnungen abgeschlossen hat. Dir schreibt eine Verkäuferin, die nebst Kindererziehung, Haus- und Gartenarbeit Weiterbildungen gemacht hat und heute als Erwachsenenbildnerin arbeitet – und das mit Erfolg. Die aber sehr hart dafür arbeiten musste. Nebst der realen gibt es auch eine emotionale Intelligenz! Alles klar?

      • Sportpapi sagt:

        @Heidi Basler-Berner. Und wo wiederspricht das meinen Ausführungen? Ich gratuliere Ihnen zum Fleiss und zum Erfolg Ihrer Familie. Und jetzt schauen Sie bitte zurück und überlegen, als was die früheren Kolleginnen im Verkauf wohl heute MEHRHEITLICH arbeiten. Und was deren Kinder tun.

      • Nina sagt:

        Natürlich gibt es die Korrelation, wie viele Studien ja nachweisen. Aber sie kommt meines Erachtens eher daher, dass gut Ausgebildete über mehr finanzielle Mittel und Know-how verfügen, um den Nachwuchs zu fördern. Manche tun dies selber, viele outsourcen das aber heute (um Manager-Deutsch zu verwenden). Und die Schlechtgebildeten können sich das oft nicht leisten oder kommen gar nicht auf die Ideen/wissen nicht wie. Faulheit und das eigene Diplom sind da nur Nebeneffekte/Zusatzfaktoren.

      • Nina sagt:

        P.s. Leute mit wenig Geld haben ausserdem oft einfach andere Probleme, als ihre Kinder zu Reitunterricht und Japanisch-Kurs zu begleiten (so sie sich die überhaupt leisten können). Oder Brettspiele zu spielen und Kuchen zu backen. 1) müssen sie oft viel arbeiten. 2) kommen oft noch weitere Probleme dazu, die es schwierig machen, seine Freizeit den Kindern zu widmen und mit ihnen zu geniessen. Das Diplom ist auch da nicht sonderlich ausschlaggebend.

      • Marcos sagt:

        Marcel Zufferey: Das Arbeit nur für die allerwenigsten Erfüllung bedeutet geht bei solchen Diskussionen häufig unter, da oft Person mit guter Bildung zu Wort kommen und auch niemand öffentlich zugibt, dass er seine Arbeit mühsam findet, (der Chef könnte ja zusehen). Das gilt natürlich für Mann und Frau. Insofern sehe ich die Männer als Verlierer wenn die Frauen zu Hause bleiben und der Mann für das Familieneinkommen aufkommt.

        Eine Mutter mit guter Ausbildung ist sicher gut. Jedoch ist bereits eine Matura eine sehr gute Allgemeinbildung. Studium dürfte keinen weiteren Nutzen bringen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Marcos: Absolut richtig!

      • maia sagt:

        @Sportpapi: Und was ist daran falsch, Verkäufer, Bauarbeiterin, usw. usf. zu sein? Das sind Menschen die wenigstens etwas arbeiten, was wirklich gebraucht wird. Was meinen Sie, was passiert, wenn die Leute der Müllabfuhr streiken und was, wenn die Historiker? Was, wenn alle Verkäufer nicht zur Arbeit kommen; – was wenn die Chef’s nicht kommen?

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Weshalb stellen Sie mir so komische Fragen? Was an meinen Ausführungen haben Sie nicht verstanden? Lesen Sie, was ich geschrieben habe und antworten Sie darauf, nicht auf all das, was in ihrem eigenen Kopf noch mitschwingt.

      • c.von waldkirch sagt:

        Froue a d Seck!! Jetzt plötzlich, nach der Masseneinwanderungsinitiative??? Die Bildung der Mütter ist wichtig für die Entwicklung der Kinder. Stimmt. Erst recht wenn sie auch berufstätig ist.
        Denn was ist, wenn die Kinder grösser werden? Bei 50% Scheidungen? Dann sitzt die Muetter zu Hause, weil der Wiedereinstieg, wenn überhaupt, nur unter ihren Fähigkeiten vor der Familienphase möglich ist. DIE Patentlösungh für die Herren: Eine hochqualifizierte, unterbezahlte Mtarbeiterin, deren Konkurrenz sie nicht zu fürchten brauchen. Nein: Frauen, bleibt immer dran! Tappt nicht in die Teilzeitfalle!

      • I.Bachmann sagt:

        @ Zufferey.
        Was glauben Sie, was die durchschnittliche Hausfrau mit Kindern so den ganzen Tag macht? Chauffeurin, Hintern, Küche und Bad putzen, Kochen, Wäsche aufhängen, Wäsche bügeln und ja, auch Papierkörbe leeren – einfach ohne Entlohnung. Vielleicht muss nicht nur die Erwerbs-, sondern auch die Haus- und Erziehungsarbeit etwas entzaubert werden. Ich kenne beide Seiten ziemlich gut und stelle fest: Es gibt bei beiden Tätigkeiten ziemlich viele Sachzwänge und mit der Selbstbestimmung ist es nicht so weit her. Aber ein monatliches „Schmerzensgeld“ hilft, diese Sachzwänge zu ertragen 🙂

      • maia sagt:

        @Sportpapi: Offenbar ist ja nicht nur bei mir ihr Text, dass aus Kindern von Verkäufern und Bauarbeiterinnen wieder Verkäufer oder Bauarbeiterinnen werden, so angekommen, dass sie diese Berufe geringschätzen…..

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Wenn Sie und andere sich vorn Vorurteilen leiten lassen, kann ich nichts dafür. Andererseits haben Sie recht. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie einmal so gut gebildet sind, dass sie in ihrem Traumjob arbeiten können. Wenn das dann ein Handwerksjob ist, auch gut.
        Aber noch einmal: meine Aussage war, dass Kinder von gut ausgebildeten Eltern profitieren, vor allem wenn die auch noch Zeit für sie haben.

      • Sportpapi sagt:

        @Bachmann: Ohne Entlöhnung? Wovon lebt denn die Hausfrau???

    • maia sagt:

      Forts.: – wie übrigens auch umgekehrt. Ich glaube, es liegt mehr an der Art und Weise, wie Kinder begleitet werden. Wobei schon klar ist, wer mehr Geld hat, kann sich auch bei der Bildung mehr leisten. Das übrigens mit dem Traumjob ist auch schwierig. Ich denke kaum jemand kann in seinem „Traumjob“ arbeiten. Das Leben ist nun mal kein Sonntagsspaziergang.

