Best of: Die Gnade des späten Gebärens

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Papablog von Michael Marti* erschien erstmals am 23. April 2014.


Späte Elternschaft ist ein Reizthema. Frauen und Männer, die sich in ihren Vierzigern, ja, in ihren Fünfzigern womöglich, für ein Kind entscheiden, gelten oft als Egoisten, die alles haben wollen im Leben: in der ersten Lebenshälfte Karriere und Ungebundenheit, in der zweiten Kinder und Familienbande.

Insbesondere alte Mütter trifft erbarmungslos Kritik, sie würden mit der Medizin als Komplizin die natürliche Ordnung der menschlichen Fortpflanzung pervertieren. So diskutierte die Boulevardzeitung «Blick» unlängst, ob es rechtens sei, wenn die Krankenkassen die Entbindung einer 66-Jährigen bezahle, die nach einer In-Vitro-Befruchtung mit Zwillingen schwanger war. Auch in einschlägigen Postings des Mamablogs («Alterslimite für Mütter?») derselbe Tenor, hier werden Schwangerschaften nach 45 als «unverantwortlich», als «selbstsüchtig» abgeurteilt.

Ein ganz anderes Bild allerdings zeichnen neuste Forschungsergebnisse. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» beleuchtet in seiner aktuellen Ausgabe mit einer Titelgeschichte den diesbezügliche Stand der Wissenschaft. So sei mittlerweile erwiesen, dass späte Eltern in der Regel nicht nur gute, sondern sogar die besseren Eltern seien. Denn diese würden sich meistens aus einer wirtschaftlich abgesicherten Position für Kinder entscheiden, sie lebten grösstenteils in einer stabilen Partnerschaft und seien überdurchschnittlich gut gebildet. Davon profitiere der Wunschnachwuchs in hohem Masse: «Kinder, deren Eltern ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, sind weniger belastet als jene, deren Eltern noch suchen.»

Offenbar wurden bislang auch die gesundheitlichen Risiken überschätzt. «Kinder, deren Mütter bei der Geburt 35 bis 44 Jahre alt waren, erleiden – anders als lange angenommen – auch langfristig keine gesundheitlichen Nachteile», heisst es im «Spiegel». Und weil sich die Töchter und Söhne besonders erwünscht fühlten, würden sie nachhaltig den so wichtigen Glauben an sich selbst und den eigenen Wert entwickeln.

Auch ein zweites Vorurteil gilt es zu revidieren: Die späte Elternschaft ist mitnichten die exotische Option weniger egozentrischer Frauen und Männer, die mithilfe skrupelloser Ärzte sich über alle ethischen Grenzen hinwegsetzen. Vielmehr handelt es sich um einen «sozialen Megatrend», wie ein Experte im erwähnten «Spiegel»-Artikel zitiert wird, um eine Entwicklung, deren Auswirkungen vollkommen unterschätzt würden. Tatsächlich gilt dies auch für die Schweiz, hierzulande nimmt die Anzahl der unter 30-jährigen Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, ebenfalls ab, während gleichzeitig die Zahl der 35-jährigen und älteren Frauen steigt.

Hauptgründe dafür sind immer längere Ausbildungszeiten für beide Geschlechter und der härtere Konkurrenzkampf um attraktive Jobs, auch dies gilt für Männer und Frauen.

Vergegenwärtig man sich also die neuesten Erkenntnisse und Fakten zum Phänomen späte Elternschaft, ergibt sich ein ganz anderes Bild, als es derzeit in der Öffentlichkeit vorherrscht. Es geht hier nicht um selbstsüchtige Ego-Eltern, sondern vielmehr darum, dass es heute jungen Erwachsenen kaum noch möglich ist, gleichzeitig eine Karriere und eine Familie aufzubauen. Hinlänglich bekannte Gründe dafür sind etwa die Defizite bei den Kinderbetreuungsangeboten (Stichwort Tagesschulen) oder das Fehlen von Teilzeitjobs auf Kaderstufe.

Es sind mithin gesellschaftliche Ursachen, die hinter der Entwicklung zur späten Elternschaft stehen – nicht die Egozentrik einzelner Frauen und Männer. Man mag diesen Wandel begrüssen oder nicht, gut zu wissen ist: dass die späte Elternschaft nicht auf Kosten der spät geborenen Kinder geht.

memyselfandi*Michael Marti (48) ist Leiter Digital und Mitglied der Chefredaktion des Tages-Anzeiger. Er wurde mit 40 erstmals Vater und lebt mit seinen beiden Töchtern und seiner Frau in Zürich.

