Best of: Tiefer Schlaf für 300 Franken

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag von Gabriela Braun erschien erstmals am 28. März 2014.

Exhausted Mom & Myles both catch a nap

Endlich schlafen: Eine erschöpfte Mutter und ihr Baby. Foto: PB

Die Zeit, in der ich nicht schlafen konnte, gehört zur schlimmsten meines Lebens. Ich schlief maximal drei, vier Stunden pro Nacht. Kaum war ich eingedöst, weinte mein Sohn schon wieder und rief nach mir. Zehnmal die Nacht, sieben Tage die Woche, zwölf Wochen lang. Es war eine Tortur. Mir war häufig schwindlig, ich hörte dumpf oder mit Echo, hatte Schweissausbrüche, konnte nicht klar denken. Nahe Freunde rieten mir, Hilfe zu holen, bei einem Psychologen, Arzt, wo auch immer. Ich aber wusste, es ist nur der Schlaf. Wenn mein Sohn und ich endlich durchschlafen würden, ginge es mir besser.

Nach drei Monaten hörte es auf, von einer Nacht auf die andere. Der Kleine schlief wieder zwölf Stunden, ohne einen Mucks von sich zu geben – und ich konnte mich endlich erholen. Die Tage als Zombie waren gezählt, nach ein paar Tagen schon fühlte ich mich gut.

Vor wenigen Tagen erinnerte ich mich in aller Deutlichkeit an diese schlimmen Wochen. Ich traf eine Freundin und deren Mann mit ihren Zwillingen. Sie waren aus den USA zu Besuch. Die Kleinen sind zehn Monate alt und zuckersüss. Die Eltern wirkten zufrieden. Doch auf meine Frage, wie es mit den Kindern denn gehe, erzählten sie mir, dass die ersten drei Monate ein einziger Albtraum gewesen seien. Ihr Mangel an Schlaf habe das Ehepaar beinahe auseinandergerissen, erzählten sie. «Ich wollte, dass er geht», sagte sie. «Ich wollte nur noch weg», sagte er.

Ihr Sohn litt an einer Kolik und schrie fast immer. War er mal ruhig, meldete sich die hungrige Tochter lauthals. Die Eltern schliefen kaum, waren zunehmend überfordert und begannen sich mit Worten gegenseitig zu zerfleischen. Hilfe von Freunden oder Familienangehörigen hatten sie nicht. Sie wohnten erst seit kurzem in den USA. Ihre Situation begann gefährlich zu werden: Die Eltern fielen tagsüber immer wieder in einen Sekundenschlaf – mit den Babys im Arm. Als der Vater mit den Kleinen im Auto unterwegs war und sich danach nicht mehr erinnern konnte, wie er eben nach Hause gefahren war («ein Blackout») holten sie Hilfe. Sie stellten eine Nacht-Nanny an. Eine Beratungsstelle hatte ihnen dazu geraten.

Die ausgebildete Kinderbetreuerin kam abends zur Familie und verliess das Haus am folgenden Morgen. In der Zeit dazwischen wachte sie über die Babys. Sie gab ihnen die Flasche, wiegte sie in den Schlaf, trug den schreienden Jungen herum – und achtete darauf, dass die Eltern nichts davon mitkriegten. Es funktionierte. Die Babys akzeptierten die Night-Nanny und die Eltern schliefen endlich durch. «Es war unglaublich», erzählten mir meine Freunde. «Diese Frau war ein Geschenk, ein Engel.» Die Eltern erlangten schon nach ein paar wenigen Nächten ihre Kräfte zurück: Sie konnten klar denken, den Alltag bewältigen und normal miteinander reden. Sie waren aus dem destruktiven Kreislauf ausgebrochen, weil sie endlich die nötige Erholung bekamen. Das Engagieren der Nacht-Nanny sei der beste Entscheid überhaupt gewesen, sagen die Eltern heute, sieben Monate nach ihrer grossen Krise.

In den USA, England und Frankreich wächst das Angebot an Night-Nannys seit wenigen Jahren rasant. Immer mehr Eltern entdecken diese Art von Hütedienst. Die Mütter und Väter tun sich damit ab und zu etwas Gutes: Sie gönnen sich eine gesunde Portion Schlaf. Das macht sie ausgeglichener, zufriedener – und beziehungsfähiger. Nacht-Nannys sind deshalb ein tolles Angebot, wie ich finde. Sie unterstützen Eltern in einer äusserst intensiven und allenfalls belastenden Zeit. Sofern natürlich die eigene Brut die fremde Frau an der Wiege auch akzeptiert – und sich die Eltern die nächtliche Hilfe leisten können. Denn das Angebot einer Nachtschwester ist nicht gerade billig. Zwischen 150 und 300 Franken kostet eine zehnstündige Schicht.

Doch nicht alle sind von dieser Entwicklung begeistert. In Internetforen warnen Ärzte vor längeren Trennungen zwischen Babys und Eltern. Sie könnten sich negativ auf die Kleinen auswirken. Gerade in den ersten Monaten sei es sehr wichtig, dass die Eltern-Kind-Beziehung durch viel Nähe und Körperkontakt gefestigt werde. Eltern sollten diese strenge Zeit deshalb auszuhalten versuchen. Auch viele Eltern kritisieren diese relativ neue Art der Fremdbetreuung: Als 2012 bekannt wurde, dass die Schauspielerin Megan Fox zweimal wöchentlich eine Night-Nanny engagierte, um durchschlafen zu können, schwappte eine Welle der Empörung über sie. Zahlreiche Eltern kreideten der jungen Mutter an, sie würde ihr Baby abschieben und ihren Elternpflichten nicht nachkommen. Sie bezeichneten sie als Rabenmutter.

100 Kommentare zu «Best of: Tiefer Schlaf für 300 Franken»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Aber es kann leider auch schiefgehen, gerade bei sensiblen, empfindlichen Babies. Deshalb rate ich persönlich zu weniger drastischen Methoden. Die von 13 erwähnten Ratgeber könnten hilfreich sein. Ich verurteile keine Mutter/keinen Vater, der in Not und Verzweiflung zum Ferbern greift, im Gegenteil! Ich verurteile die Methoden als solches und eben nicht die AnwenderInnen und kann einfach nicht verstehen, dass Bücher wie „JKKSL“ noch immer verkauft werden. Es gibt mittlerweile viele andere, weniger brutale und Schlafbücher. Allen Eltern mit Schreibabies wünsche ich viel Kraft und Geduld!

    • Carolina sagt:

      Und gute Freundinnen, die nicht ständig darauf hinweisen müssen, wie super sie selber alles machen!
      Danke, Andrea!

