Die 10 Top-Lügen an Neo-Eltern

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Gastbeitrag von Claudia Marinka* erschien erstmals am 16. März 2014.

Ein Vater erkennt die schonungslose Wahrheit. Oder die erste volle Pampers. (Flickr, Mark)

Mit Schwangerschaften und Kinderkriegen ist es ja so eine Sache: man nimmt über eine ereignisreiche Periode selektiv wahr, was auf einen zukommt. Man belügt sich ein wenig gerne selbst (und andere). Wenn Sie sich realistisch mit dem Thema Kinderwollen und Kinderhaben und dem ganzen Drumherum beschäftigen wollen, bedarf es eines schonungslosen Blickes hinter die Kulissen der Pampers-Werbung. Die ungeschminkte Wahrheit der meistverbreiteten Lügen an Neo-Eltern:

1. Körperlich bleibt alles beim Alten! Schwangerschaftsstreifen? Überschüssige Pfunde? Schlaffe Brüste? Wir wissen alle, die eigentliche Arbeit beginnt nach der Entbindung. Mit Baby, mit Körper, mit dem Wiedererlangen von optischem Stil. Hart aber herzlich: be strong and brave. Zum Thema Stillen, das gerne mit «Kilos purzeln von alleine» angepriesen wird: Nehmen Sie es, wie es ist:  Sie stillen fürs Kind.

2. Ein Kind verpflichtet zu nichts! Sie sind nicht für die Elternschaft geeignet, wenn Sie mit folgenden Schlagwörtern Schwierigkeiten haben: Bindung, Verantwortung, Geldverdienen, Chaos (innerlich und äusserlich), Kompromiss, Kotze, Kacke, Spucke, Gestank, Gebrüll, Vorbild, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Dreinreden, Lärm, Sparen, Geduld. Sie sind für das Elternsein geeignet, wenn Sie nachfolgenden Redewendungen etwas abgewinnen können: «Humor ist, wenn man trotzdem lacht», «Morgen ist auch noch ein Tag», «Das Glas ist halbvoll».

3. Das ganze Leben verändert sich! Auch wenn es Sie enttäuschen mag: Sie bleiben der selbe Mensch. Mit einer kleinen Fussnote: Sie haben ein Kind. Das macht Sie nicht zu einem besseren Menschen. Es macht Sie zu einem Elternteil. Niemand kann Ihr Leben verändern. Eltern sind für das Kind da, nicht umgekehrt. Kinder haben Anrecht auf Liebe, Geborgenheit und Vertrauen – vor allem haben sie Anrecht auf adäquate Erziehung.

 4. Sie werden das besser machen als andere! Sie haben eine Meinung zu allen pädagogischen Erziehungsmustern und vertreten diese auch inbrünstig in einer Runde. Demut ist angesagt. Niemand ist unfehlbar, auch Sie nicht. Erst recht nicht, wenn Sie Kinder haben. Eine Einsicht, die für die einen ein schmerzhafter «Lehrblätz» ist. Für andere schlicht und einfach das Leben.

5. Du hast Kinder, du musst auf Sicherheit setzen! Menschen haben Träume. Das fegen auch keine Kinder weg. Natürlich sind nicht alle Wünsche in der Realität umsetzbar. Die Gründe mögen durchaus mit Sicherheit (des Lebens oder des Geldes wegen) zu tun haben. Niemand sollte sich kasteien. Abenteuer und Wagemut gehören zum Leben. Seien dies ein Jobwechsel, die Selbständigkeit, eine Weltreise.

6. Kinder machen dich schöner! Auch wenn es Ihnen schwerfällt das zu glauben: die Zeit für Schminke, Ausgang – und gute Laune – kommt. Hormonschwankungen und ein gewisser objektiver Attraktivitätsverlust gehen miteinander einher. (Auch wenn Rita «schöner denn je war, als ich die Nabelschnur durchtrennte».) Natürlich, ein Kind macht grundsätzlich jede Frau und jeden Mann unvergleichlich schöner – nur Geduld.