34 Kommentare zu «Best of: Die Gnade des späten Gebärens»

  • Melanie sagt:

    Kriegen wir das hin? Sind wir nicht vielleicht schon zu alt? Was ist wenn das Kind nicht gesund ist ? Da hat man schön Ängste. Und wenn man sich dann doch mit 40 dafür entscheidet weil die Gesundheit es zulässt und man dies gerne möchte, wieso sollte man dafür verurteilt werden? Ich glaube dass nur die wenigsten Paare diese Entscheidung völlig unreflektiert treffen. Und möchte man als Frau keine Kinder, egal wie alt man ist, wird man genauso als Egoist beschimpft. Die Zeiten haben sich verändert, die Welt dreht sich weiter. Und das ist doch auch gut so 🙂

  • Melanie sagt:

    Ich bin jetzt 39 und dachte lange Zeit mein Leben würde ablaufen wie das meiner Eltern: man lernt den Partner fürs Leben kennen, geht heiraten und lebt im eigenen Haus mit Kind oder Kindern glücklich und zufrieden dahin. Es kam allerdings etwas anders, denn erst mit 38 habe ich den richtigen Mann kennengelernt. Vorher war ich 8 Jahre lang solo. in dieser Zeit hatte ich mit oben beschriebenem Lebenskonzept schon völlig abgeschlossen und mit dem Gedanken an Kinder schon dreimal.
    Nun werden wir nächstes Jahr heiraten und auch Kinder sind ein Thema. Wir machen uns ganz viele Gedanken darüber:

  • hans sagt:

    natürlich kann man nichts generalisieren. ich wurde mit 30 und 32 vater. in meinem umfeld beobachte ich das +40 eltern ihre Kinder als Projekt planen und jedes Detail durchstrukturieren. die Kinder können sich kaum selbst beschäftigen weil ihr tägliches Programm fest vorgegeben ist und wenig freiraum beinhaltet. die Kinder können weniger Erfahrungen machen und lernen nicht selbst zu entscheiden. das führt oft auch in der schule zur Überforderung, nicht vom Stoff her aber von der situation. ich persönlich möchte auch mit 60 keine 15 jährigen Teenager mehr.

  • Eduardo sagt:

    Die meisten Karrieren, die diesen Namen verdienen, finden erst zwischen 35 und 50 statt. Und ausgerechnet in diesem Zeitraum soll ein kleines Kind ideal in die Lebensplanung passen?

  • Carlita sagt:

    Ich gebar meinen ersten Sohn mit 37, den dritten und letzten mit 40. Vorher passte weder der Partner noch die Lebenssituation. Ich bin vorübergehend aus dem Beruf ausgestiegen und finde dad Familienleben herrlich nervig und schön. Würden mich die erwarteten Reaktionen meines Umfeldes und der Öffentlichkeit kalt lassen, würde ich mich auch jetzt mit 43 noch sn ein viertes wagen.
    Susi, ich drücke dir die Daumen, dass du deinen Wunsch verwierklichen kannst! Finde es toll!

  • Daph sagt:

    Unser erstes Kind kam mit 37 unser zweites mit 41 und wir denken über ein drittes nach. Wir haben uns erst mit 35 kennengelernt. Haben so beide ganz klare Vorstellungen von Partnerschaft, alle Ausbildungen abgeschlossen, einen gefestigten Arbeitsplatz und finanziell unabhängig. Das hilft sehr sich auf Kinder konzentrieren zu können. Aufgrund von Ausbildung, Reisen und Karriere konnte ich mir vor 33 Familienbildung gar nicht vorstellen. Es gibt ganz klar eine Verschiebung der Prioritäten im Vergleich zur Generation unser Eltern, besonders für die Frau und das ist auch gut so.

  • Leo Schmidli sagt:

    Niemand zweifelt die persänlichen Fähigkeiten und Erziehungskompetenzen älterer Eltern an. Es sollte jedoch Folgendes berücksichtigt werden:
    – Im Alter nähert man sich dem Tod immer schneller. Mit 50 ein Kind zur Welt bringen und dann zu sterben, wenn es in die Pubertät kommt, finde ich keine schöne Vorstellung.
    – Im Alter nehmen auch Krankheiten zu, die Pflegebedürftigkeit steigt (z.B. nach einem Schlaganfall). Ich würde von meinen jungen Kindern nicht erwarten wollen, dass sie mich pflegen.
    – Kann ich mit meinen Kindern toben, so wie sie es benötigen?

