Best of: 20 Symptome des Elternseins

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag von Gabriela Braun erschien erstmals am 22. November 2013.

Um es vorwegzunehmen: Das untrüglichste Zeichen, dass Sie Eltern sind, ist klar: Sie haben ein Kind. Sie haben es geboren, waren dabei oder auch nicht. Sie haben es adoptiert, sind Stiefvater, Stiefmutter oder Pflegeltern. Das macht einen zu Eltern. So viel zur Definition.

Daneben gibt es zahlreiche Verhaltensweisen, die unmissverständlich darauf hindeuten, dass man Mutter oder Vater ist. Welche das sind? Lesen Sie selbst. Das amerikanische Online-Newsportal «Huffington Post» publizierte kürzlich die Liste «24 Clear Signs You’re a Mom» mit Antworten von Müttern auf diese Frage. Sie enthält viel Wahres und Lustiges, wie ich finde. Und sie zeigt auf, dass Eltern – in welchem Land auch immer – ähnlich ticken. Ich habe die Liste etwas verändert – auch was den Titel angeht. Sie soll nicht nur für Mütter gelten, sondern auch für Väter (mit drei Ausnahmen allerdings, sie sind mit einem Stern gekennzeichnet).

Sie wissen, dass Sie eine Mutter oder ein Vater sind, wenn:

  1. Pinkeln vor Zuschauern Teil der täglichen Routine ist.
  2. Sie sehen, dass sich Ihr Kind übergeben muss. Statt sich abzuwenden, werfen Sie sich dem Schwall entgegen (und opfern dafür Ihren Lieblingspulli).
  3. Sie in sieben Minuten mehr erledigen als andere an einem Tag.*
  4. Sie körperlichen Schmerz in drei Kategorien einteilen: Schmerz, grausamer Schmerz, auf Lego treten.
  5. Happy Hour jene 60 Minuten sind, die zwischen dem Zubettgehen der Kinder und dem Zubettgehen von Ihnen liegen.
  6. Einkaufen ohne die Kinder dabei zu haben, wie Ferien ist.
  7. Sie das Gefühl von Himmel und Hölle zeitgleich erleben.
  8. Sie die Fähigkeit haben, mitten in der Nacht durch Wände zu hören und das leiseste Husten wahrnehmen.*
  9. Sie lieber selbst 41 Grad Fieber haben, als einem der Kinder beim Leiden zuzusehen.
  10. Sie Schlaf eindeutig Sex vorziehen.
  11. Sich eine Viertelstunde unter der Dusche mit geschlossener Tür wie ein Tag Wellness anfühlt.
  12. Sie auch Baby-Feuchttücher verwenden, um Küche und das Armaturenbrett des Autos zu putzen.
  13. Sie sich in die Toilette einschliessen und vorgeben, Durchfall zu haben. Nur um mal eine Pause zu haben.
  14. Sie heimlich Schokolade essen, weil sie es satt haben, immer teilen zu müssen.
  15. Sie ohne Kinder in einem Café sitzen, eine Cola bestellen, draussen eine Zigi rauchen – und sich wild fühlen.
  16. Sie das erste Mal in Ihrem Leben homöopathische Notfalltropfen kaufen.
  17. Sie nach dem nächtlichen Ausgehen eine längere Erholungszeit benötigen als nach einer Operation.
  18. Sie statt «ich» nur noch «wir» sagen.*
  19. Sie beschliessen, die kommenden 15 Jahre kein neues Auto zu kaufen. Erstens können Sie es sich nicht leisten. Zweitens wäre es unmöglich, den Familienwagen weiterzuverkaufen – mit all den Krümeln, Milchflecken und dem Glitter darin.
  20. Sie 14-jährige Facebook-Freunde haben. Damit Sie sehen, was die Teenager-Tochter postet.

* Trifft vor allem auf Frauen zu.

Ich bin sicher, es gibt viele weitere eindeutige Anzeichen fürs Elternsein. Welche fehlen?

26 Kommentare zu «Best of: 20 Symptome des Elternseins»

  • jacob sagt:

    wenn man als mann als hilfskraft gerade noch im gemeinsamen haushalt geduldet ist, also nichts wirklich wesentliches zu sagen hat, selbstverständlich keine aufmerksamkeit erwarten darf, trotzdem gerne neuneinhalb zehnte abliefern darf, cervelats und breili statt steaks im kühlschrank liegen, in der kantine genussvoller gegessen wird und das bett für alles ausser sex benutzt wird. mann muss sich eigentlich wundern wieso er heutzutage familie, kind und kegel überhaupt will.

    • Susi sagt:

      Drum prüfe, wer sich ewig bindet!

      P.S. Mann kann ja auch mal selbst ein Steak posten. Oder darf er das nicht?