7. Kinder kosten am Anfang doch nichts! Kinderzulagen, Zustupf der Grosseltern, Geburtsgeschenke. Toll, so viele Goodies. Jetzt gilt es, klaren Kopf zu bewahren. (Ein Kind bringt nicht selten Realitätsverlust mit sich.) Der Nachwuchs kostet eben doch schon im Babyalter. Statt in den Gitarrenunterricht investiert man in Windeln und Möbel. Mami und Papi kaufen haufenweise süsse Kleidchen (Klein-Henrik zieht die Mini-Krawatte nicht oft an) und natürlich ist der x-te Wand-Deko-Aufkleber nötig!

8. Gemeinsam sind wir stark! Was aber, wenn der eine Part der Beziehung einen Durchhänger, eine Depression oder ein Burnout hat? Dann ist man in erster Linie einsam stark. Es gibt Zeiten, in denen die Mutter oder der Vater alleine stark sein muss, für die Gemeinschaft. Dass das zu überstehen ist, zeigen jene, die eine Durststrecke (emotional, finanziell, körperlich) erfolgreich gemeistert haben. Im Leben gibt es Abzweigungen, die man nicht einkalkulieren kann.

9. Ein Kind schweisst das Paar noch enger zusammen! Wer Kinder als Rettungsanker einer Beziehung sieht, dem ist von deren Zeugung abzuraten. Kinder fordern – und das 24 Stunden am Tag. Gut, wenn Sie neben Nerven, Geduld und Toleranz auch noch über Optimismus, Gelassenheit und Humor verfügen. Dann können Sie sich abends glücklich nebeneinander kuscheln. Und vielleicht gibt es auch noch Sex. (Aber verlassen Sie sich nicht darauf.)

10. Viele Informationen helfen weiter! Vergessen Sie Ratgeber und Ratschläge. Selbst gut gemeinte Tipps verunsichern oft. Lassen Sie sich nicht von allen und von allem beeinflussen, wenn Sie nicht ein gutes Gefühl dabei haben. Das eigene Bauchgefühl rät meist das Richtige. Beherzigen Sie keine Empfehlungen, wenn es Ihnen nicht danach dünkt – diesen Blog mit eingeschlossen.

marinka*Claudia Marinka arbeitet als freie Journalistin mit Schwerpunkt Gesellschaftsfragen und hat bei verschiedenen Medien in den Ressorts Nachrichten, Gesellschaft und People gearbeitet. Die zweifache Mutter lebt mit Tochter, Sohn und Mann in der Nähe von Zürich.

 

50 Kommentare zu «Die 10 Top-Lügen an Neo-Eltern»

  • Christian sagt:

    Nummer 9 ist eine glatte Lüge. Nichts bringt Paare schneller auseinander, wie ein Kind.

  • Sportpapi sagt:

    @13: Ich sehe Ihren bemerkenswerten Unterschied nicht. Ich hätte ja bei meinem „verallgemeinernden“ Satz noch ein „meiner Meinung nach“ einfügen können. Oder einfach bei der Logik bleiben die besagt, dass der Satz „es braucht“ widerlegt ist, wenn zumindest ein Gegenbeispiel gefunden wird. Wie Sie bin ich auch der Meinung, dass auch fremde Leute mal meinen Jungs die Meinung sagen dürfen – hoffentlich tun Sie es auch, wenn die Kleinen mal wieder überborden. Das ist für mich aber nicht Erziehen im engeren Sinne. Vielleicht eher sozialisieren? Sie gesellschaftstauglich machen?