    • Barbarina sagt:

      Ich kenne junge Eltern, die nie mit ihren Kindern toben, wie sie es benötigen, sondern sie vor den Fernseher setzen.
      Und ältere Eltern, die das eben tun. Ob man das tut, ist keine Frage des Alters sondern des Engagements.

    • Jörg Wirz sagt:

      Ich finde diese Argumente auch wichtig Herr Schmidli. Die werden im Bericht oben total ausgeblendet. DIe Pro-Argumente für ältere Eltern sind zudem sehr auf die materialistische Leistungsgesellschaft ausgerichtet (Geld, Job, berufliche Möglichkeiten….). Auch diese Seite könnte man anders herum sehen: Wenn den Kindern alles geboten wird, dann werden sie bequem und sie können aus schwierigen Situationen nicht lernen.

      Die Lehre daraus: Pausche Urteile sind nicht möglich, jeder Fall liegt anders.

      • Carlita sagt:

        Früher sind Eltern auch gestorben, wenn die Kinder flügge waren, die Lebenserwartung ist inzwischen massiv gestiegen und die Eltern sind und bleiben sehr lange alt bis uralt. Kinder plegen ihre Elternb ebenfalls meist nicht, wenn sie älter und bedürftig sind, dies übernimmt in der Regel der Staat oder private Pflegeeinrichtungen. Kinder von frühgebärenden Eltern haben nämlich meist selbst Kinder und berufliche Verpflichtungen und somit keine Zeit für die Pflege resp. Unterstützug der Eltern. Vor den wenigen Ausnshmen ziehe ich respektvoll den Hut. Toben sollen Kinder lieber mit ihresgleichen.

  • Leo Klaus sagt:

    Das einzige Problem mit aelteren Muetter ist das deutlich erhoehte Risiko eines Down-Syndrome Kindes. Es passiert nicht sehr oft, aber es passiert und das Risiko steigt. Dies waere meiner Meinung nach das eigentlich grosse Nachteil.

    • alam sagt:

      Und das kann man ja inzwischen auch gefahrlos testen.

      • Francesca sagt:

        Gefahrlos testen? Jedes auffällige Resultat wird mit einer Fruchtwasseruntersuchung verifiziert. Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei etwa 1%. Die Erfahrung der Ärztin / des Arztes spielt dabei eine wichtige Rolle.

      • Claudia sagt:

        Test wird heute per Blutanalyse gemacht.

    • Francesca sagt:

      Zur Information: Für eine 35 jährige Frau ist das statistische Risiko ein Kind mit Down-Syndrom zu gebären 0,28%.
      Für eine 39 jährige Frau liegt es bei 0,78% und für eine 42jährige Frau bei 1,82%.

  • ri kauf sagt:

    Das ist ja alles gut und recht. Und ich glaube auch, dass, ist man ein bisschen reifer, man vielleicht auch mehr Geduld und Weisheit mit Kindern hat. Nur; Mit über 50 noch Kinder auf die Welt zu stellen, scheint mir dann doch fragwürdig. DA sollte man vielleicht auch an das Kind denken. Wenn das Kind 20 ist, sind die Eltern 70 oder mehr…..Und: muss mann/frau denn um alles in der Welt ein Kind haben?

  • Anja sagt:

    Ich widerspreche nicht der Meinung, dass „ältere Mütter“ auch gute Mütter sind. Mir fehlt aber der Aspekt, dass umso älter die Eltern sind, umso früher sterben sie auch, erkranken an Alzheimer oder haben körperliche Gebrechen. Mit vierzig ein Kind? Wenn es klappt, wieso nicht? Da liegt noch fast die Hälfte ihres Lebens vor ihnen… Mit 60? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Kind noch ins Erwachsenenalter begleiten dürfen?