      • Susi sagt:

        @Carolina: Das habe ich auch gedacht, nachdem ich gelesen haben, dass Ihnen von besserwisserischen Freundinnen Bücher empfohlen wurden, und ich habe dies ja auch gemacht. Aber wirklich, wirklich nie mit der Absicht, jemanden belehren zu wollen, sondern vielmehr, weil ich helfen wollte, da ich die schlimme Situation von chronischem Schlafmangel kannte…

      • Carolina sagt:

        Susi, ich weiss es ja von mir selber (vor dem Schreikind): ich war überheblich, habe den Freundinnen, die es nicht so gut hatten wie ich mit dem ersten Kind auch Bücher und meine Ratschläge empfohlen. Hinterher habe ich Kreide gefressen und ich schäme mich bis zu einem gewissen Grad bis heute dafür. Und ich weiss mittlerweile auch, dass solche Reaktionen oft auch eine gewisse Hilflosigkeit widerspiegeln (ist ein bisschen wie beim Trauern: man meint es ja nicht böse, wenn man jemandem sagt, da kommt schon gut, der Trauernde so eine Bemerkung als unpassend empfindet).
        Und Sie sehen an meiner

      • Carolina sagt:

        /2 gereizten Reaktion, dass mich das Thema bis heute umtreibt. Sorry!

      • Susi sagt:

        @Carolina: Ich hab mich von Ihnen nicht angegriffen gefühlt, sondern eher ein schlechtes Gewissen gehabt.
        Ein Schreikind ist nochmals ein anderes Kaliber als eins, das einfach mehrmals pro Nacht trinken will und dann wieder zufrieden einschläft.

      • Carolina sagt:

        Susi, ich sehe schon, ich habe für ein ziemliches Durcheinander gesorgt. Habe Sie (und Andrea) im Gegenteil verteidigen wollen (blöd von mir, Sie können das ganz gut selber), weil mir die Reaktion von 13 auf Ihren Erfahrungsbericht als sehr einseitig eingefahren ist und ich meine, dass Ironie an dieser Stelle eher ein Angriff ist. Ignorieren Sie es, wenn Sie das noch können!

      • Susi sagt:

        Nein, ihre Verteidigung war mir natürlich willkommen, ich war mir nämlich vorher gar nicht sicher, ob ich die Ironie nicht tatsächlich verdient hatte…

        Mein Kommentar hier war nur ein Gedanke, den ich schon bereits vorher hatte, der dann aber vorübergehend wieder in den Hintergrund geriet. Durch Ihre Bemerkung im Thread meiner umstrittenen Buch-Empfehlung kam er mir dann wieder in den Sinn und ich schrieb ihn auf. Steht also in keinem direkten Zusammenhang.

      • Susi sagt:

        @Carolina: Nein, Ihre Verteidigung war mir natürlich willkommen, da ich vorher nicht mal sicher war, ob ich 13s Ironie ev. sogar verdient hatte…

        Mein Beitrag hier war ein Gedanke, den ich schon vorher gehabt hatte, als ich Ihre Kommentare las. Er kam mir dann wieder in den Sinn und ich schrieb ihn auf, es besteht also kein direkter Zusammenhang.

      • Susi sagt:

        Oh, doppelt genäht hält besser! 😀
        (Hatte eine Fehlermeldung bekommen und dann nochmals eine Kurzversion geschrieben. Elendigliche Technik.)

      • 13 sagt:

        @ Caro
        Es tut mir leid, dass sie die Erfahrungen machen mussten, dass sich die Mütter in ihrem Umfeld hervortaten, anstatt wirklich zu helfen. So sollte es nicht sein. Ich habe auch kein Problem damit, dass Sie anderer Meinung sind als ich. Aber ich finde es etwas unfair, dass Sie meine mehrfache Beteuerung, dass eine Diskussion über eine Methode nicht das Gleiche ist, wie man Menschen in wirklich Extremsituation begegnen würde. Vielleicht passt das nicht in das Bild, dass Sie sich nun von mir gemacht haben, aber ich fände es einfach noch in Ordnung, wenn Sie es zur Kenntnis nehmen.

      • Carolina sagt:

        Oh, 13, sehe das hier erst jetzt – bitte oben schauen! Gute Nacht!

    • Susi sagt:

      @Andrea: Kast-Zahns Methode und Ferbern sollten wirklich nicht einfach so in den gleichen Topf geworfen werden.

      • Kara sagt:

        Ich habe beide gelesen und sie sind zimlich gleich. Feber rat nur zu Anwendung ab 12 monate, Kast-zahn schon ab 6. In Australia wird immer noch sehr oft emfolen Kinder zu „febern“ und meine Schwester hat es mit erste Tochter gemacht. Nach über 1Woche hat sie aufgehört mit erschrekendem Resultat: ihre kleine hat viel mehr geweint und sie nicht mehr ausser Augen gelassen. Mit meine Tochter die bis 13 monaten jede stunde aufgewacht hat und immer noch (mit 3) nicht länger als 4stunden am stück schlafen kann haben wir eine andere lösung gefunden: eine schläft bei Tochter der andere in schlafzimmer.

      • Susi sagt:

        Der wesentliche Unterschied ist m.E., dass man bei Kast-Zahn das Kind eben sehr viel weniger lang weinen lässt. Man beginnt mit einer Minute, steigert langsam bis auf maximal 10 (soweit kam es bei unserer Tochter allerdings gar nie).
        Wenn mir jemand sagt, ein Baby könne nicht zwischen einer Minute und einer halben Stunde (Ferber) unterscheiden, kann ich dem nur entgegen halten, dass es auch im normalen Alltag häufiger mal vorkommt, dass ein Baby eine Minute lang weinend warten muss, bis die Mutter reagieren kann. Kann man denn das auch bereits in den Ferber-Topf werfen?

      • Sportpapi sagt:

        Ich wundere mich, wie viele Ratgeber ihr offenbar gelesen habt. Und wie ihr genau bewerten könnt, was zulässig ist, und was gar nicht geht (dass nicht alles bei allen gleich gut wirkt – Wundermittel gibt es nicht – ist ja allen klar). Ich frage mich einfach, ob die heutige äusserst vorsichtige, behutsame Erziehung, immer in der Angst, man könne das arme Kind lebenslang traumatisieren, wirklich zielführend ist. Auch wenn ein Kind mal weint, und nicht gleich getröstet wird, erholt es sich davon in einer liebevollen Umgebung schnell. Und natürlich können Kinder auch manipulieren.

      • Carolina sagt:

        SP, Achtung, jetzt kommt etwas ganz Seltenes von mir für Dich: 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Was für ein Hochgefühl! 🙂

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Für mich haben solche Ein- und Durchschlafprogramme wie Ferbern, JKKSL, die Freiburger Sanduhr-Methode und die Tweedle-Methode in gewissem Rahmen Ähnlichkeiten zu der von J. Haarer, natürlich in abgeschwächter Form. Babies haben noch kein Zeitgefühl. Ob es nun in der Dunkelheit 3, 5, 10 Minuten oder länger alleine gelassen wird, weiss es nicht. Das einzige, was es merkt, dass niemand (mehr) da ist, und dies immer wieder. Das verunsichert das Kind zusätzlich bis es aus Erschöpfung einschläft. Wie gesagt, es gibt Kinder die gut oder zumindest besser auf solche Methoden andprechen als andere.