    • Sportpapi sagt:

      Was mich aber immer wieder stört, was ich auch aus Ihrer Aussage herausgespürt habe, diese Rechtfertigung für Fremdbetreuung, dieses „es ist eigentlich sogar im Interesse der Kinder, wenn sie statt zu Hause in einer Krippe den wichtigsten Teil der Tage verbringen dürfen“. Natürlich ist es gut, wenn Kinder Umgang mit anderen Kindern haben. Dafür braucht es aber keine Fremdbetreuung. Ansonsten ist die Betreuung in einer Krippe im Wesentlichen genau das: Betreuung, nicht Ausbildung und Erziehung. Mehr kann man bei den gegebenen Bedingungen meist gar nicht leisten.

      • Susi sagt:

        Im Tagesanzeiger hatte es vor etwa einem Jahr (oder etwas mehr) einen Artikel darüber, dass Krippenkinder bei der Einschulung enorme Vorteile haben und dass es sogar als sinnvoll erachtet sein könnte, ein Krippenobligatorium (zwei Tage pro Woche) einzuführen.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Diesen Artikel würde ich ja gerne lesen. Bei uns heisst diese Vorschule obligatorischer Kindergarten und dauert mittlerweile zwei Jahre. Macht durchaus Sinn. Und auch das eine oder andere Programm davor, Spielgruppe, Turngruppe, oder was auch immer. Und sicher gibt es Kinder, bei denen jede Stunde ausser Haus ein Gewinn ist (oder zumindest ein Fortschritt bezüglich Sprachfähigkeiten). Für die meisten Kinder gilt das nicht. Noch einmal: Ich habe persönlich nichts gegen Fremdbetreuung. Aber man soll nicht so tun, als ob das quasi das Beste für die Kinder wäre. Schlecht ist es auch nicht.

      • Susi sagt:

        @SP: Leider finde ich den Artikel grad nicht, was natürlich meine Argumentationslage grad massiv unterminiert.

        Soweit ich mich erinnere, ging es unter anderem auch um Familien mit Immigrationshintergrund, deren Kinder beim Kindergarteneintritt teilweise kaum sozialisiert sind und zudem die Sprache nicht sprechen.

        Der Grundtenor war aber ganz klar „pro Krippe“.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich erinnere mich an den Artikel, und an weitere. Es ging wohl darum, dass die Krippen vorwiegend vom Mittelstand genutzt würden. Aber gerade die Kinder, die eine solche Förderung am nötigsten hätten, deren Eltern nutzen das Angebot nicht. Fazit: Um sie zu erreichen, müsste man es obligatorisch erklären. Was dann in Basel auch passiert ist, allerdings nur für fremdsprachige Kinder, um die Sprache zu lernen. Und wohl auch da nicht für die Sprösslinge aus gutem Haus, die ihre Kinder sauber abgetrennt in int. Schulen bilden lassen (das ist jetzt Spekulation).

      • Susi sagt:

        Es war ein anderer (glaub etwas älterer) Artikel, aber ich stimme bei diesem hier insofern zu, dass es wahrscheinlich bei Krippen recht grosse Unterschiede gibt.

        Unser Kind ging in eine integrative Krippe, wo es etwa 20% behinderte Kinder hat. Das Personal dort ist dementsprechend gut ausgebildet.

      • 13 sagt:

        @ sp
        Ich habe nichts über die Krippe gesagt. Aber ja, ich finde nicht nur, dass Kinder andere Kinder brauchen, sondern es ihnen auch mal gut tut, fremdbetreut zu werden. Das muss nicht zwangsläufig in der Kita sein und schon gar nicht 4-5 Tage pro Woche! Mal ein Babysitter, Übernachten beim Grossi oder ein Ausflug mit dem Götti geht auch. Kurz: kinder brauchen elternfreie Zeit!

      • Sportpapi sagt:

        @13: sehr einverstanden.