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Egal ob mit 20, 30, 40, 40+, geplant oder nicht: Hauptsache, die Kinder werden überall geliebt und mit viel Wärme, Nähe, Zuneigung, Zuwendung und Geborgenheit erzogen. Da kommts doch nicht aufs Alter drauf an. Jedes Alter hat seine Vor- und Nachteile. Ich wurde mit noch nicht ganz 35 das erste Mal, mit knapp 36,5 das zweite Mal Mutter. Ob ich nun eine gute Mutter bin deswegen? Keine Ahnung, ich versuche einfach täglich mein Bestes, so wie die allermeisten Eltern doch auch! Etwas mehr Leben und leben lassen, Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Lebenswntwürfen wäre auch kein Luxus, danke!

  • speybridge sagt:

    Lebenspläne sind etwas sehr Persönliches, kaum zu bewerten, auch nicht bei der späten Elternschaft.
    Einen praktischen Aspekt gibt es jedoch, der oft unbedacht bleibt: Späte Eltern bleiben eben auch sehr lange an ihre Kinder gebunden – ganz simpel finanziell. Wir kennen mittlerweile vermehrt Eltern, die finanziell wegen der Abschläge nicht in der Lage sind, früher in Rente zu gehen als gesetzlich vorgeschrieben bzw. sogar darüber hinaus arbeiten müssen, obwohl es ihnen gesundheitlich nicht mehr wirklich gut geht. Diesen „Preis“ für späte Elternschaft nimmt man oft in jungen Jahren nicht ernst.

    • Monaco sagt:

      Genau das ist gerade einem Kollegen passiert: er erzählte mir vor 3 Monaten, dass er gerne aufhören würde zu arbeiten, er aber noch 3 Jahre durchhalten muss, wegen dem Studium der Kinder…nun wurde er letzte Woche in die Psychiatrie eingeliefert, Burnout…seine alten Eltern hatten zusätzlich an ihm gezerrt…viel Spass also, wenn ihr 60 seid!

      • Claudia sagt:

        Ich habe mein Studium auch selber finanziert. 65% daneben gearbeitet = null Freizeit aber es geht (ausser bei gewissen Studienrichtungen wie zBsp. Medizin). Viele „Kinder“ sind einfach sehr verwöhnt und arbeiten nicht mal in den Semesterferien. Bei der älteren Generation ist es oft auch so, dass die Mutter nie wieder ins Berufsleben eingestiegen ist und die ganze finanzielle Last beim Mann liegt. Aber auch hier gilt: man liegt so wie man sich bettet. Gute Besserung dem Kollegen!

      • Susi sagt:

        Claudia: Mit dem neuen System ist das schwieriger, da sind 65% arbeiten leider nicht mehr drin, sonst kann man die obligatorischen Lehrveranstaltungen nicht mehr besuchen.

        Ich habe damals auch mein gesamtes Studium selbst finanziert, meine Eltern lebten nicht mehr und zudem wäre ich sowieso nie auf die Idee gekommen, ihnen auf der Tasche zu liegen.

  • Mica Vero sagt:

    „Auch in einschlägigen Postings des Mamablogs («Alterslimite für Mütter?») derselbe Tenor, hier werden Schwangerschaften nach 45 als «unverantwortlich», als «selbstsüchtig» abgeurteilt.“

    Da bin ich ja froh, hab ich mein Kind mit 44 bekommen…

    • Lynn Dohr sagt:

      Ich bin auch froh, dass meine Mutter mich noch geboren hat! Und ich kann von meinen Geschwistern und mir freiraus behaupten, dass wir ziemlich gut rausgekommen sind, trotz „alter“ Mutter!

    • Susi sagt:

      @Mica: Mit 44?? Wow, das macht echt Mut! Ich bin nämlich 43 und hätte gerne noch eins. (Hatte mein erstes Kind mit 38 und das zweite, das leider starb, mit 42). Zu hören, dass es auch mit 44 noch klappen kann, gibt Hoffnung!