    • Susi sagt:

      Die Autorin empfiehlt die Methode auch nur denen, die wirklich ein Problem haben.

      Babys leiden m.E. viel mehr unter Eltern, die nur noch gereizt reagieren können und aufgrund von Schlafmangel konstant am Limit sind.
      Ich kann nur von mir selbst sprechen, ich lebte all diese Monate wie unter einer Glasglocke. Nachdem mein Kind schlief, hatte es endlich eine zufriedene, entspannte Mutter, die auf seine Bedürfnisse auch wirklich eingehen konnte, gerne Zeit mit ihm verbrachte und das Leben wieder lebenswert fand.

      • 13 sagt:

        Babys leiden m.E. viel mehr unter Eltern, die nur noch gereizt reagieren können und aufgrund von Schlafmangel konstant am Limit sind.

        Das kann ich unterschreiben. Es sagt ja niemand, man soll nichts unternehmen. Ich halte das „Aushalten“ auch nicht für die beste Lösung. Klar, fällt das Akzeptieren mal leichter, wenn man weiss, es ist normal, aber schnell mal reicht das einfach nicht. Die Frage ist nur, was ist sinnvoll für Mutter/Vater und Kind. Und davon spricht Pantley. Sie ärgert sich, dass immer nur das Schreien oder Akzeptieren geraten wird und hat eine dritte sanfte Methode entwickelt.

      • Susi sagt:

        Pantley kenne ich nicht. Sollte ich nochmals ein Kind haben, werde ich da ev. mal reinschauen.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Quelle Wikipedia zu Erziehung nach Johanna Haarer: „Erziehung wird bei Haarer zu einer Technik, die durch die Ablehnung von Freude, Zuneigung oder Trösten gekennzeichnet ist und (nach Sigrid Chamberlain)[6] das „Kind als Feind“ betrachtet. So forderte Haarer, wenn das Kind schreit und auch der Schnuller als „Beruhigungsmittel“ versagt, „dann, liebe Mutter, werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen.“[7].

    • Susi sagt:

      Ja, eben. Und nochmal: so funktioniert Kast-Zahns Methode explizit NICHT! Es geht nicht darum, dem Kind Aufmerksamkeit und Zuneigung zu verwehren, um es hart als Soldat für den Krieg zu machen! Sondern es geht darum, das Kind stufenweise und möglichst schonend daran zu gewöhnen, dass es allein einschlafen muss/kann.

      Ein solcher Vergleich ist schlicht hanebüchen. Den könnte man jeder Mutter anhängen, die nicht in den ersten 30 Sekunden jedes Bedürfnis ihres Kindes befriedigt.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    @Pädagogik im 3. Reich: damit ist unter anderem die österreichisch/deutsche Ärztin und Autorin Johanna Haarer gemeint, die folgende Erziehungsratgeber geschrieben hat: „Die deutsche Mutter und ihr Kind“ und „Unsere kleinen Kinder“.

  • Carolina sagt:

    Auch hier wieder: Mütter/Eltern, die wirklich unter einem dauerschreienden Kind leiden, mit Patentrezepten in Form von Büchern und ganz sicher funktionierenden Tipps abspeisen zu wollen, ist, wenn man mal in diesem Dauerstress ist, kontraproduktiv. Auf logischer Ebene funktioniert da gar nichts mehr, da ist sofortige Hilfe gefragt – in der Familie, im Freundeskreis sollte sofort gehandelt werden, wenn die ersten Alarmsignale zu sehen sind (sind ja hier beschrieben worden).
    Von meinen Kindern war eins ein Schreikind – alle anderen haben relativ früh durchgeschlafen, aber sie hat nachts (nur

    • Carolina sagt:

      /2 nachts ständig geschrien. Die Familienkonstellation war so, dass ich ziemlich auf mich allein gestellt war bzw meinte, es zu sein, es auch nicht fassen konnte, dass nichts half – bis mein Mann die Notbremse zog. Jemandem in dieser Situation ein Buch zu empfehlen ist, das weiss ich seitdem, als ob man einem Depressiven sagte, er solle sich zusammenreissen. Kann tatsächlich das Fass zum Ueberlaufen bringen.
      Wenn jemand sich an Sie wendet und erzählt, dass sie/er völlig am Ende ist, handeln sie! Für Ratschläge ist dann vielleicht später, wenn sich die Situation beruhigt hat, Platz.

      • 13 sagt:

        Es gibt aber einen Unterschied zwischen kurz- und langfristigen Intervention. Wenn mir eine Freundin sagt, sie könne nicht mehr, sie sei am Ende, dann sage ich bestimmt nicht: „Komm, nimm Dir mal 4 Stunden Zeit, lies ein Buch und dann wird alles gut“, sondern setze mich ins Auto, nehme ihr das Baby ab und stecke sie ins Bett, während ich mit dem Kind spazieren gehe. Werden aber langfristige Lösungen gesucht, können manche Tipps (auch aus Büchern) hilfreich sein. Ich war noch nie ganz am Ende, aber soweit, dass ich wusste, jetzt muss was gehen. In der Phase hat es mir geholfen, um vorzubeugen.

      • Carolina sagt:

        ‚Ich war noch nie ganz am Ende…‘ Aber ich, 13, und das habe ich hier geschildert. Dass es dann an Fahrlässigkeit grenzt, nicht zu intervenieren und ganz konkrete Hilfe anzubieten, wenn jemand offensichtlich so am Limit ist.
        Je nachdem, wie gross der empfundene Stress bereits ist, muss man darauf vorbereitet sein, dass Mütter (gerade neue Mütter) sich noch mehr in ihr Schneckenhaus verkriechen und eben nicht um Hilfe fragen, wenn sie von allen Seiten mit (natürlich gut gemeinten) Buchtiteln und dem für sie daraus resultierenden impliziten ‚ich-muss-total-doof-sein-dass-alle-es-auf-die-Reihe-

      • Carolina sagt:

        /2 -kriegen-nur-ich-nicht‘ bombardiert werden. Oft genug gauckeln gerade Frauen sich untereinander nach der Geburt, wenn ja alles so happy und toll sein soll, eine heile Welt vor, die nichts mit ihrem Inneren zu tun hat. Wir wären alle besser beraten, wenn wir unsere Unsicherheiten, unsere Aengste und völlig natürlichen Fragen und Probleme nicht für uns behalten würden, sondern loswerden dürften, ohne immer gleich einen mit der Beratungskeule (oder diesem unsäglichen ‚ich-weiss-gar-nicht-was-Du-hast-bei-mir-ist-alles-ganz-toll‘) übergebraten zu bekommen.