    • maia sagt:

      Oh, jetzt ist meine erster Komentar am falschen Ort gelandet:
      “.. von gut ausgebildeten Eltern profitieren” – sehen Sie: Das Wort “profitieren” und dass Sie jeweils schreiben, dass Kinder ähnliches werden wie die Eltern, zeigt doch, dass sie höhere Ausbildungen besser bewerten. Wichtig ist doch, dass jemand seine Arbeit gut macht – egal, was es ist. Schade leider, dass die Löhne so auseinanderklaffen und damit eine ungerechte Bewertung stattfindet.Ich glaube auch nicht, dass es an der Ausbildung der Eltern liegt – dazu kenne ich zuviele Kinder von Akademikern die Handwerker geworden sind

  • Nina sagt:

    Nicht zu vergessen diejenigen, die wie ich vom Arbeitgeber nach dem Mutterschaftsurlaub auf die Strasse gesetzt wurden. Es braucht enorm viel Motivation, Kraft und Engagement, sich danach wieder auf Jobsuche zu machen als frischgebackene Mutter. Und dies in einer Phase, wo man eh besonders viel Kraft und Engagement aufweisen muss, weil man ja auch noch rund um die Uhr ein Baby betreut.

  • Ulrich Gassner sagt:

    Interessant, was Bettina Weber gerade heute zu diesem Thema ausführt (merkwürdigerweise in einem Beitrag übers Beinerasieren):
    Dann erinnerte ich mich an Kamla Bhasin, die indische Soziologin und ­Feministin, die diesbezüglich etwas vom Klügsten sagte, das ich je gehört habe: «Wie kommen eigentlich junge Frauen darauf, unter Berufung auf die Gleichberechtigung für sich in Anspruch zu nehmen, sie könnten wählen, ob sie ­arbeiten gehen oder daheim bleiben? Wenn sie sich schon auf die Gleichberechtigung berufen, müssten sie diese Wahlmöglichkeit auch ihren Männern zubilligen. (…)

    • Ulrich Gassner sagt:

      (…) Tun Sie aber nicht. Sie gehen ganz automatisch davon aus, dass nur sie wählen dürfen, weil der Mann ohnehin arbeiten und das Geld verdienen geht.»

  • Barbara sagt:

    In der ganzen Diskussion geht etwas wesentliches vergessen: Frauen entscheiden sich häufig selber, Vollzeitmutter zu werden und schätzen das klassische Familienmodell – Mann geht voll arbeiten und Frau managt Kinder und Haushalt. Eine viel gehörte Aussage dazu „wir könnens uns leisten“. Hier muss aus meiner Sicht angesetzt werden. Frauen und Männer sind gefordert ihre Einstellungen zu überdenken und sie auf Langfristigleit/Nachhaltigkeit im Sinne einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf anzupassen! Es kann kein ausschliessliches Thema von Staat und Politik sein!

    • Christoph Bögli sagt:

      Das dürfte effektiv auch Teil des Problems sein und dazu beitragen, dass sich so wenig bewegt. Viele, Männer wie Frauen, dürften sich im alten, scheinbar „bewährten“ Modell durchaus wohl fühlen, da es halt auch bequem wirkt, zumindest eben solange man es „sich leisten“ kann. Insbesondere auch, weil vermeintlich fehlende Alternativen einem die Entscheidungsverantwortung abnehmen. Denn (unangenehme) Entscheidungen und Kompromisse sind immer nötig, auch mit dem familienfreundlichsten System kann man nicht arbeiten und trotzdem 100% der Zeit mit den Kindern verbringen..

      • Sportpapi sagt:

        „Scheinbar“ bewährt, bequem „wirkt“. Vielleicht ist es einfach so, dass viele genau mit dieser Entscheidung am besten fahren, am wenigsten Stress haben. Ich denke, wenn nun immer mehr Alternativen aufgebaut werden setzt das die Familien, insbesondere die Frauen, nur unter zusätzlichen Druck, weil sie die bequeme Ausrede, es gebe halt keine Möglichkeiten, dann nicht mehr haben. Und klar Stellung beziehen müssen.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Sportpapi: Klar, Freiheit bedeutet eben auch Selbstverantwortung und ist darum nicht immer leicht. Manche kommen auch überhaupt nicht damit klar. Aber sollen diese ein Massstab für die ganze Gesellschaft sein? Angsthasenpolitik weil manche mit der Freiheit, selber zu entscheiden, überfordert sind? Das kann kaum das Ziel sein und wäre letztlich das Ende einer liberalen Gesellschaft. Insofern sollte halt für die Möglichkeiten, selber wählen zu können, gesorgt werden. Wer trotzdem Hausfrau/-mann sein will, darf das dann ja trotzdem..

      • Sportpapi sagt:

        @Bögli: So viel wurde aufgebaut in letzter Zeit an Betreuungsmöglichkeiten. Diese werden auch rege genutzt. Aber hat sich die Arbeitstätigkeit der Frauen in der Zwischenzeit massiv geändert? Und vor allem: Haben sich die Klagen zur fehlenden Vereinbarkeit geändert/reduziert?
        Viele leben an einem Ort, wo die Vereinbarkeit heute wirklich gegeben ist. Und man nun ehrlicherweise sagen muss, dass es einfach die Lust ist, die fehlt. So ehrlich sollte man dann doch einfach auch mal sein.

  • Lili sagt:

    Ich kann nur dazu sagen,das Schweiz noch sehr weit davon entfernt ist, das beide Eltern arbeiten können.Es gibt keine Hort oder Mittagstisch überall, sowie auch kein Elterngeld und Vaterschaftsurlaub.Die Kinderkrippen sind sehr teuer. Und die meisten Frauen verdienen mit ihre Teilzeitstelle, Akademiker oder nicht Akademiker nicht genug, damit der Mann auch Teilzeit arbeiten kann. Und zudem gibt es wenig Teilzeitstelle und kaum welcher für Akademiker. Also wenn der Staat will, das Akademikerfrauen arbeiten, dann muss vieles verändert werden. Ich bin auch Akademikerin finde keine Teilzeitstelle.

  • Widerspenstige sagt:

    Oha, da haben Sie sich aber ziemlich in ein Fettnäpfchen gesetzt und es werden sich einige Damen betupft fühlen. Die meisten Frauen mit akademischer Ausbildung paaren sich mit einem Mann auf Augenhöhe. Das heisst übersetzt: sie wird ihm den Rücken freihalten und seine Garderobe richten, Kinder, Villa und Garten als Vorzeigemodel frisieren, gesellschaftliche ‚Verpflichtungen‘ organisieren, Begleiterin mimen zu Ausstellungen, Banketten, Geschäftsevents je nach Arbeitsumfeld ihres Gatten. Die Kinder werden entsprechend gestylt und erzogen. Das ist harte Arbeit am Familienimage.