    • Sportpapi sagt:

      Noch ein Wort zur Entwicklung zu vermehrten Kleinfamilien. Ich sehe nicht direkt, was das mit Erziehung zu tun hat. Wenn mein Vater, jüngster eines knappen Dutzend Geschwister, berichtet, heisst das vor allem viel Arbeit, „Erziehung“ durch ältere Schwestern, viel mehr Freizeit bis hin zu einer gewissen „Verwahrlosung“, und im Gegenzug Zucht und Ordnung zu Hause. Ist das Ihr Idealbild? Ich könnte damit schon leben…
      Zuletzt: Wir gehen den Streitereien aus dem Weg, wenn wir uns und unsere Erziehungsrichtlinien nicht allzu wichtig nehmen. Ausser da, wo sie uns eben wirklich wichtig sind!

    • mila sagt:

      @SP: Und wo sind, Ihnen persönlich, bestimmte Erziehungsrichtlinien ‚wirklich wichtig‘? Ich spüre in Ihren Aussagen auch immer ‚etwas‘ heraus, eine Grundtendenz: zum Teil kann ich mich damit identifizieren, zum Teil nicht. Sie verteidigen hier nicht einfach nur die Wahlfreiheit per se, Sie verteidigen durchaus ein bestimmtes ‚Erziehungsbild‘.

      Aber ich merke, Sie schlagen eine andere Tonart als auch schon an. Sie sind empathischer geworden (wenigstens ist das mein Eindruck). Was Sie daraus machen – Ihre Sache. 😉

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich schlage nicht einfach eine andere Tonart an. Sondern ich diskutiere gerne und anständig mit Menschen, die ebenfalls gerne und anständig diskutieren. Und die nicht einfach andere Meinungen und Haltungen als persönlichen Angriff sehen.

  • Dani sagt:

    „vor allem haben sie Anrecht auf adäquate Erziehung“ Dann solltet ihr das auch mal endlich tun und aufhören eure Kinder durch die Kinderkrippe, Schule oder eure Schwiegereltern erziehen zu lassen um sich danach zu wundern, warum das Kind euch nicht mehr gehorcht oder keinen Respekt mehr hat. DANKE!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Louise sagt:

      Und warum genau machen es Kinderkrippe, Schule und Schwiegereltern soviel schlechter als die noch unerfahrenen und unausgebildeten Eltern? Danke!!!

    • Susi sagt:

      Mich nähme noch wunder, Danki, was Sie den für ein Familienmodell pflegen. Frau am Herd, Mann an der Arbeit? Frau erzieht Kinder, Mann nicht?

    • 13 sagt:

      Eine adäquate Erziehung kann vieles heissen, aber bestimmt nicht nur 24 Stunden mit Mami oder Papi. Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.

      • Susi sagt:

        Ja, genau! Und die Papis, die solche Kommentare schreiben, sind dann eben oft diejenigen, die sich überhaupt nicht an der Erziehung beteiligen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich würde mich bedanken, wenn ein ganzes Dorf sich in die Erziehung meiner Kinder einmischen würde. Manchmal sind solche immer wieder zitierten Sprüche einfach nicht wirklich passend.
        @Susi: Auffällig, wie sensibel Sie bei diesem Thema immer wieder reagieren. Und immer gleich mit diesem vorwurfsvollen Ton. Ich halte fest: Auch ein Mann kann es sinnvoll finden, wenn die Kinder vor allem durch die eigenen Eltern betreut werden. Auch wenn es in der eigenen Partnerschaft, in Absprache der zwei einzigen, die das etwas angeht, die Frau ist, die das hauptsächlich tut.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Es gibt einen bemerkenswerten Unterschied zwischen Ihrem ersten Satz und Ihrem zweiten, der mich zu einem weiteren Spruch inspiriert: „Schliesse nicht von Dir auf andere“! SIE würden sich bedanken…. (subjektiv) und darum SIND solche Sprüche….(objektiv, verallgemeinern).

        Doch, ich denke, dass der Einfluss mehrerer Person, wenn möglich verschiedenen Alters und verschiedenen Umfelds auf die Erziehung oder nennen wir es lieber Entwicklung meiner Kinder Einfluss nehmen. Und wenn sie draussen auch mal von anderen gemassregelt, aber auch behütet werden. Dieser Einfluss ist wertvoll.