      • mila sagt:

        @Carolina: Ich glaube nicht, dass nur Frauen sich untereinander etwas vorgaukeln – Männer tun das auch, einfach in anderen Kontexten (Stichworte: Beruf, Karriere, Erfolg, Bettgeschichten…). Auch dort ist Unehrlichkeit langfristig jeder echten Beziehung und Anteilnahme abträglich.

        @13: Sie scheinen mir ein sehr kopfgesteuerter Mensch zu sein – das bin ich auch. Aber wie Carolina beschreibt, gibt es Situationen (und Tiefpunkte), die sich nicht (allein) durch Reflexion und daraus resultierender Tatkraft bewältigen lassen. Ich habe daraus Verständnis für viele Unzulänglichkeiten gewonnen.

      • mila sagt:

        …und ich kann dieses Verständnis zwar nicht immer gleich umsetzen, aber meine Erfahrung macht mich, denke ich, insgesamt menschlicher. Weil ich nicht mehr an vergleichsweise einfache Problemlösungsansätze glaube. Man kann verstandesmässig (vieles) ‚wollen‘, aber der rationale ‚Wille‘ ist nicht immer der Weg. Genauso wenig, wie der Mensch eine mehr oder weniger funktionstüchtige Maschine ist.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Wir schreiben hier Kommentare zu einem Blog. Da weiss man nicht, wer liest und Intervention wird schwer. Ich bin der Überzeugung, man sollte guten Freunden nichts vorgaukeln und in meinem Umfeld funktioniert das. Mir hat ein Buch geholfen, gleich wie der Austausch mit anderen (es ist normal, es geht auch anderen so), um die Sache durchzustehen (80% Job, 1 Kind, dass die ersten 10 Monate alle 30 Min kam und ein 2. Kind) und nicht am Ende zu sein. Darum empfehle ich es weiter. Wenn es wirklich schon schlimm ist, braucht es zuerst einmal was anderes, d.h. aber nicht, dass es nie hilft.

  • Amos Scherrer sagt:

    Dondolo. Ich sag nur: Dondolo.

  • Susi sagt:

    ab 6 Monaten braucht man keine Nacht-Nanny mehr, da hilft das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“.

    Meine Tochter weckte mich 13 Monate lang im Abstand von weniger als zwei Stunden. Ich war nur noch übermüdet. Dann entdeckte ich dieses Buch und wendete den „Plan“ an; nach nur zwei (!) Nächten schlief unser Kind durch und tut das seither, ich muss vielleicht alle 3 Monate mal aufstehen, wenn sie krank ist oder schlecht träumt.

    Schlafentzug ist Folter!

    • Kara sagt:

      Dieses Buch gibt Tips zu Folter von sensiblen Babys. Klar funkzioniert es bei manchen, leider führt es auch zu schaden bei anderen. Lesen Sie lieber Renz-Polster oder evolutionparenting.

      • Susi sagt:

        Ich weiss, dass die Methode kontrovers ist. Allerdings kenne ich nur Kinder, bei denen dieser Plan innert kürzester Zeit (2-3 Tage) erfolgreich war. Und da fragt man sich natürlich, wie viel Schaden ein Kind nehmen kann, wenn man es 1 Minute, dann 2, dann 3 bis maximal 10 Minuten ohne Intervention schreien lässt. Das ist m. E. zumutbar. Das Kind wird nicht stundenlang im Stich gelassen, so wie Kritiker das häufig darstellen möchten und Baby-Folter ist es ganz klar nicht. (Ich bezweifle ernsthaft, dass solche Kritiker das Buch überhaupt richtig gelesen haben…)

        Die Empfehlungen basieren auf verhaltenstherapeutischen Ansätzen, welche auch Bestandteil der Lern- und Motivationspsychologie sind. Diese Bereiche gehörten eigentlich zu meinem Studium und mir wurde beim Lesen des Buches schnell klar, wie logisch die ganzen Zusammenhänge sind; ich bin einfach nicht selbst drauf gekommen, weil ich derart übermüdet war, dass ich nicht mehr klar denken konnte.

        Man muss sich fragen, was schlimmer ist für ein Kind: Total übermüdete Eltern, die nicht mehr richtig denken können, die während des Autofahrens ein Blackout erleben, die sich in der unerträglichen Situation nur noch streiten, weil sie keine Nerven mehr haben, oder zwei, drei Abende einige Minuten am Stück weinen gelassen werden, bis Mami wieder reinkommt und versichert: „Alles ist gut, wir sind da, aber du musst jetzt allein einschlafen, du kannst das.“ Was genau ist nun Folter?

        Wenn Kinder plötzlich konsequent durchschlafen, ist der Gewinn für die ganze Familie enorm!

      • Susi sagt:

        Was aber klar ist: Wenn man von der Methode nicht restlos überzeugt ist, soll man sie auch nicht anwenden. Das Kind nimm sonst die Unsicherheit der Mutter wahr, was dann kontraproduktiv und tatsächlich schädlich sein kann.

    • 13 sagt:

      Ach Du meine Güte. Als würde es nicht reichen, dass dieses furchtbare Buch (ja, ich habe es gelesen) weiterhin verkauft und angepriesen wird, wird es hier noch ab 6 Monaten empfohlen? Da friert es mich echt. Der „Erfinder“ der Methode, Dr. Feber, der sich im Übrigens klar von diesem Buch distanziert, ging noch vom 18 Monaten aus und zwar als Notfall! und sicher nicht als ein Schlaftraining. Interessant ist auch noch der Umstand, dass diese Methoden klar auf die Pädagogik des dritten Reichs zurückgeht, wo es darum ging aus Kindern folgsame zukünftige Soldaten zu machen. Da muss jeder für sich

      • 13 sagt:

        wissen, ob er/sie das wirklich weiterempfehlen will. Ich empfehle ergänzend Eva Solmaz „Besucherritze“. Sie erklärt sehr gut, was von der Methode zu halten ist.

        Wer Probleme hat, weil er/sie durch die schlaflosen Nächte am Limit ist, aber nicht bereit ist, das Urvertrauen seines Kindes zu zerstören, der sollte unbedingt Elisabeth Pantley lesen: „Schlafen statt schreien“. Bei uns wirkte das Buch Wunder, so dass mein Sohn anstatt 10 Mal pro Nacht noch einmal aufwachte. Ohne eine einzige Träne.