    • Sportpapi sagt:

      So ist es. Und alle sind glücklich. Brauchen wir nun Umerziehungsmassnahmen?

      • dres sagt:

        Haha, schön gebrüllt, Widerspenstige. Es wohnen allerdings nicht alle am Züriberg. Und ich bin nach wie vor überzeugt, dass die meisten Familien in der Schweiz ein Modell leben, das ihnen mehr oder weniger entspricht. Wir zuhause sind auf jeden Fall in ständiger Diskussion über mögliche Veränderungen. Gegenwärtiger Diskussionsstand: Meine Frau Reduktion von Teilzeit auf Null (ihr Wunsch), ich Reduktion von 100 auf Teilzeit (mein Wunsch). Leider ist das nicht extrem kompatibel. Aber wir sind soweit sonst zufreiden.

    • Widerspenstige sagt:

      So gesehen wäre zu überlegen, ob ein teures Studium zurück bezahlt werden sollte. Das ist meines Wissens in Schweden so und deshalb lohnt Arbeiten ausser Haus dort besonders. Ich verstehe immer weniger, wieso es in CH nicht selbstverständlich ist, dass jemand hart erarbeitetes Wissen nicht entsprechend unter die Gesellschaft mischen und dafür bezahlt werden will. Freiwillig noch dazu. Für was haben wir für Frauenrechte gekämpft bis zum Anschlag vor Jahrzehnten, wenn der ganze Kampf sprichwörtlich im Sandkasten versandet?! Das ist irgendwie undankbar, egoistisch und fragwürdig.

      • Sportpapi sagt:

        Dumm, wenn man erfolgreich für Frauenrechte gekämpft hat, und die Frauen diese Rechte nun so wahrnehmen, wie man es eigentlich nicht möchte. Da muss sofort wieder eingegriffen werden, es braucht eine neue Bevormundung, dieses Mal von der anderen Seite!
        Witzig, irgendwie.

      • Stevens sagt:

        @Widerspenstige: Was macht glücklicher? Mit den Kindern am Sandkasten spielen oder im Büro einer Erwerbsarbeit nachgehen? Gerade wenn man die WAHL hat, ist Variante 1 (Sandkasten) für viele Frauen, auch solche mit einer hohen Bildung, besser.

      • Emx sagt:

        @Stevens: Spielen mit meiner Tochter, die gemeinsamen Ausflüge, die babypflege etc machen definitiv Spaß und erfüllen mich. Aber es ist ja leider nur die halbe Miete: die sich ewig wiederholende Hausarbeit, das Konstante Aufräumen, Kleider waschen, abwaschen find ich nicht so toll. Bin definitiv die bessere Lehrerin als Hausfrau. Und deshalb wäre es mir wichtig, dass mein Mann und ich gemeinsam für Einkommen, Erziehung unserer Tochter und dann halt auch für die für mich lästige Hausarbeit aufkommen… Im Moment arbeitet er noch 100%, ich Teilzeit, hoffe sehr, wir nähern uns irgendwann noch an

      • Bernhard sagt:

        Ich bin froh, dass unser System keine Rückzahlung der Studienkosten vorsieht. 1. würden gewisse Fakultäten kaum mehr besucht (z.B. Philosophie, Kunst, Theaterwissenschaften etc.), da die Chance eher klein ist, eine gutbezahlte Anstellung zu erhalten um somit die 150-200k (sollte der gesamte Betrag zurückgefordert werden) in angemessener Frist abbezahlen zu können. Und 2. wären wir soweit, dass Akademiker per Dekret nicht mehr Teilzeit arbeiten könnten, weil es sich nicht mehr rechnet! Ich hätte unter diesen Umständen niemals auf 50% reduzieren können. Diese Wahlfreiheit ist Gold wert!

      • Widerspenstige sagt:

        SP: Rosinenpicken war gestern, jetzt muss Klarheit in die Gleichberechtigung. Feminismus hiess noch nie die-Hände-in-den-Schoss-legen-und-abwarten. Bildung auch für Frauen war anno 1914 nicht selbstverständlich – siehe die laufende Sendung im SRF! Um diese Tatsachen geht es jetzt.
        Stevens: Würden Sie es auch tun und Ihre akadem. Bildung im Sandkasten versanden lassen oder gilt diese WAHL nur für Frauen?
        Bernhard: es rechnet sich immer weniger, hohe Studienkosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen, deshalb tut Transparenz not. Wer ein Einkommen generiert, zahlt ja Steuern bzw. anderen das Studium

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Du findest also, man sollte die Frauen heute wieder gängeln wie früher. Ok. Stevens ist übrigens glaube ich eine Frau. Und doch, ich glaube unsere nicht nur auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtete breite (Hoch-) Schulausbildung rechnet sich durchaus. Wir stehen als Land jedenfalls nicht so schlecht da.

      • Stevens sagt:

        Ich bin total männlich 🙂
        @widerspenstige: Aufgrund unserer Situation, Charaktere und Berufen haben meine Frau und ich das klassische Modell ( ich erwerbstätig, die Hausfrau) gewählt.
        Wäre die Situation anders, ich würde mich keinesfalls im Beruf festbeissen, nur dass meine akademische Ausbildung nicht versandet

      • Widerspenstige sagt:

        Sportpaps, Du nennst das ‚gängeln‘? Das wäre das Letzte, was ich mit meinem Votum bezwecken möchte. Es geht um gelebte GleichWERTigkeit unter den Geschlechtern in der Schweiz. Wer eine akademische Ausbildung genossen hat, soll dieses Wissen anwenden und Stolz darauf sein dürfen. Wenn eine Akademikerin sich ins Privatleben zurückzieht wegen Frustration des eigenen Unvermögens oder noch schlimmer, des Unvermögens des Partners, sie nicht weiterhin nach einer Geburt im Berufsleben gedeihen zu lassen (aus Egoismus, Prestige!), dann sehe ich Handlungsbedarf vom Staat.

        Wehrt Euch Frauen u kämpft!