  • Jessica sagt:

    wenn man nicht einmal diesen Artikel in Ruhe lesen kann

  • fiofio sagt:

    wenn man den einkaufswagen in der migros sanft hin und herrollt, während man – für einmal alleine – verträumt vor dem joghurtregal steht.

  • Simon Grünig sagt:

    Wenn Mann morgens im Büro plötzlich immer der Erste ist und ein schlechtes Gewissen hat, wenn man abends dafür schon um fünf Uhr wieder geht**
    ** Trifft vorallem auf Männer zu

  • Stephan Baumann sagt:

    Dass man gerne jammert, sich selbst extrem wichtig nimmt, und sich als einsamer Held fühlt.
    bei Blog schreiben plötzlich zu Sexismus neigt und an komischen Orten Sternchen setzt.
    Dass man das gefühl hat, die ganze Welt müsse einem extrem dankbar sein, dass man Kider gebastelt hat. Dass man in der Nacht auf den kleinsten Husten lauscht, statt dass man das Vertrauen hat, dass die Kinder schon kommen, wenn es etwas schlimmes ist, sie in den anderen Fällen aber problemlos auch mal alleine wach sein können und dies auch durchsetzt.
    PS: ich habe drei Kinder und mache meine Hälfte des Haushaltes.

  • Andreas sagt:

    Danke, jetzt bin ich noch glücklicher, kinderlos zu sein. Und nein, das süsse Lächeln, das gemeinsame Einschlafen oder die ach so knuddeligen ersten Schritte vermisse ich nicht in meinem Leben, die nicht gesehen zu haben. 🙂

  • Katja Winkler sagt:

    Wenn man ausnahmsweise mal alleine loszieht um eigentlich etwas für sich zu kaufen, dann aber wieder mit einem Berg Baby-Klamotten heimkommt.

    Wenn man sich darüber gar nicht wundert, sondern auch noch riesig freut.

    Wenn man auf der Strasse von wildfremden Kindern gegrüsst wird und es sich herausstellt, dass sie mit dem eigenen in die gleiche KiTa gehen (und man so auch die Eltern kennen lernt). 🙂

    Wenn man Sonntag früh um 6:30h hellwach ist und sich wundert, dass das Baby gar keinen Hunger hat.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Wenn man unterwegs beim Einsteigen ins Tram automatisch zum Niederflureinstieg geht, obschon man entweder alleine oder nicht mehr mit dem Kinderwagen unterwegs ist ;). Oder wenns die Mutter beim Kleiderkauf für sich entweder in die Umstandsmode- oder die Kinderkleiderabteilung zieht ;). Alles mehrfach und immer wieder erlebt :lol:.

  • Werner sagt:

    wenn … raschelnde Plastiksäcke und geräuschvolle Türen im öffentlichen Verkehr zu Erzfeinden werden. Dann nämlich, wenn das Kind im Kinderwagen nach mehreren Stunden Schreien und Zwängen endlich eingeschlafen ist.

  • Stefan sagt:

    Voll ins schwarze getroffen!!
    Punkt 19: mein Auto ist 9 jahre alt. Die Tochter 6 und der Junior 4.. also noch mind. 2x das Auto bei der MFK vorführen und dann so in 5 jahre ein neues kaufen und hoffen dass es nicht gleich wieder zum Zwieback/Chips/Kaugummi-Bomber wird…

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Dass ein kinderfreier Abend mit dem Partner inkl Restaurant- und Kinobesuch sich anfühlt wie 14 Wochen Strandurlaub in der Karibik 😀 ;).

  • Stephan sagt:

    Dass bei Punkt 3 und 8 das Sternchen („trifft vor allem auf Frauen zu“) zutrifft, bezweifle ich.
    Dafür müsste es sicher bei Punkt 10 stehen!

    • Susi sagt:

      Wenn Punkt 10 vor allem auf Frauen zutrifft, dann wohl auch 3 und 8: Mehr Schlafbedarf aufgrund von Erschöpfung (Punkt 3) und Mangel an Tiefschlaf (Punkt 8)…

  • Vater von 2 sagt:

    Herrlich zutreffend.
    Die Stunden des Selbszweifels, wieso es alle anderen besser machen, obwohl man es selbst doch genau nach Ratgeber macht (obwohl Largo der Hammer ist).
    Und nicht zu vergessen: Der Mann ist Schuld, auch wenn er nicht zu Hause war als das Kind die Lieblingsvase umgeworfen hat. Er hat sie schliesslich beim letzten Mal nach dem Abstauben zu sehr an den Rand gestellt.
    Und die 7 sec. unbeschreiblichen Elternstolzes für jedes Nichtfehlverhalten…
    Und beim Sex: Fähigkeit, auch mal einen Quicki als Liebesnacht bezeichnen zu können.

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