      • Susi sagt:

        Pädagogik des dritten Reichs? Ich glaube, wir reden nicht vom gleichen Buch…

        Die Autorin und Psychologin (VP) Annette Kast-Zahn Febers Methode in diesem Buch modifiziert. Nochmal: Was ist so schlimm daran, ein Kind 1, dann 2, dann 3 Minuten (und nicht eine halbe Stunde!) weinen zu lassen? Die Kinder lernen, alleine einzuschlafen und schlafen fortan auch ganz durch. Dadurch sind die Eltern tagsüber extrem viel entspannter.

        Und wann genau haben wir denn einen Notfall? Wenn die Ehe zu zerbrechen droht, wenn man Gefahr läuft, einen Autounfall zu verursachen, ist das ein Notfall?

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Ja, die Ferber-Methode ist zu Recht umstritten, weil sie gerade für (sensible) Babies schädlich sein kann. Und für ihn war diese Methode als Notfall gedacht wie 13 schon schreibt. Susi, ich verstehe Sie, für Sie waren diese 13 Monate schlimm und ein Notfall, doch ich finde es heikel, mit Ferbern/JKKSL zu werben. Babies und Kleinkinder weinen und schreien nicht einfach so und schon gar nicht um uns Eltern zu ärgern. Dazu sind sie kognitiv recht lange gar nicht in der Lage. Bewusstes Schreien zu lassen, auch für nur einige Minuten, kann das Urvertrauen der Babies kaputt machen :(.

      • 13 sagt:

        bis Mami wieder reinkommt und versichert: „Alles ist gut, wir sind da, aber du musst jetzt allein einschlafen, du kannst das.“ Was genau ist nun Folter?

        Sie haben es selbst geschrieben, was Folter ist: Das Mami kommt rein, das Baby, welches den Satz nicht versteht, denkt: „Puh, überstanden, alles wird gut, Mami ist da“, erfährt gleich wieder, dass es von Mami im Stich gelassen wird. Und so immer und immer wieder, bis es aufgibt.

      • Susi sagt:

        Das Kind versteht zwar (je nach Alter) die Worte nicht, erkennt aber am Tonfall, dass alles in Ordnung ist.

        Wie gesagt, man muss den Plan ja nicht ausführen, wenn man nicht davon überzeugt ist.
        Ich kann von mir nur sagen, dass ich, was solche Themen angeht, schon noch urteilsfähig bin, immerhin bin ich Pädagogin und habe auch Teilbereiche der Kinder-/Jugendpsychologie studiert.
        Ich habe die Methode gemacht, meine Tochter war zwei Abende wütend (zusammengerechnet 8 Minuten am ersten und 4 Minuten am zweiten, dann schlief sie durch, nie hatte ich den Eindruck, sie zu überfordern) und hätte Annette Kast-Zahn am liebsten einen Dankesbrief geschrieben, weil unser aller Leben danach so viel besser war. (Für Kinder ist es auch besser, durchzuschlafen…)

        Der Soldatenvergleich ist etwas befremdlich übertrieben, muss ich schon sagen, immerhin liegt das Buch im Wartezimmer sowohl meiner Frauenärztin als auch unseres Kinderarztes auf… (Nein, die beiden haben nichts miteinander zu tun.)

        (Mein Kommentar oben wartet noch auf Freischaltung 🙂

      • 13 sagt:

        Das Kind versteht zwar (je nach Alter) die Worte nicht

        Stimmt, ich vergass, das Kind ist ja immerhin schon 6 Monate alt (Achtung Ironie)

        Sie haben Kinderpsychologie studiert und erzählen, ein 6-Monate altes Baby sei „wütend“, wenn es schreit? Ist das ihr ernst? Es hat Angst, es ist allein, es will sein Mutter oder eine liebende Person? Aber wütend? Vermutlich weil es genau weiss, dass seine Mutter das Buch gelesen hat und es jetzt „ihren Kopf durchstiert, oder wie? Ich bin schon fast amüsiert, welche kognitive Fähigkeiten Sie einem Säugling zusprechen.

      • 13 sagt:

        Der Soldatenvergleich ist nicht von mir. Ich bin sicher, Sie kennen das Buch „Die deutsche Mutter und ihr Kind“ und Johanna Harrer, worauf das aufbaut?

        Zum letztes Satz sage ich nur: gutes Marketing. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt viele schlechte Bücher, die sich gut verkaufen 😉

      • Susi sagt:

        13, das ist ein Missverständnis, meine Tochter war 13 Monate alt, nicht 6! Ich habe 13 Monate lang nie länger als 2 Stunden am Stück geschlafen, bis ich das Buch in die Finger bekam… Und ja, sie war wütend, nicht verzweifelt, das konnte ich schon noch unterscheiden.

        Es heisst einfach, dass man die Methode ab 6 Monaten anwenden kann.

        Natürlich kenne ich Harrer und ihre Theorien, grauenhaft; umso mehr verwundert es mich, dass Sie Kast-Zahn direkt mit ihr vergleichen.

      • Susi sagt:

        Und zum Marketing: Die Bücher lagen nicht zum Verkauf auf, sondern zur Ansicht.

      • Susi sagt:

        Ich kann insgesamt nur sagen, dass das Buch unsere Familie über den Berg gebracht hat.

        Alle Aussagen darin sind verhaltenstherapeutisch sehr gut begründet und darum auch nachvollziehbar. Wie gesagt, wenn man nichts davon hält, soll man es auch nicht machen.
        Ich habe es jedoch so einigen Freundinnen ausgeliehen und die den ihrigen, nachdem die Kinder plötzlich problemlos ein- und friedlich durchschliefen.
        Warum man dann das Buch nach so vielen guten Erfahrungen so pauschal verteufeln muss, ist mir immer wieder ein Rätsel und wirkt für mich nicht sehr differenziert.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Ich sprach nicht über Ihre Tochter, sondern das hypothetische 6 Monate alte Kind, für welches Sie das Buch empfehlen. Ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie Ihre Tochter nicht lesen können, aber trotzdem: In dem Alter von Wut zu sprechen….na gut. Der Vergleich zu Harrer kommt nicht von mir, der wurde schon massenhaft gezogen. Die Grundidee: dem Kind beizubringen, dass es nicht gleich das bekommt, was es will und das so lange durchzuhalten, bis es aufgibt. Diese Parallelen sehe ich schon, weshalb ich den Vergleich nachvollziehen kann.

      • 13 sagt:

        Ich hatte Marketing nur im Gymnasium, aber ich sehe es so: Man ist übermüdet. Sieht das Buch und blättert darin. Es verspricht auf den ersten Seiten die perfekte Lösung. Der Arzt ruft, man kann es nicht fertig lesen. Also merkt man sich den Namen….und danach: husch, in die nächste Bücherhandlung. Es muss ja gut sein, denn es lag beim Arzt….voila: Produkt verkauft!

        Ich habe übrigens die Bibliothek meines Kinderarztes extra danach abgesucht und es nicht gefunden, dafür aber William Sears „Schlafen und Wachen“. Seither liebe ich ihn noch mehr.