      • Sportpapi sagt:

        Soll dürfen oder soll müssen, WS? Vorhin hast du sehr klar gesagt, dass die gut ausgebildeten Frauen nicht mehr Rosinen picken dürfen, sondern jetzt Vollgas arbeiten müssen. Eine Meinung, die offenbar auch andere bewegte Frauen hier teilen. Frauen, wehrt euch gegen das Diktat solcher Ideologinnen!

      • Widerspenstige sagt:

        Wieso ist es jetzt in Deinen Augen eine Ideologie? Weil Frauenrechte drauf steht und der ArbeitsplatzKuchen auf mehr Akademikerinnen aufgeteilt werden müsste? Es immer weniger Frauen gibt, die sich auf simple Hausarbeit reduzieren lassen vom eigenen Partner im Namen der ach so absolut bedeutungsvollen Kindererziehung durch das Mami, aber nicht durch den Papi??!! Du hast Angst um Dein bequemes Leben, Sportpaps!

      • Sportpapi sagt:

        „Es immer weniger Frauen gibt, die sich auf simple Hausarbeit reduzieren lassen vom eigenen Partner im Namen der ach so absolut bedeutungsvollen Kindererziehung durch das Mami, aber nicht durch den Papi??!!“ Das, die damit verbundene Bewertung und Abwertung, die Überzeugung, genau zu wissen, was für alle Frauen richtig ist, auch wenn die das offenbar einfach noch nicht wissen, weshalb man sie nun zu ihrem Glück zwingen muss, das nenne ich Ideologie.

    • Stephan sagt:

      Ach Widerspenstige, soviel Klischees! Weder sind alle Akademiker reich und versnobt, noch sind alle Reichen und Versnobten Akademiker. Ich habe mich „auf Augenhöhe“ mit einer Akademikerin gepaart, habe keine Villa, interessiere mich wenig für meine Garderobe und kaum für die Frisur meiner Partnerin, gehe nicht an Ausstellungen, Bankette und Geschäftsevents, lieber mit den Kindern eine Wurst bräteln. Erzogen werden die Kinder, glaube ich, recht normal, gestylt sind die „nicht-akademischen“ Sprösslinge die mit Ihnen die Schule besuchen aber häufig mehr….

      • Widerspenstige sagt:

        Ach Stephan, Ich habe bewusst überzeichnet und abgeschwächt mit dem Ausdruck ‚die MEISTEN Frauen‘. Was impliziert, dass es löbliche Ausnahmen gibt und von meiner Polemik ausgeklammert sind. Wer sich betroffen fühlt, wird reagieren. Ziel erreicht. 😀

  • Catherine sagt:

    Mir (Akademikerin) wurde hochschwanger mitgeteilt, dass ich nach dem Mutterschaftsurlaub nun doch nicht zu den ausgemachten 60% zurückkommen kann, da sie gerade ein paar Leute entlassen müssen (es wurden vorwiegend teilzeitarbeitende Frauen entlassen). Krippenplatz und alles war bereits organisiert.
    Da ich jedoch unbedingt weiter arbeiten wollte, habe ich bald nach der Geburt unseres Sohnes angefangen, eine neue Stelle zu suchen. Klar, es war nicht einfach, aber ich habe eine gefunden. Mit eisernem Willen ist einiges möglich 😉

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Naja, von einer Akademikerin wäre es auch nicht zuviel verlangt, dass sie die Arbeitsbedingungen vertraglich zusichern lässt.

  • Leo Schmidli sagt:

    Die „akademische Bildung“ braucht es nicht, um Kinderfragen zu beantworten. Sie kommt vielmehr positiv im allgemeinen Umgang mit den Kinder zu tragen.

  • dres sagt:

    Bildung bringt immer etwas. Und wenn eine Akademikerin mit Kind unbedingt arbeiten will, findet sie auch einen Job. Sonst hat sie den falschen Partner oder zu komplizierte Ansprüche (kann umgekehrt selbstverständlich auch für den Mann gelten). Und ja, es ist wieder einmal Gejammer auf typisch schweizerischem Topniveau.

  • Roger Möschler sagt:

    Na ja – bei aller Hysterie vergisst Madame, dass es sehr viele Akademikerinnen gibt, die lieber zu Hause bleiben und ihr eigener Chef sind, als sich von psychopathischen Vorgesetzten/innen drangsalieren zu lassen.

  • Ulrich Gassner sagt:

    Seltsame Argumentation. Wenn sich ein Akademikerpaar Erwerbs- und Hausarbeit zu je 50% teilen würde, hätten dann beide ihr ‚erstklassiges Wissen‘ zu 50% ins Klo geschüttet?
    Und woher kommt die Vorstellung, dass bloss Frauen ’nicht wirklich die Wahl zwischen Job und Kinderzimmer‘ hätten?

    • Sportpapi sagt:

      Gute Fragen!

    • Reto B. sagt:

      Ich gehe davon aus, dass man mit einem >40% Job und maximalem Unterbrüchen von etwa 6 Monaten genügend am Ball bleibt, dass man nach der heissen Phase der Kinder nicht wieder als „Ungelernter“ ohne Arbeitserfahrung anfangen muss. Deshalb erachte ich es als volkswirtschaftlich sinnvoller 2 Akademiker teilzeit im Arbeitsprozess zu haben als einen gar nicht und einen voll. Denn irgendwann können sie auch wieder mehr arbeiten, ohne lange Einarbeit.

  • 13 sagt:

    Einfach nur schön gesagt. Deckt sich genau mit meiner Meinung. Privatsache, Jammern auf hohem Niveau, Luxusprobleme, selber gewählt etc. Ich kann es ganz ehrlich nicht mehr hören. Es bestehen noch so einige Missstände in der Vereinbarkeit und der Wahlfreiheit, die in einem Land wie der Schweiz nicht notwendig wären, sondern beseitigt werden könnten. Da zu sagen, meine Frau und meine Nachbarin sind zu Hause ganz zufrieden und das geht darum allen Frauen so, um das nicht zu gefährden, versperre ich mich gegen alles, reicht einfach nicht.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn es wirklich Missstände gibt, sollten wir sie beseitigen. Aber ohne Verzicht geht es nicht, wie oben aufgeführt. Wahlfreiheit heisst eben auch, etwas nicht zu wählen, weil man sich für das andere entscheidet. Das grösste Problem, das immer wieder aufgeführt wird, heisst ja nicht Betreuungsmöglichkeiten, sondern „bezahlbar“. Weil jede/r glaubt, dies müsste irgendwie fast gratis sein. Und dass die Arbeit ausser Haus zwingend zu Mehreinnahmen führen muss, weil man ja eine so viel wertvollere Tätigkeit macht als die, die zu Hause ausgelagert wird. Überlegen Sie mal, was da mitschwingt!