      • 13 sagt:

        Ich bin der Meinung, dass wir durch die Entwicklung in Richtung Kleinfamilie (die durch die Zunahme der Ein-Eltern-Haushalte nochmals kleiner wird) eben das Kind zu sehr vereinnehmen …MEIN Kind…und ich bin nicht sicher, dass das gut ist. Weder für das Kind, noch für die Eltern. Ich sehe doch immer wieder, wie das zu Spannungen führt (Die böse Schwiegermutter hat ihm schon wieder Schokolade gegeben…), wo sie nicht nötig wären. Vielleicht sollten wir anerkennen, dass nicht wir zwangsläufig das Beste für das Kind sind, sondern vielmehr die Menge von Personen, die eine Rolle spielen.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Ich mag es übrigens überhaupt nicht, wenn die Kinder in meiner Anwesenheit von anderen massgeregelt und erzogen werden. Wenn sie was anstelle und ich es nicht sehe, dann ist es natürlich schon ok, wenn sie von anderen anständig ermahnt werden. Aber oftmals ist eine Situation eben nicht so wie sie auf den ersten Blick für Aussenstehende erscheinen mag. Gerade bei Streit zwischen Kindern lasse ich die Kinder, solange +/- ebenbürtig, zuerst einmal machen und schreite erst ein, wenn die Kräfteverhältnisse A) zu einseitig und/oder B) das Ganze zu brutal wird. Da brauche ich nicht ein „ganzes Dorf“.

      • Susi sagt:

        Ich stimme bezüglich der Dorf-These mit 13 überein, sehr viele Menschen können sich im Normalfall an der Erziehung eines Kindes beteiligen bzw. erzieherischen Einfluss ausüben, seien das nun die Eltern, die Nachbarn, die Verkäuferin in der Migros, wenn auch in sehr unterschiedlichem Masse und es ist eine Frage der Definition.

        Und @SP: Ich reagiere im vorwurfsvollen Ton auf Danke-Danis und ähnliche Beiträge, weil die, wenn sie auf diese Art daherkommen, schlicht hanebüchen sind. Mich würde tatsächlich Wunder nehmen, ob Dani sich an der Erziehung auch wesentlich beteiligt oder über etwas urteilt, wovon er keine Ahnung hat und dann Krippe, Hort & sowieso jegliche Fremdbetreuung pauschal anprangert.

        Wenn Männer die Erziehung der Frau überlassen wollen, sollen sie das tun. Aber dann sollten sie sich etwas zurückhalten beim Mitreden-Wollen und beim Urteilen über Fremdbetreuung.

      • Susi sagt:

        P.S. „Und ewig grüsst das Murmeltier“
        😉

      • Sportpapi sagt:

        @Susi Murmeltier: “ Mich würde tatsächlich Wunder nehmen, ob Dani sich an der Erziehung auch wesentlich beteiligt oder über etwas urteilt, wovon er keine Ahnung hat.“ Das nimmt Sie eigentlich ja nicht wunder, sondern sie werfen das dem Dani vor, ohne darüber Bescheid zu wissen. Ich wiederhole noch einmal: Wie die Aufgaben in einer Partnerschaft verteilt werden, geht nur die Partner etwas an. Ausser Sie unterstellen, dass da irgendwelche Zwangsmassnahmen, Druckmittel oder was auch immer angewendet werden. Und auch wenn man nicht Vollzeitbetreuer ist, kann man dazu eine Meinung haben.

      • Sportpapi sagt:

        Zudem: Auch wer voll arbeitstätig ist, kann an der Erziehung massgeblich beteiligt sein. Deshalb ist auch das eine Behauptung, zu der ich schon gerne die Grundlage erfahren würde: „Und die Papis, die solche Kommentare schreiben, sind dann eben oft diejenigen, die sich überhaupt nicht an der Erziehung beteiligen.“
        Ich kenne keine Väter, die sich überhaupt nicht an der Erziehung beteiligen.