      • Susi sagt:

        Aber ich habe in Bezug auf die Wut explizit von meiner Tochter gesprochen, nicht von einem x-beliebigen hypothetischen Baby. Ob ich das mit einem 6-Monate alten Kind machen würde, weiss ich nicht. Je nach Härtegrad würde ich aber nicht ausschliessen, es mal grundsätzlich in Betracht zu ziehen.
        Ich kenne den Hauptkritikpunkt schon, aber da wird meistens davon ausgegangen, dass das Buch empfiehlt, ein Kind schreien zu lassen, bis es aufgibt, 30 Minuten oder mehr. Und das ist eben genau NICHT so, es sind nur eine, zwei, drei, fünf und falls nötig sieben Minuten.

      • Susi sagt:

        Die Autorin sagt auch explizit, dass die Methode für Eltern und Kind ein Stress sein kann, aber es ist auch ein Stress, jahrelang nicht schlafen zu können und dadurch Gesundheit und Familie zu ruinieren.

      • Carolina sagt:

        13, Entschuldigung, wenn ich es deutlich sage: es ist genau diese Art von überheblicher Besserwisserei, die keiner Frau der Welt helfen wird, wenn sie wirklich in Schwierigkeiten ist, wenn sie nicht mehr ein noch aus weiss.
        Sie überziehen Susis und Andreas Beiträge hier mit einer Ironie und einer Abwertung, die sie schlicht nicht verdient haben. Wie Sie gerade mir unten sagten: wir schreiben hier Kommentare in einem Blog! So ist es, nicht mehr und nicht weniger.

      • Susi sagt:

        @ Carolina: Danke, ich finde diese Art von Ironie in diesem Zusammenhang auch etwas grenzwertig.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Ob Sie mich für überheblich halten oder nicht, ist mir ziemlich egal. Bei der Empfehlung solcher Methoden ist es mir wichtiger, dass es manche Mutter liest und es sich nochmals überlegt, als dass ich Sympathiepunkte sammle. Aber trotzdem bitte ich Sie die Ansprechpersonen meiner Worte zu berücksichtigen. Wir diskutieren hier, was getan werden kann. Wer am Ende ist (und das kann jedem passieren, ich nehme mich nicht raus!), dem wird das nicht helfen. Das habe ich schon gesagt. Da ist es zu spät und es braucht etwas anderes. Ich helfe da jederzeit gerne, wie meine Umfeld auch weiss.

      • Susi sagt:

        @13: Ich hatte Sears „Schlafen und Wachen“ auch gelesen (sowie noch mindestens 5 weitere Werke zum Thema „Baby und Schlaf“), und zwar bevor ich auf Kast-Zahn stiess. Das Buch hat in unserer Situation leider überhaupt nichts gebracht.

      • 13 sagt:

        Ich bin weit von perfekt entfernt. Und ich war auch schon am Punkt, wo ich einfach mal die Türe hinter meiner schreienden Tochter geschlossen habe und mich vor der Türe ausgeheult habe. Und ich habe auch schon mitten in der Nacht eine Freundin angerufen und gesagt, ich kann nicht mehr, ich habe das Gefühl, es geht nur bei mir nicht. Und ich war dankbar, als sie meinte, ihr Kind sei auch erst gerade eingeschlagen. Aber ein geplantes Eingreifen in das Vertrauen eines Säugling finde ich einfach gefährlich und sage das auch in aller Deutlichkeit.

      • 13 sagt:

        PS: Ich kreide Susi gar nicht in erster Linie an, dass sie es durchgezogen hat. Ich kenne ihre Situation nicht. Ich kritisiere nur, dass sie es empfiehlt. Denn es gäbe soviele bessere Empfehlungen. Und meine erste würde lauten: Greift zum Telefon!

      • Susi sagt:

        @13: Beim Einsetzen von Ironie kommt’s halt immer drauf an, was man bewirken will.
        Ich tue das in der Art eher, wenn ich den Gesprächspartner nicht ernst nehme, und nicht dann, wenn ich einen konstruktiven Austausch haben möchte. Aber vielleicht war das sowieso nicht Ihr Ziel, weil ich mich mit der Empfehlung dieses Buches aus Ihrer Sicht in den Bereich „unzurechnungsfähig“ bugsiert habe.
        So zumindest mein Eindruck 🙂

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Nein, gerade weil ich Sie für durchaus zurechnungsfähig halte, ist meine Empörung so gross.

      • Susi sagt:

        @13: Danke! (Und gleichfalls!) 🙂

      • Carolina sagt:

        13, noch ein letztes Wort: ich halte Sie nicht für überheblich, ich kenne Sie ja mittlerweile ein wenig und halte Sie für kompetent und intelligent. Was mich hier umgetrieben hat und mich zu zu scharfen Reaktionen gebracht hat ist, dass ich immer wieder beobachte (sowohl beruflich als auch privat), dass Methoden, analytisches Denken und generelle Kopfgesteuertheit dazu führen können, dass Menschen, die unter höchstem emotionalem Druck stehen, sich noch unverstandener fühlen und noch weniger dazu neigen, sich Hilfe zu suchen.
        Ich glaube, wir sind uns einig, dass es bei wirklichen Schreikindern

      • Carolina sagt:

        /2 und sehr gestressten Eltern erst einmal darum gehen muss, ‚erste Hilfe‘ zu leisten: das bedeutet vielleicht(wie bei vielen Depressiven, Burnout-Betroffenen etc übrigens auch) ein Gespräch mit der Familie, dem Mann, engen Freunden – es ist ganz erstaunlich, wieviele Betroffene noch unglaublich viel Kraft dafür aufwenden, nach aussen eine Fassade der glücklichen Familie aufrechtzuerhalten, oft so erfolgreich, dass nicht mal der eigene Mann wirklich Bescheid weiss (bei uns war es so, weil mein Mann zu der Zeit nur am Wochenende bei uns war). Hier geht es also nur um Notfall-Intervention.
        Ich

      • Carolina sagt:

        /3 habe unten an Susi versucht zu erklären, warum ich so gereizt reagierte. Das hatte mit Ihnen relativ wenig zu tun, sorry.

        Dass ich auch sonst ein Problem mit ‚Methodik‘ bei der Kindererziehung oder Bewältigung eines Problemes habe, ist bekannt. Vor allem meine ich, dass es nie nur eine Methode geben kann – jedes Kind, jede Mutter hat eigene Bedürfnisse und nur weil etwas einmal funktioniert hat, hat das keinerlei empirische Relevanz. Um aber das richtige ‚Bauchgefühl‘ für mögliche Lösungen zu finden, muss man die Betroffenen erst einmal aus der Krise herausholen. Das ist mir wichtig.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Danke für diese Worte. Soweit sind wir uns vollkommen einig. 😉

  • Alex sagt:

    Puh, ich bin ja sooo froh, habe ich mich gegen dieses Statussymbol Kind erfolgreich gewehrt. Die Nächte sind so herrlich ruhig. Und die Morgen erst! Juhui!