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens das gleiche, wie wenn hier behauptet wird, als Eltern, als Kindergärtnerin usw. bringe die akademische Ausbildung nichts, werde diese quasi verschwendet.

  • Lukas Christen sagt:

    Kleines Missverständnis: Mutter/Vater wird man nicht, weil man ein Kind bekommt. Mutter/Vater wird man durch den daraus folgenden Prozess der Betreuung und Erziehung, der das Kind dann tatsächlich in und auf die Welt bringt.
    Priorität in der Ausbildung von Mütter/Väter hätte also die „Eidg. Diplom. Mutter/Vater“, quasi die Meisterprüfung bzw. die Doktorarbeit die zur Elternschaft legitimiert.
    Man könnte denken, das gehe zu weit. Doch der Statt erwartet von Kindergärtnerinnen die Matura. Und nur schon wer einen Hund haben will braucht eine Ausbildung.

  • Karin Gut sagt:

    Es sollte eine generalistische Hochschulbildung mit juristischem Fundament, (Finanz)-Wirtschaft, Politik, Journalismus, Psychologie oder so ähnlich angeboten werden, eine gute Basis um im Geschäfts- und Gesellschaftsleben tätig zu sein. Viele HochschulabsolventInnen arbeiten schlussendlich nur noch bedingt im studierten Spezialbereich oder als Quereinsteiger, wo generalistische Grundlagen wertvoller wären.

  • fabian sagt:

    Um Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen, brauchts jetzt erstmal Vaterschaftsurlaub und Geld für die Väter. Und keine weiteren Ego-Selbstverwirklichungstrips von Frauen.

    • Sabrina sagt:

      Ich finde jede Famlie – als Eltern – soll im hier & jetzt entscheiden. Ich kann heiraten und weiss dass ich mehr Steuern bezahle – ich tue es trotzdem. Danach muss ich nicht immer motzen sondern mir bewusst sein, dass ich das im Vornherein schon wusste. Gleich verhält es sicht mit Kindern, Job. Was auch immer. Auch finde ich, kann man sehr viel an seinem eigenen Weg beeinflussen. Man muss nicht zwingend Lehrerin sein um Teilzeit arbeite zu können, man muss nicht Banker sein, um viel zu verdienen. Geht doch einmal wieder eurer Leidenschaft nach! Wirklich ferngesteuert die Gesellschaft! Traurig!

  • Martin Frey sagt:

    Das musste ja an dieser Stelle so kommen, dass man die Frage nach den Akademikermüttern wieder mal nur auf die Rahmenbedingungen und Krippenplätze zu reduzieren gedenkt. Meines Erachtens greift dies schon etwas zu kurz, und schiebt wie immer die Schuld wieder mal auf den Staat, resp. die Unternehmen. Kein Wort davon, dass einfach auch viele Frauen ihre Erfüllungen nicht zwingend im stinkenden Stau und mobbenden Büro suchen. Und dass viele gerade Akademikerfrauen den lebenslang blasenden rauhen Wind der Arbeitswelt oft etwas scheuen, sowie die damit verbundene Verantwortung.

    • Sportpapi sagt:

      Und dass Akademikerfrauen vielfach auch einen gut verdienenden Partner haben, der ihnen die Möglichkeit gibt, frei nach ihren Bedürfnissen zu entscheiden.

  • Markus Rotkopf sagt:

    „Solange es so schwierig ist, mit Vätern den Job zu teilen, weil sie entweder wirklich, wirklich nicht können oder weil sie heimlich saufroh sind, dass sie nicht müssen, wird es nicht besser.“

    Bin jetzt nicht, ob sich diese Aussage nur auf die Väter bezieht, die heimlich gar nicht nach den Kindern schauen wollen. Jedenfalls wäre es falsch, die Frauen einmal mehr in die Rolle der passiven, sich höherer Gewalt beugenden Dienerin zu drängen. Mütter müssen arbeiten wollen, genauso wie es wichtig ist, dass Väter bei der Hausarbeit mitarbeiten wollen.

  • Stevens sagt:

    Das wahre Problem ist doch folgendes: Egal, welches Modell die Frauen wählen, es ist immer eine Entscheidung, welche mit einem Verzicht verbunden ist:
    – Verzicht auf Kinder
    – Sie geht arbeiten, verzichtet auf Zeit mit den Kindern
    – Sie geht Teilzeit Arbeiten, verzichtet ein wenig auf alles.
    Und egal, was sie macht, es ist immer falsch: Sie ist entweder karrieregeil, eine Rabenmutter, ein Hausmütterchen oder alles ein wenig. Dieses Abstempeln muss doch endlich ein Ende haben! Dann wären auch solche Blogs und Diskussionen nicht mehr nötig.

    • mila sagt:

      Hier geht es nüchtern betrachtet um die Frage, ob diese 50’000 Akademikerinnen in der Arbeitswelt fehlen (und ob es nicht schade ist, wenn ihr erworbenes Potenzial allein der Kindererziehung zugute kommt). Letzteres würde ich persönlich mit ja beantworten – was nicht bedeutet, dass ich damit jemandem einen Stempel aufdrücke. Jede(r) trifft solche Entscheidungen selbst, nach eigener Auffassung (und hoffentlich in Absprache mit dem Partner).

      Allerdings ist dabei nicht von der Hand zu weisen, dass strukturelle Rahmenbedingungen eine Rolle spielen – hier können wir als Gesellschaft ansetzen.

      • Stevens sagt:

        @mila: Ich glaube einfach, ihr Ansatz „Teilzeitarbeit, flexible Strukturen, Home Office, Kinderbetreuung schaffen – die Frauen kommen dann schon“ genügt nicht (abgesehen davon, dass dies in vielen Berufen gar nicht möglich ist; wie will eine Chirugin Home-Office machen…).
        Es muss doch endlich das Bewusstsein her
        a) jedermann/jedefrau muss auf etwas verzichten
        b) es soll doch jeder die Lösung ausüben dürfen, die für ihn/sie stimmt, ohne dass er gleich ein schlechter Mensch ist…

    • mila sagt:

      Die Stichworte muss man eigentlich nicht wiederholen: Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen (Teilzeitstellen, fliessende Arbeitszeiten, Home Office etc.), bezahlbare Kinderbetreuung, optionale Tagesstruktur mit Mittagstisch an Schulen… You name it.