      • Susi sagt:

        Ich kenne schon Väter, die beruflich wochenweise im Ausland sind und ihre Kinder sehr viel weniger sehen als der Glacé-Verkäufer oder die Migrosfrau das tun. Aber ok, das war wohl etwas unglücklich formuliert, bitte „überhaupt nicht“ durch „kaum“ ersetzen.

      • Susi sagt:

        Etwas muss ich jetzt doch klar stellen: Dass Eltern selbst entscheiden sollen, wer ihre Kinder erzieht, habe ich oben auch geschrieben. Ich werfe darum Dani nicht sein Familienmodell vor, sondern sein undifferenziertes Krippen-Bashing. (Und ja, ich finde, als Vollzeitberufstätiger hat man noch weniger Recht auf solche Aussagen.)

      • Sportpapi sagt:

        Das war klug. Und dann machen Sie mit der Klammer wieder alles kaputt…

      • Susi sagt:

        Ich hab jetzt übrigens etwa 20 Mal einen Kommentar zu posten versucht, nie klappt es. Ich war nämlich oben gar noch nicht fertig, da war noch ein dritter Teil., (auch mit Klammern)

        Und jetzt mal schaue, ob neben „hmmm“ auch der hier geht.

      • Susi sagt:

        Ich wollte eben sagen, dass ich wirklich wissen will, wie es dieser Dani mit der Erziehung hat (und ob sich sämtliche Klischees, die ja irgendwie empirische Wahrheiten sind, wieder mal bestätigen).

      • Susi sagt:

        Ok, ich weiss glaub, wo das Problem liegt. Ich schrieb nämlich, dass meine Frage ev. etwas tend*nziös und s*ggestiv gestellt war. Ob das Programm wohl Kommentare mit diesen Begriffen blockiert?

        Und jetzt ist fertig lustig, ich muss ja auch noch Znacht kochen.

      • Lea sagt:

        @Sportpapi
        Ich bin auch der Ansicht dass die Wahl des Familienmodells einzig die Eltern selbst etwas angeht. Im Idealfall einigen sich die Eltern aus Überzeugungen auf ein Modell, manchmal entscheiden auch externe Faktoren (Job- u. Familiensituation, Einkommen etc). Auf jeden Fall sehr individuell und persönlich. Danis Aussage „hört endlich auf mit Fremdbetreuung“ steht jedoch in klarem Widerspruch zu diesem Anspruch des sich-nicht-Einmischens und ist Pauschalisierung par excellence. Insofern verstehe ich Susi, dass die Emotionen bei einem solchen Kommentar wie von Dani hochgehen

      • Sportpapi sagt:

        @Lea: Man kann ja gut anderer Meinung sein, die Aussage kritisieren oder sogar empört kommentieren (was dann allerdings meist darauf hinausläuft, in ähnlichem Stil zu kontern). Mir ging es aber darum, einmal mehr, dass nicht auf der persönlichen Ebene diskutiert wird, in dem man feststellt, dass die Aussagen von einem Mann stammen und unterstellt, dass er die Kosten für seine Forderung einfach der Frau abwälzt. So einfach ist das ja nicht.

      • Susi sagt:

        @SP: Aber man darf doch in die Diskussion mit einbeziehen, WER hier kommentiert, bzw. ob es ein Mann oder eine Frau ist, oder nicht? Sonst fahren wir ja gleich MLs Schiene, wo Mensch und Geschriebenes völlig voneinander getrennt werden sollen.

        Nochmal: Ich habe lediglich gefragt, wie sein Familienmodell denn aussieht.

        Das ist keine Unterstellung, sondern Sie unterstellen mir eine Unterstellung!