    • Esther Baltensperger sagt:

      @Alex: puh – ich auch:) PS: es gibt übrigens auch kinderlose Personen, die aufgrund von Schlafstörungen mit 2-4h pro Nacht durchkommen müssen. Einfach zum sagen…..

    • Susi sagt:

      Unsere Nächte sind trotz Kind ruhig, die Morgen am Wochenende übrigens auch, die schläft häufig bis 10h…

      • Schlumpfine sagt:

        Meine Zweijährige hat die Nacht von gestern auf heute von 19.30 bis 10.00 Uhr durgeschlafen. Danach hat sie bis 11.30 Uhr gemütlich im Bett gespielt. Wenn ich schlecht schlafe, liegt es meistens daran, dass ich nicht „abschalten“ kann.

  • Mutu Kabar sagt:

    Also Outsourcing der Mutter? Naja…

  • 13 sagt:

    Ich bin nicht dagegen. Wenn es nötig ist, dann ist das sicher besser, als sich zu quälen, womit man dem Baby auch nicht hilft.

    Aber ich frage mich trotzdem: Beinhaltet das Wort „Eltern“ nicht eine Mehrzahl? Da sind doch im Normalfall zwei Menschen, die sich um ein Baby kümmern. Alleinerziehende oder Mehrlingseltern ausgenommen. Hilft man sich da nicht gegenseitig? Bei uns schaute auch ich nachts mehrfach, einfach weil ich einfach liegend stillen konnte, während mein Mann einen grösseren Aufwand hatte. Aber wenn es mal nicht mehr ging, übernahm er eben eine Nacht und ich war wieder fit.

  • Marcel sagt:

    Merkwürdig, zu meiner Zeit hatte man sich für so etwas Babysitter (meistens Jungen oder Mädchen im Alter 15+, die sich etwas an Sackgeld oder Studiengeld verdienen wollten) geholt. Ging immer gut. Muss ja nicht immer ein Lic, jur, doc, Babysitter sein. Ein Abend für 20-30 CHF, und ein Tag für 80-100 CHF, oder mal eine Gegenleistung wie mit dem Auto sie zum Turnverein fahren etc. Heute versucht man die Leute auf jede erdenkliche Art abzuzocken. 300 Stutz. Wer hat denn heute schon 30 Stutz als Stundenlohn von den Studenten?

    • Peter sagt:

      Nun ja, 30.- Stundenlohn sind heute gang und gäbe bei Studienjobs. Dazu etwas Nachtzuschlag und die 300.- sind durchaus gerechtfertigt. Es steht zudem auch jedem frei, einen günstigeren Babysitter für eine ganze Nacht zu suchen.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Grundsätzlich eine gute Idee, jedoch doch sehr teuer. Für Familien mit Schreibabies plus finanziellen Engpässen kaum finanzierbar. Wir hatten mit unseren 2 Kindern grosses Glück: beide schliefen nach 3 Monaten nach Koliken und Reflux einfach so meistens problemlos ein und durch, ohne Druck, Zwang, Programme. Eltern mit Schreibabies rate ich, Hilfe zu suchen, auch im direkten Umfeld. Niemand trägt schuld an so einer Situation, weder Eltern noch Kinder! Es ist kein Erziehungsproblem! Wer was anderes behauptet, hat schlicht keine Ahnung und soll dankbar sein für seine „pflegeleichten“ Kinder.

  • henriette sagt:

    Die alleinerziehende Mutter, die ihren 70jährigen Sohn ins Altenheim abschiebt, damit sie endlich mal Zeit für sich hat.

  • beate sagt:

    Natürlich ist es für ein Kind ideal, wenn es rund um die Uhr liebende Eltern um sich hat. Jeder, der ein schlecht schlafendes Kind hat, weiss aber, dass der Punkt kommt, an dem man als Eltern nur noch funktioniert. Das eigene Verhalten droht, weniger liebevoll zu sein, weil man schlichtweg selber am Anschlag ist. Man darf sich fragen, ob es nicht für das Kind besser ist, ausgeschlafene Eltern zu haben, die sich dann voller Energie und Liebe dem Kind zuwenden können.
    Ich finde ferner auch, dass es zu viele Menschen sind, die nicht in der Situation stecken und doch eine Meinung dazu haben.

    • mila sagt:

      Menschen haben als soziale Wesen nun mal eine Meinung zu allem und jedem – das ist per se auch nichts Schlechtes. Oder haben Sie etwa noch nie Ihren Senf zu etwas gegeben, das Sie eigentlich gar nichts anging und das Sie auch nicht aus persönlicher Erfahrung kannten?

      Wenn Sie das erst mal erkannt haben, werden Sie die unerwünschten Meinungen anderer immer noch nicht abstellen können (vielleicht Ihre eigenen). Aber Sie werden sicherlich gelassener damit umgehen können.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Ja, Beate, bin auch deiner Meinung was diese leidigen Besserwisser angeht. Schreibabies nur vom Hören sagen kennen und sich immer einmischen und alles besser wissen wollen… Scheint für einige ein Hobby zu sein, sich auf Kosten anderer zu profilieren. Doch Eltern von Schreibabies brauchen weder Kritik noch Vorwürfe, schon gar nicht von Aussenstehenden, sondern moralische Unterstützung und ratkräftige Hilfe. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich diesen Eltern meine Hilfe anbiete und zB deren Kinder hüte, damit sich die Eltern zumindest etwas erholen und Energie tanken können.

      • Carolina sagt:

        Andrea, wenn ich jemanden wie Sie in meiner Nähe gehabt hätte bei meinem Schreibaby, wäre uns vielleicht so einiges erspart geblieben. Ich hatte alles probiert, alle möglichen angeblich tubelisicheren Bücher angewandt etc – es half alles nichts. Das einzige, was sie einigermassen beruhigte bzw was mir zu ein oder zwei Stunden zusammenhängendem Schlaf verhalf, war Nähe (womit ich dann wieder einen neuen ‚Teufelskreis‘ kreierte. Im nachhinein weiss ich natürlich, dass dieser dauernde Schlafentzug eine Form von Folter war und schlimmer noch, dass mir in dieser Zeit die Liebe zu diesem kleinen

      • Carolina sagt:

        /2 Wesen schwer fiel, womit ich heute noch ein Problem habe! Es war ganz klar eine Mischung aus tiefster Erschöpfung und falschem Stolz, die mich dahin brachte. Kommt dazu, dass auch Freundinnen untereinander oft nicht ehrlich miteinander sind.
        Daraus habe ich Lehren gezogen: ich habe nie wieder damit angegeben, wie toll meine Kinder bzw Erziehungsmethoden sind, denn ich weiss, dass das wirklich jedem passieren kann und zweitens helfe ich heute ganz konkret (meiner Tochter habe ich geraten, bei einer Freundin, die gerade ein Baby bekommen hat, aktiv zu werden und es war gut so).