    • 13 sagt:

      Welches Modell DIE FRAUEN wählen? Da hat jemand weder den Blogbeitrag noch sonstwie grundlegende Sachen einfach nicht verstanden….weshalb die Diskussionen mehr als notwendig sind.

      • Martin Frey sagt:

        Ich finde Stevens Beitrag differenziert, zumindestens ebenso wie der Beitrag von Fr. Fischer. Und das Abstempeln und Niedermachen der Frauen, die sich für ein Leben als Hausfrau mit den Kindern einerseits oder für eine Berufskarriere andererseits entscheiden, hat ja sowieso an dieser Stelle Hochkonjunktur. Oekonomisch gesehen ist das brachliegende akademische Know-how ein volkswirtschaftlicher Unsinn, das ist doch das Thema. Natürlich ist es schön und begrüssenswert, wenn auch hochgebildete Frauen Kinder haben. Aber wie man es dreht und wendet, umso höher die Bildung, umso grösser der Spagat.

    • Alfred Frei sagt:

      Es geht nicht ums Abstempeln, es geht darum, dass endlich vernünftige Strukturen geschaffen warden, dass sich Familien mit mehreren Kindern überhaupt entscheiden können, ganz zuvorderst einheitliche Blockzeiten in den Schulen und bezahlbare Lösungen zum Kinderhüten. Welche Frau geht den schon arbeiten, wenn sie 80% des Lohns grad wieder furs Kinderhüten ausgeben kann, wobwi dann der Rest des Haushalts auch noch nicht gemacht ist. Un d genau hier wird von gewissen Kreisen immer wieder gesperrt und geblockt. Da ist alles Lamentieren über brachliegendes Knowhow einfach nur scheinheilig.

      • Sportpapi sagt:

        @Alfred Frei: Man lässt einen Job zu Hause, der anstrengend und fordernd ist (und hier einmal mehr abgewertet wird!), durch eine fremde Person erledigen und macht dafür einen auswärts, den man lieber hat. Weshalb bitte soll da überhaupt ein finanzieller Gewinn entstehen? Müsste man da nicht eher draufzahlen?
        Und als Teil dieser „gewissen Kreise“: Ich habe nichts gegen Krippen, auch nicht gegen Subventionen für solche, die es nötig haben, und damit auch in die Zukunft investieren (Hilfe zur Selbsthilfe). Aber weshalb sollen wir subventionieren, wenn die Familie finanziell gut dasteht?

      • Christoph Bögli sagt:

        Natürlich müssen die Strukturen geschaffen werden, damit Eltern eine effektive Wahl treffen und Beruf/Familie so gut wie möglich vereinbaren können. Bloss: Wahlfreiheit bedeutet effektiv auch Verantwortung und leider auch eine Betrachtung der getroffenen Wahl durch das Umfeld. Das kann ein doppeltes Problem sein: Mütter bzw. Eltern, die nicht verstehen, dass alles, der Fünfer und das Weggli, nie möglich sind, sowie dass die getroffene Wahl gerechtfertigt werden muss, sich selbst aber auch anderen gegenüber. Letztere neigen dann schnell zur Verurteilung, egal wie man sich verhält..

      • mila sagt:

        Nein, Sportpapi, es geht eben nicht einfach nur um einen Job, den man ‚lieber‘ hat – sondern um einen Job, bei dem man die erworbenen Fähigkeiten, durchaus im Dienst der Gesamtgesellschaft, einbringt. Wir könnten uns lange weiterstreiten, was denn am Ende ‚wichtiger‘ sei – Kindererziehung oder die Arbeit als Fachkraft. Aber damit würden wir am Thema meines Erachtens vorbeidiskutieren. Die Vereinbarkeit sollte möglich sein, ist es aber sicherlich in vielen Bereichen – Lehrerjob u.ä. einmal ausgenommen – noch nicht. Und damit ist die vielgelobte Wahlfreiheit für viele eben doch eingeschränkt.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Sie führen da gerade einen Eiertanz auf. Es geht eben gerade nicht darum festzulegen, was wichtiger ist, Kindererziehung oder die ausserhäusliche Tätigkeit. Deshalb macht es auch keinen Sinn zu verlangen, dass die eine der beiden Tätigkeiten zwingend besser entschädigt werden muss. Vereinbarkeit ist in einem gewissen Ausmass an vielen Orten möglich und wird ja von der Mehrheit der teilzeit berufstätigen auch gelebt. Aber man kann nicht gleichzeitig im Job und zu Hause sein. Und nicht gleichzeitig 150 Prozent Karriere machen und 150% Elter sein. Alles geht nicht, ohne zu zaubern.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Dieses Abstempeln sollte ein Ende haben, richtig. Aber gerade mit solche Blogs und entsprechenden Texten passiert das Gegenteil. Zu dne Alternativen: So ist das Leben. Der Tag hat nur 24 Stunden, und nein, da kommt nicht noch die Nacht dazu. Genau die gleichen Alternativen haben aber auch die Männer. Nur beklagen die sich weniger.

      • ka sagt:

        Was hier immer nur als freie Entscheidung der Frau diskutiert wird, hat auch volkswirtschaftliche Bedeutung. Wir, d.h. die Allgemeinheit, können nicht 50’000 Studiums finanzieren, und daraus kein refinanzierbares Einkommen in Form von Steuern erzielen. Das geht einfach nicht auf. Das heisst konkret, wer ein Studium in Anspruch nimmt, sollte das in Form von Arbeitsleitung und daraus folgendem Einkommen mehr oder weniger Entgelten.

      • Sportpapi sagt:

        Können wir nicht? Wer sagt das? In der Konsequenz würde das dann auch heissen, sämtliche „unrentablen“ Studiengänge zu schliessen und die Studiengänge bezüglich Anzahl Plätze, Ausrichtung usw. ganz auf die Bedürfnisse der Wirtschaft auszurichten. Dabei sind wir mit dem bewährten System doch eigentlich sehr gut gefahren, auch im internationalen Vergleich…

  • Sportpapi sagt:

    „Vor allem weil Frauen sich erstklassiges Wissen aneignen und es dann sozusagen in den Backofen und die Kloschüssel stecken.“ Nein, eben in die Kindererziehung. Da reicht es auch nicht, dieses Argument so plum lächerlich zu machen. Es ist erwiesen, welche Bedeutung die Ausbildung der Eltern auf die Entwicklung der Kinder hat. Da geht es um mehr, als darum, Fragen der Kinder beantworten zu können. Ausserdem: Wie viel mal wird eine Sozial- oder Geisteswissenschaftlerin im Job genau das anwenden können, was sie im Studium gelernt hat? Was bleibt vom Maturawissen? Alles unnütz?