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Natürlich sollte Mensch und Geschriebenes von einander unabhängig betrachtet werden. Gerade in einem anonymen Blog. Ausser es geht um einen Erfahrungs- oder Erlebnisbericht. Es ist aber auffällig, dass sie die Frage nach dem Familienmodell immer nur dann stellen, wenn jemand (ein Mann!) sich zu Gunsten eines traditionellen äussert. Würden Sie eine Frau auch fragen? Weshalb nicht? Und natürlich schwingt dabei mit, dass der Mann sich nur so äussert, weil die Frau die Last dieser Entscheidung zu tragen hat. Oder weshalb fragen Sie das?

    • Sausewind sagt:

      Weil nicht jeder von einem Lohn leben kann deswegen!!!

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Ja, den Kindern tut es gut, noch andere „Gruppen“ mit anderen Regeln und Strukturen zu kennen als nur die eigene Familie, schon nur auf Hinblick auf Kiga und Schule. Ob dies nun eine Kita, die Grosseltern, eine Spielgruppe, Hort, etc sind, spielt aber keine Rolle. Wegen dem Dorf: ehrlich gesagt, hätte auch ich Mühe wenn ein ganzes Dorf dh „Hinz und Kunz“ die Schnauze in unseren Alltag und die Erziehung halten und sich stets einmischen würde. Nein, grundsätzlich erziehen wir als Eltern unsere Kinder, ausser sie halten sich natürlich ausserhalb auf, wo eben die dortigen Regeln gelten.

      • Susi sagt:

        @Andrea: Ich glaube, es geht weniger um ein Einmischen in die Erziehung, als um eine sinnvolle Auseinandersetzung mit den Kindern (was ja letztlich auch in den Erziehungsbereich gehört).

        Auf ein Einmischen reagiere ich auch nicht erfreut, allerdings ist mir das zum Glück noch nicht so oft passiert.

      • Sportpapi sagt:

        Es ist einfach so, dass viele Eltern ihre Kinder gerne fremdbetreuen lassen, aber die absolute Hohheit über die Ausrichtung der Kindererziehung behalten möchten. Das geht bis ins Schulalter, wo Lehrer/innen dann erzieherische Defizite ausbügeln müssen, während gleichzeitig Eltern sich gegen jegliche Eingriffe in ihre Erziehung wehren (beginnt schon bei so banalen Vorgaben wie den Znüni-Vorschriften).

      • 13 sagt:

        @ andrea
        Aber gemäss der Meinung von Dani sollen die Kinder nirgends anderes sein, als bei den Eltern. Ich erziehe gerne inituativ und wenn ich z. Bsp. Mal Krach nicht vertragen kann, bitte ich sie leiser zu sein oder sich einen anderen Platz zu suchen. Sie sollen aber auch lernen, dass andere Menschen andere Befindlichkeiten haben. Da stört es mich nicht, wenn mal jemand (freundlich!) sagt, sie sollen leiser sein, wenn es mich gerade nicht stört. Ich finde es auch toll, wenn ich in einer Gruppe bin, wo ein aussenstehender nicht erkennen kann, welche Kinder zu wem gehören 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Gegen das hat Dani aber eigentlich nichts gesagt.

  • Manni Mann sagt:

    so ist es – Punkt für Punkt

  • No-Daddy sagt:

    „Natürlich, ein Kind macht grundsätzlich jede Frau und jeden Mann unvergleichlich schöner“ – Wieso das denn?!

    • Muttis Liebling sagt:

      Verklärung. Klinisch gesehen ist Verliebtheit eine akute Psychose. Wahrscheinlich bekommen manche Frauen die auch nach Geburt eines Kindes.
      Objektiv beobachtet man betreffs des Äusserem der Damen eher das Gegenteil.

  • Daddy sagt:

    “ Eltern sind für das Kind da, nicht umgekehrt. Kinder haben Anrecht auf Liebe, Geborgenheit und Vertrauen – vor allem haben sie Anrecht auf adäquate Erziehung.“….da gibt es nichts mehr anzumerken!

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