      • mila sagt:

        @Andrea Mordasini: Betrachten wir es doch einmal so: auch Kritik und Vorwürfe sind eine Art der Anteilnahme (wenngleich in letztlich hilfloser Form). Manche Menschen wissen es einfach nicht besser auszudrücken. Schlimmer jedoch wäre in meinen Augen absolute Gleichgültigkeit.

        Und das sich-auf-Kosten-anderer-profilieren-zu-wollen: Hand aufs Herz, haben Sie das noch nie getan? Wirklich nie? Mir gefällt Carolinas Einstellung, die diesbezüglich erst einmal bei sich selbst ansetzt und um Aufrichtigkeit bemüht ist. Dadurch schafft sie sich das hilfreich-anteilnehmende Feld, das Sie sich wünscht.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        @Mila: natürlich bin ich weder perfekt noch vorurteilsfrei. Ich bin einfach bemüht, mit Vorurteilen, wo ich die Hintergründe nicht kenne, im Saum zu halten. Und nein, Vorwürfe, Anfeindungen und belehrende, rechthaberische Besserwisserei helfen und nützen nichts und niemanden, schon gar nicht in Stress- und Notsituationen. Da helfen am besten aufmunternde Worte, tatkräftige Hilfe (zB das Kind hüten) und moralische Unterstützung. Alles andere ist kontraproduktiv und verunsichert bloss unnötig die Leidtragenden noch mehr. Das muss doch nicht sein! Das ist dann das „sich Profilieren“.

      • mila sagt:

        @Andrea: Nein, es muss nicht sein, passieren tut es trotzdem. Die Frage ist also mitunter, wie man damit umgeht. So kann man unerwünschten Kommentaren im näheren Umfeld Grenzen setzen bzw. um die Art von Unterstützung bitten, die einem gut tut. Und was entfernte Bekannte oder Fremde denken, könnte einem eigentlich egal sein.

        In jedem Fall ist Abgrenzung etwas, was man selbst leisten kann, nicht zuletzt um aufgestaute Wut und Frustration zu vermeiden.

      • Andrea Mordasini sagt:

        Ja, sich abgrenzen und auf Distanz gehen ist genau so hilfreich wie sich eine dicke Haut zulegen und die Ohren auf Durchzug stellen ;). Ich denke, dass das viele tun und können, mich eingeschlossen. Das soll und darf einfach kein Freipass sein für die Besserwisser. Denn es gibt je nach Gemütszustand und Situationen Momente wo einen blöde unnötige Kommentare mehr treffen und verletzen als sonst. Auch hilfreich sein kann verbale Schlagfertigkeit ;). Mir ists schon mehrmals gelungen, Besserwissern und Motzern mit einem frechen (nicht primitiven!) Konterspruch die Segel aus dem Wind zu nehmen ;).

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Haha, gröhl :lol:, es muss natürlich heissen „den Wind aus den Segeln nehmen“, nicht umgekehrt

      • mila sagt:

        Da gebe ich Ihnen vollumfänglich recht. 😉 Mir selbst felt in solchen Situationen leider nicht selten die Schlagfertigkeit. Aber ich arbeite daran. 🙂

  • andrea sagt:

    300 Franken fuer eine Nacht! Was ist mit den Familien, die sich diesen Luxus nicht leisten koennen? Gibt es fuer die auch Hilfe? Wie waere es mit einer Freiwilligen-Organisation, die in Haertefaellen Freiwillige (natuerlich mit angemessener Erfahrung/Ausbildung) zur Verfuegung stellt, die gerne einmal ein paar Naechte aushelfen. Wo bleibt die Naechstenliebe?

    • mila sagt:

      Wer nach Nächstenliebe schreit, sollte vielleicht zunächst einmal selbst damit anfangen… Es ist eine gute Idee, setzen Sie sie doch in ihrer Gemeinde/Stadt/Region dafür ein. Wenn es ein anderer für Sie richten soll, werden Sie vermutlich lange warten. 😉

    • Kara sagt:

      Zum Glück gibt es noch Grosseltern und Freunde. Das Problem ist auch dass viele junge Eltern nicht getrauen um Hilfe zu bitten oder sogar sind nicht bereit Hilfe zu akzeptieren. Das Druck ist zu hoch alles selber meistern zu können oder die Eltern wollen niemandem stören – die Mutter hat ja Mutterschaftsurlaub, und die Freunde nicht. Ich rede leider aus eigene Erfahrung. Meine Tochter ist 3 und hat kein enziges Nacht länger als 4 Stunden am Stück geschlafen.

    • Roberto Gloor sagt:

      In solchen Familien arbeiten auch nicht alle, dort kann mann/frau am Tag Schlaf nachholen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Mein Grosser hat erst mit 6 Jahren durchgeschlafen und ich wäre froh um eine solche Entlastung gewesen. Leisten hätte ich mir diese allerdings nicht können, gearbeitet habe ich auch und tagsüber hat mein Sohn auch fast nicht geschlafen. Eine Frechheit zu glauben, dass arme Familien nicht arbeiten! Zwischen Reichtum und HARTZ IV gibt es noch andere Formen.

  • gutweniger sagt:

    Wo bleibt der gesunde Menschenverstand. Auch die Generation 50+ holte sich in solchen Situationen hilfe, die Kinder werden nicht krank oder bekommen einen psychischen Knaks wegen einer Nachtnanny sondern wegen Fachmenschen die den jungen Eltern Schuldgefühle machen und aus Ihnen unsichere Eltern und überbehütete Kinder machen.
    Gesund ist was normal ist und normal ist, der Situation, den Möglichkeiten und dem Instinkt entsprechend zu reagieren.
    Wer seine Kinder liebt macht es ganz sicher richtig.

    • erich sagt:

      Natürlich schadet es den Kindern nicht, wenn die Eltern entlastet werden – im Gegenteil. „Fachmenschen“ zu diskreditieren ist aber das Letzte. Jeder kompetente Spezialist arbeitet gegen die Schuldgefühle. Und von der Generation 50+ sind in sogenannt „normalen“ Verhältnissen unzählige Probleme entstanden. Liebe und Gelassenheit sind super, nachdenken ist aber auch nicht falsch.

      • Anton Kinderlos sagt:

        Liebe + Weisheit ist wohl die beste Kombination für einen guten Nachwuchs – Beispiel: meine Eltern liebten mich ganz bestimmt sehr, doch die erzieherischen Fehler waren trotzdem gravierend. Liebe ist also kein Garant das alles super läuft –

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.