      • Muttis Liebling sagt:

        Hoffnung für die Mutter schon, aber für das Kind? Mit 14, in den Stürmen der Pubertät eine Mutter im fortgeschrittenen Grossmutteralter zu haben, ist nicht prikelnd. Kommt noch hinzu, dass die richtige Grossmutter, falls die überhaupt noch lebt, das im Altenheim tut, und/oder schon dement ist. Das ist kein Lebensmodell.
        Das 20- Jahre Generationsmodell ist biologisch und sozial optimal. Die Mutter ist auf dem Höhepunkt ihrer biologischen und sozialen Fähigkeiten. Zwei erwerbende Generationen (Eltern 20-40, Grosseltern 40-60) stehen einer zu alimentierenden Generation gegenüber.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Bei 30 Jahren Generationsdauer gibt es eine erwerbende und zwei zu alimentierende Generationen.
        Wobei diese Überlegungen nicht mal eine Rolle spielen sollten, die sind nur formal richtig. Wichtiger ist die biologische Eignung der Mutter zum Kind. Die hat nach 2 Millionen Jahren Evolution zwischen 19 (Epihysenschluss) und 22 ihr Optimum. Danach geht es bachab und ab 30 sollte man es sein lassen. Man kann heute schon viel korrigieren und präventiv abwenden, nur warum?
        Einer 40- jährigen etwas zu gestalten und imaginieren, was eine 20- jährige von Haus aus hat, ohne Manipulation? Nein.

      • Susi sagt:

        @ML: Ich kenne Ihren Standpunkt zu diesem Thema und kann Ihre Argumente durchaus nachvollziehen, insbesondere was die Generationendauer betrifft.
        Nur: Ich hatte vor 30 weder einen Kinderwunsch noch den passenden Mann, mit dem ich mich hätte fortpflanzen wollen. Meine ernstgemeinte Frage an Sie: Hätte ich denn nun einfach auf Kinder verzichten sollen, weil ich so spät dran war? Sollte ich Ihrer Meinung nach ab sofort verhüten, um nicht noch ein Kind in die Hoffnungslosigkeit zu stürzen, indem ich ihm alte Eltern antue?

        Sehen Sie, meine Eltern haben mich jung gehabt, starben aber beide sehr früh: Mit 19 verlor ich meinen Vater, mit 25 meine Mutter. Mein Schicksal der frühen Verwaisung war also das, was Sie eigentlich den Kindern älterer Eltern prophezeien. Wäre es denn besser gewesen, ich wäre stattdessen gar nie geboren worden, als sowas erleben zu müssen? Diese Frage beantworte ich gleich selbst mit einem klaren „Nein“.

    • Carlita sagt:

      Muttis Liebling, Biologie ist nur ein, wenn auch wichtiger, Teil des Lebens. In unserer Zeit kriegen Frauen aus gesellschaftlichen und sozialen Gründen in der Regel nicht mehr zwischen 19 – 22, so ist das eben und die Evolution wird dies vielleicht regeln. Und was die unprikelnden alten Eltern betrifft, für rinen Teenie sind Eltern jeden alterns Dinosaurier. Ich finde Sie argumentieren etwas einseitig.

      • Carlita sagt:

        Und, ML, bin ich für meine drei Kinder, welche ich alle nach 30 bekam, besser geeignet als ich es früher je hätte sein können. Ich finde Ihre Aussage recht unvetschämt und beleidegend.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Carlita, meine Mutter hat mit 80 Jahren 3 aus den Windeln gewachsene Urenkel, die ihr viel Freude machen. Hätte sie, ich und meine Schwester die Kinder erst mit 30 bekommen, gäbe es das nicht.
        Mit 30 ist man zu alt für ein Kind, weil Nebensächlichkeiten wie Wohlstand, eine Rolle spielen. Man vergibt sich Erfahrungen, z.B. die, am Monatsende entscheiden zu müssen, Kinder- oder Erwachsenennahrung zu kaufen.
        Meine Kinder sind sehr stabil, die haben gelernt, mit Widrigkeiten umzugehen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich kann auf diese Erfahrungen gut verzichten, auch wenn sie vielleicht lehrreich gewesen wären… (als Werkstudent für den eigenen Unterhalt zu sorgen reichte mir vollauf).

      • 13 sagt:

        @ ML
        „meine Mutter hat mit 80 Jahren 3 aus den Windeln gewachsene Urenkel, die ihr viel Freude machen“

        Meine Grossmutter hat mit 83 sogar vier davon. Und abgesehen von meiner Schwester haben alle, d.h. meine Eltern und ich unsere Kinder nicht zwischen 19 und 22 bekommen, sondern danach.

        Und eigentlich sollte Ihre Mutter so langsam Ur-Ur-Enkel haben….80 Jahre…Kind 60 Jahre….Enkel 40 Jahre….Ur-Enkel 20 Jahre….wäre doch langsam an der Zeit für die nächste Generation, nicht?;-)

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