    • mila sagt:

      Geistes- und Sozialwissenschaften befähigen zu Analyse – an meinem Arbeitsplatz, der rein gar nichts mehr mit meinem studierten Fach zu tun hat, werde ich genau wegen dieser Fähigkeit geschätzt – in der Privatwirtschaft, wohlgemerkt. Frau muss vielleicht einfach die Augen ein wenig offener halten bei der Jobsuche.

      Fakten (fundiert) sammeln, (stringent) auswerten und (kompakt) präsentieren – das kann tatsächlich nicht jeder. Und es macht nicht nur im eigenen Fachgebiet Spass.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Das müssen Sie mir nicht erklären, ich habe das selber erlebt. Aber genau das zeigt, dass die Argumentation oben, weshalb das Studium für die Kindererziehung nichts bringt, absurd ist. Es geht eben nicht darum, irgend ein Fachwissen anwenden zu können.

  • Sportpapi sagt:

    „Solange es so schwierig ist, mit Vätern den Job zu teilen, weil sie entweder wirklich, wirklich nicht können oder weil sie heimlich saufroh sind, dass sie nicht müssen, wird es nicht besser.“ Wer ist mit dem sie wohl gemeint? Die Mütter? Die Väter? Beide?

    • mila sagt:

      Ich hatte es auf die Mütter bezogen… Aber stimmt, eigentlich kann es (situationsbedingt) auf beide zutreffen.

    • 13 sagt:

      Die Väter. Solange es für Männer nochmals schwieriger ist an Teilzeitstellen zu kommen und der teilzeitberufstätige Mann gesellschaftlich kaum anerkannt ist, wird es nicht besser. Es wäre Zeit für ein Umdenken.

    • Reto B. sagt:

      Grandios – voll erwischt. Ich habs automatisch auf die Männer bezogen und die Faust im Sack gemacht. Wahrscheinlich gibts beides. Kann also auf beide bezogen werden.

  • Thomas Aebersold sagt:

    Ich arbeite beim Bund, wo Gleichstellung ein grosses Thema ist. Aber nur in der Theorie. In der Praxis wollte ich auf 80% reduzieren. Da hiess es „die Teilzeitstellen sind in erster Linie für allein erziehende Mütter da, in zweiter Linie für Mütter mit Partner“ Nicht mal der Bund lebt also wirkliche Gleichstellung vor! Aber scheinheilig wird in den Medien immer so getan, als ob wir Männer NICHT reduzieren wollten, weil wir ja alle so karrieregeil seien!

    • Anita Müller sagt:

      Arbeite auch beim Bund. Beim Vorstellungsgespräch war selbstverständlich die 1. Frage ob ich Kinder haben möchte, ich sei ja frisch verheiratet. So viel zur Gleichstellung…

      • Richi Marti sagt:

        Tut mir Leid, aber Ihr Bundesangestellten jammert wirklich auf aller höchstem Niveau… Kein Wunder beneiden wir euch – kommt mal zu uns in die Privatwirtschaft…

    • RIchard Marti sagt:

      Sie jammern aber jetzt ein bisschen auf hohem Niveau! So lange eine Beamtenfamilie beim Bund nicht mehr als 20’000 brutto verdienen, profitieren Sie ja von in der Schweiz einzigartige grosszügig subventionierter Kinderbetreuung… In der Privatwirtschaft finden Sie schon ein gewünschtes Pensum, halt nicht mit den gleichen Sozialleistungen, absoluter Arbeitsplatzgarantie, Pensionkasse, Lohnband, Arbeitsaufkommen, etc. Irgendwie erfüllen Sie genau den Stereotypen des „Bundesangestellten“…

      • Beat sagt:

        @Marti.Es wäre an der Zeit, einmal hinter der Ofenbank hervorschauen und sich die Arbeitslandschaft der „Bundesangestellten“ etwas genauer anzuschauen. Wo finden Sie z.B. eine ABSOLUTE Arbeitsplatzgarantie? Von welchen speziellen Sozialleistungen sprechen Sie? Gibt es Dienstwagen, die auch privat genutzt werden können? Oder beteiligt sich der Bund (die Eidgnössiche Finanzverwaltung um genau zu sein) speziell an Ueberbrückungsrenten oder an Frühpensionierungen? Ah ja, die Kinderbetreuung. Die gibt es zwar, aber von gratis keine Spur. Die Publica hat übrigens gerade den Umwandlungssatz gesenkt.

      • Anita Müller sagt:

        Es geht nicht um jammern sondern um die Tatsache, dass Frauen zwischen 25-40 auch bei der öffentlichen Verwaltung – welche eine Vorbildfunktion wahrzunehmen hat – stigmatisiert werden. Sicherlich ist der Bund ein grosszügiger Arbeitgeber, aber solange im Vorstellungsgesprächen nach einem allfälligen Kinderwunsch gefragt wird, frag ich mich in wie Fern die Gleichstellung in der Bundesverwaltung gelebt wird. Ich kenne keinen einzigen männlichen Arbeitskollegen der dies erlebt hat. Viele Frauen werden nach Geburt des Kindes vor die Wahl gestellt: 100% oder Kündigung. Reduktion des Pensums: nein.

      • Sportpapi sagt:

        @Anita: „100% oder Kündigung. Reduktion des Pensums: nein.“ Also das, was viele Männer auch ohne Kinder erleben. Weshalb glauben eigentlich alle, ein Recht auf eine Teilzeitstelle zu haben? Insbesondere, wenn sie zu anderen Bedingungen eingestellt wurden?

    • mila sagt:

      Danke für diese Ergänzung. Auch ich finde das Thema wichtig, aber in diesem Blogbeitrag zu sehr aus weiblicher Perspektive beleuchtet. Ein Teil der Akademikerinnengatten wird das Arbeitspensum nicht reduzieren wollen, einem Teil wird es vermutlich wie von Ihnen beschrieben verwehrt bzw. erschwert. Und mit kleinen Kindern wird man(n) einen sicheren Job nicht einfach so aufs Spiel setzen. Die (Ehe-)Männer bilden also genauso eine Komponente des Problems wie die Akademikerinnen selbst. (Interessant wäre zudem zu wissen, was diese 50’000 studiert haben, gibt es statistische Auskünfte dazu?)

      • Sportpapi sagt:

        Heute habe ich gelesen, dass viele Ärztinnen nicht praktizieren, weil sie keine Teilzeitjobs finden (und sie ihre Facharzttitel nicht machen). Abgesehen davon, dass solche Teilzeitstellen zwar wünschenswert, aber kaum an jedem Ort umsetzbar sind frage ich mich einmal mehr, weshalb Frauen dann den Job schmeissen, während die Männer das bewältigen. Die Voraussetzungen sind doch für beide gleich.

      • Martin Frey sagt:

        Sie legen völlig richtigerweise den Finger auf einen wunden Punkt Sportpapi. Die Medizin ist ein Paradebeispiel. Heute studieren nicht nur mehr Frauen als Männer, sondern schliessen auch mehr ab. Die CH weigert sich seit Jahren, einen Handlungsbedarf bei der Ausbildung zu erkennen, und hält stattdessen am Numerus clausus fest. Wenn dann ein Teil der Aerztinnen sich innert weniger Jahre aus der Berufsausübung verabschiedet, oder im Jobsharing bei einer Praxisübernahme ein 100%-Pensum durch zb. 3 teilt, dann fehlen immer mehr Leute in dem Beruf. Nur die Frage nach dem warum wird gerne umschifft.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Das Problem ist bekannt. Nur liegen Lösungen nicht auf der Hand. Mehr teure Ausbildungsplätze schaffen, da konnten sich die Kantone ja bisher nicht einigen. Die Frauen zwingen, „ihren Mann“ zu stellen und voll zu arbeiten, geht auch nicht. Sie vom Studium ausschliessen auch nicht. Und finanzielle Anreize sind bei Ärztinnen wohl auch eher wirkungslos. Also was würden Sie vorschlagen?

      • Martin Frey sagt:

        Wir kommen m. E. nicht darum herum, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Dies ist teuer und aufwändig. Was die CH momentan macht ist eine Art Outsourcing. Man importiert insbesondere deutsche Aerzte, die andernorts ausgebildet wurden. Deutschland wiederum zieht die Leute aus Rumänien, Polen etc. ab, usw. Dies ist weder zielführend noch nachhaltig, kurzfristig mag das ökonomisch sinnvoll sein, langfristig ist es gefährlich. Zudem muss der NC fallen, es braucht auch mehr Anreize für die Grundversorgung inkl. verschiedene Arbeitsmodelle. Dann ggf. kann der Trend etwas gebremst werden.

      • mila sagt:

        Sie wissen schon, Sportpapi: bis zum Facharzt ist eine lange Durststrecke zurückzulegen, inkl. unzähliger Überstunden und unregelmässiger Arbeitszeiten. Wenn Papi in dieser Situation nicht vermehrt zuhause einspringen kann (oder will), entscheidet sich eine junge Mutter im Zweifelsfall eher gegen den Facharzttitel – und für das Kind. (Klugerweise hätte sie den Facharzt schon vorher gemacht – aber das Leben ist nicht immer planbar. Und manchmal wird man selbst von der Überforderung überrascht, auch als bereits praktizierende Fachärztin – die strukturellen Probleme bzgl. Arbeitszeit bleiben.)

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Die Alternative ist tatsächlich, die angehenden Ärzte mehr an den Ausbildungskosten zu beteiligen mit Ausbildungskrediten. Der NC ist ein Bruch mit der Schweizer Tradition, da könnte man auch einen Schritt weiter gehen. Ansonsten fähret man halt im Moment die einfachste und billigste Lösung…
        @mila: Ich habe das selber erlebt, als meine Mutter mit zwei Kleinkindern unter anderem die Matura nachgeholt hat und Ärztin geworden ist (inklusive Facharzt), während der Vater voll gearbeitet und die Familie ernährt hat. Noch einmal: was machen denn die Männer in der Situation?

      • Martin Frey sagt:

        Es gibt mittlerweile Ausbildungsmodelle, in denen sich angehende Hausärzte verpflichten müssen, mindestens 5 Jahre als Grundversorger dann tatsächlich auch zu arbeiten. Ich denke, derartiges ist angesichts der Kosten des Medizinstudiums vertretbar, wenn auch whs. nicht populär.
        Und ja, die zarten Gewächse von Jobsharing und dergleichen sind typischerweise ausschliesslich für Frauen reserviert, gerade auch in der Medizin. Bekanntermassen haben Aerztinnen ja oft Aerzte als Partner. Jedenfalls kann man dann so wieder die Partner geisseln, dass sie nicht Hand bieten für ein Jobsharing…

      • bea sagt:

        @Sportpapi
        Wir leben in einem ländlichen Gebiet, haben beide studiert, arbeiten beide 80%. Während ich mich immer wieder erklären muss, weshalb ich als Mutter soviel arbeite, finden es bei meinem Mann alle toll, dass er als Vater sich so viel Zeit nimmt für sein Kind:-). Vielleicht ist es für Mütter einfach weniger selbstverständlich, weiter zu arbeiten wie vorher?

      • Sportpapi sagt:

        @bea: Das stimmt. Aber es geht um unser Leben, unsere Ideen, unsere Bedürfnisse. Da lassen wir uns doch von ein paar Bemerkungen unbeteiligter nicht abhalten. unser Leben genau so zu führen, wie wir das möchten.

      • Annalena sagt:

        @ Sportpapi: Weil jemand den Nachwuchs versorgen muss. Und Männer alles daran setzten, dass Teilzeitjobs Mangelware bleiben. Denn Männer wollen zwar Erben, aber keine Arbeit damit. Ich arbeite zwar mit sehr vielen Ärztinnen zusammen, und hier ändert sich langsam etwas. Es gibt immer mehr Frauen in diesem Beruf und die Rekrutierung im Ausland wird immer schwieriger.

      • Sportpapi sagt:

        @Annalena: Lesen Sie mal, was Martin Frey schreibt. Richtig ist, dass es immer mehr Ärztinnen gibt, die dann in grosser Mehrheit nur Teilzeit arbeiten, was im Wesentlichen unseren Ärztemangel verursacht. Und es ist mir absolut schleierhaft, weshalb diese gut verdienenden Ärztinnen nicht genauso wie die Ärzte ein volles Pensum ausfüllen können. Gerade dafür gibt es doch all die externen Betreuungsmöglichkeiten. Und weshalb finden Sie niemanden, der ihnen den Rücken freihält? Wollen sie denn überhaupt?

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